Kulturlexikon
Das Kulturlexikon erschließt Personen, Werke, Begriffe, Formen, Motive, Institutionen und kulturgeschichtliche Stichwörter in alphabetischer Ordnung. Die kurze Zeile unter jedem Lemma nennt den jeweiligen Gegenstand und erleichtert die schnelle Orientierung.
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A
- a / A Erster Buchstabe des lateinischen Alphabets, offener Vokallaut und kulturelles Zeichen für Anfang, Ursprung, alphabetische Ordnung, Grundwissen und symbolische Ganzheit.
- A Tonname der sechsten Stufe der natürlichen C-Dur-Skala; im Deutschen und Englischen A, im Französischen und Italienischen La.
- A battuta Italienische Vortragsanweisung „mit dem Schlag“: besonders im Rezitativ die Rückkehr von freier Deklamation zum strengen Takt, praktisch nahe bei a tempo.
- A cappella Italienische Bezeichnung für Musik „im Kirchenstil“: meist unbegleiteter Gesang, historisch auch mit bloßer Instrumentalverdopplung der Stimmen oder als alla-breve-Angabe.
- Ruben A. portugiesischer Schriftsteller, Historiker, Essayist, Autobiograph und Kulturvermittler; bürgerlich Ruben Alfredo Andresen Leitão, bekannt für Páginas, A Torre da Barbela und O Mundo à Minha Procura.
- Abraham Jacob van der Aa Niederländischer Lexikograf und Literat, dessen große geografische und biografische Wörterbücher zentrale Wissensspeicher der niederländischen Kulturgeschichte des 19. Jahrhunderts wurden.
- Christianus Petrus Eliza Robidé van der Aa Niederländischer Jurist, Schriftsteller, Dichter und Volksaufklärer, dessen Werk patriotische Dichtung, moralische Prosa, Jugendliteratur, Zeitschriftenpublizistik und bürgerliche Reformkultur des 19. Jahrhunderts verbindet.
- Cornelis Johannes van der Aa Niederländischer Maler und Kunsthändler aus Almelo, dessen Landschaften, Heidebilder, Stadtansichten und Stillleben im Umfeld von Haager Schule, Impressionismus und regionaler Kunstkultur Twentes stehen.
- Dirk van der Aa Niederländischer Maler, Dekorationsmaler und Grisaillemaler des 18. Jahrhunderts, bekannt für Allegorien, Puttenbilder, Supraporten, Festentwürfe und die Haager Rokoko-Raumkultur.
- Hillebrand van der Aa Niederländischer Stecher und Zeichner aus Leiden, dessen Arbeit zwischen Kupferstich, Buchillustration, Titelblattgestaltung, Porträtgrafik, Verlegerfamilie van der Aa und ostindischer Mobilität steht.
- Jacob van der Aa Niederländischer Maler, Zeichner und Miniaturmaler, auch Andries van der Aa genannt, Schüler seines Onkels Dirk van der Aa und 1769 im Haager Künstlerumfeld nach einer Italienreise als Meister nachweisbar.
- Michel van der Aa Niederländischer Komponist, Filmemacher und Theaterregisseur, dessen Werk Neue Musik, Oper, Film, Elektronik, Virtual Reality und digitale Musiktheaterformen zu einer intermedialen Gegenwartskunst verbindet.
- Petrus van der Aa Flandrisch-brabantischer Jurist des 16. Jahrhunderts, lateinisch Petrus Vanderanus, Professor der Rechte, Mitglied des Souveränen Rates von Brabant und Präsident des Oberlandesgerichts von Luxemburg und Chiny.
- Pierre Jean Baptiste Charles van der Aa Niederländischer Jurist, Advokat, Patriot und Autor rechtswissenschaftlicher Schriften, der die französisch-napoleonische Rechtsumstellung in den Niederlanden durch Handbücher, Übersetzungen und Formularwerke praktisch vermittelte.
- Pieter van der Aa Niederländischer Buchdrucker, Verleger, Buchhändler und Kartenverleger aus Leiden, dessen Atlanten, Reiseberichtsammlungen und reich illustrierte Tafelwerke die europäische Buch-, Karten- und Wissenskultur um 1700 prägten.
- Hauk Erlendssøn Aabel Norwegischer Schauspieler, Charakterkomiker, Vortragskünstler und Filmakteur, dessen Laufbahn vom Christiania Theater über das Nationaltheatret bis zu Holberg-Rollen, Volkskomödie, frühem skandinavischem Film und der Schauspielerfamilie Aabel reicht.
- Philip Aaberg US-amerikanischer Pianist und Komponist aus Montana, auch Phil Aaberg genannt, dessen Klaviermusik Klassik, Jazz, Americana, New Age, Windham-Hill-Ästhetik und nordamerikanische Landschaftsimagination verbindet.
- Asger Hartvig Aaboe Dänischer Mathematik- und Astronomiehistoriker, Yale-Professor und Spezialist für babylonische mathematische Astronomie, antike exakte Wissenschaften und die Vermittlung früher Mathematik- und Astronomiegeschichte.
- Vahur Aabrams Estnischer Germanist, Literaturwissenschaftler und Übersetzer aus Tartu, dessen Arbeit baltisch-deutsche Literatur, Halbdeutsch, Goethe-Rezeption, niederländische Literatur, Seto-Kultur und estnische Übersetzungsgeschichte verbindet.
- Axel Conrad Petersen Aabrink Dänischer Maler, Möbeltischler, Buchillustrator und Gestalter, dessen Werk jütländische Heide-, Wald- und Dorfmotive mit handwerklicher Formkultur, Dekorationsarbeit und stiller regionaler Landschaftsmalerei verbindet.
- Thorstein Aaby Norwegischer Gitarrist aus Porsgrunn, Mitbegründer von Pagan’s Mind und Musiker im Übergang von lokalem Hard Rock und Glam Metal zu norwegischem Progressive und Power Metal.
- Christoph Wilhelm von Aach Nürnberger Rotgießer des 18. Jahrhunderts, genannt Lamprecht, Meister seit 1729, Geschworener, Genannter und Schöpfer eines bronzenen Epitaphs auf dem Friedhof St. Johannis.
- Jehuda Löb Aach Rabbiner, Mohel und Jeschiwa-Leiter in Hechingen, Schüler der Prager Jeschiwa Ezechiel Landaus, Hausrabbiner der Familie Kaulla und hohenzollerischer Landesrabbiner um 1800.
- Johann Georg von Aach Nürnberger Rotgießer des 18. Jahrhunderts, Meister seit 1760, Geschworener 1786 und Schöpfer von acht bronzenen Epitaphien auf den Friedhöfen St. Johannis und St. Rochus.
- Aachen Kulturgeschichtlich bedeutende Stadt Karls des Großen mit Thermalquellen, Aachener Dom, Krönungstradition, Wallfahrt und europäischer Grenz- und Erinnerungslage.
- Balthasar von Aachen Kölner Steinmetz und Werkmeister um 1600, 1592 als Meister aufgenommen und 1617 als Werkmeister des Ratsherren Ditmar Wickede nachgewiesen.
- Hans von Aachen Kölner Maler, internationaler Wanderkünstler, Hofmaler und Kunstagent Rudolfs II. in Prag sowie bedeutender Vertreter des nördlichen Manierismus um 1600.
- Aacheperkareseneb Altägyptischer Bildhauer des Amun, bekannt aus einer Kalksteinstele für Nebiaut und kulturgeschichtlich wichtig für Künstlerfamilien, Theben und den Amun-Kult des Neuen Reiches.
- Erik Aadahl US-amerikanischer Sounddesigner und Tontechniker, mehrfach Oscar-nominiert für Filmtonarbeiten an Transformers: Dark of the Moon, Argo, A Quiet Place und The Creator.
- Thorvald Aadahl Norwegischer Schriftsteller, Journalist, Dramatiker und Redakteur der Nationen, kulturgeschichtlich wichtig für Agrarpresse, Theateröffentlichkeit und die politische Pressegeschichte Norwegens.
- Peder Pederson Aadnes Norwegischer Maler des 18. Jahrhunderts, der Rokoko und Rosemaling verband und durch Porträts, Kirchenarbeiten, Wandmalereien, Möbel- und Objektdekorationen zu einer wichtigen Übergangsfigur der norwegischen Kunstgeschichte wurde.
- Arvid Aae Dänischer Maler schwedischer Herkunft, ausgebildet in Kopenhagen und bekannt für Porträts, Kinderbildnisse, Genreszenen, Landschaften sowie eine kirchliche Gemeinschaftsarbeit in Brande.
- Erik Aaes Dänischer Szenenbildner, Theatermaler und Filmarkitekt, der zwischen Nordisk Film, Berlin, Paris, Jean Renoir, Carl Theodor Dreyer, Palladium, Theater und Fernsehen zu den prägenden Raumgestaltern der skandinavischen Film- und Bühnenkultur gehörte.
- Bertus Aafjes Niederländischer Schriftsteller, Dichter und Reiseschriftsteller, bekannt durch Een voetreis naar Rome, katholisch-romantische Nachkriegslyrik, Reiseprosa, Übersetzungen und seine folgenreiche Kontroverse mit den Vijftigers.
- Helge Eldar Aafløy Norwegischer Musikpädagoge, Organist, Komponist und Arrangeur, kulturgeschichtlich wichtig für Chormusik, Kirchenmusik, Blasorchester, Volksliedbearbeitung und die praktische Musikvermittlung zwischen Tromsø und Bergen.
- Carl Frederik Aagaard Dänischer Landschafts- und Dekorationsmaler des 19. Jahrhunderts, geprägt von P. C. Skovgaard, bekannt für Waldlandschaften, Strandbilder von Møn und Hellebæk, italienische Reisemotive und öffentliche Dekorationsarbeiten.
- Carl Vilhelm Thor Aagaard Dänischer Maler, Radierer, Kunstpädagoge und Dozent für Perspektive an der Kopenhagener Kunstakademie, besonders wichtig durch seine Perspektivlehre, seine Lehrtätigkeit und seine Rolle in der akademischen Zeichen- und Raumkonstruktion.
- Cecil Aagaard Norwegischer Jazzsänger, Schlagzeuger, Akkordeonist und Bandleader, bekannt als skandinavische Swingfigur, Leiter von Cecil Aagaard & His Swingsters und wichtiger Vertreter des norwegischen Kløverjazz.
- Christen Lauritsen Aagaard Dänischer neulateinischer Dichter, Rektor, Professor der Poetik und Theologe des 17. Jahrhunderts, bekannt durch lateinische Herrscher- und Trauergedichte wie Threni Hyperborei auf Christian IV. sowie durch die Überlieferung in Rostgaards Deliciæ poetarum Danorum.
- Ferdinand Theodor Michael Aagaard Dänischer Organist, Lehrer und Komponist, kulturgeschichtlich wichtig für praktische Kirchenmusik, Orgelpräludien, geistliche Lieder, die Organistenstellen in Bogense und Store Heddinge sowie die Herausgabe von Den danske organist.
- Johan Peter Aagaard Dänischer Xylograph, Formschneider, Buch- und Kunsthändler, Mitgründer von Kittendorff & Aagaard und wichtiger Vermittler illustrierter Bücher, Zeitschriften, Chemitypie und dänischer Druckkultur des 19. Jahrhunderts.
- Johannes Monrad Aagaard Dänischer evangelisch-lutherischer Theologe, Missiologe und Professor für Missionstheologie an der Universität Aarhus, prägend für die moderne dänische Missionswissenschaft, ökumenische Theologie und die kontroverse kirchliche Auseinandersetzung mit neuen religiösen Bewegungen durch das von ihm gegründete Dialogcentret.
- Johan Gottlieb Julius Aagaard dänischer Heliograph, Fotograf, Reproduktionsgraphiker und früher Pressefotograf; wichtiger Vermittler zwischen technischer Bildreproduktion, topographischer Fotografie und visueller Medienkultur um 1900.
- Lars Larsen Aagaard dänischer Geigenbauer, der nach einer Maschinenbaulehre unter Heinrich Hertz zum Instrumentenbau wechselte, in Chicago Berufserfahrung sammelte und ab 1883 in Kopenhagen eine eigene Werkstatt für Bau, Reparatur und Restaurierung von Streichinstrumenten führte.
- Martin Aagaard norwegischer Marinemaler, auch Zackarias Martini Aagaard genannt; verband seemännische Erfahrung, Ausbildung in Trondheim und Kristiania sowie das Umfeld Christian Krohgs mit Darstellungen von Schiffen, Häfen, Fjorden und nordischen Küstenlandschaften.
- Niels Lauridsen Aagaard dänischer Schriftsteller, Gelehrter, Rektor, Pfarrer, Professor der Beredsamkeit und Bibliothekar an der Akademie Sorø; Vertreter der neulateinischen Gelehrtenkultur des 17. Jahrhunderts mit philologischen, theologischen und rhetorischen Schriften.
- Thorvald Aagaard dänischer Komponist, Organist, Violinist und Musikpädagoge; prägte als Ryslinger Organist, Højskole-Lehrer, Leiter der Fynske Musikantere und Mitherausgeber der Folkehøjskolens Melodibog von 1922 die Erneuerung des dänischen Volks-, Hochschul- und Kirchengesangs.
- Torstein Aagaard-Nilsen zeitgenössischer norwegischer Komponist, Arrangeur, Dirigent und Musikpädagoge; verbindet Orchester-, Kammer-, Opern-, Brass-Band- und Wind-Band-Komposition mit nordischer Klangbildlichkeit, Bläserpraxis, Festivalarbeit und einem sozialen Verständnis von Komposition.
- Peder Aagesen dänischer Philologe, auch Peter Haagensen und Petrus Haggaeus genannt; wirkte als Professor für Griechisch und Dialektik, Universitätsnotar, Beteiligter der Bibelrevision von 1588 und Vertreter des Ramismus an der Universität Kopenhagen.
- Truid Aagesen dänischer Komponist und Organist der Zeit Christians IV., auch Theodoricus Sistinus genannt; wirkte seit 1593 an Vor Frue Kirke in Kopenhagen, stand mit der Hofmusik in Verbindung, veröffentlichte die dreistimmigen Cantiones trium vocum und wurde 1613 wegen katholischer Sympathien entlassen und verbannt.
- Philip Eugene Aaholm US-amerikanischer Klarinettist, Musikpädagoge und Professor emeritus der University of Colorado Boulder; prägte als Hochschullehrer, Kammermusiker, Mitglied des Colorado Wind Quintet und Vizepräsident der International Clarinet Association die amerikanische Klarinettenpädagogik des späten 20. Jahrhunderts.
- Erwin van Aaken deutscher Architekt, Diplom-Ingenieur und Regierungsbaumeister; prägte als langjähriger Mitarbeiter und Nachfolger Albert Boßlets mit mehr als 160 katholischen Kirchen, Pfarrhäusern, Kindergärten, Gemeindezentren und Renovierungen die süddeutsche Sakralarchitektur des 20. Jahrhunderts.
- George Karel Gerardus van Aaken niederländischer Violinist, Dirigent, Kapellmeister, Musikpädagoge und Komponist; wirkte am Haager Opernorchester, an der Rotterdamer Schouwburg, als Kapellmeister des 5. Infanterieregiments sowie als Lehrer und Orchesterleiter in Amersfoort und Zutphen und schrieb Märsche, Festmärsche und Arrangements für Harmonie- und Fanfarenorchester.
- David Allen Aaker US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler, Marketingtheoretiker und Markenstratege; prägte mit Brand Equity, dem Aaker-Modell, Brand Identity, Brand Portfolio, Brand Relevance und Purpose-Driven Branding die moderne Theorie und Praxis der Markenführung.
- Lee William Aaker US-amerikanischer Schauspieler und Kinderdarsteller; wurde als Corporal Rusty in The Adventures of Rin Tin Tin bekannt und steht kulturgeschichtlich für frühes amerikanisches Serienfernsehen, Western-Familienunterhaltung, Tierheldenformate und die Kinderstar-Kultur Hollywoods der 1950er Jahre.
- Kim Fupz Aakeson dänischer Schriftsteller, Illustrator, Comicautor und Drehbuchautor; prägt mit Kinderbuchreihen wie Vitello, Lili und Mogens og Mahdi, Jugend- und Erwachsenenprosa sowie Drehbüchern für Film und Fernsehen die dänische Gegenwartsliteratur und Medienkultur.
- Eivind Danielson Aakhus norwegisch-amerikanischer Violinist, Spelemann und Virtuose auf der Hardangerfiedel; vermittelte die Setesdal-Tradition nach seiner Auswanderung 1878 in den norwegisch-amerikanischen Upper Midwest und ist durch Konzertreisen, Kjende slåttar, Gamle og nye slåttar und Minne frå Noreg og Amerika überliefert.
- Jeppe Aakjær dänischer Schriftsteller, Journalist, Kulturhistoriker und sozialkritischer Regionalautor.
- Olaf Aakrann norwegischer Maler und Lithograph; arbeitete zunächst in Kristiania und Wien als Lithograph, wurde um 1890 Schüler von Erik Werenskiold und Gerhard Munthe, studierte 1893 bis 1896 bei Kristian Zahrtmann in Kopenhagen und trat vor allem als Landschaftsmaler mit Motiven aus Norwegen, Telemark und dem Elverum-Kontext hervor.
- Johannes Aal auch Al, All und latinisiert Anguilla; schweizerischer Geistlicher, Humanist, Musiker, Schulmann und Dramatiker der Reformationszeit, bekannt vor allem durch die 1549 in Solothurn aufgeführte und gedruckte Tragoedia Johannis des Täufers.
- Erik Aalbæk Jensen dänischer Schriftsteller, Priester, Widerstandskämpfer, Rundfunk- und Kulturmensch; prägte mit Perleporten, Sagen, Kridtstregen, Livet på øerne und dem Werkkomplex der Vendelboesagaen die realistische dänische Gesellschaftsprosa nach 1945.
- Peter Aalbæk Jensen dänischer Filmproduzent, Absolvent der Dänischen Filmschule, Mitgründer und ehemaliger CEO von Zentropa; prägte mit Lars von Trier, Dogme 95, Filmbyen, europäischen Koproduktionen und zahlreichen dänischen Film- und Serienprojekten die skandinavische Filmkultur seit den 1990er Jahren.
- John O. Aalberg US-amerikanischer Film- und Tontechniker, Sound Director der RKO Radio Studio Sound Department; mehrfach im Oscar-Kontext für Sound Recording genannt, unter anderem bei Citizen Kane und It’s a Wonderful Life, zudem Träger technischer Academy-Auszeichnungen einschließlich des Gordon E. Sawyer Award.
- Leiv Aalen norwegischer lutherischer Theologe, Priester und Professor für systematische Theologie am Menighetsfakultetet; prägte mit konfessioneller Dogmatik, sakramentszentrierter Tauflehre, Arbeiten zu Zinzendorf, Wort und Sakrament sowie Bekenntnisfragen die norwegische lutherische Theologie des 20. Jahrhunderts.
- Radmehr Aalipour iranischer Theaterregisseur, Dramaturg, Schauspieler, Maskenbildner und Theaterpädagoge; verbindet iranische Theater- und Filmproduktion mit persischsprachiger Diasporakultur, Kölner Theaterprojekten, klassischer Stoffbearbeitung, Schauspielunterricht, Deklamation und medienübergreifender Kulturarbeit.
- Raman Aalipour iranisch-deutscher Regisseur, Dramaturg, Schauspieler und Dozent; verbindet iranische Theater- und Fernsehproduktion, Schauspielunterricht, transnationale Regiepraxis, Paderborner Theaterarbeit, Tschechow-Inszenierungen, Dokumentarfilm und Berliner Mediengestaltung.
- Sengai Aaliyan tamilischer Schriftsteller aus Sri Lanka, eigentlich Kanthaia Kunarasa; prägte die Eelam-Tamil-Literatur mit Romanen wie Kaattaaru, Vaadaikaatru und Kadal Kottai, zahlreichen Kurzgeschichten, historischen Studien, geographischen Lehrbüchern und dokumentarischen Arbeiten zu Jaffna, Vanni, tamilischer Geschichte und politischer Gewalt.
- Anathon Aall Norwegischer Philosoph, Psychologe, Theologe, Religionskritiker, Ideenhistoriker und Professor in Kristiania beziehungsweise Oslo, vollständig Anathon August Fredrik Aall, geboren am 15. August 1867 in Nesseby in der Finnmark und gestorben am 9. Januar 1943 in Oslo.
- Marinus van Aalst in Rotterdam geborener, in Böblingen wirkender Bildhauer, Objekt- und Installationskünstler; verbindet in Werkgruppen wie Kerferhau, Armes Land, Schutzraum, Erinnerungsräume, Stadt-Sitz-Zeichen, Global House Dust und Zellspeicher Materialbilder, Fundobjekte, Spurensicherung, Stadtgeschichte, Naturbefragung und ortsspezifische Erinnerungskunst.
- Panu Aaltio Finnischer Filmkomponist, dessen Werk Naturfilm, Spielfilm, Animation, Serien, Videospielmusik und Ballett verbindet; ausgezeichnet u. a. mit IFMCA Awards, dem Jussi Award und dem HARPA Nordic Film Music Award 2026.
- Alvar Aalto Finnischer Architekt, Stadtplaner und Möbeldesigner; Hauptfigur eines humanen Modernismus, Mitbegründer von Artek und Schöpfer zentraler Werke wie Paimio Sanatorium, Viipuri Library, Villa Mairea, Säynätsalo Town Hall, Stool 60 und Aalto-Vase.
- Ossi Aalto Finnischer Jazz-Schlagzeuger und Orchesterleiter; frühes Mitglied von Black Birds, The Saxophon Jazz Band und Dallapé sowie Leiter des Ossi-Aalto-Orchesters, wichtig für die frühe finnische Jazz-, Swing- und Tanzmusikgeschichte.
- Heikki Aaltoila Finnischer Komponist, Arrangeur, Dirigent und Musikkritiker; langjähriger Kapellmeister des Finnischen Nationaltheaters, produktiver Film- und Bühnenmusikkomponist, zweifacher Jussi-Preisträger und Schöpfer des populären Walzers Akselin ja Elinan häävalssi.
- Erkki Aaltonen Finnischer Komponist, Dirigent und Violinist; Vertreter einer nationalromantisch grundierten finnischen Moderne, bekannt besonders durch fünf Sinfonien und die Zweite Sinfonie Hiroshima von 1949.
- Esko Aaltonen Finnischer Soziologe, Volkskundler, Journalist, Verleger und Heimatforscher; Gründer des Forssan Lehti, zentrale Gestalt der südwesthämeischen Museums- und Heimatbewegung sowie Professor für Soziologie an der Universität Turku.
- Juhani Aaltonen Finnischer Jazz-Saxophonist, Flötist und Improvisator; Pionier des finnischen Modern und Free Jazz, früher Yrjö-Preisträger, Mitgestalter von UMO, Tasavallan Presidentti und zentralen Projekten mit Edward Vesala, Heikki Sarmanto, TUM Records und jüngeren Improvisationsmusikern.
- Veikko Aaltonen Finnischer Regisseur, Filmeditor, Tontechniker, Produktionsleiter, Drehbuchautor und Schauspieler; geprägt durch Rauni Mollberg und das Kaurismäki-Umfeld, bekannt besonders für Tilinteko, Tuhlaajapoika, Isä meidän, Juoksuhaudantie, dokumentarische Arbeiten und zahlreiche Fernsehserien.
- Wäinö Aaltonen Finnischer Bildhauer, Monumentalkünstler und Porträtist; zentrale Gestalt der finnischen Skulptur des 20. Jahrhunderts, bekannt besonders durch die Paavo-Nurmi-Statue, das Aleksis-Kivi-Denkmal, Parlamentsreliefs, öffentliche Denkmäler und das nach ihm benannte WAM in Turku.
- Thorleif Aamodt Norwegischer Organist, Chorleiter, Komponist, Musikschriftsteller und Musikkritiker; langjähriger Organist der Johanneskirche in Bergen, Vermittler englischer Orgelmusik und bekannt durch kirchenmusikalische Werke sowie Chorarrangements, besonders nach Edvard Grieg und Aasmund Olavsson Vinje.
- Valter Aamodt Norwegischer Komponist, Dirigent, Chorleiter, Musikkritiker und Musikorganisator; zentrale Figur der norwegischen Chor- und Blasmusik des 20. Jahrhunderts, langjähriger Leiter von Follesø Mannskor und Fortunens Musikkorps, Tonika-Verlagsleiter, Griegpreis-Träger 1975 und prägender Vermittler westnorwegischer Vereinsmusik.
- Vance Aandahl US-amerikanischer Autor von Science-Fiction- und Fantasy-Kurzgeschichten; veröffentlichte seit 1960 vor allem in The Magazine of Fantasy and Science Fiction, wurde mehrfach anthologisiert und übersetzt und ist besonders durch Texte wie The Unfortunate Mr. Morky, One Million Four Hundred Ninety Two Thousand Six Hundred Thirty Three Marlon Brandos, Born from the Beast und Deathmatch in Disneyland greifbar.
- Aanecht Altägyptischer Künstler und Nekropolenhandwerker in Deir el-Medina; um 1200 bis 1170 v. Chr. als „Oberster der Nekropolenhandwerker“ belegt, Nachfolger Panebs und Vorgänger Nechetemmuts, ohne sicher zuweisbare Einzelwerke.
- Sveinung Aanonsen Norwegischer Maler und Bildhauer, in Fachquellen auch Sveinung Anondsen beziehungsweise Aanondsen; aus Rauland stammend, bei Knud Bergslien und Otto Seitz ausgebildet, tätig zwischen Genremalerei, Porträt, Kirchenkunst, Altarbildkopie, öffentlicher Skulptur und salonhafter Plastik um 1900.
- Hans Aanrud norwegischer Schriftsteller, Erzähler, Kinderbuchautor, Dramatiker, Theaterleiter und Literaturkritiker; bekannt für realistische Erzählungen aus Gausdal und Gudbrandsdal sowie für Sidsel Sidsærk, Sølve Solfeng, Storken und Hanen.
- Svend Aaquist Johansen Dänischer Komponist, Dirigent, Pianist und Computerprogrammierer, in dänischen Quellen meist Svend Aaquist; prägende Figur der dänischen Neuen Musik, Mitgründer von Lyngby Ung Tonekunst, Leiter und Aufbaufigur regionaler Ensembles, Vorsitzender der Dansk Komponistforening, Pionier der Computermusik und Schöpfer von Werken wie Sisyfos Synger, Netværk und Saganat.
- Mustapha Aarab Schwedischer Schauspieler marokkanischer Abstammung, geboren in Agadir; bekannt als Zack in Björnstad, John-John in Vinterviken / JJ+E, Samir in Forever und Liam in Alla andra kan dra åt helvete, für Vinterviken als bester männlicher Hauptdarsteller für den Guldbagge nominiert.
- Mimi Aarden Niederländische Opernsängerin und Mezzosopranistin, 1924–2013, geboren in Steenbergen und gestorben in Breda.
- Abraham van Aardenberg Niederländischer Holzblasinstrumentenmacher der Amsterdamer Schule um 1700; Schüler Richard Hakas, ab 1698 selbständig in Amsterdam tätig, Hersteller von Blockflöten, Traversflöten, Oboen und Fagotten, dessen erhaltene Instrumente heute für Musikinstrumentenkunde, Nachbau und historische Aufführungspraxis wichtig sind.
- Jan van Aardenburgh Niederländischer Patronenmaler beziehungsweise Patroontekenaar, † 1714 in Haarlem; vor 1714 als Meister im Haarlemer St.-Lucasgilde eingeschrieben und kulturgeschichtlich als Musterzeichner für Textilien im Umfeld der Haarlemer Seiden- und Kunsthandwerkskultur um 1700 einzuordnen.
- Anthonij Aardewijn Niederländischer Maler, Vergolder und Dekorationsmaler, auch Anthony Aardewijn oder Anthony Aardewyn; 1698 in Amsterdam getauft, 1771 dort beerdigt, 1723 als Amsterdamer Bürger nachweisbar und besonders bekannt durch die Bemalung und Vergoldung der großen Schnitger-Orgel in der Sint-Michaëlskerk Zwolle sowie durch öffentliche Ausstattungsarbeiten am Amsterdamer Jongenshuis.
- Leif Aare Schwedischer Musikkritiker, Schriftsteller und Pianist; 1933 in Stockholm geboren und 2025 in Nacka gestorben, ausgebildet als Pianist und Musikwissenschaftler, langjähriger Musikkritiker von Dagens Nyheter sowie Autor der Biografien Allan Pettersson und Maestro: Sixten Ehrling, en dirigent och hans epok.
- Emil Aarestrup dänischer Arzt, Dichter der Spätromantik, Übersetzer und Erneuerer der erotischen Poesie; bekannt vor allem durch Digte, seine sinnlich-melancholische Liebesdichtung und seine postum erkannte Bedeutung für die moderne dänische Literatur.
- Jens Peder Smidt Aarestrup Norwegischer Klavierbauer, Pianofortefabrikant und Politiker; 1827 in Sogndal geboren und 1893 dort gestorben, Gründer einer Bergener Pianoproduktion in Småstrandgaten 9, von 1867 bis 1885 Mitglied des Bergener Stadtrats und 1877 bis 1879 Stortingsvertreter für Bergen.
- Aarhus Dänemarks zweitgrößte Stadt an der Ostküste Jütlands, kulturgeschichtlich geprägt durch Wikingerwurzeln, Hafen, Dom, Universität, Museen und die Europäische Kulturhauptstadt 2017.
- Leo Eino Aario Finnischer Geograph, Geologe, Botaniker und Hochschullehrer, bis 1928 Engman beziehungsweise Engmann; 1906 in Pori geboren und 1998 in Espoo gestorben, Professor für Geographie in Turku und Helsinki, Forscher zu Pflanzengeographie, Mooren, Pollenanalyse, Waldgrenzen, Stadtgeographie und Herausgeber des Atlas of Finland 1960.
- Johann Carl Wilhelm Aarland Deutscher Zeichner, Holzstecher und Xylograph, meist Wilhelm Aarland genannt; 1822 in Leipzig geboren und 1906 ebenda gestorben, Inhaber xylographischer Anstalten in Leipzig und Kassel, tätig für Die Gartenlaube, Schnorr von Carolsfelds Bibel in Bildern, naturkundliche Buchillustrationen und die populäre Bildpublizistik des 19. Jahrhunderts.
- Antti Amatus Aarne finnischer Märchenforscher und Begründer des Märchentypenverzeichnisses, aus dem sich das Aarne-Thompson-Uther-System der internationalen Erzählforschung entwickelte.
- Eero Aarnio finnischer Innen- und Möbeldesigner, dessen Ball Chair, Bubble Chair, Pastil Chair und Pony Chair zu Ikonen des Pop- und Space-Age-Designs wurden.
- Kaarle Artturi Aarnio finnischer Kantor, Organist, Dirigent, Komponist und Musikpädagoge, der besonders in Lahti wirkte und für Kirchenmusik, Chorwesen und regionale Musikbildung Bedeutung gewann.
- Petri Aarnio finnischer Geiger, Erster Konzertmeister des Finnish Radio Symphony Orchestra, Kammermusiker und Musikpädagoge an der Sibelius-Akademie.
- Douglas Aarniokoski US-amerikanischer Film- und Fernsehregisseur, Drehbuchautor und Produzent, dessen Arbeit von Genre-Film und Second-Unit-Praxis bis zu Serien wie Criminal Minds, S.W.A.T., Star Trek: Discovery und Star Trek: Picard reicht.
- Aaron / Harun Biblische und islamische Überlieferungsgestalt: Bruder des Mose und Mirjams, erster Hohepriester der Israeliten und kulturgeschichtliches Symbol für Priestertum, Kultordnung und religiöse Mittlerschaft.
- Aaron ben David Cohen von Ragusa Rabbiner, Kaufmann und jüdischer Gelehrter des 17. Jahrhunderts in Ragusa/Dubrovnik, verbunden mit Zekan Aharon, venezianischer Druckkultur und der Erinnerung an die Jesurun-Affäre.
- Aaron ben Elia Karäischer Religionsphilosoph, Jurist und Bibelkommentator des 14. Jahrhunderts, dessen Hauptwerke Etz ha-Chajjim, Gan Eden und Keter Torah Theologie, Recht und Exegese des Karäertums systematisch entfalten.
- Aaron ben Joseph Karäischer Schriftgelehrter, Arzt, Bibelkommentator und liturgischer Dichter um 1260–1320, dessen Sefer ha-Mivchar und Seder Tefillot Exegese und Gebetspraxis des Karäertums nachhaltig prägten.
- Aaron ben Meir Brisker Jüdischer Talmudist aus Brest-Litowsk, Meister des Pilpul und Autor von Minchat Aharon zum Traktat Sanhedrin; die überlieferte Verbindung zum Vierjährigen Sejm ist wegen der Datierung quellenkritisch zu prüfen.
- Aaron ben Mosche ben Ascher Masoret und Grammatiker aus Tiberias, dessen Ben-Ascher-Tradition die Vokalisation, Akzentuation und Textgestalt der Hebräischen Bibel nachhaltig prägte.
- Aaron Berechja di Modena Italienischer Kabbalist der frühen Neuzeit, dessen Maʿavar Yabbok jüdische Sterbe-, Begräbnis- und Trauerliturgie kabbalistisch prägte.
- Aaron von Alexandria spätantiker Arzt der alexandrinischen Schule, dessen verlorene medizinische Pandekten über syrische und arabische Überlieferung bis zu ar-Rāzī nachwirkten.
- Aaron von Auxerre katholischer Seliger und Bischof von Auxerre um 800 bis 813, der in der karolingischen Bistumsgeschichte durch den Romzug Karls des Großen, Saint-Marien und die Ausstattung der Kathedrale greifbar wird.
- Aaron von Cesambre Bretonischer Eremit, Mönch, Abt und Heiliger des 6. Jahrhunderts, dessen Überlieferung mit Cézembre, Aleth, Saint-Malo und dem heiligen Malo verbunden ist.
- Aaron von Krakau Benediktiner, erster Abt von Tyniec und Bischof von Krakau, der um die Mitte des 11. Jahrhunderts am kirchlichen Wiederaufbau Polens unter Kasimir dem Erneuerer beteiligt war und in der Überlieferung als Träger erzbischöflicher Vollmachten erscheint.
- Aaron Scotus Schottischer Benediktinerabt und früher Musiktheoretiker des 11. Jahrhunderts in Köln; verbunden mit Gregorianik, Liturgie und mittelalterlicher Klosterkultur.
- Alexander A. Aarons Broadway-Produzent mit Bedeutung für Musical, Songform, Refrainkultur und moderne Bühnenpraxis
- Kristian Birch-Reichenwald Aars Norwegischer Philosoph, Psychologe, ursprünglich ausgebildeter Theologe und in älterer deutscher Kurzform als K. Birch-Reichenwald Aars, Privatdozent in Kristiania, geführter Gelehrter, geboren am 25. September 1868 in Kristiania, dem heutigen Oslo, und gestorben am 4. August 1917 ebenda.
- Evald Aav Estnischer Komponist und Chorleiter, bekannt als Schöpfer der ersten nationalen estnischen Oper „Vikerlased“
- Juhan Aavik Estnischer Komponist, Dirigent und Musikhistoriker, prägende Figur der estnischen Chor- und Musiktradition des 20. Jahrhunderts
- Petrus Abaelardus Mittelalterlicher Philosoph, Theologe und Scholastiker, bekannt für Dialektik, „Sic et Non“ und die Briefe mit Héloïse
- Evaristo Felice dall’Abaco Italienischer Violinist, Cellist und Komponist des Spätbarock, der als Konzertmeister am Hof Max Emanuels von Bayern wirkte und Sonaten sowie Concerti im europäischen Musikdruck verbreitete.
- Djordji Abadziev mazedonischer Schriftsteller, Erzähler, Romancier, Historiker, Publizist und Drehbuchautor; auch Gjorgji Abadžiev, bekannt für historische Prosa, Aramisko gnezdo, Pustina und seine Bedeutung für die moderne mazedonische Nachkriegsliteratur.
- Abaj Kunanbaev kasachischer Dichter, Denker, Übersetzer, Komponist, Aufklärer und Kulturreformer; auch Abai Qunanbaiuly oder Abay Kunanbayev, bekannt für seine Gedichte, Lieder, Übersetzungen und die Prosasammlung Qara Sözder.
- Maria Abajan Armenisch-amerikanische Opernsängerin und dramatische Sopranistin, geboren 1950 in Jerewan beziehungsweise im Raum Jerewan.
- Julija Dmitrijewna Abakumowskaja Russische Opernsängerin und Mezzosopranistin, langjährige Solistin Moskauer Musiktheater und Volkskünstlerin Russlands
- Lina Abarbanell Deutsche Schauspielerin, Sopranistin, Operettensängerin, Broadway-Darstellerin und spätere Casting-Fachfrau
- Sait Faik Abasıyanık türkischer Schriftsteller, Erzähler, Romancier, Dichter, Reporter und Erneuerer der modernen türkischen Kurzgeschichte; bekannt für Semaver, Lüzumsuz Adam, Son Kuşlar, Alemdağ’da Var Bir Yılan und seine Istanbul- und Burgazada-Prosa.
- Elmira Abassowa Aserbaidschanische Musikwissenschaftlerin, Professorin, Rektorin des Staatskonservatoriums in Baku und Forscherin zur Musikgeschichte Aserbaidschans
- Giovanni Battista Abatessa Italienischer Frühbarock-Komponist und Gitarrist, bekannt für Sammlungen zur Barockgitarre und Alphabeto-Notation
- ABBA Schwedische Popgruppe mit Agnetha Fältskog, Björn Ulvaeus, Benny Andersson und Anni-Frid Lyngstad, weltweit erfolgreich seit dem Eurovision-Sieg 1974
- Pietro Abbà Cornaglia Italienischer Komponist, Organist und Musikpädagoge des 19. Jahrhunderts mit Opern-, Kirchenmusik- und Klavierwerken
- Luigia Abbadia Italienische Opernsängerin, Mezzosopranistin, Belcanto-Interpretin und spätere Gesangspädagogin in Mailand
- Natale Abbadia Italienischer Komponist und Gesanglehrer des 19. Jahrhunderts im Umfeld der Belcanto- und Operntradition
- Claudio Abbado Italienischer Dirigent, Musikdirektor der Scala, Leiter bedeutender Orchester und prägende Figur moderner Orchesterkultur
- Carlo Abbate Italienischer Musiktheoretiker, Komponist und Franziskaner des Frühbarock mit Schwerpunkt auf Kontrapunktlehre und musikalischer Ausbildung
- Carolyn Abbate Amerikanische Musikwissenschaftlerin, Opernforscherin, Harvard-Professorin und Autorin grundlegender Studien zu Stimme, Performance und Operngeschichte
- Antonio Maria Abbatini Italienischer Komponist und Kapellmeister der römischen Barockschule, bekannt für Kirchenmusik, frühe Opernformen und ein umfangreiches Werkverzeichnis
- Eugène Abbey Französischer Orgelbauer des 19. Jahrhunderts und Mitinhaber der Werkstatt E. et J. Abbey fils in Versailles
- John Abbey Englisch-französischer Orgelbauer des 19. Jahrhunderts und Wegbereiter moderner französischer Orgeltechnik
- John Albert Abbey Französischer Orgelbauer des 19. Jahrhunderts und Mitinhaber der Werkstatt Abbey in Versailles
- John Marie Abbey Französischer Orgelbauer und Vertreter der letzten Generation der Werkstatt Abbey in Versailles
- Franco Abbiati Italienischer Musikkritiker, Musikhistoriker und Journalist des Corriere della Sera, Autor einer Storia della musica und einer umfangreichen Verdi-Biographie
- Margaret Abbie Denton Australische Tänzerin, Tanzpädagogin, Physiotherapeutin und Labanotation-Schreiberin mit Arbeiten zu Bewegungsschrift, Tanzrekonstruktion und australischer Tanzgeschichte
- Emma Abbott Amerikanische Sopranistin, Opernunternehmerin und Impresaria, 1850–1891, geboren in Chicago und gestorben in Salt Lake City.
- George Francis Abbott Amerikanischer Regisseur, Bühnenautor, Schauspieler und Produzent, bekannt als „Mr. Broadway“ und prägende Figur der Musical Comedy
- Abbreviaturen Abkürzungen und verkürzende Schreibweisen innerhalb der musikalischen Schrift und Notation
- Thomas Abbt Deutscher Schriftsteller, Popularphilosoph, Publizist und Aufklärer, geboren am 25. November 1738 in Ulm und gestorben am 3. November 1766 in Bückeburg.
- Abd al-Raḥīm, Muḥammad Ǧamāl Ägyptischer Komponist, Musiker und Musikpädagoge, der arabische Musiktraditionen mit moderner europäischer Komposition verband
- Abd el-Kader Algerischer Emir, Religionsgelehrter, Sufi und Widerstandsführer gegen die französische Eroberung Algeriens
- Abdallatif Al-Bagdadi arabisch-islamischer Universalgelehrter, Arzt, Philosoph, Grammatiker, Reisender und Ägypten-Beobachter; auch Muwaffaq ad-Din Abd al-Latif al-Baghdadi, bekannt durch Kitab al-Ifadah wa-l-I'tibar, Kitab al-Nasihatayn und seine medizinisch-philosophische Wissenschaftskritik.
- Abdišo Bar Brika ostsyrischer Theologe, Kanonist, Metropolit von Nisibis und Armenien, Dichter, Bibliograph und Autor der Kirche des Ostens; auch Ebedjesu, Abdisho of Nisibis oder ʿAbdishoʿ bar Brikha, bekannt für Marganitha, Paradies Eden, den Nomokanon und den Katalog der kirchlichen Schriften.
- Abdul Karim Khan Indischer Sänger der Hindustani-Klassik und Mitbegründer der einflussreichen Kirana-Gharana
- Shah Abdul Latif Bhittai Sufi-Dichter von Sindh, geistlicher Lehrer, musikalisch geprägter Autor und zentrale Gestalt der Sindhi-Kultur; auch Sayyid Abdul Latif, Shah Latif oder Bhittai, bekannt vor allem durch das Shah jo Risalo.
- Bâkî (Mahmud Abdülbâkî) osmanischer Diwandichter, Gelehrter, Jurist, Medresenlehrer, Kazasker und Übersetzer; bürgerlich Mahmud Abdülbâkî, bekannt als Sultânü'ş-şuarâ, besonders durch seinen Dîvân, seine Gazellen und die Kanûnî Mersiyesi.
- Abdülhak Hâmid Tarhan osmanisch-türkischer Dichter, Dramatiker, Diplomat, Senator und Abgeordneter; bekannt als Şair-i Âzam, besonders durch Sahra, Makber, Nesteren, Eşber und Târık yahut Endülüs Fethi.
- Sobir Abdulla Usbekischer Schriftsteller, Dichter, Dramatiker, Satiriker und Librettist, bekannt durch Tohir va Zuhra, den Devon und die Verbindung klassischer Poetik mit moderner usbekischer Literatur
- Abdullah bin Abdulkadir Munsyi malaiischer Schriftsteller, Lehrer, Übersetzer, Dolmetscher, Schreiber, Druckakteur und Reiseautor; auch Munshi Abdullah oder Munsyi Abdullah, bekannt vor allem durch Hikayat Abdullah, Kisah Pelayaran Abdullah ke Kelantan und seine Bedeutung für die moderne malaiische Literatur.
- Gilbert Abbott à Beckett Britischer Humorist, Journalist, Jurist und Bühnenautor, früher Punch-Mitarbeiter und Autor von Comic History of England, Comic History of Rome und Comic Blackstone
- Abe Kōbō japanischer Schriftsteller, Romancier, Dramatiker, Theaterregisseur, Drehbuchautor und Essayist; eigentlich Abe Kimifusa, bekannt für Die Frau in den Dünen, Das Gesicht des Anderen, Der Schachtelmann und sein experimentelles Abe-Studio.
