Antonio Amati
Überblick
Antonio Amati war ein Cremoneser Geigenbauer und gehört zur zweiten Generation der Amati-Familie. Er wurde um 1537/1540 in Cremona geboren und starb dort am 4. März 1607. Als Sohn Andrea Amatis und älterer Bruder Girolamo Amatis stand er unmittelbar zwischen der Gründergeneration des Cremoneser Geigenbaus und jener Werkstattkultur, aus der später Nicolò Amati, die Guarneri-Familie und Antonio Stradivari hervorgingen.
Antonio ist 1556 bereits als mindestens 16-jähriger Meister beziehungsweise Werkstattangehöriger in der väterlichen Werkstatt bezeugt. Die Formulierung magistro Antoni che fa i liuti zeigt, dass er im Umfeld des Lauten- und Saiteninstrumentenbaus bereits aktiv war. Nach dem Tod Andrea Amatis 1577 führte Antonio die Werkstatt mit seinem Bruder Girolamo fort; 1580 werden beide als Erben des Vaters genannt.
Die größte Schwierigkeit der Antonio-Amati-Forschung liegt in der Zuschreibung. Viele Instrumente tragen gemeinsame Etiketten mit der lateinischen Form Antonius & Hieronymus Amati. Deshalb lassen sich einzelne Instrumente nur selten sicher allein Antonio zuweisen. Kulturgeschichtlich ist er dennoch unverzichtbar, weil er die väterliche Amati-Form in der Übergangsphase nach Andrea Amatis Tod bewahrte, weiterentwickelte und an jene Werkstatttradition anschloss, die den klassischen Cremoneser Geigenbau prägte.
Kurzdaten
| Name | Antonio Amati. |
|---|---|
| Weitere Namensformen | Antonius Amati, Antonius Amatus, Amati, Antonio, Antonio Amati von Cremona, Antonio & Girolamo Amati, Antonius & Hieronymus Amati. |
| Geboren | Um 1537/1540 in Cremona. |
| Gestorben | 4. März 1607 in Cremona. |
| Beruf | Geigenbauer, Lauten- und Instrumentenmacher, Cremoneser Meister, Werkstattnachfolger und Mitgestalter der zweiten Amati-Generation. |
| Familie | Sohn Andrea Amatis; älterer Bruder Girolamo Amatis; Onkel Nicolò Amatis. |
| Erste sichere Erwähnung | 1556 als mindestens 16-jähriger Werkstattangehöriger beziehungsweise Meister in der väterlichen Werkstatt mit der Formulierung magistro Antoni che fa i liuti. |
| Erbschaft | 1580 zusammen mit seinem Bruder Girolamo als Erbe Andrea Amatis genannt. |
| Werkstattphase mit Girolamo | Nach Andrea Amatis Tod 1577 gemeinsame Weiterführung der Familienwerkstatt; gemeinsame Werkstatt- und Etikettentradition unter der Form Antonius & Hieronymus Amati. |
| Teilung | 1588 Verkauf beziehungsweise Übertragung seines Anteils an Haus und Werkstatt an Girolamo; danach schwierige Trennung individueller Werkanteile. |
| Instrumentengattungen | Violine, kleine und größere Violinen, Viola, Tenor- und Altformen, Violoncello beziehungsweise Bassinstrumente der Violinfamilie. |
| Hauptbedeutung | Weiterentwicklung der Andrea-Amati-Modelle, Festigung der Cremoneser Werkstatttradition, Verfeinerung von Form, Wölbung, f-Schalllöchern und Hohlkehle sowie Übergang zur späteren Nicolò-Amati-Generation. |
| Dateiname | amati-antonio.shtml |
Quellenlage, Datierung und Zuschreibungsproblem
Antonio Amati ist biographisch besser greifbar als viele anonyme Instrumentenmacher seiner Zeit, aber schlechter greifbar als die später berühmten Meister Stradivari oder Guarneri. Sein Geburtsjahr wird gewöhnlich als 1537/1540 oder „um 1540“ angegeben. Der Nachweis von 1556, der ihn als magistro Antoni che fa i liuti nennt, setzt voraus, dass er damals bereits in einem arbeitsfähigen und rechtlich beziehungsweise sozial erkennbaren Alter stand.
Das Sterbedatum 4. März 1607 in Cremona ist stabiler überliefert. Entscheidend sind außerdem die Nachweise nach Andrea Amatis Tod: 1580 werden Antonio und Girolamo als Erben genannt; 1588 wird die Teilung beziehungsweise Übertragung von Haus- und Werkstattanteilen fassbar. Diese Dokumente zeigen, dass Antonio nicht nur Werkstattgehilfe, sondern Erbe und Mitinhaber des väterlichen Unternehmens war.
Das Hauptproblem betrifft die Instrumentenzuschreibung. Die gemeinsame Werkstatt der Brüder verwendete Etiketten, die beide lateinisch nennen: Antonius & Hieronymus Fr. Amati Cremonen. Andreae fil. Solche Zettel weisen auf die Brüder als Söhne Andreas hin, sagen aber nicht zuverlässig, welche Hand das einzelne Instrument hauptsächlich fertigte. Nach 1588 ist zusätzlich zu beachten, dass Girolamo die gemeinsame Etikettenform offenbar weiterverwenden konnte. Deshalb ist bei allen Einzelinstrumenten zwischen Antonio allein, Girolamo allein, gemeinsamer Brüderwerkstatt und späterer Etikettentradition zu unterscheiden.
