Ludwig André
Überblick
Ludwig André war ein deutscher Komponist, Arrangeur, Musikverleger, Verlagslektor, Chorleiter und Dirigent aus einer Nebenlinie der Familie André. Er wurde am 1. Februar 1858 in Haddenhausen bei Minden geboren und starb am 8. Juni 1924 in Offenbach am Main. In der familieninternen Zählung erscheint er als Nr. 9. Er war Enkel von Peter Friedrich André, auch Pierre Frédéric André, einem Bruder von Johann Anton André, und Sohn des Opernsängers Hermann André.
Seine Stellung innerhalb der André-Familie unterscheidet sich von den unmittelbar vorhergehenden Firmeninhabern. Ludwig André war nicht Sohn der Offenbacher Hauptlinie um Johann Anton André, sondern kam über die Nebenlinie seines Großvaters Peter Friedrich beziehungsweise Pierre Frédéric André in den Familienzusammenhang. Nach dem Tod seines Vaters Hermann André wurde Johann August André sein Vormund. Seit 1872 war Ludwig André in der Firma seines Vormunds Johann August André tätig und wurde später dessen Nachfolger als Verlagslektor. Dadurch verbindet seine Biographie Familienfürsorge, Verlagsausbildung und berufliche Einbindung in das historische Haus André.
Ludwig André ist für die Kulturgeschichte des Hauses André deshalb besonders aufschlussreich, weil sich in ihm mehrere Bereiche verbinden: Musikverlag Johann André, Lektorat, Arrangements, Salon- und Unterhaltungsmusik, Operette, Männerchor, Orchesterverein und Sängerbund. Er war nicht nur innerbetrieblicher Mitarbeiter des Verlages, sondern auch ein öffentlicher Musikorganisator in Offenbach. 1882 gründete er den Ludwig Andréschen Männerchor, seit 1885 dirigierte er den Offenbacher Orchesterverein, und 1899 wurde er Präsident des Maintal-Sängerbundes.
Als Komponist schrieb Ludwig André vor allem Werke für den praktischen Musikmarkt. Nachweisbar sind Klavierstücke, Salonstücke, Tänze, Märsche, Polkas, Walzer, Gavotten, Operetten, Vokalstücke, Männerchorwerke, Violin- und Klavierstücke, Stücke für Orchester und Blasorchester sowie Bearbeitungen. Er veröffentlichte unter seinem eigenen Namen und unter mehreren Pseudonymen, darunter Franz Ewald, Franz Waldau, Franz Horn, Toni Hofer, Willibald Koch, Johann Lander, H. Lindlinden und Kinderfreund. Diese Pseudonymfülle ist ein typisches Merkmal der populären Musikverlags- und Unterhaltungsmusikpraxis um 1900.
Sein historischer Rang liegt weniger in einem kanonischen Einzelwerk als in der Breite seiner Funktionen. Ludwig André war Komponist, aber auch Arrangeur; Verlagslektor, aber auch Dirigent; Familienmitglied, aber auch Chorgründer; Offenbacher Musikbürger, aber auch Teil eines europaweit bekannten Verlagsnamens. Er steht für die Phase, in der das André-Haus neben der älteren Mozart- und Klassikertradition auch eine weit verzweigte Gebrauchsmusik, Unterhaltungsmusik, Chor- und Vereinsmusik pflegte.
Kurzdaten
| Name | Ludwig André; in Katalogen auch Andre, Ludwig beziehungsweise André, Ludwig. |
|---|---|
| Pseudonyme | Franz Ewald, François Ewald, Franz Waldau, Franz Horn, Toni Hofer, Willibald Koch, Johann Lander, H. Lindlinden und Kinderfreund. |
| Familienzuordnung | Familie André, Nr. 9; Enkel von Peter Friedrich beziehungsweise Pierre Frédéric André, einem Bruder Johann Anton Andrés; Sohn des Opernsängers Hermann André. |
| Geburtsdatum | 1. Februar 1858. |
| Geburtsort | Haddenhausen bei Minden. |
| Sterbedatum | 8. Juni 1924. Einzelne digitale Quellen enthalten abweichende Tagesangaben; für diesen Artikel wird die in MGG, MMM2, DDB, Musicanet und dem Nutzerhinweis gestützte Angabe 8. Juni 1924 verwendet. |
| Sterbeort | Offenbach am Main. |
| Beruf | Komponist, Arrangeur, Musikverleger, Verlagslektor, Chorleiter, Dirigent, Männerchorgründer, Leiter des Offenbacher Orchestervereins, Präsident des Maintal-Sängerbundes und Vertreter einer Nebenlinie der Familie André. |
| Vater | Hermann André, Opernsänger, * 1812, † 1866. |
| Großvater | Peter Friedrich André, auch Pierre Frédéric André, Bruder von Johann Anton André. |
| Vormund | Johann August André, Offenbacher Musikalienverleger und Leiter des Musikverlags Johann André. |
| Eintritt in die Firma | Seit 1872 in der Firma seines Vormunds Johann August André tätig. |
| Verlagsstellung | Nachfolger Johann August Andrés als Verlagslektor; in einzelnen digitalen Werkquellen auch als Präsident beziehungsweise leitende Verlagsfigur der Firma von 1883 bis 1924 bezeichnet. |
| Chorgründung | 1882 gründete Ludwig André den Ludwig Andréschen Männerchor in Offenbach. |
| Orchesterleitung | Seit 1885 Dirigent des Offenbacher Orchestervereins. |
| Sängerbund | Seit 1899 Präsident des Maintal-Sängerbundes. |
| Hauptgattungen | Operette, Singspiel, Salonstück, Klaviermusik, Walzer, Polka, Gavotte, Marsch, Männerchor, Vokalmusik, Violin- und Klavierstücke, Orchesterstücke, Blasorchesterstücke, Arrangements und Gebrauchsmusik. |
| Bekannte Werke | Alpen-Zauber op. 156, Alpenrosen op. 54, Alpenveilchen op. 100, Dukatenprinz-Quadrille op. 98, Engelsharfen op. 15, Meta-Gavotte op. 155, 3 Petits Morceaux op. 16, Wiener G’schichten op. 71, Adam und Eva op. 46 und ’s Rösle op. 131. |
| Kulturgeschichtlicher Rang | Vertreter der André-Gebrauchsmusik, Verlagslektorenpraxis, Offenbacher Chor- und Vereinsmusik sowie der populären Musikproduktion um 1900. |
Name, Pseudonyme und Familienkontext
Die Hauptform des Namens lautet Ludwig André. In internationalen und bibliographischen Datenbanken wird auch die unakzentuierte Form Ludwig Andre verwendet. Für das Kulturlexikon bleibt die korrekte deutsche und französisch geprägte Familienform mit Akzent maßgeblich. Der Dateiname folgt der Personenregel und lautet andre-ludwig.shtml.
