Abondio Antonelli

Abbondio · Abundio · Antonelli da Fabrica · Antonellio · Antinelli · * zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts in Fabrica di Roma · wahrscheinlich † 1629 oder früher in Rom (?) · Komponist und Kapellmeister

Überblick

Abondio Antonelli, auch Abbondio oder Abundio Antonelli, war ein italienischer Komponist, Kapellmeister und Kirchenmusiker der römisch-beneventanischen Musiklandschaft des frühen 17. Jahrhunderts. Er stammte aus Fabrica di Roma, weshalb er in den Quellen auch als Antonelli da Fabrica erscheint. Seine Lebensdaten sind nur näherungsweise bekannt: Er wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts geboren und starb wahrscheinlich 1629 oder früher, möglicherweise in Rom.

Antonelli ist besonders durch seine Tätigkeit an S. Giovanni in Laterano in Rom und durch sein Kapellmeisteramt an der Kathedrale von Benevento greifbar. Am Lateran wirkte er vom 1. Juni 1611 bis zum 20. Juli 1613 als Kapellmeister. In Benevento ist er durch die Titelblätter und Widmungen seiner Drucke von 1614 und 1615 als Leiter der dortigen Metropolitankapelle beziehungsweise Kathedralkapelle belegt. Damit steht er zwischen römischer Hauptkirchenmusik und süditalienischer Kathedralpraxis.

Sein erhaltenes Werk umfasst geistliche Motetten, Sacrae cantiones, kleinbesetzte geistliche Vokalmusik, mehrstimmige und möglicherweise mehrchörige Kirchenmusik, ein Buch fünfstimmiger Madrigale mit Orgelbass sowie Werke, die an die Frühgeschichte des lateinischen geistlichen Dialogs anschließen. Besonders wichtig sind die in Rom bei Bartolomeo Zannetti gedruckten Sammlungen von 1614 bis 1616 und der 1629 bei Giovanni Battista Robletti erschienene Familienband.

Abondio Antonelli gehört zur Generation nach Giovanni Pierluigi da Palestrina und vor der vollen Ausprägung hochbarocker römischer Kirchenmusik. Seine Musik bewegt sich in jener Übergangszone, in der kontrapunktische Polyphonie, liturgische Textklarheit, Basso continuo, kleinbesetzte Konzertpraxis, Echoeffekt, Dialogform und vielstimmige Klanganlage nebeneinanderstehen. Seine Bedeutung liegt weniger in kanonischer Berühmtheit als in der genauen Sichtbarkeit einer praktischen Kapellmeisterkultur um 1600.

Zur Familie gehören außerdem Francesco Antonelli und Angelo Antonelli, Brüder Abondios. Francesco gab 1629 den gemeinsamen Familienband Missa ac sacrarum cantionum heraus; Angelo ist als jüngerer Sänger im Laterankontext und als Komponist einzelner Motetten belegt. Die Antonelli-Familie ist daher als kleine, aber gut fassbare Musikerfamilie aus Fabrica di Roma zu verstehen, deren Drucke die Verbindung von Herkunft, Familie, römischer Musikpraxis und kirchlicher Repräsentation sichtbar machen.

Kurzdaten

Name Abondio Antonelli.
Weitere Namensformen Abbondio Antonelli, Abundio Antonelli, Abundius Antonelli, Abondio Antonelli da Fabrica, Abundio Antonelli da Fabrica, Antonelli da Fabrica, Antonellio, Antinelli.
Familie Antonelli beziehungsweise Antonelli da Fabrica, eine aus Fabrica di Roma stammende Musikerfamilie; als Brüder sind Francesco Antonelli und Angelo Antonelli greifbar.
Geburt Zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts in Fabrica di Roma; einzelne moderne Kurzangaben nennen etwa 1550 oder um 1575, doch ist die allgemeinere Formulierung quellenkritisch sicherer.
Tod Wahrscheinlich 1629 oder früher, möglicherweise in Rom; ob Antonelli beim Erscheinen des Familienbandes von 1629 noch lebte, bleibt ungeklärt.
Beruf Komponist, Kapellmeister, Kirchenmusiker, Lehrer und Teilnehmer einer musiktheoretischen Kontroverse mit Romano Micheli.
Herkunftsort Fabrica di Roma im heutigen Latium, historisch im kulturellen Einzugsbereich Roms und Viterbos.
Wirkungsorte Fabrica di Roma, Rom, S. Giovanni in Laterano, möglicherweise Seminario Romano, Benevento und vermutlich später wieder Rom.
Ämter Kapellmeister an S. Giovanni in Laterano vom 1. Juni 1611 bis 20. Juli 1613; 1614/1615 als Kapellmeister der Kathedrale beziehungsweise Metropolitankapelle von Benevento belegt.
Hauptgattungen Geistliche Motette, Sacrae cantiones, Madrigal, lateinischer Dialog, Messe, kleinbesetzte geistliche Vokalmusik, mehrstimmige Kirchenmusik und Vokalmusik mit Orgelbass.
Wichtige Drucker Bartolomeo Zannetti in Rom, Giovanni Battista Robletti in Rom, Giovanni Battista Bonfadino in Venedig für die Micheli-Antonelli-Kontroverse.
Zentrale Drucke Sacrarum cantionum 1614, Madrigali a cinque voci 1614, Liber primus diversarum modulationum 1615, Liber secundus diversarum modulationum 1615, Liber tertius diversarum modulationum 1616 und Missa ac sacrarum cantionum 1629.
Datei antonelli-abondio.shtml.

