Aasblume
Aasblume ist eine botanische Bezeichnung für eine Blume beziehungsweise Blütenpflanze, deren Blüte oder Blütenstand einen an Aas, verwesendes Fleisch oder andere faulende organische Stoffe erinnernden Geruch erzeugt und dadurch vor allem Fliegen, Aaskäfer oder andere an Kadavern orientierte Insekten anlockt. Der Ausdruck bezeichnet keine einheitliche botanische Verwandtschaftsgruppe, sondern eine blütenökologische Erscheinungsform, die bei verschiedenen, stammesgeschichtlich weit voneinander entfernten Pflanzengruppen unabhängig entstanden ist. Besonders bekannt sind Stapelien der Gattung Stapelia, doch auch Vertreter von Arum, Amorphophallus, Rafflesia, Ceropegia, Aristolochia und weiteren Gattungen können als Aasblumen bezeichnet werden. Grammatisch ist Aasblume ein feminines Substantiv: die Aasblume, Genitiv der Aasblume, Plural die Aasblumen.
Lexikon
Der Ausdruck Aasblume beschreibt in erster Linie eine besondere Form der Bestäubungsökologie. Entscheidend ist nicht die botanische Abstammung der Pflanze, sondern die Art und Weise, wie ihre Blüte oder ihr Blütenstand bestimmte Insekten anzieht. Aasblumen imitieren mit chemischen, optischen und teilweise thermischen Signalen Eigenschaften eines Tierkadavers, faulenden Fleisches, von Kot oder anderer organischer Zersetzungsmaterie. Für Insekten, die solche Substrate normalerweise zur Nahrungsaufnahme oder Eiablage aufsuchen, können die Pflanzen dadurch wie ein geeigneter Brut- oder Nahrungsplatz wirken.
Der Name Aasblume ist deshalb kein Taxon. Es gibt weder eine botanische Familie noch eine Ordnung der „Aasblumen“. Pflanzen mit dieser Bestäubungsstrategie treten in mehreren voneinander unabhängigen Linien der Bedecktsamer auf. Die ähnliche ökologische Funktion ihrer Blüten ist ein Beispiel für konvergente Evolution: Ähnliche Bestäuber und ähnliche ökologische Anforderungen haben bei nicht eng verwandten Pflanzen vergleichbare Merkmale hervorgebracht.
Im allgemeinen deutschen Sprachgebrauch wird Aasblume allerdings häufig enger verwendet und besonders mit den Stapelien der Gattung Stapelia verbunden. Mehrere Arten dieser sukkulenten Pflanzen werden im Deutschen ausdrücklich Aasblumen genannt. Dazu gehören unter anderem Stapelia hirsuta, Stapelia gigantea, Stapelia grandiflora und Stapelia asterias.
Diese engere Verwendung darf nicht mit der allgemeineren blütenökologischen Bedeutung verwechselt werden. Eine Stapelie kann eine Aasblume sein, doch nicht jede Aasblume ist eine Stapelie. Auch ein Aronstab, eine Rafflesia oder bestimmte Osterluzeien können aufgrund ihrer Bestäubungsstrategie als Aasblumen bezeichnet werden.
Besonders auffällig ist bei vielen Aasblumen der Blütenduft. Für den Menschen wirkt er häufig faulig, fleischartig, schweflig, fäkal oder allgemein unangenehm. Für die eigentlichen Zielorganismen besitzt derselbe Geruch jedoch eine völlig andere biologische Bedeutung. Eine Schmeißfliege, Fleischfliege oder ein aasbesuchender Käfer kann bestimmte Duftstoffe als Hinweis auf eine potenzielle Nahrungs- oder Eiablageressource wahrnehmen.
Die Pflanze nutzt damit ein bereits bestehendes sensorisches und verhaltensbiologisches System des Insekts. Das Tier hat sich nicht entwickelt, um Blüten zu bestäuben, sondern um Kadaver oder andere geeignete Substrate zu finden. Die Aasblume erzeugt Signale, die dieses Suchverhalten auslösen.
Dieses Prinzip wird als Mimikry beziehungsweise genauer als Täuschbestäubung oder Brutplatzmimikry bezeichnet. Die Pflanze ahmt einen Ort nach, an dem das Insekt normalerweise Nahrung finden oder Eier ablegen könnte, obwohl eine entsprechende Ressource tatsächlich nicht vorhanden ist.
In vielen Fällen erhält der angelockte Besucher deshalb keine mit seinem ursprünglichen Suchmotiv übereinstimmende Belohnung. Eine Fliege, die eine nach verwesendem Fleisch riechende Blüte anfliegt, findet dort keinen echten Tierkadaver, kann aber beim Umherlaufen an Pollen gelangen und diesen zur nächsten Blüte transportieren.
Die Bezeichnung Täuschblume hebt genau diesen Sachverhalt hervor. Das Insekt reagiert auf Signale einer vermeintlichen Ressource, während die Pflanze durch seinen Besuch ihre eigene Fortpflanzung fördert.
