Aar
Grammatik
Lemma
Aar.
Wortart
Substantiv.
Genus
maskulin.
Bestimmter Artikel
der Aar.
Unbestimmter Artikel
ein Aar.
Genitiv Singular
des Aars oder des Aares.
Dativ Singular
dem Aar oder gehoben dem Aare.
Akkusativ Singular
den Aar.
Plural
die Aare.
Nebenform des Plurals
Historisch und selten begegnet auch die Form Aaren.
Genitiv Plural
der Aare.
Dativ Plural
den Aaren.
Akkusativ Plural
die Aare.
Deklinationsart
starkes Maskulinum mit Genitiv auf -s oder -es und Plural auf -e.
Worttrennung
Aar.
Silbenzahl
einsilbig.
Aussprache
ungefähr [aːɐ̯], mit langem a.
Hauptbetonung
als einsilbiges Wort vollständig betont.
Historische Lautform
Mittelhochdeutsch ar beziehungsweise âr; althochdeutsch aro.
Grundbedeutung
ältere, dichterische und gehobene Bezeichnung für Adler.
Stilmarkierung
poetisch, altertümlich, feierlich, mythologisch oder heraldisch.
Singulargebrauch
Der Singular bezeichnet einen einzelnen Adler oder den Adler als symbolische Gestalt.
Pluralgebrauch
Der Plural bezeichnet mehrere Adler oder mehrere allegorische und heraldische Adlergestalten.
Attributive Verbindungen
stolzer, königlicher, mächtiger, junger, alter, einsamer, goldener, schwarzer, doppelköpfiger oder hochfliegender Aar.
Typische Verben
Ein Aar fliegt, schwebt, kreist, steigt, stößt, späht, horstet, jagt, greift oder rauscht.
Typische Präpositionen
wie ein Aar, unter dem Aar, über dem Aar, mit dem Aar, vom Aar.
Typische Genitivverbindungen
Flug des Aars, Schwinge des Aars, Auge des Aars, Horst des Aars, Klaue des Aars.
Komposita
Fischaar, Seeaar, Mausaar, Edelaar und weitere historische oder dichterische Bildungen.
Synonymischer Gebrauch
Aar ist in der heutigen Standardsprache weitgehend durch Adler ersetzt.
Fachsprachlicher Status
Kein eindeutiger moderner zoologischer Taxonname; in biologischen Texten wird die konkrete Adlerart genannt.
Heraldischer Status
In poetischer Wappenbeschreibung kann Aar für den heraldischen Adler stehen.
Abgrenzung zum Flussnamen
Die Aare in der Schweiz und verschiedene Flüsse namens Aar sind Eigennamen und nicht mit dem maskulinen Tierwort gleichzusetzen.
Abgrenzung zur Abkürzung
Großgeschriebene Buchstabenfolgen wie AAR können Abkürzungen sein und gehören nicht zur Wortbedeutung Adler.
Übertragener Gebrauch
Bildlich bezeichnet Aar einen hochstrebenden, scharfblickenden, machtvollen, freien oder einsamen Menschen.
Wertungsbreite
Je nach Zusammenhang kann der Aar Würde und Freiheit, aber auch Herrschaft, Raub, Hochmut und Bedrohung verkörpern.
Lexikon
Grundbedeutung
Aar ist die alte und heute vor allem dichterische Bezeichnung für den Adler.
Moderner Alltagsgebrauch
Im gewöhnlichen heutigen Deutsch wird fast immer Adler gesagt.
Poetischer Gebrauch
Dichtung verwendet Aar wegen seiner Kürze, seines hohen Klanges und seiner altertümlichen Würde.
Heraldischer Gebrauch
In feierlicher oder dichterischer Wappensprache kann Aar den Adler als Wappentier bezeichnen.
Kein Taxon
Aar benennt keine eindeutig abgegrenzte zoologische Gattung, Familie oder Art.
Zoologische Präzision
Naturwissenschaftliche Beschreibungen nennen etwa Steinadler, Seeadler, Schreiadler oder Kaiseradler.
Historische Bedeutungsweite
In älteren Sprachstufen konnte Aar weiter auf große Greifvögel bezogen sein als das heutige Wort Adler.
Verdrängung
Das ältere Aar wurde im allgemeinen Sprachgebrauch durch Adler verdrängt.
Adlerbildung
Adler geht sprachgeschichtlich auf eine Verbindung zurück, die sinngemäß edler Aar bedeutete.
Edelaar
Die ältere Bildung Edelaar beziehungsweise Adelaar zeigt die Verbindung von Adel und Aar besonders deutlich.
Fischaar
Fischaar war eine ältere Bezeichnung für fischfangende Greifvögel, besonders den Fischadler.
Seeaar
Seeaar bezeichnete dichterisch oder älter einen großen am Wasser lebenden Adler, insbesondere einen Seeadler.
Mausaar
Mausaar war eine ältere Benennung für bestimmte mäusejagende Greifvögel.
Aar und Adler
Beide Wörter bezeichnen im poetischen Sprachgebrauch dasselbe Leitbild des großen Greifvogels.
Körperbau
Adler besitzen einen kräftigen Körper, breite Flügel, einen Hakenschnabel und starke Fänge.
Flügel
Breite Schwingen ermöglichen Segelflug, Kreisen und die Nutzung aufsteigender Warmluft.
Spannweite
Die Flügelspannweite ist je nach Art sehr verschieden und kann bei großen Seeadlern deutlich über zwei Meter erreichen.
Schnabel
Der gebogene Schnabel dient zum Zerreißen von Nahrung.
Fänge
Kräftige Zehen und gebogene Krallen greifen Beute oder halten Nahrung fest.
Sehvermögen
Adler besitzen ein sehr leistungsfähiges Sehvermögen und können Bewegungen aus großer Entfernung erkennen.
Augensymbolik
Das scharfe Auge begründet die Symbolik von Weitblick, Wachsamkeit und Erkenntnis.
Segelflug
Im Segelflug nutzen Adler thermische Aufwinde und sparen Energie.
Kreisflug
Das Kreisen am Himmel wurde zum Bild überlegener Übersicht.
Stoßflug
Ein gezielter Sturz oder schneller Anflug steht symbolisch für Entschlossenheit und Angriffskraft.
Lebensräume
Adlerarten besiedeln Gebirge, Wälder, Steppen, Küsten, Seenlandschaften und Flusstäler.
Horst
Das große Nest eines Adlers wird Horst genannt.
Horststandort
Horste liegen je nach Art auf Felsen, hohen Bäumen oder schwer zugänglichen Vorsprüngen.
Horsttreue
Manche Adlerpaare nutzen denselben Horst oder dasselbe Revier über viele Jahre.
Paarbindung
Bei mehreren Arten bestehen längerfristige Paarbindungen.
Brut
Adler legen meist wenige Eier und investieren lange in Brutpflege und Jungenaufzucht.
Jungvogel
Junge Adler bleiben nach dem Ausfliegen oft längere Zeit von den Eltern abhängig.
Reifung
Das vollständige Erwachsenengefieder kann sich erst über mehrere Jahre entwickeln.
Nahrung
Je nach Art fressen Adler Säugetiere, Vögel, Fische, Reptilien oder Aas.
Jagdweise
Jagdstrategien reichen vom Suchflug über Ansitzjagd bis zum schnellen Zugriff aus der Luft.
Aas
Mehrere Adlerarten nutzen zusätzlich Aas und erfüllen damit eine ökologische Reinigungsfunktion.
Steinadler
Der Steinadler ist ein großer Adler offener Gebirgs- und Landschaftsräume.
Seeadler
Der Seeadler ist an große Gewässer und Küsten gebunden und jagt häufig Fische und Wasservögel.
Fischadler
Der Fischadler ist systematisch kein typischer Adler der Gattung Aquila, wird aber durch Name und Lebensweise mit dem Adlerbild verbunden.
Kaiseradler
Kaiseradler tragen bereits im Namen die Verbindung zu Herrschaft und Würde.
Schreiadler
Der Schreiadler ist ein mittelgroßer Adler strukturreicher Wald- und Offenlandschaften.
Schelladler
Der Schelladler bewohnt Feuchtgebiete und Waldlandschaften im östlichen Europa und Asien.
Habichtsadler
Der Habichtsadler verbindet im deutschen Namen Vorstellungen von Habicht und Adler.
Zwergadler
Der Zwergadler zeigt, dass der Name Adler nicht nur besonders große Greifvögel bezeichnet.
