Einleitung
Genesis 1,25 berichtet die Ausführung des in Genesis 1,24 ausgesprochenen Befehls zur Entstehung der Landtierwelt. Dort hatte Gott gesagt: תּוֹצֵא הָאָרֶץ נֶפֶשׁ חַיָּה, „Die Erde soll lebende Wesen hervorbringen.“ Nun wechselt die grammatische Perspektive. Nicht mehr die Erde steht als Subjekt eines Hervorbringungsverbs im Vordergrund, sondern Gott selbst: וַיַּעַשׂ אֱלֹהִים, „Und Gott machte“. Die beiden Verse widersprechen einander nicht, sondern stellen denselben Vorgang auf zwei Ebenen dar: Die Erde besitzt eine von Gott verliehene produktive Funktion, während Gott zugleich als eigentlicher Urheber der geschaffenen Tierwelt bezeichnet wird.
Der Vers übernimmt die drei Tierkategorien aus dem vorausgehenden Schöpfungsbefehl, verändert jedoch ihre Reihenfolge. Genesis 1,24 hatte בְּהֵמָה וָרֶמֶשׂ וְחַיְתוֹ־אֶרֶץ genannt – Vieh, sich bewegendes beziehungsweise kriechendes Getier und Tiere der Erde. Genesis 1,25 beginnt dagegen mit חַיַּת הָאָרֶץ, den Tieren beziehungsweise Wildtieren der Erde, lässt das Vieh folgen und nennt zuletzt כָּל־רֶמֶשׂ הָאֲדָמָה, „alles sich bewegende Getier des Erdbodens“. Die Kategorien bleiben gleich, ihre Reihenfolge ist also offenbar nicht als starre biologische Hierarchie zu verstehen.
Die dreifache Wiederholung der Artenformel bildet das syntaktische Rückgrat des Satzes: לְמִינָהּ, „nach ihrer Art“, לְמִינָהּ, „nach ihrer Art“, und לְמִינֵהוּ, „nach seiner Art“. Die Landtierwelt erscheint damit nicht als ungeordnete Masse, sondern als differenzierte Vielfalt. Der biblische Begriff מִין ist jedoch keine moderne genetisch definierte Spezies. Die Formel beschreibt erkennbare Gruppen innerhalb der antiken Wahrnehmung der Lebenswelt.
Genesis 1,25 enthält außerdem eine bemerkenswerte sprachliche Differenz zwischen הָאָרֶץ, „der Erde/dem Land“, und הָאֲדָמָה, „dem Erdboden“. Die größeren Tiere werden als „Tiere der Erde“ bezeichnet, während das kleinere, bodennahe Getier ausdrücklich dem Erdboden zugeordnet wird. Diese Differenz darf nicht zu einem starren technischen Gegensatz gemacht werden, ist innerhalb des Verses aber anschaulich: Das רֶמֶשׂ bewegt sich unmittelbar auf oder nahe dem Boden.
Am Ende kehrt die bekannte Gutheißungsformel zurück: וַיַּרְא אֱלֹהִים כִּי־טוֹב, „Und Gott sah, dass es gut war.“ Sie steht noch vor der Erschaffung des Menschen. Damit besitzt die Landtierwelt eine ausdrückliche göttliche Bewertung unabhängig von ihrem späteren Verhältnis zum Menschen. Wildtiere, Vieh und kleine Bodenbewohner sind bereits gut, bevor der Mensch einen Herrschaftsauftrag erhält.
Gerade die Stellung des Verses zwischen Tier- und Menschenschöpfung ist theologisch entscheidend. Genesis 1,25 vollendet zunächst die Landtierwelt. Erst danach folgt die feierlich herausgehobene göttliche Rede Genesis 1,26: „Lasst uns Menschen machen in unserem Bild.“ Der Mensch erscheint somit nicht in einer leeren Welt, sondern tritt in eine bereits geordnete, differenzierte und von Gott positiv bewertete Gemeinschaft lebender Geschöpfe ein.
Parallelstellen
Genesis 1,11 eröffnet die erste produktive Tätigkeit der Erde: Sie soll Pflanzen hervorbringen. Damit beginnt die große Korrespondenz zwischen dem dritten und sechsten Schöpfungstag.
Genesis 1,12 berichtet, dass die Erde tatsächlich Pflanzen nach ihren Arten hervorbringt. Die wiederholte Artenformel verbindet pflanzliche und tierische Vielfalt.
Genesis 1,20 enthält die entsprechende Aufforderung an die Wasser, von lebenden Wesen zu wimmeln. Wasser und Erde werden in unterschiedlichen Schöpfungsabschnitten zu Lebensräumen und geschöpflich wirksamen Bereichen.
Genesis 1,21 berichtet die Schöpfung der Wasserlebewesen und Vögel nach ihren Arten und endet ebenfalls mit der Formel „Gott sah, dass es gut war“. Genesis 1,25 ist die terrestrische Parallele.
Genesis 1,24 ist die unmittelbar vorausgehende Befehlsform: Die Erde soll Vieh, sich bewegendes Getier und Tiere der Erde hervorbringen. Genesis 1,25 erzählt nun die Ausführung.
Genesis 1,26 nennt Vieh, Erde und kriechendes Getier erneut im Zusammenhang der menschlichen Herrschaft. Der Mensch wird damit ausdrücklich in Beziehung zu den gerade geschaffenen Tiergruppen gesetzt.
Genesis 1,28 erweitert den menschlichen Herrschaftsauftrag auf die Tierwelt. Für seine Interpretation ist Genesis 1,25 entscheidend, weil die Tiere bereits vor diesem Auftrag als Gottes gute Geschöpfe bewertet worden sind.
Genesis 1,30 nennt Wildtiere, Vögel und alles auf der Erde Kriechende und spricht von נֶפֶשׁ חַיָּה, lebendem Leben. Der Vers verbindet Landtiergruppen mit der gemeinsamen Kategorie des Lebendigen.
Genesis 1,31 erweitert die Einzelbewertungen schließlich zur Gesamtbewertung: Gott sieht alles, was er gemacht hat, und es ist „sehr gut“. Das טוֹב aus Genesis 1,25 geht in diese umfassende Schlussbewertung ein.
Genesis 2,7 bezeichnet auch den Menschen als נֶפֶשׁ חַיָּה, „lebendes Wesen“. Damit entsteht eine grundlegende Kontinuität zwischen tierischem und menschlichem Leben.
Genesis 2,19 erzählt in der zweiten Schöpfungsdarstellung, JHWH Gott habe die Tiere des Feldes und Vögel aus dem אֲדָמָה, dem Erdboden, geformt. Die Verbindung zwischen Tierkörper und Boden wird dort noch unmittelbarer formuliert.
Genesis 6,20 nimmt die Artenformel im Zusammenhang der Arche wieder auf. Vögel, Vieh und sich bewegendes Getier erscheinen dort jeweils „nach ihrer Art“.
Genesis 7,14 nennt dieselben großen Tierkategorien in der Sintfluterzählung: Wildtiere, Vieh, kriechende Tiere und Vögel nach ihren Arten. Die Schöpfungsklassifikation wird damit in die Geschichte der Bewahrung hinübergetragen.
Genesis 8,19 beschreibt das Verlassen der Arche wiederum nach den jeweiligen Tiergruppen. Die ursprüngliche Ordnung wird nach der Flut wieder sichtbar.
Genesis 9,10 nimmt Vögel, Vieh und Tiere der Erde in den Bund Gottes nach der Sintflut auf. Die in Genesis 1 positiv bewertete Tierwelt wird dadurch ausdrücklich zum Gegenüber göttlicher Bundestreue.
Levitikus 11,2 ff. bietet eine andere, kultisch ausgerichtete Tierklassifikation. Der Vergleich zeigt, dass die Bibel Tiere je nach Kontext verschieden ordnet: Genesis kosmologisch, Levitikus nach Reinheitskriterien.
Hiob 12,7 bis Hiob 12,10 lassen Tiere, Vögel, Erde und Fische als Zeugen göttlicher Schöpfermacht auftreten. Besonders die Aussage, dass das Leben aller Geschöpfe in Gottes Hand steht, führt die Theologie von Genesis 1 weiter.
Hiob 38,39 bis Hiob 39 richten den Blick ausführlich auf wilde Tiere außerhalb menschlicher Kontrolle. Löwen, Wildesel, Wildrinder und andere Geschöpfe besitzen dort Lebensweisen, die Gott kennt und erhält, obwohl Menschen sie nicht beherrschen.
Psalm 104,20 bis Psalm 104,24 beschreiben Waldtiere, Löwen und die unzählbare Vielfalt der Werke Gottes. Der Psalm entfaltet poetisch die in Genesis 1,25 knapp zusammengefasste Landtierwelt.
Jeremia 27,5 verbindet Erde, Menschen und Tiere ausdrücklich mit Gottes Schöpfermacht: Gott habe Erde, Mensch und Tiere durch seine große Kraft gemacht. Die Formulierung steht damit sachlich nahe bei וַיַּעַשׂ אֱלֹהִים.
Wortanalyse
וַיַּעַשׂ, wayyaʿaś, ist Qal Wayyiqtol, 3. Person maskulin Singular, der Wurzel עשה, „machen, tun, herstellen“. Das Subjekt folgt unmittelbar: אֱלֹהִים, Gott.
אֱלֹהִים, ʾĕlōhîm, bezeichnet Gott als handelndes Subjekt. Die Form ist morphologisch pluralisch, wird hier wie im gesamten Schöpfungsbericht mit einem Verb im Singular verbunden.