Namensformen, Familie und Quellenlage

Die Quellen überliefern den Namen in mehreren Formen. Neben Abondio Antonelli begegnen Abbondio, Abundio und latinisiert Abundius. Der Familienname erscheint als Antonelli, Antonelli da Fabrica, Antonellio und vereinzelt Antinelli. Diese Varianten sind für Katalogrecherchen wichtig, weil frühe Drucke, spätere Handschriften, ältere Musiklexika, RISM-Datensätze und moderne Onlineportale keine einheitliche Transliteration oder Namensnormalisierung verwenden.

Der Herkunftszusatz da Fabrica ist kein dekorativer Beiname, sondern ein zentrales Identifikationsmerkmal. Er verweist auf Fabrica di Roma. Paolo Agostini formulierte 1627 in einer Widmung, Fabrica rühme sich, Mutter Abundio Antonellis zu sein. Der Ort war daher nicht nur biographische Herkunft, sondern Bestandteil der zeitgenössischen musikalischen Reputation.

Die Familienstruktur ist durch den Druck von 1629 besonders deutlich belegt. Der Titel des Bandes nennt Abundio, Francesco und Angelo Antonelli als drei leibliche Brüder. Francesco erscheint als Herausgeber, Abondio als wichtigster Komponist, Angelo als jüngerer Bruder und Mitkomponist. Damit wird aus dem Namen Antonelli nicht nur eine Einzelperson, sondern ein kleines musikalisches Familiennetz sichtbar.

Die Quellenlage ist im Detail vorsichtig zu behandeln. Die ältere Angabe, Antonelli sei bereits 1608 Kapellmeister am Lateran gewesen, ist nach neuerer Forschung zu korrigieren; gesichert ist der Zeitraum 1611 bis 1613. Auch ein später behauptetes Kapellmeisteramt an SS. Lorenzo e Damaso ist problematisch, weil die betreffenden späteren Sammeldruckstücke nach Treccani nicht Abondio Antonelli, sondern Antonello Filitrani zuzuschreiben sind. Für den vorliegenden Eintrag wird daher zwischen gesicherten Daten, plausiblen Hinweisen und zurückzuweisenden älteren Zuschreibungen unterschieden.

Leben und Ämter

Abondio Antonelli wurde in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Fabrica di Roma geboren. Über seine Jugend, Familie und Ausbildung ist nichts Sicheres überliefert. Da seine spätere Laufbahn ihn in den römischen Kirchenmusikbetrieb führte, ist anzunehmen, dass er eine solide vokale, kontrapunktische und liturgische Ausbildung erhielt. Die Nähe zu Rom erleichterte den Eintritt in ein dichtes Netz von Kirchen, Seminaren, Kapellen und Musikdruckern.

Zwischen 1602 und 1606 könnte Antonelli am Seminario Romano als Musiklehrer tätig gewesen sein. Diese Nachricht wird in der älteren Überlieferung mit Pitoni und Casimiri verbunden und nennt ihn im Umfeld von Flaminio Oddi und Antonio Cifra. Sie ist weniger fest als die Lateran-Daten, aber kulturgeschichtlich plausibel, weil das Seminario Romano eine wichtige Ausbildungsinstitution für Sänger, Kleriker und Kirchenmusiker war.

Sicher ist sein Amt als Kapellmeister an S. Giovanni in Laterano in Rom. Er trat dieses Amt am 1. Juni 1611 an und blieb bis zum 20. Juli 1613. Die Lateranbasilika war eine der bedeutendsten Kirchen Roms; ein Kapellmeisteramt dort verlangte liturgische, pädagogische und organisatorische Kompetenz. Antonelli leitete nicht nur die musikalische Praxis, sondern war auch für die Ausbildung von Sängerknaben verantwortlich. Unter diesen werden sein Bruder Angelo Antonelli und Tullio Cima aus Ronciglione genannt.

1614 und 1615 ist Antonelli als Kapellmeister der Kathedrale von Benevento greifbar. Diese Angabe ist durch die Titelblätter seiner Drucke und durch Widmungen gesichert. Benevento war eine bedeutende kirchliche Stadt, deren Kathedralkapelle anspruchsvolle liturgische Musik benötigte. Die Tatsache, dass Antonelli seine Drucke in Rom erscheinen ließ, während er in Benevento amtierte, zeigt zugleich die Reichweite römischer Musikdrucker und die Mobilität frühneuzeitlicher Kapellmeister.

Nach 1616 scheint Antonelli wieder in Rom gewesen zu sein. Sein späteres Leben bleibt jedoch nur fragmentarisch greifbar. Der Familienband von 1629 wurde von Francesco Antonelli herausgegeben; ob Abondio zu diesem Zeitpunkt noch lebte oder bereits verstorben war, lässt sich nicht sicher entscheiden. Die vorsichtige Formulierung „wahrscheinlich 1629 oder früher“ entspricht daher der Quellenlage besser als ein festes Todesdatum.

