Charles-Guillaume Alexandre
Überblick
Charles-Guillaume Alexandre, in einzelnen Nachweisen auch mit der unsicheren Namensform Claude-Guillaume Alexandre verbunden, war ein französischer Geiger und Komponist des mittleren und späteren 18. Jahrhunderts. Seine Lebensdaten sind nur unvollständig gesichert. Als Geburtszeit wird gewöhnlich um 1735 angegeben; der Geburtsort ist nicht sicher festzustellen. Als Todesjahr erscheinen in der Literatur 1787 oder 1788, wobei für diesen Kulturlexikon-Eintrag die vom Lemma vorgegebene Fassung 1788 in Paris verwendet wird.
Alexandre gehört nicht zu den großen kanonischen Namen der französischen Musikgeschichte, ist aber für die Kultur des Pariser Musiklebens um 1750 bis 1780 aufschlussreich. Er bewegte sich zwischen Opéra comique, Jahrmarkttheater, Ariettenkultur, Violinpraxis, höfischer beziehungsweise aristokratischer Dienstmusik und gedruckter Unterhaltungsmusik. Damit steht er exemplarisch für eine breite Schicht von Musikern, die das musikalische Alltagsleben des Ancien Régime prägten, ohne später im Kanon der großen Opern- oder Sinfoniegeschichte stark präsent zu bleiben.
Biographisch greifbar wird Alexandre vor allem durch seine Tätigkeit als Geiger am Théâtre de l’Opéra-Comique in den Jahren 1753 bis 1755, durch seine Stellung als maître de musique an der Musikschule Dubugrarres um 1760, durch seine Verbindung zum duc d’Aiguillon seit 1772 und durch seine spätere Pariser Lehrtätigkeit als Violinlehrer. Seine Werke umfassen Bühnenmusiken, Opéra-comique-Beiträge, Arietten, Sammlungen mit Lied- und Bühnenmelodien, Violinduette, Concerts d’airs, Trio- beziehungsweise Kammermusik und Sinfonien.
Das Werkverzeichnis ist wegen der Quellenlage vorsichtig zu lesen. Einige Drucke sind eindeutig unter Alexandre überliefert, andere erscheinen in Sammeldrucken, in Theaterzusammenhängen oder mit Beteiligung mehrerer Komponisten. Besonders die Sei sinfonie a 8 op. 6 sind wichtig, weil sie in Katalogen unter Charles-Guillaume Alexandre geführt werden, zugleich aber auch irrtümlich mit Felice Alessandri oder Gennaro d’Alessandro in Verbindung gebracht wurden. Gerade dieser Befund zeigt, wie leicht es bei französisch-italienischen Namensformen, Verlegerpraktiken und Sammeldrucken des 18. Jahrhunderts zu Zuschreibungsverschiebungen kommen konnte.
Kurzdaten
| Name | Charles-Guillaume Alexandre. |
|---|---|
| Weitere Namensformen | Charles Guillaume Alexandre, C.-G. Alexandre, möglicherweise auch Claude-Guillaume Alexandre; die Form Claude-Guillaume ist quellenkritisch unsicher. |
| Alphabetischer Ansatz | Alexandre, Charles-Guillaume. |
| Dateiname | alexandre-charles-guillaume.shtml. |
| Geburt | Um 1735; Ort nicht gesichert. Einzelne Nachweise nennen Paris, doch wird der Geburtsort hier vorsichtig als unbekannt behandelt. |
| Tod | 1788 in Paris; in Nachschlagewerken begegnet daneben die Angabe 1787 oder 1788. |
| Beruf | Komponist, Geiger, Bühnenmusiker, Musiklehrer, Autor von Opéra-comique-, Arietten- und Instrumentalwerken. |
| Wirkungsort | Vor allem Paris und das Pariser Musiktheaterumfeld. |
| Frühe Tätigkeit | Geiger am Théâtre de l’Opéra-Comique von 1753 bis 1755. |
| Lehrtätigkeit | Um 1760 maître de musique an der École de musique Dubugrarre; 1783 als Violinlehrer in Paris nachweisbar. |
| Höfisch-aristokratischer Bezug | Ab 1772 erster Geiger im Dienst des duc d’Aiguillon. |
| Gattungen | Opéra comique, Spektakelmusik, Arietten, Lied- und Ariettensammlungen, Concerts d’airs, Violinmusik, Trio- beziehungsweise Kammermusik, Sinfonien und Bearbeitungen. |