Auffällig ist die große Zahl von Pseudonymen. In digitalen Normdaten und Werklisten begegnen Franz Ewald, François Ewald, Franz Waldau, Franz Horn, Toni Hofer, Willibald Koch, Johann Lander, H. Lindlinden und Kinderfreund. Diese Pseudonyme sind keine bloße Kuriosität. Sie gehören zur Praxis der Unterhaltungsmusik und des Musikverlags um 1900. Ein Komponist konnte unterschiedliche Namen für verschiedene Marktsegmente verwenden: volkstümliche Alpenlieder, Salonstücke, Kinderstücke, Couplet, Weihnachtsfantasie, Violinminiatur, Operette oder Klavierstück konnten unter verschieden klingenden Autorenbezeichnungen erscheinen.
Die Familienzuordnung unterscheidet Ludwig André von den unmittelbar vorhergehenden Firmenfiguren Carl August Johann und Gustav Adolf André. Ludwig André war Enkel von Peter Friedrich beziehungsweise Pierre Frédéric André, einem Bruder Johann Anton Andrés. Sein Vater war der Opernsänger Hermann André. Nach dessen Tod trat Johann August André als Vormund hervor. Seit 1872 arbeitete Ludwig André in der Firma seines Vormunds. Damit wurde er trotz seiner Nebenlinienherkunft in den praktischen Kern des Offenbacher Verlages hineingeführt.
Diese Konstellation ist für die Familiengeschichte wichtig. Die André-Familie bestand nicht nur aus der direkten Linie der Verlagsinhaber. Nebenlinien, Sänger, Komponisten, Organisten, Bearbeiter, Verlagslektoren und Chorleiter bildeten ein weiteres Netzwerk. Ludwig André zeigt, wie eine Nebenlinie wieder in das Stammhaus zurückwirken konnte. Seine Tätigkeit als Verlagslektor, Komponist und Dirigent verband die ältere Familiengeschichte mit dem musikalischen Vereinsleben der Stadt Offenbach.
Leben
Ludwig André wurde am 1. Februar 1858 in Haddenhausen bei Minden geboren. Sein Geburtsort liegt außerhalb des Offenbacher Stammraums der Familie, doch seine Herkunft war eng mit der André-Geschichte verbunden. Sein Vater Hermann André war Opernsänger, sein Großvater Peter Friedrich beziehungsweise Pierre Frédéric André war ein Bruder Johann Anton Andrés. Dadurch gehörte Ludwig André zu einer Seitenlinie jener Familie, die seit dem späten 18. Jahrhundert zu den bedeutenden Musikverlegerfamilien Deutschlands zählte.
Der frühe Tod seines Vaters im Jahr 1866 war biographisch einschneidend. Ludwig André kam in die Obhut seines Vormunds Johann August André, des Offenbacher Musikalienverlegers und Leiters des Musikverlags Johann André. Bereits seit 1872 war er in der Firma tätig. Er war damals erst vierzehn Jahre alt. Diese frühe Einbindung in den Verlag erklärt seine spätere Doppelrolle: Er wurde nicht nur Komponist und Dirigent, sondern auch Verlagslektor und interner Fachmann für Musikdruck, Repertoire, Bearbeitung und Gebrauchsmusik.
Als Verlagslektor war Ludwig André an einer Schnittstelle tätig, die für Musikverlage des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zentral war. Ein Lektor prüfte, ordnete, bearbeitete, vermittelte und betreute musikalisches Material. Er musste Drucke, Manuskripte, Stimmen, Arrangements, Marktbedürfnisse, Komponistennamen, Pseudonyme, Schwierigkeitsgrade und Besetzungen einschätzen können. Gerade ein Verlag wie Johann André, der sowohl historische Reputation als auch praktischen Musikmarkt bedienen musste, brauchte solche musikalisch geschulten Mitarbeiter.
1882 gründete Ludwig André den Ludwig Andréschen Männerchor in Offenbach. Diese Gründung zeigt, dass er nicht nur am Schreibtisch des Verlages arbeitete, sondern unmittelbar in der lokalen musikalischen Praxis stand. Der Männerchor war im 19. Jahrhundert eine der wichtigsten Formen bürgerlicher Musikorganisation. Er verband Geselligkeit, Vereinswesen, nationale und regionale Identität, musikalische Bildung und öffentliche Auftritte.
