Spruchlexikon
Das Spruchlexikon erschließt Sprichwörter, Redensarten, Zitate, Sentenzen, sprachliche Bilder und kulturgeschichtliche Stichwörter in alphabetischer Ordnung. Die kurze Erläuterung unter jedem Lemma nennt den jeweiligen Gegenstand und erleichtert die schnelle Orientierung.
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A
- A - Substantiv, Neutrum; erster Buchstabe des lateinischen Alphabets, schriftliches Zeichen für unterschiedliche a-Laute, Name eines Tons und kulturgeschichtliche Chiffre für Anfang, Ursprung, Vorrang, erste Wahl, Ausgangspunkt und den ersten Schritt einer Folge
- Aal - Substantiv, Maskulinum; langgestreckter, schlangenförmiger Fisch, Bezeichnung seines Fleisches als Speise sowie bildliche Chiffre für Glätte, Beweglichkeit, Unfassbarkeit, Anpassung, Wanderung und Rückkehr
- aalen - Verb, in der heutigen Hauptbedeutung reflexiv; sich behaglich ausstrecken, räkeln, sonnen oder in einem angenehmen körperlichen beziehungsweise übertragenen Zustand genüsslich verweilen
- Aalfang - Substantiv, Maskulinum; gezieltes Fangen von Aalen sowie Gesamtheit der dafür eingesetzten Kenntnisse, Fangweisen, Geräte, Arbeitsabläufe und kulturellen Überlieferungen
- Aalfischer - Substantiv, Maskulinum; Person, die Aale beruflich, nebenberuflich, traditionell oder gelegentlich fängt und hierfür besondere Kenntnisse über Gewässer, Fangzeiten, Geräte, Verarbeitung und Bestandsschutz besitzt
- aalglatt - Adjektiv; wörtlich außerordentlich glatt, glitschig oder schlüpfrig, übertragen schwer fassbar, ausweichend, wendig, rhetorisch geschickt, unverbindlich oder opportunistisch
- Aalhamen - Substantiv, Maskulinum; stationäres, sack- oder beutelförmiges Fangnetz für Aale, das Strömung und Wanderbewegung nutzt und je nach Bauform an Rahmen, Pfählen, Wehren, Ufern oder Fangschiffen befestigt wird
- aalig - Adjektiv; einem Aal in Form, Oberfläche, Bewegung, Geruch, Geschmack oder Wirkung ähnlich; übertragen windend, schwer fassbar, schlüpfrig, anpassungsfähig oder ausweichend
- Aalkasten - Substantiv, Maskulinum; historische oder regional verwendete, kastenartige Vorrichtung zum Aalfang, bei der Lattenroste, Rinnen und Wasserströmung die Aale in einen kontrollierbaren Fangraum führen
- Aalkorb - Substantiv, Maskulinum; einfache korb- oder röhrenförmige Aalreuse, traditionell häufig aus Weidenruten oder Spaltholz gefertigt und mit einer oder mehreren trichterartigen Kehlen versehen
- Aalleiter - Substantiv, Femininum; speziell auf die schlängelnde Aufwärtsbewegung von Aalen abgestimmte Fischaufstiegshilfe mit befeuchteter, rauer, genoppter oder bürstenartig strukturierter Kletterbahn
- Aalmutter - Substantiv, Femininum; deutscher Name der lebendgebärenden, aalähnlichen Küstenfischart Zoarces viviparus, die zur Familie der Aalmuttern gehört, aber kein echter Aal ist
- Aalnetz - Substantiv, Neutrum; kontextabhängige Bezeichnung für ein Netz oder eine Gruppe von Netzfanggeräten, die gezielt oder überwiegend dem Fang von Aalen dienen
- Aalquappe - Substantiv, Femininum; regionale oder volkstümliche Bezeichnung der Quappe Lota lota, eines langgestreckten, bodenlebenden, nachtaktiven und winterlaichenden Süß- und Brackwasserfisches aus der Ordnung der Dorschartigen; selten auch Bezeichnung der Aalmutter
- Aalräucherei - Substantiv, Femininum; Betrieb oder Werkstatt, in der Aale vorbereitet, gesalzen, getrocknet, heiß geräuchert, gekühlt, gelagert und verkauft werden
- Aalreuse - Substantiv, Femininum; passive, meist ring- oder bügelgestützte Netzfalle mit trichterförmigen Kehlen, Leitnetzen und hinterem Fangraum zum Fang von Aalen