Biographie
Antonio Amati wurde um 1537/1540 in Cremona geboren. Er wuchs in der Werkstatt Andrea Amatis auf, die bereits zu seinen Lebzeiten die Grundform der modernen Violinfamilie entwickelte. Für Antonio bedeutete dies eine Ausbildung in einem außergewöhnlich innovativen handwerklichen Milieu. Er lernte nicht nur bestehende Instrumente nachzubauen, sondern an einer noch jungen Instrumentenform weiterzuarbeiten.
1556 erscheint Antonio in einem Dokument als magistro Antoni che fa i liuti. Die Bezeichnung verweist auf die ältere terminologische Nähe von Lauten-, Zupf- und Streichinstrumentenbau. Auch wenn Antonio später als Geigenbauer bezeichnet wird, stand sein Handwerk in einer größeren Tradition des Saiteninstrumentenbaus. Die Grenze zwischen Lautenmacher, Geigenbauer und allgemeinem Instrumentenmacher war im 16. Jahrhundert noch beweglicher als in späteren Fachsystemen.
Bis zum Tod des Vaters 1577 arbeitete Antonio in der väterlichen Werkstatt. Danach führte er mit Girolamo die Familienwerkstatt weiter. Diese Phase ist für die Cremoneser Tradition entscheidend. Andrea Amati hatte die Grundmodelle geschaffen; seine Söhne mussten sie erhalten, verfeinern, reproduzierbar machen und auf neue Bedürfnisse von Spielern, Höfen, Kirchen und städtischen Ensembles abstimmen.
1588 kam es zu einer rechtlich greifbaren Teilung. Antonio verkaufte beziehungsweise übertrug seinen Anteil an Haus und Werkstatt an Girolamo. Die Gründe sind nicht sicher überliefert. Die ältere Literatur spricht gelegentlich von einem Streit oder wirtschaftlichen Spannungen, doch muss dies vorsichtig formuliert werden. Sicher ist nur, dass sich die Besitz- und Werkstattverhältnisse veränderten.
Antonio blieb offenbar in Cremona oder im unmittelbaren Umfeld der Familiengeschichte präsent. Er starb am 4. März 1607. Da keine direkte Nachkommenschaft überliefert ist, führte nicht seine eigene Linie, sondern Girolamos Linie die Amati-Dynastie weiter. Mit Nicolò Amati, Girolamos Sohn, erreichte die Familie im 17. Jahrhundert ihre größte spätere Ausstrahlung.
Antonio in der Werkstatt Andrea Amatis
Die Ausbildung Antonios in der Werkstatt seines Vaters war mehr als eine handwerkliche Lehre. Andrea Amati hatte die frühe Violine, die Viola und das Bassinstrument der Violinfamilie in eine stabile Form gebracht. Antonio lernte daher an Modellen, die für die europäische Musikgeschichte normbildend wurden. Er arbeitete in einer Werkstatt, in der Formen, Schablonen, Innenformen, Holzstärken, Wölbungen, Lacke und f-Schalllöcher als zusammenhängendes System entwickelt wurden.
Der Nachweis von 1556 macht deutlich, dass Antonio früh aktiv war. Wenn er damals bereits als Meister oder zumindest als qualifizierter Instrumentenmacher bezeichnet wurde, muss seine Ausbildung schon vorher begonnen haben. Es ist wahrscheinlich, dass er seit seiner Jugend im Betrieb mitarbeitete, Holz vorbereitete, Teile anfertigte, Zargen formte, Decken und Böden bearbeitete, Lackierungen ausführte und allmählich anspruchsvollere Aufgaben übernahm.
Für die frühe Amati-Werkstatt ist die Arbeitsteilung schwer zu bestimmen. Ein Instrument kann von Andrea entworfen, von Antonio mitgebaut, von Girolamo vollendet und von Werkstattgehilfen vorbereitet worden sein. Die Vorstellung eines einzelnen Meisters, der jedes Teil allein fertigt, entspricht der Realität einer größeren Werkstatt nur bedingt. Gerade deshalb ist Antonio als Werkstattfigur wichtig: Er steht für die Weitergabe des Amati-Wissens innerhalb eines arbeitsteiligen Familienbetriebs.
Die Werkstatt der Brüder Antonio und Girolamo Amati
Nach Andrea Amatis Tod 1577 übernahmen Antonio und Girolamo die väterliche Werkstatt. Die Brüder wurden in der Fachliteratur als Brüder Amati beziehungsweise international als Brothers Amati bekannt. Ihre Instrumente tragen häufig eine gemeinsame Etikettenform, in der beide als Söhne Andrea Amatis erscheinen. Diese Etiketten bezeugen nicht nur Urheberschaft, sondern auch dynastisches Bewusstsein: Die Werkstatt wollte ausdrücklich an Andrea anschließen.
Die Brüder entwickelten die väterlichen Modelle weiter. Besonders wichtig sind Umriss, Wölbung, f-Schalllöcher und Hohlkehle. Ihre Instrumente gelten als außerordentlich sauber gearbeitet, elegant und klanglich warm. Sie bewahren die Süße und Klarheit der frühen Amati-Instrumente, wirken aber in manchen Modellen kräftiger und entwickelter als die Stücke der Gründergeneration.
In der gemeinsamen Werkstatt entstanden Violinen, Violen und Bassinstrumente. Die Formen zeigen, dass die Violinfamilie noch nicht völlig standardisiert war. Verschiedene Größen, Übergangsmodelle und spätere Umbauten erschweren die heutige Einordnung. Gerade diese Vielfalt macht die Brüder Amati für die Geschichte der Instrumentenfamilie wichtig.
Teilung von 1588 und spätere Zuschreibungen
Die Teilung von 1588 ist ein wichtiger Einschnitt. Antonio übertrug seinen Anteil am väterlichen Haus und an der Werkstatt an Girolamo. Damit endete die Besitzgemeinschaft der beiden Brüder. Ob dies auch eine vollständige Trennung der praktischen Werkstattarbeit bedeutete, ist schwieriger zu bestimmen. Die Überlieferung der Etiketten, die weiterhin beide Namen nennen können, macht die Frage komplex.