Seit 1885 dirigierte Ludwig André den Offenbacher Orchesterverein. Dadurch erweiterte sich sein Wirkungskreis vom Männerchor zur instrumentalen Musik. Der Orchesterverein war ein wichtiger Bestandteil bürgerlichen Konzertlebens. Er verlangte Repertoirekenntnis, Probenarbeit, organisatorische Fähigkeit und musikalische Leitung. Dass Ludwig André zugleich Verlagslektor, Komponist und Dirigent war, zeigt die enge Verbindung von gedruckter Musik, praktischer Aufführung und lokaler Musikpflege.
1899 wurde er Präsident des Maintal-Sängerbundes. Damit erhielt seine Tätigkeit eine regionale Dimension über den einzelnen Offenbacher Männerchor hinaus. Sängerbünde waren im 19. und frühen 20. Jahrhundert bedeutende Verbände des chorischen Vereinswesens. Sie organisierten Feste, Wettbewerbe, Repertoire, Kontakte und musikalische Öffentlichkeit. Ludwig André bewegte sich somit in einem Netzwerk, das Verlag, Chor, Orchester und regionale Musikkultur miteinander verband.
Ludwig André starb am 8. Juni 1924 in Offenbach am Main. Sein Tod markiert das Ende einer langen Tätigkeit, die von der frühen Lehre im Verlag seit 1872 bis in die Nachkriegszeit des Ersten Weltkriegs reichte. Er erlebte die späte bürgerliche Musikverlagskultur, die Vorkriegszeit, den Krieg und die ersten Jahre der Weimarer Republik. In dieser langen Spanne blieb er mit der André-Firma, der Offenbacher Musikpraxis und der populären Gebrauchsmusik verbunden.
Kulturüberblick
Ludwig André gehört zur Kultur der musikalischen Praxis um 1900. Diese Kultur war nicht nur durch große Komponisten und Konzertwerke geprägt, sondern ebenso durch Musikverlage, Männerchöre, Orchestervereine, Sängerbünde, Klavierstücke, Operetten, Salonmusik, Märsche, Walzer, Polkas, Gavotten, Weihnachtsfantasien, Alpenlieder und Bearbeitungen. Gerade in diesen Bereichen liegt Ludwig Andrés Bedeutung. Er war ein Produzent und Organisator musikalischer Gebrauchskultur.
Die Gebrauchsmusik um 1900 hatte eine eigene Würde und Funktion. Sie versorgte Vereine, häusliche Musikabende, kleine Orchester, Blasorchester, Chöre, Salons, Kurorte, bürgerliche Feste und Amateurmusiker mit Repertoire. Ein Musikverlag benötigte solche Stücke, weil sie regelmäßig gespielt, gekauft und aufgeführt wurden. Ludwig André war als Komponist und Verlagslektor genau auf diese Schnittstelle ausgerichtet.
Seine Pseudonyme zeigen die Ausdifferenzierung des Marktes. Ein Name wie Toni Hofer passte zu Tiroler oder alpenländisch kolorierter Musik; Franz Ewald konnte für Violin- und Klavierstücke seriöser wirken; Johann Lander begegnet im Zusammenhang einer Weihnachtsfantasie; Kinderfreund verweist auf kindernahe oder leicht zugängliche Musik. Pseudonyme waren ein Instrument der Marktnähe und der Genresteuerung.
Auch die Vereinsmusik war kulturgeschichtlich zentral. Männerchöre und Sängerbünde waren im deutschen 19. Jahrhundert nicht nur musikalische Vereinigungen, sondern soziale und identitätsstiftende Institutionen. Sie bildeten Netzwerke bürgerlicher Öffentlichkeit, verbanden Musik mit Festkultur und prägten lokale wie regionale Gemeinschaften. Ludwig Andrés Gründung des Ludwig Andréschen Männerchors und seine Präsidentschaft im Maintal-Sängerbund zeigen ihn als aktiven Organisator dieser Kultur.
Der Offenbacher Kontext verstärkt diese Bedeutung. Offenbach war durch das Haus André ein Ort der Musikverlagsgeschichte, aber auch ein Ort lebendiger bürgerlicher Musikpflege. Ludwig André verbindet beide Ebenen. Er stand im Verlag, schrieb und arrangierte Musik, leitete Chor und Orchester und wirkte in regionalen Sängerstrukturen. Dadurch verkörpert er jene praktische Musikkultur, die den Alltag um 1900 wesentlich stärker prägte als die spätere Kanonperspektive erkennen lässt.
Verlag, Lektorat und Firma
Die Tätigkeit im Verlag Johann André begann für Ludwig André früh. Seit 1872 arbeitete er in der Firma seines Vormunds Johann August André. Diese frühe Lehr- und Arbeitsphase war prägend. Der Verlag war nicht nur ein Geschäft, sondern ein komplexer musikalischer Betrieb mit Druckausgaben, Handschriften, Lagerbeständen, Katalogen, Korrespondenz, Komponistenkontakten, Kunden, Musikalienhändlern und Aufführungsmaterialien.
Ludwig André wurde später Nachfolger Johann August Andrés als Verlagslektor. Diese Stellung ist für sein Profil entscheidend. Ein Verlagslektor im Musikverlag musste musikalisch urteilsfähig sein. Er musste erkennen, welche Stücke druckfähig, spielbar, verkäuflich und repertorial sinnvoll waren. Er musste Kompositionen und Bearbeitungen einschätzen, Besetzungen prüfen, Druckvorlagen vorbereiten und den Geschmack des Marktes kennen.
