Angelo Maria Amorevoli
Überblick
Angelo Maria Amorevoli war einer der bedeutenden italienischen Tenöre des 18. Jahrhunderts. Seine Laufbahn führte ihn von Venedig über Rom, Mailand, Turin, Neapel, Florenz, London und Wien nach Dresden. Dort wurde er zu einem der prägenden Sänger der sächsischen Hofoper in der Zeit Johann Adolf Hasses. Obwohl ältere Kurzformen ihn gelegentlich nur als „Sänger“ bezeichnen, ist sein Profil genauer als Tenor beziehungsweise Tenorbariton der Opera seria zu fassen.
Amorevoli gehörte zu jener kleinen Gruppe nichtkastrierter männlicher Sänger, die im Zeitalter der großen Kastraten dennoch höchstes europäisches Ansehen erreichten. Er sang neben Berühmtheiten wie Farinelli, Caffarelli, Porporino, Angelo Maria Monticelli, Faustina Bordoni, Regina Mingotti, Caterina Visconti, Teresa Albuzzi-Todeschini und weiteren führenden Kräften des italienischen Opernbetriebs. Seine Karriere zeigt, dass die Opera seria nicht nur aus Kastratenruhm und Primadonnenkonkurrenz bestand, sondern auch ein anspruchsvolles Tenorfach kannte.
Besonders eng ist Amorevoli mit Hasse verbunden. In Dresden sang er zentrale Partien wie Manlio in Attilio Regolo, Solimano in Solimano, Segeste in Arminio und Clistene in L’olimpiade. Seine Rollen waren häufig Autoritäts-, Herrscher-, Vater-, Feldherrn- oder Gegenspielerrollen, also dramatische Positionen, die kräftige Deklamation, tragfähige Mittellage, sichere Koloratur, Würde und Affektkontrolle verlangten. Seine Gesangskunst wurde in älteren Beschreibungen besonders wegen der Stimme, der Vokalisation und der Vollkommenheit des Trillers gerühmt.
Für ein Kulturlexikon ist Amorevoli deshalb nicht nur als Einzelbiographie interessant. Er steht für die europäische Mobilität italienischer Sänger, für den Rang des Tenors in der Opera seria, für die Dresdner Hofoper Augusts III., für die Zusammenarbeit mit Hasse, für das Verhältnis von Hof, Metastasianismus, Sängerstar und Rollenbild sowie für die lange Nachwirkung einer vokalen Kunst, die heute nur noch durch Libretti, Partituren, Kostümbilder, Rechnungen, Rollenlisten und zeitgenössische Urteile rekonstruierbar ist.
Kurzdaten
| Name | Angelo Maria Amorevoli. |
|---|---|
| Weitere Namensformen | Angelo Amorevoli, Angiolo Maria Amorevoli, Angelo Amarevoli, Angelo Amerevoli, Amarevoli, Amerevoli und in italienischen Libretti häufig „il signor Amorevoli“. |
| Dateiname | amorevoli-angelo-maria.shtml. |
| Geburt | 16. September 1716 (?) in Venedig; das Fragezeichen ist beizubehalten, weil maßgebliche Fachquellen das Datum zwar nennen, aber nicht völlig vorbehaltlos ansetzen. |
| Tod | 15. November 1798 in Dresden. |
| Beruf | Sänger, Tenor, Tenorbariton, Opernsänger, Kammersänger, Kirchensänger, Dresdner Hofsänger und Interpret der italienischen Opera seria. |
| Stimmlage | Tenor beziehungsweise Tenorbariton; in modernen Datenbanken meist als Tenor geführt. |
| Ausbildung | Wahrscheinlich in Venedig ausgebildet, möglicherweise bei Nicola Porpora; erste feste Anstellung nach mehreren Quellen an der Markuskirche in Venedig. |
| Debüt | Oktober 1729 als Cajo Silio in Antonio Vivaldis Ottone in villa beziehungsweise im Umfeld der Vivaldi-Rezeption in Treviso. |
| Wichtige Wirkungsorte | Venedig, Rom, Mailand, Turin, Neapel, Florenz, London, Wien und Dresden. |
| Dresden | Seit der Mitte der 1740er Jahre eng mit der Dresdner Hofoper verbunden; später Kammersänger und Kirchensänger am sächsischen Hof, mit Dienstnachweisen bis mindestens 1771. |
| Wichtige Komponisten | Antonio Vivaldi, Nicola Porpora, Johann Adolf Hasse, Francesco Feo, Christoph Willibald Gluck, Giuseppe Ferdinando Brivio, Riccardo Broschi, Domenico Sarro und weitere Komponisten der Opera seria. |
| Wichtige Librettisten | Pietro Metastasio und Giovanni Ambrogio Migliavacca sind für Amorevolis Dresdner und Wiener Rollen besonders wichtig. |
| Bekannte Rollen | Cajo Silio in Ottone in villa, Mitrane in Feos Arsace, Manlio in Hasses Attilio Regolo, Solimano in Hasses Solimano, Segeste in Hasses Arminio, Clistene in Hasses L’olimpiade, Ircano in Glucks La Semiramide riconosciuta und weitere Tenorpartien. |
| Besondere Bedeutung | Amorevoli war einer der herausragenden italienischen Tenöre des 18. Jahrhunderts und machte das männliche Tenorfach innerhalb einer von Kastraten dominierten Opera-seria-Kultur sichtbar. |
Namensformen und Quellenlage
Die Hauptform dieser Seite lautet Angelo Maria Amorevoli. Die Varianten Amarevoli und Amerevoli sind für Kataloge, Normdaten und ältere Quellen wichtig. Die Sächsische Biografie setzt die vollständige Lemmaform Amorevoli (Amarevoli, Amerevoli), Angelo (Angiolo) Maria an. Die italienische und deutsche Überlieferung nennt außerdem häufig die verkürzte Form Angelo Amorevoli.
