Aalschleiche
Lexikon
Aalschleiche ist eine historische deutsche zoologische Bezeichnung für eine langgestreckte, aalförmige beziehungsweise schlangenähnliche Eidechse mit stark verkürzten Gliedmaßen. In der naturkundlichen Literatur des 19. und frühen 20. Jahrhunderts wird der Name besonders auf Tiere der damals als Seps bezeichneten Gruppe bezogen; als charakteristisches Beispiel erscheint Seps chalcidica, das nach heutiger Systematik im Wesentlichen zur Italienischen Erzschleiche Chalcides chalcides gehört. Die moderne zoologische Bezeichnung Italienische Erzschleiche ist deshalb für diesen konkreten historischen Bezug präziser. Aalschleiche ist dagegen ein älterer, beschreibender Name, dessen Umfang in der historischen Literatur nicht immer exakt mit den heutigen Art- und Gattungsgrenzen übereinstimmt.
Der Begriff darf nicht wörtlich zoologisch als eine Form des Aals verstanden werden. Die Aalschleiche ist kein Fisch, sondern ein Reptil aus der Ordnung der Schuppenkriechtiere (Squamata). Das Erstglied Aal- beschreibt ausschließlich die auffällig langgestreckte Körpergestalt. Der Körper ähnelt aufgrund seiner geringen Breite, der starken Längsstreckung und der kleinen, für die Fortbewegung nur noch eingeschränkt wichtigen Beine äußerlich einem Aal beziehungsweise einer Schlange.
In Pierers Universal-Lexikon von 1857 wird Aalschleiche als eigene zoologische Bezeichnung für Seps erklärt. Die Tiere werden dort als Schlangeneidechsen beziehungsweise im damaligen System als Verwandte der Skinke beschrieben. Als zentrale Merkmale werden ein langer dünner Körper, dachziegelartig beziehungsweise schindelartig angeordnete Schuppen und sehr kurze, dünne, weit voneinander entfernte Beine mit drei Zehen genannt. Diese Beschreibung entspricht in wesentlichen Punkten dem Körperbau der heute als Chalcides chalcides bezeichneten dreizehigen Skinke.
Auch zoologische Lehrbücher des späteren 19. Jahrhunderts verwenden Aalschleiche ausdrücklich für Seps chalcidica. Dort erscheint sie neben der Blindschleiche als Beispiel für die fortschreitende Reduktion der Gliedmaßen bei langgestreckten Echsen. Die Aalschleiche besitzt noch vier Beine, doch sind diese sehr klein und jeweils auf drei Finger beziehungsweise Zehen reduziert. Die Blindschleiche hat äußerlich überhaupt keine Beine mehr. Solche Gegenüberstellungen spielten in der älteren vergleichenden Zoologie eine wichtige Rolle, weil sie Übergänge zwischen gewöhnlich vierbeinigen Eidechsen und äußerlich schlangenähnlichen Formen besonders anschaulich machten.
Aus moderner evolutionsbiologischer Sicht handelt es sich dabei allerdings nicht um eine lineare „Stufenleiter“ von der Eidechse zur Schlange. Reduktion oder Verlust von Gliedmaßen ist innerhalb der Squamata mehrfach unabhängig entstanden. Verschiedene Echsenlinien haben einen langgestreckten Körper und verkleinerte Extremitäten entwickelt, ohne deshalb direkte Zwischenformen auf dem Abstammungsweg zu den heutigen Schlangen zu sein. Die ältere Formulierung, Aalschleichen bildeten einen „Übergang zu den Schlangen“, ist daher morphologisch verständlich, phylogenetisch aber nur mit dieser Einschränkung brauchbar.
Das historische Wort Aalschleiche beschreibt gerade diese auffällige Kombination: Das Tier bleibt anatomisch eine Eidechse beziehungsweise ein Skink, wirkt durch den langen Körper und die stark reduzierten Beine jedoch beinahe schlangen- oder aalartig. Das Wort ist deshalb ein klassischer Vergleichsname.
Für die heutige zoologische Einordnung des am häufigsten mit dem historischen Namen verbundenen Tieres ist folgende Hierarchie maßgeblich:
Reptilien → Squamata → Skinke (Scincidae) → Walzenskinke (Chalcides) → Italienische Erzschleiche (Chalcides chalcides).
Chalcides chalcides wurde bereits 1758 von Carl von Linné wissenschaftlich beschrieben, damals unter dem Namen Lacerta chalcides. Die sehr weit gefasste Gattung Lacerta umfasste im linnéischen System zahlreiche Echsen, die später auf verschiedene moderne Familien und Gattungen verteilt wurden.
1768 stellte Josephus Nicolaus Laurenti die Gattung Chalcides auf. Im Verlauf der folgenden Jahrzehnte wechselte die Art mehrfach ihre wissenschaftliche Kombination. Besonders wichtig für die deutsche Bezeichnung Aalschleiche ist die ältere Kombination Seps chalcidica, die in der zoologischen Literatur des 19. Jahrhunderts weit verbreitet war.
