Jurriaan Andriessen
Überblick
Jurriaan Andriessen, vollständig Jurriaan Hendrik Andriessen, war ein niederländischer Komponist aus der bekannten Künstlerfamilie Andriessen. Er war der Sohn von Hendrik Andriessen, der ältere Bruder von Louis Andriessen, Bruder von Caecilia Andriessen und Neffe von Willem Andriessen. Innerhalb dieser Familie nimmt Jurriaan eine eigene, oft unterschätzte Stellung ein: Er verbindet klassische Ausbildung, Theaterpraxis, Filmmusik, Jazz, Fernsehproduktion, Blasorchester, Auftragsmusik für staatliche Feiern, elektronische Klangexperimente und eine bewusst flexible, stilistisch wandelbare Kompositionsweise.
Während sein Vater Hendrik vor allem für katholische Kirchenmusik, Orgelmusik und eine französisch geprägte niederländische Moderne steht und sein Bruder Louis später zu einer internationalen Leitfigur der niederländischen Avantgarde wurde, gehört Jurriaan Andriessen stärker zur angewandten, medialen und szenischen Musik des 20. Jahrhunderts. Seine Musik bewegt sich zwischen Neoklassizismus, Filmmusik, Theatermusik, Jazzidiom, konzertanter Blasmusik, seriellen Techniken, elektronischer Klangsuche und gelegentlich bewusst pasticciohafter Stilnachahmung.
Für das Kulturlexikon ist Jurriaan Andriessen besonders ergiebig, weil er jene Bereiche der Musikgeschichte sichtbar macht, die zwischen Kunstmusik und Gebrauchsmusik liegen. Er komponierte für Schauspiel, Ballett, Fernsehen, Film, Schulkonzerte, Staatszeremonien, Blasorchester, Amateure und professionelle Konzertpodien. Sein Werk zeigt damit, dass die niederländische Musik nach 1945 nicht nur aus strengem Modernismus bestand, sondern auch aus Theaterarbeit, Medienproduktion, populären Klangformen, öffentlicher Repräsentation und einer hochentwickelten Fähigkeit zur stilistischen Verwandlung.
Kurzdaten
| Name | Jurriaan Andriessen. |
|---|---|
| Vollständiger Name | Jurriaan Hendrik Andriessen. |
| Pseudonym | Leslie Cool, vor allem im Zusammenhang mit Jazz und leichterer Musik. |
| Geboren | 15. November 1925 in Haarlem, Niederlande. |
| Gestorben | 23. August 1996 in Den Haag; einzelne Katalog- und Datenbanknachweise führen abweichend den 19. August 1996. |
| Beruf | Komponist, Theaterkomponist, Filmkomponist, Fernsehkomponist, Dirigent, Jazzpianist, Medienkomponist, Komponist für Blasorchester und musikalischer Gestalter von Auftrags- und Gelegenheitswerken. |
| Familie | Sohn von Hendrik Andriessen; Bruder von Louis, Caecilia und Heleen Andriessen; Neffe von Willem Andriessen und Mari Andriessen. |
| Ausbildung | Kompositionsunterricht bei Hendrik Andriessen, Dirigierstudium bei Willem van Otterloo am Utrechter Konservatorium, Studien in Paris bei Olivier Messiaen sowie Studien in den Vereinigten Staaten im Umfeld von Serge Koussevitzky, Aaron Copland und Tanglewood. |
| Wichtige Tätigkeiten | Musikalischer Berater und Hauskomponist der Haagse Comedie, Komponist von Bühnen-, Film-, Fernseh-, Orchester-, Kammer- und Blasorchesterwerken, Dirigent eigener Werke und Fernsehregisseur beziehungsweise medienpraktisch tätiger Musiker. |
| Werkprofil | Orchesterwerke, fünf Sinfonien, Blasorchesterwerke, Theatermusiken, Fernsehoper, Oper buffa, Kammermusik, Vokalmusik, Film- und Fernsehmusik, Jazz- und Elektronikbezüge sowie repräsentative Festmusiken. |
| Datei | andriessen-jurriaan.shtml |
Familienname, Namensform und Einordnung
Der Familienname Andriessen bezeichnet in der niederländischen Musik- und Kunstgeschichte mehrere Generationen bedeutender Musiker, Komponisten und Künstler. Jurriaan Andriessen ist als dritter Personeneintrag dieses Familienlemmas zu behandeln. Er steht zwischen dem Vater Hendrik Andriessen, dessen Werk stark durch Orgel, Liturgie und französisch-niederländische Formkultur bestimmt ist, und dem jüngeren Bruder Louis Andriessen, der später die niederländische Nachkriegsavantgarde mitprägte.
Die Namensform Jurriaan Hendrik Andriessen ist die vollständige bürgerliche Form. Das Pseudonym Leslie Cool verweist auf seine Jazz- und Unterhaltungsmusikseite. Diese Doppelung ist nicht nebensächlich, sondern charakteristisch: Jurriaan Andriessen bewegte sich zwischen offizieller Komponistenidentität, klassischer Ausbildung, Theaterpraxis, Jazzkultur und Medienarbeit. Wo Hendrik Andriessen als Kirchenmusiker und Louis Andriessen als radikaler Neuerer sichtbar wurden, erscheint Jurriaan als vielseitiger musikalischer Praktiker, der Stile beherrschte, kombinierte, parodierte, anwenden und für unterschiedliche mediale Situationen verfügbar machen konnte.