- Kōmei Abe Japanischer Komponist, Violoncellist und Musikpädagoge der Moderne mit besonderer Bedeutung für die Kammermusik
- Ludwig Abeille Deutscher Komponist, Pianist und Konzertmeister der württembergischen Hofmusik zwischen Klassik und Frühromantik
- Pierre-César Abeille Französischer Komponist des späten Barock aus der Provence und Vertreter regionaler Musiktraditionen
- M. Rosalina Abejo Philippinische Komponistin, Dirigentin und Musikpädagogin sowie bedeutende Vertreterin moderner philippinischer Kunstmusik
- Alfred Peter Abel Deutscher Schauspieler, Regisseur und Produzent des Stumm- und frühen Tonfilms, bekannt als Joh Fredersen in Fritz Langs Metropolis
- Carl Friedrich Abel Deutscher Komponist, Gambenvirtuose und Londoner Konzertunternehmer, Mitbegründer der Bach-Abel-Konzerte und wichtiger Vertreter der Vorklassik
- Christian Ferdinand Abel Deutscher Gambenvirtuose, Hofmusiker und enger musikalischer Weggefährte Johann Sebastian Bachs in Köthen
- Clamor Heinrich Abel Deutscher Organist, Gambist und Komponist des norddeutschen Barock sowie bedeutendes Mitglied der Musikerfamilie Abel
- Ernst Abel Deutscher Cembalist, Violist und Hofmusiker des norddeutschen Frühbarock sowie Mitglied der Musikerfamilie Abel
- Heinrich Othmar Abel Deutscher Ratsmusiker des Frühbarock und früher Vertreter der norddeutschen Musikerfamilie Abel
- Jakob Friedrich von Abel Württembergischer Philosoph, Psychologe, Pädagoge, Theologe, Hochschullehrer und späterer Prälat, auch Jacob Friedrich Abel oder J. Fr. Abel, geboren am 9. Mai 1751 in Vaihingen an der Enz und gestorben am 7. Juli 1829 in Schorndorf.
- Jenny Abel Deutsche Geigerin und Vertreterin der modernen norddeutschen Instrumental- und Konzertkultur
- Leopold August Abel Deutscher Geiger, Konzertmeister und Komponist des Übergangs vom Barock zur Frühklassik sowie Mitglied der Musikerfamilie Abel
- Sigrid Abel-Struth Deutsche Musikpädagogin, Hochschullehrerin und bedeutende Vertreterin wissenschaftlicher Musikpädagogik
- Augusto Abelaira portugiesischer Schriftsteller, Romancier, Dramatiker, Journalist, Übersetzer und Kulturakteur; bekannt für A Cidade das Flores, As Boas Intenções, Bolor, Sem Tecto, Entre Ruínas und Outrora Agora.
- Petrus Abälard Mittelalterlicher Philosoph, Theologe, Logiker, Dialektiker, Lehrer und Autor, lateinisch Petrus Abaelardus und französisch Pierre Abélard, 1079 in Le Pallet beziehungsweise Pallet bei Nantes geboren und 1142 gestorben.
- Leŭ Majsejavič Abeliëvič Sowjetisch-belarussischer Komponist jüdischer Herkunft und bedeutender Vertreter osteuropäischer Musik des 20. Jahrhunderts
- John Abell Schottischer Sänger, Alto beziehungsweise hoher Tenor, Countertenor, Lautenist, Hofmusiker und Komponist, um 1650–1724, wahrscheinlich aus Aberdeenshire und nach älterer Überlieferung in Cambridge gestorben.
- Kjeld Abell dänischer Dramatiker, Bühnenbildner, Theatererneuerer, Gesellschaftskritiker, Revue- und Filmautor; bekannt für Melodien der blev væk, Anna Sophie Hedvig, Silkeborg, Dage paa en Sky und Den blå pekingeser.
- Hermann Abelmann Deutscher Opernsänger, Bariton, lyrischer Bariton und Gesangspädagoge, Lebensdaten unsicher, in älteren Kurzansetzungen mit 1893 (?) und nach 1955 (?) verbunden.
- Abendmusik Berühmte öffentliche Konzertreihe an der Lübecker Marienkirche des 17. und 18. Jahrhunderts und bedeutende Vorform moderner Kirchenkonzerte
- Hermann Abendroth Deutscher Dirigent und Musikpädagoge, Leiter des Gürzenich-Orchesters, Gewandhauskpellmeister, Staatskapellmeister in Weimar und prägende Figur des ostdeutschen Rundfunkmusiklebens
- Irene Abendroth Österreichische Sopranistin und Koloratursängerin, Wiener Hofopernsängerin, Dresdner Kammersängerin und Gesangspädagogin
- Martin Abendroth Deutscher Opernsänger, Bassbariton, Kammersänger und Gesangspädagoge, Mitglied der Berliner Staatsoper und Krolloper sowie Uraufführungssänger des Doktors in Bergs Wozzeck
- Fedor Georg Walter Abendroth Deutscher Komponist, Musikkritiker, Musikschriftsteller und Redakteur, bekannt als Walter Abendroth und besonders durch Schriften zu Hans Pfitzner, Anton Bruckner, Johannes Brahms sowie durch ein umfangreiches kompositorisches Werk
- Abeozen bretonischer Schriftsteller, Romancier, Dramatiker, Linguist, Übersetzer, Literaturhistoriker und Kulturakteur; eigentlich Jean-François-Marie beziehungsweise Fañch/Yann-Fañch Eliès, bekannt für Dremm an Ankou, Hervelina Geraouell, Argantael, Istor lennegezh vrezhonek an amzer-vremañ und seine Arbeiten zum Walisischen.
- Adolf Aber Deutsch-britischer Musikkritiker, Musikwissenschaftler und Musikverleger des 20. Jahrhunderts
- Anna Amalie Abert Deutsche Musikwissenschaftlerin, Hochschullehrerin und Opernforscherin, bekannt durch Arbeiten zu Schütz, Monteverdi, Gluck, Mozart, Richard Strauss und durch ihre Geschichte der Oper
- Hermann Josef Abert Deutscher Musikwissenschaftler, Klassischer Philologe, Hochschullehrer, Opernforscher und Mozart-Biograph, bedeutend für die frühe Institutionalisierung der Musikwissenschaft in Halle, Leipzig und Berlin
- Johann Joseph Abert Böhmisch-deutscher Komponist, Kontrabassist, Dirigent und Stuttgarter Hofkapellmeister, bekannt durch Opern wie Astorga und Ekkehard, sieben Sinfonien sowie Werke für Kontrabass
- Marianna Abgrall bretonische Autorin, Lyrikerin, Lieddichterin und Erzählerin.
- Abherri bretonischer Schriftsteller, Dichter, Romancier, Dramatiker, Sprachpfleger und französischer Marineoffizier.
- Abhinavagupta kaschmirischer Philosoph, Theologe, Tantragelehrter, Ästhetiker, Literaturtheoretiker und Sanskrit-Kommentator; maßgeblicher Systematiker des nichtdualen Śaivismus von Kashmir, bekannt für Tantrāloka, Tantrasāra, Abhinavabhāratī und Dhvanyālokalocana.
- Johann Heinrich Abicht Deutscher Philosoph, Jurist, Kantianer und Hochschullehrer, in älteren Kurzangaben auch J. H. Abicht und irrtümlich als „Absicht“ anzutreffen, geboren am 4. Mai 1762 in Volkstedt bei Rudolstadt und gestorben am 28. April 1816 in Wilna.
- Abingdon Englischer Musikmäzen, Komponist und bedeutender Förderer der Londoner Konzertkultur des 18. Jahrhunderts
- Walter Abish österreichisch geborener US-amerikanischer Schriftsteller, Romancier, Erzähler, Essayist und Memoir-Autor experimenteller Prosa; bekannt für Alphabetical Africa, How German Is It, Eclipse Fever und Double Vision.
- Ablass Kirchliche Buß- und Gnadenpraxis, die im Mittelalter mit Beichte, Fegefeuer, Wallfahrt und Frömmigkeitskultur verbunden war und durch ihre Missbräuche zu einem zentralen Auslöser reformatorischer Kritik wurde.
- Ablasshandel Spätmittelalterliche Verbindung von Ablassverkündigung, Geldsammlung und Ablassbriefen, die durch Luthers Kritik 1517 zu einem zentralen Auslöser der Reformation wurde.
- Johanna Abler Sopranistin des deutschsprachigen Opernbetriebs, 1855–nach 1892.
- Margarethe Abler Deutsche Sopranistin, Konzertsopranistin, Oratoriensängerin und Gesanglehrerin, auch Margret Abler, 1899–1940, geboren in Wiesbaden und gestorben in Berlin.
- Aleksandr Onisimovič Ablesimov Russischer Schriftsteller und Librettist des 18. Jahrhunderts sowie wichtiger Vertreter der frühen russischen Opernkultur
- Peter Ablinger Österreichischer Komponist, Klangkünstler und bedeutender Vertreter experimenteller Musik und Klangkunst
- Pjotr Fjodorowitsch Abolimow Russisch-sowjetischer Bühnenschriftsteller, Librettist, Theaterwissenschaftler und Szenarist, bekannt durch Ballettlibretti wie Der eherne Reiter, Doktor Aibolit, Mirandolina und Der Linkshänder
- Giulio Abondante Italienischer Lautenist und Komponist der Renaissance sowie Vertreter der venezianischen Lautenkultur des 16. Jahrhunderts
- Girolamo Abos Maltesisch-neapolitanischer Komponist der Neapolitanischen Schule, bekannt durch Opern wie Tito Manlio, geistliche Musik, das Stabat Mater und seine Lehrtätigkeit in Neapel
- Bessie Abott Amerikanische Sopranistin und Opernsängerin, geboren als Bessie Pickens, verbunden mit der Paris Opéra und der Metropolitan Opera sowie frühen Tonaufnahmen des romantischen Opernrepertoires
- Edmond François Valentin About Französischer Schriftsteller, Romancier, Journalist, Kunstkritiker, Dramatiker und Pamphletist, bekannt durch Le Roi des montagnes, L’Homme à l’oreille cassée, La Grèce contemporaine und La Question romaine
- Isaak Abrabanel portugiesisch-sefardischer Staatsmann, Finanzier, Bibelkommentator, Philosoph, Theologe und Apologet; auch Isaac Abravanel oder Abarbanel, bekannt für seine Bibelkommentare, Rosh Amanah, Zevach Pesach, Mifalot Elohim und die messianischen Schriften nach der Vertreibung von 1492.
- Gerald Abraham Englischer Musikwissenschaftler, Musikschriftsteller und bedeutender Spezialist für russische Musikgeschichte
- Lars Ulrich Abraham Deutscher Musikpädagoge und Musikhistoriker mit Schwerpunkt auf musikalischer Bildung und Musikgeschichte
- Otto Abraham Deutscher Tonpsychologe, Mediziner und Pionier der vergleichenden Musikwissenschaft sowie Mitgestalter der frühen Berliner Phonogrammforschung
- Paul Abraham Ungarischer Komponist, Dirigent, Operetten- und Filmkomponist, Erneuerer der Jazz-Operette und Schöpfer von Viktoria und ihr Husar, Die Blume von Hawaii und Ball im Savoy
- Abraham a Sancta Clara österreichisch-oberdeutscher Augustiner-Barfüßer, kaiserlicher Hofprediger, Predigerautor, Satiriker und Barockschriftsteller; bürgerlich Johann Ulrich Megerle, bekannt für Judas der Erzschelm, Etwas für alle, Mercks Wienn und Huy! und Pfuy! der Welt.
- Abraham ben Chijja iberisch-jüdischer Mathematiker, Astronom, Astrologe, Philosoph, Kalenderkundiger und Übersetzungsvermittler; auch Abraham bar Hiyya ha-Nasi oder Savasorda, bekannt für Ḥibbur ha-Meshihah ve-ha-Tishboret, Liber Embadorum, Sefer ha-Ibbur, Hegyon ha-Nefesh und Megillat ha-Megalleh.
- Abraham ibn Daud Jüdischer Philosoph, Historiker und Verteidiger des rabbinischen Judentums im 12. Jahrhundert, auch Abraham ben David ha-Levi, Abraham ben David aus Toledo oder Rabad I genannt.
- Peter Abrahams südafrikanisch-jamaikanischer Schriftsteller, Romancier, Erzähler, Memoir-Autor, Journalist und politischer Kommentator; bekannt für Mine Boy, Tell Freedom, A Wreath for Udomo, The View from Coyaba und seine literarische Auseinandersetzung mit Rassismus, Exil, Panafrikanismus und Dekolonisation.
- Erik Abrahamsen dänischer Musikwissenschaftler, Organist und Musikvermittler; erforschte Kirchenmusik, gregorianischen Choral und dänische Volksballadenmelodik.
- Hans Abrahamsen dänischer Komponist der Gegenwart; aus der Neuen Einfachheit hervorgegangen und international bekannt durch Schnee, let me tell you, Left, alone und The Snow Queen.
- Werner Hans Frederik Abrahamson Dänischer Offizier, Schriftsteller, Herausgeber, Kritiker, Übersetzer und Sprachlehrer, bekannt als Mit-Herausgeber der Sammlung Udvalgte danske Viser fra Middelalderen
- Gaetana Abrami Italienische Tänzerin des frühen 19. Jahrhunderts, nachweisbar im Umfeld von La Scala, La Fenice und Salvatore Viganòs Prometeo als hervorgehobene Tänzerin des mezzo carattere
- Fedor Aleksandrovic Abramov russischer Schriftsteller, Romancier, Erzähler, Literaturkritiker, Literaturwissenschaftler, Hochschullehrer und Publizist; zentrale Gestalt der sowjetischen Dorfliteratur, bekannt für die Romanfolge um die Familie Prjaslin mit Bratja i sjostry, Dve zimy i tri leta, Puti-pereputja und Dom.
- Georgij Konstantinowitsch Abramowski Russischer Musikwissenschaftler, Kritiker, Pädagoge und Lektor, Professor am Sankt Petersburger Konservatorium und Forscher zu Dmitri Kabalewski, russischer Oper und Alexander Nikolajewitsch Serow
- Harriet Abrams Englische Sopranistin, Konzert- und Bühnensängerin sowie Komponistin, auch Harriett Abrams, um 1758/1760–1821.
- Emil Ábrányi Ungarischer Schriftsteller, Dichter, Journalist, Übersetzer und Opernlibrettist, bekannt durch patriotische Gedichte sowie ungarische Übertragungen von Byron, Rostand und Ibsen
- Kornél Ábrányi Ungarischer Musikschriftsteller, Musikkritiker, Pianist, Komponist und Musikpädagoge, Mitbegründer der Zenészeti Lapok und wichtiger Gestalter der ungarischen Musikkultur des 19. Jahrhunderts
- Rosa von Abrányi-Varnay Ungarische Sopranistin, auch Rózsi Ábrányi beziehungsweise Rosa von Ábrányi-Várnay, geboren am 10. Juni 1885 in Budapest, Todesdatum unbekannt.
- Margit Abrányi-Wein Ungarische Sopranistin, Koloratursopranistin, Opernsängerin und Gesangspädagogin, auch Ábrányiné Wein Margit, geboren am 15. Dezember 1861 in Lesnyek und gestorben am 28. November 1948 in Budapest.
- Božidar Abrašev bulgarischer Komponist, Musikpädagoge, Musiktheoretiker und Kulturpolitiker; schrieb Symphonien, Oratorien, Kammermusik und zahlreiche Bearbeitungen bulgarischer Volksmusik.
- Maurice Abravanel Amerikanischer Dirigent, langjähriger Musikdirektor der Utah Symphony, Orchesteraufbauer, Mahler-Interpret und Träger der National Medal of Arts
- Antonio Abreu Gitarrist, Komponist und Gitarrenpädagoge des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts; genannt el Portugués, Autor einer Gitarrenschule für fünf- und sechschörige Gitarre.
- Casimiro de Abreu brasilianischer Dichter, Prosaautor und Dramatiker der zweiten romantischen Generation; vollständig Casimiro José Marques de Abreu, bekannt vor allem durch As Primaveras, Meus oito anos, Carolina, Camila und Camões e o Jau.
- Lorenzo Abruñedo Spanischer Tenor aus Oviedo, vollständig Lorenzo Abruñedo Zueros.
- Jean Absil belgischer Komponist, Organist und Musikpädagoge; verband französisch-belgische Formkultur, Polytonalität, Modalität, kontrapunktische Strenge und moderne Klangsprache in Symphonien, Konzerten, Kammermusik, Klavier- und Chorwerken.
- Absolute Musik musikästhetischer Begriff für autonome, nicht programmatisch gebundene Instrumentalmusik, deren Sinn aus Form, Klang, Satz und innerer musikalischer Bewegung hervorgeht.
- Alfred Abt deutscher Theaterkapellmeister, Dirigent und Komponist; Sohn von Franz Abt, ausgebildet am Leipziger Konservatorium, tätig unter anderem in Rostock, mit den gesicherten Werken Herr, du bist groß op. 1 und Marguerite op. 2.
- Franz Wilhelm Abt Deutscher Komponist, Liederkomponist, Chorleiter, Hofkapellmeister und Dirigent, bekannt durch volkstümliche Lieder, Männerchöre und seine prägende Rolle im bürgerlichen Chorgesang des 19. Jahrhunderts
- Karl Julius Abt Deutscher Opernsänger, Bass, Regisseur, Chordirektor und Musikdirektor, geboren am 9. März 1822 in Kassel und gestorben am 12. April 1900 in Coburg.
- Abū Bakr Ibn Tufail Arabisch-andalusischer Philosoph, Arzt, Astronom, Hofgelehrter und Schriftsteller des 12. Jahrhunderts, wissenschaftlich Ibn Ṭufayl und in älteren europäischen Formen Abubacer, Aben Tofail oder Abu Bekr Ibn Tofail genannt, geboren um 1100 beziehungsweise 1109/10 in Wadi Asch, dem heutigen Guadix bei Granada, und gestorben 1185/86 in Marrakesch.
- Abū-l-ʿAlāʾ Muḥammad ägyptischer Sänger, Komponist, Koranrezitator und Munšid; Meister der vertonten Qaṣīda, früher Schallplattenkünstler und prägender Lehrer Umm Kulthūms.
- Abū-l-Ṣalt al-Andalusī andalusisch-arabischer Gelehrter, Philosoph, Literat, Arzt, Astronom und Musiktheoretiker; Vermittler von Wissen zwischen al-Andalus, Ägypten, Ifrīqiya, Sizilien sowie hebräischer und lateinischer Überlieferung.
- Abū Bakr Ḫairat ägyptischer Architekt, Pianist, Musiker und Komponist; Pionier der ägyptischen symphonischen Kunstmusik, Gründer und erster Dekan des Kairoer Konservatoriums sowie Entwerfer zentraler Kultur- und Bildungsbauten in Kairo.
- Sulaimān ibn Ayyūb ibn Muḥammad Abū Ayyūb al-Madīnī arabischer Gelehrter und Musikschriftsteller aus Medina; bekannt durch verlorene Bücher über Sänger, Sängerinnen, Liedtradition, Melodie und Rhythmus im Hedschas des 8. und 9. Jahrhunderts.
- Abu l-Barakat Shams ar-Ri'asa ibn Kabar koptisch-arabischer Priester, Enzyklopädist, Lexikograph, Liturgieautor, Prediger und Sekretär im mamlukischen Ägypten; auch Ibn Kabar, bekannt für Misbah al-zulmah wa-idah al-khidmah, al-Sullam al-kabir und den Katalog christlicher Schriften in arabischer Sprache.
- Abu l-Farag Abdullah ibn at-Taiyib al-Iraqi ostsyrisch-christlicher Priester, Theologe, Exeget, Arzt, Philosoph, Kanonist, Übersetzer und Gelehrter in Bagdad; meist Ibn al-Tayyib, bekannt für christlich-arabische Bibelkommentare, Aristoteles- und Galen-Rezeption, Fiqh al-nasraniyya und seine Bedeutung für die Kirche des Ostens.
- Abu l-Ghazi Bahadur Khan Khan von Khiva, choresmisch-usbekischer Herrscher, tschagataisch-türkischer Historiker, Genealoge und Autor; bekannt für Shajara-i Tarakima, Shajara-i Turk und seine Bedeutung für die zentralasiatische Geschichtsschreibung.
- Iliya Abu Madi libanesisch-amerikanischer Dichter, Journalist, Herausgeber und Mahjar-Autor; auch Elia Abu Madi oder Īliyā Abū Māḍī, bekannt für Tadhkar al-Madi, al-Jadawil, al-Khama'il, Tibr wa Turab, die Zeitschrift al-Samir und seine Rolle in der New Yorker Pen League.
- Abu Nuwas arabischsprachiger Dichter der frühen Abbasidenzeit; vollständig al-Hasan ibn Hani al-Hakami, bekannt für seinen Diwan, die Khamriyyat, Liebesdichtung, Satire, Jagdgedichte und seine legendäre Rolle in der urbanen Kultur Bagdads.
- Abu Tammam arabischer Dichter, Hofpanegyriker, Anthologist und prägende Gestalt der abbasidischen Badīʿ-Poetik; vollständig Habib ibn Aws al-Ta'i, bekannt für seinen Diwan, die Anthologie Hamasa und seine rhetorisch verdichtete Qasida-Kunst.
- David ben Joseph Abudarham sefardisch-jüdischer Liturgiekommentator, Rabbiner und Gelehrter des 14. Jahrhunderts in Sevilla; auch Abudraham oder Avudraham, bekannt vor allem durch das Sefer Abudarham, eine umfassende Erklärung der jüdischen Gebete, Segenssprüche, Bräuche, Festliturgie und Kalenderordnung.
- Abraham ben Samuel Abulafia jüdischer Mystiker, Kabbalist, Sprachdenker, Wanderlehrer und Autor des 13. Jahrhunderts; Begründer der prophetischen beziehungsweise ekstatischen Kabbala, bekannt für Ḥayye ha-Olam ha-Ba, Or ha-Sekhel, Sefer ha-Ot, Sefer ha-Ḥeshek und Oẓar Eden Ganuz.
- John Abulafia Britischer Theater- und Opernregisseur, Autor, Übersetzer, Gründer von Incubus Theatre und späterer Kommunikationscoach mit Arbeitserfahrung bei Royal Court, National Theatre, English National Opera und Glyndebourne
- Todros Abulafia sefardisch-jüdischer Dichter, Hofpoet, Finanzakteur und Vertreter der hebräischen Dichtung im kastilischen Toledo des 13. Jahrhunderts; vollständig Todros ben Judah ha-Levi Abulafia, bekannt für den Diwan Gan ha-Meshalim ve-ha-Hidot.
- Abutsu-ni japanische Dichterin, buddhistische Nonne, Hofdame und Autorin der Kamakura-Zeit; auch Nun Abutsu oder Ankamon’in no Shijō, bekannt vor allem durch Izayoi nikki, Utatane no ki, Yoru no tsuru und ihre Rolle in der Reizei-Überlieferung.
- Eric Åby Schwedischer Opern- und Operettensänger, Bass beziehungsweise Bassbariton, in Sängerregistern mit 1883 Kumla und 1961 Närke geführt, diskografisch genauer mit 23. Mai 1883 in Kumla und 26. Mai 1961 in Lerum angegeben.
- Ǧūrǧ Abyaḍ Schauspieler, Sänger, Produzent und Regisseur des ägyptischen Musiktheaters; Pionier der arabischen Tragödie, der literarischen Bühnensprache, der Theaterinstitution und des frühen ägyptischen Musikfilms.
- Henry Abyngdon englischer Geistlicher, Sänger, Organist und Chapel-Royal-Musiker des 15. Jahrhunderts; Succentor beziehungsweise Precentor an Wells Cathedral, Master of the Children der Chapel Royal und einer der frühesten bekannten Bachelor of Music in Cambridge.
- Academy of St Martin in the Fields englisches Kammerorchester, von Sir Neville Marriner 1958 formiert und seit der ersten Aufführung 1959 international bekannt; prägend durch transparenten Klang, enorme Diskographie, Vivaldi- und Mozart-Aufnahmen sowie den Amadeus-Soundtrack.
- Accademia Bizantina italienisches Ensemble für Alte Musik, 1983 in Ravenna entstanden und seit 1996 unter Ottavio Dantone international als Spezialensemble für Barockmusik, historisch informierte Aufführungspraxis, Vivaldi, Corelli und Barockoper profiliert.
- Salvatore Accardo italienischer Geiger, Dirigent, Kammermusiker und Pädagoge; Gewinner des Premio Paganini 1958, internationaler Paganini-Interpret, Mitbegründer der Accademia Walter Stauffer, Gründer des Quartetto Accardo und der Orchestra da Camera Italiana.
- Filippo Acciaiuoli Italienischer Librettist, Dichter, Theatermacher, Puppentheater-Erfinder und Bühnenmaschinenkünstler des römischen Barock, bekannt durch Il Girello, L’empio punito und seine Marionettenopern
- Breno Accioly brasilianischer Schriftsteller, Arzt, Journalist, Romancier und Meister der psychologisch dichten Erzählung; vollständig Breno Rocha Accioly, bekannt für João Urso, Cogumelos, Maria Pudim, Dunas und Os Cata-ventos.
- Agostino Accorimboni römischer Komponist des 18. Jahrhunderts, Schüler Rinaldo da Capuas und Autor komischer Bühnenwerke, Farsetten, Intermezzi, des erfolgreichen Il regno delle Amazzoni sowie zahlreicher geistlicher Werke zwischen Oratorium, Motette, Graduale, Offertorium und Kirchenmusik.
- Michele Accursi Italienischer Politiker, Patriot, Publizist und Exilant des Risorgimento, verbunden mit Carboneria, Mazzini, L’Italiano, der Römischen Republik 1849 und dem Pariser Donizetti-Kreis
- Cesare Acelli auch Cesare Accelli; kaum dokumentierter italienischer Madrigalkomponist und Dichter des späten 16. Jahrhunderts, wahrscheinlich aus dem Mantuaner Umfeld, dessen Beiträge in venezianischen Madrigalsammeldrucken greifbar sind.
- Narziß Kaspar Ach Deutscher Psychologe, Mediziner, Philosoph, Experimentalpsychologe und Hochschullehrer, auch Narziss Kaspar Ach oder Narziß Kasper Ach, geboren am 29. Oktober 1871 in Ermershausen in Unterfranken und gestorben am 25. Juli 1946 in München.
- Achad Haam hebräischer Essayist, Herausgeber, Kulturkritiker und Zionismusdenker; bürgerlich Ascher Zwi Hirsch Ginzberg, auch Ahad Ha'am oder Aḥad Haʿam, bekannt als Begründer des Kulturzionismus sowie durch Lo ze ha-Derekh, Emet me-Eretz Yisrael, Ha-Shiloah und Al Parashat Derakhim.
- Léon Achard Französischer Tenor, Sänger am Théâtre-Lyrique, an der Opéra-Comique und der Pariser Opéra, bekannt als erster Wilhelm Meister in Ambroise Thomas’ Mignon und späterer Gesangspädagoge
- Marcel Achard französischer Dramatiker, Komödienautor, Drehbuchautor, Regisseur, Journalist und Mitglied der Académie française; bekannt für Voulez-vous jouer avec moâ ?, Jean de la Lune, Domino, La Belle Marinière, Patate und L'Idiote.
- Pierre-Frédéric Achard Französischer Schauspieler, komischer Darsteller und Sänger des 19. Jahrhunderts, bekannt durch Vaudeville-Rollen am Théâtre du Palais-Royal, chansonnettenartige Einlagen und seine Verbindung von Schauspiel und Gesang
- Chinua Achebe nigerianischer Schriftsteller, Romancier, Erzähler, Essayist, Kritiker, Dichter, Herausgeber und Hochschullehrer; bekannt für Things Fall Apart, No Longer at Ease, Arrow of God, A Man of the People, Anthills of the Savannah und seine zentrale Rolle in der modernen afrikanischen Literatur.
- Thomas Ludwig Bernhard Achelis Deutscher Gymnasialprofessor, Pädagoge, Ethnologe, Philologe, Religionswissenschaftler und populärwissenschaftlicher Schriftsteller, auch Th. Achelis oder Thomas Achelis, geboren am 17. Juni 1850 in Gröpelingen bei Bremen und gestorben am 17. Juni 1909 auf Capri.
- Achilleus Tatios aus Alexandreia griechischsprachiger Romanautor der römischen Kaiserzeit; auch Achilles Tatius, bekannt vor allem durch den antiken Liebes- und Abenteuerroman Leucippe und Kleitophon, seine Ich-Erzählung, rhetorische Kunst, Ekphrasen und Nähe zur Zweiten Sophistik.
- Alessandro Achillini Italienischer Philosoph, Arzt, Anatom, Aristoteliker und Universitätslehrer der Renaissance, in älteren deutschen und lateinischen Formen Alexander Achillini oder Alexander Achillinus genannt, geboren 1463 in Bologna und gestorben am 2. August 1512 ebenda.
- Friedrich Achleitner österreichischer Schriftsteller, Architekt, Architekturkritiker, Architekturhistoriker, Hochschullehrer und Vertreter der Wiener Gruppe; bekannt für Dialektdichtung, konkrete Poesie, quadratroman, Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert und seine prägende Rolle in der österreichischen Baukulturkritik.
- Wanda Achsel Deutsche Opernsängerin, lyrisch-dramatische Sopranistin, Kammersängerin und spätere Gesangspädagogin, bekannt durch ihre Ensemblejahre an der Wiener Staatsoper, ihr breites Rollenfach und ihr Engagement für zeitgenössische Oper
- Bella Achmadulina russische Dichterin, Erzählerin, Essayistin und Übersetzerin; auch Bella Akhmadulina oder Izabella Achatovna Achmadulina, bekannt für Struna, Uroki muzyki, Svecha, Taina, Sad und ihre prägende Rolle in der sowjetisch-russischen Nachkriegsliteratur.
- Anna Achmatowa Russische Schriftstellerin, Dichterin des Akmeismus und zentrale Stimme des 20. Jahrhunderts, bekannt durch Abend, Rosenkranz, Requiem und Poem ohne Held
- Achmet überlieferter beziehungsweise fingierter Autorname eines byzantinischen Traumbuchs; arabisch Ahmad, auch Achmet ibn Sereim, bekannt durch das Oneirocriticon, eine griechische christliche Bearbeitung arabisch-islamischer Traumdeutungstraditionen.
- Emmy Achté Finnische Opernsängerin, Sopranistin beziehungsweise Mezzosopranistin, Gesangspädagogin und Opernlehrerin, geboren als Emmy Charlotta Strömer am 14. November 1850 in Oulu/Uleåborg und gestorben am 2. Dezember 1924 in Helsinki.
- Joseph Achron ursprünglich Yussel Achron; Violinist, Lehrer und Komponist, der aus der russisch-jüdischen Musiktradition hervorging und mit Werken wie der Hebrew Melody op. 33 zu den wichtigen Vertretern moderner jüdischer Kunstmusik zählt.
- Isidor Achron russisch-amerikanischer Pianist, Lehrer und Komponist; jüngerer Bruder von Joseph Achron und besonders als langjähriger Klavierpartner Jascha Heifetz’ bekannt, dessen Laufbahn Petersburger Ausbildung, jüdisch-osteuropäische Musikerbiographie, amerikanisches Konzertleben und historische Schallplattenkultur verbindet.
- Morton Jay Achter Amerikanischer Musikwissenschaftler, Musikpädagoge, Komponist, Dirigent und Musiktheaterpraktiker, bekannt durch seine Dissertation zur französischen opéra lyrique, seine Otterbein-Lehre und seine Opern- und Musicalproduktionen
- Josef Achtélik deutscher Musikkritiker, Musiktheoretiker, Musiklehrer, Dirigent und Komponist; wirkte vor allem in Leipzig und ist kulturgeschichtlich besonders durch die Musik zu Peterchens Mondfahrt sowie durch seine zweibändige Naturklanglehre zur Harmonie bekannt.
- Herbert Achternbusch deutscher Schriftsteller, Filmemacher, Dramatiker, Maler, Schauspieler, Drehbuchautor und Filmproduzent; geboren als Herbert Schild, bekannt für Die Alexanderschlacht, Das Andechser Gefühl, Bierkampf, Servus Bayern, Das letzte Loch und Das Gespenst.
- Mirza Fatali Achundov aserbaidschanischer Dramatiker, Schriftsteller, Philosoph, Aufklärer, Literaturkritiker, Übersetzer, Beamter und Schriftreformer; auch Mirza Fatali Akhundov oder Mirza Fatali Akhundzade, bekannt für seine Komödien, Hacı Qara, Aldanmış kəvakib, die Briefe des Kemal-ud-Dowle und seine Alphabetreform.
- Dieter Acker siebenbürgisch-deutscher Komponist, Musikpädagoge und Hochschullehrer; aus Hermannstadt stammend, später in München wirkend, verbindet sein umfangreiches Werk Orchesterkomposition, Kammermusik, Instrumentalkonzert, Chor- und Liedschaffen mit einer fasslichen, zugleich modernen Tonsprache.
- William Ackerman Englischsprachiger, im Londoner Musiktheaterumfeld der 1890er Jahre nachweisbarer Librettist und Textdichter, verbunden mit Franco Leonis Sardanapalus und Rip van Winkle; auch als William Akerman und in Suchvarianten als William Ackermann geführt
- Otto Ackermann Schweizerischer Dirigent, Opernkapellmeister und musikalischer Leiter in Bern, Wien, Zürich und Köln, besonders bekannt als Interpret von Mozart-Opern, Strauss-Operetten und Lehár-Aufnahmen
- Peter Ackermann deutscher Musikwissenschaftler aus Frankfurt am Main; forschte besonders zu Giovanni Pierluigi da Palestrina, römischer Motette, Musikphilologie, Palestrina-Rezeption und digitalen Werkverzeichnissen und wirkte langjährig als Professor für Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main.
- Renate Ackermann Deutsche Opernregisseurin, Sängerin und Hochschullehrerin, prägend für die szenische Musiktheaterausbildung in Karlsruhe und München sowie bekannt durch ein breites Repertoire von klassischer Oper über Operette und Musical bis zur Neuen Musik
- Sophie Charlotte Ackermann Deutsche Schauspielerin, Sängerin und Prinzipalin des 18. Jahrhunderts, prägende Darstellerin der Schönemannschen und Ackermannschen Truppe, Lady Marwood in Lessings Miss Sara Sampson und zentrale Figur der Hamburger Theatergeschichte
- Aino Ackté Finnische Opernsängerin und Sopranistin, internationale Primadonna der Pariser Oper, der Metropolitan Opera und Covent Gardens, Salome-Interpretin, Uraufführungssängerin von Sibelius’ Luonnotar, Mitgründerin der Finnischen Oper und Initiatorin der Savonlinna-Opernfestspiele
- Peter Ackroyd britischer Schriftsteller, Romancier, Biograph, Kritiker, Kulturhistoriker, Dichter und London-Chronist; bekannt für Hawksmoor, Chatterton, London: The Biography, Albion, Thames und seine Biographien über T. S. Eliot, Charles Dickens, William Blake, Thomas More, Shakespeare, Charlie Chaplin und Alfred Hitchcock.
- José de Acosta spanischer Jesuit, Missionar, Theologe, Prediger, Naturbeobachter und Chronist der Neuen Welt; bekannt für Historia natural y moral de las Indias, De procuranda Indorum salute, De natura novi orbis und seine Bedeutung für Missions-, Natur- und Kulturgeschichte Amerikas.
- Lord Acton Britischer Historiker, katholischer Liberaler und Machtkritiker, dessen Denken um Freiheit, Gewissen und die moralische Verantwortung der Geschichtsschreibung kreist.
- Carlo Acton italienischer Komponist und Pianist aus Neapel, auch als Charles Acton geführt; schrieb vor allem Klavier- und Salonmusik, Mandolinenstücke, geistliche Musik sowie die Farce Una cena in convitto und steht kulturgeschichtlich für die neapolitanische Haus-, Salon- und Gebrauchsmusik des 19. Jahrhunderts.
- Acourt nur unsicher greifbarer Komponist des frühen 15. Jahrhunderts; bekannt vor allem durch das dreistimmige französische Rondeau Je demande ma bienvenue, das in der Oxforder Handschrift GB-Ob Canon.Misc.213 überliefert ist und stilistisch in das Umfeld der Chansonkunst der 1420er Jahre gehört.
- André Acquart Französischer Bühnenbildner, Szenograph, Maler und Kostümbildner, wichtiger Erneuerer des Theaterraums seit den 1950er Jahren, verbunden mit Jean Genet, Roger Blin, Jean-Marie Serreau, Jean Vilar, Roger Planchon und Laurent Terzieff
- Harry Morley Acres Britischer Arrangeur, Dirigent und musikalischer Leiter, auch als Harry Acres geführt, tätig im West-End-Musical, in Musical Comedy, britischem Tonfilm und Ivor-Novello-nahen Orchesteraufnahmen
- ad-Damiri, Muhammad Kamaladdin Mamlukenzeitlicher Gelehrter aus Kairo und Autor des Ḥayāt al-ḥayawān, eines arabischen Tierlexikons, das Naturkunde, Recht, Hadith, Adab, Medizin und Folklore verbindet.
- Ella Adaïewsky deutschbaltisch-russische Komponistin, Pianistin und Musikwissenschaftlerin, geboren als Elisabeth von Schultz; wirkte zwischen St. Petersburg, Venedig, Monrepos und Bonn, schrieb Opern, Lieder, Kammer- und Klaviermusik und gilt mit ihren Studien zu Volksmusik, Wiegenliedern und antiker griechischer Musik als frühe Vertreterin vergleichender Musikforschung.
- Yvonne Adair Amerikanische Sängerin, Tänzerin und Schauspielerin des Broadway, bekannt durch mehrere Originalrollen in Lend an Ear und als ursprüngliche Dorothy Shaw in Gentlemen Prefer Blondes neben Carol Channing
- Adalbert von Ivrea König von Italien aus dem Haus Ivrea, Sohn Berengars II. und Willas von Tuszien, 950 in Pavia zum Mitkönig erhoben, Gegner Ottos I. und Vertreter des letzten eigenständigen ivreischen Anspruchs auf das Regnum Italiae
- Adalbold von Utrecht gelehrter Bischof von Utrecht, Scholasticus im lothringischen Schulraum und Autor der Vita Heinrici II imperatoris; stand mit Gelehrten wie Gerbert von Aurillac, Heriger von Lobbes und Bern von Reichenau in Verbindung und verbindet kulturgeschichtlich Reichskirche, Historiographie, Geometrie, Boethius-Rezeption und mittelalterliche Musiktheorie.
- Marcial del Adalid y Gurrea galicisch-spanischer Komponist und Pianist der Romantik; schrieb vor allem Klaviermusik und Lieder mit Klavierbegleitung, gilt mit den Cantares viejos y nuevos de Galicia als Pionier einer galicischen akademischen Musik und verbindet kulturgeschichtlich Salonmusik, französische Mélodie, galicisches Rexurdimento und europäische Klavierromantik.
- Adam de la Bassée Kanoniker und Priester an der Stiftskirche St. Pierre in Lille, Dichter und Musiker des 13. Jahrhunderts; bekannt durch das Ludus super Anticlaudianum, eine lateinische, musikalisch durchsetzte Bearbeitung von Alain de Lilles Anticlaudianus, die Allegorie, Morallehre, Trouvère-Melodien, Contrafacta, Motette und geistlich-städtische Musikkultur Nordfrankreichs verbindet.
- Adam de la Halle Französischer Trouvère, Dichter und Komponist aus Arras, dessen Werk höfische Liedkunst, polyphone Musik und frühes weltliches Theater verbindet.
- Adam von Bremen Mittelalterlicher Chronist und Autor der Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum, einer zentralen Quelle für Hamburg-Bremen, Nordmission, Skandinavien und den Ostseeraum.
- Adam von Fulda deutscher Komponist, Musiktheoretiker, Humanist und Historiograph um 1500; wirkte nach klösterlich-süddeutscher Prägung am kursächsischen Hof Friedrichs des Weisen, leitete die Torgauer Kantorei, war mit der frühen Universität Wittenberg verbunden und ist besonders durch den Traktat De musica, geistliche Mehrstimmigkeit sowie das Lied Ach hülf mich leid kulturgeschichtlich bedeutsam.
- Adam von St. Victor Pariser Dichter, Komponist, Präzentor von Notre-Dame und Augustiner-Chorherr der Abtei St. Victor; gilt als herausragender Meister der hochmittelalterlichen lateinischen Sequenzdichtung und verbindet liturgische Poesie, Musik, biblische Typologie, Marien- und Kreuzfrömmigkeit sowie die theologische Kultur der Victoriner.
- Adolphe Adam Französischer Komponist, Opern- und Ballettschöpfer, bekannt durch Giselle, Le postillon de Lonjumeau, Si j’étais roi, Le corsaire und das Weihnachtslied Minuit, chrétiens
- Charles Adam Französischer Philosoph, Philosophiehistoriker, Hochschullehrer, Descartes-Herausgeber und Bildungsadministrator, auch Charles-Ernest Adam oder C.-E. Adam, geboren am 14. Dezember 1857 in Charleville-Mézières und gestorben am 27. August 1940 in Riom.
- Franz Adam Deutscher Opernsänger und Bassbariton, in älterer Schreibweise Baß-Bariton, vermutlich 1874 geboren und am 24. August 1907 in Wiesbaden gestorben.
- Frédéric Adam Französisch-elsässischer Dirigent, Komponist, Organist und Operndirektor, prägende Figur der Straßburger Oper von 1933 bis 1972, bekannt für Wagner-Pflege, moderne Opern, französische Erstaufführungen und Werke wie Judith, Le voyage vers l’étoile, Cendrillon und Arabesque
- Günther Adam Bass und Opernsänger, vermutlich 1923 geboren, in Wien zum Sänger ausgebildet, in Sängerlisten und im Großen Sängerlexikon knapp als Bass geführt.
- Jenő Ádám Ungarischer Komponist, Musikpädagoge, Dirigent und Volksliedforscher; wichtiger Mitgestalter der praktischen Kodály-Pädagogik
- Jean-Louis Adam Französischer Pianist, Komponist und Klavierpädagoge; Professor am Pariser Conservatoire und prägende Gestalt der frühen französischen Klavierschule
- Johann Adam Deutscher Bratschist, Hofmusiker und Komponist des 18. Jahrhunderts; tätig an der Dresdner Hofkapelle und als Komponist von Ballett-, Tanz- und Instrumentalmusik
- Johann Andreas Adam Dresdner Hofmusiker, Flötist und Komponist des 18. Jahrhunderts, Sohn des Jagdpfeifers, Bratschisten und Ballettkomponisten Johann Adam; greifbar vor allem durch flötenbezogene Kammermusik wie die Six quatuors und 3 Duets sowie kulturgeschichtlich wichtig für Dresdner Hofkapelle, Kammermusikpraxis, Musikdruck und Werkzuschreibung innerhalb einer Musikerfamilie.
- Marta Adam Deutsche Altistin, Konzert-, Lied- und Oratoriensängerin sowie Gesangslehrerin, geboren am 27. August 1895 in Leipzig, abweichend auch 1891 genannt, Todesdatum unbekannt und nach 1971 bezeugt.
- Noëlle Adam Französische Tänzerin und Schauspielerin; bekannt durch Filmrollen seit den späten 1950er Jahren, eine Broadway-Station in No Strings und ihre Verbindung mit Serge Reggiani
- Paul Adam Französischer Schriftsteller und Publizist der Jahrhundertwende, dessen Werk Naturalismus, Symbolismus, historischen Roman, Kulturkritik und frühe dystopische Zukunftsliteratur verbindet.
- Theo Adam Deutscher Bassbariton, Opernsänger und Opernregisseur; bedeutender Wagner- und Strauss-Interpret, langjährig verbunden mit der Staatsoper Dresden und den Bayreuther Festspielen
- Richard Adama Amerikanischer Tänzer, Choreograf, Ballettmeister und Lehrer; Vermittler der Ballets-Russes-Tradition und prägende Figur des Wiener, Bremer und Hannoveraner Balletts
- Carel Steven Adama van Scheltema Niederländischer Dichter und Essayist, dessen Werk sozialistische Lyrik, Naturdichtung, Volksliednähe und eine Abkehr von der individualistischen Poetik der Tachtigers verbindet.