Der Name Seps chalcidica geht auf eine ältere Phase der Reptiliensystematik zurück, in der zahlreiche stark verlängerte und kurzbeinige Echsen in der Gattung Seps zusammengefasst wurden. Blasius Merrem behandelte 1820 einen „chalcidischen Seps“ mit vier dreizehigen Füßen und südlicher europäischer Verbreitung. Seine Beschreibung gehört unmittelbar in die wissenschaftsgeschichtliche Tradition, aus der später der deutsche Name Aalschleiche bekannt wurde.
Die alte Gattung Seps entspricht jedoch nicht einer modernen natürlichen Gattung. Der Name wurde von unterschiedlichen Autoren in wechselndem Umfang gebraucht und auf verschiedene langgestreckte Echsen angewandt. Die historische Bezeichnung Aalschleiche = Seps darf deshalb nicht mechanisch in die moderne zoologische Systematik übertragen werden.
Gerade die Geschichte des Namens zeigt, wie stark ältere zoologische Klassifikationen durch sichtbare Körpermerkmale bestimmt waren. Langgestreckte Echsen mit kleinen Beinen erschienen einander sehr ähnlich und wurden deshalb häufig gemeinsam behandelt. Moderne Systematik berücksichtigt dagegen zusätzlich detaillierte Anatomie, Entwicklungsgeschichte und molekulargenetische Verwandtschaftsdaten.
Die heute mit dem historischen Namen besonders eng verbundene Italienische Erzschleiche besitzt einen ausgesprochen langgestreckten, nahezu walzenförmigen Körper. Erwachsene Tiere können einschließlich des Schwanzes mehrere Dezimeter Länge erreichen. Die Körperbreite bleibt im Verhältnis dazu gering, wodurch die ausgeprägte Aalform beziehungsweise Schlangenform entsteht.
Die vier Gliedmaßen sind stark verkleinert. Jede Extremität besitzt nur drei kleine Finger beziehungsweise Zehen. Die Beine sind bei der schnellen Fortbewegung durch Gras von geringer Bedeutung; das Tier bewegt sich wesentlich durch wellenförmige Bewegungen des Rumpfes vorwärts. Dadurch entsteht der Eindruck, es „schwimme“ regelrecht durch die Vegetation.
Gerade dieses Bewegungsmuster erklärt den Namen Aalschleiche ebenso gut wie die reine Körperform. Ein Aal bewegt sich durch seitliche Körperwellen; die Aalschleiche nutzt in dichter Vegetation ebenfalls starke seitliche Rumpfbewegungen. Die Ähnlichkeit betrifft damit nicht nur einen statischen Umriss, sondern auch den wahrgenommenen Bewegungsstil.
Trotzdem sind die Bewegungsmechanismen biologisch nicht gleichzusetzen. Der Aal ist ein aquatischer Knochenfisch und erzeugt im Wasser durch Körperwellen Vortrieb. Die Erzschleiche ist ein terrestrisches Reptil und drückt sich bei ihrer schlängelnden Bewegung gegen Pflanzen, Bodenunebenheiten und andere feste Strukturen. Die äußerliche Bewegungsähnlichkeit beruht daher auf unterschiedlichen physikalischen Umgebungen.
Die kleinen Beine sind nicht vollständig funktionslos. Sie können beim langsamen Fortbewegen, beim Abstützen und in bestimmten Körperstellungen eingesetzt werden. Bei schneller Bewegung übernehmen jedoch Rumpf und Schwanz einen großen Teil des Vortriebs. Dadurch wirken die Gliedmaßen im Verhältnis zum langen Körper fast rudimentär.
Die Gliedmaßenreduktion innerhalb der Gattung Chalcides ist evolutionsbiologisch besonders interessant. Die Gattung umfasst Arten mit unterschiedlich stark ausgebildeten Beinen und unterschiedlicher Zehenzahl. Manche Formen besitzen fünf gut erkennbare Zehen, andere nur drei, wieder andere noch stärker reduzierte Gliedmaßen. Dadurch lassen sich innerhalb verwandter Skinke verschiedene Stadien der evolutionären Extremitätenreduktion vergleichen.
Eine solche Reduktion ist häufig mit einer stark verlängerten Körperform und einer Lebensweise in dichter Vegetation, lockerem Boden oder anderen räumlich engen Habitaten verbunden. Ein schmaler, biegsamer Körper kann sich zwischen Grashalmen, Wurzeln und Bodenstreu bewegen, ohne dass große seitlich abstehende Beine hinderlich sind.
Die Aalschleiche beziehungsweise Italienische Erzschleiche ist daher kein echtes Grabtier im selben Maß wie hochspezialisierte unterirdische Reptilien, besitzt aber deutliche Anpassungen an eine verborgene Fortbewegung nahe der Bodenoberfläche und innerhalb dichter Grasvegetation.