| Wichtige Werke | Le Triomphe de l’amour conjugal, La Conquête du Mogol par Thamas Kouli-Kan, Georget et Georgette, Dictionnaire lyrique portatif, Les beaux airs ou simphonies chantantes, Le Petit-maître en province, Sei sinfonie a 8 op. 6. |
| Kultureller Kontext | Paris des Ancien Régime, Opéra-Comique-Tradition, Foire Saint-Laurent, Ariettenmode, aristokratische Hausmusik, französische Violinpraxis und frühe klassizistische Sinfonik. |
| Quellenlage | Fragmentarisch; die biographischen Daten und Werkzuschreibungen müssen aus Nachschlagewerken, Bibliothekskatalogen, Theaterdrucken, Musikdrucken und Werkdatenbanken zusammengeführt werden. |
Name, Ansatz und Quellenlage
Die Namensform Charles-Guillaume Alexandre ist die praktikabelste Hauptform des Eintrags. Sie begegnet in modernen Nachweisen und entspricht der üblichen französischen Schreibweise. Die vom Lemma angegebene zusätzliche Form Alessandro ist quellenkritisch vermutlich nicht als Vorname im engeren Sinn, sondern als Verwechslungs- oder Italianisierungsfeld zu verstehen. Sie verweist auf die Nähe zu Namen wie Felice Alessandri und Gennaro d’Alessandro, mit denen einzelne Instrumentalwerke in der Überlieferung verwechselt wurden.
Auch die Form Claude-Guillaume? ist vorsichtig zu behandeln. Sie erscheint in einzelnen sekundären oder katalogartigen Nachweisen als Variante, ist aber nicht so stabil wie Charles-Guillaume. Deshalb wird sie im Titelbereich und in den Metadaten als mögliche Namensvariante vermerkt, ohne sie zur Hauptform zu erheben. Für interne Verlinkungen empfiehlt sich der Ansatz Alexandre, Charles-Guillaume, weil er sowohl der französischen Personenregel als auch der vom Nutzer gewünschten Dateinamenregel entspricht.
Die Quellenlage ist typisch für Musiker mittleren Ranges im Frankreich des 18. Jahrhunderts. Alexandre war im praktischen Musikleben offenbar präsent, doch seine Biographie ist nicht durch eine geschlossene Korrespondenz, eine große institutionelle Karriere oder eine breite spätere Rezeptionsgeschichte abgesichert. Vielmehr ergeben sich seine Konturen aus Theaterangaben, gedruckten Libretti, Ariettensammlungen, Instrumentaldrucken, Bibliothekskatalogen, Anzeigen und nachträglichen Lexikonartikeln. Für einen Kulturlexikon-Eintrag ist deshalb wichtig, zwischen gesicherten Stationen, wahrscheinlichen Zusammenhängen und bloßen Zuschreibungen sauber zu unterscheiden.
Leben und berufliche Stationen
Über Herkunft, Familie und musikalische Ausbildung Alexandre ist wenig Sicheres bekannt. Die Angabe um 1735 markiert eher eine biographische Annäherung als ein urkundlich vollständig gesichertes Datum. Dass einzelne Kurzbiographien Paris als Geburtsort nennen, muss nicht völlig verworfen werden; angesichts der nicht einheitlichen Nachweislage wird der Geburtsort in diesem Eintrag jedoch als unbekannt beziehungsweise nicht gesichert angegeben.
Als frühe berufliche Station ist die Tätigkeit als Geiger am Théâtre de l’Opéra-Comique zwischen 1753 und 1755 besonders wichtig. Dieses Theaterumfeld war für französische Musiker der Zeit ein lebendiger Arbeitsraum. Es verlangte nicht nur die Fähigkeit zur Orchesterbegleitung, sondern auch Erfahrung mit raschen Probenprozessen, wechselnden Stücken, populären Melodien, Arietten, Parodien, Dialogformen und einer Publikumsdramaturgie, die zwischen Jahrmarkt, komischer Oper und bürgerlicher Unterhaltung stand.