- Maria Anna Adamberger Österreichische Schauspielerin und Sängerin des späten 18. Jahrhunderts; Burgtheater-Darstellerin, bekannt für muntere und naive Rollen des Lustspiels sowie für ihren Bezug zu Mozarts Schauspieldirektor
- Johann Valentin Adamberger Deutscher Tenor und Mozart-Sänger; erster Belmonte in Die Entführung aus dem Serail und erster Herr Vogelsang in Der Schauspieldirektor
- Vjacaslau Adamcyk Belarussischer Prosaautor, Dramatiker und Drehbuchautor, dessen Werk die westbelarussische Dorfwelt, Grenzerfahrung, Krieg und Erinnerungskultur des 20. Jahrhunderts literarisch verdichtet.
- Jakub Adamczewski Polnischer Bühnenschriftsteller, Redakteur und Übersetzer; verbunden mit dem Warschauer Nationaltheater, Melodramen, Komedioopern und Opernlibretti um 1800
- Serafín Adame Martínez Spanischer Bühnenschriftsteller, Journalist, Theaterkritiker und Librettist; besonders verbunden mit Zarzuela, género lírico, Enrique Jardiel Poncela, Adolfo Torrado und Fernando Díaz Giles
- Michalēs Adamēs griechischer Komponist, Chordirigent, Musikforscher und Musikpädagoge; verband byzantinische Musik, orthodoxe Klangtradition, Chorarbeit und elektroakustische Avantgarde zu einem eigenständigen modernen Idiom und ist besonders durch Chorwerke, Kirchenmusik, elektronische Kompositionen sowie Werke wie Byzantine Passion, Tetelestai, Rodanon und Theoptia kulturgeschichtlich bedeutsam.
- Andrea Adami italienischer Sänger, Theoretiker, Komponist und Musikschriftsteller, genannt il Bolsena oder da Bolsena; wirkte im römischen Umfeld Kardinal Pietro Ottobonis und der Cappella Pontificia und ist besonders durch seine Osservazioni per ben regolare il coro de i cantori della Cappella Pontificia von 1711 als Quelle zur päpstlichen Sängerordnung, Kirchenmusikpraxis und römischen Musikkultur um 1700 bedeutsam.
- Bice Adami Italienische Sopranistin und Gesangspädagogin; auch Bice Adami Corradetti, bekannt durch Opernauftritte in Buenos Aires, Amsterdam und Italien, ihre Beteiligung an Mascagnis Le Maschere und ihre Sängerfamilie mit Ferruccio und Iris Adami Corradetti
- Carl Adami Amerikanischer Tenor und Opernsänger, eigentlich Charles R. Adams; Erster Tenor der Wiener Hofoper, Vermittler deutscher Oper in den Vereinigten Staaten und später Gesangspädagoge
- Emil Adami Schwedischer Opernsänger und Tenor, geboren am 8. Februar 1860 in Östra Nöbbelöv beziehungsweise Nöbbelöv in Schweden und gestorben am 14. August 1938 in Täby bei Stockholm.
- Giuseppe Adami Italienischer Schriftsteller, Dramatiker, Journalist, Theaterkritiker und Librettist; besonders bekannt als Puccini-Mitarbeiter bei La rondine, Il tabarro und Turandot sowie als früher Puccini-Biograf
- Herbert G. Adami Deutscher Bass-Bariton, Opern-, Operetten- und Musicaldarsteller sowie Schauspieler; ausgebildet an der UdK Berlin, mit Engagements in Luzern, Cottbus und Dresden sowie langjähriger Verbindung zur Staatsoperette Dresden
- Iris Adami Corradetti Italienische Sopranistin und Gesangspädagogin; Tochter von Bice Adami und Ferruccio Corradetti, bekannt durch Rollen wie Madama Butterfly und Francesca da Rimini sowie durch ihre prägende Lehrtätigkeit in Venedig und Padua
- Andrea Adami da Bolsena Italienischer Kastrat, Sopranist, päpstlicher Sänger, Kapellmeister, Musikschriftsteller und Historiker, nach moderner Hauptdatierung geboren am 30. November 1663 in Bolsena und gestorben am 22. Juli 1742 in Rom.
- Emil Adamič slowenischer Komponist, Dirigent, Musikpädagoge, Kritiker und Herausgeber; zählt zu den produktivsten slowenischen Musikern des frühen 20. Jahrhunderts und prägte besonders Chormusik, Volksliedbearbeitung, Samospev, Schul- und Jugendmusik sowie Orchesterwerke wie Tatarska suita und Ljubljanski akvareli.
- Laco Adamik Slowakisch-polnischer Theater-, Film-, Fernseh- und Opernregisseur; in älteren Registern auch Lako Adamik, besonders bekannt durch Teatr-Telewizji-Inszenierungen, Opernregie am Teatr Wielki Warschau und seine spätere Hauptregie an der Oper Krakau
- Arthur Adamov Französischsprachiger Dramatiker armenischer Herkunft, dessen Werk vom surrealistisch geprägten Bekenntnis und absurden Theater bis zum politisch-historischen Drama reicht.
- A. Davies Adams Britischer Komponist, Arrangeur und Musiktheaterbearbeiter der 1920er Jahre; nachweisbar durch die Kipling-Vertonung The Love Song of Har Dyal, Celtic Phantasy, Bühnenmusik zu Thomas Hardys The Queen of Cornwall und die Offenbach-Bearbeitung La vie parisienne
- Abigail Adams Amerikanische Schriftstellerin, Briefautorin und First Lady; Ehefrau von John Adams, Mutter von John Quincy Adams und bekannt durch ihre politische Korrespondenz sowie den Appell „Remember the Ladies“
- Abraham Adams englischer Organist des 18. Jahrhunderts, wahrscheinlich in Shoreham bei Sevenoaks in Kent tätig; kulturgeschichtlich vor allem durch The Psalmist’s New Companion bedeutsam, eine Sammlung mit Musiklehre, Psalm Tunes, Funeral Hymn und Anthems für drei- und vierstimmige Country Choirs im Umfeld der englischen West-Gallery-Psalmody.
- Andy Adams Amerikanischer Western-Autor und ehemaliger Cowboy, dessen The Log of a Cowboy die Arbeitswelt der Viehtriebe realistisch gegen romantisierte Wildwestbilder darstellt.
- Charles R. Adams Amerikanischer Opernsänger, Tenor und Gesangslehrer, auch Charles „Carl“ Adams, Carl Adams oder Karl Adams genannt, geboren am 9. Februar 1834 in Charlestown, Massachusetts, und gestorben am 4. Juli 1900 in West Harwich auf Cape Cod.
- Diana Adams Amerikanische Tänzerin, Ballerina und Tanzpädagogin; Principal Dancer des New York City Ballet, wichtige Balanchine-Interpretin und Partnerin Arthur Mitchells im berühmten Agon-Pas-de-deux
- Donald Adams Britischer Bass, Bassbariton, Opernsänger, Schauspieler und Regisseur; principal bass der D’Oyly Carte Opera Company, Mitgründer von Gilbert and Sullivan for All und später profilierter Charakterdarsteller bei English National Opera, Welsh National Opera, Glyndebourne und weiteren Opernhäusern
- Helen Adams Australische Sopranistin, geboren am 29. September 1956 in Geelong, Victoria.
- Henry Adams Amerikanischer Historiker, Autobiograph und Kulturkritiker, dessen Werk den Übergang von republikanischer Tradition zu technischer Moderne, Machtpolitik und historischer Desorientierung deutet.
- John Adams Zweiter Präsident der Vereinigten Staaten, erster Vizepräsident, Jurist, Diplomat, Verfassungstheoretiker und politischer Schriftsteller; zentrale Figur der amerikanischen Revolution, Autor von Thoughts on Government, A Defence of the Constitutions und prägender Mitgestalter der Massachusetts Constitution
- John Coolidge Adams Amerikanischer Komponist, Dirigent und Autor; zentrale Stimme des Postminimalismus und der zeitgenössischen Oper, bekannt durch Shaker Loops, Harmonielehre, Nixon in China, Doctor Atomic, On the Transmigration of Souls und Antony and Cleopatra
- John Luther Adams US-amerikanischer Komponist, Klangkünstler und Autor; verbindet zeitgenössische Musik, ökologische Wahrnehmung, Landschaftserfahrung und räumliche Klangkunst und wurde besonders durch Werke wie Become Ocean, Inuksuit, The Place Where You Go to Listen, Become Desert und Vespers of the Blessed Earth kulturgeschichtlich bedeutsam.
- Lee Adams Amerikanischer Liedtexter, Librettist, Journalist und Musicalautor; langjähriger Partner von Charles Strouse, bekannt durch Bye Bye Birdie, Golden Boy, Applause, den Fernsehsong Those Were the Days aus All in the Family und Standards wie Put On a Happy Face
- Roger Robert Adams Amerikanisch wirkender Broadway-Komponist, Arrangeur und Bühnenmusiker.
- Suzanne Adams Amerikanische lyrische Koloratursopranistin, geboren am 28. November 1872 in Cambridge, Massachusetts, und gestorben am 5. Februar 1953 in London.
- Robert Adamson Schottischer Philosoph, Logiker, Philosophiehistoriker und Universitätslehrer, geboren am 19. Januar 1852 in Edinburgh und gestorben am 5. Februar 1902 in Glasgow.
- Eriks Ādamsons Lettischer Dichter, Novellist und Übersetzer, dessen Smalkās kaites die psychologische Moderne der lettischen Kurzprosa mit Ästhetizismus, Groteske und feiner Komplexdarstellung verbindet.
- Vicente Adán valencianisch-spanischer Theoretiker, Organist und Komponist des 18. Jahrhunderts, auch als Vicent Adam überliefert; stammte aus Algemesí, wirkte im Madrider Kirchenmusikmilieu und ist besonders durch Salterio-Musik, praktische Instrumentallehre sowie die Documentos para instrucción de músicos y aficionados als Vertreter spanischer Musikpädagogik und Liebhaberkultur um 1780 bedeutsam.
- Mariella Adani Italienische Sopranistin, Opern- und Konzertsängerin.
- Murray Adaskin kanadischer Komponist, Dirigent, Geiger und Musikpädagoge; wirkte als Geiger im Toronto Symphony Orchestra, prägte als Leiter des Musikdepartments der University of Saskatchewan und als Composer-in-Residence die Musikentwicklung in Saskatoon und steht mit Orchesterwerken, Kammermusik, Divertimenti, Solostücken und der Kammeroper Grant, Warden of the Plains für eine neoklassisch klare, institutionell wirksame kanadische Moderne.
- Julian „Cannonball“ Adderley US-amerikanischer Jazz-Altsaxophonist, Bandleader und Musikvermittler; verband bebopgeschulte Virtuosität mit bluesnaher Wärme, prägte mit Miles Davis den Modal Jazz auf Kind of Blue mit und machte Hard Bop und Soul Jazz durch Aufnahmen wie Somethin’ Else, This Here, Work Song und Mercy, Mercy, Mercy einem breiten Publikum zugänglich.
- Richard Addinsell Britischer Komponist für Film, Bühne, Rundfunk und Revue.
- Adele Addison US-amerikanische lyrische Sopranistin, Konzert- und Opernsängerin sowie Gesangspädagogin, geboren 1925, bekannt unter anderem als Gesangsstimme der Bess in der Filmfassung von Porgy and Bess.
- John Addison englischer Musiker, Komponist, Kontrabassist, Arrangeur und Gesangslehrer; wirkte im Londoner Theater- und Konzertleben um 1800, schrieb Bühnenmusik, Lieder und Glees, ist besonders mit The Sleeping Beauty, The Woodland Maid, Bearbeitungen älterer Bühnenwerke und der Gesangsschule Singing Practically Treated in a Series of Instructions verbunden.
- Joseph Addison Englisch-britischer Schriftsteller, Essayist, Dramatiker, Publizist und Politiker der Frühaufklärung, 1672–1719, zentrale Gestalt von The Tatler und The Spectator sowie Autor der Tragödie Cato.
- George Ade US-amerikanischer Schriftsteller, Humorist, Journalist, Kolumnist, Librettist und Dramatiker, 1866–1944, besonders bekannt durch Fables in Slang und erfolgreiche Broadway-Komödien wie The College Widow.
- Adelaide Hauptstadt des australischen Bundesstaates South Australia; liegt als Adelaide/Tarntanya auf Kaurna Country, ist durch William Lights planmäßige Stadtanlage mit Park Lands geprägt und gilt mit Adelaide Festival, Adelaide Fringe, WOMADelaide, bedeutenden Museen, Bibliotheken und dem Status als UNESCO City of Music als zentrale Festival-, Musik- und Kulturstadt Australiens.
- Adelard von Bath Englischer Scholastiker, Naturphilosoph, Mathematiker, Übersetzer und Vermittler arabischer Wissenschaft im frühen 12. Jahrhundert, lateinisch Adelardus Bathensis oder Adelardus Bathoniensis und englisch Adelard of Bath, wahrscheinlich um 1075 oder 1080 in Bath geboren und um 1150, 1152 oder 1160 gestorben.
- Adele britische Sängerin und Songschreiberin, bekannt als Adele; prägende Stimme des Soul-Pop und der modernen Popballade, international erfolgreich mit den Alben 19, 21, 25 und 30 sowie Liedern wie Chasing Pavements, Rolling in the Deep, Someone Like You, Skyfall, Hello und Easy On Me, ausgezeichnet unter anderem mit Grammy Awards, BRIT Awards, Oscar, Golden Globe und Emmy.
- Adelheid von Burgund Königin von Italien, ostfränkisch-deutsche Königin, Kaiserin, Regentin und Heilige, um 931/932–999, zentrale Gestalt des ottonischen Kaisertums und der cluniazensisch geprägten Erinnerungskultur.
- Mlle Adéline Sopranistin, Sängerin und Schauspielerin der Pariser Comédie-Italienne, eigentlich Marie-Madeleine Rombocoli-Riggieri beziehungsweise Marie-Madeleine Riggieri-Colombe, auch Adeline Colombe, Mademoiselle Adeline Colombe oder Colombe la Jeune genannt, geboren am 15. Dezember 1760 in Venedig und nach Hauptansetzung am 3. Februar 1841 in Versailles gestorben.
- Arthur Adell schwedischer Theologe, Pfarrer, Liturgiewissenschaftler und Kirchenmusikschriftsteller; prägte mit Knut Peters die Wiedergewinnung der evangelischen Tidegärd, arbeitete zur schwedischen Reformationsliturgie, Gregorianik und Psalmodie, gründete 1926 die Zeitschrift Tidskrift för kyrkomusik och svenskt gudstjänstliv und wurde zu einer wichtigen Gestalt der liturgischen Erneuerung in der Svenska kyrkan.
- Alessandro Felice Ademollo italienischer Musik-, Theater- und Kulturhistoriker; erschloss mit archivalischer Genauigkeit wenig bekannte Seiten der italienischen Gesellschafts-, Opern- und Theatergeschichte des 17. und 18. Jahrhunderts, schrieb unter anderem über den römischen Karneval, das Teatro della Pergola, italienische Musik in Paris, römische Theater und Sängerinnen wie Adriana Basile und Caterina Gabrielli.
- Konrad Adenauer Deutscher Politiker, Jurist, Kölner Oberbürgermeister, CDU-Mitbegründer und erster Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, 1876–1967, prägende Gestalt der Westbindung, europäischen Integration und frühen Bundesrepublik.
- Jules Adenis Französischer Schriftsteller, Journalist, Dramatiker und Librettist, 1823–1900, auch als Jules-Adenis de Colombeau geführt, besonders verbunden mit Vaudeville, Opéra-comique und Libretti für Komponisten wie Bizet, Massenet, Guiraud und Litolff.
- Adenet le Roi Französischsprachiger Dichter, Trouvère und höfischer Menestrel aus Brabant, dessen Werke Chanson de geste, karolingische Genealogie und höfischen Abenteuerroman verbinden.
- Guillaume Ader Französischer Arzt und gascognisch-okzitanischer Dichter, dessen Lou Gentilome gascoun Heinrich IV., regionale Identität, barocke Heldenepik und südwestfranzösische Gelehrtenkultur verbindet.
- Rose Ader Österreichische Sopranistin, Opernsängerin, Konzertsängerin, Kammersängerin und Gesangspädagogin, 1890–1955, auch als Rose Ader-Trigona geführt, besonders verbunden mit der Hamburger Oper, Puccinis Suor Angelica, historischen Aufnahmen und dem Exil in Buenos Aires.
- Bruno Aderhold Deutscher Bariton und Opernsänger, 1915–2005, geprägt durch Bernburg, Dessau, Magdeburg und vor allem die Leipziger Oper, mit breitem Rollenprofil von Mozart und Wagner bis Puccini, Tschaikowski, Prokofjew und besonders Verdi.
- Thomas Adès britischer Komponist, Dirigent und Pianist; zählt zu den international prägenden Stimmen der Gegenwartsmusik und verbindet in Werken wie Powder Her Face, The Tempest, The Exterminating Angel, Dante, Asyla, Tevot, Polaris und Totentanz avancierte Klangsprache, dramatische Formkraft, historische Anspielung und starke szenische Imagination.
- Jean-Marie Adiaffi Ivorischer Schriftsteller, Dichter, Romancier und Begründer des Bossonismus, dessen Werk postkoloniale Identitätskritik, Agni-Kultur, N’zassa-Ästhetik und afrikanische Spiritualität verbindet.
- Erich Adickes Deutscher Philosoph, Kant-Forscher, Erkenntnistheoretiker, Herausgeber und Hochschullehrer, vollständig Erich Friedrich Wilhelm Theodor Ernst Adickes, geboren am 29. Juni 1866 in Lesum bei Bremen und gestorben am 8. Juli 1928 in Tübingen.
- Gopalakrishna Adiga Indischer Kannada-Dichter, Essayist und zentrale Figur der Navya-Moderne, dessen Werk die Kannada-Lyrik nach der Unabhängigkeit mit Skepsis, Entfremdung, Formstrenge und moderner Subjektivität erneuerte.
- Ludovico Adimari italienischer Dichter, Satiriker, Dramatiker und Librettist des späten 17. Jahrhunderts; bewegte sich zwischen Florenz, Mantua, Akademienkultur, Accademia della Crusca und Arcadia, schrieb Sonette, sakral-moralische Dichtung, Prose sacre, postum erfolgreiche Satire sowie Dramen wie Il carceriere di se medesimo, das durch Alessandro Melanis Vertonung auch in die Geschichte des italienischen Musiktheaters einging.
- Ada Adini Amerikanisch geborene, in Frankreich ausgebildete und international wirkende Sopranistin, 1855/1856–1924, auch als Ada Adiny geführt, verbunden mit der Pariser Opéra, Wagner-Partien wie Brünnhilde, französischer Grand opéra, Fonotipia-Aufnahmen und späterer Gesangspädagogik.
- Halide Edib Adıvar Türkische Schriftstellerin, Romancierin, Frauenbildungsaktivistin und Nationalbewegungsakteurin, deren Werk den Übergang vom Osmanischen Reich zur Republik zwischen Frauenfrage, Krieg, Exil und Ost-West-Debatte literarisch deutet.
- Cecil Dale Adkins amerikanischer Musikwissenschaftler, Instrumentenkundler, Organologe und Bibliograph; erforschte Monochord, Tromba marina, positive Orgel und frühe Musik, wirkte an der University of North Texas als Professor und Programmbildner für Early Music, bearbeitete musikwissenschaftliche Dissertationsverzeichnisse und erhielt 1999 den Curt Sachs Award der American Musical Instrument Society.
- Adelina Adler Ungarische Opernsängerin, Koloratursopranistin, Gesangspädagogin und Schriftstellerin, auch Adler Adelina, Aquila-Adler Adelina, Aquila Adler Adelina oder bürgerlich Adler Adél Irenea genannt, nach älterer Sängerlexikon-Tradition geboren am 28. September 1892 in Budapest und gestorben 1941 in Wien, nach neueren Nachweisen jedoch 1888 beziehungsweise 1887 in Budapest geboren und am 29. Februar 1976 in Wien gestorben.
- Felix Adler Deutsch-amerikanischer Ethiker, Pädagoge, Sozialreformer, Religionsreformer und Universitätslehrer, geboren am 13. August 1851 in Alzey und gestorben am 24. April 1933 in New York City.
- Friedrich Adler Deutschsprachiger Prager Schriftsteller, Lyriker, Dramatiker, Jurist, Redakteur und Übersetzer, 1857–1938, wichtig als Kulturvermittler zwischen deutscher, tschechischer und romanischer Literatur sowie als Vertreter der älteren Prager deutschen Literaturszene um 1900.
- Guido Adler Österreichischer Musikwissenschaftler, Hochschullehrer, Herausgeber und Methodiker, 1855–1941, Begründer der modernen historischen und systematischen Musikwissenschaft, Leiter der Denkmäler der Tonkunst in Österreich und prägende Figur der Wiener musikwissenschaftlichen Schule.
- Herbert Adler Deutscher Schauspieler, Theaterregisseur und Opernregisseur, 1935–2023, geprägt durch Bochum und Hildesheim, später leitender Regisseur des Richard-Wagner-Festivals Wels und international tätig unter anderem in Prag, Buenos Aires, Łódź und Muscat.
- Hans G. Adler Deutschsprachiger Prager Schriftsteller, Dichter, Soziologe, Historiker, Exilautor und Holocaust-Überlebender, 1910–1988, geboren als Hans Günther Adler, bekannt durch Theresienstadt 1941–1945, Der verwaltete Mensch, Eine Reise, Panorama und Die unsichtbare Wand.
- Israel Adler israelischer Musikwissenschaftler, Bibliothekar, Archivgründer und Spezialist für jüdische Musikgeschichte; gründete das Jewish Music Research Centre an der Hebräischen Universität Jerusalem, wirkte am Aufbau der National Sound Archives of Israel mit und erschloss mit Arbeiten wie Hebrew Writings Concerning Music, Hebrew Notated Manuscript Sources und The Study of Jewish Music zentrale Quellen, Kataloge und Bibliographien zur jüdischen Musiküberlieferung.
- Max Adler Österreichischer Philosoph, Soziologe, Jurist, Sozialphilosoph, sozialdemokratischer Politiker, Arbeiterbildner und Theoretiker des Austromarxismus, geboren am 15. Jänner 1873 in Wien und gestorben am 28. Juni 1937 ebenda.
- Oskar Adler vogtländischer Holzblasinstrumentenbauer und Gründer der 1885 in Markneukirchen entstandenen Firma Oscar Adler & Co.; prägte den regionalen Holzblasinstrumentenbau durch Klarinetten, Oboen, Fagotte, Flöten, Saxophone und Sonderformen wie das Oktavin und steht besonders für die Verbindung von Handwerk, früher industrieller Fertigung und deutscher Saxophonproduktion.
- Peter Herman Adler Amerikanischer Dirigent tschechischer Herkunft, 1899–1990, auch Peter Hermann Adler, ausgebildet in Prag bei Fidelio Finke, Vítězslav Novák und Alexander von Zemlinsky, später Musikdirektor des NBC Opera Theatre, Pionier der Fernsehoper, Leiter des Baltmore Symphony Orchestra und Direktor des American Opera Center an der Juilliard School.
- Richard Adler Amerikanischer Komponist, Liedtexter, Musicalautor und Broadway-Produzent, 1921–2012, bekannt durch die mit Jerry Ross geschriebenen Musicals The Pajama Game und Damn Yankees, Songs wie Rags to Riches, Hey There, Hernando’s Hideaway, Whatever Lola Wants und You Gotta Have Heart sowie spätere Fernseh-, Konzert- und Kulturproduktionen.
- Siegfried Adler Tenor, Opern- und Operettensänger, nach älterer Sängerlexikon-Tradition geboren am 21. Februar 1873 in Amschelberg beziehungsweise Kosová Hora in Böhmen und mit unbekanntem Todesdatum.
- Stella Adler Amerikanische Schauspielerin, Regisseurin und Schauspiellehrerin, 1901–1992, abweichend auch mit Geburtsjahr 1902 genannt, Tochter von Jacob P. Adler und Sara Adler, Mitglied des Group Theatre, Gründerin des Stella Adler Studio of Acting und prägende Vermittlerin einer imaginationsorientierten Stanislawski-Methode mit Wirkung auf Marlon Brando, Robert De Niro und zahlreiche weitere Schauspielerinnen und Schauspieler.
- Gudmund Jöran Adlerbeth Schwedischer Staatsmann, Schriftsteller, Übersetzer, Reichsantiquar und Akademiker, 1751–1818, auch Gudmund Göran Adlerbeth, zentrale Figur der gustavianischen Kultur, Gründungsmitglied der Schwedischen Akademie, Verfasser von Theater- und Operntexten wie Cora och Alonzo, Übersetzer von Vergil, Horaz und Ovid sowie Autor der postum erschienenen Historiska anteckningar.
- Johann Janotyckh von Adlerstein Österreichischer Schriftsteller, Redakteur, Soldat, Militärbeamter und Musikpädagoge, geboren 1811 in Prag, Todesjahr unbekannt.
- Anton Cajetan Adlgasser In Niederachen bei Inzell geborener und in Salzburg wirkender Kirchenmusiker, Hof- und Domorganist, Cembalist und Komponist der Vorklassik, 1729–1777, Schüler und Schwiegersohn Johann Ernst Eberlins, Kollege Leopold Mozarts und Michael Haydns, beteiligt an Die Schuldigkeit des ersten Gebots, Komponist von La Nitteti, Messen, Litaneien, Requien, Orgelwerken, Sinfonien und Schuldramen.
- Jakob Adlung deutscher Musiktheoretiker, Organist, Musikschriftsteller und Orgelkundler der Bachzeit; wirkte an der Predigerkirche in Erfurt und verfasste mit der Anleitung zu der musikalischen Gelahrtheit, dem Musikalischen Siebengestirn und der postum erschienenen Musica mechanica organoedi grundlegende Schriften zu Musiktheorie, Orgelbau, Registerpraxis, Tasteninstrumenten und musikalischer Ausbildung im 18. Jahrhundert.
- Admetus de Aureliana nur indirekt bezeugter Musiktheoretiker des frühen 14. Jahrhunderts; bekannt aus den Regulae des Robertus de Handlo von 1326 und wichtig als knapper Quellenzeuge für Mensuralnotation, kleine Notenwerte wie minorata und minima sowie regionale Notationspraxis im Übergang von Ars antiqua zu Ars nova.
- Andrea Adolfati venezianischer Komponist, Kapellmeister und Opernautor des 18. Jahrhunderts; Schüler Baldassare Galuppis, wirkte an Santa Maria della Salute in Venedig, am Hof von Modena und an der Santissima Annunziata del Vastato in Genua und steht mit Opern wie Adriano in Siria, Arianna, Didone abbandonata, La clemenza di Tito sowie geistlichen Werken für die Verbindung von Opera seria, höfischer Festmusik und kirchlicher Kapellmeisterpraxis.
- Franz Adolfi Österreichischer Opernsänger, Bass und Komponist von Liedern und anderen Vokalwerken, geboren am 23. März 1850 in Gunskirchen in Oberösterreich und gestorben am 29. Juni 1921 in Coswig in Sachsen.
- Paul Adolph Deutscher Theaterleiter, Verwaltungsjurist, Geheimer Regierungsrat und Generalintendant der Sächsischen Staatstheater in Dresden, 1868–1941, früherer Verwaltungsbeamter der Königlichen Hoftheater, Autor von Vom Hof- zum Staatstheater und historisch belastete Leitungsfigur der Dresdner Theater in der Phase der nationalsozialistischen Gleichschaltung nach 1933.
- Gustav Edvin Adolphson Schwedischer Schauspieler und Regisseur, 1893–1979, meist Edvin Adolphson genannt, Bühnen- und Filmstar mit mehr als fünfhundert Rollen, Regisseur von Säg det i toner, einer frühen Schlüsselproduktion des schwedischen Tonfilms, bekannt durch Filme wie Munkbrogreven, En enda natt, General von Döbeln, Hon dansade en sommar, Körkarlen und Änglar, finns dom? sowie durch späte Fernsehrollen in Hemsöborna und Markurells i Wadköping.
- Adonias Filho Brasilianischer Romancier, Essayist und Literaturkritiker aus Bahia, dessen Werk die Kakaozone Südbahias mit Gewalt, Tod, Erinnerung, mythischer Landschaft und modernistischer Verdichtung verbindet.
- Gabriella Adorni Italienische Opernsängerin, auch Gabriela Adorni, geboren 1878 in Parma und gestorben am 16. Januar 1967 in Bologna.
- Theodor W. Adorno Deutscher Philosoph, Soziologe, Musiktheoretiker, Ästhetiker, Kulturkritiker und Hauptvertreter der Kritischen Theorie, 1903–1969, geboren als Theodor Ludwig Wiesengrund, verbunden mit dem Institut für Sozialforschung, der Frankfurter Schule, Max Horkheimer, Walter Benjamin, Alban Berg und der Zweiten Wiener Schule, Autor von Dialektik der Aufklärung, Minima Moralia, Philosophie der neuen Musik, Negative Dialektik und der postum erschienenen Ästhetischen Theorie.
- Gilbert Adrian Amerikanischer Kostümbildner, Modedesigner und Couturier, 1903–1959, geboren als Adrian Adolph Greenburg beziehungsweise Greenberg, meist nur als Adrian bekannt, von 1928 bis 1941 Chefkostümbildner bei Metro-Goldwyn-Mayer, Gestalter von mehr als 250 Filmen, darunter The Wizard of Oz, Letty Lynton, Grand Hotel, Queen Christina, Marie Antoinette und The Women, prägend für Hollywood-Glamour, Starimage, amerikanische Mode und Adrian Ltd.
- Max Adrian Tenor, Opernsänger und Gesangspädagoge, in der slowenisch-jugoslawischen Überlieferung auch Makso Adrian, Makso Adrian Moric oder Adrian Makso Moric genannt, geboren am 4. November 1888 in Bračna Vas bei Bizeljsko und gestorben am 16. Januar 1969 in Ljubljana.
- Peter Adriaansz niederländischer Komponist zeitgenössischer Musik; studierte in Den Haag und Rotterdam bei Louis Andriessen, Brian Ferneyhough und Peter-Jan Wagemans, unterrichtet Komposition am Royal Conservatoire The Hague und steht mit Werken wie Waves, Scala II, Structures und Environments für eine systematische, forschungsorientierte Klangkunst zwischen Mikrotonalität, Sinustönen, variabler Form und hörbarer Mathematik.
- Emanuel Adriaenssen Antwerpener Lautenvirtuose, Komponist, Musiklehrer und Herausgeber bedeutender Lautentabulaturdrucke der Renaissance; mit Pratum musicum und Novum pratum musicum prägte er die Übertragung von Madrigalen, Chansons, Motetten, Fantasien und Tänzen in französische Lautentabulatur und steht für die Verbindung von Antwerpener Musikdruck, Lautenpädagogik, Intavolierung und bürgerlicher Musizierkultur um 1600.
- Francesco Adriani italienischer Sänger, Kapellmeister und Komponist der Renaissance, dessen gesicherter Werkbestand vor allem aus Madrigaldrucken der Jahre 1568 und 1570 besteht.
- Arnold Adrien Sänger, Gesangslehrer und Komponist, auch Andrien und l’aîné genannt, im Umfeld der französischen Revolutionsmusik, der Pariser Theaterkultur und der Romance um 1800.
- Ferdinand Adrien Sänger, Gesangslehrer und Chordirektor, auch Andrien und le jeune genannt, im Umfeld des Pariser Conservatoire, des Théâtre Feydeau und der französischen Gesangskultur um 1800.
- Martin-Joseph Adrien Französischer Opernsänger, Bassist, Chormeister, Gesangs- und Deklamationslehrer sowie Komponist, 1766/1767–1822.
- Adam Adrio Deutscher Musikwissenschaftler, Herausgeber und Hochschullehrer, besonders wichtig für evangelische Kirchenmusik, geistliches Konzert, Schütz-Rezeption und musikhistorische Editionsarbeit.
- Adso von Toul Benediktinerabt, Hagiograph und Autor von De ortu et tempore Antichristi, dessen Werk mittelalterliche Antichrist-Vorstellungen, Klosterreform und Heiligenvita nachhaltig prägte.
- Adunis Syrisch-libanesischer Dichter, Essayist und Theoretiker der modernen arabischen Lyrik, der als Adonis Prosagedicht, freie Form, Sufismusrezeption, Exilpoetik und radikale Kulturkritik miteinander verbindet.
- Endre Ady Ungarischer Dichter, Journalist und Schlüsselfigur der Moderne, dessen Werk Symbolismus, Paris-Erfahrung, Nyugat, politische Nationalkritik, Liebeslyrik und Gottesgedichte miteinander verbindet.
- Aeolian-Skinner Organ Co. Amerikanische Orgelbaufirma aus der Tradition Ernest Martin Skinners, 1932 durch Zusammenschluss mit der Aeolian Company neu formiert und prägend für symphonische Orgel, American Classic Organ und amerikanische Kirchen- und Konzertsaalorgel.
- Aeolian String Quartet Londoner Streichquartett aus der von George Stratton 1927 gegründeten Quartetttradition, ab 1944 als Aeolian Quartet international bekannt, besonders durch britische Kammermusikpflege und die Haydn-Gesamtaufnahme bei Argo/Decca.
- Äolsharfe Vom Wind gespieltes Saiteninstrument und literarisches Symbol für Naturklang, Inspiration, Resonanz, Passivität und romantische Poetik.
- Hendrik Aertssens Antwerpener Buchdrucker und Buchhändler aus dem Druckergeschlecht Aertssens/Aertsen, wichtig für liturgische Gesangbücher, geistliche Liederbücher und katholische Druckkultur des 17. Jahrhunderts.
- Hendrik Aertssens II Antwerpener Buchdrucker und Buchhändler aus dem Druckergeschlecht Aertssens/Aertsen, Fortführer der Werkstatt De Witte Lelie und wichtiges Verbindungsglied zwischen katholischem Gebrauchsdruck, internationalem Buchhandel und späterer Musikdruckgeschichte.
- Hendrik Aertssens III Antwerpener Buchdrucker, Buchhändler und Musikdrucker, Fortführer der Werkstatt Lucas de Potters, seit 1686 mit Musikdruckmonopol für die flämischen Provinzen und letzte bedeutende Figur des Antwerpener Musikdrucks nach Phalèse.
- Nikolaj Jakovlevič Afanas’ev Russischer Geiger, Komponist und Pädagoge, wichtig für die frühe russische Kammermusik, das Streichquartett Volga, Volksliedbearbeitung und die musikalische Erinnerungskultur des 19. Jahrhunderts.
- Affekt Intensive Gemütsbewegung und zentraler Begriff von Rhetorik, Poetik, Musiktheorie und Lyrikanalyse, wichtig für Pathos, Affektenlehre, Gefühl, Leidenschaft und poetische Wirkung.
- Afghanistan Vielsprachiger Kulturraum zwischen Iran, Zentralasien und Südasien, wichtig für persisch-darische Dichtung, Paschtu-Lyrik, Landay, Herat, Bamiyan, Musik, Sufismus, Handwerk und Exilkultur.
- Afroamerikanische Musik Musik- und Kulturtradition afroamerikanischer Gemeinschaften, grundlegend für Spirituals, Work Songs, Blues, Gospel, Ragtime, Jazz, Soul, Funk, Hip-Hop, R&B, Protestmusik und moderne Populärkultur.
- Arvid August Afzelius Schwedischer Geistlicher, Dichter, Übersetzer und Volksmusiksammler, bedeutend für Svenska folk-visor från forntiden, den Götischen Bund, altnordische Literaturvermittlung und die romantische Kanonisierung schwedischer Volkslieder.
- Mario Agatea Italienischer Augustiner, Sopranist und Komponist des 17. Jahrhunderts, tätig am Este-Hof in Modena, an San Petronio in Bologna, als Maestro di cappella am Dom von Modena und seit 1685 Mitglied der Accademia Filarmonica.
- Victor Kofi Agawu Ghanaischer Musikwissenschaftler und Musiktheoretiker, bedeutend für musikalische Semiotik, Musikanalyse, Ewe-Rhythmus, westafrikanische Musik, postkoloniale Musikforschung und die Kritik an der Repräsentation afrikanischer Musik.
- Agostino Agazzari Italienischer Komponist, Musiktheoretiker und Kapellmeister aus Siena, bedeutend für Del sonare sopra ’l basso, frühe Generalbasspraxis, geistliches Konzert, Sieneser Kathedralmusik, Madrigal, Motette und Eumelio.
- Agende Liturgisches Buch der evangelischen Kirchen mit Ordnungen für Gottesdienst, Kirchenjahr, Gebete, Lesungen, Sakramente, Kasualien, Proprium, Ordinarium und Gemeindegesang.
- Klaus Ager Österreichischer Komponist, Dirigent, Musiktheoretiker und Kulturorganisator, Gründer des œnm und von Aspekte Salzburg, früherer Mozarteum-Rektor und wichtige Figur der österreichischen Neuen Musik, Elektroakustik, Computermusik und europäischen Komponistenpolitik.
- Aksel Agerby Dänischer Organist, Komponist und Musikadministrator, bekannt durch die Melodie zu Jeg er Havren, seine Tätigkeit an der Brønshøj Kirke und seine prägende Arbeit im Det Unge Tonekunstnerselskab für das junge dänische Musikleben der 1930er Jahre.
- Károly Aggházy Ungarischer Komponist, Pianist und Musikpädagoge, Liszt- und Volkmann-Schüler, Kammermusikpartner Jenő Hubays und Vertreter einer ungarisch-romantischen Musik zwischen Klavierstück, Lied, Männerchor, Kammermusik, Oper und nationaler Erinnerungskultur.
- François d’Agincourt Französischer Organist, Cembalist und Komponist des Barock, auch d’Agincour, Dagincour oder Dagincourt, bedeutend für Rouener Kirchenmusik, Chapelle royale, französische Cembalo-Ordres, Charakterstücke und liturgische Orgelmusik.
- Filippo d’Aglié Piemontesischer Dichter, Komponist, Choreograph, Höfling und Festorganisator des Savoyer Hofes, prägend für Balletti di corte, Turiner Barockfeste, höfische Allegorie, Tanz, Musik und die Repräsentationskultur Maria Cristinas von Frankreich.
- Lorenzo Agnelli italienischer Barockkomponist und olivetanischer Mönch, dessen Kirchenmusikdrucke von 1637 und 1638 Psalmen, Messe, Motetten und Litaneien im Umfeld venezianischer Musikverlage dokumentieren.
- Salvatore Agnelli auch Salvatore Agnello; italienischer Komponist aus Palermo, der nach Studien in Neapel Opern, Ballette, geistliche Musik und Kantaten schrieb und ab 1846 vor allem in Marseille wirkte.
- Maria Teresa Agnesi Pinottini Mailänder Komponistin, Cembalistin, Sängerin und Librettistin des 18. Jahrhunderts, deren Werk Opern, Kantaten, Serenaten, Arien, Cembalomusik und höfische Festkompositionen umfasst.
- Roy Ewing Agnew australischer Komponist, Pianist, Lehrer und Rundfunkvermittler der Moderne, besonders bedeutend durch seine atmosphärisch-harmonisch avancierte Klaviermusik und seine ABC-Sendungen zu zeitgenössischer Musik.
- Agnus Dei liturgischer Gesang zur Brotbrechung in der römischen Messe; als „Lamm Gottes“-Anrufung verbindet er christologische Symbolik, Bitte um Erbarmen, Friedensbitte und eine reiche Tradition der Messevertonung.
- Guido Agosti italienischer Pianist, Komponist, Pädagoge, Bearbeiter und Herausgeber, geprägt von der Busoni-Schule und besonders bedeutend durch seine Meisterklassen, seine Klaviereditionen und seine Stravinsky-Transkription von L’Oiseau de feu.
- Agostino Agostini Ferrareser Sänger, Priester und Komponist der Renaissance, dessen schmale Werküberlieferung ein Madrigal und zwei Stücke im Umfeld der Kanon- und Echo-Drucke Lodovico Agostinis umfasst.
- Lodovico Agostini Ferrareser Komponist, Sänger, Priester und Gelehrter der späten Renaissance, besonders bedeutend durch Madrigale, Canzoni alla napolitana, musikalische Enigmen, Kanons, Echo-Kompositionen und Le lagrime del peccatore.
- Paolo Agostini italienischer Organist, Kapellmeister und Komponist der römischen Schule, berühmt für Messen, Motetten, mehrchörige Kirchenmusik, kanonische Satzkunst und sein achtstimmiges Agnus Dei.
- Pietro Simone Agostini italienischer Komponist des 17. Jahrhunderts, auch Piersimone oder Pietro Simone Augustini, tätig in Oper, Oratorium, Kantate, Motette und höfischer Kirchenmusik zwischen Venedig, Rom und Parma.
- Johan Joachim Agrell schwedisch-deutscher Komponist, Geiger, Cembalist und Nürnberger Kapellmeister zwischen Spätbarock, galantem Stil, früher Sinfonie und bürgerlichem Cembalokonzert.
- Agostino Agresta neapolitanischer Komponist und Madrigalist um 1600, nachweisbar zwischen etwa 1598 und 1617, besonders durch einzelne fünfstimmige Madrigale und das 1617 in Neapel gedruckte erste Buch sechsstimmiger Madrigale.
- Georg Ludwig Agricola Thüringer Komponist, Magister und Gothaer Hofkapellmeister des 17. Jahrhunderts, tätig zwischen lutherischer Vokalmusik, geistlichem Madrigal, höfischer Instrumentalmusik und deutschsprachiger Sozietätskultur.
- Johann Friedrich Agricola deutscher Komponist, Musiker, Dirigent, Sänger, Publizist und Musikschriftsteller, Bach-Schüler, Berliner Hofkomponist Friedrichs II. und Verfasser der einflussreichen Anleitung zur Singkunst.
- Johann Paul Agricola auch Paolo Agricola, Komponist, Organist, Musiker und Pfalz-Neuburger Hofkapellmeister des 17. Jahrhunderts, tätig zwischen Jesuitentheater, höfischer Festoper, dynastischer Hochzeitsmusik und geistlicher Motette.
- Johannes Agricola auch Jan Ackerman, unsicher identifizierter franko-flämischer Sänger und möglicher Komponist der frühen Renaissance, verbunden mit Gent, der Lieve Vrouwe Broederschap in ’s-Hertogenbosch und wenigen zugeschriebenen Chanson- beziehungsweise Liedbearbeitungen.
- Martin Agricola Frühprotestantischer Kantor, Musiktheoretiker, Musikpädagoge und Komponist; wichtig für deutschsprachige Musiklehre, Schulmusik, Kirchenlied und Instrumentenkunde der Reformationszeit.
- Rudolf Agricola Niederländisch-friesischer Frühhumanist, Philologe, Rhetoriker, Dialektiker und Pädagoge; wichtig für nordalpinen Humanismus, Studienlehre, humanistische Latinität und die Verbindung von Rhetorik und Dialektik.
- Benedetta Emilia Agricola-Molteni Italienische Sopranistin und Berliner Hofopernsängerin des 18. Jahrhunderts; wichtig für Belcanto, Opera seria, friderizianische Hofkultur und die Geschichte weiblicher Bühnenkarrieren.
- Heinrich Cornelius Agrippa von Nettesheim Renaissancegelehrter, Philosoph, Arzt, Alchemist, Astrologe und Magietheoretiker; wichtig für Humanismus, christliche Kabbala, Hermetik, Naturmagie, Wissenskritik und Faust-Tradition.
- Albrecht Wilhelm Johann Agthe Violinist, Pianist, Musiklehrer, Musikdirektor und Komponist; wichtig für Gewandhauspraxis, Logier-Methode, private Musiklehranstalten und bürgerliche Musikpädagogik des 19. Jahrhunderts.
- Carl Christian Agthe Komponist, Organist, Cembalist und Musikdirektor am anhalt-bernburgischen Hof; wichtig für Singspiel, Hoftheater, Lied, Instrumentalmusik und regionale Musikkultur der Spätaufklärung.
- Dionisio Tomás Ventura Aguado y García Spanischer Gitarrist, Gitarrenpädagoge und Komponist; wichtig für Escuela de guitarra, Nuevo método para guitarra, Nagelanschlag, Tripodison, Etüden, Fandango und die klassisch-romantische Gitarrenkultur.
- Alexandre de Aguiar Portugiesischer Dichter, Sänger, Komponist und Virtuose auf der siebenchörigen Vihuela; wichtig für Hofmusik, Lamentationen, Vihuela-Kultur, Orpheus-Bild und iberische Renaissance.
