Paolo Agostini (auch Paolo Agostino; Paulus Augustinus)
Paolo Agostini, geboren um 1583 in Vallerano in der Provinz Viterbo und gestorben am 3. Oktober 1629 in Rom, war ein italienischer Organist, Kapellmeister und Komponist. Er gehört zur römischen Schule der Generation nach Palestrina und Giovanni Bernardino Nanino. Seine Bedeutung liegt vor allem in der hochentwickelten kontrapunktischen Kirchenmusik, in kanonischer Satzkunst, in Messen und Motetten sowie in mehrchörigen Werken, die den römischen Sakralstil des frühen 17. Jahrhunderts zwischen prima pratica, barocker Kunsthaftigkeit und repräsentativer Klangentfaltung zeigen.
Überblick
Paolo Agostini gehört zu den bedeutenden römischen Kirchenmusikern des frühen 17. Jahrhunderts. Er war Schüler der Schule von S. Luigi dei Francesi, wurde von Giovanni Maria Nanino und Giovanni Bernardino Nanino geprägt und heiratete später Vittoria, die Tochter Giovanni Bernardino Naninos. Damit war er nicht nur musikalisch, sondern auch familiär in eine der wichtigsten römischen Musikdynastien eingebunden.
Agostinis Laufbahn führte ihn von Vallerano nach Rom. Er wirkte als Organist und Kapellmeister an S. Maria del Ruscello in Vallerano, dann an S. Maria in Trastevere, an SS. Trinità dei Pellegrini, an S. Lorenzo in Damaso und schließlich ab dem 16. Februar 1626 an S. Pietro in Vaticano. Dort übernahm er die Leitung der Cappella Giulia, also eine der prestigeträchtigsten kirchenmusikalischen Positionen der Stadt.
Sein Werk ist fast vollständig geistlich. Es umfasst Psalmen, Magnificat, Hymnus, Antiphonen, Motetten, Messen, kanonische Satzstudien, mehrchörige Kompositionen und einzelne Stücke in Sammeldrucken. Besonders berühmt wurde sein Agnus Dei zu acht Stimmen in zwei Chören, das später von Padre Martini, Choron, Fétis und Clementi als kontrapunktisches Muster überliefert und diskutiert wurde. Agostini war damit nicht nur ein praktischer Kirchenmusiker, sondern ein Komponist, dessen Satzkunst in die Theoriegeschichte einging.
Kurzdaten
| Name | Paolo Agostini |
|---|---|
| Weitere Namensformen | Paolo Agostino; Paulus Augustinus; Paolo Laus Deo Agostini |
| Geburtsdatum | Um 1583; ältere Literatur nennt auch 1593 |
| Geburtsort | Vallerano, Provinz Viterbo |
| Sterbedatum | 3. Oktober 1629 |
| Sterbeort | Rom |
| Berufe und Rollen | Organist, Kapellmeister, Komponist, Kontrapunktiker |
| Lehrer und Schule | Giovanni Maria Nanino und Giovanni Bernardino Nanino; Schule der Pueri cantores an S. Luigi dei Francesi in Rom |
| Ehe | Verheiratet mit Vittoria Nanino, Tochter Giovanni Bernardino Naninos |
| Wichtige Ämter | Organist und Kapellmeister in Vallerano; Organist und Kapellmeister an S. Maria in Trastevere; Kapellmeister an SS. Trinità dei Pellegrini; Kapellmeister an S. Lorenzo in Damaso; Kapellmeister an S. Pietro in Vaticano |
| Hauptgattungen | Messe, Motette, Psalm, Magnificat, Hymnus, Antiphon, Kanon, mehrchörige Kirchenmusik |
| Stilgeschichtliche Position | Römische Schule zwischen Palestrina-Tradition, Nanino-Schule, prima pratica, kanonischer Gelehrsamkeit und frühbarocker Mehrchörigkeit |
| Kulturgeschichtliche Bedeutung | Agostini steht für die gelehrte römische Kirchenmusik des frühen 17. Jahrhunderts und für eine kontrapunktische Kunst, die zugleich liturgisch, repräsentativ und theoretisch exemplarisch wurde. |
Quellenlage, Namensformen und Datierung
Die wichtigste moderne biographische Grundlage ist der Treccani-Artikel im Dizionario Biografico degli Italiani. Dort wird Paolo Agostini als um 1583 in Vallerano geboren angegeben. Die ältere Enciclopedia Italiana nennt dagegen 1593. Für die vorliegende Seite wird die neuere Datierung um 1583 übernommen, während die ältere Jahresangabe als abweichende Tradition ausdrücklich vermerkt bleibt.
Die Namensform Paolo Agostini ist im italienischen und deutschsprachigen Gebrauch verbreitet. Daneben begegnet Paolo Agostino; in lateinischen Drucken und Katalogen erscheint auch Paulus Augustinus. Die Form Paolo Laus Deo Agostini begegnet in der älteren Treccani-Enciclopedia und dürfte auf historische oder emblematische Namensüberlieferung verweisen. Für die Dateibenennung und den Index ist agostini-paolo.shtml am eindeutigsten.
Die Werküberlieferung ist wesentlich besser dokumentiert als bei vielen kleineren Kirchenmusikern des frühen 17. Jahrhunderts. Treccani bietet ein ausführliches Verzeichnis der Drucke, Sammeldruckbeiträge und Handschriften. Ergänzend sind IMSLP, CPDL, OPAC SBN, RISM, BnF Data, DNB, VIAF und WorldCat nützlich. Dennoch bleibt zu beachten, dass ein Teil der Werke nur handschriftlich oder durch spätere theoretische beziehungsweise editorische Überlieferung sichtbar ist.