Die Stimmlage ist mit besonderer Vorsicht zu behandeln. Amorevoli war kein Kastrat, sondern Tenor beziehungsweise Tenorbariton. Einzelne populäre Bild- oder Commons-Kontexte können Sänger des 18. Jahrhunderts pauschal mit Kastratenmilieus verwechseln; für Amorevoli ist die fachliche Einordnung als Tenor maßgeblich. Gerade diese Einordnung macht ihn kulturgeschichtlich interessant, denn die führenden männlichen Glanzpartien der Opera seria wurden im 18. Jahrhundert sehr häufig von Kastraten gesungen. Amorevoli setzte sich dennoch in zentralen Partien durch.
Das Geburtsdatum wird meist mit dem 16. September 1716 angegeben, in MGG jedoch mit einem Fragezeichen versehen. Deshalb übernimmt diese Seite die Form * 16. September 1716 (?) in Venedig. Der Todestag ist stabiler überliefert: Amorevoli starb am 15. November 1798 in Dresden. Für die Dresdner Zeit sind neben biographischen Quellen auch Hofopernmaterialien, Rollenlisten und Kostümzeichnungen wichtig, weil sie Amorevoli in bestimmten Partien sichtbar machen.
Ein „Werkverzeichnis“ kann bei einem Sänger nicht wie bei einem Komponisten gestaltet werden. Amorevoli hat keine eigene Kompositionsüberlieferung von vergleichbarer Bedeutung hinterlassen. Stattdessen muss das Verzeichnis als Rollen-, Aufführungs- und Repertoireverzeichnis angelegt werden. Es dokumentiert Opern, Rollen, Orte, Komponisten und Aufführungszusammenhänge, in denen Amorevoli nachweisbar oder gut belegt ist.
Leben und Laufbahn
Angelo Maria Amorevoli wurde vermutlich am 16. September 1716 in Venedig geboren. Venedig war für einen jungen Sänger ein besonders günstiger Ausgangsort. Die Stadt verfügte über Opernhäuser, Kirchenmusik, Gesangslehrer, Musikdruck, adelige Patronage und eine internationale Theaterkultur. Wahrscheinlich erhielt Amorevoli seine Ausbildung in Venedig; mehrere Quellen nennen Nicola Porpora als möglichen Lehrer. Seine erste feste Anstellung erhielt er offenbar an der Markuskirche, also in einem kirchlichen und zugleich hochrangigen musikalischen Kontext.
Schon sehr früh trat Amorevoli auf Opernbühnen auf. Im Oktober 1729 sang er als Cajo Silio in Antonio Vivaldis Ottone in villa. 1730 erscheint er in Rom in Porporas Mitridate und Siface sowie in Venedig in Hasses Dalisa beziehungsweise Dalisca. Damit war er bereits als Jugendlicher in führenden Produktionszusammenhängen präsent. Der frühe Beginn erklärt auch, warum spätere Quellen sein Talent als außergewöhnlich wahrnahmen.
In den 1730er Jahren sang Amorevoli an mehreren wichtigen italienischen Bühnen. Mailand, Turin, Venedig und Neapel wurden zu Stationen einer Laufbahn, die sich rasch europäisierte. Von 1736 bis 1740 war er besonders in Neapel präsent. Dort wirkte er an zahlreichen Premieren mit und sang im Kontext der Eröffnung des Teatro di San Carlo. Die neapolitanische Opernkultur war in dieser Zeit eines der Zentren des italienischen Musiktheaters.
1739 reiste Amorevoli nach Wien, wo er mit Vivaldis Feraspe Aufmerksamkeit erregte. Am 26. Dezember 1740 sang er in Turin bei der Eröffnung des neuen Teatro Regio die Partie des Mitrane in Francesco Feos Arsace. 1741 trat er in Florenz und in London auf. In London sang er von Oktober 1741 bis Mai 1743 am King’s Theatre. Diese Station zeigt die internationale Attraktivität italienischer Sänger im englischen Opernbetrieb.
Nach weiteren italienischen Jahren entschied sich Amorevoli für Dresden. Der entscheidende Grund war offenbar die Möglichkeit, in Hasses Opern zu singen. Dresden war unter August III. und Maria Josepha ein Opernzentrum von europäischem Rang. Hasse, Faustina Bordoni, die italienischen Sänger, die Hofkapelle, die höfische Festkultur und die engen Verbindungen zu Metastasios Librettodichtung machten Dresden zu einem der wichtigsten Orte der Opera seria nördlich der Alpen.
In Dresden sang Amorevoli zentrale Hasse-Partien. Besonders prominent war die Titelrolle in Solimano, 1753 in Dresden uraufgeführt. Weitere Rollen wie Manlio in Attilio Regolo, Segeste in Arminio und Clistene in L’olimpiade zeigen sein dramatisches Profil. Nach dem Rückzug von der Bühne blieb er in Dresden als Kammer- und Kirchensänger verbunden. Am 15. November 1798 starb er dort hochbetagt.