Francesco und Angelo Antonelli

Francesco Antonelli ist vor allem als Bruder Abondios und als Herausgeber des Familienbandes von 1629 bedeutsam. Über seine eigenen Lebensdaten und Ämter ist nur wenig bekannt. Der Druck Missa ac sacrarum cantionum binis, ternis et quaternis vocibus stellt ihn jedoch als Mitglied einer musikalischen Brüdergruppe vor. Seine Herausgeberschaft ist kulturgeschichtlich wichtig, weil sie den Familiennamen Antonelli als musikalische Einheit sichtbar macht.

Angelo Antonelli war ein jüngerer Bruder Abondios. Er erscheint im Laterankontext als Sängerknabe und damit als Teil des Ausbildungssystems, das Abondio als Kapellmeister leitete. Zugleich ist Angelo als Komponist einzelner Motetten greifbar. Der Druck Sacrarum cantionum von 1614 enthält nach RISM drei Motetten Angelos, während der Hauptteil aus Motetten Abondios besteht. Auch der Familienband von 1629 führt Angelo als Mitkomponisten.

Die drei Brüder zeigen eine typische frühneuzeitliche Musikerfamilienstruktur. Nicht alle Mitglieder erreichten denselben Rang, doch Familienname, Herkunftsort, Ausbildung, kirchliches Amt, Druck und Widmung wirkten zusammen. Abondio war die zentrale kompositorische Gestalt, Francesco der Herausgeber und Angelo der jüngere Sänger-Komponist. Gerade diese Abstufung macht die Familie Antonelli für die Kulturgeschichte interessant.

Kulturüberblick

Abondio Antonelli gehört in die römische Kirchenmusik nach dem Konzil von Trient und vor der vollen Ausprägung des römischen Hochbarocks. Diese Zeit war durch eine produktive Spannung geprägt: Der ältere kontrapunktische Kirchenstil blieb verbindlich, zugleich entwickelten sich neue Formen der Textdeutlichkeit, der kleinbesetzten Motette, des Basso continuo, der dialogischen Anlage und der klangräumlichen Mehrstimmigkeit.

Rom war um 1600 ein musikalisches Zentrum von europäischem Rang. Große Basiliken, Kollegien, Oratorianer, Seminare, Kardinalsresidenzen, Bruderschaften und Drucker bildeten ein enges Netzwerk. Komponisten wie Felice Anerio, Francesco Soriano, Antonio Cifra, Domenico Massenzio, Paolo Agostini, Vincenzo Ugolini und Romano Micheli standen für unterschiedliche Ausprägungen dieser Welt. Antonelli ist in dieses Milieu einzuordnen, ohne mit den berühmtesten Namen gleichgesetzt zu werden.

Sein Weg von Fabrica di Roma über den Lateran nach Benevento zeigt zudem, dass Kirchenmusiker nicht nur an einem Ort wirkten. Sie bewegten sich zwischen Herkunftsstadt, römischem Prestige, Kathedralämtern, Druckerwerkstätten und Mäzenen. Benevento war kein Randort, sondern ein kirchliches Zentrum, das die römische Musikdruckkultur mit süditalienischer Kathedralpraxis verband.

Die Drucke Antonellis zeigen die praktische Seite dieser Kultur. Es handelt sich nicht um abstrakte Kunstwerke für den Konzertsaal, sondern um Musik für Liturgie, Kapelle, Chorgebrauch, Festtage, marianische Verehrung, mehrstimmige Andacht und gelehrte musikalische Reputation. Die Sammlungstitel Sacrarum cantionum und Diversarum modulationum deuten diese Verbindung von liturgischer Funktion und kompositorischer Vielfalt bereits an.

Lateran, Benevento und Kapellmeisterpraxis

Das Kapellmeisteramt an S. Giovanni in Laterano war ein hochrangiges kirchenmusikalisches Amt. Der Lateran war die Bischofskirche des Papstes und besaß eine liturgische Würde, die weit über eine gewöhnliche Stadtkirche hinausging. Ein Kapellmeister musste dort Repertoire bereitstellen, Sänger anleiten, Knaben ausbilden, Festtage vorbereiten und musikalische Disziplin sichern. Antonellis Amtszeit von 1611 bis 1613 belegt daher seine professionelle Anerkennung im römischen Umfeld.

In Benevento wird Antonelli durch seine eigenen Drucke sichtbar. Die Titelzusätze seiner Publikationen bezeichnen ihn als Kapellmeister der Beneventaner Metropolitankapelle. Diese Information ist wertvoll, weil sie Amt, Ort und Druckprogramm miteinander verbindet. Die Drucke von 1614 und 1615 sind nicht bloß musikalische Sammlungen, sondern auch Karrierezeugnisse eines Kapellmeisters, der sein Repertoire publizistisch verbreitete.

Die Kapellmeisterpraxis um 1600 war umfassend. Sie verlangte liturgisches Wissen, kontrapunktische Technik, pädagogische Fähigkeit, Kenntnis der Stimmen, flexible Besetzungspraxis und soziale Beweglichkeit. Antonellis Werke für zwei bis sieben Stimmen, sein Orgelbassgebrauch, seine Madrigale und seine mehrstimmigen geistlichen Stücke zeigen, dass er unterschiedliche Aufführungssituationen bedienen konnte.