Weißkopfseeadler
Der Weißkopfseeadler ist ein nordamerikanischer Seeadler und ein bekanntes Staatssymbol.
Keilschwanzadler
Der australische Keilschwanzadler ist durch seinen keilförmigen Schwanz gekennzeichnet.
Kronenadler
Der afrikanische Kronenadler ist ein kräftiger Waldgreifvogel.
Harpyie
Die südamerikanische Harpyie ist ein großer Waldgreifvogel; ihr Name stammt aus der Mythologie.
Greifvogel
Greifvogel ist der zoologisch weitere Oberbegriff für Adler, Bussarde, Milane, Habichte, Falken und verwandte Gruppen.
Raubvogel
Raubvogel ist ein älterer, wertender und heute fachlich weniger bevorzugter Ausdruck.
Taggreifvogel
Adler gehören zu den überwiegend tagaktiven Greifvögeln.
Abgrenzung zum Geier
Geier sind stärker an Aasnahrung angepasst, können aber in älterer Symbolik mit Adlern vermischt werden.
Abgrenzung zum Falken
Falken gehören systematisch zu einer anderen Greifvogelgruppe und besitzen andere Jagd- und Flugmerkmale.
Abgrenzung zum Habicht
Habichte sind wendige Waldjäger und unterscheiden sich in Körperbau und Jagdweise von typischen großen Adlern.
Abgrenzung zum Bussard
Bussarde sind meist kompakter und werden im Deutschen nicht als Aare bezeichnet.
Abgrenzung zum Milan
Milane besitzen häufig lange Flügel und gegabelte Schwänze; historisch konnte Aar weiter gefasst werden.
Federkleid
Adlergefieder reicht von hellen Braun- und Grautönen bis zu dunklem Braun, Schwarz und Weiß.
Mauser
Federn werden regelmäßig erneuert; bei großen Greifvögeln verteilt sich die Mauser über längere Zeit.
Flugfeder
Hand- und Armschwingen erzeugen Auftrieb und Vortrieb.
Schwanz
Der Schwanz steuert Flugrichtung, Bremsung und Landung.
Thermik
Aufsteigende Warmluft trägt den kreisenden Adler in große Höhe.
Hangaufwind
An Gebirgshängen kann Wind nach oben gelenkt werden und Segelflug ermöglichen.
Energieökonomie
Segeln spart Kraft gegenüber ständigem Flügelschlag.
Revier
Adlerpaare verteidigen je nach Art große Jagd- und Brutgebiete.
Territorialität
Flugdemonstrationen und Rufe können Reviergrenzen anzeigen.
Stimme
Entgegen der Vorstellung donnernder Macht besitzen manche Adler eher helle oder pfeifende Rufe.
Beutegreifer
Adler stehen als Spitzenprädatoren weit oben im Nahrungsnetz.
Ökologische Rolle
Sie beeinflussen Beutebestände, nutzen Aas und zeigen die Qualität großräumiger Lebensräume an.
Bioindikator
Stabile Adlerbestände können auf ausreichende Nahrung, geringe Störung und geeignete Brutplätze hinweisen.
Gefährdung
Viele Adlerarten litten oder leiden unter Verfolgung, Vergiftung, Lebensraumverlust und technischem Wandel.
Direkte Verfolgung
Abschuss, Fang und Horstzerstörung dezimierten historische Bestände.
Vergiftung
Giftköder und belastete Beutetiere können Adler töten.
Bleivergiftung
Bleireste aus Jagdmunition können beim Fressen von Aufbruch oder Aas aufgenommen werden.
Stromleitungen
Ungünstig konstruierte Strommasten können zu Stromschlag oder Kollision führen.
Windenergie
Windkraftanlagen können bei schlechter Standortwahl Kollisionsrisiken erhöhen.
Verkehr
Straßen und Bahnlinien gefährden Adler, wenn Aas Tiere in den Verkehrsraum lockt.
Forstwirtschaft
Störungen am Horst und Verlust alter Horstbäume können die Brut beeinträchtigen.
Tourismus
Klettersport, Drohnen und Freizeitnutzung können empfindliche Brutplätze stören.
Schutzgebiet
Ruhezonen und geschützte Horstumfelder vermindern Störungen.
Horstschutz
Brutplätze werden überwacht, zeitweise abgesperrt und vor illegalem Zugriff geschützt.
Leitungssicherung
Technische Sicherungen an Strommasten können tödliche Kontakte verhindern.
Bleifreie Munition
Der Verzicht auf bleihaltige Jagdmunition reduziert Vergiftungsrisiken.
Wiederansiedlung
Bei verschwundenen Populationen können Wiederansiedlungsprogramme Teil des Schutzes sein.
Bestandsüberwachung
Horstkontrollen, Ringablesungen, Sender und genetische Analysen dokumentieren Bestände.
Beringung
Ringe ermöglichen Wiedererkennung und liefern Daten zu Alter, Zug und Überleben.
Telemetrie
Satelliten- und GPS-Sender zeigen Flugräume, Wanderungen und Gefahrenzonen.
Zugverhalten
Einige Adlerarten sind Standvögel, andere Teilzieher oder ausgeprägte Langstreckenzieher.
Jungvogelwanderung
Junge Adler unternehmen häufig weite Streifzüge, bevor sie ein eigenes Revier besetzen.
Wanderkorridor
Gebirge, Küsten und Meerengen bündeln den Zug großer Greifvögel.
Thermikzug
Breitflügler meiden lange Strecken über offenem Meer, weil dort Thermik schwächer ist.
Antike
In der Antike galt der Adler als Vogel des höchsten Himmels und Begleiter mächtiger Gottheiten.
Zeus
In der griechischen Mythologie ist der Adler mit Zeus verbunden.
Jupiter
Im römischen Bereich gehört der Adler zu Jupiter und zur staatlichen Macht.
Aquila
Die römische Legionsstandarte in Adlergestalt hieß Aquila.
Legionsadler
Der Verlust eines Legionsadlers galt als schwere militärische und symbolische Niederlage.
Ganymed
Der Mythos erzählt, dass Zeus in Adlergestalt oder durch einen Adler Ganymed zum Olymp bringen ließ.
Prometheus
Ein Adler frisst in der Prometheussage täglich an der nachwachsenden Leber des Gefesselten.
Doppeldeutigkeit der Mythologie
Der Aar ist dort zugleich göttlicher Bote und Werkzeug grausamer Strafe.
Nordische Mythologie
Adlergestalten erscheinen in nordischen Mythen an den Grenzen von Himmel, Riesenwelt und Weltenbaum.
Weltenbaum
Auf der Spitze des Weltenbaums wird in altnordischer Überlieferung ein Adler gedacht.
Odin
Odin nimmt in einzelnen Erzählungen Adlergestalt an.
Christentum
Der Adler wurde zum Symbol von Auferstehung, Himmelfahrt, Erneuerung und geistiger Schau.
Evangelist Johannes
Der Adler ist das traditionelle Symbol des Evangelisten Johannes.
Tetramorph
Im Tetramorph steht der Adler neben Mensch, Löwe und Stier.
Biblische Bildsprache
Die Bibel verwendet Adlerbilder für Schutz, Schnelligkeit, Jugendkraft, Gericht und Erhebung.
Erneuerungslegende
Eine alte Vorstellung erzählt, der Adler erneuere im hohen Alter seine Jugend.
Sonnenvogel
Der Blick zur Sonne machte den Adler zum Sinnbild geistiger Helligkeit und Prüfung.
Himmelfahrt
Der Aufstieg in große Höhe wurde mit der Erhebung der Seele verbunden.
Herrschaft
Kraft, Höhe und Jagderfolg machten den Adler zum Zeichen königlicher und kaiserlicher Macht.
Freiheit
Der freie Flug über Landschaften begründete die Symbolik politischer und persönlicher Freiheit.
Weitblick
Die hohe Flugbahn steht für Übersicht, Planung und strategische Erkenntnis.
Mut
Der Angriff auf starke Beute wurde als Bild von Tapferkeit gedeutet.
Stolz
Aufrechte Haltung und Höhe können Würde, aber auch Überheblichkeit darstellen.
Einsamkeit
Der einzelne Aar auf Fels oder Gipfel symbolisiert Größe und Absonderung.
Raub
Als Beutegreifer kann er für Gewalt, Eroberung und Unterwerfung stehen.
Imperium
Adlerzeichen begleiten in vielen Kulturen Reiche, Armeen und staatliche Herrschaft.
Doppeladler
Der zweiköpfige Adler ist ein altes Herrschafts- und Wappenmotiv.