Auch beim Sterbedatum zeigt sich eine kleine Quellenabweichung. Die hier verwendete Hauptdatierung folgt der vom Lemma vorgegebenen und in mehreren Nachweisen belegten Angabe 23. August 1996. Donemus und einzelne Datenbanken führen dagegen den 19. August 1996. Die Seite vermerkt diese Abweichung, ohne die für das Kulturlexikon vorgegebene Hauptform zu ändern.
Biographischer Verlauf
Jurriaan Andriessen wurde am 15. November 1925 in Haarlem geboren. Er wuchs in einer der musikalisch bedeutendsten niederländischen Künstlerfamilien des 20. Jahrhunderts auf. Der Vater Hendrik Andriessen war Komponist, Organist und Pädagoge, der Onkel Willem Andriessen ein angesehener Pianist und Lehrer, der Onkel Mari Andriessen Bildhauer. In diesem Umfeld waren Musik, Kunst, Handwerk, Bildung und öffentlicher Auftrag selbstverständlich miteinander verbunden. Jurriaan erhielt erste kompositorische und musiktheoretische Prägungen durch den Vater.
Seine institutionelle Ausbildung führte ihn an das Konservatorium in Utrecht. Dort studierte er Dirigieren bei Willem van Otterloo und schloss 1947 ab. Bereits diese Verbindung von Komposition und Dirigieren weist auf eine künstlerische Existenz hin, die nicht nur auf das stille Partiturschreiben ausgerichtet war, sondern auf praktische Realisierung, Ensembleführung, Aufführung und szenische Organisation. Danach ging Andriessen nach Paris, wo er im Umfeld von Olivier Messiaen studierte und sich besonders mit musikalischer Farbe, Rhythmus, Filmmusik und moderner Komposition auseinandersetzte.
Von besonderer Bedeutung wurden seine amerikanischen Jahre. Durch Stipendien, unter anderem der Rockefeller Foundation, kam er 1949 bis 1951 in die Vereinigten Staaten und studierte beziehungsweise arbeitete im Umfeld von Aaron Copland, Serge Koussevitzky und dem Berkshire Music Center in Tanglewood. Dort entstanden wichtige Orchesterwerke, darunter die Berkshire Symphonies. Die amerikanische Erfahrung brachte Andriessen nicht nur Kontakt zur sinfonischen Konzertkultur, sondern auch zur Filmmusik, zum Ballett, zur populären Kultur und zum Jazz.
In den frühen fünfziger Jahren trat Andriessen auch als Jazzpianist unter dem Namen Leslie Cool hervor. Diese Seite seiner Biographie ist wichtig, weil sie sein späteres Verhältnis zu Stil, Rhythmus, Sound und Unterhaltung erklärt. Er war kein Komponist, der Jazz nur als exotisches Zitat kannte, sondern ein Musiker, der diese Klangwelt praktisch berührte. Zugleich blieb er im klassischen Konzert- und Theaterbetrieb aktiv.
1954 wurde er als musikalischer Berater und Komponist an die Haagse Comedie berufen. Diese Position bestimmte einen großen Teil seines Berufslebens. Für das Theater schrieb er Schauspielmusiken, Bühnenpartituren, Zwischenspiele, Klangräume und stilistisch anpassbare Musik. Zu den dramatischen Stoffen, für die er arbeitete, gehörten Eugene O’Neills Mourning Becomes Electra und Tom Stoppards Rosencrantz and Guildenstern Are Dead. Parallel entstanden Filmmusiken, Fernseharbeiten, Orchesterwerke, Blasorchesterstücke, Kammermusik und repräsentative Auftragswerke für staatliche Anlässe.
Jurriaan Andriessen starb am 23. August 1996 in Den Haag. Sein Tod fiel in eine Zeit, in der sein Bruder Louis international weit bekannter war. Dadurch wurde Jurriaan Andriessen lange vor allem als vielseitiger, aber weniger kanonisierter Vertreter der Familie wahrgenommen. Die neuere Beschäftigung mit Medienmusik, Theatermusik, elektronischem Klang und niederländischer Gebrauchsmusik macht jedoch sichtbar, dass seine Rolle eigenständig und kulturgeschichtlich relevant ist.
Ausführlicher Kulturüberblick
Jurriaan Andriessens Werk steht in einer niederländischen Nachkriegskultur, in der die Grenzen zwischen Konzertsaal, Theater, Film, Rundfunk, Fernsehen, Staatszeremonie, Jazzclub und Amateurmusik durchlässiger wurden. Nach 1945 erneuerten sich die Niederlande politisch, sozial und kulturell. Musik musste nicht nur im traditionellen Konzertsaal bestehen, sondern auch in neuen Medien funktionieren. Der Rundfunk, das Fernsehen, das Theater, der Dokumentarfilm, der Kinofilm und das Blasorchester wurden zu wichtigen Orten musikalischer Produktion. Andriessen war ein Komponist, der diese Orte nicht als zweitrangig behandelte.
Sein Stil ist deshalb schwer auf eine einzige ästhetische Richtung zu reduzieren. Er kann neoklassisch klar schreiben, jazznah rhythmisieren, dramatisch pointieren, filmisch kolorieren, parodistisch zitieren, seriell strukturieren, folkloreske Idiome einbeziehen und für konkrete Anlässe repräsentative Klanggesten finden. Diese Vielseitigkeit wurde gelegentlich als mangelnde stilistische Tiefe missverstanden. Kulturgeschichtlich kann sie jedoch als professionelle Fähigkeit gelesen werden: Andriessen beherrschte die Kunst der Anpassung an Situation, Medium und Publikum.