- Aalspeer - Substantiv, Maskulinum; historisches, lang geschäftetes und meist mehrzinkiges Stechgerät zum Fang von Aalen in flachem Wasser, Schlamm oder Bodenverstecken
- Aalstechen - Substantiv, Neutrum; historisches aktives Fangverfahren, bei dem Aale mit einem lang geschäfteten, meist mehrzinkigen Aalstecher oder Aalspeer in flachem Wasser, Schlamm oder Bodenverstecken erfasst wurden
- Aalstrich - Substantiv, Maskulinum; längs der Rückenmitte verlaufender, meist dunklerer und schmaler Farb- oder Pigmentstreifen im Fell, Federkleid oder in der Hautzeichnung eines Tieres
- Aalsuppe - Substantiv, Femininum; Suppe mit Aal oder eine zur hamburgischen süßsauren Suppentradition gehörende Zubereitung mit Brühe, Gemüse, Kräutern, Backobst und je nach Rezept Aal
- Aaltierchen - Substantiv, Neutrum; ältere zoologische Bezeichnung für winzige, langgestreckte und aalartig schlängelnde Fadenwürmer, besonders Essig-, Kleister- und Pflanzenälchen
- Aaltreppe - Substantiv, Femininum; meist geneigte, benetzte und mit rauem Klettersubstrat versehene Aufstiegshilfe, über die junge Aale wasserbauliche Wanderhindernisse überwinden können
- Aalwanderung - Substantiv, Femininum; lebensgeschichtlich gesteuerte Wanderbewegungen von Aalen zwischen ozeanischem Laichgebiet, Küsten- und Aufwuchsgewässern sowie die spätere Rückwanderung der Blankaale zum Meer
- Aar - Substantiv, Maskulinum; alte, heute vor allem dichterische, gehobene und heraldische Bezeichnung für den Adler
- Aargau - Substantiv, Maskulinum und Eigenname; Name eines Schweizer Kantons und einer historischen Landschaft an der Aare
- Aaron - Substantiv, Maskulinum; männlicher Vorname und Name der biblischen Gestalt, die als Bruder und Sprecher des Mose, erster Hohepriester Israels, Empfänger des Priestersegens und ambivalenter Amtsträger überliefert wird
- Aas - Substantiv, Neutrum; toter, häufig verwesender Tierkörper, besonders als Nahrung für Aasfresser; übertragen grobes Schimpfwort und Bild für moralischen Verfall
- Aasbande - Substantiv, Femininum; derbe, stark abwertende Kollektivbezeichnung für eine als gemein, rücksichtslos oder ausbeuterisch bewertete Gruppe; historisch auch für eine Ansammlung aasfressender Tiere
- Aasblume - Substantiv, Femininum; Trivial- und Funktionsname für Pflanzen, deren Blüten durch aasähnlichen Geruch und häufig fleischähnliches Aussehen Fliegen oder Käfer zur Bestäubung anlocken
- aasen - Verb; regelmäßig und schwach konjugiert, heute vor allem: mit Geld, Zeit, Kraft, Material oder anderen Ressourcen unnötig verschwenderisch umgehen
- Aaser - Substantiv, Maskulinum; seltene, landschaftlich-tadelnde Bezeichnung für einen Menschen, der verschwenderisch mit etwas umgeht; außerdem Nebenform des jägersprachlichen Wortes Aser
- Aasfliege - Substantiv, Femininum; meist ökologische Sammelbezeichnung für Fliegen, deren erwachsene Tiere oder Larven Aas, Kadaver oder verwesendes tierisches Material nutzen
- aasfressend - Adjektiv; von Tieren: tote Tierkörper ganz oder teilweise als Nahrung nutzend; übertragen: vom Niedergang, Unglück oder Restbestand anderer profitierend
- Aasfresser - Substantiv, Maskulinum; ökologische Funktionsbezeichnung für ein Tier, das tote Tierkörper ganz oder teilweise als Nahrung nutzt; übertragen stark abwertend für einen Profiteur fremden Niedergangs
- Aasgeier - Substantiv, Maskulinum; beschreibende, ältere oder allgemeinsprachliche Bezeichnung für einen überwiegend aasfressenden Geier; übertragen stark abwertend für einen Profiteur fremden Todes, Unglücks oder Niedergangs
- Aasgeruch - Substantiv, Maskulinum; der aus einem wechselnden Gemisch geruchsaktiver Zersetzungsverbindungen entstehende Geruch eines Tierkadavers; übertragen ein wahrnehmbares Zeichen verborgenen Verfalls