Doppelblick
Die beiden Köpfe werden häufig als Blick in zwei Richtungen oder Herrschaft über verschiedene Räume gedeutet.
Reichsadler
Der Reichsadler war ein zentrales Zeichen des Heiligen Römischen Reiches und späterer deutscher Staatsordnungen.
Bundesadler
Der Adler ist ein deutsches Hoheitszeichen; Aar wäre dafür eine dichterische Umschreibung.
Österreichischer Adler
Adlerdarstellungen gehören zur österreichischen Staats- und Dynastiesymbolik.
Polnischer Adler
Der weiße Adler ist ein wichtiges polnisches Staatssymbol.
Albanischer Doppeladler
Der schwarze Doppeladler ist ein prägendes albanisches Symbol.
Russischer Doppeladler
Der Doppeladler gehört zur russischen Staatssymbolik und byzantinisch geprägten Tradition.
Römischer Adler
Der römische Adler verbindet Militär, Jupiterkult und Staatsmacht.
Napoleonischer Adler
Napoleon griff den Adler als imperiales und militärisches Zeichen auf.
Wappenfigur
In der Heraldik ist der Adler eine gemeine Figur.
Darstellung
Heraldische Adler erscheinen häufig frontal mit ausgebreiteten Flügeln, gespreizten Fängen und seitlich gewendetem Kopf.
Bewehrung
Schnabel, Zunge und Krallen können in einer abweichenden Tinktur hervorgehoben sein.
Flug
Die Flügel des Wappenadlers heißen heraldisch Flug.
Fänge
Die Füße mit Krallen werden als Fänge dargestellt.
Kopfzahl
Ein- und doppelköpfige Adler besitzen unterschiedliche historische Traditionen.
Halber Adler
Geteilte Wappen können nur eine Hälfte des Adlers zeigen.
Adlerfang
Ein einzelner Adlerfang kann selbstständige Wappenfigur sein.
Adlerflügel
Ein einzelner Flügel erscheint als heraldisches Motiv und Helmzier.
Tinktur
Adler werden häufig schwarz, golden, silbern, rot oder weiß dargestellt.
Naturalismus
Heraldische Darstellung folgt klarer Zeichenhaftigkeit und nicht naturgetreuer Ornithologie.
Numismatik
Adler erscheinen auf Münzen, Medaillen und Siegeln als Zeichen von Staat und Herrschaft.
Siegel
Der Adler beglaubigt in Siegelbildern politische oder institutionelle Autorität.
Orden
Zahlreiche Orden führen Adler im Namen oder Abzeichen.
Militärzeichen
Adlerbilder erscheinen auf Standarten, Uniformen, Abzeichen und Feldzeichen.
Architektur
Adler schmücken Giebel, Portale, Säulen, Regierungsbauten und Denkmäler.
Skulptur
Ausgebreitete Schwingen und erhobener Kopf eignen sich für monumentale Darstellung.
Malerei
Der Adler erscheint in Jagdbildern, Landschaften, Allegorien und mythologischen Szenen.
Literatur
Dichtung nutzt Aar als verdichtetes Bild von Höhe, Stolz, Freiheit, Macht und Einsamkeit.
Romantik
In romantischer Landschaftsdichtung verbindet der Aar Fels, Himmel, Ferne und Sehnsucht.
Nationaldichtung
Im 19. Jahrhundert wurde der Aar häufig politisch und national allegorisiert.
Kritische Dichtung
Satire und politische Lyrik können den Reichs- oder Doppelaar als Bild überheblicher Macht angreifen.
Fabel
In Fabeln steht der Adler oft als König der Vögel über kleineren Tieren.
Aar und Schlange
Der Kampf zwischen Adler und Schlange symbolisiert Himmel und Erde, Geist und Materie oder Macht und List.
Aar und Löwe
Adler und Löwe verbinden Himmelsherrschaft und Erdherrschaft.
Greif
Das Fabelwesen Greif kombiniert Adlerkopf und Adlerflügel mit dem Körper eines Löwen.
Phönix
Der Phönix ist kein Adler, wird aber in Kunst und Symbolik gelegentlich adlerähnlich dargestellt.
Donneradler
In verschiedenen indigenen Traditionen Nordamerikas erscheint ein mächtiger Donnervogel; er ist nicht einfach mit dem europäischen Aar gleichzusetzen.
Schamanische Symbolik
Große Greifvögel können als Vermittler zwischen Erde und Himmel verstanden werden.
König der Lüfte
Die verbreitete Bezeichnung hebt Höhe, Kraft und Vorrang hervor.
Hoheitsvogel
Der Adler ist eines der häufigsten staatlichen und dynastischen Tierzeichen.
Markenzeichen
Adlerformen werden in Firmenzeichen, Sportwappen und Verbandsabzeichen verwendet.
Sport
Mannschaften nutzen Adler als Maskottchen für Kraft, Angriff und Siegeswillen.
Pfadfinder und Jugendbewegung
Adlersymbole können Wachsamkeit, Selbstständigkeit und Naturverbundenheit ausdrücken.
Rednerisches Bild
Ein Politiker, Denker oder Dichter kann als Aar bezeichnet werden, wenn Weitblick und Erhabenheit betont werden.
Spottbild
Die Bezeichnung kann ironisch werden, wenn behauptete Größe und tatsächliche Leistung auseinanderfallen.
Kulturelle Bedeutung
Aar bündelt Naturbeobachtung, altertümliche Sprache, Mythologie, Religion, Herrschaftszeichen und Freiheitsvorstellung.
Bildliche Bedeutung
Übertragen steht der Aar für den Menschen, der hoch hinauswill, weit blickt, allein steht oder seine Macht von oben ausübt.
Symbol der Höhe
Der Flug über Gipfeln versinnbildlicht geistige oder politische Erhebung.
Symbol der Freiheit
Offener Himmel und weite Schwingen bilden ein Gegenbild zu Fessel und Gefangenschaft.
Symbol des Blicks
Das Adlerauge steht für genaue Wahrnehmung und strategische Übersicht.
Symbol der Macht
Fänge, Schnabel und Jagderfolg stehen für Durchsetzungsvermögen.
Symbol der Erneuerung
Alte Legenden vom erneuerten Adler machen ihn zum Bild neuer Kraft.
Symbol des Hochmuts
Wer sich zu hoch erhebt, kann den Boden und die Grenzen der eigenen Macht vergessen.
Etymologie
Aar ist ein sehr altes germanisches Wort für einen großen Greifvogel, vor allem den Adler. Belegt sind althochdeutsch aro, mittelhochdeutsch ar beziehungsweise âr
Die weitere Herkunft innerhalb des indogermanischen Wortschatzes ist nicht in allen Einzelheiten sicher. Fest steht jedoch, dass das Wort lange vor der neuhochdeutschen Form Adler bestand.
Adler entwickelte sich aus einer Verbindung, die sinngemäß edler Aar bedeutete. Ältere Formen wie adal-aro, adelar und Adelaar zeigen, wie aus einer kennzeichnenden Zusammensetzung der heute gewöhnliche Tiername wurde.
Mit der Verbreitung von Adler trat Aar im alltäglichen Sprachgebrauch zurück. Es blieb jedoch in Dichtung, gehobener Rede, alten Wörterbüchern, Tiernamen und heraldischer Bildsprache lebendig.
Historische Zusammensetzungen wie Fischaar, Seeaar und Mausaar zeigen, dass Aar früher auch zur Benennung verschiedener großer Greifvögel verwendet werden konnte.
Im 18. und 19. Jahrhundert wurde das Wort in dichterischer Sprache bewusst erneuert. Seine Kürze, das lange offene a und die altertümliche Färbung machten es für Verse, politische Allegorien und feierliche Bilder geeignet.
Vom Tierwort zu trennen sind Eigennamen wie die schweizerische Aare und verschiedene Flüsse namens Aar. Sie besitzen eine eigene Namengeschichte und ein anderes grammatisches Geschlecht.
Die übertragene Bedeutung folgt den beobachteten und zugeschriebenen Eigenschaften des Adlers: Höhe, Schärfe des Blicks, kraftvoller Flug, einsamer Horst, Angriff, Herrschaft und Freiheit.
Bedeutungsverwandte Ausdrücke
Hauptsynonyme
Adler; dichterisch auch König der Lüfte, Himmelsvogel, Greif.
Historische Formen
aro, ar, âr, adelar, Adelaar, Edelaar.
Historische Zusammensetzungen
Fischaar, Seeaar, Mausaar, Edelaar.