In einzelnen digitalen Werkquellen wird Ludwig André sogar als leitende Verlagsfigur beziehungsweise Präsident der Firma von 1883 bis 1924 bezeichnet. Diese Angabe ist mit der übrigen Familien- und Firmenüberlieferung vorsichtig zu lesen, weil die André-Firma um 1900 durch mehrere Familienmitglieder getragen wurde. Sicher ist jedoch, dass Ludwig André über Jahrzehnte eine tragende fachliche Rolle im Verlag hatte und als Verlagslektor zur inneren Kontinuität beitrug.
Gerade seine eigenen Kompositionen und Pseudonymwerke passen zum Verlagsprofil. Viele Titel sind marktnahe Stücke: Walzer, Polkas, Gavotten, Märsche, Couplets, Alpenlieder, kleine Violin- und Klavierstücke, Operetten und Salonmusik. Ein Verlagslektor, der solche Werke selbst schreiben konnte, war für ein Musikhaus nützlich. Er konnte Bedarf erkennen und unmittelbar bedienen.
Ludwig André zeigt damit eine andere Seite des Hauses André als die große Mozart-Überlieferung. Er steht für den laufenden Betrieb, für Gebrauchsmusik, für Redaktion, Arrangement, Druckpraxis und Vereinsrepertoire. Diese Arbeit war weniger ruhmvoll als der Besitz eines Mozart-Autographs, aber für den Fortbestand eines Musikverlages von grundlegender Bedeutung.
Chor- und Orchesterwesen in Offenbach
1882 gründete Ludwig André den Ludwig Andréschen Männerchor. Diese Gründung ist für sein öffentliches Wirken besonders wichtig. Männerchöre waren im 19. Jahrhundert Träger einer breiten bürgerlichen Musikkultur. Sie verbanden regelmäßige Probenarbeit mit Konzert, Fest, Geselligkeit, Vereinswesen und regionaler Öffentlichkeit. Ein Männerchor war nicht nur ein Ensemble, sondern eine soziale Institution.
Als Gründer und Leiter eines solchen Chores brachte Ludwig André seine Fähigkeiten als Komponist, Dirigent und Verlagsmann zusammen. Er konnte Repertoire auswählen, selbst schreiben oder bearbeiten, Drucke beschaffen, Aufführungen planen und die musikalische Qualität sichern. Diese Verbindung von Verlag und Chorleitung war für die Praxis äußerst fruchtbar.
Seit 1885 dirigierte Ludwig André den Offenbacher Orchesterverein. Der Orchesterverein erweiterte seine Tätigkeit auf die instrumentale Musik. Hier ging es nicht mehr nur um Männerchor und Gesang, sondern um Probenleitung, Orchesterliteratur, Bearbeitungen, Konzertplanung und musikalische Öffentlichkeit. In einer Stadt wie Offenbach war ein Orchesterverein ein wichtiger Bestandteil des bürgerlichen Konzertlebens.
1899 wurde Ludwig André Präsident des Maintal-Sängerbundes. Damit erhielt sein Wirken eine regionale Dimension. Sängerbünde verbanden einzelne Chöre, veranstalteten Sängerfeste, organisierten Wettbewerbe und stärkten die chorische Vereinskultur. Als Präsident eines solchen Bundes war André nicht nur Dirigent, sondern Funktionär und Repräsentant einer ganzen Musikbewegung.
Diese chor- und orchesterbezogene Tätigkeit erklärt auch die Struktur seines kompositorischen Werks. Männerchorstücke, volkstümliche Lieder, Märsche, festliche Stücke, leicht aufführbare Instrumentalmusik und salonhafte Formen waren nicht zufällige Nebenprodukte, sondern entsprachen seinem praktischen Umfeld. Er schrieb und leitete für die musikalische Welt, in der er täglich arbeitete.
Komponist und Arrangeur
Ludwig André war als Komponist stark auf den Markt der praktischen, geselligen und unterhaltenden Musik ausgerichtet. Seine Werke tragen Titel wie Alpenrosen, Alpenveilchen, Alpen-Zauber, Wiener G’schichten, Dukatenprinz-Quadrille, Meta-Gavotte, Erika, Marienblümchen oder Zur Zeit der Rosen. Diese Titel verweisen auf eine musikalische Welt aus Naturbild, Tanz, Salon, Operette, Volksliedton, bürgerlicher Unterhaltung und lyrischer Miniatur.
Seine Operetten, darunter Adam und Eva, ’s Rösle, Don Juan auf Reisen und Marietta, zeigen ihn im Umfeld der leichten Bühne. Die Operette war um 1900 ein äußerst lebendiges Genre. Sie verband Theater, Gesang, Tanz, Couplets, komische Handlung und eingängige Musik. Für einen Verlag war Operettenmusik attraktiv, weil daraus Klavierauszüge, Couplets, Potpourris, Märsche und Salonstücke entstehen konnten.
Ein wichtiger Teil seines Schaffens liegt im Bereich von Violin- und Klavierstücken. Engelsharfen op. 15 und 3 Petits Morceaux op. 16 sind bei IMSLP nachweisbar und werden mit dem Pseudonym Franz Ewald verbunden. Die französischen oder international klingenden Titel und Gattungsbezeichnungen zeigen, wie salonfähige Instrumentalmusik um 1900 präsentiert wurde.
Als Arrangeur arbeitete Ludwig André ebenfalls in einem marktgerechten Feld. Arrangements machten Stücke für andere Besetzungen verfügbar und passten Repertoire an die Bedürfnisse von Hausmusik, Verein, Salon, Orchester oder Blaskapelle an. Ein Musikverlag konnte mit solchen Bearbeitungen den Nutzen eines Themas oder einer Melodie vervielfachen. Ludwig André beherrschte genau diese Praxis.