אֶת, ʾeṯ, ist der Marker des bestimmten direkten Objekts. Der Vers verwendet ihn dreimal und gliedert damit drei parallele Objektgruppen.
חַיַּת, ḥayyaṯ, ist die Constructus-Form des femininen Substantivs חַיָּה, „Tier, lebendes Wesen, Wildtier“. Zusammen mit dem folgenden הָאָרֶץ entsteht חַיַּת הָאָרֶץ, „Tier/Wildtier der Erde“ beziehungsweise kollektiv „die Tiere der Erde“.
הָאָרֶץ, hāʾāreṣ, bedeutet „die Erde, das Land“. Hier bezeichnet es den terrestrischen Lebensbereich der Wildtiere.
לְמִינָהּ, ləmînāh, besteht aus der Präposition לְ, dem Substantiv מִין, „Art, Sorte, Kategorie“, und einem femininen Singularsuffix: „nach ihrer Art“.
וְאֶת, wəʾeṯ, bedeutet „und“ plus Objektmarker. Es eröffnet die zweite Objektgruppe.
הַבְּהֵמָה, habbəhēmāh, bezeichnet „das Vieh“ beziehungsweise kollektiv größere menschennahe oder domestizierbare Landtiere. Der bestimmte Artikel הַ macht die Tiergruppe bestimmt.
Das zweite לְמִינָהּ besitzt wiederum ein feminines Singularsuffix, passend zum grammatisch femininen בְּהֵמָה.
וְאֵת, wəʾēṯ, eröffnet die dritte Objektgruppe. Die leicht andere Vokalisation gegenüber וְאֶת ergibt sich aus den masoretischen Akzent- und Vokalisationsverhältnissen; funktional handelt es sich wiederum um Konjunktion plus Objektmarker.
כָּל, kol, bedeutet „alles, jedes, die Gesamtheit von“. Der Ausdruck betont die umfassende Einbeziehung des bodennahen Tierlebens.
רֶמֶשׂ, remeś, bezeichnet kriechendes, gleitendes oder allgemein bodennah sich bewegendes Getier. Die traditionelle deutsche Übersetzung „Gewürm“ ist erheblich enger und für heutige Leser leicht irreführend.
הָאֲדָמָה, hāʾăḏāmāh, bedeutet „der Erdboden, der Boden, die Ackererde“. Anders als das allgemeinere אֶרֶץ hebt אֲדָמָה stärker den konkreten Boden hervor.
לְמִינֵהוּ, ləmînēhû, bedeutet „nach seiner Art“. Das maskuline Singularsuffix entspricht dem grammatisch maskulinen רֶמֶשׂ.
וַיַּרְא, wayyarʾ, ist Qal Wayyiqtol, 3. Person maskulin Singular, der Wurzel ראה, „sehen“.
Das zweite אֱלֹהִים macht deutlich, dass Gott selbst das Geschaffene beurteilt.
כִּי־טוֹב, kî-ṭôḇ, bedeutet „dass es gut war“, wörtlich im erzählerischen Zusammenhang auch „dass es gut ist“. טוֹב umfasst Positivität, Angemessenheit, Gelungenheit und Eignung innerhalb der geschaffenen Ordnung.
Grammatik und Syntax
Genesis 1,25 ist syntaktisch klar in zwei Hauptsätze gegliedert. Der erste beginnt mit וַיַּעַשׂ אֱלֹהִים und enthält drei koordinierte direkte Objekte. Der zweite lautet וַיַּרְא אֱלֹהִים כִּי־טוֹב, „Und Gott sah, dass es gut war.“ Herstellung und Bewertung werden damit deutlich voneinander unterschieden.
Die erste Satzhälfte besitzt eine fast formelhafte Parallelstruktur:
אֶת־חַיַּת הָאָרֶץ לְמִינָהּ – „die Tiere der Erde nach ihrer Art“;
וְאֶת־הַבְּהֵמָה לְמִינָהּ – „und das Vieh nach seiner Art“;
וְאֵת כָּל־רֶמֶשׂ הָאֲדָמָה לְמִינֵהוּ – „und alles sich bewegende Getier des Erdbodens nach seiner Art“.
Jede Gruppe besitzt somit eine eigene Artenbestimmung. Die Wiederholung ist nicht stilistisch überflüssig. Sie macht die geordnete Differenzierung zum dominierenden Klang- und Sinnmuster des Satzes.
Auffällig sind die unterschiedlichen Pronominalsuffixe. Bei חַיָּה und בְּהֵמָה steht das feminine ־ָהּ, während רֶמֶשׂ das maskuline ־הוּ erhält. Die deutsche Formel „nach seiner Art“ verdeckt diese grammatische Differenz.
Die traditionelle deutsche Fassung „allerlei Gewürm auf Erden nach seiner Art“ glättet außerdem die Unterscheidung zwischen הָאָרֶץ und הָאֲדָמָה. Im Hebräischen steht beim letzten Glied ausdrücklich „Getier des Erdbodens“.
Die Gutheißung wird durch einen כִּי-Satz ausgedrückt. Gott sieht „dass es gut“ ist. Das grammatische Subjekt von „gut“ ist nicht noch einmal ausdrücklich genannt; die Bewertung umfasst das gerade geschilderte Schöpfungswerk.
וַיַּעַשׂ אֱלֹהִים – „Und Gott machte“
Das Verb עשה ist eines der häufigsten Verben des biblischen Hebräisch. Es bedeutet je nach Kontext „tun“, „machen“, „herstellen“, „vollbringen“ oder „gestalten“. In Genesis 1 bezeichnet es mehrfach göttliches Schöpfungshandeln, etwa beim Firmament in Genesis 1,7 und bei den Himmelslichtern in Genesis 1,16.
Genesis 1,25 verwendet nicht ברא, das in Genesis 1,1, Genesis 1,21 und besonders dreifach in Genesis 1,27 erscheint. Daraus folgt jedoch nicht, dass die Landtiere in geringerem Sinn Geschöpfe Gottes wären. עשה und ברא besitzen in Schöpfungskontexten überlappende Bedeutungsbereiche.
Die besondere Funktion von וַיַּעַשׂ liegt hier vielmehr in der Verbindung mit dem vorausgehenden Vers. Genesis 1,24 hatte der Erde die Aufgabe des Hervorbringens gegeben; Genesis 1,25 sagt nun: Gott machte. Der Text kann denselben Vorgang sowohl als geschöpfliches Hervorbringen als auch als göttliches Machen beschreiben.
Raschi greift gerade וַיַּעַשׂ auf und verbindet es mit einer rabbinischen Tradition über die Vollgestalt der Geschöpfe: Sie seien nicht als unentwickelte Keime, sondern in ihrer angemessenen Gestalt hervorgebracht worden. Diese Auslegung gehört zur rabbinischen Wirkungsgeschichte und ist keine lexikalische Grundbedeutung von עשה.
Die dreifache Objektstruktur
Die dreimalige Verwendung von אֶת beziehungsweise אֵת gliedert die Tierwelt in drei ausdrücklich koordinierte Bereiche. Jeder Bereich ist direkt Objekt des göttlichen „Machens“.
Diese Grammatik ist theologisch nicht unwichtig. Keine der Gruppen entsteht außerhalb des göttlichen Handelns. Wildtier, Vieh und kleines Bodengetier stehen grammatisch auf derselben Ebene als von Gott gemachte Geschöpfe.
Die Aufzählung enthält keine ausdrückliche Rangfolge wie „höher“ und „niedriger“. Auch wenn spätere naturphilosophische Traditionen solche Hierarchien entwickelten, beschränkt sich Genesis auf differenzierte Zuordnung.
Der Satz umfasst dadurch sowohl menschennahe als auch menschenferne Tiere. Domestizierbare Tiere erhalten keinen exklusiven Schöpfungsstatus. Die wilde und schwer kontrollierbare Tierwelt gehört ebenso ausdrücklich zu Gottes Werk.
חַיַּת הָאָרֶץ – „die Tiere der Erde“
חַיַּת הָאָרֶץ kann wörtlich als „Tier der Erde“ verstanden werden, wird im Kontext jedoch kollektiv gebraucht. Die Kategorie entspricht weitgehend den Wildtieren, also größeren Landtieren außerhalb unmittelbarer menschlicher Domestikation.
Der Ausdruck trägt die Wortwurzel חיה, die mit Leben und Lebendigkeit verbunden ist. Das „Tier“ erscheint sprachlich als Lebendiges.
Dass diese Gruppe im Ausführungsvers an erster Stelle steht, obwohl sie in Genesis 1,24 zuletzt genannt wurde, ist bemerkenswert. Offenbar liegt keine unveränderliche Rangordnung vor. Die Erzählung kann dieselben Kategorien variieren, ohne ihre systematische Funktion zu verlieren.
Theologisch ist die ausdrückliche Einbeziehung der Wildtiere bedeutsam. Sie sind nicht bloß jene Geschöpfe, die der Mensch noch nicht gezähmt hat. Ihr Ursprung liegt ebenso in Gottes Schöpfungshandeln wie derjenige der für Menschen unmittelbar nützlichen Tiere.
Spätere Texte wie Hiob 38–39 werden diese Perspektive vertiefen: Gott sorgt auch für Tiere, die kaum oder gar nicht in menschliche Wirtschaftsordnungen integriert sind. Genesis 1,25 legt dafür die Grundlage, indem es die Wildtierwelt bereits vor der Menschenschöpfung positiv bewertet.
הַבְּהֵמָה – „das Vieh“
בְּהֵמָה bezeichnet häufig größere Tiere, besonders solche, die mit menschlicher Siedlung, Landwirtschaft, Transport oder Herdenwirtschaft verbunden sind. Die traditionelle Wiedergabe Vieh ist daher grundsätzlich angemessen.