Biographie
Paolo Agostini wurde um 1583 in Vallerano bei Viterbo geboren. Bereits als Kind kam er nach Rom und trat in die Schule der Pueri cantores an S. Luigi dei Francesi ein. Diese Schule wurde von Giovanni Maria Nanino und Giovanni Bernardino Nanino geprägt. Dort erhielt Agostini seine musikalische Grundausbildung in Gesang, Kontrapunkt, liturgischer Praxis und vokaler Satzkunst. Die Ausbildung endete 1607.
Nach der Ausbildung begann Agostinis Laufbahn zunächst mühsam. Er wirkte als Organist und Kapellmeister an S. Maria del Ruscello in Vallerano. Später kehrte er nach Rom zurück und arbeitete zunächst an S. Maria in Trastevere. Danach wurde er Kapellmeister an SS. Trinità dei Pellegrini und wiederum an S. Maria in Trastevere. 1619 übernahm er die gleiche Funktion an S. Lorenzo in Damaso.
Der wichtigste Karriereschritt war die Ernennung zum Kapellmeister an S. Pietro in Vaticano am 16. Februar 1626. Damit übernahm Agostini die Leitung der Cappella Giulia. Diese Position gehörte zu den angesehensten kirchenmusikalischen Ämtern der römischen Welt. Sie stellte hohe Anforderungen an liturgische Disziplin, musikalische Gelehrsamkeit, Organisation, Komposition und den Umgang mit großen vokalen Besetzungen.
Agostini starb am 3. Oktober 1629 in Rom, wahrscheinlich im Zusammenhang mit der Pest, die in jenen Jahren auch andere Musiker wie Domenico Allegri und Antonio Cifra dahinraffte. Er wurde in S. Michele in Borgo bestattet. Schon die ältere Überlieferung betont, dass sein früher Tod als Verlust für die römische Kirchenmusik empfunden wurde.
Ausbildung bei den Nanino-Brüdern
Agostinis Ausbildung bei Giovanni Maria Nanino und Giovanni Bernardino Nanino ist für sein gesamtes Profil entscheidend. Die Nanino-Schule war eine zentrale Vermittlungsinstanz der römischen Vokalpolyphonie nach Palestrina. Hier wurden Stimmführung, Imitation, kontrapunktische Kontrolle, liturgische Einbindung und stilistische Klarheit gelehrt. Agostini wurde dadurch in einer Tradition ausgebildet, die den geistlichen Vokalsatz als hohe Kunst und als liturgische Dienstform zugleich verstand.
Giovanni Bernardino Nanino wurde außerdem Agostinis Schwiegervater. Agostini heiratete dessen Tochter Vittoria. Diese familiäre Verbindung verankerte ihn weiter im römischen Musikmilieu. Seine Tochter Eugenia heiratete später Francesco Foggia, der wiederum zu den wichtigen römischen Kirchenmusikern des 17. Jahrhunderts gehört. Agostini steht somit an einer genealogischen und pädagogischen Schnittstelle zwischen Nanino, Foggia und der späteren römischen Kapellmeistertradition.
Organist und Kapellmeister in Vallerano und Rom
Agostinis frühe Berufsstationen zeigen den Weg eines Kirchenmusikers, der sich Schritt für Schritt im römischen System etablierte. Die Tätigkeit an S. Maria del Ruscello in Vallerano verband ihn mit seiner Herkunftsregion. Als Organist und Kapellmeister hatte er dort praktische Verantwortung für den liturgischen Klangraum. Die Rückkehr nach Rom öffnete ihm danach jene institutionelle Bühne, auf der seine kontrapunktische Kunst zur Geltung kommen konnte.
S. Maria in Trastevere, SS. Trinità dei Pellegrini und S. Lorenzo in Damaso waren keine bloßen Zwischenstationen. Sie gehörten zum dichten Netz römischer Kirchen, Bruderschaften, liturgischer Feiern und musikalischer Kapellen. In diesem Umfeld musste ein Kapellmeister nicht nur komponieren, sondern Proben leiten, Sänger führen, liturgische Anforderungen erfüllen und für unterschiedliche Festgrade passende Musik bereitstellen.
Agostinis Karriere zeigt damit eine für Rom typische Verbindung von institutioneller Mobilität und stilistischer Kontinuität. Der Musiker wechselte die Ämter, aber die Grundanforderung blieb dieselbe: gelehrte, kontrollierte, liturgisch brauchbare und zugleich repräsentative Kirchenmusik zu schaffen.
S. Pietro in Vaticano und Cappella Giulia
Die Ernennung zum Kapellmeister an S. Pietro in Vaticano im Jahr 1626 bedeutete den Höhepunkt von Agostinis Laufbahn. Die Cappella Giulia war für den musikalischen Dienst an der Peterskirche verantwortlich und besaß eine herausragende Stellung innerhalb des römischen Kirchenmusiksystems. Wer dort wirkte, stand im Zentrum päpstlich-römischer Sakralkultur.
Die ältere Überlieferung verbindet Agostinis Ernennung mit einer konfliktreichen Ablösung Vincenzo Ugolinis. Ob die erzählte musikalische Herausforderung historisch in allen Einzelheiten zuverlässig ist, bleibt quellenkritisch zu behandeln. Sicher ist jedoch, dass Agostini als ungewöhnlich gelehrter Kontrapunktiker galt und dass seine Musik in S. Pietro mit großem Eindruck aufgeführt wurde.
Besonders die mehrchörigen Werke zu 16, 24 und 48 Stimmen zeigen, welche Klangdimensionen in dieser römischen Repräsentationskultur möglich waren. Die Peterskirche bot nicht nur einen liturgischen Raum, sondern auch einen architektonisch-akustischen Raum, in dem mehrchörige Klangwirkungen besondere Wirkung entfalten konnten.
Familie, Schüler und Nachwirkung im römischen Musikleben
Agostinis familiäre und pädagogische Verflechtungen sind für seine kulturgeschichtliche Bedeutung besonders wichtig. Durch die Ehe mit Vittoria Nanino wurde er Teil der Nanino-Familie. Aus der Ehe gingen Giovanni Maria und Eugenia hervor; Eugenia heiratete später Francesco Foggia. Dadurch verbindet Agostini die ältere Palestrina-Nanino-Tradition mit der römischen Kirchenmusik des mittleren 17. Jahrhunderts.