Bei bestimmten Arten versuchen Fliegen sogar, Eier auf der Blüte abzulegen. Solche Beobachtungen sind beispielsweise von Stapelien bekannt. Die Eier befinden sich dann auf einer Oberfläche, die zwar wie ein geeigneter Brutplatz riecht oder aussieht, den schlüpfenden Larven aber nicht dieselben Bedingungen bietet wie echtes verwesendes Fleisch.
Die Täuschung beruht nicht allein auf Geruch. Viele Aasblumen besitzen eine rötliche, purpurfarbene, braune oder dunkel gefleckte Oberfläche, die an rohes, verletztes oder verwesendes Fleisch erinnert. Dadurch werden olfaktorische und visuelle Reize miteinander kombiniert.
Bei zahlreichen Stapelien ist die Blütenoberfläche zudem behaart. Die Haare können zusammen mit Färbung, Oberflächenstruktur und Geruch den Eindruck eines Tierkörpers beziehungsweise einer verwesenden organischen Oberfläche verstärken.
Manche Arten besitzen helle oder weißliche Flecken und Strukturen, die optisch an Pilzbewuchs oder Zersetzungserscheinungen erinnern können. Solche Merkmale müssen nicht für jede Art dieselbe Funktion besitzen, zeigen aber, wie komplex die Gesamtsignale aasimitierender Blüten sein können.
Die chemische Seite dieser Mimikry ist besonders gut untersucht. Aasgeruch ist kein einzelner Stoff, sondern ein Gemisch zahlreicher flüchtiger organischer Verbindungen. Auch Aasblumen erzeugen artspezifische Gemische unterschiedlicher Moleküle.
Besonders häufig treten bei aasimitierenden Blüten schwefelhaltige Verbindungen auf. Zu den bekanntesten gehören Dimethyldisulfid, kurz DMDS, und Dimethyltrisulfid, kurz DMTS.
Diese Stoffe sind deshalb biologisch besonders wirkungsvoll, weil sie auch bei der mikrobiellen Zersetzung tierischen Materials entstehen beziehungsweise mit entsprechenden Geruchsbildern verbunden sind. Für bestimmte Aasinsekten können sie zuverlässige Hinweise auf einen möglichen Kadaver darstellen.
Bei Rafflesia cantleyi bilden Dimethyldisulfid und Dimethyltrisulfid wesentliche Bestandteile des Blütendufts. Untersuchungen zeigen, dass bestimmte Schmeißfliegen auf diese Duftkomponenten reagieren und als wirksame Pollenüberträger auftreten können.
Auch beim Titanenwurz Amorphophallus titanum tragen schwefelhaltige Verbindungen wesentlich zu dem berüchtigten Geruch nach verwesendem Fleisch bei. Der Geruch verändert sich während des kurzen Blühvorgangs und besteht aus mehreren Komponenten, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten in verschiedener Konzentration freigesetzt werden.
Damit ahmt eine Aasblume nicht notwendig den Geruch eines Kadavers vollkommen und unverändert nach. Entscheidend ist vielmehr, dass bestimmte Schlüsselreize vorhanden sind, auf die die Zielinsekten besonders empfindlich reagieren.
Dies kann sogar zu einer erstaunlichen Spezialisierung führen. Eine Pflanze muss nicht sämtliche Insekten anlocken, die echtes Aas besuchen. Ihr Duftgemisch kann bestimmte Gruppen oder sogar besonders geeignete Arten stärker ansprechen als andere.
Die Aasblume ist damit nicht einfach eine Pflanze, die zufällig unangenehm riecht. Der Geruch ist funktional in ein Bestäubungssystem eingebettet. Seine Produktion kostet die Pflanze Stoffwechselenergie und steht in räumlichem und zeitlichem Zusammenhang mit der Fortpflanzungsphase.
Bei einigen Aasblumen werden Duftstoffe in spezialisierten Gewebebereichen produziert, die als Osmophore bezeichnet werden. Ein Osmophor ist ein Blütenorgan beziehungsweise ein Gewebebereich, der besonders stark Duftstoffe bildet und freisetzt.
Die Lage solcher Duftdrüsen kann dazu beitragen, den Geruch genau dort zu konzentrieren, wo der anfliegende Bestäuber landen, entlanglaufen oder in eine Blütenstruktur eindringen soll.
Bei verschiedenen Aronstabgewächsen tritt zusätzlich Thermogenese auf. Bestimmte Teile des Blütenstandes können ihre Temperatur deutlich über die Umgebungstemperatur erhöhen.
Diese Wärmeproduktion besitzt mehrere mögliche Funktionen. Sie kann die Verdunstung und Verteilung flüchtiger Duftstoffe verstärken und damit die Reichweite des Geruchssignals erhöhen. Gleichzeitig kann die Erwärmung selbst Bestandteil der Nachahmung eines biologisch aktiven beziehungsweise zersetzenden Substrates sein.