Für die Zuschreibung einzelner Instrumente bedeutet dies: Ein gemeinsames Brüderetikett beweist nicht automatisch gemeinsame Handarbeit. Es kann eine Werkstattmarke, eine Traditionsformel, ein später weiterverwendeter Zettel oder ein Hinweis auf die dynastische Linie sein. Besonders für Instrumente nach 1588 ist deshalb Vorsicht geboten. In der neueren Forschung wird häufig angenommen, dass ein großer Teil der späteren, mit beiden Brüdern bezeichneten Instrumente eher Girolamo oder der weitergeführten Girolamo-Werkstatt zuzurechnen ist.
Antonio bleibt dennoch nicht marginal. Er war die ältere, früh belegte Werkstattfigur, arbeitete lange unter Andrea und trug wesentlich dazu bei, dass die Amati-Modelle nach 1577 nicht auseinanderfielen, sondern in einer zweiten Generation fortgeführt wurden. Seine historische Leistung liegt weniger in der eindeutig isolierbaren Einzelhand als in der Weitergabe und Festigung eines Familienmodells.
Stil, Bauweise und klangliches Profil
Die Instrumente der Antonio-und-Girolamo-Phase verbinden die Eleganz der Andrea-Amati-Modelle mit einer fortschreitenden Ausarbeitung der Bauform. Charakteristisch sind saubere Ränder, sorgfältige Einlagen, kontrollierte Wölbung, harmonische Umrisse und eine verfeinerte Behandlung der f-Schalllöcher. Die Hohlkehle, also die vertiefte Zone im Randbereich, wird in der Literatur häufig mit dem warmen, weichen Ton der Brüder-Amati-Instrumente verbunden.
Im Vergleich zu Andrea Amati erscheinen manche Instrumente der zweiten Generation kräftiger, entwickelter und stärker auf klangliche Tragfähigkeit ausgerichtet. Das bedeutet nicht, dass Andrea roh oder unvollkommen gewesen wäre; vielmehr zeigt sich eine Werkstatttradition, die das väterliche Modell unter praktischen Anforderungen weiter ausbalancierte. Die Form wurde nicht verlassen, sondern präzisiert.
Der Lack der Amati-Instrumente besitzt hohe ästhetische Bedeutung. Er schützt nicht nur Holz, sondern schafft Farbe, Tiefe und Oberflächenwirkung. Bei Antonio und Girolamo erscheinen warme, goldene bis orangebraune Lackwirkungen, die später für die Wahrnehmung der Cremoneser Instrumente mitprägend wurden. Auch hier ist eine eindeutige Trennung der Hände im Einzelfall schwierig.
Antonio Amati und die Entwicklung der Violinfamilie
Antonio Amati gehört zu einer Phase, in der die Violine ihre Rolle in der europäischen Musikpraxis festigte. Andrea Amati hatte die Grundgestalt geschaffen; Antonio und Girolamo halfen, diese Gestalt in eine Werkstatttradition und in wiederholbare Modelle zu überführen. Damit wurde die Violinfamilie stabil genug, um in höfischen, städtischen, kirchlichen und später opern- und konzertbezogenen Kontexten selbstverständlich zu werden.
Besonders wichtig ist die weitere Entwicklung der Viola. In der frühen Violinfamilie existierten verschiedene Mittelstimmeninstrumente, darunter Tenor- und Altgrößen. Die Brüder Amati experimentierten mit Größen, Umrissen und Wölbungen. Auch wenn die Behauptung, sie hätten allein die moderne Altviola erfunden, zu stark wäre, gehört ihre Werkstatt zu den zentralen Orten, an denen sich die Mittelstimmeninstrumente der Violinfamilie herausbildeten.
Für das Violoncello beziehungsweise die Bassinstrumente der Violinfamilie gilt Ähnliches. Viele frühe Bassgeigen wurden später reduziert, modernisiert oder an spätere Spielnormen angepasst. Die Instrumente der Amati-Werkstatt sind daher nicht nur Klangobjekte, sondern Zeugnisse einer langen Anpassungsgeschichte, in der sich die Bedürfnisse von Musikern und Ensembles immer wieder veränderten.
Familienlinie, Nachfolge und Nicolò Amati
Antonio Amati hatte nach der heute üblichen Darstellung keine für die Werkstattgeschichte entscheidende Nachkommenschaft. Die dynastische Fortsetzung verlief über seinen Bruder Girolamo und dessen Sohn Nicolò Amati. Dennoch ist Antonio für diese Linie notwendig: Er war der ältere Bruder, der früh in der Werkstatt des Vaters arbeitete und die erste Nachfolgegeneration mittrug.
Nicolò Amati profitierte von einer Werkstatttradition, die nicht nur von Andrea, sondern auch von Antonio und Girolamo geformt worden war. Die später berühmte Nicolò-Amati-Werkstatt wäre ohne die Stabilisierung nach 1577 kaum denkbar. In ihr entstand jenes Modell, das auf Stradivari, Guarneri und weitere Cremoneser Meister ausstrahlte.
Die Amati-Familie zeigt, dass Geigenbaugeschichte eine Generationengeschichte ist. Nicht nur der einzelne Meister, sondern die Weitergabe von Werkzeugen, Formen, Gewohnheiten, Proportionen, Etiketten, Marktbeziehungen und Familienprestige bestimmt den Rang einer Werkstatt. Antonio Amati ist gerade als Übergangsfigur ein Schlüssel dieser Kontinuität.
