Johann Anton André

Familie André, Nr. 2; * 6. Oktober 1775 in Offenbach am Main; † 6. April 1842 ebenda. Deutscher Musikverleger, Komponist, Herausgeber, Mozart-Forscher, Musiktheoretiker und Leiter des Musikverlags Johann André.

Überblick

Johann Anton André war die zweite große Gestalt der Familie André und der bedeutendste historische Leiter des Musikverlags Johann André nach dessen Gründung durch seinen Vater Johann André. Er wurde am 6. Oktober 1775 in Offenbach am Main geboren und starb dort am 6. April 1842. Als Musikverleger, Komponist, Herausgeber, Mozart-Forscher, Musiktheoretiker und Unternehmer steht er an einem außergewöhnlichen Schnittpunkt von Notendruck, Musikarchiv, Werkverzeichnis, klassischem Repertoire und bürgerlichem Musikmarkt.

Seine kulturgeschichtliche Schlüsselhandlung war der Erwerb des handschriftlichen Mozart-Nachlasses im Jahr 1799. Von Constanze Mozart kaufte André eine große Sammlung autograph überlieferter Werke Wolfgang Amadeus Mozarts und brachte sie nach Offenbach. Dieser Ankauf machte die Stadt für mehrere Jahrzehnte zu einem Zentrum der Mozart-Überlieferung. André veröffentlichte viele bis dahin ungedruckte Kompositionen, ordnete den Bestand, katalogisierte ihn und leistete damit Vorarbeiten für die spätere Mozart-Biographie Otto Jahns und das Köchel-Verzeichnis Ludwig Ritter von Köchels.

Gleichzeitig war Johann Anton André nicht nur Bewahrer fremder Meisterwerke. Er komponierte eigene Opern, Sinfonien, Konzerte, Messen, Kammermusik, Klavierstücke, Lieder und pädagogische Werke. Seine Kompositionen stehen zwischen Klassik, früher Romantik, Verlagsgebrauch, Liebhabermusik, Unterrichtspraxis und bürgerlichem Konzertwesen. Besonders wichtig sind seine Die Weiber von Weinsberg, Rinaldo und Alcina, mehrere Sinfonien, Flötenkonzerte, Streichquartette, Klaviersonatinen, sein Lehrbuch der Tonsetzkunst und das Thematische Verzeichnis derjenigen Originalhandschriften von W. A. Mozart.

Sein Name ist außerdem mit der frühen Anwendung der Lithographie im Notendruck verbunden. Kurz vor oder im Umfeld des Mozart-Ankaufs trat André mit Alois Senefelder in Kontakt, dem Erfinder der Lithographie. Der Andrésche Verlag wurde dadurch zu einem frühen Experimentier- und Anwendungsort eines neuen Druckverfahrens, das für die spätere Musikalienproduktion große Bedeutung gewann. Johann Anton André ist daher zugleich Mozart-Editor, Verlagsmodernisierer, Drucktechnik-Vermittler und Komponist.

Kurzdaten

Name Johann Anton André; in bibliographischer Sortierung André, Johann Anton.
Familienzuordnung Familie André, Nr. 2; Sohn des Komponisten und Verlagsgründers Johann André.
Geburtsdatum 6. Oktober 1775.
Geburtsort Offenbach am Main.
Sterbedatum 6. April 1842.
Sterbeort Offenbach am Main.
Beruf Musikverleger, Komponist, Herausgeber, Mozart-Forscher, Musiktheoretiker, Notendrucker, Unternehmer, Bearbeiter, Pianist, Violinist und Leiter des Musikverlags Johann André.
Vater Johann André, auch Jean André, Komponist, Singspielautor, Musikverleger und Gründer des Musikverlags Johann André in Offenbach.
Ausbildung Musikalische Ausbildung in Offenbach und Mannheim; Unterricht in Klavier, Violine, Gesang, Theorie und Komposition.
Wichtige Lehrer Ferdinand Fränzl im Violinspiel und Georg Jacob Vollweiler in Theorie und Komposition; außerdem frühe musikalische Prägung durch den Vater Johann André.
Verlagsleitung Übernahm nach dem Tod des Vaters 1799 den Offenbacher Musikverlag Johann André und führte ihn als eines der wichtigsten deutschen Musikverlagshäuser des frühen 19. Jahrhunderts weiter.
Mozart-Nachlass Erwarb 1799 von Constanze Mozart den handschriftlichen Nachlass Wolfgang Amadeus Mozarts und machte ihn zur Grundlage von Editionen, Katalogisierung und Mozart-Forschung.
Lithographie Stand im frühen Kontakt mit Alois Senefelder und wendete das lithographische Verfahren im Andréschen Verlag früh für den Notendruck an.
Wichtige Schriften Lehrbuch der Tonsetzkunst und Thematisches Verzeichnis derjenigen Originalhandschriften von W. A. Mozart.
Wichtige Werke Die Weiber von Weinsberg, Rinaldo und Alcina, Sinfonien op. 6, op. 7 und op. 25, Flötenkonzerte, Streichquartette, Sonatinen, Klavierstücke, Messen, Lieder und Bearbeitungen.
Nachfolge Das Verlagshaus wurde in der Familie André weitergeführt; besonders wichtig wurden Johann August André, Karl August André, Julius André und weitere Nachkommen.
Kulturgeschichtlicher Rang Schlüsselfigur der Mozart-Überlieferung, der Musikverlagsgeschichte, des frühen lithographischen Notendrucks, der Offenbacher Musikgeschichte und der bürgerlichen Musikkultur im frühen 19. Jahrhundert.