Um 1760 erscheint Alexandre als maître de musique an der École de musique Dubugrarre. Dubugrarre wird als Organist von Saint-Sauveur genannt; die Verbindung weist auf ein Pariser Unterrichts- und Ausbildungsumfeld jenseits der großen königlichen Institutionen. Alexandre war damit nicht nur Bühnenmusiker, sondern auch Teil jener Lehr- und Vermittlungspraxis, die Instrumentalspiel, Gesang, Ariette und gesellschaftliche Musikausübung verbreitete.
1772 wurde Alexandre als erster Geiger des duc d’Aiguillon genannt. Dieser Bezug ist kulturgeschichtlich aufschlussreich, weil er Alexandre in den aristokratischen Musikgebrauch einordnet. Musiker des 18. Jahrhunderts konnten zugleich für öffentliche Theater, für Druckverleger, für adelige Haushalte und für private Schüler arbeiten. Diese Mehrfachstellung war eher die Regel als die Ausnahme und erklärt, warum Alexandres Werk zwischen Bühne, Salon, Unterricht und Instrumentalmusik steht.
1783 wird Alexandre als Violinlehrer in Paris greifbar. Die Angabe passt zu seinem Profil als praktischer Musiker. Die Pariser Nachfrage nach Violinunterricht, Ariettenarrangements, Kammermusik und modischer Unterhaltungsmusik war groß. Alexandre lebte in einer Stadt, in der professionelle Theater, adelige Musikpflege, bürgerliche Salons, Verlagswesen, Instrumentenhandel und Konzertkultur eng ineinandergriffen. Sein Tod wird hier nach der vorgegebenen Fassung mit 1788 in Paris angesetzt, wobei die ältere Literatur teils 1787 oder 1788 nennt.
Ausführlicher Kulturüberblick
Charles-Guillaume Alexandre ist ein Vertreter jener mittleren Pariser Musikerschicht, ohne die das französische Musikleben des 18. Jahrhunderts nicht zu verstehen ist. Die Kulturgeschichte richtet ihren Blick häufig auf große Namen wie Jean-Philippe Rameau, Christoph Willibald Gluck, François-Joseph Gossec, Pierre-Alexandre Monsigny oder André-Ernest-Modeste Grétry. Doch zwischen diesen kanonischen Figuren und dem tatsächlichen musikalischen Alltag lagen zahlreiche Komponisten, Geiger, Kopisten, Arrangeure, Theatermusiker, Ariettenlieferanten und Lehrer. Alexandre gehört genau in dieses Feld.
Seine Zeit war durch starke Veränderungen der französischen Bühnenkultur geprägt. Die Opéra comique entwickelte sich aus Jahrmarktstraditionen, gesprochenem Dialog, Parodie, Vaudeville, populärer Melodik und italienischen Einflüssen zu einer zunehmend selbständigen Gattung. In den 1750er und 1760er Jahren wurden Arietten wichtiger; die Bühnenwerke verlangten eine neue Mischung aus Leichtigkeit, Pointierung, Gesanglichkeit und instrumentalem Witz. Alexandre schrieb und bearbeitete gerade in diesem Übergangsfeld.
Die Zusammenarbeit mit Librettisten wie Harny de Guerville und der Bezug zu Bühnenmaschinen und Spektakelstücken zeigen, dass Alexandre nicht allein in der abstrakten Welt der Instrumentalmusik stand. Werke wie Le Triomphe de l’amour conjugal oder La Conquête du Mogol par Thamas Kouli-Kan gehören in eine theatralische Kultur, die Schauwirkung, Exotik, Maschinen, Bühnenbild, musikalische Nummern und dramatische Kuriosität miteinander verband. Diese Form der Spektakelkultur war im 18. Jahrhundert keineswegs nebensächlich; sie gehörte zur visuellen und musikalischen Faszination des Pariser Publikums.