Gerade im Vergleich mit Louis Andriessen wird diese Eigenart deutlich. Louis Andriessen zielte auf ästhetische Radikalität, Ensembleklang, politische Energie und strukturelle Härte. Jurriaan Andriessen dagegen war ein musikalischer Erzähler, Gestalter, Szeniker und Medienpraktiker. Seine Kunst wirkt dort am stärksten, wo Musik eine Funktion erfüllen muss, ohne bloß funktional zu werden: im Theater, in Filmen von Fons Rademakers, in der Fernsehoper, in Balletten, in Blasorchesterwerken, in Festmusiken und in Werken wie Time Spirit, die Musik, Bild, Bühne, Tanz und neue Klangtechnik miteinander verbinden.
Ein weiteres kulturgeschichtliches Feld ist die niederländische Blasmusik. Das Blasorchester, die Harmonie- und Fanfaretradition besitzen in den Niederlanden eine starke soziale und regionale Verwurzelung. Andriessen nahm diese Gattung ernst. Werke wie Symphony No. 2 für Blasorchester, Rococo Concerto, Sinfonia Il Fiume, Dynamic Overture, Overture for an Imaginary Play oder Entrata della Regina zeigen, dass Blasorchester bei ihm nicht nur Gebrauchsmusik für feierliche Anlässe ist, sondern ein eigenständiger Klangkörper mit theatraler und farblicher Potenz.
Schließlich gehört Andriessen zur Geschichte der musikalischen Öffentlichkeit im Zeitalter der Massenmedien. Seine Musik zu De Fabeltjeskrant, seine Filmmusik zu De Aanslag, seine Fernseh- und Bühnenarbeiten und seine elektronischen Experimente zeigen, dass er die Verschiebung der Musik aus dem Konzertsaal in das audiovisuelle Medium nicht nur begleitete, sondern produktiv gestaltete. Gerade deshalb ist er für ein Kulturlexikon wichtig: Er steht für den Komponisten als medienübergreifenden Kulturarbeiter.
Stil, Ästhetik und kompositorische Haltung
Jurriaan Andriessens kompositorische Haltung ist durch Eklektizismus, handwerkliche Sicherheit und szenische Anpassungsfähigkeit geprägt. Der Begriff Eklektizismus ist hier nicht abwertend zu verstehen. Andriessen konnte unterschiedliche Idiome aufnehmen, weil seine Arbeitsfelder es verlangten. Theatermusik braucht psychologische Zuspitzung, Filmmusik braucht Timing und Atmosphäre, Staatsmusik braucht Erkennbarkeit und festlichen Zugriff, Blasorchester braucht klangliche Direktheit, Kammermusik braucht Präzision, und audiovisuelle Experimente brauchen ein Gespür für Wechselwirkungen zwischen Bild, Bewegung und Klang.
Einflüsse aus amerikanischer Filmmusik, Aaron Coplands Ballettstil, Jazz, Volksmusik verschiedener Kulturen, Neoklassizismus und serieller Technik sind in seinem Werk nicht als abgeschlossenes System zu verstehen, sondern als Materialreservoir. Andriessen war ein Stilpraktiker. Er konnte Musik in einer Art komponieren, ohne sich mit dieser Art vollständig zu identifizieren. Das macht ihn besonders geeignet für das Theater, in dem Musik häufig eine Welt herstellen muss, die sich je nach Stück, Szene und Regie verändert.
Seine Musik besitzt oft eine anschauliche, gestische und dramatische Qualität. Sie spricht nicht primär durch abstrakte Konstruktion, sondern durch Charakter, Bewegung, Farbe und Situation. Das schließt anspruchsvolle Satztechnik nicht aus. Werke wie die Berkshire Symphonies, Time Spirit, die Concertini, die Kammermusik und die Blasorchesterstücke zeigen, dass Andriessen über Formbewusstsein, Orchestrationskunst und strukturelle Planung verfügte. Sein unverwechselbares Profil liegt jedoch in der Fähigkeit, diese Mittel für konkrete szenische, filmische oder gesellschaftliche Kontexte einzusetzen.
Theater, Film, Fernsehen und Medienmusik
Der wichtigste berufliche Ort Jurriaan Andriessens war das Theater. Als Komponist der Haagse Comedie schrieb er eine große Zahl von Schauspielmusiken. Solche Werke sind in der traditionellen Musikgeschichtsschreibung oft schwer zu fassen, weil sie nicht immer als autonome Konzertstücke überleben. Ihre eigentliche Funktion liegt im Zusammenspiel mit Text, Szene, Licht, Bewegung, Pause, Schauspielerpräsenz und Regie. Andriessen war in diesem Feld besonders leistungsfähig, weil er nicht nur musikalisch, sondern dramaturgisch dachte.
Die Fernseharbeit erweitert diese Theaterpraxis. Die Fernsehoper Kalchas gilt als eines der frühen Beispiele einer eigens für das niederländische Fernsehen produzierten Opernpartitur. Fernsehen verlangte andere Proportionen als Bühne oder Kino: Nähe, Kameraausschnitt, begrenzte Dauer, unmittelbare Verständlichkeit und technische Realisierbarkeit. Andriessen erkannte diese Bedingungen und schrieb Musik, die nicht einfach Bühnenmusik für ein neues Medium wiederholte, sondern mediale Eigenheiten einbezog.