- Gaspar de Aguilar Spanischer Musiktheoretiker des 16. Jahrhunderts und Autor des Arte de principios de canto llano; wichtig für Cantollano, kirchlichen Gesangsunterricht, iberische Musiktheorie und die Druckkultur elementarer Musiklehrbücher.
- Sebastián Aguilera de Heredia Aragonischer Organist und Komponist; wichtig für spanische Orgelmusik, Tiento, Medio registro, Tientos de falsas, Magnificat, La Seo von Saragossa und die aragonesische Orgelschule.
- Julián Antonio Tomás Aguirre Argentinischer Komponist, Pianist, Musikpädagoge und Musikkritiker; wichtig für argentinischen Nationalstil, Klavierminiatur, Kunstlied, Kinderlied, Aires nacionales argentinos, Huella und Gato.
- Lucrezia Agujari Italienische Sopranistin, auch Aguiari oder Aiugari, genannt La Bastardella oder La Bastardina; wichtig für Koloratursopran, italienische Oper, Parma, Giuseppe Colla, Mozart-Rezeption und die Sängerinnenkultur des 18. Jahrhunderts.
- Giuseppe Agus italienischer Komponist des 18. Jahrhunderts, verbunden mit Londoner Theater- und Ballettmusik, Violin- und Continuosonaten, Notturni, Tanzmusik und italienischen Vokalstücken; nicht zu verwechseln mit Joseph Agus.
- Joseph Agus Geiger und Komponist des 18. Jahrhunderts, verbunden mit Londoner Glees, Catches, Airs, Violinbearbeitungen und der frühen Solfège-Lehre am Pariser Conservatoire; wahrscheinlich Sohn von Giuseppe Agus.
- Luigi Agustoni Schweizer Musikwissenschaftler, Kirchenmusiker, Priester und Gregorianik-Forscher, der die Interpretation des Gregorianischen Chorals, die Gregorianische Semiologie und die kirchenmusikalische Praxis nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil maßgeblich mitprägte.
- Francisco de Aguyles Vihuela- oder Lautenspieler der Spätrenaissance, vermutlich spanischer Herkunft und im neapolitanischen Umfeld überliefert; bekannt ist nur ein Werk über den Cantus planus des Ave maris stella im Barbarino Lute Book.
- Coriún Aharonián Uruguayischer Komponist, Dirigent, Musikwissenschaftler, Pädagoge, Autor und Kulturorganisator, der die lateinamerikanische Neue Musik, die elektroakustische Musik, die Musikpädagogik und die kulturkritische Reflexion über musikalische Identität maßgeblich prägte.
- David Anthony Ahern australischer Komponist der Avantgarde, der mit After Mallarmé, Ned Kelly Music, AZ Music, Teletopa, Radiophonie und experimenteller Improvisation die Sydneyer Musikszene um 1970 nachhaltig herausforderte.
- Johann Rudolf Ahle deutscher Komponist, Organist, Musiktheoretiker, Dichter und evangelischer Kirchenmusiker des 17. Jahrhunderts, der in Mühlhausen wirkte und durch geistliche Vokalmusik, Kirchenliedmelodien und seine Melodie zu Liebster Jesu, wir sind hier nachwirkte.
- Johann Georg Ahle deutscher Komponist, Organist, Musiktheoretiker und Dichter des 17. Jahrhunderts, Sohn Johann Rudolf Ahles, Organist an Divi Blasii in Mühlhausen, unmittelbarer Vorgänger Bachs und 1680 mit der Dichterkrone ausgezeichneter Autor von Kirchenliedern, Musen-Sammlungen und musiktheoretischen Gesprächen.
- Maria Theresia Gräfin Ahlefeldt geborene Prinzessin von Thurn und Taxis, Pianistin und Komponistin der Mozart-Zeit, die in Kopenhagen durch das Opernballett Telemak paa Calypsos Øe hervortrat und als erste bekannte dänische Komponistin gilt.
- Mathieu Ahlersmeyer deutscher Opernsänger, Bariton und Schauspieler, der an Krolloper Berlin, Dresdner Staatsoper, Hamburgischer Staatsoper und Wiener Staatsoper wirkte und besonders als Charakterbariton in Mozart-, Verdi-, Wagner-, Strauss- und moderner Oper hervortrat.
- Isolde Ahlgrimm Österreichische Cembalistin, Hammerflügelspielerin und Pädagogin; wichtige Wegbereiterin der historischen Aufführungspraxis und der modernen Bach-Interpretation auf historischen Tasteninstrumenten.
- Jacob Niclas Ahlström Schwedischer Komponist, Organist, Dirigent und Theaterkapellmeister, wichtig für Theatermusik, Liedkultur, Männerchorpraxis und Volksliedbearbeitung im 19. Jahrhundert.
- Olof Åhlström Schwedischer Komponist, Organist, Musikverleger und Herausgeber, prägend für Musikdruck, Liedkultur, Bellman-Edition, Kirchenmusik und bürgerliche Musikkultur um 1800.
- Kalevi Ensio Aho Finnischer Komponist der Gegenwart, bekannt für groß angelegte Sinfonien, Opern, Instrumentalkonzerte, Kammermusik und eine kulturkritisch verstandene, kommunikative Moderne.
- Ahobala Indischer Musiktheoretiker des 17. Jahrhunderts und Verfasser des Saṅgītapārijāta, eines wichtigen Sanskrit-Traktats zu Rāga, Mela, Svara, Śruti, Vīṇā und Tāla.
- Jürgen Ahrend Deutscher Orgelbauer, Restaurator und Intonateur, dessen Werkstatt in Leer-Loga Maßstäbe für historischen Orgelbau, Orgelrestaurierung, Klangdenkmalpflege und die Orgellandschaft Ostfrieslands setzte.
- Christian Ahrens Deutscher Musikwissenschaftler, Organologe und Hochschullehrer, bekannt für Forschungen zu Instrumentenkunde, Musikethnologie, Orgel, Harmonium, Blechblasinstrumenten, Hofkapellen und Musikerinnen in Berufsorchestern.
- Joseph Johannes Clemens Ahrens Deutscher Organist, Kirchenkomponist und Hochschullehrer, prägend für eine erneuerte katholische Kirchenmusik zwischen Gregorianik, Orgelbewegung, liturgischer Form und Dodekaphonie.
- Sieglinde Maria Ahrens Deutsche Organistin, Komponistin und Hochschullehrerin, geprägt durch Joseph Ahrens, Boris Blacher, Darius Milhaud und Olivier Messiaen, wichtig für moderne Orgelinterpretation, Folkwang-Kirchenmusik und die Rezeption von Joseph Ahrens und Petr Eben.
- Joseph Aibl Münchner Musikverleger, Musikalienhändler und Lithograph, Gründer des Verlags Jos. Aibl und wichtig für Musikdruck, Musikalienhandel, Instrumentenhandel und bürgerliche Musikverbreitung im 19. Jahrhundert.
- Johann Caspar Aiblinger Bayerischer Komponist, Hofkapellmeister und Kirchenmusiker, wichtig für katholische Kirchenmusik, Münchner Hofmusik, Marienlieder und die kirchenmusikalische Restaurationsbewegung des 19. Jahrhunderts.
- Arnt von Aich Aus Aachen stammender Kölner Buchdrucker, Besitzer der Lupuspresse bei St. Lupus und Drucker des nach ihm benannten Liederbuchs, einer frühen Sammlung weltlicher deutscher Mehrstimmigkeit.
- Josef Aigner Tiroler Orgelbauer und Organist aus Gasteig bei Sterzing, bedeutend für mechanische Kirchenorgeln, Schwazer Werkstattpraxis, Südtiroler und Nordtiroler Orgellandschaft sowie Orgeldenkmalpflege des 19. Jahrhunderts.
- Illuminato Aiguino Italienischer Franziskaner und Musiktheoretiker der Renaissance, wichtig für Moduslehre, canto fermo, canto figurato, venezianischen Musikdruck und die Verteidigung der traditionellen Achttonartenlehre im 16. Jahrhundert.
- Alvin Ailey US-amerikanischer Tänzer, Choreograph, Tanzpädagoge und Gründer des Alvin Ailey American Dance Theater; sein Hauptwerk Revelations verbindet Modern Dance, Spiritual, Gospel, Blues und afroamerikanisches kulturelles Gedächtnis.
- Pierre-Laurent Aimard Französischer Pianist, bedeutender Interpret der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts sowie profilierter Vermittler von Messiaen, Ligeti, Boulez, Kurtág, Bach, Beethoven, Debussy, Ravel und Bartók.
- Aimeric de Peguilhan Okzitanischer Troubadour des späten 12. und frühen 13. Jahrhunderts, dessen höfische Lieder die Trobadorkultur zwischen Toulouse, Spanien und Oberitalien verbreiteten.
- Pamphile Léopold François Aimon Französischer Komponist, Cellist, Dirigent und Musikpädagoge, dessen Werk Theatermusik, Kammermusik, Orchesterwerke, geistliche Vokalmusik und elementare Musiklehre verbindet.
- Air Musikgeschichtlicher Begriff für eine singbare Melodie oder ein Vokalstück, besonders im 17. Jahrhundert für Air de cour, Ayre, Aria, höfisches Lied, Theaterlied und liedhaften Instrumentalsatz.
- James Aird d. J. Glasgower Verleger, Musikalienhändler und Kupferstichdrucker, dessen Selection of Scotch, English, Irish and Foreign Airs ein zentrales Druckzeugnis für schottische, englische, irische, militärische und transatlantische Melodien des späten 18. Jahrhunderts ist.
- Aix-en-Provence Historische Hauptstadt der Provence, bedeutendes Kulturzentrum Südfrankreichs mit römischen Ursprüngen, reicher Kunsttradition, Universitätsgeschichte und internationalem Musikleben.
- Akademie Begriff für musikalische und künstlerische Institutionen, der in der Musikgeschichte unter anderem Konzert, Musikgesellschaft, Operninstitution, Chorvereinigung, Konservatorium, Hochschule und Kunstkörperschaft bezeichnen kann.
- Akademie für Alte Musik Berlin Deutsches Instrumentalensemble für Alte Musik, das seit seiner Gründung 1982 in Berlin zu den international prägenden Formationen der historisch informierten Aufführungspraxis gehört.
- Carl Erik Emanuel Åkerberg Schwedischer Komponist, Organist, Chorleiter und Musikpädagoge der Spätromantik, dessen Werk Kammermusik, Orchesterstücke, Chorwerke, Lieder, Kantaten und synagogale Liturgiemusik umfasst.
- Hans Uno Jonas Åkerlund Schwedischer Regisseur von Musikvideos, Konzertfilmen, Musikdokumentationen, Spiel- und Kurzfilmen, Serien und Werbespots, dessen visuell aggressive Pop- und Rockästhetik das moderne Musikvideo wesentlich geprägt hat.
- Fedir Stepanovyč Akimenko Ukrainischer Komponist, Pianist, Musikpädagoge und Musikologe, dessen Werk russisch-petersburgische Ausbildung, französisch-symbolistische Klangpoesie und spätere ukrainische Selbstbesinnung verbindet.
- Toshiko Akiyoshi Japanische Jazz-Pianistin, Komponistin, Arrangeurin und Bandleaderin, die den modernen Big-Band-Jazz durch eigene Kompositionen, japanische Klang- und Erinnerungselemente sowie eine außergewöhnliche internationale Orchesterarbeit geprägt hat.
- Necil Kâzım Akses Türkischer Komponist, Pädagoge und Vertreter der Türkischen Fünf, der westliche Kompositionstechnik, türkische Musiktraditionen und republikanische Kulturpolitik in Opern, Sinfonien, Konzerten, Kammermusik und Vokalwerken verband.
- Yasushi Akutagawa Japanischer Komponist und Dirigent der Nachkriegszeit, dessen Werk Orchesterstücke, Oper, Filmmusik, Rundfunk- und Fernsehmusik, Chorwerke und Kinderlieder umfasst und der durch Ostinato-Technik, sowjetische Einflüsse und öffentliche Musikvermittlung hervortrat.
- Akkompagnement musikalische Begleitung einer Singstimme, Solostimme, Melodie, Szene oder Bewegung; sie stützt harmonisch und rhythmisch, kann aber auch als Generalbass, Klavierbegleitung, obligater Begleitpart, orchestrale Deutung oder improvisierte Begleitpraxis eigenständige musikalische Bedeutung gewinnen.
- Akustik Wissenschaft vom Schall, seiner Erzeugung, Ausbreitung, Wahrnehmung und kulturellen Wirkung; der Begriff geht auf das griechische Wortfeld des Hörens zurück, wurde 1693 bei Samuel Reyher greifbar und um 1700 durch Joseph Sauveur als Bezeichnung einer Schallwissenschaft bekannt.
- Akzidentien Versetzungszeichen der Musiknotation wie Kreuz, Be, Auflösungszeichen, Doppelkreuz und Doppelbe; sie erhöhen, erniedrigen oder neutralisieren diatonische Stammtöne und machen Chromatik, Alteration, Enharmonik und Tonartabweichungen im Notentext sichtbar.
- Albrecht von Brandenburg Kirchenfürst, Kurfürst von Mainz und Kardinal, dessen Ämterpolitik, Ablasskampagne und Kunstmäzenatentum ihn zu einer Schlüsselfigur der frühen Reformationszeit machten.
- Evgenij Karlovič Albrecht Deutsch-russischer Geiger, Musikpädagoge, Musikschriftsteller und Organisator, der in Sankt Petersburg die Kammermusikpflege, das Schul- und Militärmusikwesen, die Philharmonische Gesellschaft, die kaiserliche Theatermusikverwaltung und die Musikbibliothek prägte.
- Karl Francevič Albrecht Deutsch-russischer Dirigent, Komponist, Geiger und Musikpädagoge, der seit 1838 in Sankt Petersburg wirkte, die russische Oper dirigierte und 1842 die Uraufführung von Glinkas Ruslan und Ljudmila leitete.
- Konstantin Karlovič Albrecht Deutsch-russischer Cellist, Komponist, Chordirigent, Musiktheoretiker und Pädagoge, der am Moskauer Konservatorium als Inspektor, Lehrer und amtierender Direktor wirkte, die Moskauer Chorgesellschaft mitbegründete und als Freund Tschaikowskis sowie Widmungsträger der Serenade für Streichorchester in die russische Musikgeschichte einging.
- Ljudvig Karlovič Albrecht Deutsch-russischer Cellist, Komponist, Pädagoge und Musikorganisator aus der Albrecht-Familie, der bei Karl Davydov am Sankt Petersburger Konservatorium studierte, als erster Cellist der Italienischen Oper, als Lehrer in Kiew, Moskau und Saratow sowie als Verfasser einer Schule für Violoncello hervortrat.
- Arnol’d Aleksandrovič Al’švang Sowjetischer Musikwissenschaftler, Pädagoge, Pianist und Komponist, der mit Studien zu Debussy, Skrjabin, Beethoven, Haydn und Čajkovskij sowie mit Aufsätzen zur musikalischen Analyse, zur westlichen Moderne und zur sowjetischen Musikästhetik hervortrat.
- ʿAlī al-Darwīš Syrischer Mawlawī-Scheich, Nay-Spieler, Musiktheoretiker, Transkribent und Lehrer aus Aleppo, der Maqām, Īqāʿ, Muwaschschah, Wasla und Sufi-Gesang bewahrte und als Mitarbeiter Rodolphe d’Erlangers sowie als Hintergrundfigur des Kairoer Kongresses für arabische Musik 1932 zentrale Bedeutung für die moderne Dokumentation arabischer Musik gewann.
- Abū Naṣr Muḥammad al-Fārābī Polygelehrter Philosoph, Logiker, Naturwissenschaftler und Musiktheoretiker des 10. Jahrhunderts, der als „zweiter Lehrer“ nach Aristoteles galt und mit dem Kitāb al-mūsīqā al-kabīr eines der wichtigsten Musiktraktate der mittelalterlichen arabisch-islamischen Wissenschaftskultur verfasste.
- Abū-l-Ḥāmid Muḥammad al-Ġazālī Persischer Theologe, šāfiʿitischer Jurist, ašʿaritischer Denker, Mystiker und Reformautor, der mit dem Iḥyāʾ ʿulūm al-dīn Recht, Ethik, Sufismus und innere religiöse Erneuerung verband und mit der Tahāfut al-falāsifa eine der folgenreichsten Kritiken mittelalterlicher Philosophie verfasste.
- Darwīš al-Ḥarīrī Ägyptischer Sänger, Komponist, Munšid, Musiklehrer und Muwaschschah-Meister, genannt Ustāḏ al-Asātīḏ, dessen Aufnahmen beim Kairoer Kongress für arabische Musik 1932 eine zentrale Quelle für die Rekonstruktion älterer arabischer Muwaschschah- und Dawr-Praxis bilden.
- Muḥammad ibn al-Ḥusain al-Ḥāʾik Marokkanischer Kompilator, Dichter, Musiker und Traditionsordner aus Tiṭṭuwān, der mit dem Kunnāš al-Ḥāʾik den andalusischen Liedschatz Marokkos nach Texten, Nūba-Zusammenhängen, melodischen Modi und rhythmischen Ordnungen bewahrte und für die spätere al-Āla-Praxis kanonisierte.
- Muḥammad Kāmil Sulaimān al-Ḫulaʿī Ägyptischer Musiker, Komponist, Sänger, Oud-Spieler, Musikschriftsteller und Theaterkomponist, genannt ʿAṣfūr aš-Šawāriʿ, der mit Kitāb al-mūsīqā al-šarqī, zahlreichen Bühnenwerken und seiner Sammlung von Muwaschschahāt zwischen klassischer arabischer Musik, Kairoer Theater und moderner Musiktheorie vermittelte.
- Abū ʿAbdallāh Muḥammad ibn Aḥmad al-Ḫwārizmī Aus Ḫwārizm stammender samanidischer Sekretär und Enzyklopädist des 10. Jahrhunderts, der mit den Mafātīḥ al-ʿulūm eine frühe arabisch-islamische Wissenschaftsenzyklopädie schuf, deren Musikabschnitt eine wichtige Quelle der mittelalterlichen arabischen Musikterminologie bildet.
- Abū-l-Faraǧ ʿAlī ibn al-Ḥusain al-Iṣfahānī Arabischer Musikhistoriker, Literat, Genealoge und Tradent des 10. Jahrhunderts, dessen Kitāb al-Aġānī als monumentales „Buch der Lieder“ eine der wichtigsten Quellen zur arabischen Musik-, Dichtungs-, Sängerinnen-, Hof- und Kulturgeschichte bildet.
- Abū Jūsuf Jaʿqūb ibn Isḥāq al-Kindī Arabischer Philosoph, Naturwissenschaftler, Mathematiker, Mediziner und Musiktheoretiker der ʿabbāsidischen Übersetzungszeit, bekannt als Faylasūf al-ʿArab, der griechische Philosophie in arabischer Sprache vermittelte und Musik als Wissenschaft von Zahl, Proportion, ʿŪd-Tonordnung, Körperwirkung und kosmischer Harmonie deutete.
- Muḥammad ibn ʿAbdulḥamīd al-Lāḏiqī Osmanischer Musiktheoretiker des 15. Jahrhunderts, türkisch Laḏiqli Mehmed Çelebi, der mit Zeynü’l-elḥân und er-Risâletü’l-fetḥiyye die spätmittelalterliche Edvâr-Tradition zwischen Safiyyüddīn al-Urmawī, ʿAbd al-Qādir al-Marāġī und früher osmanischer Makam- und Usûl-Praxis weiterführte.
- Abū Isḥāq Ibrāhīm ibn Māhān al-Mawṣilī ʿAbbāsidischer Hofmusiker, Sänger, Komponist und Nadīm des 8. und frühen 9. Jahrhunderts, der aus persischer Familie stammte, am Hof al-Mahdīs, al-Hādīs und Hārūn ar-Rašīds wirkte und als Vater Isḥāq al-Mawṣilīs die frühe irakisch-bagdadische Musikschule nachhaltig prägte.
- Isḥāq ibn Ibrāhīm al-Mawṣilī ʿAbbāsidischer Hofmusiker, Sänger, Komponist, Dichter, Musiktheoretiker und gelehrter Nadīm des 9. Jahrhunderts, der als Sohn Ibrāhīm al-Mawṣilīs die konservative Bagdader Musikschule prägte, mit dem frühen aṣābiʿ-System verbunden wird und durch Kitāb al-Aġānī, Fihrist und spätere Musiküberlieferung zu einer Schlüsselfigur der arabischen Musikgeschichte wurde.
- Aḥmad Abū Khalīl al-Qabbānī Syrischer Musiker, Schauspieler, Dichter, Theaterleiter und Pionier des arabischen Musiktheaters, der in Damaskus und Ägypten Schauspiel, Gesang, Muwaššaḥāt, historische Stoffe, Tanz und Bühnenorganisation zu einer frühen modernen Theaterform der Nahḍa verband.
- Ibrāhīm Muḥammad Ḥasan al-Wakīl al-Qabbānī Sänger, Oudspieler, Instrumentalist und Komponist ägyptisch-arabischer Adwār und Muwaššaḥāt, der im Umfeld von Muḥammad ʿUṯmān, ʿAbduh al-Ḥāmūlī und Dāwūd Ḥusnī wirkte, seltenere Maqāmāt und differenzierte īqāʿāt in die Dawr-Komposition einbrachte und durch historische Aufnahmen sowie spätere Sängerüberlieferung Teil des musikalischen Gedächtnisses der arabischen Nahḍa blieb.
- Muḥammad ʿAlī al-Qaṣabǧī ägyptischer Lautenist, Komponist und Modernisierer der arabischen Kunstmusik; prägte mit seinen Liedern für Umm Kulthūm, Asmahān und Laylā Murād die Verbindung von Maqām-Tradition, romantischer Lieddramaturgie, Theater, Grammophon, Radio und Tonfilm.
- Aḥmad ibn Faḍl al-Qumandān jemenitischer Prinz, Dichter, Musiker und Historiker aus Laḥaǧ; prägte den modernen Lahǧī-Gesang, verband regionale Lieddichtung mit Musikpflege, Agrarkultur und südjemenitischer Geschichtsschreibung und gilt als Schlüsselfigur der Kulturgeschichte zwischen Laḥaǧ und Aden.
- Āmal al-ʾAṭraš unter dem Künstlernamen Asmahān berühmt gewordene Sängerin und Schauspielerin syrisch-libanesisch-drusischer Herkunft; eine der eindrucksvollsten Stimmen der arabischen Musik- und Filmkultur der 1930er und 1940er Jahre, verbunden mit Kairo, Farīd al-ʾAṭraš, Muḥammad al-Qaṣabǧī, dem ägyptischen Tonfilm und der politischen Legendenbildung des Zweiten Weltkriegs.
- Farīd al-ʾAṭraš syrisch-ägyptischer Sänger, Komponist, ʿūd-Virtuose, Schauspieler und Filmproduzent aus der drusischen al-ʾAṭraš-Familie; als „König der ʿūd“ und romantischer Star des ägyptischen Musikfilms prägte er das arabische Lied, den Tonfilm und die Populärkultur des 20. Jahrhunderts.
- Muḥammad ibn Ḥusain al-ʿAṭṭār Damaszener Mathematiker, Astronom, technischer Autor und Musiktheoretiker; als Lehrer Mīḫāʾīl Mušāqas steht er an einer wichtigen Schwelle der modernen arabischen Musiktheorie, besonders der Diskussion um Oktavteilung, Maqām-Systematik und die Verbindung von Zahl, Maß und Klang.
- Giovanni Battista Ala lombardischer Organist und Komponist des frühen 17. Jahrhunderts; Vertreter des monodisch-konzertierenden Frühbarockstils, dessen geistliche Concerti, Motetten, Madrigale, Canzonetten und Arien den Übergang von Renaissancepolyphonie zu Generalbass- und Kleingruppenpraxis in Mailand und Umgebung dokumentieren.
- Martti Erik (Erkki) Ala-Könni finnischer Musikwissenschaftler, Ethnomusikologe, Volksmusikforscher, Sammler und Professor; prägte durch Dissertation, Feldaufnahmen, Noten- und Liedsammlungen, Instrumentensammlung, Archivarbeit in Tampere sowie seine Rolle im Umfeld von Kaustinen die Erforschung und Wiederbelebung der finnischen Volksmusik.
- Mikalaj Il’ič Aladaŭ sowjetisch-belarussischer Komponist und Pädagoge, russisch Nikolaj Il’ič Aladov; Mitbegründer der professionellen belarussischen Musik, Organisator des Musikbildungswesens in Minsk, Rektor des Belarussischen Konservatoriums und Schöpfer von Opern, zehn Sinfonien, Kantaten, Kammermusik, Chorwerken, Romanzen und Werken für belarussische Volksinstrumente.
- Roberto Alagna französisch-sizilianischer Tenor, geboren 1963 in Clichy-sous-Bois bei Paris; internationaler Opernsänger mit Schwerpunkt auf französischem und italienischem Repertoire, bekannt für Rollen wie Rodolfo, Roméo, Faust, Don José, Werther, Alfredo, Don Carlo, Cavaradossi, Calaf, Radamès, Manrico und Andrea Chénier sowie für umfangreiche Opernaufnahmen, Crossover-Projekte und eine starke szenische Starpräsenz.
- Albert Paul Alain französischer Organist, Komponist, Kirchenmusiker und Orgelfachmann aus Saint-Germain-en-Laye; Vater von Jehan, Olivier und Marie-Claire Alain, Schöpfer eines umfangreichen geistlichen Œuvres mit 469 Opusnummern und Erbauer der berühmten viermanualigen Hausorgel der Familie Alain.
- Jehan Ariste Paul Alain französischer Organist und Komponist aus Saint-Germain-en-Laye; Schüler von Paul Dukas, Jean Roger-Ducasse und Marcel Dupré, Bruder von Marie-Claire Alain und Schöpfer eines kurzen, hochkonzentrierten Œuvres mit Werken wie Litanies, Trois Danses, Suite pour orgue, Le Jardin suspendu, Choral dorien, Choral phrygien, Messe modale en septuor und Prière pour nous autres charnels, dessen Musik französische Orgeltradition, Gregorianik, Rhythmus, Exotik, Spiritualität und Moderne verbindet.
- Olivier Georges Alain französischer Komponist, Pianist, Organist, Musikwissenschaftler, Pädagoge und Musikkritiker aus Saint-Germain-en-Laye; Bruder von Jehan Alain und Marie-Claire Alain, Leiter wichtiger französischer Musikbildungsinstitutionen, Gründer des Conservatoire National de Région de Paris, Bachforscher und Schöpfer eines umfangreichen, noch wenig erschlossenen Œuvres mit 169 Opusnummern.
- Marie-Claire Alain französische Organistin, Pädagogin und Aufnahmeinterpretin aus Saint-Germain-en-Laye; Schwester von Jehan und Olivier Alain, zentrale Bach-Interpretin mit drei vollständigen Einspielungen des Orgelwerks, bedeutende Vermittlerin französischer Orgelmusik und prägende Lehrerin der internationalen Orgelwelt des 20. Jahrhunderts.
- Alaire auch Allaire oder Alere; quellenarm überlieferter Komponist des 16. Jahrhunderts, fl. 1534–1549, dessen Name vor allem durch französische Chansons, eine vierstimmige Messe und Sammelquellen der Renaissancepolyphonie greifbar ist; die ältere Angabe einer Sängertätigkeit an Notre-Dame de Paris beruht auf Fétis und ist nicht unabhängig belegt.
- Domenico Alaleona italienischer Musikwissenschaftler, Dirigent, Komponist, Musiktheoretiker und Kritiker aus Montegiorgio; bedeutend durch seine Studien zur Geschichte des italienischen Oratoriums, seine Chor- und Madrigalbewegung, seine Schriften zur modernen Harmonik und Oktavteilung sowie durch die Oper Mirra, vokale Kammermusik, Orchesterwerke, geistliche Chormusik und die Wiederbelebung älterer italienischer Musik.
- Petrus Alamire auch Peter Imhoff, Peter Imhove oder Pieter van den Hove; um 1470 vermutlich in Nürnberg geboren und 1536 vermutlich in Mecheln gestorben; bedeutender Musikschreiber, Kopist, Werkstattleiter, Händler, Diplomat und Spion der Renaissance, dessen burgundisch-habsburgische Werkstatt prachtvolle Chorbücher und Stimmbücher mit franko-flämischer Polyphonie für Höfe, Fürsten und Sammler Europas herstellte.
- Johannes Alanus auch John Aleyn, J. Alanus oder Jo. Alani; englischer Komponist des späten 14. oder frühen 15. Jahrhunderts, möglicherweise identisch mit dem 1373 gestorbenen königlichen Kapellan John Aleyn, besonders bekannt durch die hochkomplexe Musiker-Motette Sub Arturo plebs / Fons citharizantium / In omnem terram, deren Datierung, Quellenlage und Autorschaft zu den wichtigen Problemen der englischen Ars-nova- und Ars-subtilior-Forschung gehören.
- Alanus ab Insulis auch Alan von Lille oder Alain de Lille; lateinischer Theologe, Philosoph, Dichter, Predigttheoretiker und Doctor universalis des 12. Jahrhunderts, geboren wohl um 1116/1117 in Lille und gestorben 1202/1203 in Cîteaux; bedeutend durch De planctu Naturae, Anticlaudianus, Regulae theologicae, Ars praedicandi, Liber poenitentialis und seine Verbindung von Naturallegorie, Scholastik, lateinischer Dichtung, Predigtlehre und theologischer Systematik.
- Delphin Alard vollständig Jean-Delphin Alard; französischer Geiger, Komponist und Violinpädagoge, geboren 1815 in Bayonne und gestorben 1888 in Paris; Professor am Conservatoire de Paris von 1843 bis 1875, Nachfolger Pierre Baillots, Lehrer Pablo de Sarasates, Autor der École du violon, Komponist zahlreicher Violinkonzerte, Etüden, Duos und Opernfantasien sowie wichtiger Herausgeber klassischer Violinliteratur; durch seine Ehe mit Jeanne-Émilie Vuillaume eng mit Jean-Baptiste Vuillaume und der Pariser Geigenbaukultur verbunden.
- Lampert Alard auch Lamberd Alard, Lambert Alard oder Lampertus Alardus; evangelisch-lutherischer Theologe, Pfarrer, Philologe, Dichter, Chronist und musikhistorischer Autor, geboren 1602 in Krempe und gestorben 1672 in Meldorf; wirkte als Diakon in Krempe, Pastor in Brunsbüttel sowie Senior und Konsistorialassessor in Meldorf und ist besonders durch De Veterum Musica, Nordalbingia, Graecia in nuce, Asylum Christianorum, Hiobitische Trübsaell und seine frühneuzeitliche Predigt- und Gelehrtenproduktion bedeutsam.
- Simon Alard auch Simon Alart; aus Péronne stammender Sänger des frühen 16. Jahrhunderts, 1515 in der Kapelle des französischen Königs bezeugt und später wohl Kanoniker und Sänger an Saint-Quentin; mit der Motette Dum transisset sabbatum verbunden, deren Zuschreibung jedoch quellenkritisch unsicher bleibt.
- Jacques Alardy auch Jacques Alard, Jacques Alart, Jacques Alardi oder Jacobus Alardi; franko-flämischer Sänger, Kaplan und Komponist des 16. Jahrhunderts, geboren um 1515 nach MGG in Nivelles beziehungsweise nach spanischer Dokumentenüberlieferung aus Genappe im Herzogtum Brabant stammend, als Chorknabe der Grande Chapelle Karls V. von 1524 bis 1530, als Student in Löwen 1532, als Kaplan der niedrigen Messe 1540 bis 1559 und 1594 in Madrid als Priester, Kaplan und Sänger Seiner Majestät bezeugt; wichtig für Capilla Flamenca, niederländisch-spanische Hofmusik und quellenkritisch schwierige Werkzuschreibungen.
- Alonso de Alba auch Alfonso de Alba, Alonso de Alva, Alonso Pérez de Alba oder Alonso Pérez Dalva; spanischer Komponisten- und Kapellmusikername um 1500, quellenkritisch verbunden mit einem am 14. August 1522 wohl in Tordesillas gestorbenen königlichen Kaplan und Sakristan sowie mit dem bis 1504 dokumentierten Sevillaner Alonso Pérez de Alba; überliefert sind 22 Stücke, darunter eine dreistimmige Messe, ein Agnus Dei, Motetten, Hymnen, Antiphonen, Alleluia-Sätze und der Villancico No me le digáis mal, madre.
- Pedro de Alba auch Pedro de Alva; spanischer Komponist und maestro de capilla des 16. Jahrhunderts, dessen Herkunft unbekannt bleibt und der mit Palencia verbunden sein könnte; 1570 bis 1572 Kapellmeister der Kathedrale von Oviedo, seit 1572 Kapellmeister und besonderer Kanoniker der Kathedrale von Burgos, dort in längere Rechtsstreitigkeiten mit dem Domkapitel um Rang, Einkünfte und Chorknabenversorgung verwickelt und wohl vor dem 8. Januar 1600 gestorben; sicher erhalten ist nur eine vierstimmige Vertonung des Hymnus Veni Creator.
- Johann Michael Alban auch Johann Michael Albani, Michael Alban oder Michael Albanus; Bozner und Grazer Lauten- und Geigenbauer, getauft am 27. September 1677 in Bozen und gestorben am 27. März 1730 in Graz; zweitältester Sohn und Schüler von Matthias Alban, seit etwa 1700 in Graz nachweisbar, vermutlich bei Wolfgang Sagmayr tätig, 1702 mit dessen Tochter verheiratet und später durch seinen Schwiegersohn J. Jauck in der Werkstattnachfolge fortgeführt; besonders bekannt für Violoncelli, teils mit geschnitzten Köpfen, sowie für schlank gebaute Streichinstrumente mit fein strukturiertem rotbraunem Lack.
- Joseph Alban auch Joseph Albani, Giuseppe Albani oder Josephus Albanus; Bozner Lauten- und Geigenbauer, getauft am 28. März 1680 in Bozen und gestorben am 10. Januar 1722 ebenda; Sohn, Schüler, Mitarbeiter und Werkstattnachfolger von Matthias Alban, zeitweise wohl bei seinem Bruder Johann Michael Alban in Graz tätig und später Fortführer der Bozner Werkstatt; seine seltenen eigenständigen Violinen zeigen ein amatiähnliches Modell, reichen rotbraunen Lack und die enge Nähe zur väterlichen Alban-Werkstatt, während Etiketten wie Josephus filius Matth. Albani / me fecit, Bulsani in Tyroli / Anno 1719 besondere quellenkritische Bedeutung besitzen.
- Matthias Alban auch Matthias Albani oder Matthias Albanus; Tiroler Lauten- und Geigenbauer, getauft am 29. Dezember 1634 in Kaltern und gestorben am 7. Februar 1712 in Bozen; nach römischer Werkstatterfahrung bei Martino Arz und Andrea Portoghesi seit 1671 in Bozen als Lauten- und Geigenbauer greifbar, Hauptfigur der Bozner Alban-Werkstatt, wichtiger Vertreter der Tiroler Geigenbauschule und durch seine italienisch-amatisierenden, zugleich im Tiroler Stainer-Umfeld stehenden Violinen, seinen rotbraunen Lack, seine Werkstattnachfolge durch Michael und Joseph Alban sowie die zahlreichen spätern Kopien und falschen Etiketten kulturgeschichtlich bedeutsam.
- Joseph Anton Alban auch Joseph Anton Albani, Giuseppe Antonio Albani oder Josephus Anton Albanus; Geigenbauer aus der Alban-Familie, getauft am 5. März 1720 in Kaltern und gestorben am 6. Juli 1771 in Bozen; Sohn des Gerbers Johann Baptist Alban und der Elisabeth Oelackher, Enkel Matthias Albans, Schüler Johann Michael Albans, nach Wiener Gesellenjahren seit 1759 in Bozen ansässig und als später Vertreter der Bozner Alban-Werkstatt wichtig; quellenkritisch besonders bedeutsam ist seine Weiterverwendung von Zetteln Joseph Albans I, wodurch Instrumente wie die Viola Bozen 1767 und die Violine Bozen 1768 genau zwischen Familienmarke, Werkstattnachfolge und eigenhändiger Zuschreibung geprüft werden müssen.
- Alban-Berg-Quartett österreichisches Streichquartett, gegründet 1970 in Wien und aktiv bis 2008; benannt nach Alban Berg und mit Zustimmung Helene Bergs nach ihm bezeichnet; Gründungsmitglieder waren Günter Pichler, Klaus Maetzl, Hatto Beyerle und Valentin Erben, später prägten Gerhard Schulz, Thomas Kakuska und Isabel Charisius die Besetzung mit; international maßstabsetzendes Ensemble der modernen Quartettkultur, eng mit dem Wiener Konzerthaus verbunden und durch Einspielungen von Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert, Brahms, Dvořák, Debussy, Ravel, Bartók, Janáček, Berg, Webern, Schönberg und zeitgenössischer Musik besonders wirkungsmächtig.
- Antoine Albanese auch Antoine Albaneze, Antoine Albanèse oder Égide-Joseph-Ignace-Antoine Albanèse; italienischstämmiger Kastrat, Sänger und Komponist, geboren 1729 in Albano und gestorben 1800 in Paris; seit 1747 in Paris lebend und vor allem durch Airs, Duos, Chansons, Romanzen und Pariser Sammeldrucke des 18. Jahrhunderts greifbar; besonders bekannt blieb die mit ihm verbundene Romance Que ne suis-je la fougère beziehungsweise Les tendres souhaits, die für die empfindsame französische Liedkultur, den Gebrauch von Timbres und die Verbreitung kleiner vokaler Formen zwischen Hof, Salon, Konzert und häuslichem Musizieren exemplarisch ist.
- Licia Albanese italienisch-amerikanische Sopranistin, nach älterer Bühnen- und Lexikonangabe am 22. Juli 1913 in Bari geboren, in neueren Archiv- und Nachrufquellen häufig mit 1909 angesetzt, gestorben am 15. August 2014 in New York; eine der prägenden Puccini-Interpretinnen des 20. Jahrhunderts, besonders berühmt als Cio-Cio-San in Madama Butterfly, Mimì in La Bohème, Violetta in Verdis La traviata und Manon in Manon Lescaut; von 1940 bis 1966 zentrale Sängerin der Metropolitan Opera, über viele Jahre auch an der San Francisco Opera präsent, durch Toscanini-Aufnahmen, RCA-Victor-Dokumente, Rundfunkübertragungen, Meisterkurse und die Licia Albanese-Puccini Foundation kulturgeschichtlich bedeutsam.
- Emma Albani geboren als Marie-Louise-Cécilie-Emma Lajeunesse; kanadisch-britische Sopranistin, geboren am 1. November 1847 in Chambly bei Montréal und gestorben am 3. April 1930 in London; seit 1878 mit Ernest Gye verheiratet; erste kanadische Sängerin von internationalem Opern-, Oratorien- und Konzertformat, ab 1872 Hauptkünstlerin an Covent Garden, Favoritin Queen Victorias, Interpretin von Bellini, Donizetti, Rossini, Verdi, Gounod, Meyerbeer, Thomas, Wagner, Handel, Brahms und Dvořák, Autorin der Memoiren Forty Years of Song und 1925 zur Dame Commander of the British Empire ernannt.
- Albanien südosteuropäisches Land auf der westlichen Balkanhalbinsel; albanisch Shqipëri beziehungsweise Shqipëria, die Albaner nennen sich standardsprachlich shqiptarë; kulturell geprägt durch eine eigenständige indoeuropäische Sprache, gegische und toskische Dialekträume, antike und mediterrane Kulturlandschaften, osmanische Städte wie Berat und Gjirokastra, religiöse Vielfalt, Rilindja-Literatur, Skanderbeg-Erinnerung, Iso-Polyphonie, Xhubleta, Lahuta, K’cimi i Tropojës, Marubi-Fotografie, postsozialistische Transformation und eine starke Diaspora.
- Marcello Albano neapolitanisch greifbarer Komponist des frühen 17. Jahrhunderts, Lebensdaten unbekannt, nachweisbar beziehungsweise in der Forschung geführt als fl. 1601–1616; überliefert vor allem durch zwei 1616 in Neapel gedruckte Sammlungen, Madrigali a cinque voci, Libro primo bei Costantino Vitale und Il primo libro di canzoni e madrigaletti a tre et a quattro voci bei Giovanni Giacomo Carlino; kulturgeschichtlich wichtig für die Übergangszone zwischen Spätrenaissance-Madrigal, frühbarocker Canzone, Madrigaletto, vokal-instrumentaler Aufführungspraxis und neapolitanischem Musikdruck.
- Marcián Albareda auch Marcià Albareda, Marcià Albereda oder Martiano Albareda; katalanischer Komponist und Kapellmeister des 17. Jahrhunderts, geboren um 1600 wohl in Vic/Vich beziehungsweise im Raum der Diözese Vic und gestorben vor dem beziehungsweise am 21. August 1673; Sängerknabe und Schüler Joan Pau Pujols an der Kathedrale von Barcelona, von 1622 bis 1626 Kapellmeister an der Seu d’Urgell und seit 1626 Kapellmeister der Kathedrale von Barcelona; überliefert vor allem durch lateinische liturgische Werke, mehrchörige Psalmen, Magnificat-, Salve- und Subvenite-Vertonungen sowie geistliche Romanzen und Villancicos in kastilischer Sprache, kulturgeschichtlich bedeutsam für die katalanische Kirchenmusik zwischen Pujol-Schule, iberischer Polyphonie und frühbarocker Mehrchörigkeit.
- Isaac Manuel Francisco Albéniz y Pascual spanischer Komponist und Pianist, geboren am 29. Mai 1860 in Camprodón beziehungsweise Camprodon, Provinz Gerona/Girona, gestorben am 18. Mai 1909 in Cambo-les-Bains; Schlüsselfigur der modernen spanischen Klaviermusik, deren Werk von frühen Salonstücken, Sonaten, Liedern, Zarzuelas, Opern und Orchesterwerken bis zu Suite española, Recuerdos de viaje, Chants d’Espagne, La Vega, Navarra, Azulejos und dem zwölfteiligen Hauptwerk Iberia reicht; kulturgeschichtlich bedeutsam für spanischen Nationalstil, Gitarrenidiomatik im Klaviersatz, französisch-spanische Moderne, internationale Spanienbilder und die spätere Gitarrenrezeption seiner Klaviermusik.
- Erasmus Alberus eigentlich Erasmus Alber, auch Erasmus Albertus, Conradus Ribaldus oder Petrus Ribaldus; evangelischer Theologe, Reformator, Pfarrer, Superintendent, Pädagoge, Fabeldichter, Satiriker, Kirchenlieddichter, Librettist, Schriftsteller und Komponist der Reformationszeit, geboren um 1500 in Bruchenbrücken bei Friedberg in der Wetterau und gestorben am 5. Mai 1553 in Neubrandenburg; Schüler Luthers und Melanchthons, streitbarer Vertreter der lutherischen Reformation, Autor von Etliche Fabel Esopi, Der Barfüsser Mönche Eulenspiegel und Alkoran, Das Buch von der Tugend und Weisheit, dem Novum Dictionarii Genus und mehreren geistlichen Liedern, kulturgeschichtlich bedeutsam für protestantische Fabeldichtung, Reformationssatire, Kirchenlied, frühneuzeitliche Drucköffentlichkeit und konfessionelle Polemik.
- Pere Alberch i Ferrament alias Vila auch Pere Alberch i Vila, Pere Alberc i Ferrament, Pere Alberc i Vila, Pere Albert Vila, Albercio Vila, Petro Albercio Vila, Pedro Alberch Vila, Pere Vila, canonge Vila und mossén Vila; katalanischer Komponist, Organist, Orgelgutachter und Kanoniker der Renaissance, geboren 1517 in Vic und gestorben am 16. November 1582 in Barcelona; seit 1536 Organist der Kathedrale von Barcelona, 1559 Kanoniker, Angehöriger der Vicenser Musikerfamilien Vila, Alberch, Ferrament und Ferran; kulturgeschichtlich bedeutsam für katalanische Orgelkultur, Tiento-Überlieferung, frühe hispanische Madrigaldrucke, geistliche Madrigale, Ensaladas wie El bon jorn und La lucha, Barcelonaer Musikdruck und die Verbindung von Kathedralmusik, Renaissance-Humanismus und iberischer Mehrsprachigkeit.