Zu Agostinis Schülern gehörte Giuseppe Giamberti. Auch Francesco Foggia erscheint im weiteren Schüler- und Familienzusammenhang. Solche Netzwerke sind für die römische Musikgeschichte wesentlich. Kirchenmusik wurde nicht nur durch gedruckte Werke weitergegeben, sondern auch durch Unterricht, Ehe, Kapellorganisation, Lehrer-Schüler-Beziehungen und institutionelle Nachfolge.
Agostinis Name blieb außerdem durch die Theoriegeschichte lebendig. Sein achtstimmiges Agnus Dei in kanonischer Anlage wurde in späteren kontrapunktischen Lehrwerken und Sammlungen überliefert. Damit wurde aus einer liturgischen Komposition ein Musterbeispiel gelehrter Satzkunst.
Ausführlicher Kulturüberblick
Paolo Agostini gehört in die Kultur der römischen Kirchenmusik unmittelbar nach dem Zeitalter Palestrinas. Rom war im frühen 17. Jahrhundert nicht nur Hauptstadt des Papsttums, sondern ein hoch komplexer Klangraum. Kirchen, Bruderschaften, Kardinalshöfe, Ordenshäuser, päpstliche Kapellen, Ausbildungsinstitutionen und Verlage bildeten ein dichtes System musikalischer Produktion. In diesem System war der Kapellmeister zugleich Künstler, Funktionsträger, Theologe des Klangs, Disziplinarfigur und Repräsentant kirchlicher Ordnung.
Agostinis Musik steht zwischen zwei historischen Polen. Auf der einen Seite steht die prima pratica, also der kontrapunktisch kontrollierte, textgebundene und kirchlich legitimierte polyphone Stil der Renaissance. Auf der anderen Seite steht die frühbarocke Klangwelt mit Mehrchörigkeit, concertierenden Elementen, Generalbassnähe, kräftigerer Affektbildung und repräsentativer Raumwirkung. Agostini löst die ältere Schule nicht auf; er führt sie in eine neue, barock bewegte Kirchenwelt über.
Die römische Schule war dabei nicht einfach konservativ. Sie verstand sich als Hüterin einer hohen Satzkunst, konnte aber durchaus auf neue Klangbedürfnisse reagieren. Agostinis Motetten und Messen zeigen diese Doppelbewegung. Einerseits bleiben sie an strenge Imitation, klare Stimmführung, kirchliche Würde und kontrapunktische Ordnung gebunden. Andererseits zeigen sie farbige Sonorität, wechselnde Besetzungen, kanonische Kunstgriffe, gelegentliche concertierende Verfahren und mehrchörige Pracht.
Für die Kulturgeschichte der Stadt Rom ist Agostini besonders wichtig, weil seine Laufbahn mehrere zentrale Orte berührt: S. Luigi dei Francesi als Ausbildungsort, S. Maria in Trastevere als alte römische Basilika, SS. Trinità dei Pellegrini als bruderschaftlicher Frömmigkeitsraum, S. Lorenzo in Damaso als bedeutende Kircheninstitution und schließlich S. Pietro in Vaticano als repräsentatives Zentrum der katholischen Welt. An Agostinis Lebensweg lässt sich daher das institutionelle Netz römischer Kirchenmusik exemplarisch ablesen.
Ein weiterer kultureller Schwerpunkt ist die Kunst des Kanons. In Agostinis Werk ist der Kanon nicht bloß eine technische Übung, sondern eine Form geistiger Ordnung. Mehrere Messen und Motetten arbeiten mit obblighi, mit Auflösungen, mit kanonischen Bindungen und mit kontrapunktischen Beispielen. Diese Kunst steht in einer intellektuellen Tradition, die Musik als Zahl, Regel, Ordnung und geistige Disziplin begreift. Die spätere Aufnahme seiner Werke in kontrapunktische Lehrwerke zeigt, dass Agostini als exemplarischer Meister dieser Ordnung verstanden wurde.
Zugleich war Agostinis Musik nicht rein akademisch. Berichte über mehrchörige Aufführungen in S. Pietro deuten auf eine überwältigende Klangpraxis. Kompositionen zu 16, 24 oder 48 Stimmen waren nicht nur Rechenkunst, sondern liturgische Architektur in Klang. Sie verwandelten die Kirche in einen Raum hörbarer Ordnung, in dem Stimmen, Chöre, Akustik und sakrale Repräsentation zusammenwirkten.
Agostinis früher Tod im Jahr 1629 begrenzte seine Wirkung als Amtsinhaber, aber nicht seine Nachwirkung. Die Verbindung zu Nanino, Foggia, der Cappella Giulia und der kontrapunktischen Lehrtradition machte ihn zu einer Schlüsselfigur der römischen Übergangszeit. Seine Musik zeigt, wie die katholische Reformkultur, die Palestrina-Tradition, die päpstliche Repräsentation und das frühe Barock in Rom ineinandergreifen konnten.
Stilistische Einordnung
Agostinis Stil ist durch eine ungewöhnliche Verbindung von Strenge und Erfindung gekennzeichnet. Die ältere und moderne Beurteilung hebt seine kontrapunktische Gelehrsamkeit hervor. Er beherrschte Imitation, Kanon, mehrchörige Anlage, Stimmführung und harmonische Kontrolle mit außerordentlicher Sicherheit. Gleichzeitig wird seine Musik nicht nur als künstlich, sondern auch als melodisch klar, natürlich und klanglich wirkungsvoll beschrieben.