Stil, Satztechnik und Gattungen

Antonellis Stil steht zwischen Renaissancepolyphonie und Frühbarock. Er knüpft an die römische kontrapunktische Tradition an, verwendet aber auch moderne Elemente wie Orgelbass, flexible Stimmenzahlen, kleinbesetzte geistliche Vokalmusik und möglicherweise dialogische Dramatisierung. Seine Musik gehört damit zu jener breiten, oft unterschätzten Übergangskultur, in der neue barocke Verfahren nicht abrupt, sondern innerhalb bestehender liturgischer Formen erscheinen.

Die Sacrarum cantionum von 1614 enthalten geistliche Gesänge für vier, fünf und sechs Stimmen. Die Diversarum modulationum erweitern den Blick auf Besetzungen von zwei bis sieben Stimmen. Diese Flexibilität ist charakteristisch für die Jahrzehnte nach 1600. Sie erlaubt liturgischen Gebrauch in unterschiedlichen Kapellgrößen und verbindet mehrstimmige Klangfülle mit kammermusikalischer Beweglichkeit.

Das Madrigalbuch von 1614 zeigt Antonelli als Komponisten außerhalb des rein liturgischen Bereichs. Fünfstimmige Madrigale mit Basso ad organo stehen an einer Schwelle: Sie bewahren die polyphone Madrigalkultur des 16. Jahrhunderts, übernehmen aber eine continuo-gestützte Praxis, die in die frühbarocke Vokalästhetik weist. Der Widmungskontext an Kardinal Odoardo Farnese verdeutlicht zugleich die höfisch-kardinalizische Repräsentationsfunktion solcher Drucke.

Einzelne großbesetzte oder vielstimmige Werke, etwa die in der Überlieferung genannten acht- oder zwölfstimmigen Stücke und das Magnificat zu acht Stimmen mit Orgel, verweisen auf räumliche Klangwirkung und mehrchörige Möglichkeiten. August Wilhelm Ambros bemerkte in diesem Zusammenhang eine Nähe zur Art Giovanni Gabrielis. Damit ist nicht gemeint, Antonelli sei ein venezianischer Komponist; vielmehr zeigt sich, dass auch römische Kirchenmusiker klangräumliche und instrumental gestützte Modelle aufnahmen.

Romano Micheli und die musiktheoretische Kontroverse

Eine besondere Facette von Antonellis Profil bildet die Auseinandersetzung mit Romano Micheli. 1621 erschien in Venedig bei Giovanni Battista Bonfadino eine Schrift Michelis, die einen Brief Abundio Antonellis und Michelis Antwort abdruckte. Der Gegenstand betraf gelehrte kontrapunktische Kunstverfahren, musikalische „Oblighi“ und die Frage, wie solche künstlichen Kompositionsaufgaben zu bewerten seien.

Diese Kontroverse zeigt, dass Antonelli nicht nur als praktischer Kapellmeister zu betrachten ist. Er bewegte sich auch in einem schriftlichen und theoretischen Diskurs, in dem kompositorische Kunst, Kontrapunkt, Prestige und öffentliche Polemik miteinander verbunden waren. Frühneuzeitliche Musiktheorie war nicht allein Lehrbuchwissen, sondern auch ein Medium persönlicher und fachlicher Selbstbehauptung.

Die erhaltene Druckform ist allerdings quellenkritisch zu lesen, weil Micheli die Publikation kontrollierte und seine eigene Antwort in den Vordergrund stellte. Dennoch bleibt Antonellis Name durch diese Schrift mit der gelehrten Kontrapunktkultur des frühen 17. Jahrhunderts verbunden. Für die Einschätzung seiner Musik ist dies wichtig: Seine Werke stehen nicht nur im Gebrauchskontext der Kirche, sondern auch im Horizont theoretischer Kunstfertigkeit.

Werkverzeichnis

Das folgende Werkverzeichnis ordnet die nach Treccani, RISM, Gaspari, Musicologie.org, Kurtzman/Schnoebelen und weiteren Katalogen greifbaren Drucke, Werkgruppen, Einzelstücke und zweifelhaften Zuschreibungen. Bei Antonelli ist zwischen gesicherten Drucken, Familienband, späteren Handschriften, Santini-Überlieferung, Sammeldrucknachweisen und zurückzuweisenden Fehlzuschreibungen zu unterscheiden.