- Pirro Albergati Capacelli auch Pirro Capacelli Albergati, Pirro Albergati und Conte Pirro Capacelli Albergati; bolognesischer Adeliger, Musikmäzen, Violinist, Komponist und öffentlicher Amtsträger, geboren am 20. September 1663 in Bologna und gestorben am 22. Juni 1735 ebenda; kulturgeschichtlich bedeutsam für die bolognesische Oratorienkultur, katholische Barockfrömmigkeit, adelige Musikpatronage, Kammer- und Kirchenkantate, Instrumentalmusik mit Violine und Basso continuo sowie für Werke wie Il convito di Baldassarre, L’innocenza di S. Eufemia, La Beata Caterina da Bologna tentata di solitudine, Corona de pregi di Maria, Pletro armonico und Concerti varii da camera.
- Bernardino Alberghetti auch Bernardino Alberghetto, Bernardino Alberghetto Faventino und Bernardinus Alberghettus; wahrscheinlich um 1600 in Faenza geboren und nach 1649 vielleicht in Mantua gestorben; italienischer Komponist, Kanoniker und Kirchenmusiker der herzoglichen Abtei Santa Barbara in Mantua, im Dienst Herzog Carlo II. Gonzaga; kulturgeschichtlich bedeutsam als Vertreter der norditalienischen mehrchörigen Messkomposition um 1650, sicher greifbar vor allem durch den venezianischen Druck Missarum octo vocum … opus primum von 1649 mit den Messen Benedicta sit Sancta Trinitas, Nos autem gloriari oportet und Iste Confessor, außerdem durch Santini-Handschriftennachweise zu liturgischen Stücken wie Nascetur nobis parvulus, Nunc dimittis, O pretiosum et admirandum convivium und Regnum mundi.
- Paolo Tommaso Alberghi auch Paolo Alberghi und Tommaso Paolo Alberghi; nach älterer Angabe am 16. Dezember 1716 in Faenza geboren, dort am 31. Dezember 1716 getauft und am 11. Oktober 1785 gestorben; italienischer Geiger, Komponist, Lehrer, Tartini-Schüler, erster Violinist und maestro di cappella an der Kathedrale von Faenza; kulturgeschichtlich bedeutsam als Vertreter der italienischen Violintradition des 18. Jahrhunderts, besonders durch virtuose Violinkonzerte, Sonaten, Trios, geistliche Musik, seine Verbindung zur Tartini-Schule und seine pädagogische Nachwirkung auf Musiker wie Bartolomeo Campagnoli.
- Gerhard Ludwig Albersheim auch Gerhard Albersheim und Gerhard L. Albersheim; geboren am 17. November 1902 in Köln und gestorben am 19. Oktober 1996 in Basel; deutsch-amerikanischer Musikwissenschaftler, Musikpsychologe, Musikästhetiker, Pianist, Liedbegleiter, Hochschullehrer und Privatschüler Heinrich Schenkers; kulturgeschichtlich bedeutsam für die Verbindung von Schenker-Tradition, systematischer Musikwissenschaft, Ton- und Klangpsychologie, Musikästhetik, Emigration nach Los Angeles, amerikanischer Hochschullehre und Arbeiten wie Zur Psychologie der Ton- und Klangeigenschaften, The Sense of Space in Tonal and Atonal Music, Zur Musikpsychologie und Die Tonsprache.
- Eugen d’Albert vollständig Eugen Francis Charles d’Albert, auch Eugène d’Albert; geboren am 10. April 1864 in Glasgow und gestorben am 3. März 1932 in Riga; Pianist, Komponist, Klaviervirtuose, Liszt-Schüler, Bach- und Beethoven-Bearbeiter, Herausgeber, Lehrer und Opernkomponist; kulturgeschichtlich bedeutsam als Vertreter des spätromantischen Klaviervirtuosentums, der deutschen Bach- und Beethoven-Interpretation um 1900 und des Musiktheaters zwischen Wagner-Nachfolge, Verismus und spätromantischem Musikdrama, besonders durch Werke wie Tiefland, Die Abreise, Die toten Augen, Der Golem, die beiden Klavierkonzerte, die Klaviersonate fis-Moll op. 10 und zahlreiche Bach-Transkriptionen.
- Heinrich Albert auch Heinrich Alberti, im Königsberger Dichterkreis unter dem Namen Damon; geboren am 8. Juli 1604 in Lobenstein und gestorben am 6. Oktober 1651 in Königsberg; Komponist, Dichter, Organist, Domorganist, Liederdichter, Selbstverleger und Schütz-Schüler; kulturgeschichtlich bedeutsam als eine der zentralen Gestalten des deutschen Barockliedes, als Mitglied des Königsberger Dichterkreises, als musikalischer Gestalter der Kürbishütte und als Schöpfer des deutschen Generalbassliedes, besonders durch die achtteiligen Arien oder Melodeyen, die Musicalische Kürbs-Hütte, geistliche Lieder wie Gott des Himmels und der Erden und die Verbindung von protestantischer Frömmigkeit, Gelegenheitsdichtung, geselliger Barockkultur und frühneuzeitlicher Liedkunst.
- Heinrich Albert (Gitarrist) auch Enrico Alberto und Henry Albert; geboren am 16. Juli 1870 in Würzburg und gestorben am 12. März 1950 in Gauting; Gitarrist, Gitarrenpädagoge, Komponist, Herausgeber, Bearbeiter, Hornist, Geiger, Mandolinenlehrer und Zupfinstrumentenpraktiker; kulturgeschichtlich bedeutsam als Wegbereiter des künstlerischen Gitarrenspiels im deutschsprachigen Raum, als Autor des Modernen Lehrgangs des künstlerischen Gitarrespiels, als Herausgeber historischer Gitarren- und Kammermusik, als Initiator eines frühen Gitarrenquartetts mit Terz-, Prim- und Quintbassgitarre und als prägende Figur der Münchner Gitarren- und Mandolinenkultur um 1900.
- Karel Albert Belgischer Komponist, Musikpädagoge und Rundfunkmitarbeiter; Vertreter des flämischen Modernismus, bedeutender Theaterkomponist und späterer Komponist atonaler sowie dodekaphoner Werke.
- Albertet de Sestaro Provenzalischer Troubadour und Jongleur um 1200; Verfasser von Canzonen, einem Descort sowie mehreren Tenzonen und Partimens im höfischen okzitanisch-norditalienischen Kulturraum.
- Domenico Alberti Venezianischer Komponist, Cembalist und Sänger des 18. Jahrhunderts; Namensgeber des Alberti-Basses und wichtiger Vertreter der galanten Cembalosonate.
- Gasparo Alberti Italienischer Renaissancekomponist, Geistlicher und Kapellmeister an Santa Maria Maggiore in Bergamo; bedeutend durch Messen, Passionen, Psalmen, Magnificats, Lamentationen und frühe doppelchörige Verfahren.
- Giuseppe Matteo Alberti Bologneser Komponist und Geiger des Barock; wichtig durch Concerti, Sinfonien, Violinsonaten, geistliche Vokalwerke und seine Rolle zwischen San Petronio, Accademia Filarmonica und internationalem Musikdruck.
- Innocenzo Alberti Italienischer Instrumentalist und Komponist der Spätrenaissance; am Este-Hof in Ferrara als Innocentio del Cornetto geführt und bekannt durch Madrigale, Motetten, Bußpsalmen sowie instrumentale Consort-Überlieferung.
- Johann Friedrich Alberti Deutscher Organist, Komponist, Jurist und Theologe; Hof- und Domorganist in Merseburg, Vertreter der mitteldeutschen Orgeltradition und Lehrer Georg Friedrich Kauffmanns.
- Juraj Alberti Dalmatinisch-kroatischer Musiktheoretiker aus Split; als Giorgio Alberti Verfasser des 1619 in Venedig gedruckten Dialogo per imparare con brevità à cantar canto figurato, des ältesten bekannten selbständigen kroatischen musiktheoretischen Druckwerks.
- Leon Battista Alberti Italienischer Humanist, Architekt, Kunsttheoretiker und uomo universale der Frührenaissance; Verfasser von De pictura, De statua, De re aedificatoria, Libri della famiglia, Momus und weiteren kunsttheoretischen, literarischen, moralischen, technischen und topographischen Schriften.
- Gioacchino Albertini Italienischer Komponist, Kapellmeister und Theatermusiker aus Pesaro; wirkte in Polen und Rom, schrieb Opern, Intermezzi, geistliche Musik und mit Don Juan albo Ukarany libertyn eine bedeutende Warschauer Don-Juan-Oper vor Mozart.
- Ignazio Albertini Italienischer Komponist und Violinist des mittleren Barock; wirkte in Wien als Kammermusiker Eleonora Gonzagas II. und ist durch die virtuosen Sonatinæ XII für Violine und Basso continuo bekannt.
- Albertus Magnus Dominikaner, Theologe, Philosoph, Naturforscher, Theologieprofessor und Bischof von Regensburg; als Doctor universalis zentrale Gestalt der Scholastik, der Aristoteles-Rezeption und der mittelalterlichen Naturkunde.
- Filippo Albini Piemontesischer Komponist aus Moncalieri und Savoyer Hofmusiker des frühen 17. Jahrhunderts; bekannt durch die Musicali concenti von 1623 und 1626, die monodische, madrigalische und konzertierende Vokalmusik mit Generalbass verbinden.
- Srećko Albini Kroatischer Komponist, Dirigent, Operndirektor und Musikverleger; nach Ivan Zajc einer der wichtigsten kroatischen Operettenkomponisten, bekannt durch Barun Trenk, Madame Troubadour, Nabob, Mala baronesa und Bosonoga plesačica.
- Tommaso Albinoni Venezianischer Barockkomponist, Opernkomponist und Violinist; zu Lebzeiten vor allem als Opernkomponist berühmt, heute besonders durch Triosonaten, Sinfonien, Concerti a cinque sowie Oboen- und Violinkonzerte bekannt, während das populäre Adagio in g-Moll quellenkritisch nicht als authentisches Werk Albinonis gilt.
- Marietta Alboni Italienische Altistin und Koloratur-Contralto, eigentlich Maria Anna Marzia Alboni; Rossini-Schülerin, große Belcanto-Sängerin des 19. Jahrhunderts und international gefeierte Interpretin von Rossini-, Donizetti-, Bellini-, Meyerbeer-, Mozart- und Verdi-Partien.
- Hans Albrecht Deutscher Musikwissenschaftler, Hochschullehrer, Herausgeber und Editionsleiter; wirkte nach 1945 besonders in Kiel, leitete das Landesinstitut für Musikforschung, arbeitete am Johann-Sebastian-Bach-Institut Göttingen, am Deutschen Musikgeschichtlichen Archiv, an Das Erbe deutscher Musik, Die Musikforschung, Acta Musicologica und der ersten MGG mit.
- Gerd Albrecht Deutscher Dirigent, Generalmusikdirektor, Operndirektor und Musikvermittler; Sohn des Musikwissenschaftlers Hans Albrecht, prägend an der Hamburgischen Staatsoper, bei der Tschechischen Philharmonie, beim Yomiuri Nippon Symphony Orchestra und in der Vermittlung Neuer Musik sowie in der musikalischen Kinder- und Jugendarbeit.
- Alexander Albrecht Slowakischer Komponist, Dirigent, Organist und Pädagoge; auch Sándor Albrecht, zentrale Figur des Musiklebens in Bratislava/Preßburg/Pozsony, Leiter des Kirchenmusikvereins zu St. Martin und wichtiger Vertreter der älteren slowakischen Komponistengeneration zwischen Spätromantik, mitteleuropäischer Moderne und kirchenmusikalischer Praxis.
- Ján Albrecht Slowakischer Bratschist, Musikpädagoge, Musikologe, Ästhetiker, Publizist und Humanist; Sohn Alexander Albrechts, Gründer von Musica aeterna, prägende Figur der slowakischen Alte-Musik-Bewegung und des Bratislavaer Kulturlebens in der Kapitulská-Straße.
- Albrecht der Ältere Markgraf von Brandenburg-Ansbach, letzter Hochmeister des Deutschen Ordens und erster Herzog in Preußen; zentrale Gestalt der Reformation in Preußen, Gründer der Universität Königsberg, Förderer von Bildungs-, Druck-, Kirchen- und Hofkultur sowie traditionell mit dem Kirchenlied Was mein Gott will, gescheh allzeit verbunden.
- Georg von Albrecht Russlanddeutscher Komponist, Pianist und Hochschullehrer; verband östliche Volksliedtraditionen, orthodoxe Liturgie, antike Skalen, barocke Polyphonie, klassisch-romantische Formen, Oberton- und Untertondenken, Polytonalität und eine eigene Zwölftontechnik zu einem eigenständigen Werk zwischen Russland und Deutschland.
- Otto Edwin Albrecht Amerikanischer Musikwissenschaftler, Musikbibliograph, Romanist und Musikbibliothekar; prägte die Otto E. Albrecht Music Library der University of Pennsylvania, veröffentlichte 1953 A Census of Autograph Music Manuscripts of European Composers in American Libraries und erforschte Musikautographe, RISM-Quellen, amerikanische Musikgeschichte sowie frühe Oper in Philadelphia.
- Johann Georg Albrechtsberger Österreichischer Komponist, Organist, Musiktheoretiker, Kontrapunktlehrer und Domkapellmeister zu St. Stephan; Verfasser der Gründlichen Anweisung zur Composition, Lehrer Beethovens, Hummels, Czernys und Seyfrieds sowie zentrale Vermittlerfigur zwischen katholischer Kirchenmusik, Wiener Klassik, Orgelpraxis und strengem Satz.
- Vincenzo Albrici Italienischer Komponist, Organist, Cembalist und Kapellmeister; Schüler beziehungsweise Umfeldfigur Giacomo Carissimis, tätig in Rom, Stockholm, Dresden, London, Leipzig und Prag, wichtiger Vermittler des römisch-italienischen geistlichen Konzertstils an nord- und mitteleuropäische Höfe sowie durch Werke wie Fader Wår, In convertendo, Laudate pueri Dominum, Amo te, laudo te und instrumentale Sonaten in der Düben-Überlieferung greifbar.
- Bartolomeo Albrici Italienischer Komponist, Organist, Cembalist, Sänger und Clavierlehrer; Bruder Vincenzo Albricis, tätig im Umfeld Königin Christinas von Schweden, der Dresdner Hofmusik und des englischen Restaurationshofes Karls II., besonders greifbar durch die Londoner Scelta di Canzonette Italiane von 1679 mit den Stücken Di Cupido chi fugge lo strale und Ninfe vezzose movete il pie.
- William Hugh Albright Amerikanischer Komponist, Pianist, Organist und Hochschullehrer; verband zeitgenössische Orgel- und Klaviermusik, Elektronik, Multimedia, Ragtime, Jazz, Kirchenmusik und postmoderne Polystilistik zu einem eigenständigen Werk, das von Organbook, Juba, Pneuma, Grand Sonata in Rag, The Dream Rags, Five Chromatic Dances, Sphaera, Stipendium Peccati, Beulahland Rag und Cross of Gold geprägt ist.
- Giovanni Giacopo Albuzio Lautenist und Komponist des frühen 16. Jahrhunderts, auch Albutio oder Hans Jacob de Milano genannt; Vertreter der Mailänder Lautenkultur, dessen Fantasien, Preambeln und verwandte Lautensätze in Castigliones Intabolatura de leuto de diversi autori, Gerles Ein Newes sehr Künstlichs Lautenbuch, Phalèses Hortus Musarum und Scottos La Intabolatura de Lauto de diversi autori überliefert sind.
- Giovanni Francesco Alcarotti Italienischer Komponist, Organist, Priester, Domherr und Reiseschriftsteller aus Novara; veröffentlichte 1567 und 1569 zwei Madrigalbücher bei Antonio Gardano, 1570 die Lamentationes Jeremiae und 1596 postum die Heiliglandreisebeschreibung Del viaggio di Terra Santa.
- José Bernardo Alcedo Peruanischer Komponist, Kirchenmusiker, Kapellmeister, Militärmusikdirektor und Musiktheoretiker, auch Alzedo genannt; Autor der Musik der peruanischen Nationalhymne Somos libres, seámoslo siempre, Schöpfer patriotischer Lieder wie La chicha, La Cora und La despedida de las chilenas, Maestro de Capilla der Kathedrale von Santiago de Chile und Verfasser der Filosofía elemental de la música.
- John Alcock der Ältere Englischer Organist, Komponist, Vicar Choral und Doctor of Music; Chorknabe an St Paul’s Cathedral, Schüler John Stanleys, Organist in Plymouth, Reading, Lichfield, Sutton Coldfield und Tamworth, Herausgeber von Psalmody, Divine Harmony und The Harmony of Jerusalem, Komponist von Services, Anthems, Chants, Voluntaries, Catches, Canons, Glees und Cembalowerken sowie Autor von The Life of Miss Fanny Brown unter dem Pseudonym John Piper.
- John Alcock der Jüngere Englischer Organist und Komponist, Sohn John Alcocks des Älteren; getauft 1740 in Plymouth und 1791 in Walsall beerdigt, wirkte als Organist und Master of the Song School in Newark-on-Trent sowie als Organist der Parish Church von Walsall und veröffentlichte unter anderem Eight Easy Voluntarys for the Organ, Six Easy Solos, Six Canzonets or Glees in Three Parts, Cantata and Six Songs und Parochial Harmony.
- Amancio Alcorta Argentinischer Politiker, Ökonom und Komponist aus Santiago del Estero; zählt neben Juan Pedro Esnaola und Juan Bautista Alberdi zu den frühen Komponisten Argentiniens und hinterließ Lieder, Klaviertänze, Kammermusik mit Flöte, geistliche Werke sowie postum veröffentlichte Sammlungen wie Colección de composiciones originales, Colección de canciones, Colección de composiciones para piano und Música de Iglesia.
- José Manuel de Aldana Novohispanischer Geiger, Komponist, Kirchenmusiker, Theatermusiker und Orchesterleiter; wirkte an der Kathedrale von Mexiko-Stadt, am Coliseo de México und an der Chorschule, schrieb geistliche Musik, Messen, Psalmen, Versos, Mariengesänge, Sonaten für Violine und Gitarre, Tasten- und Tanzstücke wie Minueto con variaciones und gilt als wichtiger Vertreter des mexikanischen Klassizismus am Ende der Kolonialzeit.
- Ferdinand Alday Französischer Pianist, Komponist und im Quellenumfeld auch als Geiger fassbarer Musiker aus der Alday-Familie in Lyon; über sein Leben ist nur wenig bekannt, doch ist er durch die Fantaisie de Salon sur les motifs de L’étoile du Nord pour Orgue op. 16, Paris, G. Brandus et S. Dufour, ca. 1860, sowie durch Hinweise auf einen Alday im Grand-Théâtre de Lyon quellenkundlich greifbar.
- Francisque Alday Französischer Geiger und Komponist aus Lyon, Sohn François Aldays l’aîné und Bruder von Auguste, Philibert und Joseph; steht vor allem für die Lyoner Violinpädagogik des frühen 19. Jahrhunderts, veröffentlichte die Vingt-huit Études pour le Violon op. 4 und war als einer der fils Alday an der Grande méthode élémentaire pour le violon beteiligt.
- François Alday l’aîné Geiger, Organist, Komponist, Orchesterleiter, Musiklehrer und Violinpädagoge der Musikerfamilie Alday; wirkte vom Pariser Concert spirituel und Théâtre Montansier aus vor allem in Lyon, schrieb unter anderem ein Violinkonzert, Streichquartette, konzertierende Duos, Geneviève de Brabant, die Nouvelle méthode de violon und bratschenpädagogische Werke und ist wegen der Verwechslung mit Paul Alday sowie den fils Alday quellenkritisch besonders sorgfältig zu behandeln.
- Paul Alday le jeune Französischer Violinvirtuose, Komponist, Orchesterleiter, Musikverleger, Musikalienhändler und Musikprofessor aus der Familie Alday; wirkte nach Pariser Concert-spirituel- und Viotti-Erfahrung in Oxford, Edinburgh, Cork und vor allem Dublin, leitete das Orchester der Anacreontic Society, führte ein Musikgeschäft an Dame Street und schrieb Violinkonzerte, Streichquartette, Variationen, Tänze, Märsche sowie zwei Grand Symphonies, von denen die erste als früheste bekannte in Irland komponierte Sinfonie gilt.
- Bernd Aldenhoff Deutscher Opernsänger, Tenor, Kammersänger und bedeutender Heldentenor der 1940er und 1950er Jahre; sang nach Stationen in Köln, Darmstadt, Erfurt, Düsseldorf, Dresden, Frankfurt und München international unter anderem Siegfried, Tannhäuser, Tristan, Parsifal, Siegmund, Florestan, Max, Otello, Pedro, Bacchus, Herodes und Menelas und ist durch Bayreuth-Mitschnitte, Rundfunkaufnahmen und historische Sängerporträts überliefert.
- Cosmas Alder Schweizer Renaissancekomponist, Sänger, zeitweiliger Kantor, Schreiber und Berner Magistrat der Reformationszeit; wurde um 1497 in Baden im Aargau geboren, wirkte am Stift St. Vinzenz und in der bernischen Verwaltung, schrieb die 1553 gedruckten Hymni sacri numero LVII sowie lateinische und deutsche Motetten und verbindet in seinem Werk humanistische Bildung, reformierte Kirchenmusik und städtische Kultur Berns.
- Dante Alderighi Italienischer Pianist, Komponist, Klavierpädagoge und Musikkritiker aus Tarent, der als Wunderkind begann, bei Sgambati, Teichmüller, Krehl, Consolo und Malipiero studierte, seit 1935 am Conservatorio di Santa Cecilia in Rom lehrte und ein Werk zwischen Klaviermusik, Orchesterstück, Kammermusik, Kinderlied, Radiomusik, Monteverdi-Bearbeitung und italienischer Moderne hinterließ.
- Pere Joan Aldomar Katalanisch-spanischer Renaissancekomponist mit unbekannten Lebensdaten, auch Pedro Juan Aldomar genannt; stammte wahrscheinlich aus der Gegend von Girona, war 1506 als magister cantus an der Kathedrale von Barcelona greifbar, 1508 Sänger in der Kapelle Ferdinands des Katholischen und ist vor allem durch mehrstimmige Villancicos wie Dy pastorcico, pues vienes, En las sierras donde vengo, Ha Pelayo que desmayo und Si mi señora m’olvida in den iberischen Cancioneros um 1500 überliefert.
- Henry Aldrich Englischer Geistlicher, Dean of Christ Church Oxford, Vice-Chancellor der University of Oxford, Architekt, Musikaliensammler, Logiker und Komponist; schrieb Anthems, Services, Catches, Canons, Oxford-Act-Musik und zahlreiche Recompositions nach älteren Vorlagen, entwarf Peckwater Quadrangle, prägte die Oxford-Musikkultur um 1700 und hinterließ Christ Church eine bedeutende Musik- und Buchsammlung.
- Giuseppe Antonio Vincenzo Aldrovandini Bologneser Barockkomponist, auch Aldovrandini, Andervandino, Androvandino, Gioseffo oder Giuseppe Maria genannt; Schüler Giacomo Antonio Pertis, Mitglied und principe der Accademia Filarmonica, maestro di cappella onorario des Herzogs von Mantua und Verfasser von Opern, Oratorien, Kantaten, Motetten, Concerti sacri, Concerti a due und Triosonaten, besonders wichtig für die Bologneser Oper und die frühe regionale Entwicklung der komischen Bühne um 1700.
- Aleatorik Musikalisches Verfahren der Zufalls-, Wahl- und Unbestimmtheitsorganisation; bezeichnet Kompositions- und Aufführungsformen, bei denen Zufallsoperationen, offene Form, variable Reihenfolge, grafische Notation, kontrollierte Aleatorik oder interpretatorische Entscheidung den Werkverlauf mitbestimmen, besonders in der Neuen Musik nach 1945 bei John Cage, Pierre Boulez, Karlheinz Stockhausen, Earle Brown und Witold Lutosławski.
- Aleksandr Vasil’evič Aleksandrov Russisch-sowjetischer Komponist, Chorleiter, Pädagoge, Dirigent, Gründer des Alexandrov-Ensembles und Generalmajor; schrieb die Musik des Staatshymnus der UdSSR, dessen Melodie seit 2000 auch der Nationalhymne der Russischen Föderation zugrunde liegt, komponierte Svjaščennaja vojna, prägte das sowjetische Massenlied und verband russische Kirchenchortradition, Volksliedbearbeitung, militärischen Männerchorklang und staatliche Hymnik.
- Boris Aleksandrovič Aleksandrov Sowjetisch-russischer Komponist, Dirigent, Chorleiter, Pädagoge und langjähriger Leiter des Alexandrov-Ensembles; Sohn von Aleksandr Vasil’evič Aleksandrov, Schüler Reinhold Glières, Komponist der populären Operette Svad’ba v Malinovke, Verfasser weiterer Operetten, Ballette, Oratorien, Kantaten, Lieder und Ensemblewerke sowie wichtige Gestalt der sowjetischen Operette, Militärchor- und Massenliedkultur.
- Vladimir Aleksandrovič Aleksandrov Sowjetischer Komponist, Dirigent und Orchesterleiter; mittlerer Sohn von Aleksandr Vasil’evič Aleksandrov und Bruder von Boris Aleksandrovič Aleksandrov, ausgebildet am Moskauer Konservatorium bei Reinhold Glière, von 1942 bis 1968 Leiter und Dirigent des Orchesters im Alexandrov-Ensemble und Verfasser zahlreicher Armeelieder wie Poходная песня, Песня о Чапаеве, Клятва, Марш Советской Армии, Мамаев курган und Вальс подводников.
- Anatolij Nikolaevič Aleksandrov Russisch-sowjetischer Komponist, Pädagoge und Pianist; Professor am Moskauer Konservatorium, Volkskünstler der UdSSR und Autor eines umfangreichen Œuvres mit vierzehn Klaviersonaten, Opern wie Bėla, Dikaja Bara und Levša, Streichquartetten, Romanzen nach Puškin, Baratynskij, Tjutčev, Blok, Achmatova und Pasternak, Kinderliedern, Klavierzyklen, Orchesterwerken, Filmmusik und Animationsfilmmusik.
- Aleksandr Dmitrievič Alekseev Sowjetisch-russischer Musikwissenschaftler, Pädagoge, Professor und Spezialist für Geschichte, Theorie, Ästhetik und Methodik des Klavierspiels; Schüler Aleksandr Goldenweizers und Grigorij Kogans, langjähriger Lehrer am Moskauer Konservatorium und am Gnesin-Institut, Autor grundlegender Schriften wie Metodika obučenija igre na fortepiano, Istorija fortepiannogo iskusstva, Russkaja fortepiannaja muzyka, Sovetskaja fortepiannaja muzyka, Francuzskaja fortepiannaja muzyka konca XIX – načala XX veka und Tvorčestvo muzykanta-ispolnitelja.
- Michail Pavlovič Alekseev Sowjetischer Literaturhistoriker, Komparatist, Kulturhistoriker und Musikhistoriker; Akademiker der Akademie der Wissenschaften der UdSSR, führender Vertreter der russisch-europäischen Literaturbeziehungsforschung, Puškin- und Shakespeare-Forscher, früher Musikkritiker und Autor beziehungsweise Herausgeber grundlegender Arbeiten wie I. S. Turgenev i muzyka, Puškin: Sravnitel’no-istoričeskie issledovanija, Russko-anglijskie literaturnye svjazi, Sravnitel’noe literaturovedenie, Russkaja kul’tura i romanskij mir und Puškin i mirovaja literatura.
- Jean le Rond d’Alembert Französischer Physiker, Mathematiker, Philosoph, Literat, Encyclopädist und Musiktheoretiker der Aufklärung; Mitherausgeber der Encyclopédie, Verfasser des Discours préliminaire, Autor des Traité de dynamique und der Éléments de musique théorique et pratique suivant les principes de M. Rameau, wichtig für Wissensordnung, mathematische Physik, französische Musiktheorie, Rameau-Rezeption, Opernästhetik und Querelle des Bouffons.
- Raffaella Aleotti Italienische Komponistin, Organistin, Augustinerchorfrau und Leiterin des musikalisch berühmten Konvents San Vito in Ferrara; quellenkritisch eng mit Vittoria Aleotti verbunden, bedeutend durch Sacrae cantiones quinque, septem, octo, & decem vocibus decantandae und Ghirlanda de madrigali a quattro voci, beide 1593 in Venedig gedruckt, sowie durch ihre Rolle in Frauenkloster-Musik, geistlicher Mehrchörigkeit, Madrigalkultur und der frühen Druckgeschichte von Komponistinnen.
- Alfred Alessandrescu Rumänischer Komponist, Dirigent, Pianist, Musikpublizist und Rundfunkmusiker; prägte das Bukarester Musikleben, die Rumänische Oper und das Radio-Symphonieorchester im 20. Jahrhundert.
- Felice Alessandri Italienischer Komponist, Cembalist und Opernkomponist der Klassik; wirkte zwischen Italien, Paris, London, Sankt Petersburg und Berlin und steht exemplarisch für die internationale italienische Opernpraxis des späten 18. Jahrhunderts.
- Giulio d’Alessandri Italienischer Komponist, Sänger, Kirchenmusiker und Kanoniker des späten 17. Jahrhunderts; wirkte im Mailänder Musikleben und ist besonders durch Oratorien, die Domkapellmeisterkonkurrenz von 1684 und Pasticcio-Beiträge greifbar.
- Raffaele d’Alessandro Schweizer Komponist, Pianist, Organist und Musikkritiker; verband französische Schule, Schweizer Moderne, erweiterte Tonalität, rhythmische Energie und kammermusikalische Präzision in einem vielseitigen Werk.
- Alessandro Mantovano Italienischer Komponist der frühen Frottola-Zeit; tätig ungefähr zwischen 1510 und 1530 und vor allem durch weltliche Vokalstücke in Andrea Anticos Frottola-Drucken greifbar.
- Meister Alexander Oberdeutscher Lied-, Sangspruch- und Leichdichter des 13. Jahrhunderts; auch Der Wilde Alexander genannt und besonders durch die Jenaer Liederhandschrift, den Codex Manesse und einen rätselhaften Minneleich überliefert.
- Gebr. Alexander, Rheinische Musikinstrumentenfabrik GmbH Mainzer Musikinstrumentenmanufaktur, 1782 von Franz Ambros Alexander gegründet; international bekannt für Waldhörner, Wagnertuben, Tuben, Trompeten und handwerklich gefertigte Metallblasinstrumente.
- Haim Alexander Israelischer Komponist, Pianist, Improvisator und Lehrer deutscher Herkunft; verband europäische Moderne, jüdische Melodietraditionen, israelische Klangvorstellungen und jahrzehntelange Lehrtätigkeit an der Jerusalemer Musikakademie.
- Liana Alexandra Rumänische Komponistin, Pianistin, Pädagogin und Theoretikerin; verband Neoromantik, neue Konsonanz, repetitive Entwicklung, rumänische Klangtraditionen und intermediale Gegenwartsmusik in einem umfangreichen Œuvre.
- Charles-Guillaume Alexandre Französischer Komponist und Geiger des 18. Jahrhunderts, auch als Claude-Guillaume? Alexandre überliefert; tätig an der Opéra-Comique, als maître de musique, im Dienst des duc d’Aiguillon und als Pariser Violinlehrer, mit Werken für Opéra comique, Arietten, Violine, Kammermusik und Sinfonie.
- Édouard Alexandre Französischer Orgel- und Instrumentenbauer, Erfinder und Unternehmer; entwickelte Alexandre Père et Fils zu einer prägenden Pariser Firma für Orgue-mélodiums, Harmonien, Piano-Orgues und freie Zungeninstrumente.
- Jacob-Joseph Alexandre Französischer Instrumentenbauer und Gründer der Pariser Firma Alexandre Père et Fils; prägte mit Akkordeons, Mundharmonikas, Mélodiums und Harmonien die französische Zungeninstrumentenproduktion des 19. Jahrhunderts.
- Tiberiu Alexandru Rumänischer Musikethnologe, Folklorist und Organologe, Schüler und Mitarbeiter Constantin Brăiloius; Autor grundlegender Arbeiten zur rumänischen Volksmusik, zur Volksinstrumentenkunde, zum Banat, zu Béla Bartók und zur systematischen Folkloristik.
- Minas Alexiadis Griechischer Komponist, Pianist und Musikwissenschaftler, auch Mēnas Alexiadēs bzw. Μηνάς Αλεξιάδης; geboren 1960 in Athen, Professor an der Universität Athen, mit Werken für Oper, Musiktheater, Orchester, Kammermusik, Elektronik, Ballett, Theater, Film und Stummfilm sowie wissenschaftlichen Arbeiten zu Oper, Jazz und Musiktheater.
- Franco Alfano Italienischer Komponist und Pianist, geboren 1875 in Neapel, gestorben 1954 in Sanremo; Schöpfer von Risurrezione, La leggenda di Sakùntala, Cyrano de Bergerac, bedeutender Lied-, Kammermusik- und Orchesterkomponist sowie Vollender von Puccinis Turandot.
- Pietro Alfieri Römischer Musikwissenschaftler, Priester, Kamaldulenseroblate und Lehrer für gregorianischen Choral am Collegio degl’Inglesi; bedeutend durch Schriften zur Restaurierung des gregorianischen Chorals, zur Orgelbegleitung der Kirchentöne sowie durch Sammlungen älterer katholischer Kirchenmusik von Palestrina, Victoria und Anerio.
- Alfons X. der Weise König von Kastilien und León, spanisch Alfonso X el Sabio; geboren 1221 in Toledo, gestorben 1284 in Sevilla, bedeutender Kulturherrscher des Mittelalters, Förderer der Cantigas de Santa María, der Siete Partidas, der Estoria de España, der General Estoria, der Tablas alfonsíes, des Lapidario und des Libro de los juegos.
- Hugo Emil Alfvén Schwedischer Komponist, Dirigent, Violinist, Chorleiter, Maler und Autor; geboren 1872 in Stockholm, gestorben 1960 in Falun, eine Hauptfigur der schwedischen Nationalromantik, bekannt durch Midsommarvaka, fünf Sinfonien, drei Schwedische Rhapsodien, En skärgårdssägen, Bergakungen, Den förlorade sonen und ein umfangreiches Chor- und Liedschaffen.
- Francesco Algarotti Venezianischer Musiktheoretiker, Dichter, Kunstkritiker, Wissenschaftsvermittler und Universalgelehrter der Aufklärung; geboren 1712 in Venedig, gestorben 1764 in Pisa, bekannt durch Il Newtonianismo per le dame, den Opernreformtraktat Saggio sopra l’opera in musica, Kunst- und Museumsschriften, Russlandbriefe und seine Tätigkeit zwischen Venedig, Paris, London, Berlin, Dresden und Pisa.
- Paris Francesco Alghisi Brescianer Komponist, Organist, Kapellmeister und Oratorianer des Barock; geboren 1666 in Brescia, gestorben 1733 ebenda, Schüler Orazio Pollarolos, Organist der Kathedrale von Brescia, Autor der venezianischen Opern L’amor di Curzio per la patria und Il trionfo della continenza, mehrerer Oratorien, geistlicher Werke, Kantaten und der Sonate da camera a tre op. 1.
- Ali Akbar Khan Indischer Sarod-Spieler, Komponist, Raga-Schöpfer, Filmkomponist und Lehrer der hindustanischen Musik; geboren 1922 in Shivpur, gestorben 2009 in San Anselmo, Sohn und Schüler Allauddin Khans, Vertreter der Maihar-Gharana, Schöpfer von Raga Chandranandan, Gründer des Ali Akbar College of Music und zentrale Figur der internationalen Vermittlung nordindischer klassischer Musik.
- Franghiz Ali-Zadeh Aserbaidschanische Komponistin, Pianistin, Professorin und Musikvermittlerin; geboren 1947 in Baku, Schülerin Qara Qarayevs, Interpretin westlicher und sowjetischer Neuer Musik, Vorsitzende des Aserbaidschanischen Komponistenverbandes und international bekannte Schöpferin von Werken wie Habil-Sajahy, Mugam-Sajahy, Oasis, Apsheron Quintet, Mersiye, Intizar, Rəqs, Nasimi Passion, NIZAMI Cosmology, Overcoming und Sövq.
- Francesc Alió i Brea Katalanischer Komponist, Pianist, Musikschriftsteller, Musikkritiker und Folklorist; geboren 1862 in Barcelona, gestorben 1908 ebenda, Schüler von Carles Gumersind Vidiella, Anselm Barba, Antoni Nicolau und Felip Pedrell, früher Vertreter des katalanischen Kunstlieds, Bearbeiter der Cansons populars catalanas und maßgeblicher Gestalter der modernen musikalischen Fassung von Els Segadors.
- Bernardo Aliprandi Italienischer Violoncellist, Komponist, Kammerkomponist und Konzertmeister; wahrscheinlich um 1710 in Mailand geboren und um 1792 in Frankfurt am Main gestorben, jahrzehntelang am kurbayerischen Hof in München tätig, Schöpfer von Apollo tra le Muse in Parnasso, Mitridate, Semiramide riconosciuta, geistlichen Werken wie dem Stabat mater sowie eines in der Münchner Hofkapelle nachweisbaren Sinfonienbestands.
- Bernhard Maria Aliprandi Münchner Violoncellist, Komponist und Hofmusiker; geboren 1747 in München, gestorben 1801 ebenda, Sohn Bernardo Aliprandis, seit den 1760er Jahren im kurbayerischen Hofdienst nachweisbar und nach älterer Überlieferung Verfasser verschiedener Stücke für Viola da gamba beziehungsweise tiefe Streichinstrumente.
- Alisa Sowjetische und russische Rock-, Hard-Rock- und Metal-Band; 1983 in Leningrad von Svjatoslav Zaderij gegründet, seit Mitte der 1980er Jahre besonders durch Sänger und Texter Konstantin Kinchev geprägt, zentrale Gruppe des Leningrader und russischen Rock mit Alben wie Энергия, Блок ада, Шестой лесничий, Шабаш, Чёрная метка, Солнцеворот, Изгой, Посолонь, Дудка und Гойда.
- Santos de Aliseda Spanischer Komponist, Tenor und maestro de capilla; Geburtsdaten unbekannt, gestorben am 4. Juli 1580 in Granada, vor 1557 an der Colegiata del Salvador tätig, von 1557 bis 1580 Kapellmeister der Kathedrale von Granada, Vater Jerónimo de Alisedas und Schöpfer der Missa Ecce vir prudens, von Motetten, Lamentationen und weiterer lateinischer liturgischer Polyphonie.
- Jerónimo de Aliseda Spanischer Komponist und maestro de capilla; geboren um 1548, gestorben am 28. Juni 1591 in Granada, Sohn und Nachfolger Santos de Alisedas an der Kathedrale von Granada, seit 1557 als Chorknabe unter seinem Vater nachweisbar und Schöpfer erhaltener Motetten wie Ave Maria, Popule meus quid feci tibi, Ad te levavi animam meam, Beatus Franciscus dum morti appropinquaret, Domine ne in ira tua sowie der Lamentation Quomodo sedet sola.
- Richard Alison Englischer Komponist, Musiklehrer, Psalmenbearbeiter, Lied- und Consort-Komponist; auch Richard Allison oder Allinson, geboren etwa um die Mitte des 16. Jahrhunderts, wohl vor 1609 beziehungsweise um 1610 gestorben, nachweisbar durch Beiträge zu Thomas Easts The Whole Booke of Psalmes, den Psalterdruck The Psalmes of David in Meter von 1599, die Liedsammlung An Howres Recreation in Musicke von 1606 sowie Consort- und Lautenstücke wie De la Tromba Pavan, Goe from my window, The Batchelars Delight und Alison’s Knell.
- Aleksandr Aleksandrovič Aljab’ev Russischer Komponist; geboren am 15. (4.) August 1787 in Tobol’sk, gestorben am 3. März (22. Februar) 1851 in Moskau, Veteran des Krieges von 1812, nach einem Prozess 1825 nach Sibirien verbannt und als Autor der berühmten Romanze Solovej bekannt, daneben Schöpfer von Opern, Vaudevilles, Schauspielmusiken, Kammermusik, Orchesterwerken, Chören, Volksliedbearbeitungen und zahlreichen russischen Romanzen.
- Alkaios Griechischer Dichter aus Mytilene auf Lesbos; geboren um 620 v. Chr., gestorben um 570 v. Chr., neben Sappho bedeutendster Vertreter der äolischen Lyrik, politischer Sänger der mytilenischen Stasis, Symposions- und Hymnendichter, nur fragmentarisch überliefert und als Namensgeber der alkäischen Strophe besonders durch Horaz für die europäische Odenpoetik wirksam.
- Céleste Alkan Französische Sängerin und Musikerin; eigentlich Céleste Morhange, nach ihrer Heirat Céleste Marix, geboren am 25. Februar 1812 in Paris, gestorben am 25. Dezember 1897 in Paris, Schülerin des Conservatoire de Paris von 1819 bis 1832, 1823 mit einem ersten Preis in Solfège ausgezeichnet, Schwester von Charles-Valentin Alkan und Teil der jüdisch-französischen Musikerfamilie Morhange/Alkan.
- Charles-Valentin Alkan Französischer Komponist, Klaviervirtuose und Organist; eigentlich Charles-Valentin Morhange, geboren am 30. November 1813 in Paris, gestorben am 29. März 1888 in Paris, Schüler des Conservatoire de Paris, zentrale Figur der romantischen Klaviermusik und Schöpfer der Grande Sonate „Les Quatre Âges“, der Etüdenzyklen op. 35 und op. 39, der Symphonie pour piano seul, des Concerto pour piano seul, der 48 Esquisses, der 13 Prières und zahlreicher Orgel-, Pedalflügel-, Kammermusik- und Transkriptionswerke.
- Ernest Alkan Französischer Flötist; eigentlich Lazare-Ernest-Charles Morhange, geboren am 11. Juli 1816 in Paris, gestorben am 15. August 1876 in Paris, Mitglied der jüdisch-französischen Musikerfamilie Morhange/Alkan, Bruder von Céleste, Charles-Valentin, Maxime, Napoléon und Gustave Alkan und als Schüler Jean-Louis Tulous der französischen Flötentradition des Conservatoire de Paris verbunden.
- Maxime Alkan Französischer Pianist, Komponist populärer Klavier- und Tanzmusik sowie Arrangeur; eigentlich Maxime Morhange, nach modernen Nachweisen geboren am 28. Mai 1818 in Paris und gestorben am 1. März 1891 in Paris, abweichend auch mit 20. Mai 1818 und 2. März 1897 überliefert, Schüler des Conservatoire de Paris, 1829 erster Preis in Solfège, 1834 erster Preis im Klavier bei Pierre-Joseph-Guillaume Zimmermann, Bruder von Céleste, Charles-Valentin, Ernest, Napoléon und Gustave Alkan und Vertreter der Pariser Salon-, Tanz- und Gebrauchsmusik des 19. Jahrhunderts.
- Napoléon Alkan Französischer Komponist, Pianist und Musikpädagoge; eigentlich Napoléon Alexandre Morhange, geboren am 2. Februar 1826 in Paris, gestorben am 29. August 1906 in Paris, Bruder von Céleste, Charles-Valentin, Ernest, Maxime und Gustave Alkan, Schüler des Conservatoire de Paris, 1843 erster Preis im Klavier, 1850 Second Grand Prix de Rome mit der Kantate Emma et Eginhard und von 1845 bis 1896 als Solfège-Lehrer beziehungsweise Professor am Conservatoire tätig.
- Gustave Alkan Französischer Pianist und Komponist leichter Klavier-, Walzer-, Marsch- und Salonmusik; eigentlich Gustave-Alphonse Morhange, geboren am 24. März 1827 in Paris, gestorben am 26. April 1882 in Paris, jüngstes Mitglied der jüdisch-französischen Musikerfamilie Morhange/Alkan, Schüler des Conservatoire de Paris bei François Bazin und Fromental Halévy, Bruder von Céleste, Charles-Valentin, Ernest, Maxime und Napoléon Alkan sowie nachweisbar durch Werke wie Souvenir de Biarritz op. 2, Albertine! op. 3, Deux Marches pour piano op. 4 und Georgina.