Name und Familienkontext

Die vollständige Namensform lautet Johann Anton André. Für Register, Bibliographien und Kataloge wird er als André, Johann Anton geführt. In einzelnen älteren oder unakzentuierten Nachweisen erscheint die Form Johann Anton Andre. Für das Kulturlexikon wird die sichtbare Form Johann Anton André verwendet; der Dateiname lautet nach der Personenregel andre-johann-anton.shtml.

Die Einordnung als Familie André, Nr. 2 ist sachlich notwendig. Johann Anton André ist nicht isoliert zu verstehen, sondern als Erbe, Fortführer und Erweiterer eines von seinem Vater Johann André geschaffenen Musikunternehmens. Der Vater hatte 1774 in Offenbach die „Notenfabrique André“ gegründet und durch eigene Singspiele, Übersetzungen, Operndrucke und Verlagskontakte einen Grundstock geschaffen. Johann Anton André übernahm dieses Haus 1799, erweiterte es durch den Mozart-Nachlass, die Lithographie und eine systematische Editionsarbeit und machte es zu einem der wichtigsten deutschen Musikverlage des frühen 19. Jahrhunderts.

Der Familienzusammenhang reicht weiter zu Johann August André, Julius André, Jean Baptiste André, Karl August André und anderen Nachkommen, die als Verleger, Musiker, Organisten, Komponisten oder Geschäftsleiter wirkten. Diese mehrgenerationelle Kontinuität erklärt, warum die Familie André nicht nur eine biographische Familie, sondern eine Institution der deutschen Musikgeschichte ist.

Leben

Johann Anton André wurde am 6. Oktober 1775 in Offenbach am Main geboren. Sein Vater Johann André war Komponist, Singspielautor, Unternehmer und Gründer des Offenbacher Musikverlags. Johann Anton wuchs daher in einem Haus auf, in dem Musik, Notendruck, Theater, Handel, bürgerliche Bildung und internationaler Musikalienverkehr zusammenkamen. Diese Umgebung bestimmte seine spätere Doppelrolle als Komponist und Verleger.

Schon früh erhielt er musikalischen Unterricht. Er lernte Klavier, Violine und Gesang und wurde in Theorie und Komposition unterwiesen. Besonders wichtig waren Ferdinand Fränzl, bei dem er Violine studierte, und Georg Jacob Vollweiler, der in Offenbach zeitweise im Umfeld der Familie André wirkte und Johann Anton in Theorie und Komposition unterrichtete. Die Verbindung zu Mannheim und zur dortigen Instrumentaltradition prägte sein Verständnis von Orchester, Virtuosität und klassischer Form.

Bereits als Jugendlicher komponierte André Klavier- und Kammermusik. Aus der Überlieferung ist bekannt, dass er früh Klaviersonaten mit obligater Violine schrieb. Sein Schaffen entwickelte sich bald in mehrere Richtungen: Instrumentalmusik, Bühnenmusik, geistliche Musik, Lieder, pädagogische Werke und Bearbeitungen. Dabei blieb der Verlagshintergrund ständig präsent. Viele seiner Werke sind nicht nur als autonome Kompositionen, sondern auch als Teil eines Verlagsprogramms zu verstehen, das Unterricht, Hausmusik, Liebhabermusik und Konzertgebrauch bediente.

1796 hielt sich Johann Anton André für kurze Zeit an der Universität Jena auf. Dort hörte er Vorlesungen, kam mit akademischer Bildung, Poetik und Konzertleben in Berührung und begegnete einem geistigen Milieu, das um 1800 für Literatur, Philosophie und Kunst bedeutsam war. Dieser Aufenthalt blieb kurz, weil die Krankheit und der Tod des Vaters ihn nach Offenbach zurückführten. Schon 1798 übernahm er zunehmend Verantwortung im Verlag; nach dem Tod Johann Andrés am 18. Juni 1799 wurde er der maßgebliche Leiter des Hauses.

Das Jahr 1799 wurde zu einem Wendepunkt. Johann Anton André reiste nach Wien und erwarb von Constanze Mozart den handschriftlichen Nachlass Wolfgang Amadeus Mozarts. Der Ankauf war nicht nur ein kommerzieller Erwerb von Verlagsmaterial, sondern ein musikhistorischer Akt von außerordentlicher Tragweite. Zahlreiche Werke Mozarts lagen damals noch ungedruckt oder unzureichend verbreitet vor. André brachte die Autographe nach Offenbach, studierte sie, ordnete sie, katalogisierte sie und machte viele Werke durch Drucke erstmals allgemein zugänglich.

Auf derselben historischen Schwelle steht Andrés Kontakt mit Alois Senefelder, dem Erfinder der Lithographie. Der Offenbacher Verlag gehörte zu den frühesten Orten, an denen das lithographische Verfahren für den Notendruck praktisch eingesetzt wurde. Damit verband Johann Anton André verlegerisches Risiko, technische Neugier und musikalische Zweckmäßigkeit. Die Lithographie versprach im Vergleich zu traditionellen Verfahren neue Möglichkeiten der Reproduktion und wurde für die Musikverlagsgeschichte des 19. Jahrhunderts bedeutsam.

