Johann André
Überblick
Johann André, in französischer Namensform auch Jean André, war ein Offenbacher Komponist, Singspiel-Autor, Musikverleger, Theatermusiker, Kapellmeister und Unternehmer. Er wurde am 28. März 1741 in Offenbach am Main geboren und starb dort am 18. Juni 1799. Innerhalb der Familie André bildet er die erste große musikgeschichtliche Gestalt: Er begründete 1774 den Musikverlag Johann André, schrieb zahlreiche Bühnenwerke und schuf damit einen Ausgangspunkt für eine Verlags- und Musiktradition, die durch seinen Sohn Johann Anton André im frühen 19. Jahrhundert noch größere Bedeutung gewann.
Johann André steht an einer markanten Schnittstelle des späten 18. Jahrhunderts. Er gehört noch zur Welt des aufklärerischen Bürgertums, der höfischen Theatertruppen, des empfindsamen Liedes, der komischen Oper, des deutschen Singspiels und des handwerklich-unternehmerischen Druckwesens. Zugleich weist seine Tätigkeit bereits in die moderne Musikverlagsgeschichte voraus. Aus einer Offenbacher Hugenotten- und Unternehmerfamilie kommend, wechselte er von der Seidenproduktion zur Musik. Damit wurde aus einer bürgerlichen Produktions- und Handelsbiographie eine musikkulturelle Gründungsbiographie.
Als Komponist war André besonders im Bereich des deutschsprachigen Musiktheaters tätig. Werke wie Der Töpfer, Erwin und Elmire, Claudine von Villa Bella, Der Barbier von Sevilien oder Die unnütze Vorsicht und Belmont und Constanze oder Die Entführung aus dem Serail zeigen seine Stellung im Umfeld der frühen deutschen Spieloper. Das Österreichische Musiklexikon hebt ausdrücklich hervor, dass seine Singspiele als Vorläufer des deutschen Nationalsingspiels gelten. Seine Belmont und Constanze-Vertonung von 1781 ist zudem rezeptionsgeschichtlich wichtig, weil der zugrunde liegende Text von Christoph Friedrich Bretzner wenig später in bearbeiteter Form in Mozarts Die Entführung aus dem Serail einging.
Als Verleger ist Johann André mindestens ebenso wichtig wie als Komponist. Mit der Gründung der Offenbacher „Notenfabrique André“ 1774 schuf er einen der langlebigsten deutschen Musikverlage. Schon zu seinen Lebzeiten erschien ein umfangreicher Katalog von Notendrucken. Nach seinem Tod übernahm Johann Anton André den Verlag, kaufte 1799 den handschriftlichen Nachlass Wolfgang Amadeus Mozarts von Constanze Mozart und machte Offenbach zu einem zentralen Ort der Mozart-Überlieferung. Der ältere Johann André ist daher nicht nur als Einzelkomponist, sondern als Gründer eines musikalischen Familien-, Verlags- und Archivzusammenhangs zu verstehen.
Kurzdaten
| Name | Johann André; auch Jean André; in bibliographischen Nachweisen häufig André, Johann. |
|---|---|
| Familienzuordnung | Familie André, Nr. 1; Vater von Johann Anton André und Gründer des Offenbacher Musikverlags Johann André. |
| Geburtsdatum | 28. März 1741. |
| Geburtsort | Offenbach am Main. |
| Sterbedatum | 18. Juni 1799. |
| Sterbeort | Offenbach am Main. |
| Beruf | Komponist, Singspielautor, Opernkomponist, Musikverleger, Verlagsgründer, Kapellmeister, Musikdirektor, Bearbeiter, Übersetzer, Theatermusiker, Liedkomponist und Unternehmer. |
| Herkunft | Offenbacher Familie hugenottischer Herkunft; die Familie war im 18. Jahrhundert in Handel, Gewerbe und später im Musikverlagswesen tätig. |
| Verlagsgründung | 1774 Gründung der „Notenfabrique André“ beziehungsweise des Musikverlags Johann André in Offenbach am Main. |
| Berliner Tätigkeit | Ab 1777 wirkte André mehrere Jahre als Kapellmeister und Komponist für das Döbbelinsche Theater beziehungsweise die Berliner Theaterpraxis. |
| Wichtige literarische Verbindung | Johann Wolfgang Goethe, dessen Texte Erwin und Elmire und Claudine von Villa Bella André vertonte; Goethe hielt sich 1775 im Haus André in Offenbach auf. |
| Wichtige musikalische Verbindung | Wolfgang Amadeus Mozart, Joseph Haydn, Paul Wranitzky, Adalbert Gyrowetz und Franz Anton Hoffmeister gehören zum größeren Verlags- und Beziehungshorizont des Hauses André. |
| Hauptgattung | Deutschsprachiges Singspiel, komische Oper, Operette, Lied, Klavier- und Kammermusik sowie Musikdruck und Verlagsproduktion. |
| Bekannte Bühnenwerke | Der Töpfer, Erwin und Elmire, Claudine von Villa Bella, Der Barbier von Sevilien oder Die unnütze Vorsicht, Belmont und Constanze oder Die Entführung aus dem Serail und weitere Opern beziehungsweise Singspiele. |
| Nachfolge | 1799 übernahm sein Sohn Johann Anton André den Verlag; durch den Erwerb des Mozart-Nachlasses wurde die Familie André für die Mozart-Forschung und die Musikverlagsgeschichte des 19. Jahrhunderts besonders bedeutend. |
| Kulturgeschichtlicher Rang | Gründungsfigur eines der wichtigsten deutschen Musikverlage, Komponist des frühen deutschen Singspiels, Vermittler zwischen bürgerlichem Musikleben, Theater, Goethe-Kreis, Notendruck und aufklärerischer Musikunternehmung. |
Name und Familienkontext
Die Quellen führen den Komponisten und Verleger unter der deutschen Namensform Johann André und der französisch gefärbten Form Jean André. Die Form Jean erklärt sich aus der hugenottischen Familiengeschichte und aus dem französisch-reformierten Milieu Offenbachs. Für das Kulturlexikon wird die sichtbare Form Johann André verwendet; Jean André bleibt als Namensvariante im Artikel und in den Metadaten erhalten. Der Dateiname folgt der Personenregel und lautet andre-johann.shtml.