Eigene Drucke Abondio Antonellis

Sacrarum cantionum quae quaternis, quinis ac senis vocibus concinuntur. Liber primus Rom, Bartolomeo Zannetti, 1614. Geistliche Motettensammlung für vier, fünf und sechs Stimmen mit Basso continuo beziehungsweise Orgelbass. Der Druck nennt Abundio Antonelli als Leiter der Beneventaner Metropolitankapelle und enthält nach RISM 18 Motetten Abondios sowie drei Motetten Angelos.
Madrigali a cinque voci di Abundio Antonelli da Fabrica. Con il Basso ad organo per sonare. Libro primo Rom, Bartolomeo Zannetti, 1614. Fünfstimmige Madrigale mit Basso ad organo, von Benevento aus Kardinal Odoardo Farnese gewidmet. Der Druck zeigt Antonelli als Komponisten weltlicher beziehungsweise madrigalischer Vokalmusik und als Vertreter einer continuo-gestützten Madrigalpraxis.
Liber primus diversarum modulationum binis, ternis, quaternis, quinis, senis ac septenis vocibus Rom, Bartolomeo Zannetti, 1615. Erstes Buch geistlicher beziehungsweise vokaler Modulationen für zwei bis sieben Stimmen. Der Druck ist für Antonellis flexible Besetzungspraxis und seine klein- bis mittelbesetzte Kirchenmusik besonders wichtig.
Liber secundus diversarum modulationum Rom, Bartolomeo Zannetti, 1615. Zweites Buch der Diversarum modulationum, in modernen Werklisten mit zwei bis fünf Stimmen geführt. Es setzt den geistlichen Stil fort, in dem vokale Polyphonie, liturgischer Text und Orgelbass zusammenwirken.
Liber tertius diversarum modulationum Rom, Bartolomeo Zannetti, 1616. Drittes Buch der Diversarum modulationum, ebenfalls für kleinere bis mittlere Besetzungen. Der Druckzusammenhang legt nahe, dass Antonelli zu diesem Zeitpunkt wieder in Rom greifbar war.

Familienband von 1629

Missa ac sacrarum cantionum binis, ternis et quaternis vocibus. A trino fratrum germanorum Abundii, Francisci et Angeli Antonelliorum ingenio compositarum. Liber quartus Rom, Giovanni Battista Robletti, 1629. Familienband der drei Brüder Abondio, Francesco und Angelo Antonelli, herausgegeben von Francesco Antonelli. Der Druck enthält eine Messe und geistliche Gesänge für zwei, drei und vier Stimmen. Ob Abondio zu diesem Zeitpunkt noch lebte, bleibt offen.
Missa brevis ad quatuor voces inaequales In späteren Katalogen und Editionen als Werk Abondio Antonellis beziehungsweise als Werk aus dem Familien- oder Handschriftenzusammenhang genannt. Die genaue Quellenlage ist für eine wissenschaftliche Edition gesondert zu prüfen.
Messe zu acht Stimmen Giuseppe Ottavio Pitoni nennt eine Messe zu acht Stimmen von Abondio Antonelli. Diese Angabe ist rezeptionsgeschichtlich wichtig, doch muss der konkrete Quellenbestand einzeln nachgewiesen werden.

Einzelwerke in Sammeldrucken und Handschriften

Dixerunt discipuli Geistliches Einzelstück, in modernen Werklisten unter 1627 genannt. Der Titel verweist auf einen biblischen beziehungsweise liturgischen Kontext und gehört zum Bereich der lateinischen Motette oder des geistlichen Dialogs.
Vinea mea coram me est Geistliches Einzelstück, in modernen Werklisten unter 1627 genannt. Der Text steht im Umfeld biblisch-allegorischer Weinberg-Motivik und eignet sich für motettische Vertonung.
Quasi rosa plantata super rivos Geistliches Einzelstück, in modernen Werklisten unter 1627 genannt. Der Text ist marianisch beziehungsweise sapiential geprägt und gehört in die liturgische Symbolsprache der Frühneuzeit.
Angeli Domini Dominum Geistliches Einzelstück, in modernen Werklisten unter 1627 genannt. Der Titel verweist auf Engelthematik und liturgischen Lobpreis.
Fasciculus myrrhae dilectus meus Geistliches Einzelstück, in modernen Werklisten unter 1627 genannt. Der Text entstammt der Hohelied-Tradition und steht in einer für Motetten des frühen 17. Jahrhunderts typischen marianisch-mystischen Deutungssphäre.
Domus mea Geistliches Einzelstück, in modernen Werklisten unter 1623 genannt. Der Titel gehört in den Bereich kirchlicher Raum-, Tempel- und Haus-Gottes-Symbolik.
Quem vidistis pastores Weihnachtliche Motette zu sechs Stimmen mit Orgel, in RISM als Handschriftenkopie nachgewiesen. Das Stück gehört zu den besonders klar greifbaren Einzelmotetten der späteren Überlieferung.
Abraham, tolle filium tuum Geistliches Werk zu acht Stimmen, in der älteren Treccani-Liste aus der Bibliotheca Altemps beziehungsweise dem Collegio Romano genannt. Der dramatische biblische Text macht das Stück für die Frühgeschichte des lateinischen Dialogs und des Oratoriums interessant.
Benedictus es Domine Geistliches Stück zu drei Stimmen, in der handschriftlichen Überlieferung genannt. Der Titel gehört in den Bereich liturgischer Lobpreisformeln.
Filiae Jerusalem Geistliches Stück zu drei Stimmen, in der handschriftlichen Überlieferung genannt. Der Text verweist auf Hohelied-, Passions- und Marientraditionen.
Dixerunt impii Vielstimmiges Stück zu zwölf Stimmen, in der handschriftlichen Überlieferung genannt. Die Stimmenzahl macht es für die mehrchörige beziehungsweise großbesetzte Kirchenmusik besonders wichtig.
Gaude Virgo beziehungsweise Gaude Virgo gloriosa Marianisches geistliches Stück zu vier Stimmen, in der handschriftlichen Überlieferung und in modernen Kurzlisten genannt. Es gehört zur verbreiteten marianischen Motettenkultur.
In coelestis regnis Geistliches Stück zu zwei Stimmen, in der handschriftlichen Überlieferung genannt. Die kleine Besetzung entspricht der frühbarocken Praxis, geistliche Texte kammermusikalisch und continuo-nah zu vertonen.
In velamento clamabant Geistliches Stück zu drei Stimmen, in der handschriftlichen Überlieferung genannt. Der Titel verweist auf eine biblisch-liturgische Bildsprache.
Lux perpetua Geistliches Stück zu zwei Stimmen mit Echoeffekt, in der handschriftlichen Überlieferung genannt. Der Echohinweis ist für die frühbarocke Klangwirkung besonders aufschlussreich.
Sancti tui Domine Geistliches Stück zu zwei Stimmen, in der handschriftlichen Überlieferung genannt. Der Text eignet sich besonders für Heiligenfeste und Commune-Zusammenhänge.
Spiritus et animae Geistliches Stück zu zwei Stimmen, in der handschriftlichen Überlieferung genannt. Der Titel steht im Bereich Totenliturgie, Heiligenverehrung oder geistlicher Meditation.
Magnificat a 8 con organo In der Santini-Überlieferung genanntes Magnificat zu acht Stimmen mit Orgel. Das Werk ist für die Verbindung von Vesperliturgie, Mehrstimmigkeit und Orgelstütze bedeutsam.
Justus si morte Fünfstimmiges Stück aus der Santini-Überlieferung. Der Text steht im Umkreis der Weisheits- und Totenliturgie.
Adjuro vos Dreistimmiges Stück aus der Santini-Überlieferung. Der Text gehört zur Hohelied-Tradition und wurde in der frühneuzeitlichen geistlichen Musik häufig marianisch gedeutet.
Pulchra es Zweistimmiges Stück aus der Santini-Überlieferung. Der Hoheliedtext ist in der marianischen Motettenkultur weit verbreitet.
O Crucis victoria Vierstimmiges Stück aus der Santini-Überlieferung. Der Titel verweist auf Kreuzes- und Passionsfrömmigkeit.
O gloriosa domina Vierstimmiges marianisches Stück aus der Santini-Überlieferung. Der Text gehört zu den verbreiteten Mariengesängen.
Stetit Jesus Sechsstimmiges geistliches Stück aus der Santini-Überlieferung. Der biblische Titel lässt eine szenische oder dialogische Behandlung möglich erscheinen.