Die meisten Werke gehören zur geistlichen Vokalpolyphonie. In den Messen und Motetten bleibt die Palestrina-Nanino-Tradition spürbar. Die Stimmen bewegen sich in kontrollierter Linearität; Dissonanzen sind funktional gebunden; die Textverständlichkeit wird nicht völlig der Satzkunst geopfert. Doch der frühe 17. Jahrhundertstil macht sich in stärkeren Kontrasten, farbigen Klanggruppen, mehrchöriger Pracht und gelegentlich concertierenden Besetzungen bemerkbar.
Besonders charakteristisch ist Agostinis Interesse an kanonischen Aufgaben. Mehrere Werke enthalten ausdrücklich obblighi de Canoni, Auflösungen, Demonstrationssätze oder kontrapunktische Beispiele. Damit steht er nahe an einer Grenze zwischen praktischer Liturgie und theoretischer Satzdemonstration. Seine Musik wurde gesungen, konnte aber zugleich studiert werden.
Kontrapunkt, Kanon und mehrchörige Satzkunst
Agostinis Ruf beruht vor allem auf seiner kontrapunktischen Kunst. Der Kanon ist dabei nicht nur eine Nebenform, sondern ein zentrales Verfahren. In einem Kanon wird musikalische Ordnung durch Nachahmung, Regel und Zeitversetzung erzeugt. Wenn mehrere Stimmen nach festen Regeln geführt werden, entsteht ein Klang, der zugleich frei erscheint und streng gebunden ist. Agostini beherrschte diese Kunst in besonders anspruchsvoller Form.
Sein berühmtes Agnus Dei zu acht Stimmen in zwei Chören wurde in späteren kontrapunktischen Werken und Lehrbüchern überliefert. Es galt als Musterbeispiel, weil es liturgische Funktion, kanonische Gelehrsamkeit und klangliche Wirkung miteinander verbindet. Gerade dadurch wurde Agostini für spätere Theoretiker interessant: Er zeigte, dass strenger Kontrapunkt nicht trocken sein musste, sondern repräsentativen und geistlichen Klang erzeugen konnte.
Die mehrchörigen Werke zu 16, 24 und 48 Stimmen gehören in die Kultur des römischen Barock. Mehrchörigkeit bedeutete hier nicht nur größere Lautstärke, sondern räumliche Ordnung. Verschiedene Chöre konnten im Kirchenraum aufeinander antworten, Klangblöcke bilden oder sakrale Architektur akustisch erfahrbar machen. Agostini verband diese Raumkunst mit der römischen Disziplin des Satzes.
Komplettes Werkverzeichnis
Das folgende Werkverzeichnis folgt der derzeit greifbaren lexikalischen und katalogischen Überlieferung. Es unterscheidet gedruckte Werke, Werke in Sammeldrucken und späteren Editionen sowie handschriftliche Werke. „Komplett“ bedeutet hier: vollständig nach den in den maßgeblichen lexikalischen Quellen, Katalogen und digitalen Nachweisen greifbaren Titeln und Werkgruppen, nicht notwendig vollständig im Sinn einer modernen kritischen Gesamtausgabe.
Werkgruppen
| Gedruckte Hauptwerke | Psalmen, Magnificat, Hymnus, Antiphonen, Motetten, mehrere Bücher von Messen und Motetten, kanonische Mess- und Motettensammlungen sowie ein posthumer Band geistlicher Konzerte. |
|---|---|
| Sammeldruckbeiträge | Motetten und geistliche Stücke in Sammlungen von Fabio Costantini, Giuseppe Giamberti, Francesco Sammaruco, Florido de Silvestris sowie spätere theoretische und editorische Überlieferungen. |
| Handschriftliche Werke | Messen, Motetten, Benedictus, Agnus Dei, mehrchörige Kompositionen, Magnificat und großbesetzte sakrale Werke in Archiven und Bibliotheken in Rom, Berlin, Bologna, München, Wien, Parma und Münster. |
| Stilistische Hauptbereiche | Römische Messen, kanonische Satzkunst, mehrchörige Kirchenmusik, Motetten, Psalm- und Magnificatvertonungen, liturgische Einzelsätze. |
Gedruckte Werke
| Salmi della Madonna. Magnificat a 3 voci, Hinno Ave maris stella, Antifone a 1, 2 et 3 voci, et Motetti tutti concertati ... Libro primo | Rom, Luca Antonio Soldi, 1619. Gedruckte Sammlung mit marianischen Psalmen, Magnificat, dem Hymnus Ave maris stella, Antiphonen und concertierenden Motetten. Sie zeigt Agostini in einem kleineren, liturgisch-flexiblen und zugleich frühbarock erweiterten Besetzungsbereich. |
|---|---|
| Missa a 4 voci | Rom, Giovanni Battista Robletti, 1627. Einzelner Messdruck beziehungsweise Nachweis einer vierstimmigen Messe; erhalten unter anderem in Regensburg. |
| Spartitura delle Messe del primo libro | Rom, Giovanni Battista Robletti, 1627. Enthält zwei Messen zu vier und fünf Stimmen. Der Druck gehört zu Agostinis zentraler Messproduktion. |
| Spartitura del secondo libro delle Messe e Motetti a 4 voci con alcuni oblighi de Canoni | Rom, Giovanni Battista Robletti, 1627. Sammlung mit Messen und Motetten zu vier Stimmen sowie kanonischen Bindungen. Der Titel zeigt Agostinis ausdrückliches Interesse an kontrapunktischen Aufgaben. |
| Partitura del terzo libro della Messa Sine Nomine a 4 | Rom, Giovanni Battista Robletti, 1627. Enthält eine Messa Sine Nomine mit zwei Resurrexit-Sätzen, wobei der zweite ganz im Kanon zu vier Stimmen steht; außerdem ein Agnus zu sieben Stimmen im Kanon mit optionaler achter Stimme. |
| Missa Sine nomine, quatuor vocum, Pauli Augustini | Ohne erhaltenes Titelblatt und ohne gesicherten Druckort; in Florenz nachgewiesen. Die lateinische Namensform Paulus Augustinus zeigt eine wichtige historische Variante des Komponistennamens. |