Ausführlicher Kulturüberblick
Antonio Amati lebte in einer Zeit, in der sich die Violine von einer neuen Instrumentenform zu einem europäischen Leitmedium des Streicherklangs entwickelte. Die Renaissance kannte zahlreiche gestrichene Saiteninstrumente, doch erst die Violinfamilie bündelte Beweglichkeit, Helligkeit, Klangtragfähigkeit, Ensemblefähigkeit und handwerkliche Standardisierung in einer Form, die Jahrhunderte überdauerte. Antonio war an der entscheidenden zweiten Stufe dieser Entwicklung beteiligt.
Seine Stellung unterscheidet sich von der seines Vaters Andrea. Andrea erscheint als formbildender Gründer. Antonio dagegen ist derjenige, der die Gründung in Werkstattkontinuität überführt. Kulturgeschichtlich ist das nicht weniger bedeutsam. Eine Erfindung bleibt instabil, solange sie nicht wiederholbar, lehrbar, verkäuflich und in verschiedenen Kontexten brauchbar wird. Die zweite Amati-Generation machte aus der frühen Violine eine belastbare Werkstatttradition.
Cremona war hierfür ein idealer Raum. Die Stadt lag in Norditalien, einem Gebiet intensiver Handels-, Hof- und Kirchenkontakte. Instrumente konnten hier nicht nur für lokale Musiker, sondern auch für überregionale Auftraggeber gebaut werden. Zugleich entwickelte sich eine handwerkliche Spezialisierung, in der Familienwissen über Generationen erhalten blieb. Die Amati-Werkstatt wurde zu einem Ort, an dem Form, Klang und Prestige zusammenkamen.
Die gemeinsame Arbeit von Antonio und Girolamo zeigt die Bedeutung der Familie als Produktionsform. In der modernen Kunstgeschichtsschreibung sucht man oft nach individueller Signatur. Der frühneuzeitliche Instrumentenbau funktioniert anders. Ein Familienname konnte wichtiger sein als eine einzelne Hand. Ein Etikett mit zwei Namen bezeichnet nicht nur zwei Personen, sondern eine Werkstatt, eine Herkunft und eine Qualitätsgarantie.
Diese Werkstattqualität war für Musiker entscheidend. Eine Violine musste zuverlässig klingen, stabil gebaut sein, rasch ansprechen, im Ensemble tragen und zugleich eine ästhetisch akzeptable Form besitzen. Die Amati-Instrumente boten diese Verbindung. Ihre Eleganz machte sie sammlungswürdig; ihre Klangqualität machte sie spielbar; ihre handwerkliche Ordnung machte sie nachahmbar.
Der Übergang von Andrea zu Antonio und Girolamo fällt außerdem in eine Zeit wachsender instrumentaler Musik. Noch war die große Soloviolinkultur des 17. und 18. Jahrhunderts nicht vollständig entfaltet, aber Tanzensembles, höfische Kapellen, Kirchenmusik und frühe dramatische Formen verlangten zunehmend nach stabilen Streichergruppen. Die Amati-Werkstatt lieferte die materiellen Voraussetzungen dieser Entwicklung.
Antonio Amati steht damit nicht nur für ein Familienkapitel. Er steht für den Moment, in dem die Cremoneser Violine zur Tradition wurde. Seine Bedeutung ist weniger spektakulär als die Andrea Amatis oder Nicolò Amatis, aber strukturell zentral: Er sicherte die Kontinuität zwischen Ursprung und klassischer Blüte.
Auch die spätere Unsicherheit der Zuschreibung gehört zur Kulturgeschichte. Dass viele Instrumente nicht eindeutig Antonio oder Girolamo zugewiesen werden können, zeigt, wie stark die Werkstatt als gemeinsames System funktionierte. Das moderne Bedürfnis nach individueller Autorschaft stößt hier an Grenzen. Gerade diese Grenze macht die Amati-Werkstatt als frühneuzeitliche Produktionsform verständlich.
Wirkung, Sammlungen und Forschungsstand
Die Wirkung Antonio Amatis ist vor allem im Werkstattzusammenhang zu sehen. Er gehört nicht zu den einzelnen Namen, die im allgemeinen Musikgedächtnis so präsent sind wie Stradivari. In der Fachgeschichte des Geigenbaus ist er jedoch unverzichtbar, weil ohne ihn die Linie Andrea Amati – Brüder Amati – Nicolò Amati – Stradivari und Guarneri nicht geschlossen wäre.
Instrumente, die Antonio und Girolamo Amati zugeschrieben werden, befinden sich in privaten Sammlungen, Museumssammlungen, Stiftungen, Auktionsarchiven und wissenschaftlichen Datenbanken. Sie werden wegen ihres Alters, ihrer Seltenheit, ihres warmen Tons, ihrer handwerklichen Eleganz und ihrer Stellung innerhalb der Cremoneser Tradition hoch geschätzt.
Der Forschungsstand ist dynamisch. Neue Zuschreibungen, dendrochronologische Untersuchungen, hochauflösende Fotografie, Lackanalysen, CT-Verfahren, Provenienzforschung und Archivfunde können die Einordnung einzelner Instrumente verändern. Für Antonio Amati ist deshalb eine vorsichtige, quellenkritische Sprache besonders wichtig.
Werkstatt-, Instrumenten- und Quellenverzeichnis
Antonio Amati war Geigenbauer und kein Komponist. Ein „Werkverzeichnis“ ist daher als Werkstatt-, Instrumenten- und Quellenverzeichnis anzulegen. Da viele Instrumente unter dem gemeinsamen Namen Antonio & Girolamo Amati beziehungsweise Antonius & Hieronymus Amati überliefert sind, wird im Folgenden zwischen sicherer biographischer Dokumentation, gemeinsamer Brüderwerkstatt, problematischen Einzelzuschreibungen und wichtigen Instrumentenkomplexen unterschieden.