Der Begriff darf jedoch nicht mit einer modernen zoologischen Klasse verwechselt werden. Seine Bedeutung ist kultur- und lebensweltbezogen. Er beschreibt Tiere aus der Perspektive antiker menschlicher Wirtschafts- und Lebensformen.
Bemerkenswert ist, dass Vieh bereits geschaffen wird, bevor der Mensch im Erzählverlauf existiert. Die Kategorie ist zwar auf menschliche Lebenswelt bezogen, aber ihr Schöpfungswert wird nicht erst nachträglich durch menschliche Nutzung erzeugt.
Auch das Vieh wird ausdrücklich לְמִינָהּ, „nach seiner Art“, gemacht. Seine Zugehörigkeit zur menschlichen Lebenswelt hebt seine Eigenständigkeit als geschaffene Tiergruppe nicht auf.
כָּל־רֶמֶשׂ הָאֲדָמָה – „alles sich bewegende Getier des Erdbodens“
Das dritte Objekt ist besonders umfassend: כָּל־רֶמֶשׂ, „alles sich bewegende beziehungsweise kriechende Getier“. Das vorangestellte כָּל unterstreicht die Vollständigkeit.
רֶמֶשׂ sollte nicht auf Würmer reduziert werden. Der Begriff kann unterschiedliche kleine, bodennahe oder kriechende Tiere umfassen. Je nach Kontext können Reptilien, Insekten, Kleinsäuger und andere Bewegungsformen in den Wahrnehmungsbereich fallen.
Die traditionelle deutsche Bezeichnung „Gewürm“ ist deshalb erklärungsbedürftig. Im heutigen Deutschen klingt sie nicht nur zoologisch eng, sondern kann auch abwertend wirken. Eine neutralere Analyse spricht von „bodennah sich bewegendem Getier“ oder „Kriech- und Kleintieren“.
Gerade diese unscheinbarste Tiergruppe wird ausdrücklich mit כָּל einbezogen und am Ende ebenso in die Gutheißung aufgenommen. Die Schöpfungstheologie ist damit nicht auf große oder ästhetisch beeindruckende Tiere beschränkt.
הָאָרֶץ und הָאֲדָמָה – „Erde“ und „Erdboden“
Genesis 1,25 verwendet innerhalb eines einzigen Verses zwei verschiedene hebräische Wörter für den terrestrischen Bereich. אֶרֶץ bezeichnet je nach Kontext Erde, Land oder Gebiet; אֲדָמָה meint stärker den Boden beziehungsweise Erdboden.
Die Wildtiere sind חַיַּת הָאָרֶץ, Tiere der Erde beziehungsweise des Landes. Das kriechende Getier dagegen ist רֶמֶשׂ הָאֲדָמָה, Getier des Erdbodens. Die Wortwahl passt anschaulich zur bodennahen Bewegung dieser Gruppe.
Es wäre allerdings übertrieben, daraus eine vollständige zoologische Theorie abzuleiten. אֶרֶץ und אֲדָמָה können in anderen Kontexten semantisch nahe beieinanderliegen.
Für den weiteren Genesistext wird אֲדָמָה besonders wichtig. In Genesis 2,7 wird der Mensch, אָדָם, aus dem Staub des אֲדָמָה, des Erdbodens, geformt. Die Wortähnlichkeit zwischen אָדָם und אֲדָמָה wird dort zu einem zentralen anthropologischen Motiv.
Genesis 1,25 bereitet diese Bodenverbundenheit bereits vor: terrestrisches Leben gehört zur Erde und zum Boden.
לְמִינָהּ / לְמִינֵהוּ – „nach seiner Art“
Die dreimalige Artenformel dominiert den Vers. Sie war bereits bei der Vegetation und bei Wasser- und Flugtieren erschienen und wird nun konsequent auf die Landtierwelt angewandt.
Der Begriff מִין ist eine antike Kategorie erkennbare Gleichartigkeit. Er bezeichnet eine Art, Sorte oder Gruppe, ohne die moderne biologische Frage zu beantworten, wie eine Spezies genetisch, reproduktiv oder evolutionär zu definieren ist.
Die theologische Funktion ist dagegen klar. Die Welt besitzt Diversität, aber diese Diversität wird nicht als Chaos dargestellt. Unterschiedliche Lebensformen haben erkennbare Eigenarten.
Die dreifache Wiederholung schützt außerdem die Individualität der Gruppen innerhalb des größeren Ganzen. Die Landtierwelt ist nicht einfach „Tiermasse“. Sie besteht aus differenzierten Formen des Lebens.
Spätere biblische Texte übernehmen die Artenformel besonders in der Sintfluterzählung. Dadurch wird deutlich, dass die Arche nicht nur Individuen, sondern repräsentativ die geschaffene Vielfalt bewahren soll.
וַיַּרְא אֱלֹהִים כִּי־טוֹב – „Gott sah, dass es gut war“
Die bekannte Gutheißungsformel schließt die Landtierschöpfung ab. טוֹב bezeichnet dabei keine moralische Tugend der Tiere. Ein Löwe, eine Schlange oder ein Insekt ist nicht im ethischen Sinn „gut“.
Gemeint ist vielmehr, dass die geschaffenen Wesen innerhalb der von Gott geordneten Welt angemessen, gelungen und positiv sind. Sie entsprechen dem Schöpfungswillen.
Besonders wichtig ist die Stellung der Bewertung vor Genesis 1,26. Die Tierwelt ist bereits gut, bevor der Mensch erscheint. Ihr Wert ist deshalb im Erzählverlauf nicht von menschlicher Herrschaft, Nutzung oder Wahrnehmung abhängig.
Dies betrifft ausdrücklich auch Wildtiere und kleine Bodenbewohner. Die Formel unterscheidet nicht zwischen nützlichen und schädlichen, schönen und abstoßenden, zahmen und gefährlichen Arten.
Später wird Genesis 1,31 das gesamte Schöpfungswerk einschließlich des Menschen als טוֹב מְאֹד, „sehr gut“, bezeichnen. Die lokale Gutheißung von Vers 25 bleibt darin aufgehoben.
Genesis 1,24–25: Befehl und Ausführung
Genesis 1,24 und 1,25 bilden eine eng verbundene Sinneinheit. Im ersten Vers spricht Gott zur Erde; im zweiten macht Gott selbst die Tiere. Diese Veränderung des grammatischen Subjekts ist eine der wichtigsten theologischen Beobachtungen des Abschnitts.
Der Text könnte einfach sagen: „Die Erde brachte Tiere hervor.“ Stattdessen lautet die ausführende Erzählung: „Gott machte.“ Die geschöpfliche Wirksamkeit der Erde wird damit von der göttlichen Urheberschaft umfasst.
Die Spannung lässt sich weder dadurch auflösen, dass die Erde völlig bedeutungslos sei, noch dadurch, dass sie selbständig schöpferisch wäre. Genesis lässt beide Aussageebenen bestehen.
Innerhalb späterer Theologie wurde diese Struktur häufig in Kategorien von erster und zweiter Ursache, Schöpfer und Naturprozess oder ursprünglichem Schöpfungswort und geschöpflicher Wirksamkeit übersetzt. Solche philosophischen Begriffe stehen nicht im Vers, versuchen aber eine reale literarische Doppelperspektive zu beschreiben.
Die veränderte Reihenfolge der Tiergruppen
Genesis 1,24 nennt die Gruppen in der Reihenfolge Vieh – Kriechgetier – Tiere der Erde. Genesis 1,25 lautet dagegen Tiere der Erde – Vieh – Kriechgetier des Erdbodens.
Die Veränderung zeigt, dass die Liste nicht wie eine streng aufsteigende biologische Systematik gelesen werden sollte. Der Erzähler kann die Gruppen neu anordnen und dennoch dieselbe Gesamtheit meinen.
Die Variation verhindert außerdem monotone Wiederholung zwischen Befehl und Ausführung. Die Erfüllung spiegelt den Befehl, kopiert ihn aber nicht mechanisch Wort für Wort.
Eine verborgene Werteskala aus der Reihenfolge abzuleiten wäre daher spekulativ. Wichtiger ist, dass alle drei Kategorien sowohl im Befehl als auch in der Ausführung vorkommen.
עָשָׂה und בָּרָא – „machen“ und „schaffen“
Genesis 1 verwendet für göttliches Schöpfungshandeln mehrere Verben. Besonders bekannt sind ברא, traditionell „schaffen“, und עשה, „machen“.
In Genesis 1,21 heißt es bei den großen Meerestieren וַיִּבְרָא אֱלֹהִים. In Genesis 1,25 lautet die Form וַיַּעַשׂ אֱלֹהִים. Beim Menschen wird Genesis 1,26 zunächst נַעֲשֶׂה, „lasst uns machen“, und Genesis 1,27 anschließend dreimal בָּרָא verwenden.
Diese Verteilung war in der Wirkungsgeschichte Anlass zu zahlreichen theologischen Differenzierungen. Philologisch ist jedoch Vorsicht nötig. Die Verben überschneiden sich semantisch und sollten nicht in ein starres Schema gezwungen werden, nach dem ברא immer ausschließlich „aus dem Nichts erschaffen“ und עשה immer nur „aus vorhandenem Material formen“ bedeute.
Im unmittelbaren Kontext bezeichnet עשה eindeutig echtes göttliches Schöpfungshandeln. Die Landtiere sind ebenso Geschöpfe Gottes.