- Aasgestank - Substantiv, Maskulinum; stark wertende und drastische Bezeichnung für den ekelerregenden Geruch verwesenden tierischen Gewebes; übertragen ein kaum zu überdeckendes Zeichen verborgener Fäulnis oder moralischen Verfalls
- aasig - Adjektiv; wörtlich nach Aas riechend, schmeckend, aussehend oder wie verwesendes tierisches Gewebe wirkend; übertragen widerwärtig, gemein, niederträchtig oder moralisch verdorben
- Aasinsekt - Substantiv, Neutrum; ökologische Sammelbezeichnung für ein Insekt, das Aas als Nahrung, Entwicklungsort, Jagdraum, Fortpflanzungsplatz oder Aufenthaltsort nutzt; nicht jedes Aasinsekt frisst selbst Aas
- Aasjäger - Substantiv, Maskulinum; älterer, stark abwertender Ausdruck der Jägersprache für einen Menschen, der unweidmännisch jagt und dadurch Wild unnötig verenden, verludern oder verloren gehen lässt
- Aasjägerei - Substantiv, Femininum; älterer, stark abwertender Ausdruck der Jägersprache für unweidmännische, schießgierige, nachlässige oder verlustreiche Jagdausübung, durch die Wild unnötig leidet, verendet, verloren geht oder ungenutzt zu Aas wird
- Aaskäfer - Substantiv, Maskulinum; deutscher Gruppenname für die traditionell als Silphidae geführten Käfer, von denen viele an Tierkadavern leben, Aas oder andere Kadaverbewohner fressen und teilweise eine außergewöhnlich ausgeprägte Brutpflege zeigen
- Aaskrähe - Substantiv, Femininum; deutscher Name für die Rabenkrähe Corvus corone und in älterer oder weiter gefasster Verwendung für den eng verwandten Formenkreis aus Rabenkrähe und Nebelkrähe
- Aasseite - Substantiv, Femininum; fachsprachliche Bezeichnung für die dem Tierkörper zugewandte, meist rauere und faserigere Fleischseite einer Rohhaut, Blöße oder eines Leders
- Aasvogel - Substantiv, Maskulinum; ökologischer Sammelname für einen Vogel, der tote Tiere regelmäßig, überwiegend oder gelegentlich als Nahrung nutzt
- ab - Präposition und Adverb; bezeichnet einen räumlichen, zeitlichen, mengenmäßigen oder gedanklichen Ausgangspunkt sowie Entfernung, Trennung, Beginn, Untergrenze und Fortbewegung von einem Bezugspunkt weg
- Aba - Substantiv, Femininum; Bezeichnung für ein weites Überkleid beziehungsweise einen mantelartigen Umhang aus arabischen und benachbarten Kleidungstraditionen sowie für einen traditionell groben Wollstoff
- abackern - Verb; historisch: durch Pflügen absondern oder entziehen; reflexiv selten beziehungsweise nichtstandardnah: sich durch schwere Arbeit erschöpfen, standardsprachlich gewöhnlich sich abrackern
- Abade - Substantiv, Maskulinum; persischer Knüpfteppich, häufig mit elfenbein- oder cremefarbenem Grund, benannt nach der iranischen Stadt Abadeh
- abaissiert - partizipiales Adjektiv; heraldisch: gegenüber der Normalstellung nach unten gerückt beziehungsweise erniedrigt, bei Flügeln auch mit nach unten gerichteten Spitzen oder gesenktem Flug dargestellt
- Abakus - Substantiv, Maskulinum; mechanisches Rechenhilfsmittel mit beweglichen Marken beziehungsweise obere Deckplatte eines Säulenkapitells
- abalienieren, Abalienation - Verb; veraltet für entfremden oder rechtssprachlich veräußern. Beinhaltet Abalienation, Substantiv, Femininum
- abänderbar, abänderlich - Adjektiv; so beschaffen, dass etwas abgeändert werden kann. Beinhaltet abänderlich, veraltetes Adjektiv mit derselben Grundbedeutung
- Abandon - Substantiv, Maskulinum; rechtssprachliche Preisgabe eines Rechts oder einer Sache, häufig zur Befreiung von einer verbundenen Verpflichtung oder gegen eine Gegenleistung
- abangeln - Verb; zum letzten Mal gemeinschaftlich in einer Saison oder in einem Vereinsjahr angeln
- abängst(ig)en - reflexives Verb, veraltet; sich über längere Zeit übermäßig um jemanden oder etwas ängstigen. Beinhaltet die reflexive Nebenform abängstigen