Ausführlicher Kulturüberblick
Amorevolis Karriere gehört in das europäische System der Opera seria. Diese Gattung war im 18. Jahrhundert eine höfische, internationale und stark sängerzentrierte Form des Musiktheaters. Italienische Sänger reisten von Stadt zu Stadt, sangen in Rom, Venedig, Neapel, Mailand, Turin, London, Wien und Dresden und trugen ein Repertoire von Rollen, Arien, Affekten und stimmlichen Erwartungen mit sich. Die Sänger waren nicht nur Ausführende, sondern zentrale Träger der Aufführungskultur.
In dieser Kultur dominierten Kastraten und Primadonnen häufig die öffentliche Aufmerksamkeit. Dennoch gab es ein wichtiges Tenorfach. Tenöre übernahmen oft Rollen von Vätern, Königen, Feldherren, Vertrauten, Rivalen, Tyrannen, politischen Gegenspielern oder moralisch gewichtigen Figuren. Diese Rollen verlangten weniger die extreme Höhe und Bravour der Kastratenpartien als eine Verbindung von Autorität, Textdeklamation, dramatischem Gewicht, sicherer Koloratur und klanglicher Präsenz.
Amorevoli war für dieses Fach besonders geeignet. Die moderne Forschung beschreibt ihn als Tenor beziehungsweise Tenorbariton. Das weist auf eine Stimme hin, die nicht nur tenorale Beweglichkeit, sondern auch eine tragfähige tiefere Mittellage besessen haben dürfte. Seine berühmten Rollen bei Hasse zeigen genau diesen Bereich: Manlio, Solimano, Segeste und Clistene sind keine bloßen Nebenfiguren, sondern tragende Autoritätsrollen in einem höfisch-politischen Dramensystem.
Die Opernwelt, in der Amorevoli wirkte, war stark von Pietro Metastasio geprägt. Metastasios Libretti boten klare Affektlagen, moralische Konflikte, dynastische Konstellationen und rhetorische Entscheidungsarien. Ein Sänger wie Amorevoli musste nicht nur schön singen, sondern einen moralisch-politischen Sprechcharakter glaubhaft machen. Die Arie war nicht nur Schmuck, sondern eine stilisierte Form seelischer und politischer Entscheidung.
Dresden machte diese Kultur besonders sichtbar. Die sächsische Hofoper verband italienische Virtuosität, deutsche Hofpolitik, katholische Hofkirchenmusik, Hasses Kompositionskunst und ein hohes Maß an visueller Repräsentation. Kostümzeichnungen zu Amorevolis Rollen, etwa Manlio oder Clistene, zeigen, dass der Sänger als Bühnenfigur Teil einer präzise gestalteten höfischen Bildwelt war. Sänger, Rolle, Kostüm, Libretto und Hofzeremoniell bildeten eine Einheit.
Stimme, Rollenfach und Gesangskunst
Amorevolis Stimme wird in älteren Beschreibungen als schön, tragfähig und virtuos geschildert. Besonders hervorgehoben werden seine Vokalisation und die Vollkommenheit des Trillers. Solche Formulierungen sind für das 18. Jahrhundert keineswegs nebensächlich. Der Triller, die saubere Koloratur, der kontrollierte Atem, der Wechsel von Deklamation und Gesangslinie sowie die Fähigkeit, Affekte stilisiert und dennoch glaubhaft zu formen, gehörten zu den Kernanforderungen der italienischen Gesangskunst.
Als Tenor beziehungsweise Tenorbariton stand Amorevoli in einem anderen vokalen Raum als die Kastraten. Er musste Autorität eher durch Timbre, Diktion und Bühnenpräsenz erzeugen als durch die überirdisch gedachte Höhe des Kastratenklangs. Das erklärt, warum er in Herrscher-, Vater- und Feldherrnrollen besonders stark hervortritt. Sein Fach verlangte Würde, Pathos, dramatische Spannung und die Fähigkeit, auch in Ensembles und Rezitativen Gewicht zu behalten.
Die Rolle des Solimano in Hasses gleichnamiger Oper ist in dieser Hinsicht besonders aufschlussreich. Ein Tenor als Titelfigur einer Opera seria ist im Umfeld der Kastratenkultur bemerkenswert. Hasse gab Amorevoli damit eine zentrale Partie, die politisches Gewicht, Affektvielfalt und stimmliche Präsenz erforderte. Die Rolle steht exemplarisch für die besondere Stellung Amorevolis innerhalb der Dresdner Hofoper.
Auch Glucks La Semiramide riconosciuta in Wien ist wichtig. Amorevoli sang dort 1748 bei der Eröffnung des Burgtheaters die Partie des Ircano. Diese Station verbindet ihn nicht nur mit Hasse und Vivaldi, sondern auch mit Glucks früher Opernphase. Sie zeigt, dass Amorevoli nicht auf eine lokale Dresdner Tradition beschränkt war, sondern im breiteren europäischen Opernnetz der Mitte des 18. Jahrhunderts wirkte.
Dresden, Hasse und die höfische Opera seria
Dresden war für Amorevoli der wichtigste Langzeitort. Die Hofoper unter August III. gehörte zu den teuersten, anspruchsvollsten und internationalsten Opernbetrieben Europas. Hasse schrieb für eine Sängergarde, zu der Faustina Bordoni, Angelo Maria Monticelli, Domenico Annibali, Regina Mingotti, Teresa Albuzzi-Todeschini, Caterina Pilaja und Amorevoli gehörten. Innerhalb dieser Umgebung konnte Amorevoli sein Tenorfach auf höchstem Niveau entfalten.