Als Verleger baute André das väterliche Haus aus. Er publizierte Mozart, eigene Werke und Werke zahlreicher zeitgenössischer Komponisten. Er arbeitete als Herausgeber, Katalogisierer, Bearbeiter und Unternehmer. Gleichzeitig komponierte er weiter. Sein Werk umfasst Opern, Sinfonien, Konzerte, Kammermusik, Klaviermusik, Lieder, Messen und pädagogische Schriften. 1832, 1835 und 1838 erschienen Teile seines Lehrbuchs der Tonsetzkunst, das seinen theoretischen Anspruch dokumentiert.

Johann Anton André starb am 6. April 1842 in Offenbach. Der Mozart-Nachlass blieb noch mehrere Jahrzehnte mit der Familie verbunden, wurde später aber unter Erben aufgeteilt und teilweise veräußert. Dennoch blieb Andrés Leistung dauerhaft wirksam: Seine Offenbacher Mozart-Drucke, seine Katalogisierung, seine Editionspraxis und seine verlegerische Sicherung der Autographe bilden einen Grundbestand der Mozart-Forschung und der Musikverlagsgeschichte.

Kulturüberblick

Johann Anton André gehört in die Kultur des frühen 19. Jahrhunderts, in der das Verhältnis von Komponist, Verlag, Archiv und Öffentlichkeit grundlegend neu geordnet wurde. Musik wurde nicht mehr nur in Hof, Kirche, Theater und privatem Kreis weitergegeben, sondern zunehmend über gedruckte Noten, Verlagskataloge, Plattennummern, Musikalienhandlungen, Subskriptionen, Bearbeitungen, Klavierauszüge und internationale Handelswege verbreitet. André stand im Zentrum dieser Entwicklung.

Der Mozart-Nachlass zeigt exemplarisch, wie sich musikalische Überlieferung um 1800 veränderte. Autographe wurden nicht mehr bloß als Arbeitsmaterial oder Familienbesitz betrachtet, sondern als Quellen, als Grundlage genauer Editionen, als Gegenstand der Katalogisierung und als historischer Wert. Johann Anton André gehörte zu den ersten, die Mozart nicht nur als erfolgreiches Repertoire, sondern als archivalisch zu sichernden und systematisch zu ordnenden Komponisten behandelten.

Die Verbindung von Verlag und Forschung ist in seinem Fall besonders eng. André war kein moderner akademischer Musikwissenschaftler im heutigen Sinn; dennoch leistete er Arbeit, die später für die wissenschaftliche Mozart-Forschung unentbehrlich wurde. Indem er Handschriften verglich, ordnete, beschrieb und als Druckgrundlage nutzte, bereitete er jene historische Sicht auf Mozart vor, die im 19. Jahrhundert bei Otto Jahn und Ludwig Ritter von Köchel zu biographischer und werkverzeichnender Systematik führte.

Auch die Lithographie ist kulturgeschichtlich entscheidend. Der Notendruck war technisch anspruchsvoll, weil Notenschrift komplexe Zeichen, Linien, Balken, Bögen, Textunterlegung und dynamische Angaben zusammenführen muss. Das lithographische Verfahren versprach eine neue Beweglichkeit. Der Andrésche Verlag wurde dadurch zu einem Ort, an dem musikalische Tradition und technische Moderne zusammentrafen.

Als Komponist steht Johann Anton André zwischen Klassik und früher Romantik. Seine Werke sind nicht im Rang eines Mozart oder Beethoven kanonisiert, aber sie zeigen die Breite einer bürgerlichen Kompositionspraxis: Opern für die Bühne, Sinfonien für Konzerte, Konzerte und Trios für virtuose und halbprofessionelle Spieler, Sonatinen und progressive Klavierstücke für Unterricht und Hausmusik, Streichquartette für Kammermusik, Messen für geistliche Praxis und Lehrbücher für theoretische Bildung.

Mozart-Nachlass und Mozart-Forschung

Der Erwerb des Mozart-Nachlasses ist der Kern von Johann Anton Andrés musikhistorischer Bedeutung. Constanze Mozart verkaufte ihm 1799 einen umfangreichen Bestand an autographen Notenhandschriften Wolfgang Amadeus Mozarts. Der Bestand enthielt unter anderem zentrale Opern, Kammermusik, Klavierkonzerte, Instrumentalwerke und die Serenade Eine kleine Nachtmusik. Aus heutiger Sicht ist kaum zu überschätzen, wie wichtig dieser Ankauf für die Sicherung, Verbreitung und spätere wissenschaftliche Erschließung von Mozarts Werk war.

André behandelte die Handschriften nicht nur als Verkaufsobjekte. Er studierte sie, ordnete sie, verglich sie und bereitete Drucke daraus vor. Viele Werke Mozarts wurden im Andréschen Verlag erstmals veröffentlicht. Das Haus der Stadtgeschichte Offenbach hebt für die spätere Ausstellung ausdrücklich hervor, dass aus dem Material des Nachlasses 79 Mozart-Erstdrucke im Offenbacher Verlag erschienen, darunter Eine kleine Nachtmusik. Damit wurde Offenbach zu einem Ort, an dem Mozart postum in den Musikmarkt und in die Musikgeschichtsschreibung hineinwirkte.