| Libro quarto delle Messe in Spartitura | Rom, Giovanni Battista Robletti, 1627. Enthält unter anderem Si bona suscepimus zu fünf Stimmen mit vier vom Autor erläuterten Besonderheiten. |
| Spartitura della Messa et Motetto Benedicam Dominum ad Canones | Rom, Giovanni Battista Robletti, 1627. Enthält Messe und Motette Benedicam Dominum ad Canones zu vier Stimmen sowie die Auflösung der Ligaturen Giovanni Maria Naninos, für eine Motette eingerichtet und von Agostini um eine fünfte Stimme ergänzt. |
| Partitura delle Messe et Motetti a 4 et 5 voci. Con 40 Esempi di Contrapunti | Rom, Giovanni Battista Robletti, 1627. Enthält Messen und Motetten zu vier und fünf Stimmen sowie vierzig kontrapunktische Beispiele zur Oktave, Dezime und Duodezime über einem Cantus firmus Ut, re, mi, fa, sol, la; außerdem zwei Messen und ein Benedictus. |
| Sacrorum Concentum, olim in Basilica Vaticana moderatoris Variarum Missarum Liber Posthumus | Rom, Giovanni Battista Robletti, 1630. Posthumer Band geistlicher Konzerte beziehungsweise verschiedener Messen; wichtig für die Nachwirkung Agostinis als ehemaliger Kapellmeister der Basilika Vaticana. |
Werke in Sammeldrucken und späteren Editionen
| Panis angelicus | Motette für Canto und Basso; enthalten in Fabio Costantini, Scelta di motetti a 2, 3, 4 e 5 voci. Libro secondo, Opus IV, Rom, Zannetti, 1618. |
|---|---|
| Piaga dolce d’amore | Zweistimmiges Stück; enthalten in Giuseppe Giamberti, Poesie diverse, Buch I, Rom, Soldi, 1623. Das Werk zeigt Agostini ausnahmsweise in einem weniger strengen und weltlich-liebespoetisch gefärbten Kontext. |
| Preparate corda vestra | Motette für Canto, Basso, Laute und Violine; enthalten in Francesco Sammaruco, Sacri affetti, Rom, Soldi, 1625. Das Stück ist auch durch moderne digitale Chorrepertoireseiten sichtbar. |
| O Iesu cordis mei | Vierstimmige Motette; enthalten in Florido de Silvestris, Concentus sacras continens laudes, Rom, Fei, 1634. |
| Peccavimus | Vierstimmige Motette; ebenfalls enthalten in Florido de Silvestris, Concentus sacras continens laudes, Rom, Fei, 1634. |
| Agnus Dei in canone triplo ad 8 voci in due cori | Achtstimmiges Agnus Dei in zwei Chören und dreifachem Kanon; später überliefert in G. Paoluccis Arte pratica di contrappunto, in Padre Martinis Esemplare, o sia Saggio fondamentale sopra il canto fermo, in Chorons Principes de composition des écoles d’Italie, in Fétis’ Traité du contrepoint et de la fugue und in Clementis Selection of Practical Harmony. |
| O bone Iesu | Vierstimmiges Werk; später veröffentlicht in Klassische Kirchenwerke alter Meister für den Männerchor, herausgegeben von J. Maier, Bonn 1845. |
| Ego sum panis vivus | Vierstimmige Motette; später veröffentlicht in Proske, Musica divina, Band II, Regensburg 1859, und heute auch in digitalen Chorrepertoirezusammenhängen sichtbar. |
| Adoramus Te Christe | Vierstimmige Motette; später veröffentlicht in Proske, Musica divina, Band IV, Regensburg 1863, und heute auch über digitale Chorrepertoireseiten zugänglich. |
Handschriftliche Werke
| Emendemus in melius | Motette zu vier Stimmen mit Orgel; handschriftlich im Archiv der Cappella Giulia in Rom nachgewiesen. |
|---|---|
| Benedictus | Dreistimmiger Kanon; als Partitur handschriftlich überliefert. |
| Missa ad canones | Vierstimmige Messe; handschriftlich überliefert und für Agostinis kanonische Satzkunst besonders charakteristisch. |
| Missa ad canones in diatessaron | Vierstimmige Messe mit kanonischem Bezug auf die Quarte; handschriftlich überliefert. |
| Missa Gaudeamus | Vierstimmige Messe; handschriftlich unter anderem im Berliner Landsberg-Fonds nachgewiesen. |
| Missa cum iucunditate | Vierstimmige Messe; handschriftlich überliefert und Teil von Agostinis Messœuvre. |
| Missa Et resurrexit | Vierstimmige Messe; handschriftlich überliefert, ebenfalls im Zusammenhang des Berliner Landsberg-Fonds genannt. |
| Improperium expectavit | Vierstimmiges Werk; handschriftlich überliefert, mit einer Signatur, die Agostini als Kapellmeister am Vatikan von 1626 bis September 1629 bezeichnet. |
| Missa Gaudeamus, 4 vel 5 vocibus si placet | Vier- beziehungsweise optional fünfstimmige Messe; als Partitur im Archiv von S. Petronio in Bologna nachgewiesen. |
| Agnus Dei a 8 voci con organo | Achtstimmiges Agnus Dei mit Orgel; handschriftlich unter anderem in München und Wien nachgewiesen. |
| Messa a 5 „a cappella“ | Fünfstimmige Messe für Sopran, Alt, zwei Tenöre und Bass mit einzelnen Orgelhinweisen. |
| Messa a 4 voci | Vierstimmige Messe für Sopran, Alt, Tenor und Bass mit Orgel. |
| Christus | Vierstimmiger Satz für Sopran, Alt, Tenor und Bass mit Orgelhinweisen. |
| Adoramus | Vierstimmiger Satz für Sopran, Alt, Tenor und Bass mit Orgel. |
| Benedicam Dominum – Canon in Diatessaron | Vierstimmige Partitur mit einigen Orgelhinweisen; in Parma, Biblioteca Palatina, nachgewiesen. |
| Iesu infiammator cordium | Vierstimmiges geistliches Werk; handschriftlich überliefert. |
| Veni in hortum | Werk für zwei Bässe; handschriftlich überliefert. |
| Messa a 4 voci | Weitere vierstimmige Messe; handschriftlich als Teil der überlieferten Werkgruppe genannt. |