Dokumentarische Lebens- und Werkstattnachweise
| 1556: magistro Antoni che fa i liuti | Antonio ist bereits 16 Jahre oder älter und als magistro Antoni che fa i liuti in der väterlichen Werkstatt bezeugt. Der Nachweis ist zentral, weil er Antonio früh als aktiven Instrumentenmacher im Umfeld Andrea Amatis zeigt. |
|---|---|
| 1577: Tod Andrea Amatis | Nach dem Tod des Vaters ging die Werkstatt auf die Söhne Antonio und Girolamo über. Damit begann die zweite Amati-Generation im engeren Sinn. |
| 1580: Antonio und Girolamo als Erben | Beide Brüder werden als Erben Andrea Amatis genannt. Der Nachweis bestätigt die familiäre und werkstattrechtliche Kontinuität. |
| 1588: Teilung beziehungsweise Übertragung | Antonio übertrug seinen Anteil an Haus und Werkstatt für 500 Lire an Girolamo. Dieses Dokument markiert eine wichtige Veränderung der Besitz- und Werkstattverhältnisse. |
| 1607: Tod in Cremona | Antonio Amati starb am 4. März 1607 in Cremona. Danach blieb Girolamo beziehungsweise dessen Linie die entscheidende Trägerin der Amati-Werkstatt. |
Etiketten und Werkstattformeln
| Antonius & Hieronymus Amati | Gemeinsame lateinische Etikettenform der Brüder, die beide als Söhne Andrea Amatis nennt. Sie ist für die Zuschreibung wichtig, aber nicht immer als eindeutiger Hinweis auf gleichmäßige Handbeteiligung zu lesen. |
|---|---|
| Andreae fil. | Formel, die die Brüder ausdrücklich als Söhne Andrea Amatis ausweist. Sie betont die dynastische Legitimation der Werkstatt. |
| Cremona / Cremonen. | Ortsangabe der Werkstatt. Cremona wird im Etikett nicht nur als Herstellungsort, sondern als Qualitäts- und Herkunftszeichen sichtbar. |
| Weiterverwendung nach 1588 | Die gemeinsame Etikettenform konnte auch nach der Besitztrennung beziehungsweise unter Girolamos stärkerer Dominanz weiter verwendet werden. Deshalb ist die Etikettenlektüre allein nicht ausreichend. |
Instrumentengattungen der Antonio-und-Girolamo-Phase
| Violine | Hauptgattung der Brüderwerkstatt. Die Violinen entwickeln Andrea Amatis Modelle weiter und zeigen eine verfeinerte Behandlung von Umriss, Wölbung, f-Schalllöchern und Hohlkehle. |
|---|---|
| Kleine Violine | Einige Instrumente folgen kleineren Modellen, die aus der frühen Vielfalt der Violinfamilie hervorgehen. Solche Stücke zeigen, dass die Maße um 1600 noch nicht vollständig normiert waren. |
| Viola | Die Brüder Amati sind für die Entwicklung von Violaformen wichtig, insbesondere im Spannungsfeld von Tenor- und Altgrößen. Zuschreibungen einzelner Instrumente bleiben quellenkritisch zu prüfen. |
| Tenorviola | Großes Mittelstimmeninstrument der frühen Violinfamilie. Viele solcher Instrumente wurden später reduziert, um sie an moderne Spielbedürfnisse anzupassen. |
| Bassinstrumente | Bassgeigen und frühe Violoncelli beziehungsweise Bassi der Violinfamilie stehen im weiteren Werkstattkontext. Zuschreibung und spätere Umbauten sind besonders kritisch zu behandeln. |
Wichtige Antonio-und-Girolamo-Instrumente und Instrumentenkomplexe
| Baron Knoop, Violine, Cremona 1590 | In Tarisio-Cozio als Instrument der Antonio-und-Girolamo-Amati-Gruppe geführt. Wichtiges Beispiel der frühen gemeinsamen Brüderphase beziehungsweise des Übergangs nach der Andrea-Amati-Werkstatt. |
|---|---|
| King Henry IV, Violine, Cremona um 1595 | In Tarisio-Cozio als berühmtes Instrument der Antonio-und-Girolamo-Gruppe nachgewiesen. Der Name verweist auf spätere Provenienz- beziehungsweise Besitztradition und unterstreicht den Rang solcher Instrumente. |
| Violine, Cremona 1595 | Instrumentengruppe aus der Zeit kurz nach der Werkstattteilung; wegen der Etiketten- und Werkstattsituation nur vorsichtig auf Antonio allein zu beziehen. |
| Violine, Cremona 1596 | Beispiel eines späten 16. Jahrhunderts, das unter dem Namen Antonio & Girolamo Amati geführt wird und die Weiterentwicklung der väterlichen Formen zeigt. |
| Violine, Cremona um 1600 | Instrumente um 1600 stehen besonders nahe an der Übergangsfrage zwischen gemeinsamer Brüdertradition, Girolamos eigener Werkstatt und späterer Etikettenkontinuität. |
| Violine, Cremona 1604, National Music Museum | Das National Music Museum besitzt beziehungsweise dokumentiert eine kleine Violine von 1604 im Amati-Kontext. Solche Stücke sind für Maßfragen, Modelltyp und die Entwicklung der kleineren Violinform wichtig. |
| Violine, Cremona 1606 | Einzelne moderne Handels- und Expertisenkontexte führen eine Violine von Antonio und Girolamo Amati, Cremona 1606. Bei solchen Instrumenten ist zu beachten, dass Antonio 1607 starb und Girolamos Werkstattanteil bereits überwog. |
| Viola, spätes 16. oder frühes 17. Jahrhundert | Violen der Brüder-Amati-Tradition werden wegen ihrer Seltenheit und Bedeutung für die Mittelstimme besonders hoch geschätzt. Die genaue Zuweisung an Antonio, Girolamo oder die gemeinsame Werkstatt erfordert Spezialprüfung. |