Besonders wichtig ist Andrés Thematisches Verzeichnis derjenigen Originalhandschriften von W. A. Mozart. Dieses Verzeichnis war ein früher Versuch, die Autographe nach Werken, Themen und Beständen zu ordnen. Es gehört zur Vorgeschichte des modernen Mozart-Werkverzeichnisses. Otto Jahn und Ludwig Ritter von Köchel konnten im 19. Jahrhundert auf Andrés Ordnung und handschriftliche Katalogisierung zurückgreifen. In diesem Sinn ist André ein Vorläufer der modernen Mozart-Forschung.

Andrés Mozart-Editionen sind auch editorisch interessant. Wo die Drucke unmittelbar aus den von ihm erworbenen Autographen hervorgingen und nicht nur Bearbeitungen waren, besitzen sie für die Forschung besonderen Wert, weil manche Vorlagen später verstreut wurden oder verloren gingen. Der Verlag war also nicht nur ein Vermittler an Käufer und Musiker, sondern ein indirekter Bewahrer von Quellenzuständen.

Der Mozart-Nachlass blieb vier Jahrzehnte lang mit der Familie André verbunden. Vor seinem Tod versuchte Johann Anton André, den Bestand geschlossen zu verkaufen; dieser Verkauf kam jedoch nicht zustande. Später wurde der Nachlass unter Erben aufgeteilt und nach und nach veräußert. Diese spätere Zerstreuung erhöht im Rückblick die Bedeutung der frühen Offenbacher Katalogisierung und der Andréschen Drucke.

Verlag, Lithographie und Notendruck

Als Johann Anton André 1799 den Verlag übernahm, bestand bereits ein bedeutender Grundbestand. Das Musikhaus André nennt für diesen Zeitpunkt etwa 50 Mitarbeiter und rund 1300 Verlagswerke. Dies zeigt, dass der Vater Johann André nicht nur eine kleine Druckerei, sondern ein leistungsfähiges Musikunternehmen geschaffen hatte. Johann Anton André übernahm also ein etabliertes Haus, führte es aber in eine neue historische Phase.

Der Ankauf des Mozart-Nachlasses und der Kontakt zu Alois Senefelder bilden den berühmten Offenbacher „Doppelschlag“ von 1799. Einerseits erwarb André einen einzigartigen musikalischen Quellenbestand. Andererseits gewann er Zugang zu einem neuen Druckverfahren. Die Verbindung beider Vorgänge war für das Verlagshaus außerordentlich folgenreich: Mozart lieferte das Repertoire, die Lithographie bot eine moderne technische Perspektive.

Der Andrésche Verlag entwickelte sich im frühen 19. Jahrhundert zu einem wichtigen Knotenpunkt des deutschen und europäischen Musikalienhandels. Er verlegte eigene Werke Johann Anton Andrés, Mozart-Erstdrucke, Bearbeitungen, Unterrichtsmaterial, Kammermusik, Klaviermusik, geistliche Musik und Werke anderer Komponisten. Der Verlag bediente nicht nur professionelle Musiker, sondern auch das wachsende bürgerliche Publikum der Hausmusik.

Die Lithographie erleichterte bestimmte Formen der Notenproduktion und stand für eine technische Modernisierung des Musikdrucks. Auch wenn traditionelle Verfahren weiterhin wichtig blieben, zeigt Andrés frühe Anwendung der Lithographie, dass Musikverlage um 1800 nicht nur ästhetische, sondern auch technische Innovationsorte waren. Musikgeschichte ist hier zugleich Mediengeschichte.

Die Offenbacher Archivüberlieferung, die später durch RISM und bibliographische Forschung erschlossen wurde, macht den Verlag André auch für heutige Quellenarbeit wichtig. Plattennummern, Druckdaten, Titelauflagen, Verlagskataloge und erhaltene Exemplare erlauben Rückschlüsse auf Repertoire, Verbreitung, Marktstrategie und Datierung. Johann Anton Andrés Verlagsleitung steht damit im Zentrum eines Quellenfeldes, das weit über seine eigene Person hinausreicht.

Komponist, Bearbeiter und Musiktheoretiker

Johann Anton André war nicht nur Verleger Mozarts, sondern selbst produktiver Komponist. Seine Werke gehören überwiegend in den Bereich der Klassik und frühen Romantik. Sie zeigen die Orientierung an Mozart und Haydn, aber auch den praktischen Zuschnitt auf Unterricht, Hausmusik, Kammermusik und Liebhaberkonzerte. Besonders sichtbar wird dies an Sonatinen, progressiven Klavierstücken, Flötenwerken und vierhändigen Klavierstücken.

Die Bühnenwerke Die Weiber von Weinsberg und Rinaldo und Alcina zeigen ihn als Opernkomponisten in der Nachfolge des väterlichen Singspielinteresses. Doch im Unterschied zum Vater wurde Johann Anton André weniger als Bühnenkomponist und stärker als Verleger, Herausgeber und Theoretiker wahrgenommen. Seine eigene Musik blieb im Schatten seiner verlegerischen Leistung, verdient aber als Zeugnis bürgerlicher Musikpraxis und klassischer Formbildung Beachtung.

Wichtig ist auch seine Arbeit als Bearbeiter. Der frühe Musikmarkt verlangte Bearbeitungen großer Werke für häuslichen Gebrauch, kleinere Besetzungen und Unterricht. André bearbeitete unter anderem Werke Mozarts und Haydns. Solche Bearbeitungen sind nicht als bloße Nebenarbeiten abzutun. Sie zeigen, wie große Oratorien, Konzerte, Sonaten oder Opern in die häusliche und pädagogische Musikkultur übertragen wurden.