- Alkman Griechischer Chorlyriker der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts v. Chr.; nach einer antiken Herkunftstradition aus Sardeis in Lydien, nach anderer Überlieferung lakonisch-spartanisch verortet, frühester großer Vertreter der erhaltenen dorisch-spartanischen Chorlyrik, besonders wichtig durch Partheneia beziehungsweise Mädchenchorlieder wie das Louvre-Partheneion, durch seine Verbindung von Lyrik, Musik, Tanz, Mythos, Ritual und spartanischer Festkultur sowie durch die fragmentarische Überlieferung eines in der Antike auf sechs Bücher bezogenen Werkbestands.
- Alkuin Angelsächsischer Gelehrter, Theologe, Lehrer, Dichter und Berater Karls des Großen; zentrale Gestalt der karolingischen Bildungsreform und der lateinischen Schul- und Schriftkultur des frühen Mittelalters.
- Leone Allacci Griechisch-italienischer Theologe, Lehrer, Philologe, Bibliothekar und Literaturhistoriker; vermittelte zwischen griechischer und lateinischer Gelehrtenkultur und wurde mit der Drammaturgia zu einer wichtigen Quelle der Theater- und Opernbibliographie.
- Miḫāʾīl Allah Wīrdī Syrischer Musikwissenschaftler, Musiktheoretiker, Musikschriftsteller und Dichter; verband arabisch-orientalische Musiktheorie mit Akustik, Mathematik, Maqām-Lehre, Friedensdenken und kulturpolitischer Programmatik.
- Allauddin Khan Indischer Instrumentalist, Sarodspieler, Komponist und Musikpädagoge; prägte in Maihar die moderne Maihar-Gharana und bildete Musiker wie Ali Akbar Khan, Annapurna Devi, Ravi Shankar und Nikhil Banerjee aus.
- Teresa Maddalena Allegranti Italienische Sopranistin und Opernsängerin des späten 18. Jahrhunderts; wirkte in Venedig, Mannheim, London und Dresden und wurde besonders als Koloraturvirtuosin und prima donna buffa bekannt.
- Gregorio Allegri Römischer Komponist, Sänger, Priester und päpstlicher Kapellsänger; wurde vor allem durch das Miserere mei, Deus der Sixtinischen Kapelle berühmt und verbindet römische Polyphonie, stile antico und frühbarocke Kirchenmusik.
- Domenico Allegri Römischer Komponist, Sänger und Kapellmeister des frühen 17. Jahrhunderts; Bruder Gregorio Allegris und früher Vertreter einer geistlichen Vokalmusik mit selbständigen Instrumentalpartien.
- Lorenzo Allegri Florentiner Lautenist, Komponist und Hofmusiker der Medici; schuf mit Il primo libro delle musiche von 1618 eine wichtige Quelle höfischer Tanz-, Fest- und Bühnenmusik des frühen 17. Jahrhunderts.
- Allegri String Quartet Britisches Streichquartett, 1953 in London gegründet und nach Gregorio Allegri benannt; prägte über Jahrzehnte klassische und zeitgenössische Kammermusik, Aufnahmekultur, Uraufführungen und musikpädagogische Vermittlung.
- Alleluia Hebräisch-christlicher Jubelruf aus halelu und Yah; zentrale liturgische Akklamation, gregorianische Choralform, Osterzeichen und musikalisch-kulturelles Symbol des Gotteslobs.
- Allemande Europäische Tanz- und Instrumentalform vom 16. bis zum Ende des 18. Jahrhunderts; zunächst als deutscher beziehungsweise deutsch benannter Paartanz, später als stilisierter erster Satz der barocken Suite vor Courante, Sarabande und Gigue bedeutend.
- Geri Antoinette Allen Amerikanische Jazz-Pianistin, Komponistin, Musikethnologin und Hochschullehrerin; verband Detroit-Jazz, Postbop, Avantgarde, M-Base, afroamerikanische Musikgeschichte und akademische Vermittlung zu einem eigenständigen modernen Klavierstil.
- Henry „Red“ Allen Amerikanischer Jazztrompeter, Sänger und Bandleader aus Algiers bei New Orleans; verband New-Orleans-Tradition, Swing, Traditional Jazz und eine eigenwillig moderne, sprachähnliche Trompetenphrasierung.
- Hugh Percy Allen Englischer Organist, Dirigent, Musikorganisator und Hochschullehrer; prägte New College Oxford, den Oxford Bach Choir, den London Bach Choir, das Royal College of Music und die institutionelle Förderung britischer Musik im frühen 20. Jahrhundert.
- Richard Allen Amerikanischer Gesangbuch-Bearbeiter, Methodistenprediger und Gründer der African Methodist Episcopal Church; veröffentlichte 1801 frühe Hymnensammlungen für eine afroamerikanische Gemeinde und prägte die schwarze protestantische Gemeindegesangskultur.
- Thomas Boaz Allen Englischer Bariton, Opernsänger, Liedinterpret, Regisseur und Hochschullehrer; prägte als Sir Thomas Allen besonders Mozart-, Britten-, Rossini- und Charakterpartien an Covent Garden, der Metropolitan Opera und weiteren internationalen Opernhäusern.
- Pedro Humberto Allende-Sarón Chilenischer Komponist, Musikwissenschaftler und Musikpädagoge; Pionier des musikalischen Nationalismus in Chile, der Volksmusik, Mapuche-Bezüge, Tonada, urbane Straßenrufe und europäische Kunstmusik zu einem eigenständigen modernen Stil verband.
- Juan Allende-Blin Chilenisch-deutscher Komponist, Musikpublizist, Radiokünstler und Exilforscher; verbindet Neue Wiener Schule, Nachkriegsavantgarde, Orgelklangforschung, radiophone Collage und Erinnerung an verdrängte Musiktraditionen.
- Kaspar Alletsee Münchner Lauten- und Geigenmacher des 18. Jahrhunderts; Sohn und Schüler von Paulus Alletsee und Vertreter der süddeutschen Werkstatttradition zwischen Füssener Instrumentenbau, Münchner Hofmusik und historischer Saiteninstrumentenkultur.
- Paulus Alletsee Süddeutscher Lauten- und Geigenmacher aus dem Raum Hohenschwangau, Schwangau und Waltenhofen bei Füssen; wirkte in München als kurfürstlicher Hof-Lauten- und Geigenmacher und steht für die Verbindung von Füssener Instrumentenbau, Münchner Hofmusik und barocker Streichinstrumentenkultur.
- Giuseppe Allevi Italienischer Barockkomponist und maestro di cappella am Dom von Piacenza; bekannt durch die Compositioni sacre von 1654, 1662 und 1668 mit Motetten, geistlichen Dialogen, Totenmesse, Litanien und Triosonaten.
- Frances Allitsen Englische Komponistin, Sängerin und Gesangspädagogin, eigentlich Mary Frances Bumpus; bekannt durch viktorianische und edwardianische Lieder wie The Lord is My Light, The Lute Player, A Song of Thanksgiving und There’s a Land.
- Gerhard Allroggen Deutscher Musikwissenschaftler, Editor und Hochschullehrer; prägte die Hoffmann-, Mozart-, Opern- und Weber-Forschung und war Herausgeber der Carl-Maria-von-Weber-Gesamtausgabe.
- Richard Allwood Englischer Komponist und Priester des 16. Jahrhunderts; überliefert durch die sechsstimmige Missa Praise him praiseworthy in den Forrest-Heyther-Partbooks sowie durch Tasten- und Instrumentalstücke im Mulliner Book.
- Almās Ägyptisch-arabische Sängerin der Khedivenzeit, auch Almaż, Almaz und Almas; berühmt als Primadonna des Kairoer Musiklebens, verbunden mit ʿAbduh al-Ḥāmūlī, höfischer Patronage, ʿawālim-Tradition und vorphonographischer Nahḍa-Musik.
- Antonio Jacques de Almeida Französischer Dirigent und Musikwissenschaftler portugiesisch-amerikanischer Herkunft; bekannt als Offenbach-Forscher, Autor des Thematic Catalogue of the Works of Jacques Offenbach, Musikdirektor in Nizza und Moskau sowie Interpret französischer Opern und wiederentdeckter Orchesterwerke.
- Francisco António de Almeida Portugiesischer Komponist und Organist des Barock; Rom-Stipendiat João V., Organist der königlichen und patriarchalen Kapelle in Lissabon und wichtiger Wegbereiter italienischer Oper, Serenata und Oratoriumskultur in Portugal.
- Carl Almenräder Deutscher Fagottist, Instrumentenbauer, Komponist und Fagottpädagoge; entwickelte mit Gottfried Webers akustischen Anregungen das Fagott weiter, veröffentlichte grundlegende Schriften und gründete 1831 mit Johann Adam Heckel die Biebricher Fagott-Fabrik.
- Giovanni Paolo Almeri Italienischer Komponist und Kirchenmusiker des 17. Jahrhunderts aus Senigallia; Kapellmeister an der dortigen Kathedrale und vor allem durch die venezianischen Motetti a voce sola sowie wenige handschriftliche Motetten- und Kantatenzuschreibungen greifbar.
- Atso Aksel Almila Finnischer Dirigent, Komponist, Trombonist und Pädagoge; Schüler Jorma Panulas, langjähriger Opern-, Theater- und Orchesterdirigent, Professor für Orchesterleitung an der Sibelius-Akademie und produktiver Komponist von Opern, Sinfonien, Konzerten, Bläsermusik, Kammermusik sowie Film- und Fernsehmusik.
- Juan Álvarez de Almorox Spanischer Renaissance-Komponist und Sänger, auch Almoroix; wirkte im Umfeld der Hofkapelle Ferdinands des Katholischen und später in Segovia, überliefert durch drei Stücke im Cancionero Musical de Palacio, darunter Gaeta nos es subjeta, sowie durch eine dreistimmige Missa sine nomine.
- Carl Jonas Love Almqvist Schwedischer Schriftsteller, Dichter, Komponist, Journalist und Pädagoge; Autor von Törnrosens Bok, Drottningens Juvelsmycke, Det går an und Songes, dessen Werk Romantik, frühen Realismus, Sozialkritik, Musikpoetik und Bildungsreform verbindet.
- Eyvind Alnæs Norwegischer Komponist, Dirigent, Organist und Chordirigent; bedeutender Romanzenkomponist um 1900, Domkantor an der Osloer Domkirche, Mitbegründer der Norsk Komponistforening und Autor von Liedern, Männerchören, Orgelpräludien, Klavierwerken, zwei Sinfonien und einem Klavierkonzert.
- Hasan Ferid Alnar Türkischer Komponist, Dirigent und kanûn-Virtuose, auch Hasan Ferit Alnar; Mitglied der Türkischen Fünf, Vermittler zwischen makam, usul, klassischer türkischer Kunstmusik und westlicher Konzertform sowie Schöpfer des bedeutenden Kanun Konçertosu.
- Giovanni Battista Aloisi Italienischer Komponist, Minorit, Organist und Kapellmeister des frühen 17. Jahrhunderts, auch Alovisi, Aloysi, Alvigi oder Alouisi; vermittelte mit venezianisch gedruckten Sammlungen wie Coelestis Parnasus, Harmonicum Coelum und Vellus Aureum den italienischen Frühbarock in den mährisch-böhmischen Raum.
- Daniel Alomía Robles Peruanischer Musikethnologe, Komponist und Folklorist; Schöpfer der Zarzuela El cóndor pasa, Sammler andiner Melodien und Schlüsselfigur des musikalischen Indigenismus sowie der peruanischen Nationalmusik.
- Carmelo Alonso Bernaola Baskisch-spanischer Komponist, Klarinettist, Film- und Fernsehmusikkomponist, Pädagoge und Vertreter der Generación del 51; prägte die spanische Nachkriegsavantgarde durch serielle Verfahren, flexible Musik, kontrollierte Aleatorik, Klangtexturen, Sinfonien, Kammermusik und populäre Medienmusiken wie Verano azul.
- Miguel Alonso Gómez Spanischer Komponist, Musikwissenschaftler, Organist, Priester, Liturgiker und Rundfunkmusiker; der Generación del 51 zugerechnet, prägte er eine eigenständige Moderne zwischen gregorianischer Tradition, liturgischer Reform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, kastilischer Volksmusik, Avantgarde, Radiokunst und RTVE-/RNE-Musikvermittlung.
- Flor Alpaerts Flämisch-belgischer Komponist, Dirigent und Musikpädagoge aus Antwerpen; wichtiger Vertreter des flämischen Impressionismus, Leiter der Dierentuinconcerten, Direktor des Antwerpener Conservatoriums und Schöpfer von Pallieter, Shylock und der James Ensor Suite.
- Gitta Alpár Ungarische Koloratursopranistin, Opern-, Operetten-, Film- und Exilsängerin jüdischer Herkunft; als Berliner Star von Ball im Savoy und Die Dubarry gefeiert, nach 1933 verfolgt und zur Emigration gezwungen.
- Alpenmusik Stil- und Kulturbegriff für alpenländische Volksmusik; umfasst vor allem Jodeln, Naturjodel, Jodellied, Alphorn- und Hirtenmusik, Ländler, Gstanzl, Schuhplattler, Stubenmusik, Bläserweisen, Volksmusikpflege, touristische Folklorisierung und moderne Popularisierungen im Alpenraum.
- Herb Alpert US-amerikanischer Trompeter, Komponist, Arrangeur, Orchesterleiter, Sänger, Produzent, Mitgründer von A&M Records, Bildkünstler und Philanthrop; prägte mit Herb Alpert & The Tijuana Brass den Tijuana-Brass-Sound, erreichte mit This Guy’s in Love with You und Rise Nr.-1-Hits und wurde mit Jerry Moss in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.
- Julius Alsleben Berliner Musikwissenschaftler, Musikschriftsteller, Musikpädagoge, Komponist, Organist und Pianist; Vorsitzender des Berliner Tonkünstler-Vereins, Redakteur musikjournalistischer Organe und Autor von Schriften zu Musikgeschichte, Klavierspiel, musikalischem Lehramt, Schulgesang und Hochschulreform.
- Birgitte Alsted dänische Komponistin und Geigerin, deren Werk elektronische und elektroakustische Musik, Musiktheater, Improvisation, Performance, Klanginstallation und Kammermusik miteinander verbindet.
- Johann Heinrich Alsted reformierter Theologe, Philosoph, Pädagoge, Enzyklopädist, Polyhistor und Musiktheoretiker, dessen enzyklopädische Werke die Musik als mathematische und praktische Disziplin in eine umfassende frühneuzeitliche Wissensordnung einfügten.
- Michael Alt deutscher Musikpädagoge, Musikdidaktiker und Hochschullehrer, dessen Didaktik der Musik die werkorientierte Musikdidaktik der Bundesrepublik maßgeblich prägte und zugleich wegen ihrer historischen Voraussetzungen kritisch diskutiert wird.
- Philipp Samuel Alt Weimarer Organist, Komponist, Kopist, Bassist der Hofkapelle und Hofadvokat im Umfeld Johann Sebastian Bachs und Johann Gottfried Walthers; ältere Quellen nennen seinen Tod um 1750, neuere Bach-Nachweise 1765.
- Alta auch Bläser-Alta, alta capella oder alta musica; laute Bläserkapelle des 15. Jahrhunderts mit Schalmei, Pommer beziehungsweise Bombarde und Blechblasinstrumenten, wichtig für Hofmusik, Stadtmusik, Tanz, Festkultur und frühe Bläserpolyphonie.
- Altamerika musikarchäologisches Sachlemma zu frühen präkolonialen Epochen Lateinamerikas mit Schwerpunkt auf Klangartefakten, Instrumentenfunden, Bildquellen, Ritualkontexten und präkolumbischen Musikkulturen Mesoamerikas und des Andenraums.
- Altdorf Altdorf bei Nürnberg; frühneuzeitlicher Universitäts-, Schul-, Humanismus- und Musikort, an dem die aus der Nürnberger Melanchthon-Schultradition hervorgegangene Altdorfina von 1575 bis 1809 wirkte.
- Maarten Altena niederländischer Komponist, Kontrabassist, Improvisator und Ensembleleiter, dessen Werk freie Improvisation, Jazz, Neue Musik, Musiktheater, Tanz und präzise Ensemblekomposition verbindet.
- Altenburg sächsisch-thüringische Residenz-, Hofmusik-, Orgel- und Theaterstadt, deren Musikgeschichte besonders mit den Hofhaltungen Sachsen-Altenburgs, der Trost-Orgel, Johann Sebastian Bach, Johann Ludwig Krebs und dem Altenburger Hoftheater verbunden ist.
- Detlef Altenburg deutscher Musikwissenschaftler, Liszt-Forscher, Editionsphilologe, Hochschullehrer und Wissenschaftsorganisator, der besonders durch Arbeiten zu Franz Liszt, Programmmusik, Trompetengeschichte und als Präsident der Gesellschaft für Musikforschung hervorgetreten ist.
- Johann Ernst Altenburg Trompeter, Organist, Komponist und Musiktheoretiker, dessen Versuch einer Anleitung zur heroisch-musikalischen Trompeter- und Pauker-Kunst von 1795 zu den wichtigsten Quellen der alten Trompeter-, Pauker- und Clarinblaskunst gehört.
- Michael Altenburg evangelischer Theologe, Pfarrer, Kantor, Pädagoge und Komponist der thüringischen Kirchenmusik, bedeutend durch Kirchenliedmelodien, Kantoreipraxis, geistliche Vokalwerke, Intraden und frühe Festmusik mit Trompeten- und Paukenchören.
- Wilhelm Altmann deutscher Musikbibliothekar, Musikschriftsteller, Historiker, Herausgeber und Kammermusik-Bibliograph, der die Deutsche Musik-Sammlung in Berlin aufbaute und mit Kammermusik-, Violin-, Orchester- und Tonkünstler-Nachschlagewerken die praktische Musikbibliographie des frühen 20. Jahrhunderts prägte.
- Johann Christoph Altnickol Organist, Komponist, Kopist, Basssänger, Bach-Schüler und Schwiegersohn Johann Sebastian Bachs, bedeutend als Naumburger Organist, Überlieferungsträger der Bach-Werkstatt und Schöpfer geistlicher Vokal- und Tastenmusik.
- Altslawische Musik quellenkritischer Sammelbegriff für frühe slawische Musikkultur vor und nach der Christianisierung, für altslawische Liturgie, byzantinisch-slawischen Kirchengesang, Glagolitik, Glagolitischen Gesang und spätere regionale slavische Kirchengesangstraditionen.
- Luigi Alva peruanischer Tenor und stilprägender tenore di grazia, der besonders als Mozart-, Rossini- und Donizetti-Interpret an Scala, Salzburg, Aix-en-Provence, Glyndebourne, Covent Garden und Metropolitan Opera berühmt wurde.
- Diego de Alvarado aus Vizcaya stammender Komponist und Organist der Königlichen Kapelle in Lissabon, bedeutend als Vertreter der iberisch-portugiesischen Orgeltradition um 1600 mit wenigen, aber quellenkundlich wichtigen Tiento- und Pange-lingua-Überlieferungen.
- Elias Álvares Lobo brasilianischer Kirchenmusiker, Musiklehrer, Dirigent und Komponist, bedeutend durch die frühe Oper A noite de São João, umfangreiche sakrale Musik, Modinhas, Lundus, Bandmusik und musikpädagogische Arbeiten im Brasilien des 19. Jahrhunderts.
- Luís Álvares Pinto brasilianischer Musiklehrer, Kapellmeister, Komponist, Solfeggio-Theoretiker und Dichter des kolonialen Recife, bedeutend durch das Te Deum laudamus, frühe musikpädagogische Lehrwerke wie Arte de Solfejar und Muzico e moderno systema sowie durch seine Rolle in der Kirchenmusik Pernambucos.
- Fermín María Álvarez Mediavilla spanischer Rechtsanwalt, Liedkomponist, Pianist, Mäzen und Salonorganisator, bedeutend als Vertreter der canción de salón, der spanischen Romanze und der Madrider Musik- und Literatursalons des 19. Jahrhunderts.
- Max Alvary deutscher Sänger und Tenor, eigentlich Maximilian Franz Achenbach, bedeutend als eigenwilliger Wagner-Interpret des späten 19. Jahrhunderts, besonders als Siegfried, Tristan, Tannhäuser, Lohengrin und Stolzing an Metropolitan Opera, Bayreuth, Hamburg, München und Covent Garden.
- Giovanni Battista Alveri Bologneser Musiker und Komponist von Vokalwerken, bedeutend durch seine Cantate a voce sola da Camera, die Arie italiane amorose e lamentabili, geistliche Kantaten und die 1691 im Braunschweig-Wolfenbütteler Hofkontext aufgeführten Opern Il re pastore und L’Isione.
- William Alwyn britischer Komponist, Flötist, Musikpädagoge, Dirigent, Filmmusikkomponist, Schriftsteller und Maler, bedeutend durch fünf Symphonien, Konzerte, Opern wie Miss Julie, Kammer- und Klaviermusik sowie rund zweihundert Filmkompositionen für das britische Kino des 20. Jahrhunderts.
- Alypios spätantiker griechischer Musiktheoretiker, wichtig durch die Eisagoge mousike, die zentrale Quelle zur altgriechischen vokalen und instrumentalen Notation, zu den fünfzehn Tonoi und zu den drei Tongeschlechtern diatonisch, chromatisch und enharmonisch.
- Maryanne Amacher US-amerikanische Multimediakünstlerin, Performerin, Komponistin und Klanginstallationskünstlerin, bedeutend durch City Links, Music for Sound-Joined Rooms, Mini-Sound Series, Sound Characters und ihre Arbeit mit psychoakustischen Phänomenen, otoakustischen Emissionen und Third Ear Music.
- Filippo Amadei italienischer Komponist und Cellist, auch Filippo Amadio, genannt Pippo del Violoncello, identisch mit Filippo Mattei; wirkte im römischen Kardinalsmilieu und an der Londoner Royal Academy of Music, bedeutend durch Oratorien, Serenaten, Arsace und den ersten Akt von Il Muzio Scevola.
- Michelangelo Amadei italienischer Komponist, Kapellmeister, Organist und Kanoniker aus Cortona, bedeutend durch die geistlichen Motettendrucke Motecta Liber Primus von 1614 und Motecta Liber Secundus von 1615, die den Übergang von spätrenaissancehafter Vokalpolyphonie zur frühbarocken Basso-continuo-Praxis dokumentieren.
- Amadeus Quartet englisches Streichquartett, 1947 gegründet und 1948 erstmals unter diesem Namen in der Wigmore Hall aufgetreten; in unveränderter Besetzung mit Norbert Brainin, Siegmund Nissel, Peter Schidlof und Martin Lovett eines der prägenden Kammermusikensembles des 20. Jahrhunderts, besonders bedeutend durch Mozart-, Beethoven-, Schubert-, Brahms- und Britten-Interpretationen.
- Ricciardo Amadino wahrscheinlich aus dem Raum Brescia stammender venezianischer Drucker und Musikverleger, in Venedig von 1579 bis 1621 tätig; bedeutend durch seine Zusammenarbeit mit Giacomo Vincenti, zahlreiche Madrigal-, Motetten-, Kirchenmusik- und Musiktheoriedrucke sowie zentrale Monteverdi-Drucke wie L’Orfeo von 1609 und die Kirchenmusiksammlung von 1610.
- Giuseppe Amadori römischer Komponist, Organist, Cembalist und Lehrer um 1700, im Umfeld von Kardinal Pietro Ottoboni, Chiesa Nuova, San Giacomo degli Incurabili und Collegio Nazareno tätig; bedeutend durch das Oratorium Il martirio di San Adriano, mehrere Kantaten, geistliche Werke wie Pange lingua und Beatus vir sowie durch seine Lehrbeziehung zu Jean-Noël Hamal; nicht zu verwechseln mit dem Sänger Giovanni Tedeschi, genannt Amadori.
- Symphosius Fortunatus Amalarius karolingischer Liturgiker, Theologe und Bischof, auch Amalar oder Amalarius von Metz, bedeutend durch den Liber officialis, De ordine antiphonarii und seine allegorische Auslegung von Messe, Stundengebet, Antiphonar und gesungener Liturgie im Rahmen der karolingischen Liturgiereform.
- Amalia Catharina, Gräfin von Erbach Komponistin und Lieddichterin des Pietismus, geborene Gräfin von Waldeck-Eisenberg und durch Heirat Gräfin von Erbach-Erbach; bedeutend durch die 1692 in Hildburghausen gedruckte Andächtige Sing-Lust, eine seltene Sammlung geistlicher Hausandachtslieder mit Morgen-, Abend-, Buß-, Klag-, Trost-, Lob-, Dank- und Lehrliedern sowie musikalischer Generalbassausstattung.
- Amalie Marie Friederike Auguste, Herzogin von Sachsen Komponistin, Librettistin, Musikerin und Lustspielautorin aus dem Haus Wettin, die unter dem Pseudonym A. Serena Opern, Kantaten, Kirchenmusik und Vokalmusik schuf und unter A. Heiter zahlreiche Schau- und Lustspiele veröffentlichte; bedeutend als wiederentdeckte Opernkomponistin des 19. Jahrhunderts und als zentrale Gestalt der Dresdner Hof- und Theaterkultur.
- Licco Amar ungarisch-jüdischer Geiger, Konzertmeister, Primarius und Musikpädagoge, geboren 1891 in Budapest und gestorben 1959 in Freiburg; bedeutend als Namensgeber und erster Geiger des Amar-Quartetts, als Hindemith-Interpret und Förderer Neuer Musik, als Frankfurter Rundfunkmusiker sowie als Exilpädagoge am Konservatorium Ankara und später an der Hochschule für Musik Freiburg.
- Amar-Quartett von Licco Amar als Primarius geleitetes Streichquartett der Weimarer Republik, 1921 im Zusammenhang mit der Donaueschinger Uraufführung von Hindemiths Streichquartett op. 16 entstanden und ab 1922 als Ensemble der Neuen Musik etabliert; Paul Hindemith spielte bis 1929 Bratsche, das Quartett wurde durch Uraufführungen, moderne Programme, europäische Konzertreisen, historische Aufnahmen und seine spätere Erinnerungslinie zum Zürcher Amar Quartett bedeutend.
- Geōrgios Amargianakēs griechischer Musikethnologe, Musikwissenschaftler und Professor, geboren 1938 in Anatoli bei Ierapetra auf Kreta und gestorben 2003; bedeutend durch Forschungen zu kretischer Musik, griechischer Volksmusik, byzantinischer Musik, Sticherarion-Überlieferung, musikalischer Feldforschung, die Institutionalisierung der Ethnomusikologie an den Universitäten Kreta und Athen sowie durch das nach ihm benannte audiovisuelle Amargianakis-Archiv.
- Juan Carlos Amat katalanischer Arzt, Musiker, Gitarrist, Gitarrentheoretiker, Schriftsteller und Kommunalpolitiker, eigentlich Joan Carles i Amat; bedeutend durch die frühe Gitarrenschule Guitarra española y vandola, medizinische Schriften wie Fructus medicinae, die 400 aforismes catalans und seine Rolle in der Musik- und Schriftkultur Monistrols und Montserrats um 1600.
- Andrea Amati (I) Cremoneser Geigenbauer des 16. Jahrhunderts, geboren um 1500–1505 in Cremona und 1577 ebenda begraben; gilt als frühester namentlich bekannter Hersteller von Instrumenten der modernen Violinfamilie, als Begründer der Amati-Werkstatt und als formbildende Ausgangsfigur des klassischen Cremoneser Geigenbaus, besonders durch Violinen, Violen und Bassinstrumente für den französischen Hof unter Charles IX.
- Antonio Amati Cremoneser Geigenbauer, geboren um 1537/1540 in Cremona und gestorben 1607 ebenda; Sohn Andrea Amatis, älterer Bruder Girolamo Amatis und Mitträger der zweiten Amati-Generation, die die väterlichen Modelle der Violinfamilie nach 1577 in der Werkstatt der „Brüder Amati“ weiterentwickelte und damit die klassische Cremoneser Geigenbautradition festigte.
- Girolamo Amati (I) Cremoneser Geigenbauer, auch Ieronimo oder Hieronymus Amati, geboren um 1550 beziehungsweise nach Bonetti 1561 in Cremona und gestorben 1630 ebenda; Sohn Andrea Amatis, Bruder Antonio Amatis und Vater Nicolò Amatis, zunächst Schüler und Mitarbeiter des Vaters, nach 1577 Mitträger der Brüder-Amati-Werkstatt und nach der Teilung von 1588 Hauptfigur jener Amati-Produktion, die die Cremoneser Violinfamilie bis zur Pest von 1630 weiter festigte.
- Nicolò Amati Cremoneser Geigenbauer, geboren am 3. Dezember 1596 in Cremona und gestorben am 12. April 1684 ebenda; Schüler und Nachfolger Girolamo Amatis, bedeutendster Meister der Amati-Dynastie, Erneuerer der Werkstatt nach der Pest von 1630, Entwickler des Grand-Amati-Modells und prägende Lehrer- beziehungsweise Vorbildfigur für Andrea Guarneri, Giovanni Battista Rogeri, Giacomo Gennaro, Francesco Rugeri, Antonio Stradivari und die spätere Cremoneser Geigenbautradition.
- Girolamo Amati (II) Cremoneser Geigenbauer, auch Jeronimo oder Hieronymus Amati, geboren am 26. Mai 1649 in Cremona und gestorben am 21. Februar 1740 ebenda; Sohn, Schüler und Nachfolger Nicolò Amatis, letzter bedeutender Vertreter der Amati-Dynastie und eine Übergangsfigur zwischen dem klassischen Amati-Erbe, der Konkurrenz durch Stradivari, Guarneri und Rugeri sowie dem Ende der großen Cremoneser Familienwerkstatt der Amati.
- Andrea Amati (II) Cremoneser Maestro liutaro, archivalisch Ende des 16. Jahrhunderts bis 1611 belegt; quellenkundlich von Andrea Amati (I) zu unterscheiden, genealogisch innerhalb der Amati-Familie nicht sicher einzuordnen und vor allem als Hinweis auf die komplexe Werkstatt-, Namens- und Zuschreibungsgeschichte des frühen Cremoneser Geigenbaus bedeutsam.
- Pasquale Amato Italienischer Opernbariton, geboren am 21. März 1878 in Neapel und gestorben am 12. August 1942 in Jackson Heights, Queens; führender Metropolitan-Opera-Sänger von 1908 bis 1921, Uraufführungsinterpret des Jack Rance in Puccinis La fanciulla del West, wichtiger Verdi- und Verismo-Bariton, früher Schallplattenkünstler und späterer Gesangspädagoge in den Vereinigten Staaten.
- (Epifanio) Vincenzo Amato Sizilianischer Komponist, Priester, Theologe und Maestro di cappella der Kathedrale von Palermo, geboren am 5. Januar 1629 in Ciminna und gestorben am 29. Juli 1670 in Palermo; auch D’Amato, De Amato oder Di Amato genannt, wichtig durch geistliche Concerti, Messen, Vesper- und Kompletpsalmen sowie Passionsvertonungen nach Matthäus und Johannes im Kontext der palermitanischen Kirchenmusik des 17. Jahrhunderts.
- Charles d’Ambleville Französischer Jesuitenpater und Komponist geistlicher Musik, geboren Ende des 16. Jahrhunderts nach älterer Überlieferung in der Bourgogne und gestorben am 6. Juli 1637 in Rouen; wichtig durch das Octonarium sacrum von 1634 und die vier- und sechsstimmige Harmonia sacra von 1636, die Magnificat, Psalmen, Hymnen, Antiphonen, Messen, Lauretanische Litaneien und liturgische Gebrauchsmusik für die französische Jesuiten- und Kirchenmusik des frühen 17. Jahrhunderts enthalten.
- Algirdas Jonas Ambrazas Litauischer Musikwissenschaftler, Musiktheoretiker, Hochschullehrer, Herausgeber und Professor, geboren am 11. Februar 1934 in Kaunas und gestorben am 20. Juli 2016 in Nida; prägend durch Forschungen zu Juozas Gruodis, Julius Juzeliūnas, litauischer Musikgeschichte, Harmonielehre, Musikanalyse, nationaler Musikidentität sowie durch seine redaktionelle Arbeit an der Muzikos enciklopedija und an Lietuvos muzikologija.
- August Wilhelm Ambros Österreichisch-böhmischer Musikwissenschaftler, Musikhistoriker, Musikkritiker, Jurist, Komponist und Essayist, geboren am 17. November 1816 in Mauth bei Prag, heute Vysoké Mýto, und gestorben am 28. Juni 1876 in Wien; bedeutend durch seine unvollendet gebliebene Geschichte der Musik, seine Schrift Die Grenzen der Musik und Poesie, seine Prager und Wiener Musikkritik sowie seine Rolle beim Übergang von romantischem Feuilleton zu wissenschaftlicher Musikgeschichtsschreibung.
- Joseph Karl Ambrosch Böhmischer Tenor, Opernsänger, Schauspieler und Komponist, auch Josef Karel Ambrož, geboren am 6. Mai 1759 in Český Krumlov und gestorben am 8. September 1822 in Berlin; wirkte nach Prager Ausbildung und Stationen unter anderem in Hamburg, Wien und Berlin als erster Tenorist des Königlichen Nationaltheaters, trat besonders in Mozart-, Gluck-, Winter- und Paer-Rollen hervor und war an freimaurerischen Liedsammlungen im Berliner Logenumfeld beteiligt.
- Ambrosianischer Gesang Mailändisches lateinisches Choralrepertoire des Ambrosianischen Ritus und neben dem Gregorianischen Gesang eine der wichtigsten eigenständig überlieferten Traditionen des westlichen Kirchengesangs; umfasst Gesänge der Messe und des Stundengebets wie Ingressa, Psalmellus, Alleluia, Confractorium, Transitorium, Antiphonen, Responsorien, Lucernaria, Psallendae, Hymnen und Magnificat-Gesänge.
- Claudio Ambrosini Italienischer Komponist, Dirigent, Musiktheaterautor und Klangforscher, geboren am 9. April 1948 in Venedig; Gründer des Ex Novo Ensemble und des Centro Internazionale per la Ricerca Strumentale, seit den 1970er Jahren mit elektronischer Musik, instrumentaler Forschung, Musiktheater, Orchester- und Kammermusik hervorgetreten und 2007 mit dem Leone d’Oro der Biennale di Venezia für Plurimo (per Emilio Vedova) ausgezeichnet.
- Hermann Ambrosius Deutscher Komponist, Musikpädagoge, Tonmeister und Chorleiter, geboren am 25. Juli 1897 in Hamburg und gestorben am 25. Oktober 1983 in Engen im Hegau; wirkte in Leipzig als Rundfunk-Tonmeister und Konservatoriumslehrer, war Meisterschüler Hans Pfitzners, schrieb ein umfangreiches Œuvre mit Opern, zwölf Sinfonien, Konzerten, Kammermusik, Chorwerken, Liedern, Akkordeonmusik und besonders zahlreichen Werken für Gitarre, Mandoline und Zupforchester, wobei seine NSDAP-Mitgliedschaft und Reichsmusikkammer-Funktion zur kritischen historischen Einordnung gehören.
- Honoré d’Ambruys Französischer Komponist und Gesanglehrer des späten 17. Jahrhunderts, bekannt vor allem durch sein Livre d’airs von 1685 mit ausgeschriebenen zweiten Couplets in Diminution und durch seine Bedeutung für Air de cour, Ornamentik und Basso-continuo-Gesang.
- François Amédée Französischer Komponist des frühen 19. Jahrhunderts, bekannt unter den Pseudonymen Amédée-Adrien und Adrien, dessen Werk vor allem mit dem Pariser Melodram, dem Théâtre de l’Ambigu-Comique und der Theatermusik der Restaurationszeit verbunden ist.
- Elly Ameling Niederländische Sopranistin und bedeutende Lied-, Konzert- und Oratoriensängerin, deren Interpretationen von Bach, Mozart, Schubert, Schumann, Fauré, Debussy, Ravel und Hugo Wolf zu den prägenden vokalen Dokumenten des 20. Jahrhunderts gehören.
- Konrad Ameln Deutscher Musikwissenschaftler, Hymnologe, Kirchenliedforscher und Editor, der durch Das deutsche Kirchenlied, das Jahrbuch für Liturgik und Hymnologie, Lechner-Editionen und die Lüdenscheider Musikpflege die Erforschung und Vermittlung evangelischer Kirchenmusik nachhaltig prägte.
- Amen Hebräische Akklamations- und Bekräftigungsformel mit der Bedeutung „fest“, „wahrhaft“ und „gültig“, die im Gottesdienst als Antwort der Gemeinde, Gebetsschluss, Doxologie-Bestätigung und musikalische Kadenz- beziehungsweise Schlussformel zentrale Bedeutung besitzt.
- Giuseppe Amendola Palermitanischer Komponist, Kapellmeister und Musiklehrer des späten 18. Jahrhunderts, bekannt vor allem durch das dramma giocoso Il Begliar-Bey di Caramania, dessen Aufführungs- und Bearbeitungsgeschichte von Madrid über Bologna bis Dresden reicht.
- René Amengual Chilenischer Komponist, Pianist und Musikpädagoge, der als Mitbegründer der Escuela Moderna de Música, Direktor des Conservatorio Nacional de Música, Autor des Himno de la Universidad de Chile und Schöpfer von Klavier-, Kammer-, Chor- und Orchesterwerken die chilenische Kunstmusik des 20. Jahrhunderts prägte.
- Bernhard Amenreich Deutscher Komponist, Kantor, Organist und Hofkapellmeister der Renaissance, dessen fragmentarisch überliefertes Werk und bewegte Laufbahn zwischen Heilbronn, Heidelberg, Feuchtwangen, Ansbach, Rheinfels und St. Goar die protestantische Schul-, Kirchen- und Hofmusik des 16. Jahrhunderts exemplarisch sichtbar machen.
- Bonifacius Amerbach Basler Humanist, Jurist, Hochschullehrer, Musiker, Musikliebhaber und Sammler der Renaissance, dessen Musikbücher, Korrespondenz, Erasmus-Nachlass und Sammlungskontext für Humanismus, Reformation, Basler Universitätsgeschichte und Renaissance-Musiküberlieferung zentrale Bedeutung besitzen.
- Hermina Maria Amersfoordt-Dijk Niederländische Komponistin und Pianistin des 19. Jahrhunderts, genannt Mina, die als Kindervirtuosin in Felix Meritis auftrat, Klavier-, Kammer-, Lied-, Chor- und Orchesterwerke schrieb und mit Gottes Allgegenwart op. 40 sowie dem Loflied op 25 jaar Haarlemmermeerpolder wichtige Zeugnisse niederländischer bürgerlicher Musikkultur hinterließ.
- Amerus Englischer Priester und Musiktheoretiker des 13. Jahrhunderts, auch Aluredus, Annuerus, Aimerus und Aumerus genannt, dessen 1271 verfasste Practica artis musice zu den wichtigen Quellen für mittelalterliche Musiklehre, Tonar, Mensuralnotation, Polyphonie und Unterrichtspraxis der Ars antiqua gehört.
- Christian Ameyden Aus Oirschot in Brabant stammender Sänger und Komponist, auch Christiaan van der Ameijden genannt, der seit 1563 an der päpstlichen Cappella Sistina in Rom wirkte, 1593/1594 Mastro di cappella war und mit Quel dolce suon, dem Magnificat primi toni und der Missa Fontes et omnia quae moventur in aquis als späte Schlussfigur der niederländischen Polyphonie in Rom hervortritt.
- Daniele Amfitheatrof Russisch geborener, in Italien bei Ottorino Respighi ausgebildeter und später amerikanisch eingebürgerter Dirigent, Konzertkomponist und Hollywood-Filmkomponist, der mit Werken wie Poema del mare, Panorama americano, Lassie Come Home, Guest Wife, Song of the South, Letter from an Unknown Woman, The Naked Jungle und Major Dundee zwischen europäischer Spätromantik und klassischer Studiofilmmusik vermittelte.
- Massimo Amfitheatrof Russischstämmiger italienischer Cellist, auch Massimo Amfiteatrof genannt, Bruder Daniele Amfitheatrofs, der als erster Solo-Cellist der Scala, Solist, Kammermusiker im Trio Santoliquido und Quartetto di Roma, Lehrer und Namensgeber des Levanto Music Festival Amfiteatrof eine wichtige Rolle in der italienischen Cellokultur des 20. Jahrhunderts spielte.
- Amiens Hauptstadt des Départements Somme in der historischen Picardie, antik Samarobriva beziehungsweise Ambianum, bedeutend durch die Kathedrale Notre-Dame d’Amiens, den Beffroi, die Hortillonnages, die Maison de Jules Verne, das Musée de Picardie sowie eine vielschichtige Musik-, Literatur-, Museums- und Erinnerungskultur.
- Jean-Joseph-Marie Amiot Französischer Jesuit, Missionar, Sinologe, Musikforscher und Kulturvermittler, auch Amyot und Qian Deming genannt, der in Beijing wirkte und mit dem Mémoire sur la musique des Chinois, seinen China-Berichten, manjuristischen Arbeiten und Übersetzungen wesentlich zur europäischen Kenntnis chinesischer Musik, Sprache, Geschichte und Gelehrtenkultur beitrug.
- Amir Khan Indischer Hindustani-Sänger, auch Ustad Amir Khan genannt, Begründer der Indore-Gharana, der den Khayal durch langsame, meditative Raga-Entfaltung, Merukhand-Strukturen, Bol-Alap, Sargam, Tarana-Forschung und eine introvertierte, spirituell geprägte Klangästhetik nachhaltig veränderte.
- Charles Amirkhanian Amerikanischer Komponist armenischer Herkunft, Schlagzeuger, Sound Poet, Performance-Künstler, Radioproduzent und Mitbegründer von Other Minds, der mit Text-Sound-Kompositionen wie Dutiful Ducks, elektroakustischen Werken wie Walking Tune, Loudspeakers und Miatsoom sowie durch KPFA, Other Minds und umfangreiche Archivarbeit die experimentelle Musik der amerikanischen Westküste nachhaltig geprägt hat.
- Fikret Amirov Aserbaidschanischer Komponist, auch Fikrət Əmirov und Fikrät Ämirov genannt, Begründer des symphonischen Mugham, der mit Werken wie Şur, Kürd Ovşarı, Gülüstan Bayatı-Şiraz, Sevil, Azərbaycan kapriççiosu und Min bir gecə die Verbindung von Mugham, nationaler Melodik, Oper, Ballett und europäisch-sowjetischer Orchesterkunst prägte.
- Dieter Ammann Schweizer Komponist und Musiker, der aus Jazz, improvisierter Musik und instrumentaler Praxis heraus eine hochverdichtete, energetische Neue Musik entwickelte und mit Werken wie The Freedom of Speech, Boost, Core, TURN, glut, The Piano Concerto («Gran Toccata») und Viola Concerto «no templates» international aufgeführt wird.
- Elias Nikolaus Ammerbach Deutscher Organist, Lehrer, Herausgeber und Intabulierer der Renaissance, auch Elias Nicolaus Ammorbach und Amerbach genannt, der als Thomasorganist in Leipzig wirkte und mit Orgel oder Instrument Tabulatur von 1571, Ein new künstlich Tabulaturbuch von 1575 und dem erweiterten Orgel oder Instrument Tabulaturbuch von 1583 die gedruckte deutsche Orgel- und Tastenmusik wesentlich prägte.
- Eusebius Ammerbach Orgelbauer, Organist, Praeceptor, Lehrer und Orgelsachverständiger des 16. Jahrhunderts, auch Eusebius Amerbach genannt, der seit 1562 in Augsburg wirkte, 1577–1579 die Domorgel, 1580/1581 die Fugger-Orgel in St. Ulrich und Afra baute, 1576 am Ulmer Münster-Orgelprojekt beteiligt war und als bedeutendster Augsburger Orgelbauer seiner Zeit gilt.
- Wolfgang Ammon Evangelisch-lutherischer Pfarrer, geistlicher Dichter, Liederdichter und Komponist des 16. Jahrhunderts, auch Ammonius und Ammonius Verus genannt, der mit den Libri tres odarum ecclesiasticarum und der Psalmodia nova Germanica et Latina deutsche Kirchenlieder der Augsburger Konfession in lateinische, melodisch und metrisch entsprechende Formen übertrug.