| Cello / Bassinstrumente, frühes 17. Jahrhundert | Instrumente der Basslage sind im Amati-Kontext oft durch spätere Umbauten geprägt. Die Zuschreibung an Antonio und Girolamo ist daher besonders vorsichtig vorzunehmen. |
Eigenständige Antonio-Amati-Zuschreibungen
| Antonio Amati, 1588, ex Mendelssohn-Armada | Einzelne Quellen und Sammlungsnachweise führen eine Violine von Antonio Amati aus dem Jahr 1588. Der Name ex Mendelssohn-Armada verweist auf eine spätere Provenienz. Solche Zuschreibungen sind wichtig, müssen aber mit Werkstatt- und Etikettenbefund abgeglichen werden. |
|---|---|
| Antonio Amati, einzelne Violinen vor und um 1588 | Instrumente vor oder unmittelbar um die Werkstattteilung sind die plausibelsten Kandidaten für stärkere Antonio-Beteiligung. Eine absolute Sicherheit ist jedoch selten erreichbar. |
| Antonio Amati nach 1588 | Nach der Teilung wird die Alleinzuschreibung schwieriger. Instrumente mit Brüderetikett aus der Zeit nach 1588 werden in der neueren Forschung häufig eher im weiteren Girolamo- beziehungsweise Werkstattkontext gesehen. |
Form- und Stilmerkmale
| Umriss | Die Brüder-Amati-Instrumente zeigen eine Weiterentwicklung des Andrea-Amati-Umrisses. Die Form wirkt harmonisch, ausgewogen und für spätere Cremoneser Modelle vorbildlich. |
|---|---|
| Wölbung | Die Wölbung ist kontrolliert und trägt wesentlich zum warmen Klangcharakter bei. Unterschiede zwischen frühen und späteren Instrumenten sind für Zuschreibungen relevant. |
| f-Schalllöcher | Die f-Schalllöcher wurden gegenüber der Andrea-Generation weiter verfeinert. Sie sind ein wichtiges Zuschreibungs- und Stilmerkmal. |
| Hohlkehle | Die vertiefte Hohlkehle im Randbereich wird als typisches Merkmal der Brüder-Amati-Instrumente beschrieben und mit dem warmen Klangprofil verbunden. |
| Lack | Der Lack zeigt warme Farbtöne und hohe Oberflächenqualität. Unterschiede in Dichte, Farbe und Erhaltungszustand sind für die Forschung wichtig, aber nicht allein beweiskräftig. |
| Schnecke | Die Schneckenformen sind elegant und sorgfältig ausgearbeitet; bei alten Instrumenten ist jedoch häufig zu prüfen, ob Kopf und Hals original sind oder später ersetzt wurden. |
| Innenform | Die Cremoneser Innenformtradition ermöglichte reproduzierbare Umrisse und Werkstattkontinuität. Sie verbindet Antonio mit Andrea und der späteren Amati-Linie. |
Werkstattnachfolge und genealogische Einordnung
| Andrea Amati | Vater Antonios und Begründer der Cremoneser Amati-Werkstatt. Andrea schuf die Grundmodelle der frühen Violinfamilie, auf denen Antonio aufbaute. |
|---|---|
| Girolamo Amati | Bruder Antonios und wichtigster Partner in der zweiten Amati-Generation. Nach der Teilung und nach Antonios Tod wurde Girolamo zur entscheidenden Werkstattfigur. |
| Nicolò Amati | Neffe Antonios und Sohn Girolamos. Er führte die Amati-Werkstatt im 17. Jahrhundert zu internationaler Geltung und beeinflusste Stradivari, Guarneri und viele weitere Meister. |
| Girolamo II Amati | Späterer Vertreter der Familie und letzter bedeutender Amati-Meister; gehört in die nachnicolaische Fortsetzung der Dynastie. |
| Stradivari und Guarneri | Spätere Cremoneser Meister, deren Werk ohne die Amati-Modelle und die Werkstatttradition der Familie nicht denkbar ist. |
Quellen- und Forschungskomplexe
| MGG Online | Fachlexikalischer Hauptnachweis zu Antonio Amati mit Lebensdaten, Frühbeleg von 1556, Erbschaftsnachweis und Werkstattteilungsangaben. |
|---|---|
| Bonetti 1938 | Ältere quellenkundliche Grundlage für den Beleg magistro Antoni che fa i liuti. Der Nachweis ist für Antonios frühe Werkstattrolle besonders wichtig. |
| Tarisio Cozio Archive | Instrumenten- und Provenienzdatenbank mit zahlreichen Einträgen zu Antonio & Girolamo Amati, einschließlich Violinen, Violen, Celloinstrumenten, Datierungen und bekannten Namen. |
| Metropolitan Museum of Art | Der Met-Beitrag zur Amati-Familie ordnet Antonio und Girolamo in die Familien- und Werkstattgeschichte ein und betont die über Generationen entwickelte Methode. |
| National Music Museum | Sammlungsnachweise zu Amati-Instrumenten und verwandten frühen Cremoneser Instrumenten, wichtig für Detailfragen der Instrumentenform. |
| Ingles & Hayday | Fachliche Handels- und Zuschreibungsperspektive auf Antonio & Girolamo Amati, besonders zur Frage, wie Instrumente nach 1588 und bis 1630 zu bewerten sind. |
| Fausto Cacciatori | Moderne archivalische und genealogische Forschung zur Amati-Familie, insbesondere in Il DNA degli Amati. |
| Philip J. Kass | Wichtiger Forscher zur Amati-Familie, zu Nicolò Amati und zu Cremoneser Familien- und Werkstattgeschichte. |
| John Dilworth | Autor zur Entstehung und Entwicklung der Violine; wichtig für die Einordnung der Amati-Modelle in die Instrumentengeschichte. |
Sekundärliteratur
- Bonetti, Carlo: La genealogia degli Amati liutai e il primato della scuola liutistica cremonese. Cremona 1938. Ältere, quellenkundlich wichtige Arbeit zur Familie Amati und zum Cremoneser Geigenbau; enthält den Beleg zu Antonio als magistro Antoni che fa i liuti.