| Mottetti a 4 voci | Vierstimmige Motetten; handschriftlich überliefert. |
| Haec est domus Domini | Motette zu fünf Chören; Ausdruck von Agostinis großräumiger mehrchöriger Kirchenmusik. |
| Magnificat a 5 cori | Magnificat zu fünf Chören mit je vier Stimmen; handschriftlich überliefert. |
| Venite et ascendamus | Zwölfstimmiges Werk; in Münster, Santini-Bibliothek im Bistumsarchiv, nachgewiesen. |
| Composizioni sacre a 16, 24 e 48 voci | Großbesetzte geistliche Kompositionen zu 16, 24 und 48 Stimmen, verteilt auf vier, fünf und zwölf reale Chöre; in Rom, Biblioteca Corsiniana, genannt. |
Rezeption und Forschungsgeschichte
Paolo Agostini wurde bereits in älteren Quellen als außergewöhnlich gelehrter Kontrapunktiker beschrieben. Pitoni berichtet von mehrchörigen Aufführungen in S. Pietro, die in Rom Staunen erregt hätten. Padre Martini lobte an Agostinis Kunst die Klarheit und Natürlichkeit der einzelnen Stimmen und der aus ihnen gebildeten Harmonie. Diese Würdigung ist wichtig, weil sie zeigt, dass Agostini nicht nur wegen technischer Schwierigkeit geschätzt wurde, sondern wegen der Verbindung von Kunst und musikalischer Verständlichkeit.
Besonders dauerhaft wirkte das achtstimmige Agnus Dei in zwei Chören. Die Aufnahme in kontrapunktische Lehrwerke des 18. und 19. Jahrhunderts machte es zu einem Musterbeispiel. Agostini wurde dadurch nicht nur als historischer Kirchenkomponist, sondern als Autorität der Satzlehre rezipiert.
Die moderne Rezeption ist begrenzter, aber nicht unbedeutend. Einzelne Motetten wie Adoramus Te Christe, Ego sum panis vivus und Preparate corda vestra Domino sind heute über digitale Chorbibliotheken, Editionen und Partiturportale greifbar. Die Forschung interessiert sich vor allem für Agostini als Vertreter der römischen Kapellmeistertradition, als Nachfolger der Nanino-Schule, als Vorgänger beziehungsweise Umfeldfigur Francesco Foggias und als Meister des kontrapunktischen Kanons.
Sekundärliteratur
| Silvana Simonetti: „Agostini, Paolo“ | Artikel im Dizionario Biografico degli Italiani, Treccani. Zentrale moderne biographische Grundlage mit Werkverzeichnis, Drucknachweisen, Handschriften und Bibliographie. |
|---|---|
| Alberto Cametti: „Agostini, Paolo Laus Deo“ | Artikel in der Enciclopedia Italiana, Treccani. Ältere, weiterhin nützliche Darstellung mit biographischen Details, Familienbeziehungen und stilistischer Würdigung. |
| Giuseppe Ottavio Pitoni: Notizie dei contrapuntisti e compositori di musica | Wichtige ältere Quelle zur römischen Kirchenmusik, zu Kapellmeistern und Kontrapunktikern des 16. und 17. Jahrhunderts. |
| Antimo Liberati: Lettera ... in risposta ad una del Sig. Ovidio Persapegi | Rom 1685 beziehungsweise 1689; frühe Quelle zur Einschätzung Agostinis als lebendiger und geistvoller Musiker seines Zeitalters. |
| Giovanni Battista Martini: Esemplare, o sia Saggio fondamentale pratico di contrappunto sopra il canto fermo | Bologna 1775; wichtig für die spätere theoretische Überlieferung von Agostinis achtstimmigem Agnus Dei. |
| Gaetano Gaspari: Catalogo della Biblioteca del Liceo musicale di Bologna | Wichtiger älterer Katalog für Drucke und handschriftliche Quellen zu Agostini und zur italienischen Kirchenmusik. |
| Giuseppe Baini: Memorie storico-critiche della vita e delle opere di Giovanni Pierluigi da Palestrina | Rom 1828; bedeutsam für die ältere Palestrina- und römische-Schule-Rezeption, einschließlich Agostinis. |
| Robert Eitner: Biographisch-bibliographisches Quellen-Lexikon der Musiker und Musikgelehrten | Leipzig 1900; grundlegendes älteres Quellenlexikon mit bibliographischen Hinweisen zu Agostini. |
| Raffaele Casimiri: Studien zu Romano Micheli und zur Cappella Sistina | Wichtig für die römische Kapellmeister- und Institutionengeschichte des frühen 17. Jahrhunderts. |
| Alberto Cametti: Frescobaldi in Roma | Turin 1908; nützlich für den breiteren römischen Musik- und Organistenkontext, in dem auch Agostini steht. |
| Alberto Cametti: La scuola dei pueri cantus | Turin 1915; relevant für die Ausbildungssituation an S. Luigi dei Francesi und für die Nanino-Schule. |
| Die Musik in Geschichte und Gegenwart | Deutschsprachige Standardreferenz zu Paolo Agostini, römischer Schule, Kontrapunkt, Cappella Giulia und Kirchenmusik des frühen 17. Jahrhunderts. |
| The New Grove Dictionary of Music and Musicians | Internationale Standardreferenz zu Agostini, römischer Kirchenmusik, Nanino-Schule und frühbarocker Sakralpolyphonie. |
| Denis Collins: „Canon in Baroque Italy: Paolo Agostini’s Collections of Masses, Motets and Counterpoints from 1627“ | Studie zu Agostinis kanonischen Sammlungen von 1627, wichtig für die jüngere Forschung zur Verbindung von Komposition, Kanon und barocker Kontrapunktlehre. |
| Markus Engelhardt, Hrsg.: Musikstadt Rom. Geschichte – Forschung – Perspektiven | Analecta musicologica, Band 45, 2011; wichtiger Forschungsrahmen für die Musikstadt Rom und ihre Institutionen. |
Onlinequellen
| Treccani, Dizionario Biografico degli Italiani | Silvana Simonetti: „AGOSTINI, Paolo“. Zentrale Online-Grundlage für Biographie, Ämter, Stilcharakteristik, Drucke, Sammeldruckbeiträge, Handschriften und Bibliographie. URL: https://www.treccani.it/enciclopedia/paolo-agostini_(Dizionario-Biografico)/ |