Die Körperoberfläche wird von glatten, eng anliegenden Schuppen bedeckt. Unter beziehungsweise in der Haut liegen bei Skinken zusätzlich knöcherne Einlagerungen, sogenannte Osteoderme. Die glatte Oberfläche vermindert Widerstand beim Durchgleiten durch Vegetation und Bodenmaterial und verstärkt zugleich den aal- beziehungsweise schlangenartigen Gesamteindruck.
Die Färbung der Italienischen Erzschleiche reicht von gelblich und bronzefarben über olivbraun bis grau beziehungsweise hellbraun. Viele Tiere besitzen dunkle Längsstreifen, die sich über Rumpf und Schwanz ziehen. Andere erscheinen deutlich schwächer gezeichnet. Historische Beschreibungen erwähnen besonders graue Tiere mit mehreren braunen Längsstreifen.
Der moderne deutsche Name Erzschleiche verweist auf den häufig metallisch bronzenen beziehungsweise kupferartigen Glanz der glatten Beschuppung. Auch der wissenschaftliche Name Chalcides steht mit griechisch chalkós „Kupfer, Bronze“ beziehungsweise einem alten griechischen Reptiliennamen aus diesem Wortfeld in Verbindung.
Damit setzen historischer und moderner deutscher Name unterschiedliche Akzente:
Aalschleiche – betont die langgestreckte, aalartige Gestalt;
Italienische Erzschleiche – verbindet geographische Zuordnung mit dem bronzen-metallischen Erscheinungsbild;
Chalcides chalcides – moderner wissenschaftlicher Artname.
Das Verbreitungsgebiet von Chalcides chalcides liegt im zentralen beziehungsweise westlichen Mittelmeerraum. Die Art kommt vor allem in Italien südlich der Poebene sowie auf mehreren italienischen Inseln vor; weitere Populationen beziehungsweise Unterarten sind aus Teilen Nordafrikas, darunter Tunesien, Algerien und Libyen, bekannt.
Die genaue geographische Abgrenzung hat sich mit der modernen Taxonomie verändert. Besonders die Westliche Erzschleiche Chalcides striatus aus der Iberischen Halbinsel, Südfrankreich und angrenzenden Gebieten wurde früher teilweise enger mit Chalcides chalcides verbunden beziehungsweise als Unterart derselben Art behandelt.
Historische Aussagen, die die „Aalschleiche“ pauschal in Südeuropa verbreiten, können deshalb einen weiteren Artbegriff voraussetzen als moderne zoologische Literatur. Ein historisches Verbreitungsgebiet darf nicht ohne Prüfung auf die heutige Art Chalcides chalcides übertragen werden.
Dasselbe gilt für die historische Gattung Seps. Unter ihr wurden verschiedene dreizehige beziehungsweise kurzbeinige Echsen zusammengeführt, deren moderne systematische Zuordnung auseinandergeht. Das deutsche Wort Aalschleiche besitzt daher eine gewisse historische taxonomische Unschärfe.
Im engeren, besonders gut dokumentierten Gebrauch bezeichnet Aalschleiche Seps chalcidica, also die heutige Chalcides chalcides-Linie. Im weiteren historischen Gebrauch kann die Bezeichnung jedoch als Gruppenname für aalartig verlängerte, stark kurzbeinige Eidechsen beziehungsweise „Seps“-Formen erscheinen.
Diese Unschärfe wird zusätzlich dadurch verstärkt, dass Pierers Universal-Lexikon Aaleidechse als gleichbedeutend mit Aalschleiche behandelt. Eine solche historische Gleichsetzung ist nach heutiger Taxonomie problematisch.
Johann Christoph Adelung definierte 1793 die Aaleidechse als ausländische Eidechse mit langem aalförmigem Körper und nannte dafür den linnéischen Namen Lacerta anguina. Diese Art entspricht nach heutiger Auffassung Chamaesaura anguina, einer südafrikanischen langgestreckten Echse aus der Familie Cordylidae, und nicht der mediterranen Chalcides chalcides.
Wenn Pierer 1857 Aaleidechse und Aalschleiche schlicht gleichsetzt, spiegelt dies deshalb eine ältere volkssprachliche und morphologische Namensverwendung wider, keine moderne taxonomische Synonymie. Beide Tiere sind stark verlängerte Echsen mit reduzierten Gliedmaßen und konnten daher unter vergleichbaren deutschen Beschreibungsnamen zusammengefasst werden.
Für eine moderne Lexikographie müssen diese Ebenen getrennt werden:
Aalschleiche im engeren historischen Sinn: besonders Seps chalcidica = heute Chalcides chalcides;
Aaleidechse bei Adelung 1793: Lacerta anguina = heute Chamaesaura anguina;
historische Lexika: teilweise Gleichsetzung aufgrund ähnlicher Körpergestalt;
moderne Zoologie: verschiedene Arten aus verschiedenen Familien.