Die Verbindung zu Hasse war für beide Seiten produktiv. Hasse war ein Meister der Opera seria, der Stimmen präzise einzusetzen wusste. Amorevoli erhielt in seinen Dresdner Werken tragende Rollen, die sein Profil als autoritative männliche Stimme nutzten. In Attilio Regolo sang er Manlio, in Solimano die Titelrolle, in Arminio Segeste und in L’olimpiade Clistene. Diese Partien bilden zusammen ein Rollenbild: politisch, väterlich, herrscherlich, konflikthaft und rhetorisch stark.
Die Dresdner Hofoper war zudem eng mit visueller Repräsentation verbunden. Kostümzeichnungen aus dem Dresdner Vestiarium zeigen Amorevoli in Rollen wie Manlio und Clistene. Solche Bilder sind für die Sängerforschung wertvoll, weil sie nicht nur Namen und Rollen, sondern auch Bühnenerscheinung, Kostümtypus und höfische Ikonographie dokumentieren. Der Sänger war in Dresden nicht nur Stimme, sondern sichtbarer Träger politisch-allegorischer Rollenkultur.
Nach dem Ende seiner aktiven Opernbühnenlaufbahn blieb Amorevoli Dresden verbunden. Er wurde weiterhin als Kammer- und Kirchensänger geführt. Das ist bemerkenswert, weil es die institutionelle Einbindung eines Opernsängers in den höfischen Gesamtapparat zeigt. Am Hof konnten Oper, Kammermusik und katholische Kirchenmusik personell miteinander verbunden sein.
London, Wien und internationale Gastspiele
Amorevolis Londoner Zeit von 1741 bis 1743 zeigt die internationale Reichweite italienischer Sänger. Das King’s Theatre war ein zentraler Ort der italienischen Oper in England. Italienische Sänger wurden dort von aristokratischen Opernunternehmern engagiert und mussten sich in einem Publikum behaupten, das einerseits italienische Virtuosität bewunderte, andererseits durch Konkurrenz, Parteibildungen und ökonomische Krisen des Opernbetriebs geprägt war.
Wien war ein weiterer wichtiger Ort. 1739 erregte Amorevoli dort mit Vivaldis Feraspe Aufmerksamkeit. 1748 kehrte er nach Wien zurück und sang in Glucks La Semiramide riconosciuta bei der Eröffnung des Burgtheaters. In Wien begegnete er außerdem Pietro Metastasio, der seine Gesangskunst lobte. Diese Verbindung ist besonders aufschlussreich, weil Metastasio als führender Librettist der Opera seria sehr genau wusste, welche Sänger seine dramatischen Strukturen tragen konnten.
Die mehrfachen Theatereröffnungen, an denen Amorevoli beteiligt war, unterstreichen seinen Rang. Er sang 1737 im Umfeld der Eröffnung des Teatro di San Carlo in Neapel, 1740 bei der Eröffnung des neuen Teatro Regio in Turin und 1748 bei der Eröffnung des Burgtheaters in Wien. Solche Anlässe wurden nicht mit beliebigen Sängern besetzt. Sie verlangten Stimmen, die repräsentative Wirkung garantierten.
Rollen-, Aufführungs- und Repertoireverzeichnis
Das folgende Verzeichnis ersetzt bei einem Sänger das klassische Werkverzeichnis. Es versammelt nachweisbare und in der Forschung regelmäßig genannte Rollen, Aufführungsorte, Komponisten und Werkzusammenhänge. Da Sängerkarrieren des 18. Jahrhunderts vielfach nur durch Libretti, Rollenlisten, Korrespondenzen, Hofakten, Kostümbilder und spätere Lexika rekonstruierbar sind, ist zwischen sicher belegten Rollen, gut bezeugten Stationen und zusammenfassenden Repertoireangaben zu unterscheiden.
Frühe Bühnenjahre, Venedig, Treviso und Rom
- Ottone in villa, Antonio Vivaldi, Oktober 1729, Treviso beziehungsweise venezianisch-oberitalienischer Aufführungskontext. Amorevoli sang die Partie des Cajo Silio; diese Rolle gilt als sein Operndebüt.
- Amore e gratitudine in cimento, vermutlich Flavio Carlo Lanciani oder ein verwandter Aufführungskontext, um 1729/1730. Amorevoli wird in Zusammenhang mit frühen Wiederaufnahmen und venezianischer Opernpraxis genannt.
- Mitridate, Nicola Porpora, Rom 1730. Amorevoli wirkte zusammen mit führenden Kastraten wie Caffarelli und Porporino in der Aufführung mit; die genaue Rollenidentifikation ist in Kurzquellen nicht immer vollständig ausgewiesen.
- Siface, Nicola Porpora, Rom 1730. Amorevoli sang in der römischen Produktion neben prominenten Sängerpersönlichkeiten des Porpora-Umfelds.
- Dalisa beziehungsweise Dalisca, Johann Adolf Hasse, Venedig 1730. Früher Hasse-Zusammenhang, der die spätere enge Beziehung zwischen Amorevoli und Hasses Opern vorausweist.