|---|---|
| Treccani, Enciclopedia Italiana | Alberto Cametti: „AGOSTINI, Paolo Laus Deo“. Ältere biographische Darstellung mit Angaben zu S. Luigi dei Francesi, den römischen Ämtern, Vittoria Nanino, Kindern und Nachwirkung. URL: https://www.treccani.it/enciclopedia/paolo-laus-deo-agostini_(Enciclopedia-Italiana)/ |
| IMSLP, Kategorie Paolo Agostini | Komponistenkategorie mit digitalen Werkseiten, Sammlungsbezügen und Normdaten. URL: https://imslp.org/wiki/Category:Agostini,_Paolo |
| IMSLP, Adoramus | Werkseite zu Agostinis Adoramus beziehungsweise Adoramus Te Christe. URL: https://imslp.org/wiki/Adoramus_(Agostini,_Paolo) |
| IMSLP, Ego sum panis vivus | Werkseite zu einer der bekanntesten heute greifbaren Motetten Agostinis. URL: https://imslp.org/wiki/Ego_sum_panis_vivus_(Agostini,_Paolo) |
| IMSLP, Preparate corda vestra Domino | Werkseite zu Agostinis Motette aus dem Sammeldruck Sacri affetti. URL: https://imslp.org/wiki/Preparate_corda_vestra_Domino_(Agostini,_Paolo) |
| CPDL, Adoramus | Choral Public Domain Library, digitale Chorrepertoireseite zu Agostinis Adoramus. URL: https://www.cpdl.org/wiki/index.php/Adoramus_(Paolo_Agostini) |
| CPDL, Ego sum panis vivus | Choral Public Domain Library, digitale Chorrepertoireseite zu Ego sum panis vivus. URL: https://www.cpdl.org/wiki/index.php/Ego_sum_panis_vivus_(Paolo_Agostini) |
| CPDL, Preparate corda vestra Domino | Choral Public Domain Library, digitale Chorrepertoireseite zu Preparate corda vestra Domino. URL: https://www.cpdl.org/wiki/index.php/Preparate_corda_vestra_Domino_(Paolo_Agostini) |
| Catholic Encyclopedia, Paolo Agostini | Älterer englischsprachiger Kurzartikel zur biographischen und stilistischen Einordnung Agostinis. URL: https://www.catholic.com/encyclopedia/paolo-agostini |
| Encyclopedia.com, Paolo Agostini | Kurzprofil zu Agostini als italienischem Organisten und Komponisten mit biographischen Grunddaten. URL: https://www.encyclopedia.com/arts/dictionaries-thesauruses-pictures-and-press-releases/agostini-paolo |
| OPAC SBN, Norm- und Katalogrecherche | Italienischer Bibliothekskatalog zu Paolo Agostini, seinen Drucken, Handschriften und modernen Nachweisen. URL: https://opac.sbn.it/ |
| RISM Online | Internationales Quellenrepertorium für musikalische Handschriften und Drucke, besonders wichtig für Agostinis Mess- und Motettenüberlieferung. URL: https://rism.online/ |
| RISM Catalog, Suche nach Paolo Agostini | Quellenrecherche zu Agostinis gedruckten und handschriftlichen Werken. URL: https://opac.rism.info/ |
| BnF Data, Paolo Agostini | Französische Normdaten- und Werkerschließung zu Paolo Agostini und seinem Agnus Dei. URL: https://data.bnf.fr/14784579/paolo_agostini/ |
| VIAF | Internationaler Normdatenverbund zu Paolo Agostini; hilfreich für Namensformen und Bibliotheksidentifikatoren. URL: https://viaf.org/viaf/56874792/ |
| Deutsche Nationalbibliothek, GND | Normdatenseite zu Paolo Agostini. URL: https://d-nb.info/gnd/134868226 |
| Library of Congress, Name Authority File | Normdateneintrag zu Paolo Agostini. URL: https://id.loc.gov/authorities/names/no00008727 |
| WorldCat | Internationaler Bibliothekskatalog für Agostinis Drucke, spätere Editionen, Tonträger und Sekundärliteratur. URL: https://www.worldcat.org/ |
| Internet Culturale | Italienisches Portal für digitale Kultur- und Bibliotheksbestände, relevant für historische Musikdrucke und Handschriften. URL: https://www.internetculturale.it/ |
| EDIT16 | Italienischer Zensus der Drucke des 16. Jahrhunderts und angrenzender Druckkultur; hilfreich zur Druckkontextprüfung. URL: https://edit16.iccu.sbn.it/ |
| Digitalisat Eitner, Quellen-Lexikon | Digitalisierter erster Band des älteren biographisch-bibliographischen Quellenlexikons. URL: https://www.musik.uzh.ch/dam/jcr:ffffffff-c1bc-c70b-0000-0000671cb79e/EitnerQ_01.pdf |
| Internet Archive, Die Tonwerke des XVI. und XVII. Jahrhunderts | Digitalisat mit chronologischen Drucknachweisen zu Agostinis Messbüchern von 1624 bis 1628. URL: https://archive.org/stream/dietonwerkedesx01beckgoog/dietonwerkedesx01beckgoog_djvu.txt |
| Fondazione Ugo e Olga Levi, La musica policorale | Forschungskontext zur mehrchörigen Musik in Italien und Europa, wichtig für Agostinis großbesetzte Kirchenmusik. URL: https://www.fondazionelevi.it/wp-content/uploads/2015/04/musica-policorale.pdf |
| Perspectivia, Musikstadt Rom | Digitalisat eines Forschungsbands zur Musikstadt Rom, hilfreich für Agostinis institutionellen und kulturgeschichtlichen Rahmen. URL: https://perspectivia.net/servlets/MCRFileNodeServlet/pnet_derivate_00003901/engelhardt_musikstadt_45.pdf |
| MusicBrainz | Offene Musikdatenbank mit Identifikatoren und Aufnahmebezügen zu Paolo Agostini. URL: https://musicbrainz.org/ |
| Discogs | Ergänzende Tonträgerrecherche zu Aufnahmen römischer Kirchenmusik und einzelner Agostini-Werke. URL: https://www.discogs.com/ |
Weiterführende Einträge
- Lodovico Agostini hilft bei der Abgrenzung zu einem älteren Ferrareser Komponisten desselben Familiennamens.