Auch seine Filmmusik ist bedeutsam. In der Zusammenarbeit mit dem Regisseur Fons Rademakers begegnet Andriessen als Komponist einer niederländischen Filmkultur, die historische Stoffe, psychologische Spannung und nationale Erinnerung miteinander verband. Besonders De Aanslag, international als The Assault bekannt, gehört zu den bekannten Filmzusammenhängen seines Namens. Filmmusik wird hier nicht als Nebenprodukt, sondern als Teil der niederländischen Erinnerungskultur und Mediengeschichte relevant.
Jazz, Unterhaltung und das Pseudonym Leslie Cool
Jurriaan Andriessens Pseudonym Leslie Cool verweist auf seine Nähe zum Jazz. In den frühen fünfziger Jahren trat er unter diesem Namen als Jazzpianist auf. Der Name ist bewusst spielerisch, rhythmisch und anglophon; er markiert eine andere musikalische Identität als der bürgerliche Familienname Andriessen. Diese Doppelidentität passt in eine Zeit, in der Jazz in Europa zugleich als amerikanischer Import, moderne Großstadtkultur, Tanzmusik, künstlerische Freiheit und gelegentlich als Gegenwelt zur akademischen Kunstmusik wahrgenommen wurde.
Der Jazz blieb für Andriessen nicht auf die Pianistenpraxis beschränkt. Er taucht in Orchesterwerken, Unterhaltungsmusiken, Theaterpartituren, Blasorchesterstücken und Mischformen auf. Besonders Werke wie Concerto Rotterdam für Jazz-Combo und Sinfonieorchester oder A Suite for Jazz Ensemble and Wind Band zeigen, dass Jazz für ihn ein struktureller Bestandteil des kompositorischen Denkens werden konnte. Er diente nicht nur als Farbe, sondern als rhythmische, soziale und mediale Energie.
Diese Seite unterscheidet ihn wiederum von seinem Vater Hendrik. Während Hendrik Andriessen stark aus Orgel, Liturgie und französischer Kunstmusik dachte, nahm Jurriaan Alltagsklänge, Jazzidiome, amerikanische Medienmusik und Bühneneffekte auf. Dadurch wurde er zu einer Brückenfigur zwischen akademischer Komposition und populärer Klangwelt.
Time Spirit, Escher und audiovisuelle Kunst
Time Spirit, die fünfte Sinfonie Jurriaan Andriessens, gehört zu den markantesten Werken seines Œuvres. Das Werk verbindet Klarinette, Orchester, Popgruppe, Tänzer, elektronische beziehungsweise verstärkte Klangeffekte und Projektionen nach Werken von M. C. Escher. Damit überschreitet es die traditionelle Sinfonieform und nähert sich einer musikalisch-szenischen Medienkomposition.
Die Verbindung mit Escher ist besonders aufschlussreich. Eschers Bilder spielen mit Perspektive, Metamorphose, unmöglichen Räumen, Wiederholung, Spiegelung und optischer Verunsicherung. Andriessens Musik übersetzt diese Bildwelt nicht illustrativ im einfachen Sinn, sondern sucht ein audiovisuelles Gegenstück. Die Klarinette steht als zentrale Gestalt im Klangraum, während Orchester, Popgruppe, Tanz und Projektion eine Welt um sie bilden. Die Themen Einsamkeit, Entwicklung, Wahrnehmung und Wirklichkeitsverschiebung verbinden Musik und Bild.
Time Spirit zeigt zugleich Andriessens Nähe zum Fernsehen und zur multimedialen Kunst der späten 1960er und frühen 1970er Jahre. Das Werk ist nicht nur eine Partitur, sondern ein Ereignis aus Klang, Bild, Bewegung und technischer Vermittlung. Darin liegt seine kulturgeschichtliche Bedeutung: Andriessen gehört zu den Komponisten, die die Sinfonie nicht einfach fortschrieben, sondern sie in die Welt von Projektion, Verstärkung, Popklang und medialem Ereignis überführten.
Werkverzeichnis
Das Werkverzeichnis Jurriaan Andriessens ist besonders breit, weil sein Œuvre nach Katalogangaben mehr als hundert Werke umfasst und viele Bereiche berührt: Orchester, Blasorchester, Theater, Film, Fernsehen, Kammermusik, Vokalwerke, Jazzensemble, Elektronik, Schul- und Amateurmusik sowie repräsentative Auftragsmusik. Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten nachweisbaren Werke und Werkgruppen kulturlexikalisch zusammen. Bei einzelnen Jahreszahlen, Fassungen und Titelformen können je nach Katalog, Aufführungsmaterial und Mediennachweis Abweichungen bestehen.
Oper, Fernsehoper, Bühnenwerke und Theatermusik
- Het wonderlijke uur beziehungsweise The Miraculous Hour, Bühnenmusik, 1948; frühes szenisches Werk zur Feier des fünfzigjährigen Regierungsjubiläums von Königin Wilhelmina und erster Johan-Wagenaar-Preis.
- Kalchas, Fernsehoper, 1959; frühe niederländische Fernsehoper und wichtiges Beispiel für Andriessens medienbezogene Komposition.
- Het zwarte blondje beziehungsweise The Black Blonde, opera buffa, 1964; Bühnenwerk im Umfeld von Schulkonzert, Musikvermittlung und komischer Oper.
- Rouw past Electra beziehungsweise Mourning Becomes Electra, Schauspielmusik nach Eugene O’Neill, 1954; auch als Suite beziehungsweise Kammerfassung für elf Bläser und Schlagzeug überliefert.