Gerade dieses Beispiel zeigt eindrücklich, weshalb historische Tiernamen nicht allein anhand alter Synonymenlisten in moderne wissenschaftliche Namen übersetzt werden sollten. Die Bedeutung eines Trivialnamens kann weiter sein als ein heutiges Taxon, und die wissenschaftlichen Namen selbst haben sich seit dem 18. Jahrhundert tiefgreifend verändert.
Die heutige Chalcides chalcides bevorzugt vor allem offene, sonnenexponierte Lebensräume mit dichter Gras- und Krautvegetation. Dazu gehören Wiesen, Weiden, grasreiche Hänge, offene Buschlandschaften, Brachen sowie Ränder von Kulturland. Feuchtere Wiesen und Bereiche in der Umgebung von Gewässern können besonders günstig sein, sofern ausreichende Sonnenplätze vorhanden sind.
Die Art lebt also nicht wie ein Aal im Wasser. Das Erstglied Aal- darf keinesfalls als Hinweis auf eine aquatische Lebensweise verstanden werden. Die Aalschleiche ist überwiegend terrestrisch.
Gelegentliche Beobachtungen im Wasser zeigen zwar, dass Chalcides chalcides schwimmen kann und Wasserflächen nicht grundsätzlich meidet. Daraus folgt jedoch keine semiaquatische Lebensweise. Ihr typischer Lebensraum ist grasreiche, bodennahe Vegetation.
Die Tiere sind aufgrund ihrer versteckten Lebensweise schwer zu beobachten. Sie bewegen sich rasch unter beziehungsweise zwischen Grashalmen und verschwinden bei Störung schnell in der Vegetation, unter Steinen oder in anderen Deckungsstrukturen.
Ihre Fortbewegung wird oft als „Schwimmen im Gras“ beschrieben. Diese Formulierung ist besonders passend zum historischen Namen Aalschleiche: Der lange Körper vollführt starke seitliche Wellenbewegungen, während die kurzen Beine bei schneller Flucht nur eine geringe Rolle spielen.
Zur Nahrung gehören vor allem kleine wirbellose Tiere, darunter Gliederfüßer, Insekten und deren Larven, Spinnen sowie je nach Verfügbarkeit Würmer und kleinere Weichtiere. Die Aalschleiche ist damit ein kleiner terrestrischer Räuber von Wirbellosen.
Sie ist für Menschen ungefährlich. Historische und antike Texte über einen sogenannten Seps dürfen in diesem Zusammenhang nicht mit der modernen Art Chalcides chalcides verwechselt werden.
Der antike Name seps bezeichnete in griechischer und römischer Literatur ein gefürchtetes giftiges beziehungsweise angeblich Gewebe zersetzendes Kriechtier. Der Name steht mit griechisch sēpein „faulen machen, verwesen lassen“ beziehungsweise dem Wortfeld von Sepsis in Verbindung. Antike Autoren schrieben diesem Tier eine zerstörerische Giftwirkung zu.
Spätere Zoologen übernahmen Seps als wissenschaftlichen Gattungsnamen für langgestreckte Eidechsen. Diese nomenklatorische Wiederverwendung bedeutet jedoch nicht, dass die biologisch bestimmten modernen Skinke tatsächlich das giftige Tier der antiken Erzählungen wären.
Noch im 20. Jahrhundert konnte dieser historische Bedeutungsstrang in wissenschaftsgeschichtlichen Darstellungen nachwirken. Eine Abhandlung über das Gesundheitswesen bei Aristoteles von 1934 erwähnt eine sogenannte Aalschleiche, auch Zignis genannt, der tödliche oder zumindest heftige Wirkungen zugeschrieben worden seien. Eine solche Aussage beschreibt antike beziehungsweise historische Vorstellungen und keine moderne toxikologische Eigenschaft der Italienischen Erzschleiche.
Diese Unterscheidung ist besonders wichtig, weil ein unkritischer Lexikonartikel sonst einen antiken Giftschlangenmythos auf einen harmlosen Skink übertragen könnte. Chalcides chalcides gilt nicht als giftige oder für Menschen gefährliche Echse.
Auch die historische Bezeichnung Schlangeneidechse ist morphologisch und nicht systematisch im modernen engeren Sinn zu verstehen. Sie fasst Echsen zusammen, deren Körper durch Verlängerung und Gliedmaßenreduktion stark schlangenähnlich geworden ist.
Die Aalschleiche unterscheidet sich von einer echten Schlange unter anderem dadurch, dass sie trotz starker Reduktion noch vier kleine Beine besitzt. Weitere anatomische Merkmale des Schädels, Schulter- und Beckengürtels sowie der Haut und Sinnesorgane zeigen eindeutig ihren Echsenbauplan.