Der Zusatz Familie André, Nr. 1 ist sachlich wichtig. Johann André ist nicht nur eine Einzelperson, sondern die Anfangsfigur einer mehrgenerationellen Musikverleger- und Musikerfamilie. Der Familienzusammenhang reicht von Johann André über Johann Anton André zu späteren Verlegern, Komponisten, Pianisten, Musikpädagogen, Archivträgern und Geschäftsinhabern. Diese Kontinuität erklärt, warum der Name André in der Musikgeschichte nicht nur mit einzelnen Werken, sondern mit Verlag, Archiv, Drucktechnik, Mozart-Überlieferung und Offenbacher Musikleben verbunden ist.
Die sortierende Form für Register und Index lautet André, Johann. In sichtbaren Linktexten soll jedoch die natürliche Namensform Johann André stehen. Die Binnenverlinkung sollte außerdem die Familienseite Familie André, den Sohn Johann Anton André und den Musikverlag Johann André berücksichtigen, weil Johann Andrés kulturgeschichtliche Stellung erst in dieser Verbindung vollständig sichtbar wird.
Leben
Johann André wurde am 28. März 1741 in Offenbach am Main geboren. Offenbach war im 18. Jahrhundert ein besonderer Kultur- und Gewerberaum: eine Stadt mit französisch-reformierter Prägung, hugenottischen Familien, handwerklicher und kaufmännischer Dynamik, Nähe zu Frankfurt am Main und zugleich eigener politischer und sozialer Struktur. Die Familie André gehörte in dieses Milieu. Der Hintergrund aus Gewerbe, Handel, Handwerk und protestantischer Bildung erklärt, warum André später Musik nicht nur als Kunst, sondern auch als unternehmerisches Feld verstand.
Zunächst war André nicht ausschließlich für eine Musikerlaufbahn bestimmt. Die Familie war wirtschaftlich im Bereich der Seidenproduktion verankert. Doch die musikalische Neigung setzte sich durch. André eignete sich musikalische Kenntnisse an, spielte Tasteninstrumente, komponierte, beschäftigte sich mit Theatermusik und wurde bald Teil eines bürgerlichen Musiklebens, das nicht mehr ausschließlich von Hof und Kirche bestimmt war. Diese bürgerliche Musiksozialisation ist für sein späteres Wirken entscheidend.
Ein früher Impuls kam durch das Theater. Frankfurt und Offenbach lagen nahe an jener wandernden und städtischen Theaterpraxis, in der deutsche, französische und italienische Stoffe, Schauspiel, komische Oper, Singspiel und Übersetzung miteinander verbunden wurden. André übersetzte französische und italienische Opern für die Theatertruppe von Theobald Hilarius Marchand und schrieb eigene Bühnenwerke. Er bewegte sich damit in einem Raum, in dem das deutsche Musiktheater erst nach einer eigenen Form suchte.
1773 wurde Der Töpfer in Hanau aufgeführt. Dieses Werk wurde als komische Oper beziehungsweise Singspiel bekannt und gehört zu den frühen erfolgreichen deutschsprachigen Spielopern. Die Partitur wurde gedruckt, was für ein Singspiel dieser Zeit bemerkenswert war. Der Erfolg bestärkte André sowohl als Komponisten als auch als künftigen Musikverleger. Er erkannte, dass musikalische Produktion und Notendruck sich gegenseitig stützen konnten.
1774 gründete Johann André in Offenbach die „Notenfabrique André“. Diese Gründung ist das zentrale Datum seiner Verlegerbiographie. Aus dem Schritt aus der Seidenproduktion in den Notendruck entstand ein Musikverlag, der über Generationen hinweg bestehen blieb. Das Musikhaus André datiert den ersten Journalbucheintrag auf den 1. August 1774 und beschreibt diese Gründung als Beginn einer bis in die Gegenwart reichenden Unternehmensgeschichte.