Zoologische Oberbegriffe
Greifvogel, Taggreifvogel, Vogel, Wirbeltier.
Adlerarten
Steinadler, Seeadler, Kaiseradler, Schreiadler, Schelladler, Habichtsadler, Zwergadler.
Verwandte Greifvögel
Fischadler, Habicht, Bussard, Milan, Falke, Geier.
Körperbegriffe
Schwinge, Flugfeder, Schnabel, Fang, Kralle, Auge, Schwanz, Gefieder.
Flugbegriffe
Segelflug, Kreisflug, Thermik, Stoßflug, Gleitflug, Aufwind.
Brutbegriffe
Horst, Revier, Brutpaar, Gelege, Jungvogel, Ästling.
Jagdbegriffe
Beute, Ansitz, Suchflug, Zugriff, Fänge, Aas.
Lebensräume
Gebirge, Felswand, Wald, Steppe, Küste, Flusstal, Seenlandschaft.
Schutzbegriffe
Horstschutz, Ruhezonen, Leitungssicherung, bleifreie Munition, Monitoring.
Mythologische Begriffe
Zeus, Jupiter, Ganymed, Prometheus, Aquila, Weltenbaum.
Christliche Begriffe
Johannesadler, Tetramorph, Himmelfahrt, Auferstehung, Erneuerung.
Heraldische Begriffe
Wappenadler, Reichsadler, Doppeladler, Adlerfang, Adlerflug, Bewehrung.
Herrschaftsbegriffe
Kaiser, König, Reich, Hoheit, Standarte, Siegel, Orden.
Positive Symbolik
Freiheit, Weitblick, Mut, Würde, Wachsamkeit, geistige Höhe.
Negative Symbolik
Hochmut, Raub, Herrschaft, Gewalt, Einsamkeit, Überlegenheit.
Gegenbegriffe
Bodenkriecher, Käfigvogel, Kurzsicht, Niedrigkeit, Ohnmacht, Gefangenschaft.
Bildlich verwandte Begriffe
Gipfel, Himmel, Sonne, Ferne, Freiheit, Blick, Herrschaft, Sturz.
Antithesen
Der Aar fliegt hoch und lebt von Beute am Boden.
Höhe und irdische Abhängigkeit gehören zusammen.
Er steht für Freiheit und dient zugleich als Herrschaftszeichen.
Ungebundener Flug und staatliche Macht bilden einen historischen Gegensatz.
Der Aar ist ein Naturtier und ein künstlich stilisiertes Wappenbild.
Biologische Wirklichkeit und politische Zeichenform unterscheiden sich.
Sein Blick reicht weit und sein Horst bindet ihn an einen Ort.
Weite Wahrnehmung und feste Brutstätte stehen nebeneinander.
Der Aar wirkt einsam und lebt während der Brut in Paarbindung.
Poetische Einsamkeit und biologische Sozialbeziehung sind verschieden.
Er schwebt scheinbar mühelos und lebt von genauer Kraftökonomie.
Leichtigkeit des Eindrucks beruht auf körperlicher Anpassung.
Der Aar gilt als König der Lüfte und bleibt Teil eines empfindlichen Ökosystems.
Symbolische Überlegenheit hebt ökologische Abhängigkeit nicht auf.
Seine Schwingen tragen ihn frei und machen ihn an Wind und Thermik gebunden.
Freiheit nutzt konkrete Naturbedingungen.
Der Aar verkörpert geistige Höhe und körperlichen Raub.
Erhabene Deutung und Jagdrealität stehen gegeneinander.
Er ist im Wappen unsterblich und in der Natur verletzlich.
Zeichenhafte Dauer und biologisches Risiko unterscheiden sich.
Der Aar ist ein altes Wort und ein zeitloses Bild.
Sprachliche Altertümlichkeit mindert symbolische Gegenwart nicht.
Aar klingt schlicht und trägt eine komplexe Kulturgeschichte.
Kurze Wortform und große Bedeutungsfülle kontrastieren.
Der Vogel schweigt meist und wird in Dichtung zur lauten Macht.
Natürliche Stimme und kulturelle Projektion sind verschieden.
Der Aar sieht aus großer Höhe und kann den Nahbereich übersehen.
Übersicht und Distanz besitzen zugleich Stärke und Grenze.
Er steigt zur Sonne und muss zum Horst zurückkehren.
Erhebung und Bindung ergänzen sich.
Der Aar gilt als mutig und meidet unnötige Energieverschwendung.
Symbolischer Wagemut und biologische Ökonomie unterscheiden sich.
Das Adlerauge steht für Klarheit und politische Adlerbilder können täuschen.
Wahrnehmungssymbol und propagandistische Nutzung stehen in Spannung.
Der Doppelaar blickt in zwei Richtungen und besitzt nur einen Wappenkörper.
Mehrfachperspektive und Einheit werden verbunden.
Der Aar kann Schutzsymbol und Drohzeichen sein.
Sicherheit für die eigene Gemeinschaft und Bedrohung für andere fallen zusammen.
Er trägt göttliche Botschaft und vollzieht in Mythen grausame Strafe.
Bote und Peiniger sind in derselben Gestalt möglich.
Der Aar erhebt Ganymed und quält Prometheus.
Errettung beziehungsweise Entrückung und Qual stehen mythologisch gegenüber.
Der Wappenaar ist frontal geordnet, der wirkliche Adler ständig bewegt.
Stilisierung und lebendige Dynamik unterscheiden sich.
Aar bezeichnet poetisch einen Adler und historisch teils weitere Greifvögel.
Enge moderne Bedeutung und ältere Weite stehen nebeneinander.
Der Aar ist sprachlich verdrängt und kulturell unvergessen.
Seltenes Wort und starkes Bild kontrastieren.
Er verkörpert nationale Einheit und wurde von konkurrierenden Reichen benutzt.
Einheitssymbol und politische Vieldeutigkeit widersprechen sich.
Der Aar wird als furchtlos gedacht und ist durch Giftköder leicht gefährdet.
Mythische Unverwundbarkeit und reale Verletzlichkeit stehen gegeneinander.
Sein Horst liegt schwer erreichbar und kann durch menschliche Störung dennoch verlassen werden.
Räumlicher Schutz beseitigt Störungsrisiko nicht.
Der Aar ist Spitzenprädator und auf ausreichende Beute angewiesen.
Hohe Stellung im Nahrungsnetz bedeutet starke ökologische Abhängigkeit.
Er ist ein Symbol des Sieges und kann durch den Verlust seines Feldzeichens Niederlage anzeigen.
Dasselbe Zeichen verkörpert Triumph und Schande.
Der Aar hebt den Blick zum Himmel und erinnert durch seinen Schatten an den Boden.
Erhebung und Erdverbundenheit bleiben sichtbar.
Metaphorik
Der Aar ist ein lebendiger Pfeil des Himmels.
Gerichteter Flug und Angriff werden verdichtet.
Seine Schwingen sind Tore zur Höhe.
Flugfähigkeit öffnet den Raum über der Landschaft.
Das Adlerauge ist ein Fernrohr aus Fleisch.
Das leistungsfähige Sehvermögen wird technisch verbildlicht.
Der Aar ist die Krone der Thermik.
Sein Kreisflug erscheint als Herrschaft über den Aufwind.
Der Horst ist seine Felsenburg.
Brutplatz und Festung werden verbunden.
Der Aar ist ein schwarzes Siegel am Himmel.
Silhouette und Hoheitszeichen überlagern sich.
Er ist ein Gedanke, der Flügel bekommen hat.
Geistige Erhebung wird durch Flug versinnbildlicht.
Der Aar ist die scharfe Handschrift der Freiheit.
Freiheit erscheint kraftvoll und nicht sanft.
Sein Schatten ist die dunkle Seite der Höhe.
Erhabenheit besitzt eine bedrohliche Kehrseite.
Der Schnabel ist ein gebogener Dolch.
Die Jagdwaffe wird mit einer Klinge verglichen.
Die Fänge sind eiserne Klammern des Lebens.
Der Zugriff auf Beute wird als festes Schließen dargestellt.
Der Aar ist ein König ohne Palast.
Herrschaftssymbolik wird an freie Natur gebunden.
Er ist der Wächter über den Gipfeln.
Höhe und Wachsamkeit werden verbunden.
Der Kreisflug ist eine Krone ohne Gold.
Natürliche Bewegung ersetzt künstliches Herrschaftszeichen.
Der Aar ist ein Kompass, der nach oben weist.