- Annibale, Nicola Porpora, Venedig 1731, Teatro Sant’Angelo. Von der italienischen biographischen Überlieferung als frühe venezianische Station Amorevolis genannt.
Mailand, Turin und oberitalienische Opernpraxis
- Arianna e Teseo, Riccardo Broschi, Mailand 1731, Teatro Ducale. Amorevoli trat in dieser Produktion nach älterer italienischer Überlieferung auf und blieb in den frühen 1730er Jahren längere Zeit in Mailand präsent.
- Meraspe, overo L’olimpiade, Aufführungstradition der frühen 1730er Jahre. Amorevoli ist als Clistene dokumentiert; diese Rolle zeigt sein Fach als Autoritäts- und Vaterfigur.
- Alessandro in Persia, oberitalienischer Aufführungskontext. Amorevoli ist als Oronte dokumentiert und sang neben Angelo Maria Monticelli, Caterina Visconti und weiteren prominenten Kräften.
- Mandane, Giuseppe Ferdinando Brivio, dramma per musica. Amorevoli ist als Dorimaspe dokumentiert; die Besetzung zeigt ihn im Umfeld Mailänder und oberitalienischer Opera-seria-Praxis.
- Gianguir, dramma per musica. Amorevoli ist in der Titelrolle Gianguir dokumentiert, neben Angelo Maria Monticelli und weiteren Sängern.
- Arsace, Francesco Feo, Turin, 26. Dezember 1740, Eröffnung des neuen Teatro Regio. Amorevoli sang die Partie des Mitrane.
Neapel und Teatro di San Carlo
- Achille in Sciro, Domenico Sarro, Neapel 1737, Teatro di San Carlo. Amorevoli wirkte im Umfeld der Eröffnung des Teatro di San Carlo am 4. November 1737 mit; die genaue Rollenangabe ist in Kurzquellen nicht einheitlich sichtbar.
- Mehrere Neapler Premieren zwischen 1736 und 1740. Die biographische Überlieferung nennt elf Premieren in Neapel, an denen Amorevoli beteiligt war. Diese Phase ist für seine Reife als Sänger und für seine Stellung im italienischen Opernbetrieb entscheidend.
Wien und Gluck
- Feraspe, Antonio Vivaldi, Wien 1739. Amorevoli erregte mit seiner Interpretation besondere Aufmerksamkeit; die Rolle steht für seine internationale Sichtbarkeit vor dem Dresdner Dauerengagement.
- La Semiramide riconosciuta, Christoph Willibald Gluck, Wien, Burgtheater, 1748. Amorevoli sang die Partie des Ircano bei einer wichtigen Theatereröffnung und begegnete in Wien Pietro Metastasio.
London, King’s Theatre, 1741 bis 1743
- Londoner Produktionen am King’s Theatre von Oktober 1741 bis Mai 1743. Amorevoli wurde durch den Earl of Middlesex beziehungsweise im Londoner italienischen Opernbetrieb engagiert.
- Italienische Opera-seria-Rollen der Londoner Spielzeiten 1741 bis 1743. Die genaue Einzelrollenerfassung erfordert die Auswertung der Londoner Theater- und Librettodokumentation; für das Kulturlexikon ist die Station als internationaler Höhepunkt seiner Laufbahn festzuhalten.
Dresden und Hasse
- Attilio Regolo, Johann Adolf Hasse, Dresden, 12. Januar 1750. Amorevoli sang Manlio, den römischen Konsul; die Rolle ist durch Dresdner Rollen- und Kostümbildüberlieferung besonders gut sichtbar.
- Solimano, Johann Adolf Hasse, Dresden 1753. Amorevoli sang die Titelrolle Solimano; dies ist eine seiner wichtigsten und repräsentativsten Partien.
- Arminio, Johann Adolf Hasse, Dresden 1753. Amorevoli sang Segeste; eine Kostümzeichnung dokumentiert ihn in dieser Rollenüberlieferung.
- L’olimpiade, Johann Adolf Hasse, Dresden 1756. Amorevoli sang Clistene; ein Dresdner Kostümbild überliefert ihn in dieser Partie.
- Attilio Regolo, Rollenbild Manlio, Dresden 1750. Neben der musikalischen Rolle ist die bildliche Überlieferung wichtig, weil sie Amorevolis Bühnenerscheinung als Teil des Dresdner Vestiariums dokumentiert.
- Olimpiade, Rollenbild Clistene, Dresden 1756. Der Stich beziehungsweise die Zeichnung gehört zu den wichtigen visuellen Quellen der Dresdner Hofoper.
- Weitere Hasse-Opern in Dresden und verwandten Hofkontexten. Amorevoli wurde für Hasses Opern nach Dresden gezogen und sang dort über Jahre hinweg tragende Tenorpartien.
Spätere italienische und Dresdner Jahre
- Mailand 1744/1745. Amorevoli kehrte nach Italien zurück und sang erneut in Mailand, bevor Dresden zur entscheidenden Dauerstation wurde.
- Mailand 1748/1749. Weitere italienische Station nach der Wiener Burgtheatereröffnung.
- Mailand 1759 bis 1764. Späte Bühnenphase in Mailand; 1764 entschloss sich Amorevoli zum Rückzug von der Opernbühne.
- Dresden nach 1764. Amorevoli blieb als Kammer- und Kirchensänger am sächsischen Hof verbunden und wurde bis mindestens 1771 in entsprechenden Funktionen geführt.