1775 spielte Goethe eine wichtige Rolle im Offenbacher André-Kreis. Johann Wolfgang Goethe hielt sich im Haus André auf, musizierte und rezitierte dort und begegnete in diesem Umfeld Lili Schönemann. André vertonte Goethes Erwin und Elmire und Claudine von Villa Bella. Damit steht er unmittelbar in der Frühgeschichte der Verbindung von Goethe-Dichtung und deutschem Musiktheater. Seine Goethe-Vertonungen sind nicht nur musikalische Gelegenheitswerke, sondern Dokumente eines literarisch-musikalischen Netzwerks der Empfindsamkeit.
Ab 1777 ging André als Kapellmeister und Komponist nach Berlin. Die Verlagsgeschäfte blieben in Offenbach und wurden von Familienmitgliedern mitgeführt. In Berlin arbeitete André im Umfeld des Döbbelinschen Theaters und brachte zahlreiche Singspiele auf die Bühne. Diese Berliner Jahre waren für seine Produktion besonders fruchtbar. Werke wie Azakia, Der Alchymist, Die Bezauberten, Das tartarische Gesetz, Der Zauberspiegel und Belmont und Constanze gehören in diese Phase.
Besonders folgenreich wurde Belmont und Constanze oder Die Entführung aus dem Serail, 1781 nach einem Text Christoph Friedrich Bretzners komponiert. Das Werk wurde in Berlin aufgeführt und ist heute vor allem deshalb bekannt, weil Bretzners Stoff kurz darauf in bearbeiteter Form bei Mozart und Stephanie d. J. als Die Entführung aus dem Serail erschien. André komponierte also vor Mozart eine musikalische Fassung desselben Entführungsstoffes. Das macht ihn nicht zum Vorgänger Mozarts im wertenden Sinn, aber zu einem wichtigen Akteur der Text- und Gattungsgeschichte des deutschen Singspiels.
Nach den Berliner Jahren blieb André mit Offenbach, seinem Verlag und dem bürgerlichen Musikleben verbunden. Sein Verlag veröffentlichte eigene Werke, Werke befreundeter und zeitgenössischer Komponisten sowie Instrumental- und Vokalmusik für ein wachsendes Publikum. Johann André starb am 18. Juni 1799 in Offenbach. Noch im selben Jahr übernahm sein Sohn Johann Anton André das Unternehmen und leitete durch den Erwerb des Mozart-Nachlasses eine neue Phase der André-Geschichte ein.
Kulturüberblick
Johann André gehört in die Übergangszeit zwischen höfischer Musikkultur, städtischem Theater, bürgerlichem Verlagswesen und der Entstehung eines deutschsprachigen Musikmarktes. Im 18. Jahrhundert waren Opern, Singspiele, Lieder, Klavierstücke, Kammermusik und Bearbeitungen nicht mehr nur Repräsentationsformen von Hof und Kirche. Sie wurden zunehmend Gegenstände des bürgerlichen Erwerbs, des häuslichen Musizierens, des Theaterbesuchs und des Notendrucks. André erkannte diese Entwicklung früh.
Seine Bedeutung liegt daher in einer doppelten Tätigkeit. Einerseits komponierte er für das Theater, besonders für deutschsprachige Singspielzusammenhänge. Andererseits schuf er die verlegerische Infrastruktur, durch die solche Musik zirkulieren konnte. Das ist kulturhistorisch entscheidend: Ein Singspiel existiert nicht nur auf der Bühne, sondern auch als gedruckter Text, als Partitur, als Klavierauszug, als Arie im häuslichen Gebrauch und als Ware im Musikhandel.
Das deutsche Singspiel war im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts ein Experimentierfeld. Es verband gesprochenen Dialog, gesungene Nummern, komische Handlung, empfindsame Szenen, bürgerliche Moral, nationale Sprachpolitik, Übersetzungspraxis und internationale Opernmodelle. André schrieb in genau dieser Mischform. Seine Singspiele sind heute weniger bekannt als Mozarts oder später Webers Werke, doch sie gehören zu jenem Vorfeld, ohne das die großen Gattungsleistungen des deutschsprachigen Musiktheaters nicht verständlich wären.
Der Verlag André steht zugleich für die Verlagerung musikalischer Autorität. Musik wurde nicht mehr nur durch Aufführung überliefert, sondern durch Druck, Katalog, Nummerierung, Archiv und Handel. RISM weist darauf hin, dass die André-Ausgaben in großer Zahl katalogisiert sind und dass das André-Archiv bis heute ein ungewöhnlich reicher Quellenbestand geblieben ist. Diese Quellenlage macht den Verlag nicht nur für Aufführungsgeschichte, sondern auch für Druck-, Wirtschafts- und Archivgeschichte wichtig.
Offenbach wird durch Johann André zu einem Musikort eigener Art. Die Stadt war nicht Residenzmetropole wie Wien, nicht Universitätsstadt wie Leipzig und nicht Hofopernzentrum wie Berlin, aber sie wurde durch den Musikverlag ein Knotenpunkt des Notenhandels. Der André-Verlag verband lokale Unternehmung mit überregionaler Musikzirkulation. Diese Verbindung ist ein typisches Phänomen der bürgerlichen Musikmoderne.