Seine Musik ist aus heutiger Sicht nicht als Avantgarde oder kanonische Kunstmusik zu beschreiben. Sie gehört zur populären, bürgerlichen und vereinsmusikalischen Produktion. Diese Einordnung mindert ihren kulturhistorischen Wert nicht. Im Gegenteil: Sie macht sie zu einem aussagekräftigen Zeugnis dafür, was um 1900 tatsächlich gespielt, verkauft, gesungen, dirigiert und gehört wurde.
Werkverzeichnis
Das folgende Werkverzeichnis fasst die in frei zugänglichen Werklisten, Normdatenportalen und Notenquellen nachweisbaren Kompositionen, Bearbeitungen, Pseudonymwerke und Werkgruppen Ludwig Andrés zusammen. Da die Überlieferung stark über Pseudonyme, Einzelkataloge und digitale Nachweise verstreut ist, wird zwischen sicher genannten Titeln, Werkgruppen und quellenkritisch zu prüfenden Zuschreibungen unterschieden.
| Adam und Eva op. 46 | Schwank beziehungsweise Operette, 1887, mit Libretto von W. Jakobi. Das Werk gehört zu Ludwig Andrés Bühnenmusik und zeigt seine Nähe zur komischen Operetten- und Unterhaltungstradition. |
|---|---|
| Alpenrosen op. 54 | Walzer beziehungsweise Orchesterwerk, 1887, in digitalen Noten- und Werkverzeichnissen nachweisbar. Der Titel gehört zur alpenländisch kolorierten Unterhaltungsmusik. |
| Alpenveilchen op. 100 | Werk aus der alpenländisch oder naturbildlich geprägten Salon- und Unterhaltungsmusik. IMSLP führt den Titel als eine der dort nachweisbaren Kompositionen Ludwig Andrés. |
| Alpen-Zauber op. 156 | Komposition aus der späteren Werkzählung, bei IMSLP als eigener Titel nachweisbar. Der Titel setzt die alpenländische Klang- und Bildwelt fort. |
| Ansehen kannste, aber anfassen nicht | Salon-Couplet für eine Singstimme mit Pianoforte. Die Deutsche Digitale Bibliothek weist diesen Titel als thematisierten beziehungsweise nachgewiesenen Gegenstand im Umfeld Ludwig Andrés aus; er gehört zur humoristisch-geselligen Vokalmusik. |
| Auf die Mensur op. 16 | Fechtermarsch für Blasorchester beziehungsweise Harmoniemusik, 1880 in Euterpe I genannt. Der Titel verweist auf studentische beziehungsweise korporative Musikkultur. |
| Die schöne Winzerin op. 17 | Salonstück in Rheinländerform für Klavier, um 1885 im Verlag Johann André in Offenbach und Leipzig erschienen. Das Werk gehört zur tanz- und salonhaften Klaviermusik. |
| Don Juan auf Reisen | Operette. Der Titel ist in frei zugänglichen Werklisten genannt; eine genaue bibliographische und theaterhistorische Erschließung sollte in historischen Katalogen und Aufführungsmaterialien erfolgen. |
| Drei deutsche Volkslieder op. 40 | Werk für Männerchor beziehungsweise TTBB-Chor, 1885 im Verlag Johann André erschienen. Die drei Stücke werden mit den Titeln Ein Märchen beziehungsweise „Es rauschen die Tannen“, Hui auf! ihr Buabe seid’s lusti und Die Erde braucht Regen überliefert. |
| Dukatenprinz-Quadrille op. 98 | Quadrille, bei IMSLP als Komposition Ludwig Andrés nachweisbar. Die Gattung gehört zur Tanz- und Unterhaltungsmusik. |
| Edelrauten | Sammlung Tiroler Alpenlieder für zweistimmigen Chor und Klavier, 1898 im Verlag Johann André erschienen, unter dem Pseudonym Toni Hofer. Das Werk gehört zur alpenländisch-volkstümlichen Chorliteratur. |
| Endoria | Intermezzo, 1899 bei Boosey & Co. in London genannt und in Verbindung mit militärmusikalischer beziehungsweise bandbezogener Überlieferung gebracht. Die Zuschreibung wird in der verwendeten Werkquelle als wahrscheinlich Ludwig André zugeordnet und sollte bei Spezialrecherche quellenkritisch geprüft werden. |
| Engelsharfen op. 15 | Werk für Violine und Klavier, 1896 unter dem Pseudonym Franz Ewald veröffentlicht. Die Sammlung umfasst nach Werklisten unter anderem Bearbeitungen oder Stücke zu Stille Nacht, heilige Nacht, O Sanctissima, Weihnachtsgesang und Herbei, ihr Gläubigen. |
| Erika op. 154 | Polka-Mazurka, in Werklisten Ludwig Andrés genannt. Der Titel gehört zur blumig-salonhaften Tanzmusik des späten 19. Jahrhunderts. |
| Frühlingsboten op. 139 | Scherz-Polka für Pianoforte mit zwei Kuckucken, Nachtigall, Wachtel und Waldteufel. Die Deutsche Digitale Bibliothek nennt den Titel ausdrücklich unter den Werken Ludwig Andrés. |
| Lurlei-Rheinländer op. 178 | Rheinländer für Pianoforte. Die Deutsche Digitale Bibliothek nennt diesen Titel als Werk Ludwig Andrés. Der Titel verbindet Rheinromantik, Tanzform und Klaviergebrauch. |
| Marietta | Operette. Der Titel ist in frei zugänglichen Werklisten genannt; nähere Druck-, Libretto- und Aufführungsdaten sollten archivalisch nachgeprüft werden. |
| Marienblümchen op. 162 | Gavotte, in Werklisten Ludwig Andrés genannt. Der Titel gehört zur leichten Salon- und Tanzmusik. |
| Meta-Gavotte op. 155 | Gavotte, bei IMSLP als Komposition Ludwig Andrés nachweisbar. Das Werk gehört zur eleganten Gesellschafts- und Salontanzmusik. |
| Rêverie op. 17 | Werk für Violine und Klavier, unter dem Pseudonym Franz Ewald genannt. Die Gattung Rêverie verweist auf die lyrische Charakterstücktradition. |
| Rothkehlchen op. 6 | Scherz-Polka, 1880 bei F. Ries & Erler in Dresden und Berlin erschienen. Der Titel gehört zur frühen Klavier- oder Unterhaltungsmusik Ludwig Andrés. |