Er symbolisiert geistiges und persönliches Streben.
Seine Schwinge ist ein Segel im unsichtbaren Wind.
Thermikflug wird als Luftfahrt dargestellt.
Der Aar ist der einsame Punkt über der Welt.
Entfernung und Absonderung werden betont.
Das Wappen macht aus dem Vogel eine Staatsrede ohne Worte.
Politische Bedeutung wird bildlich vermittelt.
Der Doppelaar ist ein Blick mit zwei Gesichtern.
Zweiköpfigkeit wird als geteilte Perspektive gedeutet.
Der Aar ist eine Sonne mit Krallen.
Lichtsymbolik und Raubnatur treffen zusammen.
Er ist der Blitz, bevor der Donner hörbar wird.
Schneller Angriff geht der Wahrnehmung voraus.
Der Horst ist das Gedächtnis seiner Rückkehr.
Wiederholte Brutplatznutzung wird als Erinnerung beschrieben.
Der Aar ist eine Fahne aus Federn.
Vogel und politisches Zeichen werden verbunden.
Sein Flug ist eine Rede über Freiheit.
Bewegung wird zur wortlosen Aussage.
Der Aar ist ein Auge, das einen Körper trägt.
Sehvermögen wird zum bestimmenden Merkmal überhöht.
Er ist ein Fürst im Reich der Aufwinde.
Thermik wird als Herrschaftsgebiet gestaltet.
Der Aar ist die Höhe, die plötzlich Fänge zeigt.
Erhabenheit kann in Gewalt umschlagen.
Sein Schrei ist eine Kerbe in der Stille.
Ein seltener Ruf durchschneidet die Landschaft.
Der Aar ist ein altes Wort mit jungen Schwingen.
Sprachalter und fortdauernde Bildkraft werden verbunden.
Er ist der Schatten des Reiches über der Landschaft.
Hoheitssymbolik erhält eine kritische politische Deutung.
Allegorien
Der Aar und der Sperling.
Der Aar verspottete den Sperling wegen seiner geringen Höhe. Der Sperling fragte, wer näher bei den Menschen und ihren Sorgen lebe.
Höhe ist nicht in jeder Hinsicht Überlegenheit.
Der Aar und der Käfig.
Ein König sperrte einen Aar ein, um Freiheit zu besitzen. Der Vogel verlor die Freiheit, und der König besaß nur noch ein Zeichen seiner eigenen Angst.
Freiheit lässt sich durch Besitz nicht bewahren.
Das Adlerauge.
Das Auge rühmte sich, alles aus der Ferne zu sehen. Eine kleine Wunde unter der Schwinge erinnerte es daran, dass Nähe andere Wahrheiten zeigt.
Weitblick ersetzt keine Selbstkenntnis.
Der Doppelaar.
Die beiden Köpfe stritten, welcher die richtige Richtung sehe. Der gemeinsame Körper konnte sich nicht bewegen, bis beide dieselbe Verantwortung anerkannten.
Mehrperspektivität braucht gemeinsame Handlung.
Der Horst.
Der Aar hielt den Himmel für seine Heimat. Als die Jungen schlüpften, erkannte er, dass auch der Freie einen Ort der Bindung braucht.
Freiheit und Zugehörigkeit schließen einander nicht aus.
Der Aufwind.
Der Aar schrieb seinen Aufstieg allein der eigenen Stärke zu. Als die Thermik nachließ, lernte er, wie viel unsichtbare Hilfe ihn getragen hatte.
Erfolg beruht oft auf nicht wahrgenommenen Bedingungen.
Der Wappenaar.
Der Wappenaar glaubte, mächtiger als der lebende Vogel zu sein. Ein Sturm riss die Fahne herab, während der wirkliche Aar weiterflog.
Symbolische Macht und lebendige Fähigkeit sind verschieden.
Der alte Aar.
Ein alter Aar konnte nicht mehr so hoch steigen wie früher. Er lehrte die Jungen dennoch, Wind, Gefahr und Entfernung zu lesen.
Erfahrung kann nachlassende Kraft überdauern.
Der Aar und die Sonne.
Der Aar wollte die Sonne erreichen und verbrannte sich nicht, weil er rechtzeitig begriff, dass Höhe kein Besitzanspruch ist.
Streben braucht Maß.
Prometheus und der Aar.
Der Aar gehorchte dem göttlichen Befehl und hackte täglich an Prometheus. Eines Tages fragte er, ob Gehorsam die Grausamkeit unschuldig mache.
Machtauftrag entbindet nicht von moralischer Frage.
Ganymeds Aar.
Der Aar trug Ganymed zum Olymp und nannte es Erhebung. Der Zurückgelassene nannte es Entführung.
Dasselbe Geschehen verändert sich mit der Perspektive.
Der Reichsaar.
Ein Reich malte den Aar auf jedes Tor. Als das Reich zerfiel, blieb der Vogel und suchte sich wieder einen Felsen.
Naturbild und politische Ordnung besitzen unterschiedliche Dauer.
Der kleine Schatten.
Ein großer Aar warf nur einen kleinen Schatten auf einen fernen Hang. Er erkannte, dass Größe von Entfernung und Blickpunkt abhängt.
Wirkung ist perspektivisch.
Der Aar und die Schlange.
Der Aar wollte die Schlange als Zeichen des Niedrigen besiegen. Die Schlange erinnerte ihn daran, dass auch der Himmel die Erde braucht.
Geist und Materie sollen nicht in einfache Rangordnung gezwungen werden.
Der Horstbaum.
Der Aar nannte den Baum bloßes Fundament. Als der Baum fiel, begriff er, dass Höhe auf tragenden Lebensräumen beruht.
Spitzenarten sind von Habitatstrukturen abhängig.
Der Giftköder.
Der Aar fürchtete keinen Gegner, doch ein unscheinbares Stück Fleisch tötete ihn. Die Landschaft lernte, dass indirekte Gewalt die Größten treffen kann.
Reale Gefährdung widerspricht mythischer Unverwundbarkeit.
Der Adlerorden.
Ein Orden trug den Aar als Zeichen der Tapferkeit. Ein stiller Helfer ohne Auszeichnung fragte, ob Mut nur sichtbar sei, wenn Metall ihn abbilde.
Symbolische Ehrung erfasst nicht alle Tugend.
Der junge Aar.
Der junge Aar sprang zu früh vom Horst und musste mühsam landen. Er lernte, dass Flügel Fähigkeit und Übung zugleich verlangen.
Anlage ersetzt keine Reifung.
Der Aar und der Spiegel.
Der Aar sah im Spiegel nur Krone und Schwingen. Erst im Wasser erkannte er auch die Fänge.
Selbstbild soll Macht und Gewalt gemeinsam sehen.
Der freie Himmel.
Der Aar beanspruchte den Himmel für sich. Die Wolken, Winde und kleineren Vögel erklärten, Freiheit sei ein geteilter Raum.
Freiheit ist nicht ausschließliche Herrschaft.
Tropen im übertragenen, bildlichen Sinne
Aar des Gedankens
Ein Geist, der sich über Einzelheiten erhebt und große Zusammenhänge sieht.
Adlerauge der Prüfung
Eine besonders genaue und weitreichende Kontrolle.
Der Horst der Erinnerung
Ein fester innerer Ort, zu dem Gedanken zurückkehren.
Die Schwinge der Freiheit
Eine Kraft, die Begrenzungen überwindet.
Der Stoßflug der Entscheidung
Ein schneller, entschlossener Zugriff auf ein Ziel.
Die Thermik des Erfolgs
Günstige unsichtbare Bedingungen, die einen Aufstieg erleichtern.
Der Schatten des Aars
Die bedrohliche Kehrseite großer Macht.
Der Doppelaar der Politik
Eine Macht, die gleichzeitig in zwei Richtungen blickt.
Der Reichsaar der Institution
Ein Zeichen, das Autorität über Personen hinaus verkörpert.
Der junge Aar des Talents
Eine noch unerfahrene, aber hochbegabte Person.
Der alte Aar der Erfahrung
Ein gereifter Mensch mit Überblick und abnehmender Kraft.
Der gefesselte Aar
Großes Potenzial unter einschränkenden Bedingungen.
Der Käfig der Sicherheit
Schutz, der Freiheit vernichtet.
Der Gipfelblick
Eine Perspektive auf den Gesamtzusammenhang.
Die Fänge des Systems
Mechanismen, die festhalten und nicht leicht loslassen.
Der Schnabel der Kritik
Eine scharfe, zerteilende Analyse.