Sie unterscheidet sich ebenfalls von der Blindschleiche. Die Blindschleiche gehört zur Familie Anguidae und besitzt äußerlich überhaupt keine Gliedmaßen. Die Italienische Erzschleiche gehört dagegen zu den Scincidae und besitzt vier kurze dreizehige Beine.
Die Namen können deshalb leicht zu einer falschen Annahme enger Verwandtschaft führen. Schleiche ist in deutschen Trivialnamen kein wissenschaftlicher Familienname mit einheitlicher phylogenetischer Bedeutung. Verschiedene langgestreckte Echsen können als Schleichen bezeichnet werden, obwohl sie zu unterschiedlichen Familien gehören.
Die Gegenüberstellung lautet:
Blindschleiche – Anguis fragilis beziehungsweise verwandte Anguis-Arten, äußerlich beinlos;
Aalschleiche – historisch besonders Seps chalcidica, heute Chalcides chalcides, mit vier sehr kurzen dreizehigen Beinen;
Aaleidechse – historischer Vergleichsname, in Adelungs Beleg Chamaesaura anguina;
Aalmolch – Amphibium der Gattung Amphiuma, kein Reptil.
Gerade Aalmolch und Aalschleiche zeigen, wie produktiv Aal- als deutsches Benennungselement für langgestreckte Tiere wurde. Bei beiden bezeichnet es nicht Verwandtschaft mit dem Aal, sondern eine auffällige Ähnlichkeit der Körperform.
Auch Aalbarsch, Aaldorsch und verschiedene andere Tiernamen folgen demselben Grundprinzip. Der Aal fungiert als sprachlicher Prototyp eines langen, schmalen, biegsamen Tierkörpers.
Die Aalschleiche besitzt im Unterschied zu diesen Fischen allerdings vier ursprünglich paarige Extremitäten, die im Verlauf ihrer Evolution stark reduziert wurden. Damit zeigt der Name besonders anschaulich, dass ein Tier trotz grundsätzlich tetrapodem Bauplan äußerlich eine Aalform annehmen kann.
Die Gliedmaßenreduktion ist innerhalb der Evolution der Schuppenkriechtiere mehrfach aufgetreten. Häufig findet man sie bei Tieren, die in lockerem Boden, dichter Grasvegetation oder engen Zwischenräumen leben. Ein langer Rumpf mit kleinen oder fehlenden Beinen kann dort mechanische Vorteile bieten.
Solche Entwicklungen werden häufig mit einer Zunahme der Wirbelzahl und einer Veränderung der Proportionen einzelner Körperregionen verbunden. Die äußerlich einfache Aussage „der Körper wird länger, die Beine werden kleiner“ kann daher auf tiefgreifende Veränderungen der embryonalen Entwicklung und des Skelettbaus zurückgehen.
Die Gattung Chalcides ist für die Erforschung solcher Prozesse besonders interessant, weil eng verwandte Arten unterschiedliche Grade der Extremitätenreduktion aufweisen. Dadurch lassen sich Veränderungen im Körperbau innerhalb einer vergleichsweise nahen Verwandtschaftsgruppe untersuchen.
Auch die Fortpflanzung von Chalcides chalcides ist bemerkenswert. Die Art bringt lebende Jungtiere zur Welt und ist damit vivipar. Historische Literatur verwendete hierfür häufig die Bezeichnung lebendiggebärend.
Ältere Darstellungen sprechen teilweise von Ovoviviparie. Moderne Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass Chalcides chalcides eine besonders weit entwickelte Plazenta besitzt und während der Trächtigkeit ein erheblicher Stoffaustausch zwischen Mutter und Embryonen stattfindet. Die einfache ältere Vorstellung, die Eier würden lediglich im Mutterleib zurückgehalten und dort ohne nennenswerte mütterliche Versorgung schlüpfen, beschreibt diese Fortpflanzungsbiologie daher nur unzureichend.
Die Weibchen tragen die Embryonen über mehrere Monate und bringen anschließend vollständig entwickelte Jungtiere zur Welt. Die genaue Jungtierzahl variiert mit Größe und Population. Historische Angaben von wenigen Jungen und moderne Beobachtungen größerer Würfe müssen deshalb nicht zwingend widersprüchlich sein.
Auch die Fortpflanzungsbiologie unterstreicht, dass die Aalschleiche trotz ihrer aalartigen Form eine hochspezialisierte Echse ist. Mit der Fortpflanzung echter Aale hat sie keinerlei Gemeinsamkeit.
Der Europäische Aal legt Eier im Meer und durchläuft eine weitreichende Metamorphose über die Leptocephaluslarve und den Glasaal. Chalcides chalcides entwickelt seine Jungen dagegen im mütterlichen Fortpflanzungstrakt und bringt sie lebend zur Welt.