Musikverlag Johann André
Die Gründung des Musikverlags Johann André im Jahr 1774 ist der nachhaltigste Teil von Andrés Lebenswerk. Das Musikhaus André beschreibt die Gründung der „Notenfabrique André“ als bewussten Ausstieg aus der handwerklichen Seidenproduktion und als Wagnis eines frühen Musikunternehmens. Der Begriff „Notenfabrique“ ist aufschlussreich: Er verbindet Kunst, Handwerk, technische Reproduktion und Markt. Noten wurden produziert, vervielfältigt, verkauft, verschickt und katalogisiert.
Der Verlag begann nicht als bloßer Nachdruckbetrieb. Johann André war selbst Komponist und konnte eigene Bühnenwerke, Lieder und Instrumentalwerke veröffentlichen. Zugleich verlegte er Musik befreundeter und zeitgenössischer Komponisten. Das Österreichische Musiklexikon nennt in diesem Zusammenhang neben Mozart auch Paul Wranitzky, Adalbert Gyrowetz, Joseph Haydn und Franz Anton Hoffmeister. Damit war der Verlag früh in ein internationales klassisches Repertoire eingebunden.
Ein charakteristischer Zug ist die Verbindung von Theater und Verlag. André konnte aus der Aufführungspraxis heraus publizieren. Singspiele, Operetten und komische Opern waren im Theaterbetrieb präsent, konnten aber durch den Druck weiterwirken. Ein erfolgreiches Werk wie Der Töpfer wurde nicht nur gespielt, sondern auch als gedruckte Partitur verbreitet. Diese Wechselwirkung zwischen Bühne und Notenmarkt gehört zum Kern der Verlagsgeschichte.
Der Übergang an Johann Anton André 1799 veränderte die Reichweite des Hauses. Kurz nach dem Tod des Gründers erwarb Johann Anton André von Constanze Mozart den handschriftlichen Nachlass Wolfgang Amadeus Mozarts. Damit wurde der Offenbacher Verlag zu einem zentralen Ort der Mozart-Überlieferung, der Erstdrucke und der frühen Mozart-Katalogisierung. Obwohl dieser Schritt bereits in die nächste Generation gehört, ist er ohne Johann Andrés Gründung nicht denkbar.
Auch die technische Seite ist wichtig. Nach 1799 wurde die Lithographie für den Notendruck relevant; Alois Senefelders Verfahren wurde im André-Umfeld früh genutzt. Damit verband sich die Verlagsgeschichte mit der Mediengeschichte des Notendrucks. Der von Johann André geschaffene Betrieb wurde also nicht nur musikalisch, sondern auch drucktechnisch modernisierungsfähig.
Singspiel, Theater und Goethe-Kreis
Johann Andrés Bühnenwerke stehen im Umfeld des deutschen Singspiels vor Mozart und im Umfeld einer Theaterpraxis, die stark von Übersetzung, Bearbeitung und Stoffwanderung geprägt war. Französische und italienische Modelle wurden ins Deutsche übertragen, mit gesprochenen Dialogen verbunden und für ein bürgerlich-höfisches Mischpublikum eingerichtet. André war als Übersetzer, Bearbeiter und Komponist an dieser Entwicklung beteiligt.
Der Töpfer ist in dieser Entwicklung besonders wichtig. Das Werk wurde 1773 in Hanau aufgeführt und als einfaches, wirkungsvolles deutsches Singspiel wahrgenommen. Es zeigt eine komische Handlung aus bürgerlich-ländlichem Milieu und gehört zu den frühen Werken, die das deutschsprachige Musiktheater jenseits der italienischen Oper stabilisieren halfen.
Erwin und Elmire verbindet André unmittelbar mit Goethe. Der Text geht auf Goethe zurück und verarbeitet Motive empfindsamer Liebes- und Versöhnungspoetik. Andrés Vertonung von 1775 ist eine der frühen musikalischen Auseinandersetzungen mit Goethe auf der Bühne. Auch Claudine von Villa Bella zeigt diese Verbindung von Goethe-Dichtung und Singspiel.
Belmont und Constanze oder Die Entführung aus dem Serail ist rezeptionsgeschichtlich besonders auffällig. Das Werk wurde 1781 auf einen Text von Christoph Friedrich Bretzner komponiert. Mozart verwendete kurz darauf denselben Stoff in bearbeiteter Textgestalt für seine Entführung aus dem Serail. Andrés Werk ist daher ein Schlüsselstück für die Stoffgeschichte des Entführungssingspiels. Es zeigt, dass Mozarts berühmtes Werk nicht aus dem Nichts entstand, sondern in einem dichten Markt von Texten, Bearbeitungen, Theaterbedürfnissen und konkurrierenden Singspielfassungen steht.
Die Fülle von Andrés Bühnenwerken zeigt zugleich den Produktionsrhythmus des 18. Jahrhunderts. Viele Stücke entstanden für konkrete Theaterbedürfnisse, aktuelle Stoffe, komische Situationen oder festliche Anlässe. Nicht alle besitzen heute kanonischen Rang, doch als Repertoire eines Theaterkomponisten und Kapellmeisters dokumentieren sie die Arbeitswelt, in der deutsches Musiktheater vor der großen romantischen Oper entstand.