Schriften und musiktheoretische Kontroverse

Copia di lettera con mano scritta, mandata dal sig. Abundio Antonelli a Romano Micheli In Romano Michelis Druck von 1621 überliefert. Der Druck enthält Antonellis Brief und Michelis Antwort, in der kontrapunktische Experimente und musikalische „Oblighi“ diskutiert werden.
Certezza d’artifici musicali von Romano Micheli Venedig, Giovanni Battista Bonfadino, 1621. Der Druck gehört zum Umfeld der Antonelli-Micheli-Kontroverse und ist für die Geschichte gelehrter kontrapunktischer Kunststücke wichtig.

Zweifelhafte oder zurückzuweisende Zuschreibungen

Mottetten in späteren Sammeldrucken unter dem Namen Antonelli Einige in Sammeldrucken von F. Beretti, F. de Sylvestris und A. Poggioli überlieferte Stücke wurden älterer Literatur zufolge Abondio Antonelli zugeschrieben. Treccani folgt Casimiri darin, diese Zuschreibungen zurückzuweisen und sie Antonello Filitrani, auch Filatrani oder Filitiani, zuzuordnen.
Kapellmeisteramt an SS. Lorenzo e Damaso Die Nachricht eines solchen Amtes für Abondio Antonelli beruht auf den zurückzuweisenden Sammeldruck-Zuschreibungen und gilt daher nicht als gesichert. Der dortige Kapellmeister war vielmehr Antonello Filitrani.

Zusammenfassung nach Gattungen

Sacrae cantiones Der Hauptbestand geistlicher Vokalmusik, vor allem in den Drucken von 1614 bis 1616 und im Familienband von 1629, umfasst Motetten und geistliche Gesänge verschiedener Stimmenzahlen.
Madrigale Das fünfstimmige Madrigalbuch von 1614 zeigt Antonelli als weltlich-vokalen Komponisten und als Vertreter einer continuo-gestützten Madrigalpraxis.
Kleinbesetzte geistliche Musik Viele Stücke für zwei oder drei Stimmen zeigen die frühbarocke Tendenz zur kammermusikalischen, textnahen und orgelgestützten Kirchenmusik.
Mehrchörigkeit und Vielstimmigkeit Werke zu acht oder zwölf Stimmen, ein Magnificat zu acht Stimmen und die von Ambros beobachtete Nähe zur Gabrieli-Art verweisen auf großräumige Klangwirkung und mehrchörige Satzvorstellungen.
Lateinischer Dialog Einzelne biblisch-szenische Werke, besonders Abraham, tolle filium tuum, sind für die Vorgeschichte des lateinischen Oratoriums und des geistlichen Dialogs relevant.
Messe Der Familienband von 1629 und Pitonis Hinweis auf eine achtstimmige Messe zeigen, dass die Antonelli-Familie auch im Messrepertoire vertreten war.