Eine Bezeichnung wie Aalschleiche ist daher rein morphologisch und darf nicht zur Annahme biologischer Gemeinsamkeiten jenseits der äußeren Körperform führen.
In der modernen Naturschutzbewertung gilt Chalcides chalcides insgesamt als weit verbreitet und nicht global hochgradig gefährdet. Regional können Populationen jedoch durch Verlust geeigneter Graslandschaften, intensive Landwirtschaft, Bebauung, Veränderung von Feuchtgebieten und die Verbuschung beziehungsweise Wiederbewaldung aufgegebener Weideflächen beeinträchtigt werden.
Gerade die letztgenannte Entwicklung ist ökologisch interessant. Nicht jede Zunahme von Gehölzen ist für jede Tierart positiv. Die Italienische Erzschleiche benötigt vielerorts offene, sonnenexponierte und zugleich ausreichend deckungsreiche Grasflächen. Wenn solche Habitate vollständig zu dichtem Wald werden, können sie für die Art ungeeignet werden.
Die Art ist in der Berner Konvention erfasst und regional zusätzlich geschützt. Der konkrete rechtliche Schutzstatus hängt vom jeweiligen Staat beziehungsweise der Region ab und ist von der historischen Wortbedeutung Aalschleiche zu unterscheiden.
Für die Lexikographie ist besonders wichtig, den Ausdruck nicht zu stark zu modernisieren. Aalschleiche ist heute kein gewöhnlicher standardisierter deutscher Hauptname von Chalcides chalcides. Moderne herpetologische Literatur verwendet überwiegend Italienische Erzschleiche.
Das Lemma sollte deshalb als historische zoologische Bezeichnung gekennzeichnet werden. Sein Wert liegt sowohl in der älteren Naturkunde als auch in der Geschichte deutschsprachiger Tiernamen.
Ein historischer Text mit „Aalschleiche“ kann je nach Entstehungszeit verschiedene taxonomische Voraussetzungen besitzen. Besonders bei Texten des 19. Jahrhunderts ist zu prüfen, ob Seps chalcidica, die gesamte damalige Gattung Seps oder allgemein eine aalartig verlängerte Eidechse gemeint ist.
Bei einem modernen Text, der das Wort ohne weitere Erklärung verwendet, ist dagegen am ehesten an den historischen Namen der dreizehigen Erzschleiche beziehungsweise an Chalcides chalcides zu denken.
Lexikographisch lässt sich Aalschleiche daher definieren als historische Bezeichnung für eine stark langgestreckte, aalähnliche Eidechse mit verkürzten Gliedmaßen, besonders für die früher als Seps chalcidica bezeichnete heutige Italienische Erzschleiche (Chalcides chalcides).
Etymologie
| Lemma | Aalschleiche |
|---|---|
| Wortbildung | Aal + Schleiche |
| Wortart | Substantiv |
| Genus | Femininum |
| Singular | die Aalschleiche |
| Genitiv | der Aalschleiche |
| Plural | die Aalschleichen |
| Bestimmungswort | Aal |
| Grundwort | Schleiche |
| Fugenelement | kein Fugenelement |
| Bildungstyp | substantivisches Determinativkompositum mit Tierbezeichnung als Hinterglied |
| Semantische Relation | Gestalt- beziehungsweise Vergleichsrelation |
| Grundbedeutung | aalförmige Schleiche beziehungsweise langgestreckte Echse |
| Historischer wissenschaftlicher Bezug | Seps, besonders Seps chalcidica |
| Moderner enger Bezug | Chalcides chalcides, Italienische Erzschleiche |
| Frühester hier sicher nachgewiesener Beleg der genauen Wortform | 1857 |
Synchron ist Aalschleiche ein transparentes deutsches Determinativkompositum:
Aal + Schleiche → Aalschleiche.
Das Grundwort Schleiche bezeichnet eine langgestreckte beziehungsweise schlangenförmige Echse. Das Bestimmungswort Aal charakterisiert die besondere Gestalt näher. Die semantische Auflösung lautet daher:
Aalschleiche = Schleiche, deren langgestreckte Gestalt an einen Aal erinnert.
Das Wort ist damit strukturell mit anderen zoologischen Vergleichskomposita verwandt:
Aal + Barsch → Aalbarsch;
Aal + Dorsch → Aaldorsch;
Aal + Molch → Aalmolch;
Aal + Schleiche → Aalschleiche.
In allen diesen Bildungen kann das Vorderglied eine Gestaltrelation ausdrücken. Es bezeichnet nicht notwendig biologische Abstammung oder systematische Zugehörigkeit.
Zwischen beiden Bestandteilen steht kein Fugenelement:
Aal + Schleiche → Aalschleiche.
Formen wie *Aalsschleiche, *Aalenschleiche oder *Aalesschleiche gehören nicht zur etablierten Wortbildung.
Das grammatische Geschlecht wird vom Grundwort bestimmt:
die Schleiche → die Aalschleiche.