- Cacciatori, Fausto: Il DNA degli Amati. Cremona 2006. Moderne archivalische Studie zur Amati-Familie, ihren Werkstattverhältnissen und genealogischen Grundlagen.
- Cacciatori, Fausto, Hrsg.: Andrea Amati Opera Omnia. Les Violons du Roi. Cremona 2007. Zentrale Dokumentation zur Andrea-Amati-Tradition, aus der Antonios Werkstattumfeld hervorgeht.
- Dilworth, John: „The Violin and Bow. Origins and Development“, in: Robin Stowell, Hrsg.: The Cambridge Companion to the Violin. Cambridge: Cambridge University Press, 1992, S. 1–29. Grundlegende Darstellung zur Entstehung der Violine und zur Rolle der Amati-Familie.
- Drees, Stefan, Hrsg.: Lexikon der Violine. Laaber: Laaber-Verlag, 2004. Deutschsprachiges Fachlexikon zur Violine, ihren Bauformen, Spielern, Werken und historischen Instrumentenbauern.
- Hargrave, Roger: Aufsätze zu Andrea Amati und zum frühen Cremoneser Geigenbau. Wichtige Beiträge zur Werkstattpraxis, Zuschreibung und frühen Formgeschichte, auch für die zweite Amati-Generation relevant.
- Henley, William: Universal Dictionary of Violin & Bow Makers. Brighton: Amati Publishing, 1973. Klassisches Nachschlagewerk zu Geigen- und Bogenmachern mit älterer Werkstatttradition.
- Hill, W. Henry; Hill, Arthur F.; Hill, Alfred Ebsworth: Antonio Stradivari. His Life and Work. London: Macmillan, 1902. Historisches Standardwerk zu Stradivari mit Rückblick auf die Cremoneser Amati-Tradition.
- Jalovec, Karel: Italian Violin Makers. London: Paul Hamlyn, 1964. Überblickswerk zu italienischen Geigenbauern, darunter Amati, Guarneri, Stradivari und verwandte Schulen.
- Kass, Philip J.: „The Stati d’Anime of S. Faustino in Cremona: Tracing the Amati Family 1641–1686“, in: Journal of the Violin Society of America, 1999. Wichtige genealogische und quellenkundliche Studie zur Amati-Familie.
- Kass, Philip J.: „Nicolò Amati: His Life and Times“, in: Journal of the Violin Society of America 15/2, 1996. Studie zur nachfolgenden Amati-Generation, die Antonios werkstattgeschichtliche Stellung indirekt erhellt.
- Kolneder, Walter: Das Buch der Violine. Bau, Geschichte, Spiel, Pädagogik, Komposition. Zürich/Mainz: Atlantis Musikbuch / Schott, 1993. Deutschsprachiges Grundlagenwerk zur Violine und ihrer historischen Bauentwicklung.
- Pollens, Stewart: Stradivari. Cambridge: Cambridge University Press, 2010. Studie zu Stradivari, wichtig wegen der vorausgehenden Amati-Modelle und Cremoneser Werkstatttradition.
- Sacconi, Simone F.: I segreti di Stradivari. Cremona: Libreria del Convegno, 1972. Grundlegende Werkstattstudie zum Cremoneser Geigenbau, die die Amati-Voraussetzungen für Stradivari sichtbar macht.
- Witten, Laurence C.: „The Surviving Instruments of Andrea Amati“, in: Early Music 10, 1982. Wichtige Untersuchung zur Andrea-Amati-Überlieferung und damit zum Ausgangspunkt von Antonios Werkstattumfeld.
Ausgewählte Onlinequellen
- Academia Sinica / TELDAP: Violin by Antonio Amati, 1588 ex “Mendelssohn-Armada” Sammlungs- beziehungsweise Instrumentenbeitrag zu einer Antonio-Amati-Zuschreibung von 1588 mit Hinweis auf die zweite Amati-Generation.
- National Music Museum: Violin by Girolamo Amati, Cremona 1604 Sammlungsseite zu einem seltenen Girolamo-Amati-Instrument mit Einzelnamenetikett, wichtig für die Abgrenzung von gemeinsamer Brüderetikettierung und individueller Zuschreibung.
- National Music Museum: Violin, Amati context Sammlungsnachweis zu einer kleinen Amati-Violine, die für Modell-, Größen- und Zuschreibungsfragen der Amati-Werkstatt relevant ist.
- Ingles & Hayday: Antonio & Girolamo Amati Fachlicher Instrumentenbeitrag zur Brüder-Amati-Werkstatt mit besonderem Hinweis auf die Zuschreibungsproblematik nach 1588.
- Metropolitan Museum of Art: Building a Family Dynasty – Three Generations of Amati Luthiers Aufsatz von Philip J. Kass zur Amati-Dynastie, zu Werkstattkontinuität, Familienmethode und europäischer Ausstrahlung.