Rezeption und Nachwirkung

Abondio Antonelli war zu seiner Zeit offenbar geschätzt. Paolo Agostini erwähnte ihn anerkennend im Zusammenhang von Fabrica, und Pitoni nahm ihn in seine kontrapunktgeschichtliche Erinnerung auf. Auch August Wilhelm Ambros bemerkte in seiner Musikgeschichte die Nähe einzelner Werke zu einer gabrielischen, vielstimmigen und instrumental gestützten Klangweise. Diese Rezeptionsspuren zeigen, dass Antonelli nicht nur lokaler Kapellmeister war, sondern als repräsentativer Kirchenkomponist wahrgenommen wurde.

Die spätere Rezeption blieb allerdings spezialistisch. Antonelli wurde nicht zu einer allgemein bekannten Figur wie Palestrina, Anerio, Allegri oder Monteverdi. Sein Name blieb vor allem in Quellenlexika, Handschriftenkatalogen, Treccani, RISM, Santini-Beständen und Spezialstudien zur römischen Kirchenmusik erhalten. Gerade in der neueren Forschung zur Frühgeschichte des lateinischen Dialogs, zur römischen Motette und zur Kirchenmusik nach 1600 gewinnt er wieder Interesse.

Für die Kulturgeschichte ist seine Nachwirkung doppelt. Einerseits steht er für eine breite, praktische Kapellmeistermusik, die in großen Musikgeschichten leicht übergangen wird. Andererseits zeigen seine Drucke sehr konkret, wie schnell die musikalischen Neuerungen um 1600 in liturgischen Gebrauch, Orgelbass, mehrstimmige Bücher und regionale Kapellenpraxis eingingen. Antonelli ist daher ein wichtiger Name für die Zwischenzone von Renaissancepolyphonie und Frühbarock.

Überlieferung und editorische Hinweise

Die Überlieferung Abondio Antonellis ist über mehrere Quellenschichten verteilt. Die römischen Drucke von 1614 bis 1616 sind der sicherste Kern. Der Familienband von 1629 ist für Francesco und Angelo Antonelli unverzichtbar, muss aber wegen der Frage, ob Abondio damals noch lebte, vorsichtig gelesen werden. Die Santini- und Altemps-Handschriften erweitern das Werkbild, verlangen aber jeweils genaue Signaturprüfung.

Für eine wissenschaftliche Edition ist zwischen Drucktiteln, enthaltenen Einzelstücken, späteren Handschriftenkopien und Katalogzuschreibungen zu unterscheiden. Die Formen Antonelli, Antonellio, Abundio, Abundius, Abbondio und Abondio müssen bei Recherchen parallel verwendet werden. Auch die Verwechslung mit Antonello Filitrani ist bei späteren Sammeldrucken unbedingt zu berücksichtigen.

Die Datierung „wahrscheinlich 1629 oder früher“ ist aus der Quellenlage abgeleitet. Der Familienband erschien 1629, doch bleibt unbekannt, ob Abondio zu diesem Zeitpunkt noch lebte. Eine feste Todesangabe „1629“ sollte deshalb im Fließtext als Annäherung und nicht als gesichertes Datum formuliert werden.

Die Seite verzichtet auf Bilder. Für spätere editorische Arbeit wären Faksimiles der Zannetti- und Robletti-Drucke, Gaspari-Katalogblätter, RISM-Datensätze und gegebenenfalls Santini-Handschriften wichtiger als illustrative Porträts, da für Abondio Antonelli kein ikonographisch kanonisches Bild im allgemeinen Gebrauch steht.

Sekundärliteratur

  • Alaleona, Domenico: Studi su la storia dell’oratorio musicale in Italia. Turin 1908 und spätere Ausgabe 1945.
  • Ambros, August Wilhelm: Geschichte der Musik. Band IV. Leipzig 1909.
  • Baini, Giuseppe: Memorie storico-critiche della vita e delle opere di Giovanni Pierluigi da Palestrina. Rom 1828.
  • Casimiri, Raffaele: Disciplina musicae e maestri di cappella dopo il Concilio di Trento nei maggiori istituti ecclesiastici di Roma. In: Note d’Archivio per la storia musicale, 1935 und 1938.
  • Ciliberti, Galliano: Studien zum lateinischen Dialog, zur römischen Kirchenmusik und zur liturgischen Motette des frühen 17. Jahrhunderts.
  • Dixon, Graham: Progressive Tendencies in the Roman Motet during the Early Seventeenth Century. In: Acta Musicologica, 1981.
  • Dixon, Graham: Roman Church Music: The Place of Instruments after 1600. In: Proceedings of the Royal Musical Association, 1978/1979.
  • Eitner, Robert: Bibliographie der Musik-Sammelwerke des 16. und 17. Jahrhunderts. Berlin 1877.
  • Eitner, Robert: Biographisch-Bibliographisches Quellen-Lexikon der Musiker und Musikgelehrten. Leipzig 1900–1904.
  • Franchi, Saverio: Annali della stampa musicale romana dei secoli XVI–XVIII. Rom 2006.
  • Gaspari, Gaetano: Catalogo della Biblioteca del Liceo musicale di Bologna. Bologna 1890–1905.
  • Horsley, Imogene: Symposium on Seventeenth-Century Music Theory: Italy. In: Journal of the American Musicological Society, 1972.
  • Killing, Johannes: Kirchenmusikalische Schätze der Bibliothek des Abbate Fortunato Santini. Düsseldorf, ohne Jahr.
  • Kurtzman, Jeffrey; Schnoebelen, Anne: A Catalogue of Mass, Office and Holy Week Music Printed in Italy: 1516–1770. JSCM Instrumenta, 2014.
  • Micheli, Romano: Certezza d’artifici musicali, non più fatti. Venedig 1621.
  • Pitoni, Giuseppe Ottavio: Notitia de’ contrapuntisti e compositori di musica. Manuskript, Biblioteca Apostolica Vaticana.
  • Smither, Howard E.: The Latin Dramatic Dialogue and the Nascent Oratorio. In: Journal of the American Musicological Society, 1967.
  • Winter: Studien zur Frühgeschichte des lateinischen Oratoriums. In: Kirchenmusikalisches Jahrbuch, 1958.