| ’s Rösle op. 131 | Singspiel beziehungsweise Operette, 1898. Der Titel zeigt Ludwig André im Bereich volkstümlich gefärbter Bühnenmusik. |
| Souvenir de Bucarest | Polka-Mazurka für Klavier, unter dem Pseudonym Kinderfreund beziehungsweise H. Kinderfreund genannt und bei Gebethner & Wolff in Warschau veröffentlicht. Der Titel verweist auf internationale Markt- und Verlagsbezüge. |
| 3 Petits Morceaux op. 16 | Drei Stücke für Violine und Klavier, unter dem Pseudonym Franz Ewald veröffentlicht. Die Sätze werden als Berceuse, Chanson und Romance genannt und gehören zur salonhaften Kammermusik. |
| Unter deutscher Flagge op. 107 | Deutscher Ruderer-Marsch. Die Deutsche Digitale Bibliothek nennt den Titel unter den Werken Ludwig Andrés. Das Werk gehört in den Bereich Vereins-, Fest- und Marschmusik. |
| Weihnachtsglocken um Mitternacht | Kleine Fantasie über Stille Nacht, heilige Nacht für Klavier, 1893 im Verlag Johann André veröffentlicht, unter dem Pseudonym Johann Lander. Das Werk gehört zur weihnachtlichen Hausmusik. |
| Wiener G’schichten op. 71 | Werk aus dem Wienerisch-salonhaften Unterhaltungskontext, bei IMSLP als Komposition Ludwig Andrés nachweisbar. Der Titel spielt auf Wiener Ton, Erzählcharakter und Tanznähe an. |
| Zur Zeit der Rosen op. 168 | Walzer für Klavier, um 1900 genannt. Der Titel gehört zur spätromantischen Salon- und Tanzmusik. |
| Operetten allgemein | Werkgruppe, zu der Adam und Eva, ’s Rösle, Don Juan auf Reisen und Marietta gehören. Ludwig André war damit im Bereich der leichten Bühne und der komischen Musikpraxis tätig. |
| Männerchorwerke | Werkgruppe für Männerchor beziehungsweise TTBB-Besetzung. Sie passt zu seiner Gründung und Leitung des Ludwig Andréschen Männerchors und zu seiner Präsidentschaft im Maintal-Sängerbund. |
| Klavierstücke | Breite Werkgruppe aus Rheinländern, Polkas, Walzern, Gavotten, Märschen, Fantasien und Charakterstücken. Sie bediente den bürgerlichen Hausmusik- und Salonmarkt. |
| Violin- und Klavierstücke | Werkgruppe, besonders unter dem Pseudonym Franz Ewald greifbar. Sie umfasst lyrische, kleine und pädagogisch beziehungsweise salonhaft brauchbare Stücke. |
| Blasorchester- und Marschmusik | Werkbereich, zu dem Auf die Mensur und Unter deutscher Flagge gehören. Er verweist auf Vereins-, Fest-, Studenten- und Blasmusikpraxis. |
| Alpen- und volkstümliche Stücke | Werkbereich mit Titeln wie Alpenrosen, Alpenveilchen, Alpen-Zauber und Edelrauten. Er zeigt die Verbindung von Verlag, Pseudonym und volkstümlich-alpenländischer Marktsprache. |
| Pseudonymwerke als Franz Ewald | Unter Franz Ewald erscheinen besonders Violin- und Klavierstücke wie Engelsharfen, 3 Petits Morceaux und Rêverie. Das Pseudonym wirkt eher international-salonhaft. |
| Pseudonymwerke als Toni Hofer | Unter Toni Hofer werden alpenländisch-volkstümliche Werke wie Edelrauten greifbar. Das Pseudonym passt zur Tiroler beziehungsweise volkstümlichen Klangwelt. |
| Pseudonymwerke als Willibald Koch | Unter Willibald Koch erscheinen Couplets für Singstimme und Klavier, etwa Couplets Nr. 1–6 op. 52. Der Name gehört zur heiteren Vokalmusik- und Bühnenpraxis. |
| Pseudonymwerke als Johann Lander | Unter Johann Lander erscheint die Weihnachtsfantasie Weihnachtsglocken um Mitternacht. Das Pseudonym verbindet sich mit häuslicher und saisonaler Klaviermusik. |
| Pseudonymwerke als Kinderfreund | Unter Kinderfreund beziehungsweise H. Kinderfreund wird Souvenir de Bucarest genannt. Das Pseudonym verweist auf leicht zugängliche oder marktnah adressierte Musik. |
| Arrangements | Ludwig André war auch als Arrangeur tätig. Die genaue Zahl der Arrangements ist in den frei zugänglichen Quellen nicht vollständig erschlossen; sein berufliches Profil als Verlagslektor und Gebrauchsmusiker macht diesen Bereich jedoch zentral. |
| Verlagslektorat | Kein Werk im engeren kompositorischen Sinn, aber ein wesentlicher Teil seines beruflichen Lebenswerks. Als Verlagslektor betreute er Repertoire, Druckpraxis, Bearbeitungen und marktgerechte musikalische Materialien. |
| Ludwig Andréscher Männerchor | Von Ludwig André 1882 gegründeter Männerchor. Dieser Chor ist als institutionelles Werk seiner Offenbacher Musikpraxis zu betrachten. |
| Offenbacher Orchesterverein | Seit 1885 von Ludwig André dirigierter Orchesterverein. Seine Leitung gehört zum praktischen Wirkungskomplex seiner Dirigententätigkeit. |
| Maintal-Sängerbund | Seit 1899 stand Ludwig André dem Maintal-Sängerbund als Präsident vor. Diese Tätigkeit gehört zu seinem regionalen chororganisatorischen Werk. |
Rezeption und Bedeutung
Ludwig André ist heute weniger als eigenständiger Kanonkomponist bekannt als durch Normdaten, Werklisten, IMSLP-Nachweise und familiengeschichtliche Artikel. Diese Lage entspricht seinem historischen Profil. Er schrieb nicht in erster Linie für den späteren Konzertkanon, sondern für praktische, gesellige, populäre und verlegerische Musikzusammenhänge. Seine Musik war auf Spielbarkeit, Verkaufbarkeit, Aufführbarkeit und Vereinsgebrauch ausgerichtet.