- Rosencrantz and Guildenstern Are Dead, Bühnenmusik nach Tom Stoppard, 1968.
- Leonce and Lena, Bühnenmusik nach Georg Büchner, 1973; im Zusammenhang mit Andriessens Experimenten auf dem ARP-2500-Synthesizer besonders wichtig.
- Weitere Schauspielmusiken für die Haagse Comedie, in denen Andriessen zwischen dramatischer Atmosphäre, parodistischer Stiltechnik, historisierendem Klang und szenischer Präzision vermittelte.
Sinfonien und große Orchesterwerke
- Symphonietta concertante für vier Trompeten und Orchester, 1947.
- Berkshire Symphonies, Sinfonie Nr. 1, 1949; im Zusammenhang mit Andriessens amerikanischem Aufenthalt entstanden und später auch als Ballettmusik verwendet.
- Sinfonie Nr. 2 für Blasorchester, 1962.
- Sinfonie Nr. 3, Symphonyen fan Fryslân, 1963; Werk mit friesischem beziehungsweise regionalem Bezug.
- Sinfonie Nr. 4, Aves beziehungsweise The Birds, für Chor und Orchester, 1963.
- Sinfonie Nr. 5, Time Spirit, für Klarinette, Popgruppe, Tänzer und Orchester, 1970; multimediales Werk mit Projektionen nach M. C. Escher.
- Cymbeline, Ouvertüre, 1954.
- Inno della Tecnica, 1957.
- Ritratto di una città beziehungsweise Ouverture Den Haag, 1957.
- Thai, sinfonische Rhapsodie, 1960; komponiert anlässlich des Staatsbesuchs von König Bhumibol von Thailand in den Niederlanden.
- Concerto Rotterdam für Jazz-Combo und Sinfonieorchester, 1966.
- Contra-bande beziehungsweise Rhapsodia interrotta für Orchester und Sousaphon, 1967.
- Omaggio a Sweelinck für Cembalo und 24 Streicher, 1968.
- Trelleborg Concerto für Cembalo und drei Orchestergruppen, 1969.
- Antifona dell’Aja, 1969.
- Ars antiqua musicae casual music for connoisseurs and amateurs für fünf Blasinstrumente, Viola, Gitarre und Schlagzeug, 1971.
- Een Prince van Orangien, 1973; Auftragswerk zum silbernen Thronjubiläum von Königin Juliana.
- Pasticcio-Finale für Orchester, Dixieland-Band und Tonband, 1974.
- Monomania e policromia, 1984.
- Serenade für Kammerorchester, 1988.
- Violinkonzert, 1991–1992.
- Het rozenprieel für Streicher, 1996.
- La Napoule für Amateurorchester, 1996.
Werke für Blasorchester, Harmonie und Fanfare
- Marsch für das niederländische Rote Kreuz, 1950.
- Thai Rhapsody für sinfonisches Blasorchester, 1960.
- Jaarbeursmars, 1961.
- De Scheveningse Pier, 1961.
- Sinfonie Nr. 2 für Blasorchester, 1962.
- Antifona e Fusione, 1966; Werk für Bläser- und Blechbläsergruppen mit Pauken beziehungsweise erweiterter Bläserbesetzung.
- A Mexican Overture, 1968.
- Rococo Concerto für Soloklarinette und sinfonisches Blasorchester, 1972.
- Suite for Jazz Ensemble and Wind Band, 1981 beziehungsweise 1988 in weiteren Fassungs- und Titelzusammenhängen.
- Song for Lilian, 1982.
- Sinfonia Il Fiume für sinfonisches Blasorchester, 1984; komponiert für das World Music Contest in Kerkrade.
- Overture for an Imaginary Play, 1987.
- Dynamic Overture, 1988.
- A Suite for Jazz Ensemble and Wind Band, 1988; mit den Teilen A Bluebird, A Ballad und A Samba.
- Entrata della Regina für Blechbläser, Pauken und Orgel ad libitum, 1980 beziehungsweise in späteren Aufführungs- und Katalogzusammenhängen 1989 geführt; komponiert zur Inthronisation von Königin Beatrix.
- Concerto grosso für Saxophonquartett und Blasorchester.
- Lunar Orbiter – Mars.
- Music for Bandstand, Suite mit Marsch-, Tanz- und Charakterstücken.
- Pavane.
- Antifoon für Orgel und Blasorchester, 1992.
Konzertante Werke
- Piano Concertino, 1943.
- Piano Concerto, 1948.
- Flute Concerto, 1951 beziehungsweise 1952.
- Concertino für Fagott und doppeltes Holzbläserquintett beziehungsweise Bläserensemble, 1962.
- Rococo Concerto für Soloklarinette und sinfonisches Blasorchester, 1972.
- Trelleborg Concerto für Cembalo und drei Orchestergruppen, 1969.
- Concerto Rotterdam für Jazz-Combo und Sinfonieorchester, 1966.
- Concerto grosso für Saxophonquartett und Blasorchester.
- Violinkonzert, 1991–1992.
Kammermusik
- Hommage à Milhaud für elf Instrumente, 1945; auch in Fassung für Flöte und Streichquartett, 1948.
- Violinsonate, 1946.
- Octet Divertissement für Bläser, 1948.
- Rouw past Electra, Suite für elf Bläser und Schlagzeug, 1954.
- Trio Nr. 1 für Flöte, Oboe und Klavier, 1955.