- abarbeiten - Verb; Aufgaben, Punkte, Rückstände oder Verpflichtungen durch Arbeit geordnet erledigen oder tilgen. Beinhaltet Abarbeitung, Substantiv, Femininum
- abärgern - reflexives Verb; sich durch ständigen oder wiederholten Ärger über jemanden oder etwas innerlich aufreiben
- Abart - Substantiv, Femininum; eine einer bekannten Art oder Form ähnliche, aber in einzelnen Merkmalen abweichende Ausprägung. Der Ausdruck kann neutral, unscharf oder stark wertend wirken
- abarten - seltenes und veraltendes intransitives Verb; von einer vorausgesetzten Art oder Norm abweichen, meist mit negativer Verfallswertung
- abartig - Adjektiv; historisch von einer Art abweichend, heute meist stark abwertend oder umgangssprachlich als emotionaler Gradverstärker verwendet
- Abartigkeit - Substantiv, Femininum; Eigenschaft oder konkrete Erscheinung dessen, was historisch als von einer Art oder Norm abweichend und heute meist stark abwertend als widerwärtig oder verwerflich bezeichnet wird
- abäschern - >, reflexives, trennbares und schwaches Verb; regional und veraltend für sich stark abmühen, sich übermäßig anstrengen, sich abhetzen oder sich durch Arbeit erschöpfen
- abäsen - trennbares, regelmäßiges Verb der Jägersprache; Pflanzen oder Pflanzenteile durch äsendes Wild abfressen, stellenweise oder vollständig kahl fressen
- abasten - >, reflexives, trennbares und schwaches Verb; salopp, selten und veraltend für sich längere Zeit mit etwas Schwerem oder Schwierigem abplagen. Besonders gebräuchlich in der Wendung sich einen abasten
- abästen - transitives, trennbares und schwaches Verb; Äste von einem Baum, Stamm, Gehölz oder gefällten Holz entfernen. Die Stammformen lauten ästet ab – ästete ab – hat abgeästet
- Abate maskulines Substantiv; historischer Titel oder Bezeichnung eines Weltgeistlichen, besonders in Italien und Spanien. Der deutsche Plural lautet Abaten, der italienische Plural Abati
- abatmen - überwiegend transitives, trennbares und schwaches Verb; einen gasförmigen, dampfförmigen oder flüchtigen Stoff durch die Ausatmung über die Lunge abgeben. Die Stammformen lauten atmet ab – atmete ab – hat abgeatmet
- Abaton neutrales Substantiv; ein unbetretbarer oder nur bestimmten Personen zugänglicher heiliger Ort, Raum oder Bezirk. Der Genitiv lautet des Abatons, der Plural die Abata
- Abaya - Substantiv, Femininum; langes, weites Obergewand, das vor allem von Frauen in arabisch geprägten Regionen über anderer Kleidung getragen wird und je nach Kontext Alltag, Mode, religiöse Bedeckung, regionale Zugehörigkeit oder persönliche Selbstbestimmung ausdrücken kann
- Abba - Anrede; aramäisch für „Vater“, im Neuen Testament als Gebetsanrede an Gott und in christlichen monastischen Traditionen als Ehrentitel geistlicher Väter überliefert
- abbacken - Verb; durch Backen fertigstellen, insbesondere vorbereitete oder gefrostete Teiglinge bis zur vorgesehenen Garung und Verkaufsfrische backen; regional beim Völkerball auch: einen Gegenspieler abwerfen
- abbaden - Verb; jemanden oder sich selbst durch Baden gründlich reinigen, eine anhaftende Substanz wegbaden oder das Baden beziehungsweise mit einem letzten Bad die Badesaison beenden
- abbaggern - Verb; Erdreich, Sediment, Schutt oder andere Massen mit einem Bagger abtragen, entfernen oder beseitigen; nicht zu verwechseln mit anbaggern im Sinne von offensivem Ansprechen oder Flirten
- abbaken - Verb; ein Fahrwasser, einen Ankerplatz, einen Verkehrsweg oder einen Gefahrenbereich durch Baken beziehungsweise entsprechende Markierungszeichen sichtbar kennzeichnen
- abätzen
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