- Adoramus Te Christe führt zu einer liturgischen Textform, die bei Agostini als vierstimmige Motette überliefert ist.
- Agnus Dei erschließt den liturgischen Text, dessen achtstimmige kanonische Vertonung Agostini berühmt machte.
- Antonio Cifra stellt einen römischen Zeitgenossen vor, der wie Agostini 1629 starb.
- Benedictus erklärt einen Messabschnitt, den Agostini auch kanonisch behandelte.
- Cappella Giulia vertieft Agostinis wichtigstes Amt als Kapellmeister an S. Pietro in Vaticano.
- Cantus firmus erläutert eine Grundlage der kontrapunktischen Beispiele und kanonischen Satzkunst Agostinis.
- S. Maria in Trastevere führt zu einem wichtigen römischen Wirkungsort Agostinis.
- Contrappunto stellt den italienischen Begriff für die Satzkunst vor, in der Agostini besonders gerühmt wurde.
- Domenico Allegri ordnet Agostini in das römische Musikerumfeld ein, das 1629 stark von der Seuche betroffen war.
- Francesco Foggia führt zu Agostinis Schüler- und Familiennachwirkung in der römischen Kirchenmusik.
- Giovanni Bernardino Nanino erschließt Agostinis Lehrer und Schwiegervater.
- Giovanni Maria Nanino stellt einen der prägenden Lehrer Agostinis und eine Hauptfigur der römischen Schule vor.
- Giuseppe Giamberti führt zu einem Schüler Agostinis und zum Druckkontext von Piaga dolce d’amore.
- Kantorei erklärt die vokalen Ausbildungs- und Aufführungsstrukturen, aus denen Agostini hervorging.
- Kanon vertieft die zentrale Kompositionstechnik vieler Agostini-Werke.
- Kapellmeister erklärt Agostinis Amt zwischen Komposition, Organisation, Liturgie und Aufführungspraxis.
- Kirchenmusik bietet den übergeordneten Rahmen für Agostinis geistliches Œuvre.
- Kontrapunkt erschließt die Satztechnik, für die Agostini in Theorie und Praxis besonders bekannt wurde.
- Magnificat führt zu einer liturgischen Gattung, die Agostini mehrfach vertonte.
- Mehrchörigkeit erklärt die großräumige Chortechnik von Agostinis 16-, 24- und 48-stimmigen Werken.
- Messe stellt den zentralen liturgischen Rahmen von Agostinis umfangreicher Messproduktion dar.
- Motette erläutert die geistliche Vokalform, in der Agostini besonders produktiv war.
- Nanino-Schule ordnet Agostinis Ausbildung in die römische Nach-Palestrina-Tradition ein.
- Orgel verbindet Agostinis Organistenämter mit der römischen Liturgie- und Kirchenmusikpraxis.
- Giovanni Pierluigi da Palestrina erschließt den stilgeschichtlichen Hintergrund der römischen Polyphonie, aus dem Agostini hervorging.
- Giuseppe Paolucci führt zur späteren theoretischen Überlieferung von Agostinis kontrapunktischer Kunst.
- Padre Martini erklärt die Rezeption von Agostinis Agnus Dei in der Kontrapunktlehre des 18. Jahrhunderts.
- Prima pratica beschreibt den kontrapunktisch kontrollierten Kirchenstil, der Agostinis Musik prägt.
- Pueri cantores führt zur Ausbildungstradition, in der Agostini an S. Luigi dei Francesi geschult wurde.
- Rom als Musikstadt ordnet Agostini in das dichte Netz römischer Kirchen, Kapellen und Bruderschaften ein.
- Römische Schule stellt den stilistischen Hauptkontext Agostinis zwischen Palestrina, Nanino und Foggia dar.
- S. Luigi dei Francesi erschließt Agostinis Ausbildungsort und die Nanino-Schule in Rom.
- S. Lorenzo in Damaso führt zu einer wichtigen Kapellmeisterstation Agostinis vor S. Pietro.
- S. Pietro in Vaticano vertieft Agostinis letztes und prestigereichstes Amt als Kapellmeister.
- Satzkunst erklärt die Verbindung von Technik, Regel, Klang und liturgischer Funktion in Agostinis Musik.
- Stile concertato ordnet einzelne moderne Züge in Agostinis Motetten und geistlichen Konzerten ein.
- Vallerano führt zu Agostinis Herkunftsort und seiner frühen Tätigkeit an S. Maria del Ruscello.
- Vincenzo Ugolini stellt Agostinis Vorgänger beziehungsweise Amtskonkurrenten an S. Pietro vor.
- Vokalmusik bietet den übergeordneten Gattungsrahmen für Agostinis Messen, Motetten und mehrchörige Werke.