Das Lehrbuch der Tonsetzkunst dokumentiert Andrés theoretischen Anspruch. Es behandelt Akkordbildung, Modulation, Ausweichung, Choral, einfachen und doppelten Kontrapunkt, Nachahmung und Kanon. Damit steht es in einer Tradition musiktheoretischer Lehrwerke, die Komposition als erlernbares Handwerk, als Satztechnik und als regelgeleitete Kunst verstehen. Dass ein Musikverleger ein solches Werk vorlegt, ist bezeichnend: Verlag, Theorie, Unterricht und Komposition bildeten für André einen zusammenhängenden Bereich.

Werkverzeichnis

Das folgende Werkverzeichnis fasst die wichtigsten nachweisbaren Kompositionen, Bearbeitungen, Editionen, Schriften und Verlagstätigkeiten Johann Anton Andrés zusammen. Es verbindet kompositorisches Werk und editorisch-verlegerisches Werk, weil Johann Anton Andrés kulturgeschichtlicher Rang gerade aus dieser Verbindung entsteht.

Anleitung zum Violinspielen op. 30 Pädagogisches Werk für den Violinunterricht. Es zeigt André als praktischen Musikpädagogen und als Verleger von Unterrichtsliteratur für den bürgerlichen und halbprofessionellen Musikbetrieb.
Die Weiber von Weinsberg Oper beziehungsweise Singspiel Johann Anton Andrés. Das Werk steht in der Tradition historisch-komischer Bühnenstoffe und wurde zugleich für die frühe lithographische Notendruckgeschichte bedeutsam.
Rinaldo und Alcina op. 16 Bühnenwerk nach dem Alcina-Stoffkreis. Es verbindet Ritter-, Zauber- und Operntradition mit klassischer Formensprache und steht im Übergang vom Singspiel zur romantisierenden Opernwelt.
Der Friede Tuiskons op. 9 Komposition aus dem Bereich festlicher oder historisch-allegorischer Musik. Der Titel verweist auf nationale und mythisierende Stoffmuster der Zeit um 1800.
Sinfonie C-Dur op. 6 Orchesterwerk, das Andrés Orientierung an klassischer Symphonik zeigt. Die Sinfonien gehören zu seinem ernsthaften instrumentalen Hauptbestand.
Sinfonie D-Dur op. 7 Orchesterwerk im klassischen Stil. Zusammen mit op. 6 und op. 25 belegt es Andrés Anspruch, nicht nur Haus- und Unterrichtsmusik, sondern groß besetzte Instrumentalmusik zu schreiben.
Sinfonie Es-Dur op. 25 Sinfonisches Werk Johann Anton Andrés. Die Tonart Es-Dur steht im klassischen Repertoire häufig für festliche, repräsentative und klanglich weiträumige Anlage.
Flötenkonzert op. 3 Konzert für Flöte und Orchester. Das Werk gehört zu Andrés Beiträgen für Blasinstrumente und steht im Kontext einer um 1800 lebendigen Flöten- und Liebhaberkultur.
Flötenkonzert op. 10 Weiteres Konzert für Flöte. Es ergänzt den flötistischen Werkbereich und zeigt Andrés Interesse an konzertanter Virtuosität.
Flötentrio G-Dur op. 29 Kammermusikwerk für Flöte und Begleitinstrumente. Es gehört zu den heute wieder leichter greifbaren Flötenwerken Johann Anton Andrés.
Instruktive Variationen für zwei Flöten op. 53 Pädagogisch und kammermusikalisch orientiertes Werk. Es zeigt die Verbindung von Unterricht, Variationstechnik und praktischer Musizierkultur.
Drei Streichquartette op. 14 Kammermusikwerkgruppe in klassischer Quartetttradition. Sie belegt Andrés Orientierung an der anspruchsvollen Haus- und Konzertkammermusik.
Drei Streichquartette op. 15 Weitere Quartettgruppe. Zusammen mit op. 14 zeigt sie, dass André das Streichquartett nicht nur als Verlagsware, sondern als kompositorisch ernstes Feld behandelte.
Sonate für Klavier zu vier Händen op. 12 Klavierwerk für vier Hände. Die vierhändige Klaviermusik war um 1800 ein wichtiges Medium häuslicher Musikpraxis, des Unterrichts und der Repertoirevermittlung.
Marsch Nr. 1 für Klavier zu vier Händen Vierhändiges Klavierstück, das den Bereich geselliger und häuslicher Musikpraxis ergänzt.
Sechs Divertissements op. 18 Werkgruppe leichter bis mittelschwerer Instrumentalmusik. Der Titel Divertissement verweist auf Unterhaltung, Spielbarkeit und bürgerlichen Gebrauch.
Poisson d’avril Nr. 1 op. 22 Klavier- oder Kammermusikstück mit humoristischem Titel. Das Werk zeigt den Bereich charakteristischer und spielerischer Kompositionen Andrés.
Poisson d’avril Nr. 2 op. 54 Späteres Gegenstück zu op. 22. Die französische Titelform verweist auf die fortdauernde internationale und galante Sprachwelt der Musikalienkultur.
Sechs progressive Sonatinen op. 34 Pädagogisch angelegte Klavierwerke. Die Bezeichnung progressiv deutet auf eine stufenweise Steigerung technischer und musikalischer Anforderungen.
Die Hussiten vor Naumburg op. 36 Größer angelegtes Werk mit historischem Stoff. Der Titel verweist auf Geschichtstheater, Chor- und Festmusik sowie auf das Interesse des frühen 19. Jahrhunderts an historisch-nationalen Themen.