- Trio Nr. 2 für Flöte, Viola und Klavier, 1955.
- Trio Nr. 3 für drei Blockflöten, 1957.
- Trio Nr. 4 für Flöte, Oboe und Fagott, 1957.
- Trio Nr. 5, Sonata da camera, für Flöte, Viola und Gitarre, 1959.
- L’incontro di Cesare e Cleopatra, Sextett für Bläser und Klavier, 1956.
- Respiration, Suite für doppeltes Bläserquintett, 1962.
- Movimenti I für Trompete, Horn, Posaune, Streicher und Pauken, 1965.
- Trio für Klarinette, Violoncello und Klavier, 1965.
- Antifono e Fusione für Bläserquintett, Blechbläserquartett und Pauken, 1966.
- In pompa magna für Blechbläser und Schlagzeug, 1966.
- Movimenti II für Oboe, Klarinette, Fagott, Streicher und Schlagzeug, 1972.
- Movimenti III für Violine, Viola, Violoncello, Bläser und Schlagzeug, 1974.
- Quartetto buffo für Klarinette und Streichtrio, 1974.
- The Cave für Violoncello, zwölf Bläser, vier Tasteninstrumente und Elektronik, 1976.
- Klarinettenquartett, 1984.
- Streichtrio, 1988.
- Fagottsonate, 1990.
- Divertimento für zwei Oboen und Englischhorn, 1990.
- Quartett für Flöte, Violine, Viola und Violoncello, 1992.
- Movimenti IV für Violine und Klavier, 1992.
- 6 Moods für zwölf Saxophone, 1993.
- Trompetensonate, 1994.
- Wind Music für vier Posaunen und Orgel, 1995.
- Scorpius für Violine, Klarinette und Klavier, 1995.
- Les jeux des vents für Bläserquintett, 1996.
Klavierwerke
- Three Dances für Klavier solo, 1962.
- 2 Etudes für Klavier.
- Klavierstücke im Zusammenhang mit Unterricht, Konzertgebrauch und kleineren Katalogwerken.
- Stücke für Klavier beziehungsweise Werke mit Klavieranteil im Kontext von Kammermusik, Theater und Jazzpraxis.
Vokalmusik, Chorwerke und Lieder
- 4 Poems by Revius, Vokalwerk nach Texten von Jacobus Revius.
- Sonnet No. 43, Vokalwerk beziehungsweise Lied.
- Psalmen trilogie nach Gabriel Smit, 1977, für Bariton solo, gemischten Chor und Orchester.
- Vokale und chorische Einzelwerke für professionelle und Laienausführung.
- Theater- und Fernsehwerke mit vokalen Anteilen, darunter Kalchas und Het zwarte blondje.
Film- und Fernsehmusik
- Décembre, mois des enfants, Kurzfilm, 1956.
- Dorp aan de rivier beziehungsweise Das Dorf am Fluß, Film, 1958.
- Als twee druppels water beziehungsweise Wie zwei Tropfen Wasser, Film, 1963.
- De mooiste tijd, Kurzfilm, 1963.
- Koning David, Fernsehfilm, 1965.
- De dans van de reiger beziehungsweise Feuer auf der Haut, Film, 1966.
- De Fabeltjeskrant, Fernsehserie, Musik beziehungsweise musikalische Beiträge in der langen Laufzeit 1968–1992.
- Flanagan, Film, 1975.
- Weekend, Fernsehserie, 1982.
- Alleen, 1982.
- Sanne, Fernsehserie, 1983.
- De Aanslag beziehungsweise The Assault, Film, 1986; eine der bekanntesten Filmmusiken Andriessens im Zusammenhang mit Fons Rademakers.
Elektronische und experimentelle Arbeiten
- Leonce and Lena, Bühnenmusik mit elektronischer beziehungsweise synthetischer Klangpraxis, 1973.
- The Cave, Kammermusik mit Elektronik, 1976.
- Pasticcio-Finale für Orchester, Dixieland-Band und Tonband, 1974.
- Arbeiten und Skizzen im Umfeld des ARP-2500-Synthesizers und der Suche nach neuen, nicht bloß imitierenden Klangwelten.
Fest-, Staats- und Gelegenheitsmusik
- Entrata festiva, 1966; komponiert anlässlich des Hochzeitsfestes von Prinzessin Beatrix.
- Een Prince van Orangien, 1973; komponiert zum silbernen Regierungsjubiläum von Königin Juliana.
- Entrata della Regina, 1980; komponiert zur Inthronisation Königin Beatrix’.
- Il discorso della corona; in späteren königlichen und zeremoniellen Kontexten erneut wahrgenommen.
- Thai beziehungsweise Thai Rhapsody, 1960; Repräsentationsmusik anlässlich des thailändischen Staatsbesuchs.
- Jaarbeursmars, 1961; Gelegenheits- und Repräsentationsmusik mit öffentlichem Anlass.
Überlieferung, Kataloge und Quellenlage
Die Überlieferung zu Jurriaan Andriessen ist breit, aber heterogen. Ein großer Teil seiner Werke ist in Katalogen von Donemus nachweisbar; der Donemus-Webshop führt eine umfangreiche Zahl von Werken und zeigt, wie stark das Œuvre in Blasorchester, Kammermusik, Theater-, Konzert- und Gelegenheitsmusik verzweigt ist. Daneben existieren Tonträger, Filmdatenbanken, Soundtrack-Nachweise, Rundfunk- und Fernsehbestände sowie Hinweise in Archiven des Nederlands Muziek Instituut.