Werkverzeichnis
Das folgende Werkverzeichnis fasst die in Katalogen, Werklisten und Quellenzusammenhängen nachweisbaren Werke Johann Andrés zusammen. Da die Überlieferung nicht in allen Fällen gleich vollständig ist, werden Bühnenwerke, Lieder, Instrumentalwerke, Verlagsarbeiten und Bearbeitungskomplexe gemeinsam geführt. Die Bühnenwerke bilden den Schwerpunkt, weil André vor allem als Singspiel- und Opernkomponist hervortrat.
| Alter schützt vor Thorheit nicht | Oper beziehungsweise Singspiel, 1779 nachweisbar. Das Werk gehört zur komischen und moralisch pointierten Theaterproduktion Andrés während der Berliner Jahre. |
|---|---|
| Azakia | Oper beziehungsweise Singspiel, 1778 nachweisbar. Das Werk gehört in die Phase intensiver Berliner Bühnenproduktion. |
| Belmont und Constanze oder Die Entführung aus dem Serail | Singspiel beziehungsweise Operette in drei Akten, 1781, Text von Christoph Friedrich Bretzner. Das Werk ist rezeptionsgeschichtlich besonders wichtig, weil derselbe Stoff kurz darauf in Mozarts Die Entführung aus dem Serail einging. |
| Claudine von Villa Bella | Singspiel beziehungsweise Schauspiel mit Gesang, 1778 nach einem Text von Johann Wolfgang Goethe. Das Werk gehört zu Andrés Goethe-Vertonungen und steht im Umfeld der empfindsamen deutschen Spieloper. |
| Das tartarische Gesetz | Oper beziehungsweise Singspiel, 1779 nachweisbar. Der Titel verweist auf exotisch-rechtliche und komisch-dramatische Stoffmuster des späten 18. Jahrhunderts. |
| Das wüthende Heer oder Das Mädchen im Thurme | Oper beziehungsweise Singspiel, 1780 nachweisbar. Das Werk gehört zu den dramatisch stärker zugespitzten Bühnenwerken Andrés. |
| Der Alchymist oder Der Liebesteufel | Oper beziehungsweise Singspiel, 1778 nachweisbar. Der Titel verbindet komisches Theater, magisch-alchemistische Stoffwelt und Liebesintrige. |
| Der alte Freyer | Oper beziehungsweise Singspiel, 1775 nachweisbar. Das Werk gehört zur frühen Phase von Andrés deutschsprachiger Bühnenproduktion. |
| Der Barbier von Bagdad | Oper beziehungsweise Singspiel, 1783 nachweisbar. Das Werk steht in der Tradition komisch-orientalisierender Bühnenstoffe des 18. Jahrhunderts. |
| Der Barbier von Sevilien oder Die unnütze Vorsicht | Oper beziehungsweise Singspiel, 1776 nach Beaumarchais-Stoff beziehungsweise der europäischen Barbier-Tradition. Das Werk zeigt Andrés Anteil an der frühen deutschsprachigen Bearbeitung internationaler Komödienstoffe. |
| Der Bräutigam in der Klemme | Oper beziehungsweise Singspiel, 1796 nachweisbar. Das Werk gehört zu Andrés späterer Bühnenproduktion und folgt dem komischen Intrigenmuster des Singspiels. |
| Der Fürst im höchsten Glanze | Oper beziehungsweise Singspiel, 1777 nachweisbar. Der Titel deutet auf festliche, höfische oder satirisch-höfische Bühnenkontexte. |
| Der Liebhaber als Automat oder Die redende Maschine | Oper beziehungsweise Singspiel, 1782. Das Werk ist besonders kulturgeschichtlich interessant, weil es Maschinentheater, Automatentopik und Liebesintrige miteinander verbindet. |
| Der Töpfer | Komische Oper beziehungsweise Singspiel in einem Akt, 1773 in Hanau aufgeführt. Das Werk wurde erfolgreich aufgenommen und gehört zu den frühen vollständig gedruckten deutschen Singspielpartituren. |
| Der Zauberspiegel | Oper beziehungsweise Singspiel, 1781 nachweisbar. Das Werk steht in der Tradition magisch-komischer Bühnenstoffe, wie sie im späten 18. Jahrhundert beliebt waren. |
| Die Bezauberten oder Peter und Hannchen | Oper beziehungsweise Singspiel, 1777 nachweisbar. Der Titel deutet auf komische Zauber- und Verwechslungshandlung. |
| Die Friedensfeyer oder Die unvermuthete Wiederkunft | Oper beziehungsweise Singspiel, 1779 nachweisbar. Das Werk gehört vermutlich in den Bereich der festlich-politischen und empfindsam-familiären Rückkehrhandlung. |
| Die Grazien | Oper beziehungsweise Singspiel, 1778 nachweisbar. Der Titel verweist auf allegorisch-galante Stoffe des 18. Jahrhunderts. |
| Die Schadenfreude | Oper beziehungsweise Singspiel, 1778 nachweisbar. Das Werk gehört zur moralisch-komischen Tradition der Singspielbühne. |
| Eins wird doch helfen oder Die Werbung aus Liebe | Oper beziehungsweise Singspiel, 1782 nachweisbar. Der Titel zeigt die Nähe zur komischen Liebes- und Werbungsdramaturgie. |