Messe op. 43 Geistliches Werk. Die Messe zeigt Andrés Tätigkeit außerhalb von Verlag, Unterricht und Instrumentalmusik und gehört in den Bereich kirchlicher Kunstmusik.
Zwölf progressive Stücke op. 44 Unterrichts- und Klavierwerkgruppe. Die Stücke stehen im Zusammenhang der bürgerlichen Klavierpädagogik.
Sechs leichte Sonatinen op. 45 Lehr- und Gebrauchswerke für Klavier. Sie belegen Andrés Interesse an didaktisch geordnetem Repertoire für fortschreitende Schüler.
Sonate facile op. 56 Leichte Sonate, vermutlich für Unterricht und Hausmusik bestimmt. Das Werk steht im Zusammenhang der pädagogischen Klavierliteratur.
Fantasie über La sonnambula Opernfantasie nach Vincenzo Bellinis La sonnambula. Die Bearbeitung zeigt die Praxis, populäre Opernstoffe für Tasteninstrumente oder kleinere Besetzungen nutzbar zu machen.
Fantasie über La straniera Opernfantasie nach Bellinis La straniera. Sie gehört zu Andrés späterer Bearbeitungspraxis im Umfeld internationaler Opernrezeption.
Fantasie über Le brasseur de Preston Fantasie nach Adolphe Adams Oper Le brasseur de Preston. Der Titel zeigt die Nähe des Verlags- und Kompositionsbetriebs zu aktuellen Bühnenmoden.
Fantasie über Le postillon de Lonjumeau Fantasie nach Adams populärer Oper. Das Werk gehört zur Gattung der Opernparaphrase und Opernfantasie für den häuslichen Musikmarkt.
Fantasie über Norma Fantasie nach Bellinis Norma. Sie dokumentiert Andrés Anteil an der Verbreitung italienischer Opernmelodik im bürgerlichen Instrumentalrepertoire.
Zwölf Lieder Liedgruppe beziehungsweise Sammlung. Die Lieder stehen im Umfeld bürgerlicher Vokalmusik und des wachsenden häuslichen Liedmarktes.
Sprichwörter für vier Singstimmen Vokalwerkgruppe für vier Singstimmen. Die Verbindung von Sprichwort, Satzkunst und Vokalensemble verweist auf didaktische, gesellige und moralisch-humoristische Musikpraxis.
Lehrbuch der Tonsetzkunst, Band 1 1832 erschienen. Der erste Band behandelt unter anderem Akkordbildung, mehrstimmige Behandlung, Modulation, Ausweichung und Choral.
Lehrbuch der Tonsetzkunst, Band 2, Teil 1 1835 erschienen. Dieser Teil behandelt einfachen und doppelten Kontrapunkt sowie dessen Anwendung im zwei-, drei-, vier- und mehrstimmigen Satz.
Lehrbuch der Tonsetzkunst, Band 2, Teil 2 1838 erschienen. Der Teil behandelt Nachahmung, Kanon und mehrstimmige Satzverfahren und ergänzt die kontrapunktische Lehre.
Thematisches Verzeichnis derjenigen Originalhandschriften von W. A. Mozart Katalog der im Besitz Andrés befindlichen Mozart-Autographe. Das Verzeichnis gehört zur Vorgeschichte des Köchel-Verzeichnisses und zur Frühgeschichte der wissenschaftlichen Mozart-Forschung.
Mozart-Erstdrucke des Andréschen Verlags Editionen aus dem erworbenen Mozart-Nachlass, darunter zahlreiche erstmals gedruckte Werke. Dieser editorische Komplex bildet den wichtigsten Teil von Andrés verlegerischem Nachruhm.
Edition von Mozarts Requiem KV 626 André ist in der Quellenüberlieferung auch als Herausgeber beziehungsweise Verleger im Umfeld des Mozart-Requiems fassbar. Der Komplex gehört zur frühen Druck- und Rezeptionsgeschichte dieses Werkes.
Bearbeitung von Mozarts Klavierkonzert d-Moll KV 466 Bearbeitung beziehungsweise Einrichtung eines Mozart-Werks für veränderte Besetzung oder Gebrauchszwecke. Solche Arbeiten dienten der Verbreitung großer Werke in der häuslichen Musikkultur.
Bearbeitung von Mozarts Violinsonate Es-Dur KV 380/374f Bearbeitung beziehungsweise editorische Einrichtung eines Mozart-Werks. Sie zeigt Andrés praktische Arbeit an Mozart-Material über bloßen Druck hinaus.
Bearbeitung von Haydns Die Schöpfung Bearbeitung eines großen Oratoriums Joseph Haydns. Solche Arrangements ermöglichten die Verbreitung monumentaler Werke im kleineren musikalischen Rahmen.
Bearbeitung von Haydns Die Jahreszeiten Bearbeitung beziehungsweise Einrichtung des Oratoriums. Der Titel zeigt Andrés Anteil an der häuslichen und verlegerischen Popularisierung von Haydns großen Vokalwerken.
Verlagskatalog des Hauses Johann André Der von Johann Anton André ausgebaute Verlagskatalog gehört selbst zu seinem kulturgeschichtlichen Werk. Er dokumentiert Repertoirepolitik, Marktstrategie, Unterrichtsbedarf, klassische Kanonbildung und Mozart-Rezeption.
Lithographischer Notendruck Kein Einzelwerk, aber ein mediengeschichtlich zentraler Werkkomplex. Die Anwendung der Lithographie im Andréschen Verlag machte Offenbach zu einem frühen Ort moderner Notendrucktechnik.