Gerade die mediale Natur seines Werks erschwert eine einfache Werkordnung. Eine Sinfonie kann zugleich Fernsehereignis, multimediale Komposition und Konzertstück sein; eine Schauspielmusik kann als Suite weiterleben; eine Filmmusik ist zugleich Partitur, Tonspur, Aufführungsmaterial und Teil eines audiovisuellen Werks. Deshalb ist Andriessens Œuvre anders zu behandeln als das eines Komponisten, der fast ausschließlich autonome Konzertwerke schrieb.
Die Quellenlage zum Sterbedatum ist uneinheitlich. Mehrere biographische und filmographische Nachweise nennen den 23. August 1996 in Den Haag, während Donemus und einige Datenbanken den 19. August 1996 führen. Für diese Kulturlexikon-Seite wird die vom Lemma vorgegebene Hauptdatierung mit dem 23. August verwendet und die Abweichung im Kurzdatenabschnitt vermerkt.
Wirkung und Nachleben
Jurriaan Andriessens Wirkung wurde lange durch zwei Umstände überlagert: durch die starke kirchenmusikalische Autorität seines Vaters Hendrik und durch die internationale Prominenz seines jüngeren Bruders Louis. In dieser Familienkonstellation erschien Jurriaan oft als der vielseitige, angewandte, weniger programmatische Komponist. Genau diese vermeintliche Nebenstellung ist jedoch kulturgeschichtlich interessant. Sie zeigt, wie stark die Musik des 20. Jahrhunderts von Bereichen geprägt wurde, die nicht immer in den Kanon der Konzertmusik eingehen: Theater, Film, Fernsehen, Staatsfeier, Schulkonzert, Blasorchester, Jazzensemble und elektronische Klangpraxis.
Sein Nachleben wird zunehmend durch Werke wie Time Spirit, durch die Filmmusik zu De Aanslag, durch Blasorchesterrepertoire und durch die Wiederentdeckung elektronischer und mediennaher Arbeiten bestimmt. Andriessen erscheint dadurch nicht als bloßer Komponist gelegentlicher Musik, sondern als ein Künstler, der Musik im Medienzeitalter funktional, farbig und handwerklich kontrolliert einzusetzen wusste.
Für das Kulturlexikon ist Jurriaan Andriessen deshalb eine wichtige Ergänzung zu Hendrik und Louis Andriessen. Er macht sichtbar, dass die Familie Andriessen nicht nur eine Linie von Kirchenmusik zur Avantgarde bildet, sondern auch eine Linie in die praktische Kulturarbeit der Nachkriegszeit: Bühne, Leinwand, Bildschirm, Blasorchester, Jazz und audiovisuelle Kunst.
Sekundärliteratur
- Hazeu, Wim: M. C. Escher. Een biografie. Amsterdam: Meulenhoff, 1998.
- Horst, Agnes van der: De Andriessens. Een kleurrijke familie van muzikanten en kunstenaars. Hilversum: Lias, 2013.
- Klis, Jolande van der: The Essential Guide to Dutch Music. 100 Composers and Their Work. Amsterdam: Amsterdam University Press, 2000.
- Samama, Leo: Nederlandse muziek in de twintigste eeuw. Voorspel tot een nieuwe dag. Amsterdam: Amsterdam University Press, 2006.
- Slonimsky, Nicolas; Kuhn, Laura; McIntire, Dennis: Baker’s Biographical Dictionary of Musicians. Eintrag zu Jurriaan Andriessen.
- Wouters, Jos; Vermeulen, Ronald: Andriessen. In: Grove Music Online. Artikel zur Familie Andriessen und zu Jurriaan Andriessen.
- Wennekes, Emile: Studien zur niederländischen Musikgeschichte, zu Medienmusik, Rundfunk, Theater und Nachkriegskultur.
Ausgewählte Onlinequellen
- Bandcamp / Bureau B: The Awakening Dream Tonträger- und Werkhinweis zu Andriessens elektronisch und mediennah geprägter Musik der 1970er Jahre.
- Donemus: Jurriaan Andriessen Komponistenprofil mit Lebensdaten, Ausbildung, Karriere, Theaterarbeit, amerikanischem Aufenthalt, Auftragswerken, Stilcharakteristik und Auszeichnungen.
- Donemus Webshop: Andriessen, Jurriaan Umfangreicher Werk- und Editionskatalog mit zahlreichen Kompositionen, besonders für Blasorchester, Kammermusik und szenische beziehungsweise mediennahe Kontexte.
- Encyclopedia.com: Andriessen, Jurriaan Internationaler Kurzartikel mit Lebensdaten, Ausbildung bei Otterloo, Messiaen und Copland sowie ausführlicher Werkgruppenübersicht.
- Escher in Het Paleis: Jurriaan Andriessen’s Time Spirit Ausführliche Darstellung von Time Spirit, der Verbindung zu M. C. Escher, Projektionen, Klarinette, Orchester, Popgruppe und medialer Aufführungsgeschichte.
- IMDb: Jurriaan Andriessen Filmographischer Nachweis zu Andriessen als Komponist und Medienarbeiter, unter anderem mit De Aanslag, Flanagan und Als twee druppels water.
- MusicBrainz: Jurriaan Andriessen Musikdatenbankeintrag mit Normdaten, Lebensdaten, Künstleridentifikation und Werk-/Aufnahmekontexten.