Ein bekanntes Beispiel ist Amorphophallus titanum. Der riesige Blütenstand entwickelt während der Blüte erhebliche Wärme und setzt einen starken Geruch frei, dessen Charakter an verwesendes Fleisch erinnert.
Der Titanenwurz wird deshalb im populären Sprachgebrauch häufig als „Leichenblume“ oder im weiteren Sinn als Aasblume beschrieben. Botanisch handelt es sich jedoch nicht um eine einzelne riesige Blüte, sondern um einen außerordentlich großen Blütenstand aus zahlreichen kleinen Einzelblüten.
Diese Unterscheidung ist wichtig, weil das allgemeinsprachliche Grundwort Blume nicht mit dem botanischen Begriff Blüte identisch ist. Eine Aasblume kann im gewöhnlichen Sprachgebrauch die gesamte Pflanze meinen, während der aasartige Geruch tatsächlich von einer Blüte oder einem Blütenstand ausgeht.
Das gleiche Problem zeigt sich bei Rafflesia arnoldii. Diese parasitische Pflanze bildet eine einzelne, außerordentlich große Blüte, die nach verrottendem Fleisch riecht und dadurch aasbesuchende Fliegen und Käfer anzieht.
Rafflesia arnoldii unterscheidet sich morphologisch fundamental von einer Stapelie. Sie besitzt keine gewöhnlichen sichtbaren grünen Sprosse und Blätter, sondern lebt als vollständig parasitische Pflanze im Gewebe ihrer Wirtspflanze und wird äußerlich vor allem durch die große Blüte sichtbar.
Dass sowohl Rafflesia als auch Stapelia als Aasblumen bezeichnet werden können, zeigt besonders deutlich, dass es sich nicht um eine systematische Kategorie handelt. Ihre Gemeinsamkeit besteht in der Bestäubungsstrategie, nicht in enger Verwandtschaft oder identischem Körperbau.
Die Stapelien gehören zur Unterfamilie der Seidenpflanzengewächse innerhalb der Familie Hundsgiftgewächse (Apocynaceae). Sie sind überwiegend sukkulente Pflanzen des südlichen beziehungsweise tropischen Afrikas.
Ihre fleischigen, meist kantigen grünen Sprosse erinnern äußerlich an Kakteen, obwohl Stapelien keine Kakteen sind. Diese Ähnlichkeit beruht ebenfalls auf konvergenter Anpassung an trockene Lebensräume.
Die Blätter sind bei vielen Stapelien stark reduziert. Die grünen Sprosse übernehmen einen wesentlichen Teil der Photosynthese und speichern Wasser.
Die Blüten entstehen häufig in Bodennähe. Diese Position kann für aasbesuchende Insekten günstig sein, die gewöhnlich Kadaver auf dem Boden suchen.
Viele Stapelien besitzen fünfstrahlige, sternförmige Blüten. Daraus erklärt sich ein weiterer deutscher Name, Ordensstern, der sich auf die äußerliche Ähnlichkeit mit einem sternförmigen Orden beziehungsweise Abzeichen bezieht.
Die Blütenfarbe reicht je nach Art von gelblichen und bräunlichen bis zu dunkelroten oder purpurfarbenen Tönen. Flecken, Querlinien, Haare und andere Oberflächenstrukturen erzeugen ein visuell komplexes Erscheinungsbild.
Bei Stapelia gigantea können die Blüten außergewöhnlich groß werden. Ihr Geruch nach zersetzendem Fleisch lockt vor allem Fliegen an, die auf der Suche nach geeigneten Brutsubstraten sind.
Stapelia hirsuta zeigt besonders deutlich die Kombination aus rötlich-purpurner Blütenfarbe, Behaarung und aasartigem Geruch. Auch sie wird im Deutschen ausdrücklich als Aasblume bezeichnet.
Eine weitere bekannte Pflanze ist Orbea variegata, die früher häufig unter dem Namen Stapelia variegata geführt wurde. Auch sie trägt deutsche Trivialnamen wie Aasblume und Ordensstern.
Diese taxonomische Geschichte erklärt, weshalb ältere Gartenliteratur verschiedene heute anderen Gattungen zugeordnete Pflanzen unter Stapelia beziehungsweise allgemein unter Aasblumen zusammenfasst.
Für historische Pflanzenbestimmungen ist deshalb Vorsicht erforderlich. Ein älteres Etikett „Aasblume“ erlaubt nicht ohne zusätzliche morphologische oder nomenklatorische Angaben die sichere Zuordnung zu einer heutigen Art.
Eine weitere wichtige Gruppe bilden die Aronstabgewächse (Araceae). Bei ihnen besteht der auffällige Blütenstand typischerweise aus einem Kolben und einem ihn teilweise umgebenden Hochblatt, der sogenannten Spatha.
Beim heimischen beziehungsweise europäischen Aronstab Arum werden kleine Insekten durch Geruch angelockt. Bestimmte Arten besitzen kesselförmige Blütenstände, in denen die Besucher vorübergehend festgehalten werden.