Ausgewählte Onlinequellen

Weiterführende Einträge

  • Paolo Agostini Römischer Kirchenkomponist, der Abundio Antonelli anerkennend im Zusammenhang von Fabrica erwähnte.
  • Felice Anerio Vertreter der römischen Kirchenmusik nach Palestrina und wichtiger Vergleichsname für Antonellis Umfeld.
  • Angelo Antonelli Jüngerer Bruder Abondio Antonellis, Sängerknabe im Lateran-Kontext und Komponist einzelner Motetten.
  • Bartolomeo Zannetti Römischer Drucker der wichtigsten Antonelli-Drucke von 1614 bis 1616.
  • Basso continuo Orgelbass- und Generalbasspraxis, die in Antonellis geistlichen Drucken und Madrigalen eine zentrale Rolle spielt.
  • Benevento Kathedralstadt, in der Abondio Antonelli 1614/1615 als Kapellmeister greifbar ist.
  • Antonio Cifra Römischer Komponist und möglicher Mitunterrichtender im Seminario-Romano-Kontext neben Antonelli.
  • Lateinischer Dialog Geistliche Gattung zwischen Motette und Oratorium, für Werke wie Abraham, tolle filium tuum bedeutsam.
  • Fabrica di Roma Herkunftsort der Antonelli-Familie und identitätsstiftender Zusatz da Fabrica.
  • Antonello Filitrani Komponist, dem Treccani die früher Abondio Antonelli zugeschriebenen späteren Sammeldruckstücke zuordnet.
  • Francesco Antonelli Bruder Abondios und Herausgeber des Familienbandes Missa ac sacrarum cantionum von 1629.
  • Giovanni Gabrieli Venezianischer Vergleichsname für mehrchörige und instrumental gestützte Klangwirkungen, die Ambros auch bei Antonelli bemerkte.
  • Kapellmeister Amtliche Funktion Abondio Antonellis an S. Giovanni in Laterano und der Kathedrale von Benevento.
  • Konzil von Trient Kirchen- und liturgiegeschichtlicher Hintergrund der römischen Kirchenmusik nach 1600.
  • Madrigal Weltliche Vokalgattung, in der Abondio Antonelli 1614 mit einem fünfstimmigen Druck hervortrat.
  • Domenico Massenzio Römischer Kirchenkomponist des frühen 17. Jahrhunderts und wichtiger Kontextname für Antonellis Milieu.
  • Romano Micheli Musiktheoretiker und Komponist, der 1621 eine Antwort auf einen Brief Abondio Antonellis drucken ließ.
  • Motette Zentrale Gattung von Antonellis geistlicher Vokalmusik.
  • Orgelcontinuo Praxis der Orgelbass-Begleitung in geistlicher Vokalmusik und Madrigalbüchern um 1600.
  • Oratorium Gattung, deren Vorgeschichte durch lateinische Dialoge und geistliche Szenen wie bei Antonelli berührt wird.
  • Giovanni Pierluigi da Palestrina Maßstab der älteren römischen Kirchenpolyphonie, vor deren Nachgeschichte Antonelli zu verstehen ist.
  • Rom Hauptwirkungsraum Antonellis und Zentrum der Kirchenmusikdrucke von 1614 bis 1629.
  • Giovanni Battista Robletti Römischer Drucker des Antonelli-Familienbandes von 1629.
  • S. Giovanni in Laterano Römische Hauptkirche, an der Abondio Antonelli von 1611 bis 1613 als Kapellmeister wirkte.
  • Fortunato Santini Sammler, dessen Musikbibliothek zahlreiche Antonelli-Handschriften beziehungsweise spätere Kopien bewahrte.
  • Seminario Romano Römische Ausbildungsinstitution, an der Antonelli möglicherweise zwischen 1602 und 1606 als Musiklehrer wirkte.
  • Francesco Soriano Römischer Kirchenkomponist und wichtiger Vergleichsname für Antonellis kontrapunktische und kirchenmusikalische Umgebung.
  • Vincenzo Ugolini Römischer Komponist geistlicher Dialoge und Vergleichsfigur für die Frühgeschichte des lateinischen Oratoriums.