- Albert C. Ammons Amerikanischer Jazz-Pianist, Boogie-Woogie-Pionier, Komponist und Bandleader aus Chicago, der mit Boogie Woogie Stomp, Swanee River Boogie, Boogie Woogie Prayer, dem Boogie-Woogie-Trio mit Meade „Lux“ Lewis und Pete Johnson, dem Carnegie-Hall-Konzert From Spirituals to Swing und den ersten Blue-Note-Aufnahmen den Boogie-Woogie international popularisierte.
- John Amner Englischer Komponist, Organist, Informator choristarum und Minor Canon der Kathedrale von Ely, der mit den Sacred Hymnes of 3. 4. 5. and 6. parts for Voyces and Vyols von 1615, Services, Anthems, Consortstücken und Orgelvariationen eine eigenständige Verbindung von jakobäischer Kirchenmusik, geistlicher Hausmusik, Voices-and-Viols-Praxis und englischer Kathedraltradition schuf.
- Cataldo Amodei Sizilianisch-neapolitanischer Barockkomponist, Priester, Maestro di cappella und Lehrer, auch Cataldo Amodeo genannt, der mit dem Primo libro de’ mottetti, den Cantate a voce sola von 1685, mehreren Oratorien, liturgischen Werken und der Serenata La sirena consolata zu den wichtigen frühen Vertretern der neapolitanischen Kantaten- und Kirchenmusik gehört.
- Blasius Amon Tiroler Komponist, Hofkapellsänger, Franziskaner, Priester und Kirchenmusiker der späten Renaissance, auch Blasius Ammon genannt, der mit Liber sacratissimarum … cantionum, Missae quatuor, Sacrae cantiones, Breves et selectae quaedam motetae und Introitus dominicales franko-flämische Vokalpolyphonie, venezianische Mehrchörigkeit und katholische Festliturgie verband.
- Johannes Amon Fränkischer Komponist, Hornist, Violinist, Violist, Pianist, Musikdirektor, Hofkapellmeister und Musikverleger, auch Johann Andreas Amon genannt, der nach Ausbildung bei Giovanni Punto und Antonio Sacchini seit 1789 das Heilbronner Musikleben prägte, 1791 einen umfangreichen Musikverlag gründete und ab 1817 als Kapellmeister am Hof Oettingen-Wallerstein wirkte.
- Angelo Maria Amorevoli Italienischer Tenor und Tenorbariton der Opera seria, auch Amarevoli und Amerevoli genannt, der nach frühen Auftritten in Werken von Vivaldi, Porpora und Hasse an den großen Bühnen Italiens, in London, Wien und vor allem in Dresden wirkte und dort als Hasse-Interpret in Rollen wie Manlio, Solimano, Segeste und Clistene zu den bedeutenden Hofopernsängern des 18. Jahrhunderts gehörte.
- David Werner Amram Amerikanischer Komponist, Hornist, Dirigent, Arrangeur, Multiinstrumentalist, Jazz-French-Horn-Pionier, Film-, Theater- und Opernkomponist, der klassische Konzertmusik, Jazz, Beat-Poesie, Folk, jüdische Musik, Native-American-Impulse, Weltmusik und öffentliche Musikvermittlung in Werken wie Twelfth Night, The Final Ingredient, Triple Concerto, Let Us Remember, Pull My Daisy, Splendor in the Grass und The Manchurian Candidate verbindet.
- Amsterdam Hauptstadt der Niederlande und europäische Kulturmetropole, entstanden an einem Damm der Amstel, seit 1275 urkundlich greifbar und im frühen 14. Jahrhundert mit Stadtrechten ausgestattet; geprägt durch Seehandel, Grachtengürtel, niederländisches Goldenes Zeitalter, Rembrandt, Buchdruck, jüdische Kultur, Museen, Concertgebouw, Oper, Tanz, Jazz, Film, Gegenwartskunst, Festivals und urbane Erinnerungskultur.
- Ephraim Amu Ghanaischer Komponist, Theologe, Musikpädagoge, Musikwissenschaftler, Kirchenmusiker, Instrumentenbauer und Kulturreformer, der als zentrale Gestalt der ghanaischen Kunstmusik gilt, afrikanische Sprachen, Rhythmen und christliche Chormusik verband, die Atenteben förderte und mit Yɛn ara asase ni eines der bedeutendsten patriotischen Lieder Ghanas schuf.
- Gilbert Amy Französischer Komponist, Dirigent, Musikpädagoge und Institutionenleiter, der nach Studien bei Olivier Messiaen, Darius Milhaud, Simone Plé-Caussade und Henriette Puig-Roget zur Generation nach Pierre Boulez gehört, von 1967 bis 1974 den Domaine musical leitete, 1976 das Nouvel Orchestre Philharmonique de Radio-France gründete, von 1984 bis 2000 das Conservatoire de Lyon führte und mit Werken wie Mouvements, Orchestrahl, Missa cum jubilo, Choros, Le Premier Cercle und Cors et cris die französische Nachkriegsavantgarde wesentlich mitprägte.
- August Ferdinand Anacker Deutscher Kantor, Komponist, Musikdirektor und Freiberger Kulturorganisator des 19. Jahrhunderts; besonders bekannt durch die bergmännische Kantate Der Bergmannsgruß op. 17.
- Spirito Anagnino Italienischer Augustiner, bischöflicher Sekretär, Kapellmeister und Komponist geistlicher Vokalmusik des frühen 17. Jahrhunderts; nachweisbar vor allem durch Neapler und Orvietaner Drucke von 1617 und 1625.
- Anakreon Ionischer Lyriker aus Teos und kanonischer Dichter der archaischen griechischen Symposionslyrik; seine nur fragmentarisch überlieferte Wein-, Liebes- und Altersdichtung wurde durch die spätere Anakreontik europaweit wirksam.
- Analyse Musiktheoretisches und musikwissenschaftliches Verfahren zur Aufdeckung, Beschreibung und Vermittlung sinntragender Zusammenhänge innerhalb eines Werks, zwischen mehreren Werken, in Gattung, Stil, Epoche, Aufführung und kultureller Praxis.
- Karel Ančerl Tschechischer Dirigent, Holocaust-Überlebender, Chefdirigent der Tschechischen Philharmonie von 1950 bis 1968 und Musikdirektor des Toronto Symphony Orchestra von 1969 bis 1973; prägend für tschechische Musik, moderne Orchesterdurchhörbarkeit und die Supraphon-Aufnahmekultur.
- Juan de Anchieta Baskisch-spanischer Renaissancekomponist, Sänger und Hofkapellmusiker im Dienst Isabellas von Kastilien, Johannas von Kastilien, Ferdinands des Katholischen und des jungen Karl V.; bedeutend für geistliche Vokalpolyphonie, Messen, Motetten und spanische Cancionero-Lieder um 1500.
- Giovanni Giovenale Ancina Italienischer Oratorianer, Arzt, Theologe, Dichter, Musiker, Komponist, Herausgeber des Tempio armonico von 1599 und späterer Bischof von Saluzzo; bedeutend für Lauda, geistliche Kontrafaktur und katholische Musikfrömmigkeit um 1600.
- Jean Ancot d. Ä. Komponist, Violin- und Klavierlehrer aus Brügge, dessen Werk zwischen französisch geprägter Instrumentalschule, Kirchenmusik, Harmoniemusik und regionaler Musikpädagogik steht.
- Jean Ancot d. J. Violinist, Pianist und Komponist aus Brügge, dessen kurze Laufbahn familiäre Ausbildung, Pariser Konservatorium, Londoner Hof- und Salonpraxis sowie frühromantische Klavier- und Virtuosenmusik verbindet.
- Louis Ancot Pianist, Lehrer und Komponist aus Brügge, dessen Laufbahn zwischen familiärer Ausbildung, Londoner Hofnähe, europäischem Virtuosentum, Klavierunterricht und frühromantischer Salonmusik steht.
- Géza Anda Ungarisch-schweizerischer Pianist und Dirigent, dessen Rang besonders durch Mozart-, Bartók-, Schumann- und Brahms-Interpretationen, den vollständigen Mozart-Klavierkonzertzyklus und seine pädagogische Nachwirkung in Salzburg, Luzern und Zürich bestimmt wird.
- Rosette Anday Ungarisch-österreichische Altistin und Mezzosopranistin der Wiener Staatsoper, deren Karriere von Carmen, Dalila, Brangäne, Amneris und Klytämnestra bis zur NS-Verfolgung und Nachkriegsrückkehr reicht.
- Andechs Oberbayerischer Kloster-, Wallfahrts- und Kulturort auf dem Heiligen Berg östlich des Ammersees, geprägt durch den Reliquienschatz der Grafen von Andechs, die älteste bezeugte Wallfahrt Bayerns, die Benediktinergründung von 1455, die Wallfahrtskirche St. Nikolaus und Elisabeth, Rokokokunst, Orgel- und Kirchenmusik sowie die Erinnerung an Carl Orff.
- Alois Ander Böhmisch-österreichischer Tenor und Kammersänger der Wiener Hofoper, dessen lyrisch-dramatisches Rollenprofil von Flotows Alessandro Stradella über Meyerbeers Le prophète, Beethovens Florestan und Wagners Lohengrin bis zur gescheiterten Wiener Tristan und Isolde-Uraufführung reicht.
- Carl-Olof Anderberg Schwedischer Komponist, Pianist, Dirigent und Arrangeur, dessen Werk zwischen französisch inspirierter Frühphase, schwedischer Film- und Theatermusik, Malmöer Kammerorchesterpraxis, Zwölftontechnik, Serialismus, Aleatorik, Improvisation und eigener Klangkunsttheorie steht.
- Hendrik Anders Aus Thüringen stammender Organist, Komponist, Violinist und Carillonneur in Amsterdam, dessen Werk zwischen lutherischer Kirchenmusik, Amsterdamer Theaterpraxis, niederländischem Zangspel, Instrumentalmusik und bürgerlichem Collegium-musicum-Leben steht.
- Peter Anders Deutscher Tenor, Opern-, Lied-, Oratorien-, Operetten- und Rundfunksänger, dessen Laufbahn vom lyrischen Mozart- und Belcanto-Fach über Schubert-Lied, Schallplatten- und Rundfunkkultur bis zu dramatischen Beethoven-, Wagner- und Verdi-Partien reicht.
- Anton Jörgen Andersen Norwegisch-schwedischer Cellist, Komponist, Kammermusiker und Pädagoge, dessen Wirken mit Stockholm, dem Kungliga Hovkapellet, dem Aulin-Quartett, der Stockholmer Konservatoriumsausbildung, schwedischer Symphonik und einer auffälligen Vorliebe für dunkle Streicherklänge verbunden ist.
- Hans Christian Andersen Dänischer Dichter, Märchenerzähler, Romancier, Dramatiker, Reiseautor und europäischer Kulturvermittler, dessen literarische Märchen wie Die kleine Meerjungfrau, Des Kaisers neue Kleider, Das hässliche Entlein und Die Schneekönigin Kinderliteratur, Weltliteratur, Musik, Theater, Ballett, Film und Illustration nachhaltig geprägt haben.
- Harald Andersén Finnischer Kirchenmusiker, Chordirigent, Kantor, Pädagoge und Komponist, der die finnische Kammerchorbewegung, die Chorleiterausbildung an der Sibelius-Akademie, die liturgische Musik und den Finnischen Rundfunkkammerchor nachhaltig prägte.
- Joachim Andersen Dänischer Flötist, Komponist, Dirigent, Pädagoge und Mitgründer der Berliner Philharmoniker, dessen Flötenetüden, Konzertstücke, Salonstücke, Charakterstücke und Fantasien bis heute zum Kernbestand fortgeschrittener Querflötenausbildung und romantischer Flötenmusik gehören.
- John Anderson Schottischer Komponist, Musiker, Musikhändler und Musikverleger, dessen Sammlungen von Highland Strathspeys, Reels, Country Dances, English und French Dances die schottische Tanzmusik um 1790 zwischen mündlicher Tradition, städtischem Musikdruck, Hausmusik und bürgerlicher Gesellschaftskultur erschließen.
- Julian Anderson Britischer Komponist, Hochschullehrer, Kurator und Vertreter der internationalen Gegenwartsmusik, dessen Werk orchestrale Farbphantasie, spektrales Denken, Chormusik, Musiktheater, Kammermusik und großformatige Konzertwerke wie Diptych, Fantasias, Thebans, Litanies und Symphony No. 2 „Prague Panoramas“ verbindet.
- Laurie Phillips Anderson US-amerikanische Komponistin, Malerin, Bildhauerin, Performance-Künstlerin, Musikerin, Filmemacherin und multimediale Künstlerin, deren Werk Sprache, Stimme, Violine, Elektronik, Installation, Film, Virtual Reality und politische Erzählung von O Superman und United States I–IV bis Heart of a Dog, Landfall, Chalkroom, ARK: United States V und Amelia verbindet.
- Leroy Anderson US-amerikanischer Komponist, Arrangeur und Dirigent, dessen kurze orchestrale Charakterstücke wie Sleigh Ride, The Syncopated Clock, Blue Tango, The Typewriter, Bugler’s Holiday, Sandpaper Ballet und Plink, Plank, Plunk! die amerikanische Light-Music- und Pops-Orchestertradition des 20. Jahrhunderts entscheidend prägten.
- Marian Anderson US-amerikanische Altistin, Konzertsängerin, Spiritual-Interpretin und Opernsängerin, deren Lincoln-Memorial-Konzert von 1939, ihr Metropolitan-Opera-Debüt als Ulrica in Verdis Un ballo in maschera von 1955 und ihre Interpretationen von Spirituals wie Deep River, He’s Got the Whole World in His Hands und My Lord, What a Morning sie zu einer Schlüsselgestalt der Musik- und Bürgerrechtsgeschichte machten.
- Thomas Jefferson Anderson US-amerikanischer Komponist, Dirigent, Orchestrator, Hochschullehrer und emeritierter Tufts-Professor, bekannt als T. J. Anderson, dessen Werk Oper, Orchester, Kammermusik, Chor, Lied, Bandmusik, Jazz, Spiritual, Improvisation und afroamerikanische Geschichtserinnerung verbindet und dessen Orchestrierung von Scott Joplins Treemonisha für die moderne Wiederaufführung des Werkes grundlegend wurde.
- Magnus Andersson Schwedischer Gitarrist, Interpret Neuer Musik, Hochschullehrer, Ensemble-SON-Mitbegründer und prägende Figur des zeitgenössischen Gitarrenrepertoires, besonders verbunden mit Darmstadt, Brian Ferneyhoughs Kurze Schatten II, erweiterten Spieltechniken, schwedischer und italienischer Gegenwartsmusik sowie Aufnahmen wie Chitarra con forza, Short Sounds und The Plucked North.
- Nils Andersson Schwedischer Jurist, Flötist, Volksmusiksammler und Volksmusikaufzeichner, der mit Skånska melodier, der Gründung der Folkmusikkommissionen und der von ihm angestoßenen Editionsreihe Svenska låtar die Dokumentation schwedischer Spielmannsmusik grundlegend prägte.
- Olof Andersson Schwedischer Geigenspielmann, Volksmusiksammler, Volksmusikaufzeichner, Herausgeber und Amanuensis am Musikhistoriska museet, der nach Nils Anderssons Tod die Redaktion und Veröffentlichung von Svenska låtar übernahm und damit eines der wichtigsten Quellenwerke schwedischer Spielmannsmusik prägte.
- Otto Emanuel Andersson Finnlandschwedischer Musikwissenschaftler, Volkskundler, Volksmusiksammler, Chorleiter, Herausgeber, Brage-Gründer und Professor an der Åbo Akademi, dessen Forschungen zu Stråkharpan, finnlandschwedischer Volksmusik, Finlands svenska folkdiktning, Spielmannsmusik, Sibelius-Rezeption und Musikleben in Åbo die nordische Musik- und Volksliedforschung grundlegend prägten.
- Richard Andersson Schwedischer Komponist, Pianist und Klavierpädagoge, vollständig Ernst Christian Richard Andersson, der durch seine 1886 gegründete Musikschule, seine Berliner Ausbildung bei Clara Schumann, Heinrich Barth und Friedrich Kiel, seine Klavierwerke wie die D-Dur-Sonate op. 11 und Skuggor och Dagrar op. 14 sowie seine Schüler Wilhelm Stenhammar, Adolf Wiklund und Astrid Berwald das schwedische Klavierleben um 1900 nachhaltig prägte.
- Francisco de Andrade Portugiesischer Bariton, auch Francisco d’Andrade oder Francesco d’Andrade, der an europäischen Opernhäusern sang, besonders als Don Giovanni berühmt wurde, an der Berliner Oper wirkte, frühe Schallplattenaufnahmen hinterließ und durch Max Slevogts Rollenporträts Das Champagnerlied, „Der Schwarze d’Andrade“ und „Der Rote d’Andrade“ zu einer ikonischen Gestalt der Opern- und Kunstgeschichte um 1900 wurde.
- Mário Raul de Morais Andrade Brasilianischer Schriftsteller, Dichter, Literaturkritiker, Kunstkritiker, Musikwissenschaftler, Volkskundler, Fotograf und Kulturpolitiker, meist Mário de Andrade genannt, zentrale Figur des brasilianischen Modernismo, Autor von Pauliceia desvairada, Macunaíma und Ensaio sobre a música brasileira sowie Initiator der Missão de Pesquisas Folclóricas.
- Peter Andraschke Deutscher Musikwissenschaftler, Mahler-Forscher, Professor für Musikgeschichte an der Justus-Liebig-Universität Gießen und Autor beziehungsweise Herausgeber von Arbeiten zu Gustav Mahlers IX. Symphonie, Neuer Musik, Avantgarde, Musik und Sprache, Intermedialität, Folklore, außereuropäischer Kunstmusik, Fritz Lubrich und Viktor Clariss Czajanek.
- Carl August André Musikalienhändler, Musikverleger, Klavierfabrikant, Instrumentenbauer und Musikschriftsteller aus der Familie André, auch Karl August André genannt, der seit 1835 die Frankfurter Filiale des André-Unternehmens leitete, 1839 eine Pianofortefabrik gründete, die Mechanik des Mozartflügels verbesserte, ein Mozart-Museum mit Originalpartituren eröffnete und 1855 die Schrift Der Klavierbau in seiner Geschichte und seiner technischen und musikalischen Bedeutung veröffentlichte.
- Carl August Johann André Offenbacher und Frankfurter Musikverleger, Kaufmann, Mitinhaber des Musikverlags Johann André und Vertreter der späteren André-Firmengeneration, der 1880 gemeinsam mit seinem Bruder Gustav Adolf André die Nachfolge in Musikalienverlag und Klavierhandlung antrat, nach 1894 auch die Frankfurter André-Firma mittrug, das Offenbacher Konzertwesen förderte, mit der Elegie in Marschform op. 6 als kleiner Komponist greifbar ist und kurz vor dem Ersten Weltkrieg französischsprachige Bekenntnisse zugunsten deutsch-französischer Verständigung veröffentlichte.
- Christian Carl André Pädagoge, Musikkritiker, Schriftsteller, Journalist, Redakteur, Herausgeber, Volksaufklärer, Landwirt und populärwissenschaftlicher Autor der Spätaufklärung, auch Christian Karl Andrä, Andre oder Andreä genannt, der in Arolsen, Schnepfenthal, Gotha, Eisenach, Brünn, Keszthely und Stuttgart wirkte, Musikbildung, Reformpädagogik, Journalismus, Naturkunde, Agraraufklärung und Kalenderwesen miteinander verband und durch Werke sowie Periodika wie Der Landmann, Patriotisches Tageblatt, Hesperus und Oekonomische Neuigkeiten zu einer wichtigen Vermittlungsfigur gemeinnütziger Kultur wurde.
- Gustav Adolf André Offenbacher Musikverleger, Kaufmann und Mitinhaber des Musikverlags Johann André aus der Familie André, auch Adolf André genannt, Sohn Carl August Andrés und Bruder Carl August Johann Andrés, der 1880 gemeinsam mit seinem Bruder die Leitung des Offenbacher Verlags und der Klavierhandlung übernahm, später an der Vereinigung mit der Frankfurter Filiale beteiligt war, das Offenbacher Konzertwesen förderte und nach seinem Tod 1910 über seine Witwe Aurelie André und seinen Sohn Hans André in die weitere Firmenfortführung hineinwirkte.
- Hans André Offenbacher Musikverleger, Verlagsleiter und Vertreter der Familie André, Sohn Gustav Adolf Andrés, der nach der Witwenleitung von 1910 bis 1923 die Führung des Musikverlags Johann André übernahm, 1923 mit dem Musikgeschäft an den Standort Frankfurter Straße 28 verbunden ist, das Unternehmen durch Zwischenkriegszeit, Nationalsozialismus, Kriegszerstörung und frühe Nachkriegsjahre führte und die spätere Fortführung über seine Schwester, seine Witwe, Ute-Margrit André und Hans-Jörg André vorbereitete.
- Jean Baptiste André Pianist, Komponist, Kapellmeister, Hofkapellmeister, Dirigent und Bearbeiter aus der Familie André, auch Jean-Baptiste beziehungsweise Jean Baptiste Andreas André genannt, Sohn Johann Anton Andrés und Bruder Johann August Andrés, der seit etwa 1850 in Berlin als Pianist und Komponist lebte, später am herzoglich-bernburgischen Hof in Ballenstedt wirkte und durch Lieder, Klavierstücke, die Operette Iphigenie in Rheinsberg, Orgelmusik und vierhändige Klavierbearbeitungen greifbar ist.
- Johann André Offenbacher Komponist, Singspielautor, Musikverleger und Gründer des 1774 entstandenen Musikverlags Johann André, auch Jean André genannt, dessen Bühnenwerke wie Der Töpfer, Erwin und Elmire und Belmont und Constanze oder Die Entführung aus dem Serail im Umfeld des frühen deutschen Singspiels stehen und dessen Verlag durch Johann Anton André für Mozart-Überlieferung, Notendruck und Musikverlagsgeschichte grundlegend wurde.
- Johann Anton André Offenbacher Musikverleger, Komponist, Herausgeber, Mozart-Forscher und Musiktheoretiker aus der Familie André, der 1799 den handschriftlichen Mozart-Nachlass von Constanze Mozart erwarb, zahlreiche Mozart-Erstdrucke ermöglichte, die frühe Mozart-Katalogisierung vorbereitete, die Lithographie im Notendruck nutzte und den Musikverlag Johann André zu einer zentralen Institution der Musikverlagsgeschichte ausbaute.
- Johann August André Offenbacher Musikalienverleger, Kaufmann, Verlagsleiter und sozial engagierter Bürger aus der Familie André, Sohn Johann Anton Andrés und Bruder Peter Friedrich Julius Andrés, der 1840 die Geschäftsleitung des Offenbacher Musikverlags Johann André übernahm, den Verlag konsolidierte, preiswerte Neuausgaben klassischer Meister wie Mozart, Beethoven und Haydn förderte und in Offenbach unter anderem in Krankenkasse, Armenverein, Bürgerverein und Bernardstift wirkte.
- Ludwig André Komponist, Arrangeur, Musikverleger, Verlagslektor, Chorleiter und Dirigent aus einer Nebenlinie der Familie André, Enkel von Peter Friedrich beziehungsweise Pierre Frédéric André und Sohn des Opernsängers Hermann André, der seit 1872 in der Firma seines Vormunds Johann August André tätig war, den Ludwig Andréschen Männerchor gründete, den Offenbacher Orchesterverein leitete, Präsident des Maintal-Sängerbundes wurde und unter eigenem Namen sowie unter Pseudonymen wie Franz Ewald, Franz Waldau, Toni Hofer, Willibald Koch und Johann Lander zahlreiche Operetten, Salonstücke, Klavierwerke, Männerchorwerke, Tänze, Märsche und Arrangements veröffentlichte.
- Peter Friedrich Julius André Pianist, Organist, Komponist, Bearbeiter, Musikalienhändler und Prokurist aus der Familie André, meist Julius André genannt, Sohn Johann Anton Andrés und Bruder Carl August Andrés, der Orgelmusik, Klaviermusik, Vokalmusik, Sancta Maria op. 33, eine verbreitete Orgelschule op. 25 und zahlreiche Bearbeitungen für den Musikverlag beziehungsweise das Frankfurter André-Geschäft schuf.
- Mark Andre Deutsch-französischer Komponist der Gegenwart, geboren 1964 in Paris als Marc André, seit 2007 in der Schreibweise Mark Andre, Schüler von Claude Ballif, Gérard Grisey, Helmut Lachenmann und André Richard, Professor für Komposition in Dresden und Autor von Werken wie ...22,13..., ...auf..., wunderzaichen, über, rwḥ, Dasein 1 und Im Entschwinden, in denen fragile Klangprozesse, Live-Elektronik, Ars-subtilior-Denken, protestantische Theologie und eine Ästhetik des Entschwindens zusammenwirken.
- Maurice André Französischer Trompeter, Piccolotrompeten-Pionier, Hochschullehrer und einer der einflussreichsten klassischen Trompetensolisten des 20. Jahrhunderts, der aus dem Bergbaumilieu von Alès kam, bei Raymond Sabarich am Conservatoire de Paris studierte, internationale Wettbewerbe gewann, als Professor die moderne Trompetenausbildung prägte, die Piccolotrompete und barocke Trompetenliteratur weltweit popularisierte und mit mehreren hundert Aufnahmen einen neuen Trompetenkanon von Haydn und Hummel bis Telemann, Bach, Händel, Jolivet und Tomasi schuf.
- Carolus Andreae Auch Karl Endres oder Karl Enders; Benediktiner, Abt von Irsee, Organist und Komponist geistlicher Mehrstimmigkeit um 1600, dessen Geburtsdatum unbekannt ist, der spätestens seit dem späten 16. Jahrhundert im Irseer Musikmilieu greifbar wird, 1612 bis 1627 als Abt wirkte, eine neue Orgel für die Klosterkirche fördern ließ und mit handschriftlich überlieferten Werken wie Magnificat super Si ignoras te, Te Deum laudamus, In exitu Israel, Beatus vir und Falsobordoni zu den prägenden Gestalten der Irseer Klostermusik gehört.
- Andreas de Florentia Auch Andrea da Firenze, Magister Frater Andreas Horghanista de Florentia, Andrea degli Organi, Frate Andrea de’ Servi und Fra Andrea di Giovanni; Florentiner Servit, Organist, Orgelbauer, Ordensadministrator und Komponist der italienischen Ars nova, geboren um 1350 und gestorben 1415, der seit 1375 dem Orden der Servi di Maria angehörte, mit Santissima Annunziata, Pistoia, Francesco Landini, Florentiner Orgelbau und dem Squarcialupi-Codex verbunden ist und vor allem durch rund dreißig weltliche Ballate als zentrale Gestalt der Trecento-Musik hervortritt.
- Andreas von Kreta Auch Andreas Cretensis, Andreas von Jerusalem und Andreas der Melode; byzantinischer Heiliger, Metropolit von Gortyna, Theologe, Homilet und Hymnendichter, geboren um 660 in Damaskus und gestorben an einem 4. Juli, meist 740 datiert, dessen Großer Bußkanon mit etwa 250 Troparien zu den bedeutendsten Texten der byzantinischen Fastenliturgie gehört und die Entwicklung der Kanonform, der orthodoxen Hymnographie, der Bußpoesie und der liturgischen Bibelauslegung nachhaltig prägte.
- Elfrida Andrée Schwedische Komponistin, Organistin, Domorganistin, Dirigentin, Musikpädagogin und Frauenrechtspionierin, geboren 1841 in Visby und gestorben 1929 in Göteborg, erste schwedische Frau mit Organistenexamen, seit 1867 Domorganistin in Göteborg und Autorin eines umfangreichen Œuvres mit der Oper Fritiofs saga, zwei Symphonien, Orgelsymphonien, Kammermusik, Liedern, Chorwerken, zwei schwedischen Messen und der Chorballade Snöfrid.
- Vasilij Vasil’evič Andreev Russischer Balalajkavirtuose, Dirigent, Komponist, Pädagoge, Instrumentenreformer und Begründer des modernen russischen Volksinstrumentenorchesters, geboren 1861 in Bežeck und gestorben 1918 in Petrograd, der die Balalajka durch bauliche Reform, chromatische Bundierung, standardisierte Instrumentenfamilien, Unterrichtswerke, Walzer, Märsche, Volksliedbearbeitungen, den Kreis der Balalajkaspieler und das Velikorussische Orchester vom volkstümlichen Begleitinstrument zum nationalen Konzert- und Orchesterinstrument erhob.
- Francesco Andreini Italienischer Schauspieler, Capocomico und Autor der Commedia dell’arte, geboren vor beziehungsweise um 1548 in Pistoia und gestorben am 20. August 1624 in Mantua, Ehemann Isabella Andreinis, Vater Giovan Battista Andreinis, zentrale Gestalt der Compagnia dei Gelosi und berühmter Darsteller des Capitan Spavento, dessen Bravure del Capitano Spavento die improvisierte Rollenrhetorik der frühen Berufskomödie in eine literarisch bedeutsame Druckform überführen.
- Giovanni Battista Andreini Italienischer Schauspieler, Capocomico, Dramatiker, Dichter, Theatertheoretiker und Leiter der Compagnia dei Fedeli, geboren am 9. Februar 1576 in Florenz und gestorben am 7. Juni 1654 in Reggio Emilia, ältester Sohn von Francesco Andreini und Isabella Andreini, Bühnenname Lelio, Autor von L’Adamo, La Maddalena, La Florinda, Lelio bandito, La Ferinda, La Centaura, Amor nello specchio und weiteren Werken, die Commedia dell’arte, Barocktheater, Musiktheater, höfische Festkultur und Schauspielerapologie miteinander verbinden.
- Isabella Andreini Italienische Schauspielerin, Dichterin, Dramatikerin und Autorin der Frühen Neuzeit, geboren um 1562 in Padua als Isabella Canali und gestorben am 11. Juni 1604 in Lyon, seit 1578 als prima donna innamorata der Compagnia dei Gelosi greifbar, Ehefrau Francesco Andreinis, Mutter Giovan Battista Andreinis, Mitglied der Accademia degli Intenti unter dem Namen L’Accesa und Verfasserin von La Mirtilla, Rime, Lettere und Fragmenti, deren berühmte Pazzia d’Isabella die weibliche Bühnenvirtuosität der Commedia dell’arte exemplarisch sichtbar machte.
- Virginia Andreini Italienische Schauspielerin und Sängerin der Commedia dell’arte, geboren am 1. Januar 1583 in Genua oder Mailand als Virginia Ramponi und gestorben im Sommer 1631, genannt Florinda, erste Ehefrau Giovanni Battista Andreinis, zentrale prima donna der Compagnia dei Fedeli und berühmte erste Arianna in Claudio Monteverdis L’Arianna von 1608, deren Darstellung des Lamento d’Arianna sie zu einer Schlüsselfigur zwischen Schauspiel, Opernfrühgeschichte, höfischem Musiktheater und weiblicher Bühnenvirtuosität machte.
- Josip Andreis Kroatischer Musikwissenschaftler, Musikgeschichtsschreiber, Hochschullehrer, Lexikograph und Musikschriftsteller, nach kroatischen Referenzwerken geboren am 19. März 1909 in Split und gestorben am 16. Januar 1982 in Zagreb, nach MGG abweichend Zagreb/Split, Autor von Povijest glazbe, Historija muzike, Povijest hrvatske glazbe, Music in Croatia, Uvod u glasbenu estetiku und Vječni Orfej, Herausgeber der Muzička enciklopedija und prägende Figur der modernen kroatischen Musikgeschichtsschreibung und Musiklexikographie.
- Gaetano Andreozzi Italienischer Komponist, Opernkomponist, Oratorienkomponist, Kammermusikautor und Gesanglehrer der neapolitanischen Schule, geboren am 22. Mai 1755 in Aversa und gestorben am 21. oder 24. Dezember 1826 in Paris, wegen seiner Verwandtschaft und Ausbildung bei Niccolò Jommelli Jommellino genannt, Autor zahlreicher Opern wie Catone in Utica, Agesilao, Angelica e Medoro, Amleto, Giasone e Medea, Saulle, Arsinoe, Armida e Rinaldo und Piramo e Tisbe, außerdem wichtiger Vertreter der europäischen Theater- und Gesangskultur um 1800.
- Juan Andrés y Morell Spanischer Jesuit, Literaturhistoriker, Musikkritiker und Universalgelehrter der Aufklärung, dessen Werk Literatur, Wissenschaft, Musiktheorie, Reisebericht und vergleichende Kulturgeschichte miteinander verbindet.
- Ivar Andrésen Norwegischer Opernsänger und Bassist, der als international bedeutender Wagner- und Mozart-Interpret der Zwischenkriegszeit an Bühnen wie Stockholm, Dresden, Berlin, Bayreuth, Covent Garden, Glyndebourne und der Metropolitan Opera wirkte.
- Francisco Andreví y Castellà Spanisch-katalanischer Komponist, Priester, Musiktheoretiker und maestro de capilla, dessen Werk vor allem Messen, Requien, Motetten, Lamentationen, Stabat-Mater-Vertonungen, geistliche Dramen und musiktheoretische Lehrschriften umfasst.
- Benoît Andrez Lütticher Musikstecher, Musikverleger und Musikhändler des 18. Jahrhunderts, der mit gestochenen Notendrucken, Tanzsammlungen und dem Musikjournal L’Écho die musikalische Druck- und Verlagspraxis im Fürstbistum Lüttich prägte.
- Jeanne Andrez Lütticher Musikverlegerin, Musikstecherin und Musikhändlerin, Tochter Benoît Andrez’ und Fortführerin der Andrez-Werkstatt, die um 1800 mit dem Journal vocal und weiteren musikalischen Periodika zur Lütticher Musikpublizistik beitrug.
- Mihail Andricu Rumänischer Komponist, Pianist, Musikkritiker und Pädagoge, der mit Sinfonien, Sinfonietten, Kammermusik, Balletten und seiner Lehrtätigkeit am Bukarester Konservatorium die rumänische Musik des 20. Jahrhunderts prägte.
- Willem Andriessen Niederländischer Pianist, Komponist und Musikpädagoge, älterer Bruder Hendrik Andriessens und Direktor des Amsterdamer Konservatoriums, der besonders als Beethoven- und Schumann-Interpret sowie als Vertreter einer werkgebundenen niederländischen Klavierkultur hervortrat.
- Hendrik Andriessen Niederländischer Komponist, Organist, Improvisator und Musikpädagoge, der die katholische Kirchenmusik der Niederlande erneuerte, ein umfangreiches Orgel- und Vokalwerk schrieb und als Vater von Jurriaan, Caecilia und Louis Andriessen eine zentrale Figur der Künstlerfamilie Andriessen wurde.
- Jurriaan Andriessen Niederländischer Komponist aus der Familie Andriessen, der zwischen Theatermusik, Filmmusik, Fernsehoper, Blasorchester, Jazz, elektronischem Klang und repräsentativer Auftragsmusik vermittelte.
- Louis Andriessen Niederländischer Komponist der internationalen Neuen Musik, der mit De Staat, Hoketus, De Tijd, De Materie, Writing to Vermeer, La Commedia und The only one eine politisch wache, ensembleorientierte und antiromantische Klangsprache entwickelte.
- Andrieu Contredit d’Arras Pikardischer Trouvère der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts aus dem arrasischen Kulturraum, dessen überliefertes Œuvre vor allem höfische Chansons, daneben eine Pastourelle, einen Lai und ein jeu-parti mit Guillaume le Vinier umfasst.
- F. Andrieu Spätmittelalterlicher Komponist der Ars nova beziehungsweise Ars subtilior, der fast ausschließlich durch die im Codex Chantilly überlieferte Doppelballade Armes, amours / O flour des flours auf den Tod Guillaume de Machauts greifbar ist.
- Leif Ove Andsnes Norwegischer Pianist und Kammermusiker von internationalem Rang, der durch Grieg-, Beethoven-, Mozart-, Schumann-, Rachmaninow-, Chopin-, Sibelius- und Tveitt-Interpretationen, seine umfangreiche Diskographie sowie die Gründung des Rosendal Chamber Music Festival hervortrat.
- Barthélemy Aneau Französischer Humanist, Lehrer, Rhetoriker, Emblematiker, Übersetzer und Schriftsteller der Lyoner Renaissance, bekannt durch Lyon marchant, Picta poesisImagination poétique, den Quintil horatian und Alector ou le Coq.
- Angelo Anelli Italienischer Librettist, Schriftsteller, Jurist und Satiriker, der als produktiver Theaterdichter der Mailänder Scala zahlreiche opere buffe und drammi giocosi schrieb, darunter L’italiana in Algeri und Ser Marcantonio.
- Maurizio Anerio Italienischer Sänger und Posaunist aus dem Raum Narni, tätig in Rom bei San Girolamo della Carità, Castel Sant’Angelo und San Luigi dei Francesi; Vater der Musiker Bernardino, Felice und Giovanni Francesco Anerio.
- Bernardino Anerio Römischer Zinkspieler und Sänger aus der Musikerfamilie Anerio; tätig an San Luigi dei Francesi und der Confraternità del SS. Crocifisso in San Marcello.
- Felice Anerio Römischer Komponist, Sänger und Kapellmeister der späten Renaissance und frühen Barockzeit; Schüler Giovanni Maria Naninos, Mitglied der Musikerfamilie Anerio und seit 1594 Nachfolger Palestrinas als Komponist der päpstlichen Kapelle.
- Giovanni Francesco Anerio Römischer Komponist, Organist, Kapellmeister und Priester der späten Renaissance und frühen Barockzeit; Mitglied der Musikerfamilie Anerio, Vertreter der römischen Schule und mit dem Teatro armonico spirituale wichtiger Wegbereiter des geistlichen Dialogs und des frühen Oratoriums.
- Jean-Baptiste Anet Französischer Geiger, Hofmusiker und Mitglied der Vingt-quatre Violons du roi; Vater von Jean-Jacques-Baptiste Anet und wichtiges Bindeglied zwischen Lully-geprägter französischer Hofgeige und der späteren italienisch beeinflussten Violinsonate.
- Jean-Jacques-Baptiste Anet Französischer Geiger und Komponist des Barock, Corelli-Schüler und Vermittler des italienischen Violinstils in Frankreich; bekannt durch Violinsonaten für Violine und Basso continuo sowie Musette-Sammlungen für pastorale Kammermusik.
- Pasquale Anfossi Italienischer Komponist, Violinist, Opernkomponist und Kapellmeister des 18. Jahrhunderts; wichtiger Vertreter der neapolitanischen Schule, erfolgreich mit opere buffe, drammi giocosi, opere serie und später als Kirchenmusiker an San Giovanni in Laterano.
- Victoria de los Ángeles Spanisch-katalanische Sopranistin, Opernsängerin und Liedinterpretin des 20. Jahrhunderts; berühmt durch ihre lyrische Klangschönheit, Mozart-, Puccini-, französische und spanische Repertoires sowie durch eine bedeutende Schallplatten- und Recital-Kunst.
- Francesco Maria Angeli Italienischer Franziskaner-Minorit, Komponist, Kapellmeister, Kontrapunktlehrer und Ordenshistoriker aus Rivotorto bei Assisi; bekannt durch seine Musikpflege am Sacro Convento, das Sommario del contrappunto und die postume Schrift Collis Paradisi amoenitas.
- Baldassare Angelini Peruginer Komponist, Organist, Kapellmeister, Chorleiter und Priester des 18. Jahrhunderts; Schüler Padre Martinis, Organist der Kathedrale von Perugia und durch Lezioni di contrappunto, geistliche Dramen, Messesätze und Briefe an Martini überliefert.
- Orazio Angelini Madrigalkomponist aus Gubbio in Umbrien, aktiv zwischen 1583 und 1592; bekannt durch zwei venezianische Bücher mit fünfstimmigen Madrigalen und durch die Aufnahme einzelner Stücke in die Antwerpener Anthologie Symphonia angelica.
- Angelus Silesius Schlesischer Barockdichter, Mystiker, Arzt, katholischer Priester und Kirchenlieddichter; eigentlich Johannes Scheffler, berühmt durch den Cherubinischen Wandersmann und die Heilige Seelenlust.
- Louis Anger Deutscher Organist, Pianist, Komponist, Chorleiter und Musikdirektor des 19. Jahrhunderts; aus St. Andreasberg stammend, in Leipzig im Umfeld Schumanns und Mendelssohns greifbar und seit 1842 Organist an St. Johannis in Lüneburg.
- Paul Angerer Österreichischer Bratschist, Dirigent, Komponist, Kapellmeister, Radiomoderator und Gründer des Concilium musicum Wien; sein umfangreiches Werk verbindet Kammermusik, Orchesterwerke, Bühnenmusik, geistliche Musik, Bearbeitungen und historische Aufführungspraxis.
- Rudolph Kurt Angermüller Deutscher Musikwissenschaftler, Mozart-Forscher, Salieri-Spezialist und Bibliograph, der besonders durch seine Arbeiten zu Mozart, Antonio Salieri, Musikbibliographie und zur Internationalen Stiftung Mozarteum hervorgetreten ist.
- Irinel Anghel Rumänische Komponistin, Pianistin, Musikwissenschaftlerin, Improvisatorin und interdisziplinäre Künstlerin, deren Werk zeitgenössische Musik, Performance Art, elektronische Musik, Crossover und musikwissenschaftliche Reflexion verbindet.
- Gaspero Angiolini Italienischer Tänzer, Choreograph, Komponist, Ballettmeister und Theoretiker des 18. Jahrhunderts, der das Handlungsballett beziehungsweise ballet d’action im Umfeld von Gluck, Calzabigi, Wien, St. Petersburg und Mailand entscheidend mitprägte.
- Giuseppina Angiolini Italienische Primaballerina aus der Angiolini-Familie, Tochter Pietro Angiolinis und Ehefrau Antonio Cortesis; sie wirkte an der Scala, wurde an der dortigen Tanzschule ausgebildet, trat in Balletten wie Narciso e le Grazie hervor und arbeitete später im Cortesi-Umfeld auch in Turin und weiteren italienischen Theaterstädten.
- Nicola Angiolini Italienischer Tänzer und Choreograph aus der Angiolini-Familie, 1765 in Florenz geboren und 1815 in Wien gestorben; er war von 1793 bis 1814 in Wien engagiert und mit der Solotänzerin Fortunata Angiolini, geborene Conti, verheiratet.
- Pietro Angiolini Italienischer Tänzer, Choreograph und Ballettmeister aus der Angiolini-Familie, tätig zwischen Florenz, Venedig, Mailand, London, Wien und Cremona; er schuf rund sechzig Ballette und steht für die italienisch-europäische Ballettpraxis um 1800.
- Pasquale Angiolini Italienischer Tänzer und Choreograph aus der Angiolini-Familie, 1766 in Florenz geboren und 1817 in Wien gestorben; er wirkte von 1794 bis 1817 in Wien und war mit der Figurantin Anna Angiolini, geborene Bitsch, verheiratet.
- Romulo Angiolini Italienischer Tänzer und Theaterinspektor aus der Angiolini-Familie, vermutlich naher Verwandter Gasparo Angiolinis und Vater des Tänzers, Choreographen und Ballettmeisters Pietro Angiolini.
- Camillo Angleria Italienischer Musiktheoretiker, Musiker und Franziskaner des Dritten Ordens aus Cremona; seine 1622 in Mailand erschienene Regola del contraponto, e della musical compositione verbindet praktische Kontrapunktlehre, Modusverständnis, Transpositionsregeln für Organisten sowie Ricercar- und Kanonbeispiele.
- Higini Anglès Katalanischer Priester und Musikwissenschaftler, auch Higinio Anglés, der die hispanische Musikgeschichtsforschung durch Quelleneditionen, Kataloge, die Reihe Monumentos de la Música Española, das Instituto Español de Musicología und seine Leitung des Pontificio Istituto di Musica Sacra entscheidend prägte.
- Domenico Anglesi Italienischer Komponist, Instrumentalist und Hofmusiker des 17. Jahrhunderts im mediceischen Florenz; er veröffentlichte 1635 ein Libro primo d’arie musicali und ist durch Bühnen- und Festwerke wie Alidoro il costante, La serva nobile und Il mondo festeggiante überliefert.