Solche Konstruktionen werden als Kesselfallenblumen oder Gleitfallenblumen bezeichnet. Das Insekt gelangt in einen unteren Bereich des Blütenstandes und kann ihn zeitweise nicht ohne Weiteres verlassen.
Während seines Aufenthalts kann es Pollen von einer zuvor besuchten Pflanze auf empfängliche weibliche Blüten übertragen. Später wird der Ausgang wieder möglich, und das Tier kann beim Verlassen neuen Pollen aufnehmen.
Auf diese Weise wird das Verhalten des Insekts räumlich und zeitlich so gesteuert, dass die Wahrscheinlichkeit einer Fremdbestäubung steigt.
Nicht jede Aasblume arbeitet jedoch als Falle. Stapelien beispielsweise locken Fliegen vor allem durch Geruch und visuelle Signale auf eine offen zugängliche Blüte. Das übergeordnete Prinzip der Aasimitation kann deshalb mit sehr unterschiedlichen Blütenmechanismen kombiniert sein.
Der botanische Fachbegriff Sapromyophilie bezeichnet eine Form der Fliegenbestäubung, bei der Blüten Merkmale faulender organischer Stoffe nachahmen. Das Element myophil verweist dabei auf Fliegen als Bestäuber.
Das sogenannte sapromyophile Bestäubungssyndrom umfasst häufig eine Kombination aus dunkler oder grünlich-bräunlicher Färbung, starkem unangenehmem Geruch, fehlender gewöhnlicher Nektarbelohnung und einer Anziehung von Fliegen, die sonst Aas, Kot oder andere Zersetzungsmaterialien aufsuchen.
Der Begriff Syndrom darf hier nicht medizinisch verstanden werden. In der Bestäubungsbiologie bezeichnet ein Bestäubungssyndrom eine wiederkehrende Kombination von Merkmalen, die mit bestimmten Bestäubergruppen zusammenhängt.
Allerdings sind solche Syndrome keine starren Gesetze. Eine einzelne Aasblume kann von mehreren Insektenarten besucht werden, und nicht jeder Besucher trägt tatsächlich zur Bestäubung bei.
Die Unterscheidung zwischen Blütenbesucher und Bestäuber ist deshalb wichtig. Ein Insekt kann von einer Blüte angelockt werden, ohne Pollen wirksam zwischen reproduktiv kompatiblen Blüten zu übertragen.
Erst wenn der Besucher regelmäßig Pollen aufnimmt und auf empfängliche Narben einer anderen Blüte überträgt, erfüllt er tatsächlich eine Bestäuberfunktion.
Bei manchen Aasblumen ist das Verhältnis überraschend spezialisiert. Bestimmte Duftprofile können aus der Vielzahl aasbesuchender Insekten gerade jene Arten herausfiltern, deren Körpergröße, Verhalten und Aktivitätszeit besonders gut zum Blütenbau passen.
Damit zeigt sich, dass ein für Menschen scheinbar grober Reiz wie „Aasgeruch“ chemisch und biologisch hoch differenziert sein kann. Unterschiedliche Insektenarten reagieren auf unterschiedliche Bestandteile, Mengenverhältnisse und Kombinationen flüchtiger Stoffe.
Auch die zeitliche Freisetzung des Geruchs ist relevant. Manche Blüten produzieren ihre intensivsten Duftsignale nur während bestimmter Stunden oder während eines bestimmten reproduktiven Stadiums.
Beim Titanenwurz verändert sich beispielsweise das Geruchsprofil im Verlauf der Blüte. Solche zeitlichen Veränderungen können mit der Reife weiblicher und männlicher Blütenbereiche sowie mit der Aktivität bestimmter Bestäuber zusammenhängen.
Die Pflanze vermeidet dadurch möglicherweise unnötigen Energieaufwand und konzentriert ihre Signale auf den Zeitraum, in dem ein Insektenbesuch für die Fortpflanzung besonders wertvoll ist.
Bei einigen Aronstabgewächsen wirkt die bereits erwähnte Thermogenese zusätzlich wie ein Verstärker des Duftsignals. Erwärmte Blütengewebe geben flüchtige Moleküle schneller an die Umgebung ab.
Dieser Mechanismus ist besonders in feuchtwarmer, wenig bewegter Luft von Vorteil, wo eine stärkere Erwärmung die Ausbreitung der Geruchsstoffe verbessern kann.
Die Wärmeproduktion von Pflanzen ist biochemisch bemerkenswert, weil dabei gespeicherte chemische Energie gezielt als Wärme freigesetzt wird, anstatt vollständig in energiereiche Zellverbindungen überführt zu werden.
Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Aasblume thermogen ist. Wärmeentwicklung ist ein zusätzliches Merkmal bestimmter Pflanzengruppen, besonders innerhalb einiger Aronstabgewächse.
Ebenso wenig riecht jede Aasblume für den Menschen gleich. Beschreibungen reichen von verwesendem Fleisch über fauligen Fisch und Schwefel bis zu Kot, Käse oder anderen Fermentations- und Zersetzungsgerüchen.