Chronologische Übersicht
| 1716 | Geburt am 16. September in Venedig, mit quellenkritischem Fragezeichen. |
|---|---|
| 1720er Jahre | Wahrscheinliche Ausbildung in Venedig, möglicherweise bei Nicola Porpora; erste feste Anstellung an San Marco. |
| 1729 | Operndebüt im Oktober als Cajo Silio in Vivaldis Ottone in villa. |
| 1730 | Auftritte in Porporas Mitridate und Siface in Rom sowie in Hasses Dalisa beziehungsweise Dalisca in Venedig. |
| 1731 | Auftritte in Venedig und Mailand, darunter Porporas Annibale und Broschis Arianna e Teseo. |
| 1731–1735 | Starke Präsenz in Mailand, Turin und anderen oberitalienischen Opernzentren. |
| 1736–1740 | Neapler Phase mit zahlreichen Premieren, darunter der Kontext des Teatro di San Carlo. |
| 1739 | Wiener Erfolg mit Vivaldis Feraspe. |
| 1740 | Eröffnung des neuen Teatro Regio in Turin mit Feos Arsace; Amorevoli sang Mitrane. |
| 1741–1743 | Londoner Engagement am King’s Theatre. |
| 1744–1745 | Rückkehr nach Italien, besonders Mailand; danach zunehmende Orientierung auf Dresden. |
| 1748 | Wiener Burgtheatereröffnung mit Glucks La Semiramide riconosciuta; Amorevoli sang Ircano und traf Metastasio. |
| 1750 | Dresden: Manlio in Hasses Attilio Regolo. |
| 1753 | Dresden: Titelrolle in Hasses Solimano und Segeste in Hasses Arminio. |
| 1756 | Dresden: Clistene in Hasses L’olimpiade. |
| 1759–1764 | Späte Mailänder Bühnenphase; Rückzug von der Opernbühne 1764. |
| nach 1764 | Dresden: Tätigkeit als Kammer- und Kirchensänger, mit Nachweisen bis mindestens 1771. |
| 1798 | Tod am 15. November in Dresden. |
Rezeption und Nachwirkung
Amorevolis Nachwirkung beruht nicht auf Tonaufnahmen, sondern auf Textzeugnissen, Rollenlisten, Libretti, Partituren, Kostümbildern und lexikalischer Erinnerung. Das macht seine Rekonstruktion schwieriger als bei späteren Sängern. Dennoch ist sein Rang deutlich: Er erscheint regelmäßig in Fachlexika zur Operngeschichte, in Sängerlexika, in der Sächsischen Biografie, in Hasse-Forschungen, in Datenbanken zur Opernaufführung und in Bildsammlungen zur Dresdner Hofoper.
Die ältere englische Lexikographie rühmte Amorevoli wegen seiner schönen Stimme, seiner Vokalisation und seines Trillers. Die moderne Forschung interessiert sich stärker für sein Rollenfach, seine Tenorstellung, seine Dresdner Verankerung und seine Bedeutung innerhalb der Opera seria. Beide Perspektiven ergänzen sich: Amorevoli war zugleich ein virtuoser Sänger und ein Träger bestimmter dramatischer Funktionsrollen.
Besonders wichtig ist die Dresdner Bildüberlieferung. Rollenbilder als Manlio in Attilio Regolo oder Clistene in Olimpiade zeigen, wie ein Sänger des 18. Jahrhunderts nicht nur gehört, sondern höfisch inszeniert wurde. Kostüm, Körperhaltung, Attribut und Rollenidentität sind Teil der Opernaufführung. Amorevoli wird dadurch zu einer Figur der visuellen Operngeschichte.
In der heutigen Aufführungspraxis werden Hasses Opern zunehmend wiederentdeckt. Dabei gewinnt auch die Frage an Bedeutung, welche Stimmen Hasse eigentlich vor Augen und im Ohr hatte. Amorevoli ist für diese Frage zentral, weil er Hasses Tenorpartien in Dresden prägte. Moderne Tenöre, die Rollen wie Manlio oder Solimano singen, stehen indirekt vor der Aufgabe, ein für Amorevoli geschriebenes beziehungsweise durch ihn geprägtes Fach neu zu deuten.
Forschung, Quellen und editorische Hinweise
Die Forschung zu Angelo Maria Amorevoli muss drei Ebenen verbinden: biographische Quellen, Opern- und Rollenquellen sowie Dresdner Hofquellen. Biographische Kurzartikel liefern die Lebensstationen. Operndatenbanken wie Corago erschließen einzelne Aufführungen und Rollen. Dresdner Quellen, vor allem Kostümzeichnungen und Hofopernmaterialien, machen die konkrete Bühnenexistenz sichtbar.
Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen Tenor und Kastrat. Da Amorevoli in einer Kastratenkultur wirkte und neben berühmten Kastraten auftrat, kann in unscharfen Sekundärkontexten Verwechslung entstehen. Für diesen Eintrag gilt: Amorevoli war Tenor beziehungsweise Tenorbariton. Gerade dies macht ihn zu einer wichtigen Figur für die Geschichte des männlichen Nicht-Kastratenfachs in der Opera seria.