Dritter und sechster Schöpfungstag
Der sechste Tag bildet die deutlichste terrestrische Entsprechung zum dritten. Am dritten Tag erscheint das trockene Land, erhält seinen Namen Erde und bringt Vegetation hervor. Am sechsten Tag bringt die Erde Landtiere hervor und wird anschließend zum Lebensraum des Menschen.
Die Struktur verbindet Lebensraum und Bewohner. Die Erde wird zuerst geordnet und biologisch vorbereitet, bevor sie mit bewegtem tierischem Leben und Menschen bevölkert wird.
Besonders die Verben des Hervorbringens verknüpfen beide Tage. Die Erde ist nicht nur passives Territorium; sie besitzt im Erzählbild eine von Gott aktivierte Fruchtbarkeit.
Das häufig verwendete literarische Modell von Tagen 1–3 als Einrichtung von Bereichen und Tagen 4–6 als Ausstattung dieser Bereiche trifft diesen Zusammenhang grundsätzlich gut. Es sollte allerdings nicht absolut gesetzt werden, da bereits am dritten Tag lebendige Vegetation auftritt.
Landtiere unmittelbar vor dem Menschen
Die Stellung von Genesis 1,25 unmittelbar vor Genesis 1,26 ist anthropologisch bedeutsam. Die Landtierwelt und der Mensch gehören demselben sechsten Schöpfungstag an.
Dies schafft zunächst Nähe. Beide gehören zum terrestrischen Lebensbereich. Genesis 2 wird sowohl Tier als auch Mensch ausdrücklich mit dem Erdboden verbinden.
Gleichzeitig verändert sich mit Genesis 1,26 die Erzählweise. Statt eines gewöhnlichen „Gott sprach: Die Erde bringe hervor“ folgt die auffällige Selbstberatung beziehungsweise pluralische Gottesrede: „Lasst uns Menschen machen in unserem Bild, nach unserer Ähnlichkeit.“
Die besondere Stellung des Menschen entsteht daher nicht durch Verneinung seiner Geschöpflichkeit oder seiner Nähe zur Tierwelt, sondern durch eine zusätzliche Bestimmung.
Gerade Genesis 1,25 verhindert außerdem, dass menschliche Herrschaft zur Quelle tierischen Wertes gemacht wird. Die Tiere sind bereits von Gott als gut angesehen worden, bevor der Mensch existiert.
Warum fehlt ein eigener Segen für die Landtiere?
Nach der Schöpfung von Wasserlebewesen und Vögeln hatte Genesis 1,22 ausdrücklich berichtet: „Gott segnete sie.“ Nach Genesis 1,25 folgt dagegen kein entsprechender eigener Segen für die Landtiere. Stattdessen geht die Erzählung unmittelbar zur Menschenschöpfung über.
Der Text selbst erklärt dieses Fehlen nicht. Deshalb sind spätere Deutungen klar als Wirkungsgeschichte zu kennzeichnen.
Raschi hatte bereits zu Genesis 1,22 eine rabbinische Erklärung übernommen: Auch die Landtiere hätten wegen ihrer späteren Verminderung einen Segen benötigt; da zu ihnen jedoch die später verfluchte Schlange gehöre, werde kein eigener Segen ausgesprochen, damit diese nicht darin eingeschlossen werde. Diese Erklärung ist midraschisch.
Theophilus von Antiochien interpretiert christlich anders: Der besondere Segen des sechsten Tages werde für den Menschen zurückbehalten. Thomas von Aquin erwägt wiederum, dass die bereits bei Fischen und Vögeln ausgesprochene Fortpflanzungsfähigkeit grundsätzlich auch bei Landtieren vorausgesetzt werden könne.
Die unterschiedlichen Antworten zeigen, dass die Auslassung schon früh als literarisch auffällig empfunden wurde. Sicher sagen lässt sich lediglich: Genesis 1,25 enthält Gutheißung, aber keinen ausdrücklich formulierten Landtiersegen.
Genesis 1,25 und Genesis 2,19
Die zweite Schöpfungsdarstellung verbindet Tiere ebenfalls ausdrücklich mit dem Boden. In Genesis 2,19 formt JHWH Gott die Tiere des Feldes und die Vögel aus הָאֲדָמָה, dem Erdboden.
Genesis 1 und Genesis 2 beschreiben dies in unterschiedlicher literarischer Form. Genesis 1 arbeitet mit kosmischen Bereichen, Tagen und Artenordnungen. Genesis 2 konzentriert sich stärker auf Mensch, Garten, Boden, Tiere und zwischenmenschliche Gemeinschaft.
Historisch-kritisch werden beide Abschnitte gewöhnlich unterschiedlichen literarischen Traditionen zugerechnet. Die Gemeinsamkeit der Bodenverbundenheit sollte deshalb nicht dazu benutzt werden, ihre unterschiedlichen Abläufe künstlich zu verwischen.
Kanonisch gelesen ergänzen sie einander jedoch in einer wichtigen Aussage: terrestrisches Leben ist leiblich und bodengebunden. Mensch und Tier gehören zur materiellen Erde.
Weiterführung in der Sintfluterzählung
Die Tierkategorien von Genesis 1 verschwinden nach dem Schöpfungsbericht nicht. Sie werden in Genesis 6–9 wiederholt aufgenommen. Besonders die Formeln „nach ihrer Art“ verbinden Schöpfung und Arche.
Die Sintflut kann dadurch literarisch als teilweise De-Kreation der geschaffenen Welt gelesen werden. Lebensräume werden vom Wasser überwältigt, Lebewesen sterben, und die geordnete Schöpfung droht zurückgenommen zu werden.
Die Arche bewahrt repräsentativ die geschaffene Tierwelt, damit nach der Flut eine Neuschöpfung beziehungsweise Erneuerung möglich ist.
Genesis 9 bindet Tiere schließlich ausdrücklich in Gottes Bund mit der Erde ein. Die positive Schöpfungsbewertung von Genesis 1 erhält damit eine spätere bundesgeschichtliche Entsprechung.
Literarische Funktion
Genesis 1,25 schließt die erste Hälfte des sechsten Tages ab. Die Landtierwelt ist nun vollständig vorhanden; anschließend kann die Erzählung zur Menschenschöpfung übergehen.
Der Vers wiederholt dabei die wesentlichen Bestandteile des vorausgehenden Befehls, verändert aber Reihenfolge und grammatische Perspektive. Diese Mischung aus Wiederholung und Variation ist charakteristisch für Genesis 1.
Die dreifache Artenformel erzeugt einen starken Rhythmus und vermittelt geordnete Fülle. Die Gutheißung setzt anschließend einen klaren Abschluss.
Gerade dieser Abschluss vor dem Menschen verhindert, dass Tier- und Menschenschöpfung zu einem einzigen ununterschiedenen Vorgang verschmelzen. Der Text lässt die Tierwelt zunächst für sich bestehen und bewertet sie positiv.
Danach erzeugt die neue Formel „Lasst uns Menschen machen“ einen deutlichen rhetorischen Einschnitt. Die Besonderheit des Menschen wird dadurch umso stärker sichtbar, weil das vorausgehende Tierwerk bereits abgeschlossen ist.
Subtext
Ein erster Subtext liegt in der doppelten Ursächlichkeit des Vorgangs. Die Erde soll hervorbringen, doch Gott macht. Natürliche Wirksamkeit und göttliche Schöpfermacht werden nicht als Konkurrenten erzählt.
Ein zweiter Subtext besteht im Eigenwert der Tierwelt. Gott bewertet die Landtiere als gut, bevor es Menschen gibt. Der Wert der Tiere ist daher innerhalb der Erzählung präanthropologisch begründet.
Ein dritter Subtext betrifft die Wildnis. Wildtiere stehen an erster Stelle der Ausführung. Das nicht domestizierte Leben gehört vollständig in Gottes gute Welt.
Ein vierter Subtext liegt in der Einbeziehung des Kleinen und Bodenständigen. Nicht nur große Tiere werden erwähnt; auch jedes רֶמֶשׂ gehört zur Schöpfung.
Ein fünfter Subtext besteht in geordneter Vielfalt. „Nach seiner Art“ wird dreimal wiederholt. Differenz ist kein Defizit, sondern Struktur der guten Welt.
Ein sechster Subtext betrifft die Bodenverbundenheit. Die Tierwelt steht nicht außerhalb der Materie. Sie gehört zum Land und Erdboden. Lebendigkeit ist leiblich.
Ein siebter Subtext liegt im Übergang zum Menschen. Der Mensch wird aus einer bereits belebten Welt heraus erzählt. Er ist nicht der erste oder einzige Bewohner der Erde.
Ein achter Subtext besteht in der Begrenzung menschlicher Selbstzentrierung. Tiere werden gut genannt, ohne dass ihr Nutzen für Menschen erwähnt wird.
Ein neunter Subtext betrifft das Verhältnis von domestiziert und wild. Beide Sphären gehören zur Schöpfung. Menschliche Kontrollierbarkeit ist kein Kriterium göttlicher Güte.
Ein zehnter Subtext liegt in der Wirksamkeit bereits geschaffener Bereiche. Die Erde ist nicht inert. Der Schöpfer schafft eine Welt mit realen geschöpflichen Fähigkeiten.
Ein elfter Subtext besteht in der Vorordnung menschlicher Herrschaft. Die Herrschaft aus Genesis 1,26–28 richtet sich auf bereits von Gott gemachte und positiv bewertete Geschöpfe. Sie ist daher kein Recht über wertlose Gegenstände.