| Elmine | Oper beziehungsweise Singspiel, 1782 nachweisbar. Das Werk steht in der empfindsamen weiblichen Namens- und Liebesdramaturgie des späten 18. Jahrhunderts. |
| Erwin und Elmire | Schauspiel mit Gesang beziehungsweise Singspiel in zwei Akten, 1775 nach Johann Wolfgang Goethe. André war einer der ersten Komponisten, die Goethes Text musikalisch für die Bühne einrichteten. |
| Friedrichs glorreichster Sieg | Oper beziehungsweise Singspiel, 1779 nachweisbar. Das Werk gehört zu den politisch-historisch gefärbten Bühnenstücken der Zeit. |
| Heinrich der Erhabene aus dem Stamme der Brennen | Oper beziehungsweise Singspiel, 1780 nachweisbar. Der Titel deutet auf heroisch-historische Stoffbildung. |
| Herzog Michael oder Die Nachtigall | Oper beziehungsweise Singspiel, 1775 nachweisbar. Das Werk gehört zur frühen Phase von Andrés Theaterproduktion. |
| Kurze Thorheit ist die beste | Oper beziehungsweise Singspiel, 1780 nachweisbar. Der Titel zeigt die moralisch-komische Pointe vieler Spielopern des späten 18. Jahrhunderts. |
| Laura Rosetti | Oper beziehungsweise Singspiel, 1778 nachweisbar. Das Werk steht vermutlich im Bereich empfindsamer und komischer italienisierender Stoffe. |
| Lenore | Vertonung nach Gottfried August Bürgers Ballade Lenore. Die Arbeit ist wichtig, weil Bürger zu den prägenden Dichtern der deutschen Balladen- und Empfindsamkeitskultur gehört. |
| Mehr als Großmuth | Oper beziehungsweise Singspiel, 1781 nachweisbar. Das Werk gehört zu Andrés Berliner Repertoire und verbindet moralische Tugendtopik mit Bühnenhandlung. |
| Singspiele allgemein | Werkgruppe zahlreicher deutschsprachiger Singspiele, Operetten und komischer Opern, die Andrés Stellung als Vorläufer des deutschen Nationalsingspiels begründen. |
| Übersetzungen französischer und italienischer Opern | Bearbeitungs- und Übersetzungsarbeit für die Theatertruppe von Theobald Hilarius Marchand. Dieser Werkbereich zeigt André als Vermittler zwischen internationalem Opernrepertoire und deutscher Bühne. |
| Lieder | Johann André komponierte Lieder und gab Liedersammlungen heraus. Die Liedproduktion steht im Umfeld der Empfindsamkeit, des bürgerlichen Musizierens und der frühen deutschen Liedkultur. |
| Liedersammlungen eigener Kompositionen | Nach dem Erfolg von Der Töpfer veröffentlichte André Liedersammlungen mit eigenen Kompositionen. Sie gehören zur Verbindung von Autorenkomponist, Verlag und bürgerlichem Hausmusizieren. |
| Sonate pour Pianoforte avec Violon et Violoncello ad libitum op. 17 | Sonate für Klavier mit Violine und Violoncello ad libitum. Das Werk dokumentiert Andrés Tätigkeit im Bereich der kammermusikalischen Haus- und Liebhabermusik. |
| Tre sonate per il cembalo obligato, violino e violoncello op. 1 | Drei Sonaten für obligates Cembalo, Violine und Violoncello. Die Werkgruppe steht im Kontext der galanten und frühklassischen Kammermusikpraxis. |
| Verlagskatalog 1774–1799 | Der von Johann André gegründete Verlag brachte zu Lebzeiten des Gründers ein umfangreiches Programm heraus. RISM und die André-Bibliographie von Wolfgang Matthäus sind für die Datierung und Erschließung der frühen Drucke wesentlich. |
| Eigene Bühnenwerke im Verlag | André veröffentlichte eigene Singspiele und Bühnenmusiken und verband dadurch Komposition, Aufführung und Druck in einer Person. |
| Verlegte Werke zeitgenössischer Komponisten | Zum Verlagsumfeld gehörten Werke von Mozart, Haydn, Wranitzky, Gyrowetz, Hoffmeister und weiteren Komponisten. Dieser Bereich zeigt den Übergang vom lokalen Verlag zum überregionalen Musikhandelsunternehmen. |
| André-Archiv | Kein Werk im engeren Sinn, aber ein zentraler Überlieferungskomplex: Das Archiv des Musikverlags Johann André bewahrt Drucke, Produktionsdokumente, Geschäftskorrespondenzen und Quellen zur Musikverlagsgeschichte. |
Rezeption und Bedeutung
Johann Andrés Nachruhm verteilt sich auf zwei Bereiche: den Komponisten des frühen deutschen Singspiels und den Gründer eines bedeutenden Musikverlags. Als Komponist steht er heute im Schatten Mozarts und der späteren großen Operngeschichte. Das darf jedoch nicht dazu führen, seine Funktion im Vorfeld des deutschen Musiktheaters zu unterschätzen. Seine Werke zeigen, welche Stoffe, Formen und Bühnenbedingungen vor Mozarts Entführung und vor der romantischen Oper existierten.