Seine Bedeutung innerhalb der Familie André liegt darin, dass er die große Verlagsgeschichte des Hauses mit der musikalischen Alltagskultur um 1900 verbindet. Während Johann Anton André mit dem Mozart-Nachlass und die Verlegergenerationen um Johann August, Carl August Johann und Gustav Adolf André mit Firmenleitung und Geschäftskontinuität verbunden sind, steht Ludwig André für das konkrete Repertoire von Chor, Orchesterverein, Salon, Operette und Druckkatalog.
Die Pseudonyme machen ihn zu einer besonders aufschlussreichen Figur des Musikmarktes. Sie zeigen, wie flexibel Komponisten und Verlage auf unterschiedliche Zielgruppen reagierten. Ein und derselbe Musiker konnte unter verschiedenen Namen auftreten, um verschiedene Geschmacksfelder zu bedienen. Für moderne Katalogisierung und Werkforschung ist das schwierig, für die Kulturgeschichte aber sehr aussagekräftig.
Auch seine Rolle im Offenbacher Chor- und Orchesterwesen ist zentral. Mit dem Ludwig Andréschen Männerchor, dem Offenbacher Orchesterverein und dem Maintal-Sängerbund war er in drei Ebenen musikalischer Öffentlichkeit präsent: lokaler Chor, lokales Orchester, regionaler Sängerbund. Dadurch wirkte er nicht nur durch Drucke, sondern durch lebendige Aufführungspraxis.
In der Geschichte des Hauses André ist Ludwig André deshalb eine Integrationsfigur. Er stammte aus einer Nebenlinie, wurde aber durch Vormundschaft und Verlagstätigkeit in das Stammhaus eingebunden. Er schrieb Gebrauchsmusik, organisierte Vereine, leitete Ensembles und arbeitete im Verlag. Seine Biographie zeigt, wie weit das André-Netzwerk über die berühmten Hauptfiguren hinausreichte.
Sekundärliteratur
- André, A.: Zur Geschichte der Familie André, Offenbach am Main 1962.
- André, Ute-Margrit und André, Hans-Jörg (Hg.): 225 Jahre Musikverlag Johann André. Festschrift zum Jubiläum, Offenbach am Main 1999.
- Beer, Axel: André, Familie, in: Musik und Musiker am Mittelrhein 2 online, mit genealogischer Einordnung Ludwig Andrés als Nr. 9, Angaben zu Vater, Vormundschaft, Verlagstätigkeit, Männerchor, Orchesterverein und Maintal-Sängerbund.
- Composers Classical Music: Andre, Ludwig, Werk- und Rollenübersicht mit Angaben zu Pseudonymen, Verlagstätigkeit, Chorleitung, Orchesterleitung und zahlreichen Kompositionen.
- Deutsche Digitale Bibliothek: Personendatensatz Ludwig André, mit Lebensdaten, Berufen, Pseudonymen und einzelnen Werknachweisen.
- IMSLP / Petrucci Music Library: Komponistenseite André, Ludwig, mit Pseudonymen, Normdaten, Werkübersicht und digitalen Notennachweisen.
- MGG Online: Artikel André, mit Familiengliederung, Kurzangaben zu Ludwig André und Einordnung in die Verlags- und Familiengeschichte.
- Musicanet: Datensatz Andre, Ludwig, mit Lebensdaten, Herkunft, Sterbeort und Einordnung als deutscher Komponist des 19. und 20. Jahrhunderts.
- RISM Editorial Center: Materialien und Beiträge zur Quellen-, Verlags- und Archivgeschichte des Hauses André in Offenbach.
Ausgewählte Onlinequellen
- 250 Jahre Musikverlag und Musikhaus André Jubiläumsseite zur Geschichte des 1774 gegründeten Offenbacher Musikverlags und Musikhauses André.
- Composers Classical Music: Ludwig André Ausführliche frei zugängliche Werk- und Rollenübersicht mit Pseudonymen, Angaben zu Verlagstätigkeit, Männerchor, Orchesterverein und zahlreichen Kompositionen.
- Deutsche Digitale Bibliothek: Ludwig André Normdatenorientierter Personeneintrag mit Lebensdaten, Beruf als Komponist und Verlagslektor, Pseudonymen und ausgewählten Werknachweisen.