Ein zwölfter Subtext betrifft die Verbindung von Vielfalt und Ganzheit. Drei verschiedene Tiergruppen werden einzeln genannt und anschließend durch ein einziges „gut“ zusammengefasst. Unterschiedlichkeit gehört zur Einheit der Schöpfung.
Historische Einordnung
Genesis 1,1–2,4a wird in der historisch-kritischen Forschung überwiegend als priesterlich geprägte Schöpfungserzählung verstanden. Typisch sind die geordnete Tagesstruktur, die wiederkehrenden Formeln, die Gruppierung der Lebewesen nach Bereichen und Arten sowie die systematische Bewegung auf den siebten Tag zu.
Genesis 1,25 zeigt diese Merkmale besonders klar. Die terrestrische Tierwelt wird in umfassende Gruppen gegliedert und jeweils der Artenordnung unterstellt. Die Schöpfung erscheint als geordneter Kosmos.
Die Kategorien entsprechen der Lebenswelt des alten Israel und seiner Umwelt. בְּהֵמָה ist aus einer agrarisch-pastoralen Gesellschaft verständlich, in der Herden- und Nutztiere eine zentrale wirtschaftliche Rolle spielen. חַיָּה umfasst die frei lebende Tierwelt; רֶמֶשׂ die bodennahe Kleintierwelt.
Diese Einteilung ist deshalb ethnobiologisch beziehungsweise phänomenologisch, nicht modern-systematisch. Sie ordnet Tiere nach sichtbaren und lebensweltlich relevanten Merkmalen.
Die häufig angenommene exilische oder frühnachexilische Ausprägung der priesterlichen Schöpfungserzählung bleibt in Einzelheiten wissenschaftlich diskutiert. Entscheidend für Genesis 1,25 ist die konsequente monotheistische Rahmung: Alle Tiergruppen haben denselben göttlichen Ursprung.
Altorientalischer und antiker Hintergrund
Antike Kulturen kannten unterschiedliche Vorstellungen vom Ursprung von Tieren. Fruchtbare Erde konnte als Lebensspenderin gedacht, personifiziert oder mit Gottheiten verbunden werden. Genesis verwendet ebenfalls die Vorstellung einer hervorbringenden Erde, ordnet sie aber dem Wort Elohims unter.
Dadurch wird Natur produktiv, ohne vergöttlicht zu werden. Die Erde besitzt keine unabhängige schöpferische Personmacht.
Die Dreiteilung der Tiere spiegelt außerdem eine menschliche Umweltwahrnehmung, wie sie für vormoderne agrarische Gesellschaften plausibel ist: Tiere der menschlichen Sphäre, Tiere der Wildnis und Tiere nahe dem Boden.
Eine direkte Abhängigkeit dieser Kategorien von einer bestimmten altorientalischen Tierliste lässt sich aus dem Vers allein nicht beweisen. Vergleichende Religions- und Kulturgeschichte kann Ähnlichkeiten aufzeigen, sollte aber keine ungesicherten direkten Quellenbeziehungen behaupten.
Jüdische Rezeption
Die jüdische Auslegung von Genesis 1,25 konzentriert sich weniger auf die bereits in Vers 24 erklärten Tierkategorien als auf das neue Verb וַיַּעַשׂ und die Frage nach dem Zustand, in dem die Geschöpfe hervorgebracht wurden.
Raschi verbindet das Verb mit einer talmudischen Tradition aus Chullin 60a über die Vollständigkeit der Geschöpfe bei ihrer Erschaffung. Andere jüdische Kommentatoren lesen die Artenformeln stärker funktional und fragen, welche Eigenschaften Gott den einzelnen Tiergruppen entsprechend ihrer Lebensweise gegeben habe.
Der Vers erhält außerdem Bedeutung durch seine Stellung vor Genesis 1,26. Die Tierwelt ist bereits abgeschlossen und gut; erst danach beginnt die besondere Menschenschöpfung. Jüdische Anthropologie konnte deshalb sowohl Kontinuität als auch Differenz zwischen Mensch und Tier entwickeln.
Raschi
Raschis einziger knapper Kommentar zu Genesis 1,25 konzentriert sich auf וַיַּעַשׂ, „und er machte“. Er erklärt die Form im Anschluss an eine rabbinische Tradition so, dass Gott die Geschöpfe in ihrer vollen Gestalt beziehungsweise ihrer angemessenen Ausprägung hervorgebracht habe.
Der Kommentar verweist auf Chullin 60a. Dort wird die umfassendere Aussage formuliert, die Werke der Schöpfung seien in voller Größe beziehungsweise Vollgestalt, mit ihren Fähigkeiten und in ihrer jeweiligen Form erschaffen worden.
Diese Auslegung geht deutlich über die einfache lexikalische Bedeutung von עשה hinaus. Sie beantwortet eine rezeptionsgeschichtliche Frage: In welchem Entwicklungszustand sind die ersten Geschöpfe gedacht?
Raschi liest den Schöpfungsbericht somit nicht als Erzählung hilfloser embryonaler Anfangswesen, sondern als Hervorbringung funktionsfähiger Geschöpfe.
Chullin 60a
Der Babylonische Talmud, Chullin 60a, überliefert im Namen Rabbi Jehoschua ben Levis die Vorstellung, dass die Werke der Schöpfung בְּקוֹמָתָן, in ihrer vollen Gestalt beziehungsweise Größe, בְּדַעְתָּן, mit ihrer ihnen entsprechenden Fähigkeit beziehungsweise Ausstattung, und בְּצִבְיוֹנָם, in ihrer jeweiligen Form, geschaffen worden seien.
Der talmudische Beleg wird nicht primär aus Genesis 1,25 gewonnen, sondern mit Genesis 2,1 und einem Wortspiel über צְבָאָם, „ihr Heer“, verbunden. Raschi überträgt diese Tradition auf das וַיַּעַשׂ von Genesis 1,25.
Methodisch ist deshalb zwischen Versbedeutung und rabbinischer Auslegung zu unterscheiden. Der masoretische Satz sagt lediglich, dass Gott die Tiere machte; Chullin 60a entfaltet daraus eine Vorstellung über ihre ursprüngliche Vollgestalt.
Sforno
Obadja Sforno liest die Artenordnung funktional. In seiner Auslegung zur Landtierwelt betont er, dass Gott den unterschiedlichen Arten diejenigen Wahrnehmungs- und Handlungsfähigkeiten verliehen habe, die ihrer jeweiligen Lebensweise entsprechen.
Diese Deutung macht aus „nach seiner Art“ mehr als eine äußere Formklassifikation. Jede Tierart besitzt eine ihr angemessene Ausstattung.
Eine solche Interpretation steht in einer langen jüdischen Naturtheologie, die die Verschiedenheit tierischer Fähigkeiten als Ausdruck göttlicher Weisheit versteht. Sie ist nicht identisch mit moderner Verhaltensbiologie, nimmt aber die im Text betonte Differenziertheit ernst.
Septuaginta
Die Septuaginta lautet:
καὶ ἐποίησεν ὁ θεὸς τὰ θηρία τῆς γῆς κατὰ γένος καὶ τὰ κτήνη κατὰ γένος καὶ πάντα τὰ ἑρπετὰ τῆς γῆς κατὰ γένος αὐτῶν· καὶ εἶδεν ὁ θεὸς ὅτι καλά.
καὶ ἐποίησεν ὁ θεός bedeutet „Und Gott machte“. Das griechische ποιεῖν entspricht hier sehr direkt dem hebräischen עשה.
τὰ θηρία τῆς γῆς bezeichnet die wilden Tiere beziehungsweise Bestien der Erde und gibt חַיַּת הָאָרֶץ wieder. θηρίον bezeichnet im Griechischen besonders Wildtier beziehungsweise wildes Tier.
τὰ κτήνη bezeichnet Vieh beziehungsweise Herdentiere. Das Wort steht semantisch nahe bei Besitz- und Nutztieren und bildet damit בְּהֵמָה plausibel ab.
πάντα τὰ ἑρπετὰ τῆς γῆς bedeutet „alle kriechenden Tiere der Erde“. ἑρπετόν ist von der Vorstellung des Kriechens beziehungsweise Sichbewegens geprägt.
Bemerkenswert ist, dass die Septuaginta im letzten Glied τῆς γῆς, „der Erde“, verwendet und damit die hebräische Differenz zwischen אֶרֶץ und אֲדָמָה nicht eigens abbildet.
κατὰ γένος bedeutet „nach Art/Gattung“. Das griechische γένος wurde später zu einem wichtigen philosophischen und wissenschaftlichen Fachbegriff. Seine spätere technische Bedeutung darf jedoch nicht in den hebräischen מִין-Begriff zurückprojiziert werden.
Am Ende steht καὶ εἶδεν ὁ θεὸς ὅτι καλά, „und Gott sah, dass es gut war“. Der griechische Plural καλά kann die geschaffenen Dinge kollektiv als gut charakterisieren.
Vulgata / Nova Vulgata
Die Nova Vulgata lautet:
Et fecit Deus bestias terrae iuxta species suas et iumenta secundum species suas et omne reptile terrae in genere suo. Et vidit Deus quod esset bonum.
Et fecit Deus gibt das hebräische וַיַּעַשׂ אֱלֹהִים unmittelbar mit „Und Gott machte“ wieder.
bestias terrae bezeichnet die wilden Tiere der Erde. Das lateinische bestia wurde später in vielen europäischen Sprachen zur Bezeichnung größerer Wildtiere beziehungsweise „Bestien“.
iumenta bezeichnet Vieh beziehungsweise Last-, Arbeits- oder Nutztiere und entspricht בְּהֵמָה.
omne reptile terrae bedeutet „alles Kriechgetier der Erde“. Wie die Septuaginta nivelliert auch die lateinische Fassung die hebräische Differenz zwischen אֶרֶץ und אֲדָמָה.