- István Anhalt Ungarisch-kanadischer Komponist, Lehrer, Pianist und Musiktheoretiker; er emigrierte 1949 nach Kanada, prägte McGill und Queen’s University, gründete 1964 das McGill Electronic Music Studio mit und wurde durch Werke wie Symphony of Modules, Cento, Foci, La Tourangelle, Winthrop, Traces (Tikkun) und The Tents of Abraham zu einer Hauptfigur der kanadischen Nachkriegsmoderne.
- The Animals Britische Rock- und Rhythm-and-Blues-Band aus Newcastle, deren klassische Besetzung aus Eric Burdon, Alan Price, Hilton Valentine, Chas Chandler und John Steel bestand; mit The House of the Rising Sun, Don’t Let Me Be Misunderstood, We Gotta Get Out of This Place und It’s My Life prägte sie den dunklen, bluesnahen Klang der British Invasion.
- Giovanni Animuccia Italienischer Komponist der römischen Schule, um 1510 in Florenz geboren und wahrscheinlich am 25. März 1571 in Rom gestorben; als Kapellmeister der Cappella Giulia und Komponist von Messen, Motetten, Magnificat, Madrigalen und laudi spirituali für Filippo Neris Oratorium gehört er zu den wichtigsten Bindegliedern zwischen Renaissancepolyphonie, Gegenreformation und früher Oratoriumsgeschichte.
- Paolo Animuccia Italienischer Komponist und Kapellmeister des 16. Jahrhunderts, Bruder Giovanni Animuccias; er wirkte 1550–1552 an San Giovanni in Laterano in Rom, später vermutlich als Hofkapellmeister in Urbino, und ist vor allem durch Madrigale, Motetten und geistliche Vokalstücke in Sammeldrucken und Handschriften überliefert.
- Anna Amalia von Sachsen-Weimar-Eisenach Herzogin, Regentin, Komponistin, Cembalistin, Pianistin, Flötistin, Harfenistin, Mäzenin und Bibliotheksförderin; sie prägte Weimar durch ihre vormundschaftliche Regentschaft, den Weimarer Musenhof, die Förderung von Wieland, Goethe und Herder, die Entwicklung der späteren Herzogin Anna Amalia Bibliothek sowie durch Werke wie Goethes Singspielvertonung Erwin und Elmire.
- Anna Amalia von Preußen Preußische Prinzessin, Äbtissin von Quedlinburg, Pianistin, Organistin, Violinistin, Flötistin, Komponistin, Konzertveranstalterin und Sammlerin der Berliner Amalien-Bibliothek; durch ihre Arbeit mit Johann Philipp Kirnberger, ihre Bach-Pflege, ihre Hausorgeln, ihre geistlichen und instrumentalen Werke sowie ihre Musikaliensammlung wurde sie zu einer wichtigen Gestalt des Berliner Musiklebens im 18. Jahrhundert.
- Annaberger Chorbücher Zwei großformatige Papiercodices des frühen 16. Jahrhunderts mit lateinischer mehrstimmiger Kirchenmusik; sie wurden bis 1968 in der Kirchenbibliothek der St. Annenkirche Annaberg aufbewahrt, liegen heute in der SLUB Dresden unter den Signaturen Mus.1-D-505 und Mus.1-D-506 und dokumentieren Messen, Messproprien, Magnificat, Motetten, Hymnen und weiteres Repertoire der obersächsischen Musikpflege um Reformation und Renaissance.
- Claudio Annibaldi Italienischer Musikwissenschaftler, 1938 in Rom geboren und 2025 ebenda gestorben; als Lehrer am Conservatorio Santa Cecilia, Forscher zu musikalischem Mäzenatentum, römischer Musikgeschichte, Frescobaldi, Petrassi, Doria Pamphilj, Aldobrandini und der Cappella musicale pontificia verband er Archivforschung, Sozialgeschichte, Analyse und Quellenphilologie.
- Annibale Padovano Italienischer Komponist und Organist der venezianischen Schule, 1527 in Padua geboren und 1575 in Graz gestorben; als erster Organist an San Marco in Venedig, späterer Hoforganist und Hofkapellmeister in Graz sowie als Komponist von Ricercaren, Toccaten, Madrigalen, Motetten, Messen, einer 24-stimmigen Messe und der Aria della battaglia gehört er zu den wichtigen Vermittlern zwischen venezianischer Klangkunst und habsburgischer Hofmusik.
- Domenico Annibali Italienischer Kastrat, Sänger und Opernsänger, um 1705 in Macerata geboren und wahrscheinlich 1779 in Rom gestorben; als langjähriger Dresdner Hofsänger, primo uomo in Opern Johann Adolph Hasses und Londoner Händel-Interpret in Arminio, Giustino und Berenice gehört er zu den wichtigen Sängerpersönlichkeiten der europäischen Opera seria des 18. Jahrhunderts.
- Anonymi Sammelbegriff der Musikgeschichtsforschung für namentlich unbekannte, aber historisch beachtenswerte Komponisten, Melodieträger, Textautoren, Kompilatoren, Kopisten, Notatoren und Drucker; der Eintrag erläutert Anonymität als Quellenbefund, unterscheidet sie von Pseudonymität und unsicherer Zuschreibung und behandelt Beispiele aus Choral, mittelalterlicher Musik, Renaissancepolyphonie, Volkslied, Orgelbüchern, Sammelhandschriften und digitaler Katalogisierung.
- Peter van Anrooy Niederländischer Dirigent und Komponist, 1879 in Zaltbommel geboren und 1954 in Den Haag gestorben; als Leiter der Groninger Orkest Vereeniging, der Arnhemsche Orkest Vereeniging, des Residentie Orkest und des Haager Toonkunstkoor, als Komponist der Piet Hein Rhapsodie, Förderer niederländischer Musik, Initiator von Jugendkonzerten und AVRO-Rundfunkvermittler prägte er die niederländische Orchester- und Musikbildungskultur der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
- Giovanni Ansani Italienischer Tenor, Sänger, Opernsänger, Gesangslehrer und Komponist kleiner Vokalwerke, auch als Giovanni Anzani überliefert; er wurde 1744 in Rom geboren, starb 1826 in Florenz, trat auf italienischen, dänischen, deutschen, englischen und französischen Bühnen auf, galt wegen Kraft, Süße, Intonationssicherheit und Ausdruck seiner Stimme als einer der bedeutenden Tenöre seiner Zeit und wirkte nach seinem Bühnenrückzug in Neapel als Lehrer von Manuel García und Luigi Lablache.
- Ansano Senese Sieneser Sänger, Priester, Lehrer, Kapellmeister und Komponist der frühen Renaissance, auch als Sano di Goro, Ansano di Goro und Ansanus überliefert; er war am Dom von Siena tätig und ist besonders durch vierzehn im Sieneser Druck Canzone, sonetti, strambotti et frottole. Libro primo von Pietro Sambonetto aus dem Jahr 1515 zugeschriebene weltliche Vokalstücke bekannt, darunter Noi siamo galeotti.
- Ansbach Mittelfränkische Residenzstadt, früher auch Onolzbach genannt, deren Kulturgeschichte vom um 748 mit Gumbertus verbundenen Benediktinerkloster über St. Gumbertus, die markgräfliche Residenz, Hofgarten und Orangerie bis zur Hofkapelle der Markgrafen von Brandenburg-Ansbach und zur Bachwoche Ansbach reicht; musikgeschichtlich ist der Ort besonders durch die Ansbacher Hofmusik mit Pistocchi, Torelli und dem jungen Pisendel sowie durch die moderne Bachpflege bedeutsam.
- Georg Anschütz deutscher Psychologe, Musikästhetiker und Hochschullehrer, dessen Arbeiten zur Musikpsychologie, Synästhesie und Farbe-Ton-Forschung für die Kulturgeschichte multisensorischer Wahrnehmung bedeutsam sind.
- Louis Anseaume französischer Librettist und Dramatiker des 18. Jahrhunderts, der mit seinen Texten für Duni, Philidor, Laruette, Gluck und Grétry die frühe Opéra-comique und die comédie mêlée d’ariettes prägte.
- Antonio Giuseppe Anselmi italienischer lyrischer Tenor, Belcanto-Stilist und Opernsänger der Jahrhundertwende, dessen Fonotipia- und Edison-Aufnahmen wichtige Zeugnisse historischer Gesangskultur bewahren.
- Giorgio Anselmi parmigianischer Arzt, Astrologe, Mathematiker und Musiktheoretiker des frühen 15. Jahrhunderts, dessen De musica kosmische Harmonie, Instrumentenkunde, Gesang und Mensuralnotation verbindet.
- Ernest Ansermet Schweizer Dirigent, Gründer des Orchestre de la Suisse Romande, Leiter im Umfeld der Ballets russes und Musiktheoretiker, dessen Decca-Aufnahmen Debussy, Ravel, Strawinsky und die Moderne international prägten.
- Caroline Ansink niederländische Komponistin, Flötistin und Musikpädagogin, deren lyrisch-expressive Werke Kammermusik, Vokalmusik, Chor, Orchester, Flötenliteratur, Musiktheater und Oper verbinden.
- Conrad Eduard Reinhold Ansorge deutscher Pianist, Komponist, Liszt-Schüler und Klavierpädagoge, der als Beethoven-Interpret, Liedkomponist moderner Dichtung und Berliner Künstlerfigur des Fin de Siècle hervortrat.
- Costanzo Antegnati italienischer Orgelbauer, Organist, Komponist und Schriftsteller aus Brescia, bedeutendster Vertreter der Antegnati-Familie und Autor von L’Arte organica, einer Schlüsselquelle zur italienischen Orgelpraxis um 1600.
- Onofrio Antenoreo Komponist der frühen italienischen Frottola, um 1505 bis 1514 in den Petrucci-Drucken als Honophrius Antenoreus beziehungsweise Honophrius Patavinus nachweisbar.
- John Antes Mährisch-brüderischer Geistlicher, Komponist und Instrumentenbauer, der als früher amerikanisch geborener Kammermusikkomponist und als Erbauer früher amerikanischer Streichinstrumente hervorragt.
- George Antheil Amerikanischer Komponist, Pianist, Autor und Erfinder deutscher Abstammung, bekannt durch Ballet mécanique, Maschinenästhetik, Opern, Symphonien, Filmmusik und die Zusammenarbeit mit Hedy Lamarr am Frequenzsprungverfahren.
- Anthem Englischsprachige geistliche Chorkomposition der anglikanischen Kirchenmusik, aus dem Antiphon-Begriff hervorgegangen und besonders als Full Anthem, Verse Anthem und Coronation Anthem ausgeprägt.
- Georg Anthes Deutscher Opernsänger, Heldentenor, Geiger, Gesangspädagoge und Regisseur, der in Dresden, Bayreuth, an der Metropolitan Opera und in Budapest besonders als Wagner-Interpret hervortrat.
- Heinz Werner Antholz Deutscher Musikpädagoge, Historiker, Hochschullehrer und Kirchenmusiker, der die wissenschaftliche Musikpädagogik nach 1945 durch Unterricht in Musik, fachgeschichtliche Studien und das Konzept der Introduktion in Musikkultur prägte.
- Anthonello de Caserta Komponist der Ars subtilior um 1400, auch Antonello da Caserta, Antonellus Marot de Caserta und A. Marotus de Caserta abbas genannt; sein französisches und italienisches Liedwerk ist vor allem in spätmittelalterlichen Handschriften wie Modena A, dem Lucca-Codex und dem Reina-Codex überliefert.
- Cristofferus Anthonii Komponist des 15. Jahrhunderts, auch Anthony oder Anthonus genannt, wahrscheinlich mit Christophorus Anthonii da Molveno identisch und durch dreistimmige geistliche Werke in den Trienter Codices belegt.
- Raymond James Anthony Amerikanischer Musikwissenschaftler, auch als James R. Anthony publizierend, der mit French Baroque Music from Beaujoyeulx to Rameau die Forschung zur französischen Barockmusik im englischsprachigen Raum maßgeblich prägte.
- Andrea Antico Istrisch-venezianischer Musikdrucker, Herausgeber, Holzschneider, Intabulator und Komponist der Renaissance, der in Rom und Venedig wirkte, mit Petrucci konkurrierte und durch den Liber quindecim missarum sowie die Frottole intabulate da sonare organi hervorragt.
- Marie Antier Französische Sängerin und Sopranistin, Première actrice der Académie royale de musique, Musikerin der Chambre du roi und bedeutende Interpretin des französischen Opernrepertoires von Lully bis Rameau.
- John Henry Antill Australischer Komponist, Musiker, Dirigent und Rundfunkredakteur, dessen Ballett Corroboree zu einem Schlüsselwerk australischer Kunstmusik und zugleich zu einem heute kritisch diskutierten Beispiel nicht-indigener Repräsentation indigener Kultur wurde.
- Antiphon Liturgischer Refrain, französisch antienne, der gewöhnlich vor und nach einem Psalm oder Canticum gesungen wird und im gregorianischen Choral, im Offizium, in der Messe und im Antiphonar eine zentrale Rolle spielt.
- Konstantin Afanas’evič Antipov Russischer Komponist, Schüler Rimskij-Korsakovs und kurzzeitig im Beljajew-Kreis hervorgetreten, dessen Werk vor allem aus Klavierminiaturen, drei Romanzen op. 4 und dem Allegro symphonique op. 7 besteht.
- Anton Böhm & Sohn Augsburger Musikverlag, 1803 durch Andreas Böhm begründet und seit 1871 unter dem Namen Anton Böhm & Sohn firmierend, besonders bedeutend für katholische Kirchenmusik, Chormusik, Orgelmusik und die süddeutsche Musikalienverlagsgeschichte.
- Anton Clemens Theodor von Sachsen König von Sachsen, genannt Anton der Gütige, zugleich Komponist und Musikliebhaber, dessen höfische Vokalwerke im Dresdner Musikleben und in der Überlieferung der königlichen Privatmusikaliensammlung greifbar sind.
- Abondio Antonelli Italienischer Komponist und Kapellmeister aus Fabrica di Roma, auch Abbondio oder Abundio Antonelli da Fabrica genannt, tätig an S. Giovanni in Laterano und in Benevento, mit geistlicher Vokalmusik, Madrigalen und frühbarocken Motetten mit Orgelbass.
- Angelo Antonelli Italienischer Sänger und Komponist aus der Familie Antonelli da Fabrica, Bruder Abondio und Francesco Antonellis, als Sängerknabe am Lateran greifbar und mit einzelnen geistlichen Motetten in den Antonelli-Drucken von 1614 und 1629 vertreten.
- Francesco Antonelli Italienischer Karmelit, Komponist und Herausgeber aus der Familie Antonelli da Fabrica, Bruder von Abondio und Angelo Antonelli, der 1629 in Rom den Familienband Missa ac sacrarum cantionum herausgab und darin mit vier geistlichen Stücken vertreten ist.
- Theophil Antonicek Österreichischer Musikwissenschaftler, Quellenforscher, Universitätsdozent, ÖAW-Mitglied, DTÖ-Editionsleiter und wissenschaftlicher Leiter des Anton Bruckner Instituts Linz, besonders bedeutend für Wiener Musikgeschichte, Bruckner-Forschung und österreichische Editionskultur.
- Antonio da Cividale del Friuli Frühquattrocentischer Komponist, auch Antonius de Civitate Austriae genannt, vermutlich Dominikaner, vor 1423 tätig und durch Motetten, Messsätze sowie weltliche Lieder in norditalienischen Handschriften wie Bologna Q15 überliefert.
- Antonio da Lucca Servitenmönch und Musiktheoretiker des späten 15. Jahrhunderts, auch Antonius de Luca genannt, dessen Ars cantus figurati die mensuraltheoretische Tradition des Johannes de Muris für den Unterricht im cantus figuratus zusammenfasst und aktualisiert.
- Antonio da Tempo Paduaner Jurist, Ratsherr, Diplomat, Dichter und Metriker des 14. Jahrhunderts, dessen Summa artis rithimici vulgaris dictaminis von 1332 als erster systematischer Traktat zur italienischen Reim-, Vers- und Formenlehre gilt.
- Giorgio Antoniotto Italienischer Musiktheoretiker, Komponist und Cellist, auch Giorgio Antoniotti genannt, bekannt durch den Londoner Traktat L’Arte Armonica von 1760 sowie durch frühe Sonaten und Konzerte für Violoncello beziehungsweise Viola da gamba.
- Theodōros Antōniou Griechischer Komponist, Dirigent und Pädagoge, auch Θεόδωρος Αντωνίου, Professor an der Boston University, Gründer von ALEA III, Präsident der Greek Composers’ Union und zentrale Figur der zeitgenössischen griechischen Musik.
- Antonius Romanus Wahrscheinlich römischer Komponist des frühen 15. Jahrhunderts, auch Antonius de Roma genannt, ca. 1400–1432 tätig und durch Messsätze, isorhythmische Motetten sowie eine fragmentarische Ballata in Quellen wie Bologna Q15 überliefert.
- Ferdinand Antonolini Italienisch-russischer Komponist, Dirigent, Hofkapellmeister und Gesangslehrer, seit 1796 in Russland tätig, 1824 in St. Petersburg gestorben und besonders durch Opern, Opern-Vaudevilles und Ballette für die kaiserlichen Theater bekannt.
- Myroslav Antonovyč Ukrainisch-niederländischer Musikwissenschaftler, Bariton und Chorleiter, auch Myroslaw Antonowycz, Gründer des Utrechts Byzantijns Koor und Forscher ukrainischer Kirchenmusik, Heirmologien sowie franko-flämischer Renaissancepolyphonie.
- Jorge Antunes Brasilianischer Komponist, Dirigent, Elektroakustik-Pionier, Hochschullehrer und Kulturpolitiker, bekannt durch Valsa Sideral, Chromoplastophonien, politische Musik, Opern wie Olga und seine zentrale Rolle in der elektronischen Musik Brasiliens.
- Manuel Antunes Portugiesischer Cembalo- und Pianofortebauer des 18. Jahrhunderts, Hauptfigur der Lissabonner Antunes-Familie und wichtiger Vertreter des portugiesischen Kiel- und Hammerflügelbaus.
- Antwerpen Flämische Hafen- und Kulturstadt an der Schelde, französisch Anvers, Hauptstadt der belgischen Provinz Antwerpen und wichtiger Ort von Kathedralpolyphonie, Musikdruck, Ruckers-Instrumentenbau, Oper, Konservatorium, Alter Musik und Sinfonik.
- Francesco Anzoletti Pianist, Organist, Musikdirektor und Komponist aus Bozen, ältester bedeutender Vertreter der Musikerfamilie Anzoletti, tätig in Borgo Valsugana, Arco und Trient und bekannt durch Kirchenmusik, Klaviermusik und die komische Oper Il Beatrico.
- Giuseppe Anzoletti Geiger, Dirigent, Violinlehrer und Komponist aus Bozen, Mitglied der Musikerfamilie Anzoletti und prägender Lehrer sowie Orchesterdirektor der Società Filarmonica di Trento.
- Marco Anzoletti Geiger, Komponist, Violinpädagoge und Schriftsteller aus Trient, Professor am Mailänder Konservatorium, Bach-Pionier in Italien und wichtiger Vertreter der Musikerfamilie Anzoletti mit umfangreichem Werk für Violine, Viola, Kammermusik, Orgel, Bühne und Musikschriftstellerei.
- Aosta Hauptort der autonomen Region Valle d’Aosta, antik Augusta Praetoria, alpiner Pass-, Kathedral-, Liturgie- und Handschriftenort mit Bedeutung für römische Stadtgeschichte, Sant’Orso, Via Francigena, Choral und die Aosta-Handschrift.
- Apel-Codex Wichtige Leipziger Musiksammelhandschrift um 1490–1504, Universitätsbibliothek Leipzig Ms. 1494, verbunden mit Nikolaus Apel von Königshofen und zentral für Mensuralpolyphonie, Hymnen, Motetten, Messen, deutsche geistliche Lieder und Musiküberlieferung um 1500.
- Johann Georg Christian Apel Organist, Kantor, Komponist, Musiklehrer und erster Akademischer Musikdirektor der Universität Kiel, prägend für Choralpflege, Kirchenmusik, musikalische Bildung, Leihbibliothek, Hausmusik und das Kieler Musikleben der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
- Willi Apel Deutsch-amerikanischer Musikwissenschaftler, Lexikograph, Notationsforscher und Spezialist für Alte Musik, bekannt durch The Harvard Dictionary of Music, The Notation of Polyphonic Music, 900–1600, Gregorian Chant und das von ihm begründete Corpus of Early Keyboard Music.
- David August von Apell Kasseler Komponist, Schriftsteller, Theaterintendant, Geheimer Kammerrat und Musikdilettant um 1800, bekannt unter dem Pseudonym Capelli, als Autor der Gallerie der vorzüglichsten Tonkünstler, Komponist von Kantaten, geistlicher Musik und Bühnenwerken sowie Übersetzer von Operntexten.
- Geōrgios Apergēs Griechisch-französischer Komponist, Musiktheater-Erneuerer und Vokalexperimentator, dessen Werk Stimme, Sprache, Körper, Bühne, Elektronik, Oper und instrumentale Neue Musik verbindet.
- Ernst Apfel Deutscher Musikwissenschaftler, Mediävist und Saarbrücker Hochschullehrer, dessen Arbeiten zur historischen Satztechnik, Kompositionslehre, mittelalterlichen Mehrstimmigkeit, Polyphonie, Rhythmik und Metrik grundlegende Bedeutung besitzen.
- Aphex Twin Künstlername von Richard D. James, irisch geborenem britischen Musiker, Produzenten, Komponisten, DJ und Rephlex-Mitgründer, der Ambient Techno, Acid, IDM, Braindance, Drill’n’Bass und experimentelle elektronische Musik entscheidend geprägt hat.
- Matthias Apiarius Eigentlich Matthias Biener, aus dem süddeutsch-bayerischen Raum stammender Drucker, Buchbinder, Musikdrucker, Verleger und Komponist der Reformationszeit, der 1537 die erste Berner Druckerei einrichtete und mit seinen Musikdrucken zu den Pionieren des Schweizer Noten- und Lieddrucks gehört.
- Denis ApIvor Irisch geborener britisch-walisischer Komponist, Arzt und Anästhesist, der als Außenseiter des britischen Modernismus Opern, Ballette, Orchesterwerke, Kammermusik, Vokalwerke und ein bedeutendes modernes Gitarrenœuvre schrieb.
- Guillaume Apollinaire Französischer Dichter, Schriftsteller, Dramatiker und Kunstkritiker polnisch-italienischer Herkunft, der mit Alcools, Calligrammes, Les peintres cubistes und Les Mamelles de Tirésias die moderne Lyrik, den Kubismusdiskurs, die visuelle Poesie und die Vorgeschichte des Surrealismus entscheidend prägte.
- Giovanni Apolloni Aretiner Madrigalist, Komponist und zeitweiliger Leiter der Domkapelle von Arezzo, dessen sicher greifbares Hauptwerk das 1600 in Venedig bei Ricciardo Amadino erschienene erste Buch vierstimmiger Madrigale ist.
- Giovanni Filippo Apolloni Aretiner Librettist und Dichter des 17. Jahrhunderts, der für Antonio Cesti, Alessandro Stradella, Alessandro Melani, Bernardo Pasquini und weitere Komponisten Opern-, Oratorien-, Serenaten-, Kantaten-, Prolog- und Intermezzotexte schrieb und besonders durch L’Argia, La Dori und L’empio punito hervorgetreten ist.
- Giuseppe Apolloni Vicentinischer Komponist des 19. Jahrhunderts, dessen Oper L’ebreo 1855 an La Fenice in Venedig erfolgreich uraufgeführt wurde und der mit Adelchi, Pietro d’Abano, Il conte di Königsmark, Gustavo Wasa, I canti dell’Appennino, La Bandiera vicentina und einem unvollendeten Stabat Mater zur italienischen Opern- und Musikgeschichte der Verdi-Zeit gehört.
- Salvatore Apolloni Venezianischer Violinist und Komponist des frühen 18. Jahrhunderts, ursprünglich vermutlich Barbier, der als erster Violinist des Teatro San Samuele und als Komponist komisch-parodistischer Musiktheaterwerke wie La fama dell’onore, Le metamorfosi odiamorose, La Pelarina und Il pastor fido ridicolo greifbar wird.
- Hans Erich Apostel In Karlsruhe geborener und in Wien wirkender Komponist der Zweiten Wiener Schule, Schüler Arnold Schönbergs und Alban Bergs, konsequenter Dodekaphoniker, Universal-Edition-Lektor, Herausgeber von Berg-Werken und wichtiger Vermittler der österreichischen Neuen Musik nach 1945.
- Benedictus Appenzeller Franko-flämischer Sänger und Komponist der Renaissance, der in Brügge und Brüssel wirkte, als maître des enfants und maître de chapelle im Umfeld Marias von Ungarn tätig war und Messen, Magnificat-Vertonungen, Motetten sowie zahlreiche französische und niederländische Chansons hinterließ.
- Adolphe Appia Schweizer Bühnenbildner, Theaterreformer, Szenograf, Lichttheoretiker und Schriftsteller, der ausgehend von Richard Wagners Musikdrama das illusionistische Kulissenbild durch einen plastischen, vom Körper des Darstellers, vom musikalischen Rhythmus und vom gestaltenden Licht bestimmten Bühnenraum ersetzte.
- Anton Appunn Hanauer Akustiker, Musiker, Organist, Musiklehrer und Instrumentenbauer, Sohn Georg August Ignaz Appunns, der die Appunnsche Werkstatttradition fortführte und zu Tonwahrnehmung, Schwingungszahlen, Kombinationstönen, Summationstönen, natürlichem Harmoniesystem, Tonometer-Apparaten und Reformglocken arbeitete.
- Georg August Ignaz Appunn Hanauer Musiker, Lehrer, Instrumentenbauer und Akustiker des 19. Jahrhunderts, der durch Tonmesser, Tonometer, Orgelpfeifen, akustische Apparate und Harmonien mit reiner beziehungsweise fein gestufter Stimmung als Vermittler zwischen Musiktheorie, Helmholtzscher Tonempfindungslehre und experimenteller Akustik hervorgetreten ist.
- Heinrich Appunn Hanauer Musiker, Pädagoge, Violoncellist und Komponist, Sohn Anton Appunns und Enkel Georg August Ignaz Appunns, der bei Bernhard Coßmann in Frankfurt ausgebildet wurde, als Cellist der Frankfurter Quartettvereinigung wirkte, 1905 das Hanauer Konservatorium für Musik mitgründete und mit Werken wie Am Rhein sowie einer Romance für Violoncello und Klavier op. 10 greifbar ist.
- Giuseppe Aprile Italienischer Kastratensopran, Sänger, Gesangslehrer und Komponist aus Martina Franca, genannt Scirolino oder Sciroletto, der an den großen Opernbühnen Italiens, Spaniens und Stuttgarts wirkte, besonders mit Niccolò Jommelli verbunden war und durch seine Solfeggi sowie das Modern Italian Method of Singing zu einer wichtigen Gestalt der Belcanto-Pädagogik wurde.
- Apt Provenzalische Stadt östlich von Avignon und ehemalige Bischofsstadt, deren Basilika Sainte-Anne mit ihrem Kathedralenschatz eine bedeutende Gruppe liturgischer Handschriften sowie den Apt-Codex, eine zentrale Quelle geistlicher Ars-nova-Mehrstimmigkeit, bewahrt.
- William Foster Apthorp Amerikanischer Musik- und Theaterkritiker, Musikschriftsteller, Herausgeber, Übersetzer und Programmautor aus Boston, der als Kritiker des Boston Evening Transcript, als Verfasser historischer und beschreibender Programmanalysen des Boston Symphony Orchestra sowie durch Bücher über Berlioz, Wagner, Operngeschichte und musikalische Öffentlichkeit die amerikanische Musikkritik um 1900 prägte.
- Adam Aquanus Aachener Renaissancekomponist, eigentlich Adam Luyr oder Loer, der um 1490 bis 1495 geboren wurde, 1510 an der Universität Köln greifbar ist, als Schüler Thomas Tzamens gilt und durch Glareans Dodecachordon, Juppiter omnipotens sowie die im Tschudi-Liederbuch überlieferte Motette Sub tuum praesidium musikhistorisch fassbar wird.
- Arabische Musik Vielgestaltiger Musikraum der arabischsprachigen Welt, dessen Geschichte seit vorislamischen Gesangsformen und der islamischen Expansion des 7. Jahrhunderts über Abbasiden, al-Andalus, Maqam-Theorie, Iqa-Rhythmik, Tarab, Takht, Oud, Qanun, Nay, Kairoer Moderne, den Kongress von 1932, Rundfunk, Film, Pop und globale Gegenwart reicht.
- Arabeske Ornamentform aus verschlungenen, pflanzlichen oder abstrakten Linien, die in islamischer und europäischer Kunst, in romantischer Ästhetik, in musikalischen Titeln wie Schumanns Arabeske op. 18 und Debussys Deux Arabesques sowie als Körperlinie des klassischen Balletts eine zentrale Rolle spielt.
- Alfredo Aracil Spanischer Komponist, Kunsthistoriker, Kulturmanager, Radioautor und Musikvermittler aus Madrid, dessen Werk Neue Musik, Kammermusik, Musiktheater, Radiokunst, Dante-, Shakespeare- und Milton-Bezüge, kunsthistorische Reflexion und institutionelle Kulturarbeit verbindet und der 2015 den Premio Nacional de Música in der Sparte Komposition erhielt.
- Giacomo Aragall Spanisch-katalanischer Operntenor aus Barcelona, eigentlich Jaime Aragall y Garriga beziehungsweise Jaume Aragall i Garriga, international bekannt durch sein lyrisches Tenortimbre, Rollen wie Rodolfo in La bohème, Romeo in I Capuleti e i Montecchi, Duca in Rigoletto, Werther und Roland in Esclarmonde, durch Auftritte an Liceu, Scala, La Fenice, Wiener Staatsoper, Covent Garden und Metropolitan Opera sowie durch den Concurs Internacional de Cant Jaume Aragall.
- Louis Aragon Französischer Schriftsteller, Dichter, Romancier, Journalist und politischer Intellektueller, der von Dada und Surrealismus über den Romanzyklus Le Monde réel, die Résistance-Lyrik, die Liebesdichtung um Elsa Triolet, Aurélien, Le Roman inachevé und Henri Matisse, roman bis zur Chanson-Rezeption durch Léo Ferré und Jean Ferrat eine zentrale Rolle in der französischen Literatur- und Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts spielt.
- Francisco Araiza Mexikanischer Tenor, Opern- und Liedsänger, geboren 1950 in Mexiko-Stadt, der nach Studien bei Irma González, Erika Kubacsek, Richard Holm und Erik Werba als Mozart- und Rossini-Tenor international berühmt wurde, seit 1977 eng mit dem Opernhaus Zürich verbunden war, 1988 Kammersänger der Wiener Staatsoper wurde und sein Repertoire später auf französische, italienische und Wagner-Partien wie Werther, Des Grieux, Cavaradossi, Don Alvaro, Lohengrin und Walther von Stolzing erweiterte.
- Francesco Domenico Araja Neapolitanischer Komponist und Hofkapellmeister, der 1735 nach St. Petersburg berufen wurde, dort die italienische opera seria am russischen Zarenhof etablierte, mit La forza dell’amore e dell’odio 1736 die erste italienische opera seria in Russland auf die Bühne brachte und mit Tsefal i Prokris 1755 ein Schlüsselwerk der frühen russischsprachigen Oper schuf.
- Jesús Arámbarri y Gárate Baskisch-spanischer Dirigent, Komponist, Orchesterleiter und Musikpädagoge aus Bilbao, der nach Studien bei Jesús Guridi, Paul Le Flem, Paul Dukas, Vladimir Golschmann und Felix Weingartner die Banda Municipal de Bilbao, die Orquesta Sinfónica de Bilbao und später die Banda Municipal de Madrid leitete und mit Werken wie Gabon-zar sorgiñak, Ocho canciones vascas, Aiko-Maiko, In memoriam, Ofrenda a Falla, Viento sur und Fantasía española eine prägnante Verbindung von baskischer Klangtradition, spanischer Sinfonik und europäischer Dirigentenpraxis schuf.
- Pedro Aranaz y Vides Spanischer Komponist, Priester, Kapellmeister der Kathedrale von Cuenca, Kirchenmusiker, Tonadilla-Komponist und Musiktheoretiker aus Tudela, der nach seiner Ausbildung im Umfeld der Basílica del Pilar in Zaragoza seit 1769 in Cuenca wirkte, ein sehr umfangreiches geistliches Werk mit Messen, Motetten, Psalmen, Lamentationen, Responsorien, Magnificat, Salven und Villancicos hinterließ, für die Madrider Theater Tonadillas wie La maja limonera, La satisfacción de los amantes, Dos payos y dos soldados und El remedio de los locos schrieb und 1807 mit Francisco José Olivares den Tratado completo de composición fundamental erarbeitete.
- Matheo de Aranda Spanisch geborener, in Portugal wirkender Musiktheoretiker, Komponist, Kapellmeister der Kathedrale von Évora und Lente de Música an der Universität Coimbra, der mit dem Tractado de canto llano von 1533 und dem Tractado de canto mensurable von 1535 die ersten in Portugal gedruckten Musiktraktate schuf und damit canto llano, Solmisation, Mensuralnotation und Kontrapunkt für die iberische Kathedral- und Universitätslehre systematisch vermittelte.
- Juan Arañés Spanischer Barockkomponist, Geistlicher und maestro de capilla, wahrscheinlich aus Zaragoza oder Aragón stammend und später in Tortosa, Lleida, Rom, La Seu d’Urgell und erneut Tortosa tätig; besonders bedeutend durch das 1624 in Rom gedruckte Libro segundo de tonos y villancicos mit spanischer Gitarrenziffer, dessen weltliche tonos, Villancicos und die berühmte Chacona Un sarao de la chacona beziehungsweise A la vida bona ihn zu einer Schlüsselfigur der spanisch-römischen Musik- und Gitarrenpraxis des frühen 17. Jahrhunderts machen.
- Giannina Arangi-Lombardi Italienische Sängerin, zunächst Mezzosopranistin und später dramatische Sopranistin beziehungsweise Spinto-Sopranistin aus Marigliano bei Neapel, die nach Ausbildung am Conservatorio di San Pietro a Majella und weiterer Arbeit mit Adelina Stehle an der Mailänder Scala unter Arturo Toscanini berühmt wurde, Rollen wie Aida, La Gioconda, Santuzza, Elena in Mefistofele, Norma, Donna Anna und Turandot sang, in historischen Gesamtaufnahmen von Aida, Cavalleria rusticana, La Gioconda und Mefistofele dokumentiert ist und später in Mailand sowie Ankara als Gesangspädagogin wirkte.
- José Aranguren de Aviñarro spanischer Komponist, Pianist und Musikpädagoge des 19. Jahrhunderts, der besonders durch Lehrwerke zu Klavier, Gesang, Harmonie und Canto llano hervortrat.
- Boris Aleksandrovič Arapov russisch-sowjetischer Komponist und Musikpädagoge, der als Professor am Leningrader Konservatorium die Leningrader Kompositionsschule prägte und Opern, ein Ballett, sieben Sinfonien, Konzerte, Kammermusik, Vokalwerke und Filmmusik schuf.
- Dimitri Ignat’evič Araqišvili georgischer Komponist, Musikethnologe und Pädagoge, der zu den Begründern der georgischen professionellen Musik sowie der wissenschaftlichen Erforschung georgischer Volksmusik und georgischer Polyphonie gehört.
- Giovanni Arascione italienischer Dichter geistlicher Lauden, weltlicher Priester, Musiker und Herausgeber der 1600 in Rom erschienenen Nuove laudi ariose della Beatissima Vergine, einer wichtigen Sammlung im Umfeld der filippinischen Lauda spirituale.
- Juan de Araujo spanisch-amerikanischer Komponist, Kapellmeister und einer der bedeutendsten Vertreter des lateinamerikanischen Barock, dessen mehrchörige Villancicos, Psalmen, Passionen und geistliche Vokalwerke vor allem mit Lima, Cuzco und La Plata verbunden sind.
- Pedro de Araújo portugiesischer Organist und Komponist des 17. Jahrhunderts, nachweisbar vor allem zwischen 1663 und 1704, dessen erhaltene Orgelwerke mit Batalha, Tento, Meio Registo, Fantasia und Obra zu den wichtigen Zeugnissen der iberischen Orgeltradition gehören.
- Panos Aravantinos griechischer Bühnenbildner, Maler und Kostümbildner, der als prägende Gestalt der europäischen Opernszenographie der Zwischenkriegszeit besonders an der Berliner Staatsoper mit Produktionen wie Wozzeck und Christophe Colomb hervortrat.
- Thoinot Arbeau anagrammatisches Pseudonym des französischen Geistlichen Jehan Tabourot, dessen Orchésographie von 1589 zu den wichtigsten Quellen für Renaissancetanz, Tanzmusik, Tanznotation und gesellschaftliche Tanzpraxis des 16. Jahrhunderts gehört.
- Lucy Arbell französische Sängerin, Mezzosopranistin und dramatische Operninterpretin, eigentlich Georgette Gall, später Georgette Wallace, die besonders durch ihre von Jules Massenet geprägten Rollen als Perséphone, Thérèse, Amahelli, Dulcinée und Postumia Bedeutung erlangte.
- Pietro Aron Italienischer Musiktheoretiker der Renaissance, dessen Schriften zu Kontrapunkt, Modi, Musica ficta und Stimmung die polyphone Praxis des frühen 16. Jahrhunderts theoretisch erschließen.
- Augener Londoner Musikverlag, Musikimporteur und Editionshaus des 19. und 20. Jahrhunderts; bekannt durch Augener’s Edition, preiswerte Klavier- und Unterrichtsausgaben, die britische Vermittlung der Edition Peters und das Periodikum The Monthly Musical Record.
B
- Berliner Philharmoniker 1882 gegründetes Berliner Symphonieorchester von internationalem Rang; geprägt durch eine starke Selbstverwaltungstradition, die Philharmonie Berlin, Chefdirigenten wie Furtwängler, Karajan, Abbado, Rattle und Petrenko sowie eine führende Rolle in Konzert-, Aufnahme- und Digitalkultur.
- Boston Symphony Orchestra 1881 von Henry Lee Higginson gegründetes amerikanisches Symphonieorchester von internationalem Rang; geprägt durch Symphony Hall, Tanglewood, Boston Pops, Tanglewood Music Center, Tanglewood Festival Chorus, Koussevitzkys Kompositionsaufträge, Charles Munchs französische Klangtradition, Seiji Ozawas lange Amtszeit und Andris Nelsons als Music Director bis zum Ende der Saison 2026/27.
C
- Chicago Symphony Orchestra 1891 von Theodore Thomas gegründetes amerikanisches Symphonieorchester von internationalem Rang; geprägt durch Orchestra Hall, den Chicago-Sound, Music Directors wie Fritz Reiner, Georg Solti, Daniel Barenboim und Riccardo Muti, den Chicago Symphony Chorus, CSO Resound, das Negaunee Music Institute und Klaus Mäkelä als designierten elften Music Director ab September 2027.
- Cleveland Orchestra 1918 von Adella Prentiss Hughes gegründetes amerikanisches Symphonieorchester von internationalem Rang; geprägt durch Severance Music Center, Blossom Music Center, George Szell, Lorin Maazel, Christoph von Dohnányi, Franz Welser-Möst, den Cleveland Sound, Cleveland Orchestra Chorus, Youth Orchestra, Education-Arbeit und eine besonders präzise, transparente Orchesterkultur.
D
- Élie-Miriam Delaborde Französischer Pianist, Komponist, Musikpädagoge, Pedalklavierspieler und Herausgeber; geboren als Eraïm-Miriam Delaborde, nach verbreiteter Datierung am 8. Februar 1839 in Paris geboren, mit abweichenden Datierungen 7. und 9. Februar 1839, gestorben am 9. Dezember 1913 in Paris, wahrscheinlich natürlicher Sohn beziehungsweise sicher enger Schüler Charles-Valentin Alkans, Professor am Conservatoire de Paris ab 1873, Lehrer unter anderem von Olga Samaroff und Aline van Barentzen, Widmungsträger von Saint-Saëns’ drittem Klavierkonzert und wichtiger Vermittler der Alkan-Überlieferung durch Editionen, Aufführungspraxis und Pedalklaviertradition.
E
F
G
- Gewandhausorchester Leipzig 1743 gegründetes Leipziger Symphonieorchester und ältestes bürgerliches Konzertorchester der Welt; geprägt durch Gewandhaus, Oper Leipzig, Thomaskirche, Mendelssohn-Tradition, Bach-Pflege und Gewandhauskapellmeister von Johann Adam Hiller bis Andris Nelsons.
H
I
J
K
L
- London Symphony Orchestra 1904 gegründetes Londoner Symphonieorchester und erstes unabhängiges, selbstverwaltetes Orchester Großbritanniens; geprägt durch Barbican-Residenz, LSO Live, LSO Discovery, internationale Tourneen, Filmmusik, Neue Musik und Dirigenten wie Hans Richter, André Previn, Claudio Abbado, Colin Davis, Simon Rattle und Antonio Pappano.
- Los Angeles Philharmonic 1919 von William Andrews Clark Jr. gegründetes amerikanisches Symphonieorchester von internationalem Rang; geprägt durch Walt Disney Concert Hall, Hollywood Bowl, Zubin Mehta, Carlo Maria Giulini, Esa-Pekka Salonen, Gustavo Dudamel, Daniel Harding Green Umbrella, YOLA, neue Musik, Filmmusik, digitale Medien und eine besonders progressive kalifornische Orchesterkultur.
M
N
- New York Philharmonic 1842 gegründetes ältestes Symphonieorchester der Vereinigten Staaten; geprägt durch die Philharmonic Society of New York, Mahler, Toscanini, Bernstein, Boulez, Mehta, Masur, Gilbert, van Zweden, Dudamel, David Geffen Hall, Young People’s Concerts, Digital Archives, Project 19 und die New Yorker Konzertkultur.
O
- Orchestre de Paris 1967 gegründetes Pariser Symphonieorchester und Erbe der Société des Concerts du Conservatoire; geprägt durch Charles Munch, Karajan, Solti, Barenboim, Bychkov, Eschenbach, Järvi, Harding, Klaus Mäkelä, die Philharmonie de Paris, den Chœur de l’Orchestre de Paris und die Verbindung von französischem Repertoire, neuer Musik, Education und internationaler Kulturpolitik.
P
- Philadelphia Orchestra 1900 gegründetes amerikanisches Symphonieorchester von internationalem Rang; geprägt durch Academy of Music, Marian Anderson Hall, den Philadelphia Sound, Leopold Stokowski, Eugene Ormandy, Riccardo Muti, Wolfgang Sawallisch, Christoph Eschenbach, Yannick Nézet-Séguin, mediale Pionierleistungen, die China-Tournee von 1973, Education-Arbeit und internationale Klangkultur.
Q
R
- Royal Concertgebouw Orchestra 1888 in Amsterdam gegründetes Symphonieorchester von internationalem Rang; geprägt durch das Concertgebouw, eine unverwechselbare Klangkultur, die Mahler- und Bruckner-Tradition, Chefdirigenten wie Mengelberg, Haitink, Chailly und Jansons sowie den designierten Chefdirigenten Klaus Mäkelä.
S
T
- Tridentinische Reform Katholische Reformbewegung nach dem Konzil von Trient, wichtig für Mission, Seelsorge, Katechese, Liturgie, Bischofsreform, Priesterausbildung und die kulturelle Prägung des frühneuzeitlichen Katholizismus.
U
V
W
- Werkgerechtigkeit Polemischer Schlüsselbegriff reformatorischer Kritik an der Vorstellung, der Mensch könne vor Gott durch eigene Werke, Verdienste oder religiöse Leistungen gerecht werden.
- Wiener Philharmoniker 1842 von Otto Nicolai begründetes Wiener Symphonieorchester von internationalem Rang; geprägt durch die Verbindung mit der Wiener Staatsoper, demokratische Selbstverwaltung, den Musikverein, den Wiener Klangstil, das Neujahrskonzert und eine einzigartige Gastdirigenten-Tradition.