Der Horst der Macht
Ein schwer zugängliches Zentrum von Einfluss.
Der Adlerflug der Karriere
Ein steiler, weithin sichtbarer Aufstieg.
Der Sturz des Aars
Der Fall einer zuvor überlegenen Macht.
Die Feder des Hoheitszeichens
Ein kleines Element staatlicher Symbolik.
Der Aar über dem Schlachtfeld
Macht, die aus Distanz auf Konflikte blickt.
Die Sonne des Ehrgeizes
Ein Ziel, das Aufstieg anzieht und Übermaß gefährlich macht.
Der Fels der Selbstständigkeit
Ein fester Ort unabhängiger Haltung.
Die Beute des Blicks
Ein Ziel, das bereits durch Beobachtung erfasst wird.
Der Kreisflug der Überlegung
Wiederholtes Betrachten eines Problems aus größerer Höhe.
Die einsame Schwinge
Unabhängigkeit, die in Isolation übergeht.
Das Adlerbanner der Bewegung
Ein kraftvolles gemeinschaftliches Identitätszeichen.
Der Aar der Dichtung
Ein feierliches Bild für Erhebung und Pathos.
Der gebrochene Flug
Ein durch äußere Gewalt unterbrochener Aufstieg.
Der Aar als Warnung
Ein Bild dafür, dass Höhe ohne Maß in Hochmut umschlagen kann.
Sprichwörter
Adler fangen keine Fliegen.
Große Kräfte sollen sich nicht mit jeder Kleinigkeit aufhalten.
Hoher Flug braucht starke Schwingen.
Große Ziele verlangen entsprechende Fähigkeiten.
Wer hoch fliegt, kann tief fallen.
Erfolg und Hochmut bergen Absturzgefahr.
Je höher der Flug, desto kleiner scheint die Erde.
Distanz verändert Wahrnehmung und kann Nähe verlieren lassen.
Ein scharfes Auge ersetzt kein gutes Herz.
Wahrnehmung ist nicht mit moralischer Güte gleichzusetzen.
Auch der Aar braucht einen Horst.
Selbstständigkeit schließt Bindung und Schutz nicht aus.
Der stärkste Flügel braucht den Wind.
Erfolg beruht auch auf äußeren Bedingungen.
Ein Adler wird nicht im Käfig frei.
Freiheit kann nicht durch Gefangenschaft bewahrt werden.
Der Schein trügt.
Ein mächtiges Wappen beweist keine mächtige Wirklichkeit.
Es ist nicht alles Gold, was glänzt.
Ein goldener Aar kann bloße Zierde sein.
Kleine Ursache, große Wirkung.
Ein Giftköder oder eine Stromleitung kann einen großen Vogel töten.
Hochmut kommt vor dem Fall.
Überheblichkeit führt häufig zum Scheitern.
Stolz und Fall wohnen nahe beieinander.
Erhebung kann in Absturz übergehen.
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
Junge Adler übernehmen Lebensraum und Verhalten teilweise von den Eltern.
Übung macht den Meister.
Auch Fliegen und Jagen müssen junge Adler erlernen.
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Fähigkeit entsteht nicht ohne Entwicklung.
Aller Anfang ist schwer.
Der erste Flug aus dem Horst ist riskant.
Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.
Wer kleine Lebensräume missachtet, schützt keine großen Greifvögel.
Eine Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied.
Adlerschutz scheitert an der gefährlichsten Stelle des Lebensraums.
Vorbeugen ist besser als heilen.
Horstschutz und sichere Leitungen verhindern Verluste.
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.
Beharrlichkeit kann Aufstieg ermöglichen.
In der Ruhe liegt die Kraft.
Segelflug nutzt geduldiges Kreisen statt dauernder Anstrengung.
Eile mit Weile.
Der richtige Augenblick entscheidet über Angriff und Landung.
Der Klügere gibt nach.
Nicht jeder Konflikt muss mit Gewalt entschieden werden.
Andere Länder, andere Sitten.
Adlerbilder besitzen in verschiedenen Kulturen unterschiedliche Bedeutungen.
Andere Zeiten, andere Zeichen.
Dasselbe Adlersymbol kann seine politische Bedeutung verändern.
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.
Der Wappenaar vermittelt Herrschaft ohne Text.
Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.
Ein hoher Aufstieg garantiert keine sichere Landung.
Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen.
Wer Macht kritisiert, soll die eigene Machtwirkung prüfen.
Freiheit ist kein Besitz, sondern ein Raum.
Der freie Flug setzt offene Landschaft und geteilten Himmel voraus.
Redensarten
Adleraugen haben
Außergewöhnlich scharf sehen oder genau beobachten.
Ein Adlerauge auf etwas haben
Etwas streng und aufmerksam überwachen.
Sich in die Lüfte erheben
Aufsteigen oder einen höheren Standpunkt gewinnen.
Hoch hinauswollen
Große Ziele verfolgen.
Über den Dingen schweben
Distanz zu Einzelheiten besitzen.
Den Überblick behalten
Das Ganze trotz vieler Einzelheiten sehen.
Aus der Vogelperspektive betrachten
Einen Sachverhalt von oben und im Zusammenhang ansehen.
Die Schwingen ausbreiten
Sich entfalten oder zum Aufbruch bereitmachen.
Flügge werden
Selbstständig werden.
Das Nest verlassen
Die vertraute Umgebung aufgeben.
Seinen Horst bauen
Sich einen festen Lebens- oder Machtbereich schaffen.
Jemanden unter seine Fittiche nehmen
Eine Person schützen und anleiten.
Jemandem Flügel verleihen
Mut, Kraft oder Begeisterung geben.
Jemandem die Flügel stutzen
Freiheit oder Ehrgeiz begrenzen.
Mit gestutzten Flügeln
In seinen Möglichkeiten eingeschränkt sein.
Im Sturzflug
Sehr schnell und steil abwärts gehen.
Zum Höhenflug ansetzen
Eine Phase starken Erfolgs beginnen.
Einen Höhenflug erleben
Schnell großen Erfolg gewinnen.
Vom Höhenflug abstürzen
Nach großem Erfolg stark scheitern.
Auf Beute lauern
Eine günstige Gelegenheit zum Zugriff erwarten.
Seine Krallen zeigen
Entschlossenheit oder Aggressivität erkennen lassen.
Etwas in den Fängen haben
Etwas fest kontrollieren.
Den Fängen entkommen
Sich aus gefährlicher Kontrolle befreien.
Den Schnabel wetzen
Sich auf scharfe Rede oder Streit vorbereiten.
Wie ein Habicht aufpassen
Sehr aufmerksam beobachten; bedeutungsnah zum Adlerauge.
Unter freiem Himmel
Ohne schützendes Dach in offener Natur.
Auf dem Gipfel stehen
Den höchsten Punkt eines Erfolgs erreichen.
Vom hohen Ross herab
Überheblich aus einer vermeintlich höheren Position urteilen.
Den Boden unter den Füßen verlieren
Trotz Höhe die realen Grundlagen vergessen.
Frei wie ein Vogel sein
Ungebunden und selbstbestimmt leben.
Deutsche gemeinfreie Zitate
„Und meine Seele erhob sich und flog, wie ein Aar, hinauf in den Himmel!“
Urheber: Heinrich Heine, Der Schiffbrüchige.
Der Aar bildet das Bild einer plötzlich erhobenen Seele.
„Der Aar, ein König, schwebet auf, er rauschet in Wonne.“
Urheber: Ludwig Uhland, Der Königssohn.
Der Dichter verbindet Flug und Königswürde.
„Will langen sich zur Kron’ herab die goldene Sonne.“
Urheber: Ludwig Uhland, Der Königssohn.
Der Aar greift bildlich nach der höchsten Krone.
„Auf des höchsten Berges Kamme sich sein Aar das Aug’ erfrischt.“
Urheber: Gottfried Keller, Napoleons Adler.
Der einsame Aar steht für entthronte Macht und Gipfelhöhe.
„Sie dünkt sich wohl, sie sei ein Aar.“
Urheber: Johann Wolfgang von Goethe, Faust. Der Tragödie zweiter Teil.
Die Stelle verwendet den Aar ironisch als Bild eingebildeter Größe.
„Und wo sie sich nur hingewandt, gehör’ ihr alles Volk und Land.“
Urheber: Johann Wolfgang von Goethe, Faust. Der Tragödie zweiter Teil.
Der Aar wird mit expansivem Herrschaftsanspruch verbunden.
„Trifft einst in höchster Luft den Aar, und flög er noch so stolz.“
Urheber: Heinrich Heine, Das Kind.