Interessant ist die Variation zwischen iuxta species suas, secundum species suas und in genere suo. Die Vulgata verwendet damit sowohl species als auch genus für die hebräische Artenformel.
Diese lateinischen Wörter erhielten in mittelalterlicher Philosophie und späterer Biologie präzise technische Bedeutungen. Die biblische Verwendung ist jedoch älter und allgemeiner. Man darf aus species in der Vulgata nicht unmittelbar den modernen biologischen Speziesbegriff in Genesis hineinlesen.
Et vidit Deus quod esset bonum gibt die göttliche Gutheißung wieder: „Und Gott sah, dass es gut war.“
Christliche Rezeption
Christliche Ausleger behandelten Genesis 1,25 vor allem innerhalb umfassender Auslegungen des sechsten Schöpfungstages. Drei Fragen stehen wiederholt im Mittelpunkt: Wie verhält sich die produktive Erde aus Vers 24 zu Gottes eigenem Machen in Vers 25? Wie sind die unterschiedlichen Tiergruppen zu verstehen? Und warum besitzen auch wilde, gefährliche oder für Menschen scheinbar nutzlose Tiere einen Platz in der guten Schöpfung?
Die Antworten entwickelten sich innerhalb antiker und mittelalterlicher Naturphilosophie. Viele konkrete biologische Angaben sind aus heutiger Sicht überholt. Theologisch bleibt jedoch die Grundfrage relevant, wie geschöpfliche Naturwirksamkeit und göttliche Schöpfung zusammengedacht werden.
Basilius von Caesarea
Basilius behandelt die Landtierschöpfung ausführlich in seiner neunten Hexaemeron-Homilie. Für ihn ist entscheidend, dass die Erde nicht aus eigener göttlicher Macht Tiere hervorbringt. Gottes Wort setzt die Natur in Bewegung.
Basilius versteht die regelmäßige Fortpflanzung der Arten als Fortwirkung des ursprünglichen göttlichen Befehls. Pferd folgt auf Pferd, Löwe auf Löwe; die Ordnung der Generationen bewahrt die geschaffene Vielfalt.
Seine konkreten Tierbeschreibungen verbinden antike Naturkunde und moralische Exegese. Er beobachtet etwa unterschiedliche Verhaltensweisen, Körperformen und Fortpflanzungsweisen und deutet ihre Anpassung an die jeweilige Lebensweise als Zeichen göttlicher Weisheit.
Basilius argumentiert außerdem gegen die Vorstellung, schädliche oder giftige Tiere seien deshalb ein Einwand gegen die Güte des Schöpfers. Die menschliche Unkenntnis eines Zwecks berechtige nicht dazu, ein Geschöpf aus der guten Ordnung auszuschließen.
Seine naturkundlichen Erklärungen sind historisch bedingt, die theologische Pointe steht Genesis 1,25 jedoch nahe: Die Vielfalt auch der schwer verständlichen Tiere gehört zum Werk des Schöpfers.
Augustinus
Augustinus behandelt die Landtiere des sechsten Tages in mehreren Werken. In De civitate Dei ordnet er sie ausdrücklich dem sechsten Schöpfungstag zu und verbindet sie mit der anschließend folgenden Menschenschöpfung.
Für seine Schöpfungstheologie ist außerdem wichtig, dass Gott während der sechs Tage neue Geschöpfe aus bereits geschaffenen Naturen hervorbringen lässt. In einem Brief nennt Augustinus ausdrücklich Pflanzen und Tiere aus der Erde sowie Fische und Vögel aus den Wassern als Beispiele.
Damit entwickelt er eine Unterscheidung zwischen ursprünglicher Schöpfung und späterer Entfaltung geschaffener Möglichkeiten. Gott bleibt allein Schöpfer; geschaffene Naturen können dennoch reale Ursachen späterer Erscheinungen sein.
Augustins häufig damit verbundene Lehre von den rationes seminales ist eine spätantike metaphysische Theorie. Sie darf nicht mit moderner Evolutionstheorie gleichgesetzt werden.
In De civitate Dei XII betont Augustinus darüber hinaus, dass letztlich Gott allein der Urheber der inneren Form und des Lebens von Geschöpfen ist. Geschaffene Vermittlung hebt die göttliche Urheberschaft nicht auf.
Theophilus von Antiochien
Theophilus von Antiochien beschreibt den sechsten Tag in Ad Autolycum ausdrücklich als den Tag der Vierfüßer, Wildtiere und Landreptilien. Bemerkenswert ist seine Beobachtung, dass diese Tiergruppen anders als Fische und Vögel in Genesis 1 keinen ausdrücklich formulierten eigenen Segen erhalten.
Theophilus deutet dies so, dass der besondere Segen des sechsten Tages für den Menschen aufbewahrt werde. Diese Interpretation ist christliche Rezeptionsgeschichte; der Genesistext selbst nennt keinen Grund für das Fehlen eines Landtiersegens.
Er betont zugleich, dass die Tiere ursprünglich nicht als böse geschaffen seien. Seine spätere Verbindung von Gefährlichkeit und Sündenfall gehört zur patristischen Theologie und geht über die unmittelbare Aussage von Genesis 1,25 hinaus.
Thomas von Aquin
Thomas von Aquin widmet dem Werk des sechsten Tages die Summa theologiae I, quaestio 72. Er erkennt ausdrücklich die literarische Korrespondenz zwischen drittem und sechstem Tag: Wie der dritte Tag die Erde ordnet, so wird die Erde am sechsten Tag durch Landtiere ausgestattet.
Thomas unterscheidet Vieh als menschennahe beziehungsweise für Menschen nutzbare Tiere, Wildtiere wie Löwen und Bären und Kriechtiere als Tiere, deren Körper sich stark bodennah bewegt. Diese Kategorien entsprechen der vormodernen Auslegungstradition und nicht moderner Zoologie.
Besonders bemerkenswert ist seine Antwort auf die Frage nach giftigen, gefährlichen oder scheinbar unnützen Tieren. Thomas übernimmt von Augustinus den Gedanken, dass Menschen nicht alle Funktionen der geschaffenen Welt überblicken. Ein Geschöpf müsse nicht unmittelbar für den menschlichen Haushalt nützlich sein, um für die Vollkommenheit des gesamten Kosmos Bedeutung zu besitzen.
Damit erhält Genesis 1,25 in der scholastischen Auslegung eine deutliche anti-anthropozentrische Pointe: Der Wert eines Tieres ist nicht vollständig durch menschlichen Gebrauch definiert.
Theologische Interpretation
Genesis 1,25 formuliert erstens eine klare Aussage über die Schöpferurheberschaft Gottes. Der vorausgehende Vers konnte sagen, die Erde solle hervorbringen; jetzt wird ausdrücklich gesagt, Gott mache die Tiere. Natürliche Produktivität ist von Gottes Handeln umfasst.
Zweitens ergibt sich daraus eine differenzierte Theologie geschöpflicher Kausalität. Die biblische Erzählung zwingt nicht zu der Alternative „entweder Gott wirkt oder die Erde wirkt“. Beide Aussageweisen stehen unmittelbar nebeneinander. Gott schafft eine Welt, in der geschaffene Bereiche real wirksam sein können.
Drittens wird die Vielfalt tierischen Lebens ausdrücklich geordnet. Dreimal heißt es „nach seiner Art“. Unterschiedlichkeit ist damit kein Defekt, der überwunden werden müsste, sondern Teil des Schöpfungswerks.
Viertens besitzt auch die Wildnis einen positiven theologischen Status. Die Tiere der Erde stehen an erster Stelle der Ausführung. Nicht nur Haustiere oder für Menschen nützliche Arten stammen von Gott.
Fünftens erhält das kleine, bodennahe Leben eine ausdrückliche Würdigung. כָּל־רֶמֶשׂ umfasst jedes sich bewegende Getier des Bodens. Die Schöpfungsperspektive reicht bis zu Geschöpfen, die Menschen leicht übersehen oder geringachten.
Sechstens zeigt die Gutheißungsformel einen Eigenwert der Tierwelt. Gott selbst beurteilt die Landtiere als gut, bevor Menschen überhaupt geschaffen sind. Der Wert der Tiere ist damit nicht zuerst instrumentell.
Siebtens begrenzt diese Reihenfolge die spätere menschliche Herrschaft. Menschen erhalten Macht über Geschöpfe, die bereits Gottes eigene positive Bewertung besitzen. Herrschaft kann deshalb nicht sinnvoll als Berechtigung zur beliebigen Entwertung des Beherrschten verstanden werden.
Achtens teilen Mensch und Tier denselben sechsten Schöpfungstag. Diese kompositorische Nähe unterstreicht ihre gemeinsame Zugehörigkeit zur terrestrischen Lebenswelt.
Neuntens bleibt zugleich ein Unterschied bestehen. Die Tierwelt wird durch einen gewöhnlichen Schöpfungsbefehl hervorgebracht und gemacht; beim Menschen folgt eine feierlich veränderte Gottesrede und die Aussage vom Bild Gottes.
Zehntens liegt die menschliche Besonderheit daher nicht darin, dass Tiere keine wirklichen Lebewesen wären. Genesis verwendet für Tiere ausdrücklich die Kategorie נֶפֶשׁ חַיָּה, und Genesis 2,7 wird dieselbe Kategorie auf den Menschen beziehen.