Der Genitiv lautet der Aalschleiche, der Plural die Aalschleichen.
Das Vorderglied Aal gehört zum alten germanischen Fischwortschatz. Althochdeutsch und mittelhochdeutsch ist āl belegt. Verwandte Formen finden sich unter anderem in niederländisch aal, englisch eel sowie dänisch und schwedisch ål. Die weiter zurückreichende Herkunft des Fischnamens ist nicht abschließend geklärt.
Im Gesamtwort Aalschleiche besitzt Aal eine vergleichende Funktion. Der Aal wird zum prototypischen Bild eines langen, schmalen und biegsamen Körpers. Das Tier, das so benannt wird, ist selbst kein Aal.
Die Relation entspricht deshalb semantisch:
Aal → aalförmig → Aalschleiche.
Eine paraphrasierende Neubildung wäre somit aalförmige Schleiche.
Das Grundwort Schleiche ist sprachgeschichtlich mit Blindschleiche verbunden. Das selbständige Wort Schleiche wird im neueren Deutsch auch als verkürzte beziehungsweise verallgemeinerte Form aus Blindschleiche verstanden und bezeichnet Echsen mit stark langgestrecktem, oft schlangenähnlichem Körper.
Blindschleiche ist bereits althochdeutsch als blintslīhho und mittelhochdeutsch als blintslīche belegt. Der Name wird traditionell sinngemäß als „blinder Schleicher“ erklärt. Die Blindschleiche wurde wegen ihrer kleinen beziehungsweise wenig auffälligen Augen irrtümlich für blind gehalten.
Der zweite Bestandteil gehört damit zum Wortfeld von schleichen beziehungsweise Schleicher: gemeint ist ein langsam oder gleitend kriechendes Tier.
Aus diesem älteren Namenskomplex konnte Schleiche zu einer allgemeinen Bezeichnung für bestimmte schlangenähnliche Echsen werden. Zusammensetzungen wie Aalschleiche nutzen dieses bereits zoologisch verständliche Grundwort.
Die Gesamtmotivation ist deshalb doppelt anschaulich:
Aal- – beschreibt den langen, schmalen Körper;
-schleiche – bezeichnet eine kriechende, schlangenähnlich gebaute Echse.
Das Gesamtwort verstärkt somit geradezu die Vorstellung eines langgestreckten, gleitend beziehungsweise schlängelnd fortbewegten Tieres.
Der früheste hier sicher nachgewiesene Beleg der genauen Wortform Aalschleiche stammt aus 1857 aus Pierers Universal-Lexikon. Dort lautet der entsprechende zoologische Eintrag „Aalschleiche (Seps Daudin.)“.
Der Artikel bestimmt Aalschleiche als Gattung der damaligen Schlangeneidechsen beziehungsweise der bei Georges Cuvier zu den Skinken gerechneten Formen und nennt als charakteristische Merkmale langen dünnen Leib, schindelartig angeordnete Schuppen, kurze Beine und drei Zehen.
Die Form Aaleidechse ist dagegen früher belegt. Johann Christoph Adelung führt 1793 die Aaleidechse als Eidechse mit langem aalförmigem Körper an.
Diese ältere Bildung beweist, dass der Aal bereits im 18. Jahrhundert als produktives Formmodell für langgestreckte Reptilien verwendet wurde. Sie ist jedoch nicht als sicherer Erstbeleg des anderen Wortes Aalschleiche anzusetzen.
Besonders wichtig ist zudem, dass Adelungs wissenschaftliche Zuordnung Lacerta anguina nach heutiger Taxonomie Chamaesaura anguina entspricht, also einer afrikanischen Art aus einer anderen Familie als Chalcides chalcides.
Die spätere Gleichsetzung
Aaleidechse = Aalschleiche
in Pierer ist daher als historische Namenssynonymie beziehungsweise morphologische Gleichsetzung zu verstehen, nicht als moderne Artidentität.
Die Wortgeschichte läuft somit nicht völlig parallel zur Taxonomie. Sprachlich konnten mehrere sehr ähnlich gebaute Echsen mit Aal- bezeichnet werden; wissenschaftlich wurden diese Tiere später verschiedenen Familien und Gattungen zugeordnet.
Der historische wissenschaftliche Name Seps besitzt eine eigene, wesentlich ältere Wortgeschichte. Griechisch sḗps beziehungsweise lateinisch seps bezeichnete in antiker Literatur ein giftiges Kriechtier, dessen Biss angeblich Fäulnis beziehungsweise Gewebezerstörung verursache.
Der Name gehört zum griechischen Wortfeld von sḗpein „faulen machen, verfaulen lassen“. Mit demselben Wortfeld hängt letztlich auch die moderne medizinische Bezeichnung Sepsis zusammen.