Der Sammelbegriff Aasgeruch vereinfacht diese chemische Vielfalt. Er benennt vor allem die menschliche Ähnlichkeitswahrnehmung und die ökologische Funktion gegenüber aasorientierten Insekten.
Auch der Ausdruck Aasfliege ist kein Hinweis auf eine einzige Bestäuberart. Verschiedene Fliegenfamilien können auf Kadaver spezialisiert oder regelmäßig an ihnen anzutreffen sein, darunter insbesondere Schmeißfliegen und Fleischfliegen.
Daneben können Aaskäfer, Stutzkäfer und andere Insekten auf entsprechende Signale reagieren. Der deutsche Name Aasblume darf deshalb nicht so verstanden werden, als würden ausschließlich Fliegen beteiligt.
Die Bestäubungsstrategie besitzt einen bemerkenswerten evolutionären Vorteil: Die Pflanze muss nicht notwendigerweise große Mengen energiereichen Nektars bereitstellen, wenn sie Bestäuber durch Täuschung anlocken kann.
Diese Strategie bringt jedoch auch Kosten mit sich. Insekten können lernen, dass eine bestimmte Blüte keine erwartete Ressource bietet, oder nach einem erfolglosen Besuch ähnliche Blüten meiden. Deshalb können Variation im Duft, räumliche Verteilung und kurze Blühzeiten für täuschende Systeme von Vorteil sein.
Bei Brutplatzmimikry kommt hinzu, dass besonders Weibchen angelockt werden können, die aktiv nach einem Ort für die Eiablage suchen. Für die Pflanze kann dies effizienter sein als die bloße Anziehung zufälliger Nahrungsgäste.
Ein auf die Blüte gelegtes Fliegenei beweist dabei nicht, dass die Pflanze dem Insekt tatsächlich einen geeigneten Entwicklungsplatz bereitstellt. Gerade das vergebliche Eiablageverhalten zeigt vielmehr, wie überzeugend das chemische und optische Signal sein kann.
Die Aasblume ist damit ein anschauliches Beispiel dafür, dass menschliche ästhetische Kategorien für die Evolution von Blüten keine maßgebliche Rolle spielen. Eine Blüte muss nicht angenehm duften oder leuchtend bunt erscheinen, um für ihre Bestäuber höchst wirksam zu sein.
Was ein Mensch als widerwärtigen Gestank empfindet, kann für eine Fliege ein starkes Informationssignal über Nahrung oder Fortpflanzungsmöglichkeiten darstellen.
Auch die häufig mit Blumen verbundene Vorstellung eines angenehmen Duftes wird durch den Begriff Aasblume sprachlich geradezu umgekehrt. Das Grundwort Blume ruft kulturell oft positive Vorstellungen hervor, während das Bestimmungswort Aas- einen ausgesprochen negativen menschlichen Geruchseindruck bezeichnet.
Diese semantische Spannung macht den deutschen Namen besonders anschaulich. Er beschreibt keine botanische Schönheitseigenschaft, sondern unmittelbar die ungewöhnliche olfaktorische Strategie der Pflanze.
In der Gartenkultur werden insbesondere Stapelien wegen ihrer auffälligen Blüten gesammelt. Trotz ihres Geruchs sind sie als Sukkulenten von botanischem und horticulturellem Interesse.
Die Stärke des Geruchs unterscheidet sich zwischen Arten und individuellen Blüten erheblich. Nicht jede als Aasblume bezeichnete Stapelie verbreitet über große Entfernungen einen gleich intensiven Gestank.
Auch Temperatur und Luftbewegung beeinflussen die menschliche Wahrnehmung. Wärme kann die Freisetzung flüchtiger Stoffe erhöhen, während Luftströmungen Geruch rasch verteilen oder verdünnen.
Stapelien benötigen aufgrund ihrer sukkulenten Wuchsweise grundsätzlich Bedingungen, die Staunässe vermeiden. Ihre genaue Kultur hängt jedoch von Art, Jahreszeit, Temperatur und Wachstumsphase ab und ist nicht aus der Bezeichnung Aasblume abzuleiten.
Besonders wichtig ist die botanische Abgrenzung von Kakteen. Viele Stapelien sehen aufgrund ihrer verdickten, blattarmen Sprosse kaktusähnlich aus, gehören aber zur Familie der Hundsgiftgewächse und nicht zu den Kakteengewächsen.
Bezeichnungen wie „Aaskaktus“ oder „Ordenskaktus“ können daher gärtnerisch oder volkstümlich vorkommen, sind systematisch aber irreführend, wenn daraus eine Zugehörigkeit zur Familie Cactaceae abgeleitet wird.
Die Ähnlichkeit zwischen Stapelien und Kakteen ist ein klassisches Beispiel für Anpassung an Trockenheit: Wasserspeichernde Sprosse, reduzierte Blätter und kompakte Wuchsformen können in verschiedenen Pflanzenfamilien unabhängig entstehen.