Der stolze Aar wird zum politischen Zielbild.
„Über allen Gipfeln ist Ruh.“
Urheber: Johann Wolfgang von Goethe, Wandrers Nachtlied.
Der Gipfelraum bildet die typische poetische Landschaft des Aars.
„Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, der täglich sie erobern muss.“
Urheber: Johann Wolfgang von Goethe, Faust. Der Tragödie zweiter Teil.
Freiheit wird als fortgesetzte Leistung verstanden.
„Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit.“
Urheber: Friedrich Schiller, Wilhelm Tell.
Auch Herrschaftszeichen und politische Adlerbilder wandeln sich.
„Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler.“
Urheber: Buch Jesaja, Kapitel 40, Vers 31; deutsche Fassung nach Martin Luther.
Der Adlerflug steht für erneuerte Kraft.
„Wie ein Adler ausführt seine Jungen und über ihnen schwebt.“
Urheber: Fünftes Buch Mose, Kapitel 32, Vers 11; deutsche Fassung nach Martin Luther.
Das Bild betont Schutz, Führung und Flugschule.
„Wo aber das Aas ist, da sammeln sich die Adler.“
Urheber: Evangelium nach Matthäus, Kapitel 24, Vers 28; deutsche Fassung nach Martin Luther.
Der Adler erscheint als sicherer Finder des Verborgenen.
„Deine Jugend erneuert sich wie bei einem Adler.“
Urheber: Psalm 103, Vers 5; deutsche Fassung nach Martin Luther.
Die alte Erneuerungssymbolik des Adlers wird aufgenommen.
Mundartliche oder fremdsprachige Zitate
„Aquila non capit muscas.“
Urheber: lateinischer Sprichwortschatz.
Übersetzung: „Der Adler fängt keine Fliegen.“
Große Kräfte sollen sich nicht an jeder Kleinigkeit verbrauchen.
„Sic itur ad astra.“
Urheber: Vergil, Aeneis.
Übersetzung: „So steigt man zu den Sternen.“
Der Aufstieg des Aars wird zum Bild hoher Ziele.
„Alis volat propriis.“
Urheber: lateinischer Wahlspruch.
Übersetzung: „Sie fliegt mit ihren eigenen Flügeln.“
Eigenständigkeit wird durch den Flug aus eigener Kraft bezeichnet.
„Aquila in nubibus.“
Urheber: lateinische Bildformel.
Übersetzung: „Der Adler in den Wolken.“
Die Formel verdichtet Höhe und Erhabenheit.
„The eagle suffers little birds to sing.“
Urheber: William Shakespeare, Titus Andronicus.
Übersetzung: „Der Adler duldet, dass die kleinen Vögel singen.“
Große Macht braucht sich von kleinen Stimmen nicht bedroht zu fühlen.
„He clasps the crag with crooked hands.“
Urheber: Alfred Tennyson, The Eagle.
Übersetzung: „Mit krummen Händen umklammert er den Fels.“
Fänge und Felsstand werden eindringlich personifiziert.
„Close to the sun in lonely lands.“
Urheber: Alfred Tennyson, The Eagle.
Übersetzung: „Nah bei der Sonne in einsamen Ländern.“
Höhe und Einsamkeit bilden das Zentrum des Adlerbildes.
„And like a thunderbolt he falls.“
Urheber: Alfred Tennyson, The Eagle.
Übersetzung: „Und wie ein Donnerkeil stürzt er herab.“
Der Stoßflug wird mit plötzlicher Naturgewalt verglichen.
„An eagle does not catch flies.“
Urheber: englischer Sprichwortschatz.
Übersetzung: „Ein Adler fängt keine Fliegen.“
Bedeutende Aufgaben sollen Vorrang vor Kleinigkeiten haben.
„When the eagle is silent, the parrots begin to jabber.“
Urheber: englischer Sinnspruch, traditionell überliefert.
Übersetzung: „Wenn der Adler schweigt, beginnen die Papageien zu plappern.“
Schweigende Größe wird redseliger Oberflächlichkeit gegenübergestellt.
„L’aigle ne chasse pas les mouches.“
Urheber: französischer Sprichwortschatz.
Übersetzung: „Der Adler jagt keine Fliegen.“
Würde zeigt sich auch in der Wahl der Aufgaben.
„L’aigle vole seul.“
Urheber: französischer Sinnspruch.
Übersetzung: „Der Adler fliegt allein.“
Einsamkeit wird als Preis der Höhe gedeutet.
„Aquila non prende mosche.“
Urheber: italienischer Volksmund.
Übersetzung: „Ein Adler fängt keine Fliegen.“
Große Ziele erfordern Konzentration.
„Chi vola alto, vede lontano.“
Urheber: italienischer Sinnspruch.
Übersetzung: „Wer hoch fliegt, sieht weit.“
Höhe wird mit Übersicht verbunden.
„Águila no caza moscas.“
Urheber: spanischer Volksmund.
Übersetzung: „Ein Adler jagt keine Fliegen.“
Der Spruch fordert angemessene Aufgabenwahl.
„Quien alto vuela, lejos ve.“
Urheber: spanischer Sinnspruch.
Übersetzung: „Wer hoch fliegt, sieht weit.“
Überblick entsteht aus erhöhter Perspektive.
„Een arend vangt geen vliegen.“
Urheber: niederländischer Volksmund.
Übersetzung: „Ein Adler fängt keine Fliegen.“
Die niederländische Form bewahrt dieselbe Würdevorstellung.
„De Adler flüggt nich achter elke Mück an.“
Urheber: niederdeutscher Volksmund.
Übersetzung: „Der Adler fliegt nicht jeder Mücke hinterher.“
Mundartlich wird vor kleinlichem Kräfteverbrauch gewarnt.
„Hoge Flucht bruukt starke Flünken.“
Urheber: niederdeutsch formulierter Sinnspruch.
Übersetzung: „Hoher Flug braucht starke Flügel.“
Große Ziele verlangen Tragkraft.
„Орёл мух не ловит.“
Urheber: russischer Volksmund.
Übersetzung: „Der Adler fängt keine Fliegen.“
Hohe Stellung soll sich nicht in Nebensachen verlieren.
Redaktionelle Sentenzen
Der Aar ist ein altes Wort, das noch immer hoch fliegt.
Sprachliche Seltenheit mindert die Bildkraft nicht.
Aar und Adler sind zwei Namen, aber nicht zwei Vögel.
Im poetischen Gebrauch bezeichnen sie denselben Greifvogel.
Der Aar trägt die Höhe im Bild und den Boden in seiner Nahrung.
Erhabenheit bleibt ökologisch gebunden.
Ein Adlerauge sieht weit und nicht automatisch gerecht.
Wahrnehmung ersetzt kein Urteil.
Der freie Flug ist kein Beweis politischer Freiheit.
Naturbild und staatliche Symbolik dürfen nicht gleichgesetzt werden.
Ein Wappenaar herrscht nur, solange Menschen ihm Bedeutung geben.
Zeichenmacht ist kulturell erzeugt.
Der wirkliche Aar braucht keinen Thron, sondern Lebensraum.
Biologischer Schutz steht über symbolischer Verehrung.
Schwingen machen Höhe möglich, Thermik macht sie leichter.
Eigene Fähigkeit und Umweltbedingung wirken zusammen.
Der Horst bindet den freien Vogel an Verantwortung.
Brutpflege ergänzt das Freiheitsbild.
Ein alter Aar kann weniger jagen und mehr lehren.
Erfahrung überdauert körperliche Spitzenkraft.
Der Doppelaar sieht doppelt und entscheidet nicht notwendig klüger.
Mehr Perspektiven garantieren keine gute Handlung.
Der Aar ist im Mythos unsterblich und in der Landschaft schutzbedürftig.
Kulturelle Größe schützt nicht vor realen Gefahren.
Eine Stromleitung kennt kein Hoheitszeichen.
Technische Risiken treffen auch symbolisch verehrte Tiere.
Gift im Aas erreicht den Aar durch seine ökologische Rolle.
Nahrungsbeziehungen übertragen menschliche Schadstoffe.
Der Aar fliegt über Grenzen und wird auf Grenzen gemalt.
Naturbewegung und politische Abgrenzung widersprechen sich.
Ein Horst ist keine Krone, aber ein Zentrum des Reviers.
Brutplatz und Herrschaftsbild werden unterschieden.
Der Adlerflug wirkt mühelos, weil er den Wind versteht.