Als Naturforscher der Neuzeit den Namen Seps für bestimmte langgestreckte Echsen verwendeten, griffen sie somit einen antiken Tiernamen auf. Die Identität des antiken „Seps“ mit einer bestimmten modernen Reptilienart ist jedoch keineswegs gesichert.
Die zoologische Verwendung des Gattungsnamens war außerdem historisch verworren. Josephus Nicolaus Laurenti führte bereits 1768 eine Gattung Seps, deren damaliger Artenumfang nicht mit dem späteren Gebrauch übereinstimmte.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts benutzten weitere Herpetologen den Namen für andere Gruppen stark verlängerter Echsen. Dadurch wurde Seps nomenklatorisch uneindeutig und schließlich weitgehend durch stabilere moderne Gattungsnamen ersetzt.
Für das konkrete Tier Chalcides chalcides lautet die wissenschaftliche Namensgeschichte vereinfacht:
1758: Lacerta chalcides Linnaeus;
1768: Einordnung in den von Laurenti verwendeten Namenskomplex Chalcides;
1820: Seps chalcidica bei Blasius Merrem;
19. Jahrhundert: wechselnde Kombinationen mit Seps, Chalcides und verwandten Gattungsbegriffen;
heutige Form: Chalcides chalcides (Linnaeus, 1758).
Der heute gültige Gattungsname Chalcides geht auf einen alten griechischen Reptiliennamen zurück. Er wird mit griechisch chalkós „Kupfer, Bronze“ beziehungsweise dem bronzefarbenen Glanz dieser Tiere in Verbindung gebracht.
Diese etymologische Motivation spiegelt sich im modernen deutschen Namen Erzschleiche. Erz- verweist hier auf den metallischen beziehungsweise bronzenen Glanz und nicht auf eine besondere Beziehung zu Bergbau oder Erzvorkommen.
Das Verhältnis der Namen lässt sich daher etymologisch und historisch folgendermaßen ordnen:
Aalschleiche – deutscher Vergleichsname nach der Aalform;
Erzschleiche – deutscher Name nach dem metallisch-bronzenen Erscheinungsbild;
Seps chalcidica – ältere wissenschaftliche Kombination;
Chalcides chalcides – heutiger wissenschaftlicher Name.
Die verschiedenen Namen beschreiben oder klassifizieren dasselbe Tier aus unterschiedlichen sprachlichen und wissenschaftsgeschichtlichen Perspektiven.
Die Form Aalschleiche besitzt dabei eine vollständig deutsche innere Struktur. Es besteht kein Anlass, das Wort selbst als unmittelbare Übersetzung von Seps zu erklären. Vielmehr wurde das auffällig langgestreckte Reptil im Deutschen anschaulich mit dem Aal verglichen.
Ein vergleichbares Benennungsmuster besteht in Aaleidechse. Auch dort wird das jeweilige Reptil über den aalartigen Körper charakterisiert:
Aal + Eidechse → Aaleidechse;
Aal + Schleiche → Aalschleiche.
Die beiden Grundwörter setzen unterschiedliche zoologische Akzente. Eidechse ist allgemein, Schleiche hebt bereits selbst eine langgestreckte beziehungsweise schlangenähnliche Echsenform hervor.
Aalschleiche ist dadurch semantisch besonders intensiv: Der Name kombiniert den Aalvergleich mit einem Grundwort, das seinerseits bereits einen gleitend beziehungsweise schleichend kriechenden Echsentyp bezeichnet.
Das Wort gehört heute vor allem zum historischen Fachwortschatz. Die moderne deutsche Herpetologie bezeichnet Chalcides chalcides gewöhnlich als Italienische Erzschleiche. Wer in einem Text des 19. Jahrhunderts Aalschleiche liest, sollte deshalb nicht erwarten, dieselbe Bezeichnung in einer aktuellen Artenliste zu finden.
Die Bedeutungsentwicklung lässt sich dennoch als weitgehend stabil beschreiben:
Aal als Gestaltmodell → langgestreckte Schleiche → historische zoologische Bezeichnung für Seps- beziehungsweise Chalcides-Formen.
Ein übertragener nichtzoologischer Gebrauch ist für das Wort nicht charakteristisch. Anders als aalglatt oder andere metaphorisch produktive Aalbildungen blieb Aalschleiche im Wesentlichen eine Tierbezeichnung.
Die etymologische Gesamtentwicklung lässt sich damit zusammenfassen:
Aal, althochdeutsch und mittelhochdeutsch āl, als Vergleichsbezeichnung für den langgestreckten Körper + Schleiche, Tierbezeichnung aus dem Wortfeld der Blindschleiche und von schleichen → Aalschleiche „aalförmige, stark langgestreckte Echse“, historisch besonders Seps chalcidica, heute Chalcides chalcides. Die genaue Wortform ist hier spätestens 1857 sicher belegt; die verwandte Bildung Aaleidechse ist bereits 1793 dokumentiert.