Die Rafflesien zeigen dagegen eine völlig andere Lebensweise. Sie sind Parasiten anderer Pflanzen, besitzen keine normalen grünen Blätter und sind hinsichtlich ihres vegetativen Körpers äußerlich kaum sichtbar.
Ihre riesigen Blüten und ihr Aasgeruch führten dennoch zu derselben funktionalen deutschen Bezeichnung Aasblume. Das unterstreicht erneut den ökologischen und nicht taxonomischen Charakter des Wortes.
Eine weitere bekannte aasimitierende Pflanze ist Helicodiceros muscivorus, die wegen ihres intensiven Geruchs und ihrer dunklen Blütenstandsfärbung gelegentlich als besonders ausgeprägtes Beispiel der Aasmimikry behandelt wird.
Auch mehrere Arten der Gattung Ceropegia besitzen raffinierte Fliegenbestäubungssysteme. Manche bilden röhren- beziehungsweise fallenartige Blüten, in denen Insekten vorübergehend festgehalten werden.
Die in diesem Zusammenhang auftretenden Pflanzen zeigen, dass die Bezeichnung Aasblume eine ganze Funktionsgruppe verschiedener blütenökologischer Strategien zusammenfassen kann, ohne dass sämtliche Vertreter in allen Einzelmerkmalen übereinstimmen.
Eine Aasblume muss deshalb nicht notwendigerweise sämtliche klassischen Merkmale besitzen. Einige Arten ahmen hauptsächlich den Geruch nach, andere kombinieren Geruch mit Färbung, Behaarung, Wärmeentwicklung oder Fallenmechanismen.
Auch die Grenze zwischen Aas- und Kotmimikry kann fließend sein. Viele Insekten besuchen sowohl Kadaver als auch Kot oder andere faulende organische Substrate. Entsprechend können Pflanzen Duftstoffe produzieren, die nicht ausschließlich einem einzigen natürlichen Modell entsprechen.
Der blütenökologische Oberbegriff sollte daher nicht übermäßig eng definiert werden. Entscheidend ist die funktionale Nachahmung von Zersetzungs- beziehungsweise Brutplatzsignalen zur Anlockung geeigneter Insekten.
Grammatisch ist Aasblume feminin, weil das Grundwort Blume feminin ist. Die Singularformen lauten die Aasblume, der Aasblume, der Aasblume, die Aasblume.
Der Plural lautet die Aasblumen; entsprechend heißt es im Dativ Plural den Aasblumen.
Die Aussprache lautet [ˈaːsbluːmə]. Die Worttrennung ist Aas|blu|me.
Das Wort ist vollständig zusammengeschrieben. Die Form Aas-Blume ist im gewöhnlichen Gebrauch nicht erforderlich, und eine Getrenntschreibung Aas Blume entspricht nicht der standardsprachlichen Wortbildung.
Anders als bei Aasee oder Aaschlucht ist das Erstglied hier tatsächlich Aas. Die Wortgliederung lautet eindeutig Aas + Blume.
Auch mit dem Aasrücken bei Hohenstaufen besteht keine sachliche Beziehung. Aasblume ist ein allgemeiner botanischer Ausdruck und kein Flurname des Stauferlandes.
Die Angabe „bei Hohenstaufen“ gehört deshalb nicht in einen Lexikonartikel über Aasblume.
Etymologie
Aasblume ist ein transparentes deutsches Determinativkompositum aus Aas und Blume. Die unmittelbare Wortbedeutung lautet „Blume, die nach Aas riecht beziehungsweise Aas nachahmt“.
Die morphologische Struktur lautet Aas + Blume → Aasblume. Das Grundwort Blume bestimmt Wortart, grammatisches Geschlecht und grundlegende Sachklasse. Da es die Blume heißt, lautet auch die Zusammensetzung die Aasblume.
Das Bestimmungswort Aas- charakterisiert die Blume nach ihrem Geruch beziehungsweise ihrer ökologischen Nachahmung eines Tierkadavers. Zwischen beiden Bestandteilen steht kein besonderes Fugenelement.
Das s ist bereits Bestandteil des selbständigen Wortes Aas. Die Bildung lautet deshalb nicht etwa Aa + s + Blume, sondern eindeutig Aas + Blume.
Das erste Wortglied Aas besitzt eine lange Sprachgeschichte. Im heutigen Deutschen bezeichnet es in seiner zoologischen Grundbedeutung einen verendeten Tierkörper beziehungsweise totes tierisches Fleisch.
Im neuhochdeutschen Wort sind ältere Formen zusammengefallen. Althochdeutsch und mittelhochdeutsch āʒ bedeutete „Essen, Speise, Futter“. Daneben bestand mittelhochdeutsch ās für Fleisch, das insbesondere Hunden und Beizvögeln verfüttert wurde, und daraus für Aas im engeren Sinn.
Die Wörter gehören in die historische Familie von essen. Der ältere Bedeutungsbereich war damit weiter als die moderne Bedeutung und umfasste Nahrung, Futter und Fraß allgemein.
Durch eine Bedeutungsverengung spezialisierte sich Aas im Neuhochdeutschen auf totes tierisches Material.