Der Töpfer, Erwin und Elmire und Belmont und Constanze sind besonders wichtig, weil sie unterschiedliche Aspekte dieses Vorfelds zeigen. Der Töpfer repräsentiert das erfolgreiche komische Singspiel; Erwin und Elmire verbindet Singspiel und Goethe-Dichtung; Belmont und Constanze steht unmittelbar vor Mozarts berühmter Entführungsoper. In allen drei Fällen ist André nicht nur ein Nebenname, sondern ein Bestandteil der Gattungsgeschichte.
Als Verleger ist seine Bedeutung nachhaltiger. Der Musikverlag Johann André wurde zu einem der bedeutenden deutschen Musikverlage des 18. und 19. Jahrhunderts. Die Tatsache, dass der Verlag in Familienhand blieb und bis in die Gegenwart als Musikhaus mit Archivtradition existiert, macht Johann Andrés Gründung zu einem außergewöhnlichen Fall musikalischer Unternehmenskontinuität.
Der Übergang zu Johann Anton André verstärkte den Rang des Hauses. Der Erwerb des Mozart-Nachlasses 1799, die Veröffentlichung bisher ungedruckter Werke, die frühe Katalogisierung und die Nutzung der Lithographie machen den André-Verlag zu einem wichtigen Ort der Mozart- und Notendruckgeschichte. Johann André selbst bereitete diese Entwicklung vor, indem er die institutionelle, kaufmännische und kulturelle Grundlage schuf.
In der neueren Forschung ist Johann André vor allem als Figur von Netzwerken interessant. Er verbindet Offenbach, Frankfurt, Berlin, Goethe, Mozart, Theatertruppen, Hugenottenfamilie, Verlag, Notendruck, bürgerliches Musizieren und Singspiel. Gerade diese Netzwerkstellung macht ihn zu einer für das Kulturlexikon wichtigen Person: Sein Rang liegt nicht allein im Einzelwerk, sondern in der Verbindung von Kunst, Betrieb, Öffentlichkeit und Überlieferung.
Sekundärliteratur
- Bauman, Thomas: Artikel zu Der Töpfer und Erwin und Elmire im Kontext der Forschung zum deutschen Singspiel und zur Oper des späten 18. Jahrhunderts.
- Boisits, Barbara: André, Familie, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Artikel mit biographischen Angaben zu Johann und Johann Anton André.
- Constapel, Britta: Der Musikverlag Johann André in Offenbach am Main. Studien zur Verlagstätigkeit von Johann Anton André und Verzeichnis der Musikalien von 1800 bis 1840, Tutzing 1998.
- Holtbernd, Thomas: Forschungen zu Christoph Friedrich Bretzner, Belmont und Constanze und zur Textgeschichte von Mozarts Die Entführung aus dem Serail.
- Matthäus, Wolfgang: Johann André. Musikverlag zu Offenbach am Main. Verlagsgeschichte und Bibliographie 1772–1800, Tutzing 1973.
- Schenk, Michael: Das Wirken von Johann André innerhalb musikkultureller Beziehungsfelder unter besonderer Berücksichtigung musikgeprägter Gesellungsformen. Ein Beitrag zur Untersuchung der Berliner Musikkultur des 18. Jahrhunderts, Dissertation Potsdam 1986.
- Ute-Margrit André und Hans-Jörg André: 225 Jahre Musikverlag Johann André. Festschrift zum Jubiläum, Offenbach am Main 1999.
- Untersuchungen zum deutschsprachigen Musiktheater des späten 18. Jahrhunderts, insbesondere zu Singspiel, Operette, Goethe-Vertonungen und Theatertruppen zwischen Frankfurt, Offenbach und Berlin.
- RISM Editorial Center: Beiträge zur Erschließung früher André-Drucke, zur Plattennummern-Datierung und zum André-Archiv in Offenbach.
Ausgewählte Onlinequellen
- 250 Jahre Musikverlag Johann André Projektseite zum Jubiläum des Offenbacher Musikverlags mit historischen Beiträgen, Veranstaltungsbezügen und Materialien zur Familien- und Verlagstradition.
- Klassika: Johann André – Werke sortiert nach Titel Werkübersicht mit zahlreichen Singspielen, Opern, Lied- und Instrumentalwerken Johann Andrés, darunter Der Töpfer, Erwin und Elmire und Belmont und Constanze.
- Musikhaus André: Unsere Geschichte Unternehmensgeschichtliche Darstellung zur Gründung der „Notenfabrique André“ 1774, zur Berliner Tätigkeit Johann Andrés, zum Mozart-Besuch und zum Übergang an Johann Anton André.
- Oesterreichisches Musiklexikon: André, Familie Fachlexikalischer Artikel zu Johann André und Johann Anton André mit Angaben zu Lebensdaten, Singspielen, Goethe-Bezug, Verlagsumfeld und Mozart-Nachlass.
- RISM: 250 years of the music publisher André in Offenbach RISM-Beitrag zum 250-jährigen Jubiläum des 1774 gegründeten Musikverlags Johann André, zum André-Archiv und zu den RISM-Nachweisen der André-Drucke.
- RISM: André Printed Editions Now Dated to Plate Number 1400 Fachbeitrag zur Datierung früher André-Drucke, zur Bibliographie Wolfgang Matthäus und zum Übergang von Johann André zu Johann Anton André um 1800.