- NPO Klassiek: Wiekent Jurriaan Andriessen? Radiobezogener Kurzbeitrag zu Jurriaan Andriessen, seinem Pseudonym Leslie Cool, seiner Familie und seinen Studien bei Otterloo, Messiaen und Copland.
- SoundtrackCollector: De Aanslag Soundtrack-Nachweis zu De Aanslag mit Jurriaan Andriessen als Komponist der Filmmusik.
- Wind Repertory Project: Jurriaan Andriessen Blasorchesterbezogene Werkübersicht mit wichtigen Titeln wie Dynamic Overture, Rococo Concerto, Sinfonia Il Fiume und Overture for an Imaginary Play.
Weiterführende Einträge
- Amateurmusik Musikpraxis, für die Andriessen zahlreiche zugängliche und ensemblebezogene Werke schrieb.
- Caecilia Andriessen Komponistin und Schwester Jurriaan Andriessens innerhalb der musikalischen Familie Andriessen.
- Andriessen-Familie Niederländische Künstlerfamilie mit Komponisten, Musikern und bildenden Künstlern mehrerer Generationen.
- Hendrik Andriessen Komponist, Organist und Vater Jurriaan Andriessens, zentrale Figur niederländischer Kirchen- und Orgelmusik.
- Louis Andriessen Jüngerer Bruder Jurriaan Andriessens und international bedeutender Vertreter der niederländischen Avantgarde.
- Willem Andriessen Pianist, Komponist und Onkel Jurriaan Andriessens, wichtig für die ältere Generation der Familie.
- Blasmusik Gattungs- und Praxisfeld, in dem Jurriaan Andriessen zahlreiche repräsentative und konzertante Werke schrieb.
- Aaron Copland Amerikanischer Komponist und Lehrer, dessen Ballett- und Orchesterästhetik für Andriessens amerikanischen Horizont wichtig war.
- Den Haag Wichtiger Wirkungs- und Sterbeort Andriessens sowie Sitz der Haagse Comedie.
- De Aanslag Film von Fons Rademakers, zu dem Jurriaan Andriessen eine seiner bekanntesten Filmmusiken schrieb.
- Eklektizismus Stilhaltung, die Andriessens Fähigkeit zur Verbindung verschiedener musikalischer Idiome beschreibt.
- Elektronische Musik Klangfeld, das Andriessen in den 1970er Jahren besonders durch Synthesizer- und Medienarbeiten berührte.
- M. C. Escher Grafiker, dessen Bildwelt in Andriessens multimedialer Sinfonie Time Spirit eine zentrale Rolle spielte.
- Fernsehoper Medienform, für die Andriessens Kalchas ein frühes niederländisches Beispiel darstellt.
- Filmmusik Kompositionsbereich, in dem Andriessen mit niederländischen Spielfilmen und Fernsehproduktionen verbunden ist.
- Fons Rademakers Niederländischer Regisseur, mit dessen Filmen Andriessens Musik eng verbunden ist.
- Haagse Comedie Theaterinstitution, für die Andriessen als musikalischer Berater und Komponist zahlreiche Bühnenmusiken schrieb.
- Haarlem Geburtsort Jurriaan Andriessens und wichtiger Ort der Familie Andriessen.
- Jazz Musikalisches Idiom, das Andriessen praktisch als Leslie Cool und kompositorisch in mehreren Werken aufgriff.
- Kammermusik Gattungsbereich mit Trios, Quartetten, Bläserwerken, Sonaten und experimentellen Besetzungen Andriessens.
- Konzertante Musik Werkbereich, in dem Andriessen Soloinstrumente mit Orchester, Blasorchester oder Ensemble verbindet.
- Serge Koussevitzky Dirigent und Förderer neuer Musik, in dessen Tanglewood-Umfeld Andriessen während seiner amerikanischen Studien wirkte.
- Olivier Messiaen Französischer Komponist, bei dem Andriessen in Paris studierte.
- Multimedia Künstlerische Verbindung von Klang, Bild, Bewegung und Technik, die in Time Spirit besonders hervortritt.
- Neoklassizismus Stilrichtung, die Andriessens formklare und pasticciofähige Kompositionsweise mitprägt.
- Niederländische Musik Nationaler Kontext, in dem Andriessens Theater-, Film-, Blasorchester- und Konzertmusik zu verorten ist.
- Orchester Klangkörper, für den Andriessen Sinfonien, Ouvertüren, Rhapsodien, Concerti und mediale Werke schrieb.
- Willem van Otterloo Dirigent und Lehrer Andriessens am Utrechter Konservatorium.
- Rundfunk Medium, in dessen Umfeld Andriessens Musik zwischen Konzert, Hörspiel, Fernsehen und öffentlicher Vermittlung wirkte.
- Schauspielmusik Zentraler Werkbereich Andriessens, besonders durch seine Tätigkeit für die Haagse Comedie.
- Sinfonie Orchesterform, die Andriessen mehrfach auch in medial und szenisch erweiterten Gestalten verwendete.
- Tanglewood Amerikanisches Musikzentrum, in dem Andriessen im Umfeld von Copland und Koussevitzky studierte.
- Theatermusik Angewandte und szenische Musikform, die den Kern von Andriessens beruflicher Tätigkeit bildete.
- Time Spirit Multimediale fünfte Sinfonie Jurriaan Andriessens nach Bildwelten von M. C. Escher.
- Utrechter Konservatorium Ausbildungsstätte Andriessens, an der er Dirigieren bei Willem van Otterloo studierte.