- IMSLP: Ludwig André Werk- und Notennachweise zu Ludwig André mit Pseudonymen, Normdaten, Angaben zu Männerchor, Orchesterverein, Maintal-Sängerbund und nachweisbaren Kompositionen.
- MGG Online: André Fachlexikalischer Familienartikel mit Kurzangaben zu Ludwig André, Herkunft, Tätigkeit in der Firma, Männerchor, Orchesterverein und Werkgruppen.
- Musik und Musiker am Mittelrhein 2: André, Familie Regionalmusikgeschichtlicher Familienartikel mit Ludwig André als Nr. 9, genealogischer Einordnung, Vormundschaft, Verlagstätigkeit, Chor- und Orchesterleitung.
- Musicanet: Ludwig André Internationaler Komponistendatensatz mit Lebensdaten, Herkunft Haddenhausen/Minden, Sterbeort Offenbach und Einordnung als deutscher Komponist.
- Musikhaus André: Unsere Geschichte Unternehmensgeschichtliche Darstellung des Musikhauses André von der Offenbacher Verlagsgründung bis zur späteren Familien- und Geschäftsentwicklung.
- RISM: Ein Besuch im André-Archiv in Offenbach Bericht zum André-Archiv, zur Verlagsüberlieferung, zu Geschäftspapieren, Musikalien, Druckgeschichte und zur Bedeutung der erhaltenen Firmenquellen.
- Wikidata: Ludwig André Normdatenorientierter Eintrag mit internationalen Identifikatoren, Pseudonymen, Lebensdatenvarianten und Verknüpfungen zu weiteren Datenbanken.
Weiterführende Einträge
- Alpenlied Volkstümlich gefärbte Lied- und Chorgattung, die bei Ludwig André unter Pseudonymen wie Toni Hofer greifbar wird.
- Hermann André Opernsänger, Vater Ludwig Andrés und Angehöriger einer Nebenlinie der Familie André.
- Johann André Gründer des Offenbacher Musikverlags Johann André, Komponist, Singspielautor und Ausgangspunkt der Verlegerfamilie.
- Johann Anton André Musikverleger, Komponist, Herausgeber, Musiktheoretiker und Erwerber des Mozart-Nachlasses; Bruder von Peter Friedrich beziehungsweise Pierre Frédéric André.
- Johann August André Offenbacher Musikalienverleger, Vormund Ludwig Andrés und Leiter des Verlags, in dessen Firma Ludwig André seit 1872 tätig war.
- Peter Friedrich André Auch Pierre Frédéric André; Bruder Johann Anton Andrés und Großvater Ludwig Andrés.
- Arrangement Musikalische Einrichtung eines Werkes für andere Besetzung, bei Ludwig André als Verlagslektor und Gebrauchsmusiker besonders wichtig.
- Chorleiter Berufs- und Praxisrolle Ludwig Andrés als Gründer des Ludwig Andréschen Männerchors und Präsident des Maintal-Sängerbundes.
- Familie André Offenbacher Musikverleger-, Musiker-, Instrumentenbauer- und Unternehmerfamilie vom 18. bis ins 20. Jahrhundert.
- Franz Ewald Pseudonym Ludwig Andrés, besonders im Zusammenhang von Violin- und Klavierstücken wie Engelsharfen und 3 Petits Morceaux.
- Gebrauchsmusik Musik für praktische Aufführung, Verein, Salon, Hausmusik und Markt, zu der ein großer Teil von Ludwig Andrés Schaffen gehört.
- Haddenhausen Geburtsort Ludwig Andrés bei Minden.
- Klaviermusik Zentrales Feld von Ludwig Andrés Salonstücken, Walzern, Polkas, Gavotten, Fantasien und Charakterstücken.
- Männerchor Bürgerliche Chorform, die Ludwig André durch den Ludwig Andréschen Männerchor in Offenbach praktisch prägte.
- Maintal-Sängerbund Regionaler Sängerbund, dessen Präsident Ludwig André seit 1899 war.
- Marsch Gebrauchs- und Festgattung, die in Ludwig Andrés Werken wie Unter deutscher Flagge und Auf die Mensur begegnet.
- Musikalienhandel Geschäftsform, in der Notenverkauf, Verlag, Chorwesen, Orchesterrepertoire und Hausmusik zusammenwirkten.
- Musikverlag Johann André 1774 gegründeter Offenbacher Musikverlag, in dem Ludwig André seit 1872 tätig war und später als Verlagslektor wirkte.
- Offenbach am Main Sterbeort Ludwig Andrés und Zentrum seiner Tätigkeit als Verlagslektor, Chorgründer und Dirigent.
- Offenbacher Orchesterverein Instrumentalverein, den Ludwig André seit 1885 dirigierte.
- Operette Leichte Bühnenform, zu der Ludwig André mit Werken wie Adam und Eva, ’s Rösle, Don Juan auf Reisen und Marietta beitrug.
- Pseudonym in der Musik Autoren- und Marktstrategie, bei Ludwig André durch Franz Ewald, Toni Hofer, Willibald Koch, Johann Lander und weitere Namen besonders deutlich.
- Salonmusik Bürgerliche Unterhaltungsmusik, zu der Ludwig Andrés Walzer, Polkas, Gavotten und Charakterstücke gehören.
- Sängerbund Regionale Organisationsform des Chorwesens, in der Ludwig André als Präsident des Maintal-Sängerbundes wirkte.
- Tanzmusik Gattungsfeld von Walzer, Polka, Mazurka, Gavotte, Quadrille und Rheinländer in Ludwig Andrés Werk.
- Verlagslektor Berufsprofil Ludwig Andrés im Musikverlag Johann André, zwischen Repertoireprüfung, Bearbeitung, Druckvorbereitung und Marktkenntnis.