Rezeption und Bedeutung

Johann Anton Andrés Bedeutung liegt vor allem in der Sicherung, Ordnung und Veröffentlichung des Mozart-Nachlasses. Diese Leistung wurde im 19. und 20. Jahrhundert immer deutlicher erkennbar. Ohne den Offenbacher Erwerb von 1799 wären zahlreiche Mozart-Autographe anders überliefert, später gedruckt oder möglicherweise verstreut worden. André machte aus privatem Nachlassmaterial ein editorisches und wissenschaftliches Arbeitsfeld.

Die Forschung bezeichnet ihn deshalb mit Recht als eine der frühen Gründungsfiguren der Mozart-Forschung. Er war kein Universitätsgelehrter im modernen Sinn, aber seine Arbeit erfüllt zentrale Funktionen wissenschaftlicher Musikphilologie: Quellenbesitz, Sichtung, Ordnung, Beschreibung, Vergleich, Editionsvorbereitung und Drucklegung. Gerade diese Verbindung von Verlag und Forschung ist für die Zeit um 1800 charakteristisch.

Seine verlegerische Bedeutung reicht über Mozart hinaus. Der Musikverlag Johann André wurde unter seiner Leitung zu einem bedeutenden Träger der bürgerlichen Musiköffentlichkeit. Er bot Repertoire für professionelle Musiker, Liebhaber, Schüler, Lehrer, Kammermusikzirkel, Kirchenmusik, Opernbearbeitungen und Hausmusik. Damit beteiligte sich André an der Entstehung eines breiteren Musikmarktes, der das 19. Jahrhundert prägen sollte.

Als Komponist blieb Johann Anton André hinter seiner verlegerischen Berühmtheit zurück. Dennoch ist sein kompositorisches Werk nicht nebensächlich. Es zeigt die Breite eines musikalisch gebildeten Verlegers, der die Bedürfnisse seiner Zeit aus eigener Praxis kannte: Flötenkonzerte für Instrumentalisten, Sonatinen für Unterricht, Streichquartette für Kammermusik, Sinfonien für Konzertpraxis, Opern und Fantasien für Bühnen- und Opernrezeption, Lehrwerke für Kompositionsausbildung.

Die moderne Rezeption sollte Johann Anton André deshalb nicht auf den Mozart-Nachlass reduzieren, sondern ihn als Knotenpunkt betrachten. In seiner Person treffen sich Offenbacher Stadtgeschichte, Hugenotten- und Familiengeschichte, Musikverlag, Mozart-Forschung, Lithographie, Klassikrezeption, bürgerliche Hausmusik, Musiktheorie und Unternehmertum. Genau diese Mehrfachstellung macht seinen Rang im Kulturlexikon aus.

Sekundärliteratur

  • Beer, Axel: Beiträge zur Musikverlagsgeschichte des Hauses André, zur Offenbacher Musikgeschichte und zur Edition des Mozart-Nachlasses.
  • Boisits, Barbara: André, Familie, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Artikel mit biographischer und werkgeschichtlicher Einordnung von Johann André und Johann Anton André.
  • Constapel, Britta: Der Musikverlag Johann André in Offenbach am Main. Studien zur Verlagstätigkeit von Johann Anton André und Verzeichnis der Musikalien von 1800 bis 1840, Tutzing 1998.
  • Eichenauer, Jürgen (Hg.): Johann Anton André (1775–1842) und der Mozart-Nachlass. Ein Notenschatz in Offenbach am Main, Weimar 2006.
  • Jahn, Otto: W. A. Mozart, grundlegende Mozart-Biographie des 19. Jahrhunderts, deren Materialbasis durch frühere Andrésche Katalogisierung und Überlieferung mitgeprägt wurde.
  • Köchel, Ludwig Ritter von: Chronologisch-thematisches Verzeichnis sämtlicher Tonwerke Wolfgang Amadé Mozarts, Werkverzeichnis, dessen Vorgeschichte mit Andrés Mozart-Katalogisierung verbunden ist.
  • Matthäus, Wolfgang: Johann André. Musikverlag zu Offenbach am Main. Verlagsgeschichte und Bibliographie 1772–1800, Tutzing 1973.
  • Plath, Wolfgang: Studien zur Mozart-Überlieferung, zu Mozartiana und zur Rolle der Familie André in der frühen Mozart-Forschung.
  • RISM Editorial Center: Beiträge zur Erschließung, Datierung und Katalogisierung der frühen Drucke des Musikverlags Johann André.
  • Schwenke, Felix, Eichenauer, Jürgen und Ziegler, Ralph Philipp: Ausstellungskontext Mozart, André, Offenbach – Der Klang der Zeitkapsel, Haus der Stadtgeschichte Offenbach 2024.
  • Ute-Margrit André und Hans-Jörg André: 225 Jahre Musikverlag Johann André. Festschrift zum Jubiläum, Offenbach am Main 1999.
  • Wiesend, Reinhard: Beiträge zur Mozart-Überlieferung, zur Editionsgeschichte und zum Offenbacher Nachlasskontext.