Das Rollenverzeichnis dieser Seite ist als Arbeitsverzeichnis angelegt. Es beansprucht nicht, jede einzelne Aufführung vollständig zu erfassen. Ein wirklich vollständiges wissenschaftliches Verzeichnis müsste alle erhaltenen Libretti, Corago-Datensätze, Londoner Theaterkalender, Wiener Aufführungsdokumente, Dresdner Hofakten, italienische Theaterchroniken und Hasse-Forschungen systematisch auswerten. Für eine Kulturlexikon-Seite werden die wichtigsten gesicherten und regelmäßig belegten Rollen sowie die zentralen Stationen zusammengeführt.
Für die interne Verlinkung sind besonders Opera seria, Tenor, Tenorbariton, Johann Adolf Hasse, Antonio Vivaldi, Nicola Porpora, Christoph Willibald Gluck, Dresdner Hofoper, Pietro Metastasio und Sängerstar einschlägig.
Sekundärliteratur
- Brandenburg, Daniel; Würtz, Roland; Loewenberg, Alfred: Beiträge und Nachschlagewerke zur italienischen Oper und zur Aufführungsgeschichte des 18. Jahrhunderts, nützlich für die Kontextualisierung von Amorevolis Rollenlaufbahn.
- Burney, Charles: A General History of Music. Ältere englische Musikgeschichtsschreibung, wichtig für die Wahrnehmung italienischer Sänger und der europäischen Opernkultur des 18. Jahrhunderts.
- Fürstenau, Moritz: Zur Geschichte der Musik und des Theaters am Hofe der Kurfürsten von Sachsen und Könige von Polen Friedrich August I. und Friedrich August II. Dresden 1861–1862. Grundlegend für die Dresdner Hofoper, Gehaltsverhältnisse, Sängerpersonal und Amorevolis Dresdner Kontext.
- Hasse-Forschung, besonders Arbeiten zu Hasses Dresdner Opern, zu Attilio Regolo, Solimano, Arminio und L’olimpiade. Wichtig für Amorevolis Rollenprofil.
- Highfill, Philip H.; Burnim, Kalman A.; Langhans, Edward A.: A Biographical Dictionary of Actors, Actresses, Musicians, Dancers, Managers & Other Stage Personnel in London, 1660–1800. Besonders relevant für Amorevolis Londoner Zeit.
- Mücke, Panja: Johann Adolf Hasses Dresdner Opern im Kontext der Hofkultur. Laaber 2003. Wichtig für die Einordnung Amorevolis in Hasses Dresdner Sängerensemble und Hofoper.
- Rosenthal, Harold; Warrack, John: The Concise Oxford Dictionary of Opera. Nützlich als ergänzender Opernlexikon-Kontext für Sänger, Rollen und Werke der Opera seria.
- Sächsische Biografie: Gabi Maria Volkmann, Amorevoli (Amarevoli, Amerevoli), Angelo (Angiolo) Maria. Moderner biographischer Artikel mit Dresdner Schwerpunkt, Rollenbildnachweisen und Normdaten.
- Strohm, Reinhard: Studien zur italienischen Oper des 18. Jahrhunderts und zu Vivaldis Opernschaffen. Wichtig für die Einordnung von Amorevolis frühem Vivaldi-Umfeld.
- Treccani: Amorevoli, Angelo. Italienischer biographischer Fachartikel mit chronologischem Überblick über frühe Karriere, Mailand, Neapel, London, Dresden und spätere Stationen.
Ausgewählte Onlinequellen
- Corago: Arsace Aufführungsdatensatz zu Francesco Feos Arsace mit Amorevoli als Mitrane bei der Eröffnung des neuen Teatro Regio in Turin 1740.
- Corago: Alessandro in Persia Rollen- und Aufführungsdatensatz mit Amorevoli als Oronte und Angelo Maria Monticelli als Alessandro.
- Corago: Gianguir Aufführungsdatensatz mit Amorevoli in der Titelrolle Gianguir und mit Angaben zu weiteren Sängern der Produktion.
- Corago: Mandane Aufführungsdatensatz zu Brivios Mandane mit Amorevoli als Dorimaspe.
- Corago: Meraspe, overo L’olimpiade Aufführungsdatensatz mit Amorevoli als Clistene, wichtig für sein Autoritäts- und Vaterrollenfach.
- Deutsche Digitale Bibliothek: Angelo Amorevoli Personen- und Objektseite mit Normdaten sowie Dresdner Bildnachweisen zu Rollen wie Manlio in Attilio Regolo und Clistene in Olimpiade.
- GND Explorer: Angelo Amorevoli Normdatenansicht mit Namensvarianten Amarevoli, Amerevoli, Angelo Maria und Lebensdaten 1716–1798.
- Encyclopedia.com: Amorevoli, Angelo (Maria) Englischsprachiger Opernlexikonartikel mit Lebensdaten, Tenorfach, frühen Stationen, Londoner Engagement und Dresdner Hasse-Kontext.
- IMSLP: Hasse – Solimano Werkseite zu Hasses Solimano mit Besetzung der Dresdner Uraufführung und Amorevoli in der Titelrolle.
- IMSLP: Hasse – L’olimpiade Werkseite zu Hasses L’olimpiade mit Dresdner Rollenbezug und Amorevoli als Clistene.
- MGG Online: Amorevoli, Angelo Maria Fachlexikalischer Artikel mit Lebensdaten, Fragezeichen beim Geburtsdatum, Vivaldi-Debüt, Markuskirche, Karriere und Dresdner Kontext.
- Opera Vivrà: Angelo Maria Amorevoli Operndatenbankseite mit Stimmlage Tenor, Lebensdaten und aktivem Jahrhundert.