- RISM Online: Johann André, Offenbach am Main Institutionen- und Verlagsdatensatz zum Offenbacher Musikverlag Johann André im internationalen Quellenkatalog RISM.
- IMSLP: Johann André Musikbibliographische Seite mit frei zugänglichen Noten beziehungsweise Nachweisen zu Johann André und seinem Verlag.
- Wikidata: Johann André Normdatenorientierter Eintrag mit Identifikatoren, Lebensdaten, Berufsangaben und Verweisen auf weitere Datenquellen.
Weiterführende Einträge
- Johann Anton André Sohn Johann Andrés, Komponist und Musikverleger, der 1799 den Mozart-Nachlass erwarb und das Offenbacher Verlagshaus entscheidend weiterführte.
- Belmont und Constanze Singspiel Johann Andrés von 1781 nach Christoph Friedrich Bretzner und wichtiges Vorfeld von Mozarts Die Entführung aus dem Serail.
- Berlin Wirkungsort Johann Andrés als Kapellmeister und Theaterkomponist im Umfeld des Döbbelinschen Theaters.
- Christoph Friedrich Bretzner Librettist von Belmont und Constanze, dessen Text für die Stoffgeschichte von Mozarts Entführung aus dem Serail wichtig wurde.
- Claudine von Villa Bella Goethe-Singspiel, das Johann André vertonte und das zur Frühgeschichte der Goethe-Vertonungen gehört.
- Der Töpfer Frühes erfolgreiches Singspiel Johann Andrés und wichtiges Beispiel der deutschsprachigen komischen Oper vor Mozart.
- Deutsches Nationalsingspiel Gattungsgeschichtlicher Horizont, in den Andrés deutschsprachige Singspiele eingeordnet werden.
- Die Entführung aus dem Serail Mozarts Singspiel von 1782, dessen Stoffgeschichte mit Andrés Belmont und Constanze verbunden ist.
- Döbbelinsches Theater Berliner Theaterzusammenhang, in dem Johann André als Kapellmeister und Singspielkomponist wirkte.
- Erwin und Elmire Singspiel Johann Andrés nach Goethe und frühes Beispiel der musikalischen Goethe-Rezeption.
- Familie André Offenbacher Musiker- und Musikverlegerfamilie, deren Geschichte mit Johann André beginnt und über Johann Anton André die Mozart-Überlieferung prägt.
- Frankfurt am Main Nachbarstadt Offenbachs und wichtiger Kulturraum für Theater, Verlag, Goethe-Kreis und bürgerliches Musikleben.
- Johann Wolfgang Goethe Dichter, Freund und literarischer Bezugspunkt Johann Andrés, dessen Texte Erwin und Elmire und Claudine von Villa Bella von André vertont wurden.
- Joseph Haydn Komponist, dessen Werke zum weiteren Verlagsumfeld des Hauses André gehörten.
- Hugenotten Religiös-kultureller Herkunftskontext der Familie André und wichtiger Bestandteil der Offenbacher Stadt- und Familiengeschichte.
- Lili Schönemann Frankfurter Bankierstochter, die Goethe im Umfeld seines Offenbacher Aufenthalts bei Johann André kennenlernte.
- Lithografie Druckverfahren, das nach Johann Andrés Tod durch Johann Anton André für den Notendruck des Offenbacher Verlags bedeutsam wurde.
- Theobald Hilarius Marchand Theaterunternehmer, für dessen Truppe André französische und italienische Opern übersetzte.
- Wolfgang Amadeus Mozart Komponist, dessen Werke im André-Verlag eine zentrale Rolle spielten und dessen Nachlass Johann Anton André 1799 erwarb.
- Mozart-Nachlass Von Johann Anton André erworbener handschriftlicher Bestand, der aus der von Johann André gegründeten Verlagsinstitution heraus erschlossen wurde.
- Musikdruck Technisches und wirtschaftliches Feld, in dem Johann André durch die Gründung seines Offenbacher Verlags wirkte.
- Musikverlag Institutioneller Rahmen der Veröffentlichung, Verbreitung und Archivierung von Musik, bei Johann André zentral für die Verbindung von Komposition und Handel.
- Musikverlag Johann André 1774 in Offenbach gegründeter Verlag, der durch Johann André, Johann Anton André und die Mozart-Überlieferung musikgeschichtlich bedeutend wurde.
- Notenfabrique André Historische Bezeichnung für die 1774 gegründete Offenbacher Musikdruck- und Verlagsunternehmung Johann Andrés.
- Offenbach am Main Geburts-, Wirkungs- und Sterbeort Johann Andrés sowie Standort des Musikverlags und André-Archivs.
- Singspiel Deutschsprachige Musiktheatergattung mit gesprochenem Dialog und Gesangsnummern, in der André besonders produktiv war.
- Theatermusik Arbeitsfeld zwischen Komposition, Aufführung, Bearbeitung und Bühnenpraxis, das Johann Andrés Berliner Jahre prägte.
- Paul Wranitzky Komponist des klassischen Zeitalters, dessen Werke im weiteren Verlagsumfeld des Hauses André erscheinen.