Elftens verbindet der Vers Erde und Leben. Die Tierwelt gehört nicht zu einer immateriellen Sphäre, sondern zur materiellen Welt. Geschöpfliches Leben ist leiblich und räumlich situiert.
Zwölftens verstärkt der Wechsel von אֶרֶץ zu אֲדָמָה diese Bodenverbundenheit. Besonders das kleine Getier lebt unmittelbar an und auf dem Erdboden.
Dreizehntens zeigt Genesis 1,25 eine Welt, in der Güte nicht mit Harmlosigkeit identisch ist. Zur Landtierwelt gehören auch Raubtiere, später als gefährlich wahrgenommene Tiere und Arten ohne erkennbaren menschlichen Nutzen. Trotzdem lautet die Bewertung „gut“.
Vierzehntens relativiert dies eine rein utilitaristische Naturauffassung. Gottes Urteil richtet sich nicht danach, ob jedes Tier für Menschen unmittelbar nützlich ist.
Fünfzehntens entsteht daraus eine wichtige Grundlage für eine biblische Tierethik. Genesis 1,25 formuliert noch keine konkreten Tierschutzgebote, stellt Tiere aber als von Gott geschaffene und positiv bewertete Mitgeschöpfe dar.
Sechzehntens besitzt der Vers eine ökologische Dimension. Tiergruppen sind an Lebensräume gebunden: Land, Boden, Wildnis und später menschlicher Siedlungsraum. Der Schöpfungsbericht denkt Organismen und Lebensräume zusammen.
Siebzehntens zeigt die Reihenfolgevariation zwischen Genesis 1,24 und 1,25, dass die Kategorien nicht als starre Rangordnung gelesen werden sollten. Vielfalt wird geordnet, aber nicht zwingend hierarchisiert.
Achtzehntens verbindet der Vers das Einzelne und das Ganze. Jede Gruppe besitzt ihre eigene Artordnung, doch alle werden durch ein einziges göttliches Handeln und ein einziges Urteil zusammengehalten.
Neunzehntens bereitet die Gutheißung die umfassendere Aussage von Genesis 1,31 vor. Das einzelne Werk ist gut; das Ganze wird schließlich „sehr gut“ sein. Die Gesamtgüte löscht die Einzelgüte der Tiere nicht aus, sondern umfasst sie.
Zwanzigstens besitzt Genesis 1,25 dadurch eine klare theologische Pointe unmittelbar vor Genesis 1,26: Die Menschenschöpfung ist Höhepunkt einer bereits wertvollen Welt, nicht der Moment, in dem die übrige Schöpfung erstmals Bedeutung erhält.
Einundzwanzigstens zeigt der Vers außerdem, dass Gottes Schöpferhandeln nicht nur im Außergewöhnlichen sichtbar wird. Neben dem feierlichen späteren Menschenwort steht die schlichte Herstellung von Vieh, Wildtieren und Bodengetier. Das Alltägliche gehört ebenso zum göttlichen Werk.
Zweiundzwanzigstens eröffnet die Verbindung von „machen“ und „nach seiner Art“ eine Theologie stabiler Naturordnung. Geschöpfe besitzen wiedererkennbare Formen und Eigenschaften. Spätere jüdische und christliche Auslegung verstand diese Regelmäßigkeit vielfach als bleibende Wirkung des ursprünglichen Schöpfungswillens.
Dreiundzwanzigstens darf diese Stabilität nicht ohne weiteres in eine moderne Theorie biologischer Unveränderlichkeit übersetzt werden. Der theologische Sinn liegt in geordneter Geschöpflichkeit, nicht in einer naturwissenschaftlichen Aussage über populationsgenetische Prozesse.
Vierundzwanzigstens verbindet Genesis 1,25 Gottes Transzendenz mit seiner Zuwendung zur konkreten materiellen Welt. Der Schöpfer ist nicht nur Ursprung abstrakter kosmischer Prinzipien, sondern macht konkrete Tiere mit unterschiedlichen Lebensformen.
Fünfundzwanzigstens liegt die abschließende Pointe im göttlichen Blick: וַיַּרְא אֱלֹהִים. Die Schöpfung erhält ihre erste Bewertung nicht aus menschlicher Perspektive. Bevor der Mensch urteilt, hat Gott bereits gesehen und „gut“ gesprochen.
Grenzen der Aussage
Genesis 1,25 enthält keine moderne zoologische Taxonomie. Die Kategorien Wildtiere, Vieh und bodennahes Getier entsprechen nicht heutigen Klassen, Ordnungen oder Arten.
Die traditionelle Übersetzung „Gewürm“ sollte nicht so verstanden werden, als meine רֶמֶשׂ ausschließlich Würmer. Der Begriff ist breiter.
מִין ist nicht mit einer modernen genetisch definierten Spezies identisch. Die biblische Artenformel beantwortet keine heutigen Fragen nach Artbildung, Mutation oder Abstammung.
Der Vers formuliert daher weder eine moderne Evolutionstheorie noch eine naturwissenschaftliche Widerlegung evolutionärer Prozesse. Solche Fragestellungen liegen außerhalb seines begrifflichen Horizonts.
Die Verwendung von עשה statt ברא beweist keine ontologische Minderwertigkeit der Landtiere. Beide Verben können göttliches Schöpfungshandeln bezeichnen.
Ebenso darf aus עשה allein keine vollständige metaphysische Theorie über vorhandene Materie abgeleitet werden.
Die unterschiedliche Reihenfolge der Tiergruppen in Genesis 1,24 und 1,25 sollte nicht als verborgene biologische Entwicklungsfolge behandelt werden. Dafür bietet der Text keine Grundlage.
Die Differenz zwischen אֶרֶץ und אֲדָמָה ist bedeutungsvoll, darf aber nicht zu einer überall gültigen starren technischen Opposition gemacht werden.
Raschis Erklärung von der vollen Gestalt der Geschöpfe ist rabbinische Auslegung im Anschluss an Chullin 60a und keine unmittelbare lexikalische Bedeutung des Verbs עשה.
Die talmudische Vorstellung von voller Größe, Ausstattung und Gestalt gehört zur jüdischen Rezeptionsgeschichte und ist keine naturwissenschaftliche Aussage.
Die Erklärung des fehlenden Landtiersegens durch die später verfluchte Schlange ist midraschisch. Genesis 1,25 selbst gibt keinen Grund für das Fehlen eines ausdrücklichen Segens an.
Sfornos funktionale Deutung der Tierarten ist traditionelle Naturtheologie und nicht moderne Verhaltensbiologie.
Basilius' zoologische Einzelbeobachtungen und seine Vorstellungen spontaner Tierentstehung aus Erde entsprechen spätantiker Naturkunde und sind wissenschaftlich nicht zu übernehmen.
Augustins rationes seminales sind ein metaphysisches Modell geschöpflicher Möglichkeiten und keine moderne Evolutionstheorie.
Thomas von Aquins aristotelisch geprägte Tierklassifikation und seine mittelalterliche Naturphilosophie sind historisch zu lesen. Seine theologische Aussage über den Eigenwert von Geschöpfen ist davon zu unterscheiden.
Die Formel „Gott sah, dass es gut war“ bedeutet nicht, dass jedes Verhalten jedes Tieres moralisch gut sei. Sie bewertet das Schöpfungswerk als solches.
Schließlich darf die positive Bewertung der Tierwelt nicht so ausgelegt werden, als beantworte der Vers bereits alle späteren theologischen Fragen nach Leiden, Räuberverhalten, Tod oder Naturkatastrophen. Diese Probleme werden hier nicht ausdrücklich behandelt.
Gesamtinterpretation
Genesis 1,25 ist der Ausführungsvers zur Landtierschöpfung des sechsten Tages. Nachdem Genesis 1,24 die Erde aufgefordert hatte, lebende Tiere hervorzubringen, lautet die neue Perspektive: וַיַּעַשׂ אֱלֹהִים – „Und Gott machte.“
Gerade dieser Wechsel ist für das Verständnis des Abschnitts entscheidend. Die Erde besitzt eine reale, von Gott verliehene Hervorbringungsfunktion, doch der Erzähler bezeichnet Gott selbst als Urheber der Tiere. Geschöpfliche Wirksamkeit und göttliche Schöpfung werden nicht gegeneinander ausgespielt.
וַיַּעַשׂ ist Qal Wayyiqtol der Wurzel עשה, „machen“. Das Verb steht auch an anderen Stellen von Genesis 1 für echtes göttliches Schöpfungshandeln und darf nicht als bloßes sekundäres Handwerk gegenüber ברא abgewertet werden.
Die geschaffene Landtierwelt wird in drei große Gruppen gegliedert: חַיַּת הָאָרֶץ, die Tiere beziehungsweise Wildtiere der Erde; הַבְּהֵמָה, das Vieh; und כָּל־רֶמֶשׂ הָאֲדָמָה, alles sich bewegende Getier des Erdbodens.
Diese Kategorien bilden keine moderne Zoologie. Sie orientieren sich an antiker Lebenswelt: frei lebende größere Tiere, menschennahe größere Tiere und bodennahes Kleingetier.
Die traditionelle deutsche Übersetzung „Gewürm“ ist deshalb enger als רֶמֶשׂ. Gemeint sind nicht nur Würmer, sondern vielfältige sich kriechend, gleitend oder bodennah bewegende Geschöpfe.
Auffällig ist die Unterscheidung zwischen הָאָרֶץ, Erde beziehungsweise Land, und הָאֲדָמָה, Erdboden. Gerade die kleineren Kriechtiere werden sprachlich unmittelbar dem Boden zugeordnet.