Ausgewählte Onlinequellen

Weiterführende Einträge

  • Alois Senefelder Erfinder der Lithographie, dessen Verfahren Johann Anton André früh für den Notendruck nutzbar machte.
  • Jean Baptiste André Mitglied der Familie André, Komponist und Kapellmeister in der weiteren Offenbacher Musikverlegerfamilie.
  • Johann André Vater Johann Anton Andrés, Komponist, Singspielautor und Gründer des Musikverlags Johann André.
  • Johann August André Sohn Johann Anton Andrés und wichtiger Fortführer des Offenbacher Verlagshauses.
  • Julius André Organist, Pianist und Komponist aus der Familie André.
  • Karl August André Mitglied der Familie André und Leiter der Frankfurter beziehungsweise instrumentenbezogenen Unternehmungen der Familie.
  • Bürgerliche Hausmusik Musikalischer Gebrauchskontext, für den Andrés Verlag Sonatinen, Klavierstücke, Bearbeitungen und Kammermusik bereitstellte.
  • Constanze Mozart Witwe Wolfgang Amadeus Mozarts, von der Johann Anton André 1799 den handschriftlichen Mozart-Nachlass erwarb.
  • Eine kleine Nachtmusik Mozarts Serenade KV 525, die im Zusammenhang der Offenbacher Mozart-Erstdrucke des Andréschen Verlags besondere Bedeutung besitzt.
  • Familie André Offenbacher Musikverleger- und Musikerfamilie, deren Geschichte von Johann André über Johann Anton André zur Mozart-Überlieferung führt.
  • Ferdinand Fränzl Violinist und Lehrer Johann Anton Andrés, verbunden mit der Mannheimer Instrumentaltradition.
  • Georg Jacob Vollweiler Musiktheoretiker und Kompositionslehrer Johann Anton Andrés im Offenbacher Umfeld.
  • Joseph Haydn Komponist, dessen Oratorien André bearbeitete und dessen Musik zum klassischen Repertoire des Verlagshauses gehörte.
  • Jena Universitätsstadt, in der Johann Anton André 1796 kurzzeitig studierte und Vorlesungen sowie Konzerte besuchte.
  • Ludwig Ritter von Köchel Autor des Mozart-Werkverzeichnisses, dessen Arbeit durch Andrés frühere Katalogisierung des Nachlasses vorbereitet wurde.
  • Lehrbuch der Tonsetzkunst Musiktheoretisches Hauptwerk Johann Anton Andrés über Akkorde, Modulation, Choral, Kontrapunkt, Nachahmung und Kanon.
  • Lithografie Druckverfahren, das Johann Anton André früh für den Notendruck im Offenbacher Verlag anwandte.
  • Mannheimer Schule Instrumentaltradition, die über Ferdinand und Ignaz Fränzl in Andrés Ausbildungshorizont hineinwirkte.
  • Mozart-Forschung Forschungsfeld, dessen frühe quellenbezogene Grundlagen durch Johann Anton Andrés Ordnung und Katalogisierung des Nachlasses vorbereitet wurden.
  • Mozart-Nachlass Handschriftlicher Bestand aus Mozarts Werküberlieferung, den Johann Anton André 1799 von Constanze Mozart erwarb.
  • Wolfgang Amadeus Mozart Komponist, dessen handschriftlicher Nachlass Johann Anton Andrés größte verlegerische und musikwissenschaftliche Leistung begründete.
  • Musikarchiv Quellen- und Sammlungsform, die im André-Archiv und im Mozart-Nachlass zentrale Bedeutung erhält.
  • Musikdruck Technisches und wirtschaftliches Feld, in dem der Andrésche Verlag durch Druck, Plattennummern und Lithographie wirkte.
  • Musiktheorie Fachgebiet, in dem Johann Anton André mit seinem Lehrbuch der Tonsetzkunst hervortrat.
  • Musikverlag Institutioneller Rahmen der Veröffentlichung, Verbreitung und Archivierung von Musik im 18. und 19. Jahrhundert.
  • Musikverlag Johann André 1774 gegründeter Offenbacher Musikverlag, den Johann Anton André ab 1799 zur zentralen Mozart- und Notendruckinstitution ausbaute.
  • Notendruck Drucktechnisches Verfahren zur Verbreitung von Musik, bei André mit Lithographie, Verlagspolitik und Mozart-Erstdrucken verbunden.
  • Offenbach am Main Geburts-, Wirkungs- und Sterbeort Johann Anton Andrés sowie Standort des Musikverlags und Mozart-Nachlasses.
  • Otto Jahn Mozart-Biograph, dessen Arbeit auf frühere Quellenordnung und Katalogisierung im Umfeld des Andréschen Mozart-Nachlasses zurückgreifen konnte.
  • Plattennummer Verlags- und Datierungsmittel des Musikdrucks, wichtig für die Erschließung der André-Drucke in RISM und Bibliographien.
  • RISM Internationales Quellenlexikon musikalischer Quellen, das André-Drucke, Verlagsdaten und Institutionennachweise erschließt.
  • Singspiel Deutschsprachige Musiktheatergattung, die im Werk des Vaters Johann André und in Johann Anton Andrés Bühnenwerken nachwirkt.
  • Werkverzeichnis Ordnung musikalischer Werke, deren moderne Mozart-Geschichte durch Andrés thematische Katalogisierung vorbereitet wurde.