In Aasblume ist gerade diese konkrete moderne Bedeutung wirksam. Die Blüte riecht beziehungsweise erscheint so, dass sie Eigenschaften eines Tierkadavers imitiert.
Anders als bei Aasbande liegt keine menschliche Schimpfwortbedeutung vor. Dort ist Aas- pejorativ auf Menschen übertragen; bei Aasblume bezieht sich das Wort unmittelbar auf den Kadaver beziehungsweise dessen Geruchsbild.
Auch gegenüber Aasfresser, Aasvogel und Aaskäfer besteht ein Bedeutungsunterschied. Bei diesen Wörtern ist Aas Nahrung oder Lebensressource des bezeichneten Tieres. Die Aasblume frisst selbstverständlich kein Aas, sondern ahmt Aas nach.
Das zweite Wortglied Blume ist ebenfalls alt. Mittelhochdeutsch lautet das Wort bluome, althochdeutsch bluoma beziehungsweise bluomo.
Blume ist mit dem Verb blühen verwandt. Beide Wörter gehören zu einem alten germanischen Bedeutungsfeld des Blühens, Schwellens und Hervortretens von Knospen und Blüten.
Das Verb blühen ist mittelhochdeutsch als blüejen beziehungsweise blüen, althochdeutsch als bluojan beziehungsweise bluowen belegt. Die ältere Grundvorstellung wird mit „schwellen, knospen“ verbunden.
Damit besitzt Blume eine deutlich ältere Geschichte als die moderne botanische Fachterminologie. Das Wort bezeichnet im allgemeinen Sprachgebrauch sowohl eine blühende Pflanze als auch deren auffällige Blüte.
Diese Doppelbedeutung lebt auch in Aasblume fort. Das Wort kann die gesamte Pflanze bezeichnen, obwohl die eigentliche Aasimitation biologisch von der Blüte oder dem Blütenstand ausgeht.
Ein botanisch präziser Ausdruck wie aasimitierende Blüte würde den entsprechenden Teil der Pflanze genauer erfassen, besitzt aber nicht dieselbe lexikalische Tradition und Allgemeinverständlichkeit wie Aasblume.
Die Zusammensetzung folgt einem produktiven deutschen Muster, bei dem -blume als Grundwort durch ein Bestimmungswort näher charakterisiert wird. Vergleichbar sind Frühlingsblume, Wiesenblume, Schnittblume oder zahlreiche traditionelle Pflanzennamen.
Bei Aasblume bezeichnet das Erstglied allerdings weder Jahreszeit noch Lebensraum, sondern eine sensorische und ökologische Eigenschaft.
Wörtlich ließe sich die Bildung zunächst als „Aas-Blume“ verstehen. Sachlich präziser bedeutet sie jedoch „Blume mit Aasgeruch“ beziehungsweise „Blume, deren Bestäubung auf der Nachahmung von Aas beruht“.
Dieser Bedeutungsübergang von Aas als realem Objekt zu Aas als Vergleichsmodell ist eine reguläre metonymisch beziehungsweise vergleichend motivierte Wortbildung. Die Pflanze enthält kein Aas; sie besitzt Eigenschaften, die daran erinnern.
Besonders deutlich wird dies beim Synonym Aasfliegenblume. Dort wird nicht der nachgeahmte Gegenstand, sondern die angelockte Insektengruppe ausdrücklich in den Namen aufgenommen.
Der Ausdruck Ekelblume setzt wiederum einen anderen Schwerpunkt. Er beschreibt die menschliche Reaktion auf den unangenehmen Geruch und ist deshalb stärker wertend und anthropozentrisch.
Der engere Name Stapelie besitzt eine vollständig andere Etymologie. Die Gattung Stapelia wurde nach dem niederländischen Arzt und Botaniker Johannes Bodaeus van Stapel benannt.
Wenn Aasblume als Trivialname einer Stapelie verwendet wird, treffen deshalb zwei verschiedene Benennungsprinzipien aufeinander: Stapelie ist ein Eponym nach einer Person, Aasblume eine beschreibende deutsche Bildung nach Geruch und Bestäubungsökologie.
Auch der Name Ordensstern beruht auf einem anderen Merkmal. Er bezieht sich auf die meist sternförmige Erscheinung der Stapelienblüte und nicht auf ihren Geruch.
Die drei Namen können deshalb für bestimmte Pflanzen nebeneinander stehen, ohne etymologisch miteinander verwandt zu sein: Aasblume beschreibt den Geruch, Ordensstern die Form und Stapelie die botanische Gattung beziehungsweise deren eponymische Benennung.
Das englische carrion flower besitzt eine nahezu parallele semantische Struktur. Englisches carrion bedeutet „Aas“, sodass der Name wörtlich ebenfalls „Aasblume“ bedeutet.
Corpse flower wird im Englischen besonders für auffällige Arten wie Rafflesia arnoldii und Amorphophallus titanum gebraucht. Es entspricht eher „Leichenblume“ als dem allgemeinen deutschen Terminus Aasblume und kann je nach Kontext unterschiedliche Arten meinen.