- Sächsische Biografie: Angelo Amorevoli Zentraler deutschsprachiger Artikel zu Amorevoli als Tenor und Tenorbariton, mit Ausbildung, Debüt, Dresdner Stellung, Rollenbildnachweisen und Literatur.
- Sächsische Biografie: PDF zu Angelo Amorevoli PDF-Fassung des Artikels mit Normdaten, Rollenbildhinweisen und Literaturangaben zu Hasses Dresdner Opern.
- Treccani: Angelo Amorevoli Italienischer biographischer Artikel mit frühen Rollen, Mailänder, venezianischen, neapolitanischen und Dresdner Stationen.
- Wikisource: A Dictionary of Music and Musicians – Amorevoli, Angelo Freier Abdruck eines älteren englischen Musiklexikonartikels mit zeittypischer Würdigung von Stimme, Vokalisation und Triller.
Weiterführende Einträge
- Angelo Maria Amorevoli Hauptartikel zum italienischen Tenor und Dresdner Hofsänger der Opera seria.
- Domenico Annibali Dresdner Kastrat und Kollege Amorevolis in Hasses Opern, etwa in Attilio Regolo.
- Arsace Oper von Francesco Feo, in der Amorevoli 1740 bei der Eröffnung des neuen Teatro Regio in Turin Mitrane sang.
- Attilio Regolo Hasse-Oper von 1750, in der Amorevoli die Tenorpartie des Manlio übernahm.
- Faustina Bordoni Sopranistin, Ehefrau Hasses und zentrale Dresdner Hofopernsängerin im Umfeld Amorevolis.
- Burgtheater Wien Wiener Theater, bei dessen Eröffnung Amorevoli 1748 in Glucks La Semiramide riconosciuta sang.
- Caffarelli Berühmter Kastrat und Zeitgenosse Amorevolis, wichtig für den Sängerstar-Kontext der Opera seria.
- Dresden Langjähriger Wirkungs- und Sterbeort Amorevolis sowie Zentrum der sächsischen Hofoper.
- Dresdner Hofoper Höfische Operninstitution, in der Amorevoli als Hasse-Tenor besonders wichtig wurde.
- Farinelli Berühmter Kastrat, dessen Starstatus den Vergleichshorizont der großen Sänger Amorevolis Zeit bildet.
- Francesco Feo Komponist von Arsace, in dessen Turiner Eröffnungsaufführung Amorevoli Mitrane sang.
- Christoph Willibald Gluck Komponist von La Semiramide riconosciuta, in der Amorevoli 1748 in Wien als Ircano auftrat.
- Johann Adolf Hasse Zentraler Dresdner Opernkomponist, für dessen Werke Amorevoli mehrere bedeutende Tenorpartien sang.
- King’s Theatre London Londoner Opernhaus, an dem Amorevoli von 1741 bis 1743 in italienischen Opern auftrat.
- La Semiramide riconosciuta Frühe Gluck-Oper, in der Amorevoli 1748 bei der Wiener Burgtheatereröffnung Ircano sang.
- L’olimpiade Hasse-Vertonung des Metastasio-Stoffs, in deren Dresdner Aufführung Amorevoli Clistene sang.
- Italienische Oper in London Aufführungskontext, in dem Amorevoli 1741 bis 1743 am King’s Theatre wirkte.
- Pietro Metastasio Führender Librettist der Opera seria, dessen Texte und Sängerurteile für Amorevolis Epoche zentral sind.
- Angelo Maria Monticelli Kastrat und Kollege Amorevolis in italienischen und Dresdner Opernproduktionen.
- Neapel Wichtige Station Amorevolis in den Jahren 1736 bis 1740 und Zentrum der italienischen Oper.
- Opera seria Höfische italienische Operngattung, in der Amorevoli seine zentralen Rollen sang.
- Nicola Porpora Komponist und mutmaßlicher Lehrer Amorevolis, dessen Opern Mitridate und Siface zu Amorevolis frühen Stationen gehören.
- Regina Mingotti Sopranistin und Dresdner Kollegin Amorevolis in Hasses Opernumfeld.
- Teatro di San Carlo Neapolitanisches Opernhaus, dessen Eröffnungskontext zu Amorevolis Karriere gehört.
- Sängerstar Kulturgeschichtlicher Begriff für die europaweite Prominenz von Opernsängern wie Amorevoli.
- Domenico Sarro Komponist von Achille in Sciro, der Eröffnungsoper des Teatro di San Carlo 1737.
- Solimano Hasse-Oper von 1753, in der Amorevoli die Titelrolle sang.
- Teatro Regio Turin Opernhaus, dessen Neubau 1740 mit Feos Arsace und Amorevoli als Mitrane eröffnet wurde.
- Tenor Stimmlage Amorevolis und wichtiges männliches Fach innerhalb der Opera seria des 18. Jahrhunderts.
- Tenorbariton Stimmfachliche Bezeichnung, die Amorevolis tragfähige tiefere Tenorlage genauer beschreibt.
- Venedig Geburts- und Ausbildungsort Amorevolis sowie frühes Zentrum seiner Opernkarriere.
- Antonio Vivaldi Komponist von Ottone in villa und Feraspe, die in Amorevolis früher und Wiener Laufbahn wichtig sind.
- Wien Opernstation Amorevolis, wo er 1739 und 1748 wichtige Auftritte hatte und Metastasio begegnete.