- MGG Online: Amati – Antonio Amati Fachlexikalischer Artikel mit Lebensdaten, Frühbeleg von 1556 und werkstattgeschichtlicher Einordnung Antonios.
- MGG Online: Amati – Antonio und Werkstattteilung Fachlexikalischer Nachweis zu Geburt, Tod und dem Dokument von 1588, in dem Antonio seinen Anteil an Haus und Werkstatt an Girolamo überträgt.
- Scrollavezza & Zanrè: Amati Antonio e Girolamo Werkstattgeschichtlicher Überblick zu Antonio und Girolamo Amati, zur Zusammenarbeit nach Andrea Amatis Tod und zur Trennung von 1588.
- Tarisio Cozio Archive: Antonio & Girolamo Amati Instrumenten- und Meisterdatenbank zur Brüder-Amati-Werkstatt mit Instrumentenliste, Datierungen, Typen und Provenienzbezeichnungen.
- Tarisio Cozio Archive: Antonio & Girolamo Amati, Listenansicht Listenansicht der dokumentierten Instrumente, darunter Violinen der Jahre 1590, um 1595, 1595 und 1596.
- Tarisio Cozio Archive: Andrea Amati, Werkstattnachfolge Andrea-Amati-Seite mit Hinweis auf die Werkstattnachfolge durch Antonio und Girolamo nach 1577.
- Wright Violins: Violin by Antonio and Girolamo Amati, Cremona 1606 Instrumentenbeschreibung einer Brüder-Amati-Violine von 1606, nützlich als Beispiel moderner Expertisen- und Handelsbeschreibung alter Cremoneser Instrumente.
Weiterführende Einträge
- Andrea Amati (I) Vater Antonios, Begründer der Amati-Werkstatt und formbildende Ausgangsfigur des Cremoneser Geigenbaus.
- Amati-Familie Cremoneser Geigenbaudynastie von Andrea über Antonio, Girolamo und Nicolò bis zur späten Familienlinie.
- Girolamo Amati Bruder Antonios, Werkstattpartner und Vater Nicolò Amatis.
- Nicolò Amati Neffe Antonios und bedeutendster Meister der späteren Amati-Werkstatt.
- Antonio & Girolamo Amati Gemeinsames Werkstattlemma zu den Brüdern Amati und ihrer schwer trennbaren Instrumentenproduktion.
- Antonio Stradivari Späterer Cremoneser Meister, dessen Werk ohne die Amati-Modelle kaum denkbar ist.
- Barockvioline Historische Spiel- und Bauform der Violine, die aus der Amati-Tradition hervorgeht.
- Brüdermarke im Instrumentenbau Werkstatt- und Etikettenform, bei der mehrere Familienmitglieder gemeinsam auftreten.
- Cremona Lombardische Stadt und Zentrum des klassischen italienischen Geigenbaus.
- Cremoneser Geigenbau Handwerks- und Klangtradition, die durch die Amati-Familie begründet und durch Stradivari und Guarneri berühmt wurde.
- f-Schallloch Charakteristische Deckenöffnung der Violine, deren Form bei den Brüdern Amati weiter verfeinert wurde.
- Geigenbau Handwerkskunst des Baus von Violinen, Violen, Violoncelli und verwandten Streichinstrumenten.
- Geigenbauer Beruf und Werkstattrolle, die Antonio Amati innerhalb der Cremoneser Tradition ausübte.
- Girolamo II Amati Später Vertreter der Amati-Familie und letzter bedeutender Träger des Namens im Cremoneser Geigenbau.
- Guarneri-Familie Cremoneser Geigenbauerfamilie, deren Entwicklung aus dem Amati-Umfeld heraus verständlich wird.
- Hohlkehle im Geigenbau Vertiefte Randzone von Decke und Boden, die bei Brüder-Amati-Instrumenten als charakteristisches Merkmal gilt.
- Innenform Zentrales Werkstattmittel des Cremoneser Geigenbaus zur reproduzierbaren Formung von Zargen und Umriss.
- Instrumentenzettel Etikettenform im Inneren von Streichinstrumenten, für Amati-Zuschreibungen besonders wichtig und zugleich problematisch.
- Lack im Geigenbau Oberflächenbehandlung, Schutzschicht und ästhetisches Erkennungsmerkmal Cremoneser Instrumente.
- Lautenbau Älterer Saiteninstrumentenbau, aus dessen terminologischem und handwerklichem Umfeld die frühe Geigenbauwerkstatt hervorging.
- Museo del Violino Cremona Zentraler Museums- und Erinnerungsort des Cremoneser Geigenbaus.
- Provenienz historischer Instrumente Herkunfts- und Besitzgeschichte, die für Amati-Instrumente und ihre Zuschreibung entscheidend ist.
- Rugeri-Familie Weitere Cremoneser Geigenbauerfamilie im Umfeld der Amati- und Stradivari-Tradition.
- Schnecke im Geigenbau Wirbelkastenabschluss der Violine und wichtiges Stilmerkmal historischer Geigenbauer.
- Viola Mittelstimmeninstrument der Violinfamilie, dessen frühe Formen in der Amati-Werkstatt weiterentwickelt wurden.
- Violine Hauptinstrument der Violinfamilie und zentrales Produkt der Amati-Werkstatt.
- Violinfamilie Instrumentengruppe aus Violine, Viola, Violoncello und verwandten Bassinstrumenten.
- Violoncello Bassinstrument der Violinfamilie, dessen frühe Werkstattformen im Amati-Kontext zu prüfen sind.
- Werkstatttradition Überlieferung von Formen, Werkzeugen, Techniken und Modellen innerhalb einer Familie oder Schule.
- Wölbung im Geigenbau Form von Decke und Boden, die bei Amati-Instrumenten für Klang und Zuschreibung wichtig ist.