Diese Wortwahl bereitet zugleich ein großes Motiv der zweiten Schöpfungserzählung vor: Auch der Mensch wird dort eng mit אֲדָמָה, dem Erdboden, verbunden.
Dreimal erscheint die Artenformel: לְמִינָהּ, לְמִינָהּ, לְמִינֵהוּ. Die Wiederholung macht geordnete Vielfalt zum dominierenden Merkmal des Verses.
מִין bedeutet Art, Sorte oder erkennbare Gruppe. Der Ausdruck darf nicht mit dem modernen biologischen Speziesbegriff gleichgesetzt werden. Genesis will die Vielfalt theologisch ordnen, nicht genetisch definieren.
Bemerkenswert ist außerdem die veränderte Reihenfolge gegenüber Genesis 1,24. Der Befehl nannte Vieh, Kriechgetier und Wildtiere; die Ausführung beginnt mit Wildtieren, dann folgt Vieh, anschließend Kriechgetier. Daraus ergibt sich keine starre Hierarchie der Gruppen.
Literarisch gehört Genesis 1,25 zur großen Korrespondenz zwischen drittem und sechstem Schöpfungstag. Am dritten Tag wird die Erde als Lebensbereich eingerichtet und bringt Pflanzen hervor; am sechsten Tag wird derselbe Bereich mit Landtieren und anschließend Menschen gefüllt.
Der Vers steht unmittelbar vor der Menschenschöpfung. Gerade dadurch erhält seine Gutheißung besonderes Gewicht. Gott sieht die Tierwelt als gut an, bevor der Mensch erscheint.
Der Wert der Tiere hängt deshalb im Erzählverlauf nicht von menschlicher Nutzung ab. Vieh ist gut, bevor Menschen es hüten; Wildtiere sind gut, bevor Menschen ihnen begegnen; kleines Bodengetier ist gut, obwohl es keinen offensichtlichen menschlichen Nutzen besitzen muss.
Diese Reihenfolge setzt einen entscheidenden Rahmen für die Herrschaftsaussagen von Genesis 1,26–28. Der Mensch erhält Verantwortung und Macht über Geschöpfe, die bereits Gottes eigene positive Bewertung tragen.
Raschi konzentriert seinen Kommentar zu Genesis 1,25 auf וַיַּעַשׂ. Im Anschluss an Chullin 60a versteht er die Geschöpfe als in ihrer vollen beziehungsweise angemessenen Gestalt hervorgebracht.
Chullin 60a formuliert allgemeiner, dass die Werke der Schöpfung in voller Größe, mit ihrer ihnen entsprechenden Ausstattung und in ihrer charakteristischen Form geschaffen worden seien. Diese Aussage gehört zur rabbinischen Auslegung und geht über den unmittelbaren Wortlaut hinaus.
Sforno liest die Artenordnung funktional und betont, dass die verschiedenen Tiergruppen jeweils diejenigen Fähigkeiten und Wahrnehmungsweisen erhalten, die ihrer spezifischen Lebensform entsprechen. Vielfalt bedeutet damit auch funktionale Differenzierung.
Die Septuaginta gibt den Vers sehr eng wieder: καὶ ἐποίησεν ὁ θεός, „und Gott machte“, gefolgt von Wildtieren, Vieh und Kriechgetier κατὰ γένος, „nach Art/Gattung“.
Die griechische Übersetzung verwendet für die Wildtiere θηρία, für Vieh κτήνη und für Kriechtiere ἑρπετά. Sie überträgt damit die drei hebräischen Kategorien in entsprechende griechische Lebensweltbegriffe.
Die Nova Vulgata formuliert Et fecit Deus bestias terrae ... et iumenta ... et omne reptile terrae. Die lateinischen Wörter species und genus in der Artenformel wurden für die spätere europäische Wissenschaftssprache bedeutsam, besitzen hier jedoch noch keinen modernen taxonomischen Sinn.
Basilius von Caesarea versteht die Landtierwelt als Ausdruck einer durch Gottes Befehl in Gang gesetzten Naturordnung. Für ihn bleibt Gottes Schöpferwort in der Generationenfolge wirksam. Seine konkreten zoologischen Vorstellungen sind spätantik, doch seine Grundfrage nach göttlicher und natürlicher Wirksamkeit entsteht unmittelbar aus Genesis 1,24–25.
Augustinus entwickelt denselben Zusammenhang in philosophisch anderer Form. Gott schafft Naturen mit realen Möglichkeiten und Ursachen; daraus können später konkrete Geschöpfe hervorgehen. Diese Vorstellung darf nicht mit moderner Evolutionstheorie gleichgesetzt werden.
Theophilus von Antiochien bemerkt das Fehlen eines ausdrücklichen Segens für die Landtiere und deutet es christologisch-anthropologisch auf die besondere Stellung des anschließend geschaffenen Menschen. Andere Traditionen erklären dieselbe literarische Besonderheit anders.
Thomas von Aquin ordnet Genesis 1,25 in die Ausschmückung der Erde am sechsten Tag ein und betont, dass auch gefährliche oder dem Menschen scheinbar unnütze Tiere für die Vollkommenheit des gesamten Kosmos Bedeutung besitzen können.
Diese Wirkungsgeschichte unterstreicht eine bereits im hebräischen Vers erkennbare Pointe: Gottes „gut“ orientiert sich nicht ausschließlich am unmittelbaren menschlichen Nutzen.
Die Gutheißung ist zugleich lokal und vorbereitend. Die Landtierwelt ist gut für sich; wenig später wird Gott die gesamte Schöpfung einschließlich des Menschen als „sehr gut“ ansehen. Die Gesamtbewertung setzt sich aus bereits positiv bewerteten Teilbereichen zusammen.
Genesis 1,25 begründet damit eine umfassende Theologie der terrestrischen Mitwelt. Wilde Tiere, Vieh und bodennahe Kleintiere besitzen unterschiedliche Lebensweisen und unterschiedliche Beziehungen zum Menschen, aber denselben göttlichen Ursprung.
Der Mensch wird im folgenden Vers besonders hervorgehoben, doch er tritt nicht aus einem wertlosen Naturhintergrund hervor. Er tritt in eine Welt ein, die Gott bereits geschaffen, geordnet und gut genannt hat.
Der zentrale theologische Satz des Verses lässt sich deshalb so zusammenfassen: Die Vielfalt des tierischen Lebens auf der Erde ist nicht bloß vorhanden; sie ist von Gott gemacht, geordnet und positiv beurteilt. Noch bevor der Mensch seine Aufgabe erhält, besteht die Erde bereits als gute Gemeinschaft unterschiedlicher lebender Geschöpfe.
Externe Quellen und weiterführende Literatur
Sefaria – Genesis 1,25 – masoretischer hebräischer Text und jüdische Kommentierungen.
Sefaria – Genesis 1,24–25 – Befehl und Ausführung der Landtierschöpfung.
Sefaria – Genesis 1,24–31 – vollständiger sechster Schöpfungstag.
Sefaria – Raschi zu Genesis 1,25 – Kommentar zu וַיַּעַשׂ und der ursprünglichen Vollgestalt der Geschöpfe.
Sefaria – Chullin 60a – talmudische Tradition über die Vollgestalt, Ausstattung und charakteristische Form der Schöpfungswerke.
Sefaria – Sforno zu Genesis 1,25 – klassische jüdische Auslegung der artspezifischen Ausstattung der Landtiere.
Sefaria – Genesis 2,19 – Formung der Tiere aus dem Erdboden in der zweiten Schöpfungsdarstellung.
Sefaria – Genesis 6,20 – Tiergruppen „nach ihrer Art“ in der Archeerzählung.
Sefaria – Genesis 7,14 – Wildtiere, Vieh, Kriechtiere und Vögel nach ihren Arten.
Sefaria – Genesis 9,10 – Einbeziehung der Tierwelt in den Noahbund.
Sefaria – Hiob 12,7–10 – Tiere, Erde und Fische als Zeugen göttlicher Schöpfermacht.
Sefaria – Psalm 104,20–24 – poetische Darstellung der Landtierwelt und der Vielfalt der Werke Gottes.
Septuaginta – Genesis 1 – griechische Fassung mit καὶ ἐποίησεν ὁ θεός, θηρία, κτήνη und ἑρπετά.
New Advent – Genesis 1 – griechisch-lateinische Parallelüberlieferung des Verses.
Nova Vulgata – Genesis 1 – offizielle lateinische Fassung: „Et fecit Deus bestias terrae ...“.
Basilius von Caesarea – Hexaemeron, Homilie IX – ausführliche patristische Auslegung der Landtiere des sechsten Tages und der fortwirkenden Naturordnung.
Augustinus – De civitate Dei XI – Einordnung der Landtiere und des Menschen in den sechsten Schöpfungstag.
Augustinus – De civitate Dei XII – Gott als alleiniger Ursprung der inneren Form und des Lebens geschaffener Wesen.
Augustinus – Brief 166 – Reflexion über Geschöpfe, die Gott aus bereits geschaffenen Naturen wie Erde und Wasser hervorbringt.
Theophilus von Antiochien – Ad Autolycum II – frühchristliche Auslegung des sechsten Tages und des fehlenden ausdrücklichen Landtiersegens.
Thomas von Aquin – Summa theologiae I, q. 72 – ausführliche scholastische Behandlung des sechsten Schöpfungstages, der Tierkategorien und der Güte auch gefährlicher Geschöpfe.
Yale Bible Study – Creation – wissenschaftliche Einführung in Struktur und Theologie von Genesis 1.
Yale Bible Study – Genesis Introduction – historisch-kritische Einordnung der Genesis und ihrer Schöpfungstraditionen.