Der wissenschaftlich-blütenökologische Ausdruck Sapromyophilie hat ebenfalls eine andere sprachliche Herkunft. Er ist aus griechischen Wortbestandteilen gebildet und bezeichnet die Bestäubung durch Fliegen, die von faulenden beziehungsweise zersetzenden Substraten angezogen werden.
Aasblume ist dagegen eine einheimische und unmittelbar verständliche deutsche Bildung. Ihre Wortgeschichte benötigt keinen botanischen Fachwortschatz, weil der charakteristische Geruch direkt im Namen bezeichnet wird.
Mit Aasee und Aaschlucht besteht keine entsprechende etymologische Beziehung. Bei diesen geographischen Wörtern lautet das erste Element Aa „Wasserlauf“, während bei Aasblume eindeutig Aas „Tierkadaver“ vorliegt.
Auch zum Aasrücken bei Hohenstaufen besteht kein gesicherter Zusammenhang. Die Herkunft des Erstgliedes dieses Flurnamens ist ungeklärt, während die Wortbildung Aas + Blume vollständig transparent ist.
Die Etymologie lässt sich deshalb knapp zusammenfassen: Aasblume ist eine reguläre Zusammensetzung aus Aas, historisch einem Wort aus dem Bedeutungsbereich „Nahrung, Futter“, später speziell „Tierkadaver“, und Blume, mittelhochdeutsch bluome, althochdeutsch bluoma, verwandt mit blühen. Die Gesamtbedeutung lautet „Blume, deren Blüte durch Geruch und häufig weitere Merkmale Aas nachahmt“.
Synonyme
Aasfliegenblume ist die wichtigste allgemeine bedeutungsnahe Bezeichnung. Das Wort hebt stärker die angelockten Aasfliegen hervor, während Aasblume das nachgeahmte Substrat bezeichnet. In blütenökologischen Darstellungen können beide Wörter weitgehend synonym gebraucht werden.
Ekelblume ist ein historisch beziehungsweise allgemeinsprachlich belegtes Synonym für Pflanzen mit faulig oder aasartig riechenden Blüten. Der Ausdruck ist stärker wertend, weil er unmittelbar die menschliche Empfindung des Geruchs als ekelerregend ausdrückt.
Stapelie kann in einem engeren Gebrauch synonym zu Aasblume erscheinen, wenn ausdrücklich Pflanzen der Gattung Stapelia gemeint sind. Als allgemeines Synonym ist das Wort jedoch ungeeignet, weil zahlreiche Aasblumen nicht zur Gattung Stapelia gehören.
Ordensstern ist ein weiterer Trivialname verschiedener Stapelien und verwandter sukkulenter Pflanzen. Auch dieses Wort ist daher nur in der engeren, auf Stapelien bezogenen Bedeutung mit Aasblume austauschbar.
Ordenskaktus begegnet ebenfalls als volkstümliche Bezeichnung bestimmter Stapelien. Botanisch ist der Name missverständlich, weil Stapelien nicht zu den Kakteengewächsen gehören, sondern zu den Hundsgiftgewächsen.
Leichenblume kann für besonders auffällige aasartig riechende Pflanzen wie Rafflesia arnoldii oder Amorphophallus titanum gebraucht werden. Der Ausdruck überschneidet sich semantisch mit Aasblume, ist aber kein eindeutig deckungsgleiches botanisches Synonym.
Täuschblume bezeichnet eine größere ökologische Kategorie. Eine Aasblume kann eine Täuschblume sein, doch nicht jede Täuschblume imitiert Aas. Andere Pflanzen täuschen beispielsweise Nektar, Pollen, Sexualpartner oder andere Ressourcen vor.
Fallenblume ist ebenfalls kein vollständiges Synonym. Bestimmte Aasblumen, besonders einige Aronstab- und Osterluzeigewächse, halten Bestäuber zeitweise in einer Blütenstruktur fest; zahlreiche andere Aasblumen besitzen jedoch keine solche Falle.
Kesselfallenblume bezeichnet speziell Blüten mit einem kesselartigen Fallenmechanismus. Der Begriff kann beispielsweise bei bestimmten Aronstab-Arten zutreffen, ist aber erheblich enger als Aasblume.
sapromyophile Blume beziehungsweise sapromyophile Blüte ist die fachsprachlich besonders nahe ökologische Umschreibung. Sie bezeichnet eine Blüte, deren Bestäubungssystem auf Fliegen ausgerichtet ist, die von faulenden organischen Stoffen angezogen werden.
Kadaverblume ist als beschreibende Bildung verständlich und entspricht semantisch ungefähr dem englischen carrion flower, ist im Deutschen jedoch weniger fest etabliert als Aasblume.
Als allgemeine lexikographische Synonyme eignen sich daher vor allem Aasfliegenblume und Ekelblume; Stapelie und Ordensstern sind nur bei der engeren Bedeutung für entsprechende sukkulente Pflanzen austauschbar.