Kraft zeigt sich auch in kluger Nutzung von Bedingungen.
Ein Sturzflug ist entschlossen und nicht vorschnell, wenn das Ziel stimmt.
Geschwindigkeit braucht Präzision.
Der Aar symbolisiert Freiheit und erinnert an die Verantwortung des offenen Raums.
Freiheit verlangt geeignete Landschaft.
Ein politischer Aar kann ausgebreitete Schwingen und enge Absichten haben.
Erhabene Form garantiert keine großzügige Politik.
Das Wort Aar erhebt den Ton, auch wenn der Vogel nur kreist.
Stilfärbung verändert die Wahrnehmung.
Der Aar ist weniger zoologischer Begriff als kultureller Höhenmesser.
Seine heutige Hauptfunktion liegt in Bildsprache.
Ein goldener Aar kann Macht zeigen und leblose Oberfläche bleiben.
Materialwert ersetzt kein Leben.
Der Schatten des Aars gehört ebenso zu ihm wie die sonnige Schwinge.
Macht besitzt eine dunkle Seite.
Der Horstschutz ist die praktische Form der Adlerverehrung.
Symbolische Achtung soll in konkrete Maßnahmen übergehen.
Wer den Aar liebt, muss auch seine Beutetiere und Landschaften schützen.
Spitzenprädatoren benötigen vollständige Nahrungsnetze.
Der Aar steht oben und hängt von allem darunter ab.
Hohe trophische Stellung bedeutet umfassende Abhängigkeit.
Ein altes Symbol wird nicht harmlos, nur weil es schön gestaltet ist.
Politische Adlerbilder müssen historisch gelesen werden.
Der Aar kann ein Reich erhöhen und dessen Opfer überschatten.
Herrschaftssymbolik ist perspektivisch.
Die Schwinge bedeutet Freiheit, der Fang bedeutet Zugriff.
Positive und gewaltsame Symbolik sind gleichzeitig vorhanden.
Ein Adlerorden ehrt Mut, doch der lebende Adler kennt keinen Orden.
Menschliche Auszeichnung und Tierleben sind verschieden.
Der Aar braucht keine Bewunderung, sondern störungsarme Brutplätze.
Naturschutz folgt biologischen Anforderungen.
Ein Gipfel macht noch keinen Weitblick.
Erhöhte Position garantiert keine Einsicht.
Der Aar sieht die Landschaft, nicht die Bedeutung ihrer Grenzen.
Politische Räume sind menschliche Konstruktionen.
Das Wappen friert den Flug ein.
Heraldische Form macht Bewegung zum dauernden Zeichen.
Der lebende Aar widerspricht jeder vollkommenen Stilisierung.
Natur ist variabler als Symbolkunst.
Die älteste Bedeutung kann in der jüngsten Metapher weiterleben.
Sprachgeschichte wirkt in neuen Bildern fort.
Aar ist ein Wort für Höhe und eine Mahnung vor Hochmut.
Erhebung und Übertreibung liegen nahe beieinander.
Der Flug des Aars beginnt mit einem festen Absprung.
Aufstieg benötigt eine tragende Grundlage.
Die beste Adlerperspektive vergisst den Boden nicht.
Übersicht soll Nähe und Folgen einbeziehen.
Weitere Sprüche
Der Aar fliegt hoch, weil er den Wind nicht bekämpft.
Kraft zeigt sich in kluger Anpassung.
Ein Adlerauge findet das Ziel, ein gutes Urteil prüft den Zugriff.
Wahrnehmung und Verantwortung sind verschieden.
Der Horst ist die Heimat der Freiheit.
Ungebundenheit braucht einen Ort der Bindung.
Ein Wappenaar hat keine Federn und dennoch Geschichte.
Symbole leben kulturell statt biologisch.
Der lebende Aar braucht weniger Pathos und mehr Schutz.
Konkrete Maßnahmen sind wichtiger als Bewunderung.
Wer hoch kreist, soll tief verstehen.
Überblick soll mit gründlicher Kenntnis verbunden sein.
Die Schwinge hebt, der Hochmut stürzt.
Fähigkeit und Überhebung führen in verschiedene Richtungen.
Der Aar fängt keine Fliegen, aber er kann an kleinen Giften sterben.
Größe schützt nicht vor unscheinbaren Gefahren.
Ein Doppelaar hat zwei Köpfe und nur eine Verantwortung.
Mehrfache Perspektive verlangt gemeinsame Rechenschaft.
Der Aar ist frei, solange der Himmel offen und der Horst sicher ist.
Freiheit beruht auf Lebensraumbedingungen.
Ein Kreisflug ist Bewegung ohne Hast.
Geduldige Nutzung von Aufwind spart Kraft.
Der Schatten des Aars fliegt nicht, obwohl er ihm folgt.
Wirkung und Ursprung sind verschieden.
Ein junger Aar besitzt Schwingen, aber noch keinen sicheren Flug.
Anlage braucht Erfahrung.
Der alte Aar verliert Höhe und gewinnt Geschichte.
Alter verändert Kraft und Wissen.
Ein Gipfel ist Aussicht und Einsamkeit zugleich.
Höhe besitzt Gewinn und Preis.
Der Schnabel zerreißt Beute, das Symbol zerreißt Geschichte nicht.
Bildliche Verehrung darf Gewalt nicht verdecken.
Der Aar über dem Reich sieht keine einzelnen Häuser.
Machtperspektive kann konkrete Menschen übersehen.
Ein Adlerorden ist leicht zu tragen, Adlerverantwortung schwerer.
Auszeichnung und tatsächliche Pflicht unterscheiden sich.
Der Horst fällt, wenn der tragende Baum verschwindet.
Lebensraumschutz beginnt bei Strukturen.
Ein freier Vogel kann zum Zeichen einer unfreien Macht werden.
Symbolgebrauch kann Naturbedeutung umkehren.
Der Aar steigt zur Sonne und jagt im Schatten.
Erhabene und praktische Lebensseite gehören zusammen.
Ein goldener Flügel hebt keine leblose Figur.
Materielle Pracht erzeugt kein Leben.
Der Aar ist König nur in den Geschichten der Menschen.
Natürliche Tiere kennen keine politischen Rangordnungen.
Wer den Aar nur als Sieger sieht, versteht sein Überleben nicht.
Ökologie ist mehr als Kampf.
Die Thermik trägt den Aar, doch sie gehorcht ihm nicht.
Günstige Bedingungen bleiben unabhängig.
Der Flug ist weit, der Horstpunkt klein.
Großer Aktionsraum und enger Mittelpunkt kontrastieren.
Ein scharfes Auge kann einen blinden Fleck haben.
Auch gute Beobachtung ist begrenzt.
Der Aar blickt weit und kennt keine Zukunftsplanung der Menschen.
Tierische Wahrnehmung und menschliche Prognose unterscheiden sich.
Ein Reichsadler überdauert auf Stein, ein Adlerbestand nur in Landschaft.
Symbolerhalt und Artenschutz brauchen verschiedene Mittel.
Der Aar ist ein Wort, das aus der Alltagssprache in den Himmel der Dichtung zog.
Sprachlicher Rückzug führte zu poetischer Spezialisierung.
Die Fänge machen den Aar gefährlich, die Schwingen bewundernswert.
Gewalt und Schönheit verbinden sich.
Ein einsamer Aar ist ein Gedicht, ein einsamer Lebensraum ein Warnzeichen.
Poetische und ökologische Einsamkeit sind verschieden.
Der Adlerflug ist kein gerader Weg, sondern ein Lesen des Windes.
Navigation nutzt wechselnde Luftbewegung.
Ein Horst wird gebaut, Freiheit nicht.
Lebensraum lässt sich gestalten, Freiheit nur ermöglichen.
Der Aar braucht offene Weite und ungestörte Nähe.
Jagdraum und Brutruhe ergänzen sich.
Ein politisches Symbol kann seine Farbe wechseln und seine Geschichte behalten.
Gestaltwandel löscht Herkunft nicht.
Der Aar des Gedankens soll nicht die Mäuse der Wirklichkeit vergessen.
Abstraktion braucht konkrete Grundlage.
Ein Sturz aus großer Höhe beginnt oft mit dem Verlust des Maßes.
Hochmut gefährdet Erfolg.
Der Aar ist erhaben, weil er lebt, nicht weil er ein Wappen trägt.
Biologischer Eigenwert steht vor kultureller Nutzung.
Die beste Hommage an den Aar ist ein Himmel, in den er zurückkehren kann.
Schutz schafft reale Freiheit.