Gleichzeitig war Alexandre als Geiger in einer Zeit tätig, in der die französische Violine zwischen höfischer Tanztradition, italienischer Virtuosität und klassischem Konzertstil stand. Die Violinmusik war ein wichtiges Medium gesellschaftlicher Musikausübung. Duette, Trios, Sonaten, Concerts d’airs und Sinfonien konnten im Theater, im Salon, in aristokratischen Haushalten oder im Unterricht genutzt werden. Alexandres Instrumentalwerke zeigen daher nicht nur persönlichen Kompositionsanspruch, sondern auch die Nachfrage nach flexibel verwendbarer Musik.
Der Dictionnaire lyrique portatif und verwandte Arietten- beziehungsweise Melodiensammlungen sind kulturgeschichtlich besonders aussagekräftig. Sie zeigen, wie musikalische Nummern aus Bühnenwerken, Opern, Opéra-comique-Stücken und modischen Gattungen in häusliche und gesellschaftliche Kontexte übertragen wurden. Musik wurde nicht nur im Theater gehört, sondern durch Drucke zirkuliert, nachgesungen, arrangiert und als Teil bürgerlicher oder aristokratischer Kulturpraxis verwendet. Alexandre steht damit an einer Schnittstelle von Aufführung und Druckkultur.
Sein Verhältnis zur Aristokratie, besonders zum duc d’Aiguillon, zeigt außerdem, dass das Musikleben des Ancien Régime nicht einfach in öffentliche und private Bereiche zu trennen ist. Ein Musiker konnte am Theater spielen, Druckwerke veröffentlichen, als Violinlehrer arbeiten und zugleich in einem adeligen Haushalt angestellt sein. Diese Mehrfachökonomie bestimmte viele Karrieren vor der Französischen Revolution. Alexandres Tod 1788 fällt unmittelbar in die Spätphase des Ancien Régime. Kurz darauf veränderten Revolution, Theaterreformen, neue Institutionen und das Pariser Conservatoire die Bedingungen musikalischer Arbeit grundlegend.
Opéra comique, Jahrmarkttheater und Pariser Bühnenkultur
Alexandres Bühnenwerke gehören in das Umfeld der Opéra comique und der Pariser Jahrmarkttheater. Die Bezeichnung opéra-comique darf für das 18. Jahrhundert nicht modern verengt verstanden werden. Sie bezeichnet keine bloß komische Oper im späteren Sinn, sondern eine Mischform aus gesprochenem Dialog, musikalischen Nummern, Arietten, Vaudevilles, kleinen Ensembles und oft sehr beweglicher Bühnendramaturgie. Gerade die Foire Saint-Laurent und die Foire Saint-Germain waren wichtige Orte für solche Formen.
Georget et Georgette, 1761 auf dem Theater der Opéra-Comique der Foire Saint-Laurent erstmals aufgeführt, ist das bekannteste Bühnenwerk Alexandres. Das Libretto stammt von Harny de Guerville. Der Titel und die Figurenwelt weisen auf ein ländlich-komisches Milieu, auf einfache Namen, Verwechslungen, moralische Pointen und den Reiz einer kleineren Bühnenform. Solche Werke lebten nicht von monumentaler Opernarchitektur, sondern von Nähe, Tempo, Witz, eingängigen Nummern und einer für das Publikum unmittelbar verständlichen Sprache.
Auch die Spektakelstücke Le Triomphe de l’amour conjugal und La Conquête du Mogol par Thamas Kouli-Kan sind für die Pariser Bühnenkultur bezeichnend. Sie verbinden Musik mit Maschinen, exotischen Sujets und visueller Attraktion. Die Beteiligung von Giovanni Niccolò Servandoni als Text- beziehungsweise Bühnenfigur verweist auf ein Theater, in dem Architektur, Malerei, Maschinerie und Musik ineinandergriffen. Für ein Kulturlexikon ist dieser Zusammenhang wichtig, weil er zeigt, dass Alexandres Werk nicht nur musikalisch, sondern auch theater- und mediengeschichtlich zu betrachten ist.
Instrumentalmusik, Violinpraxis und Sinfonie
Als Geiger schrieb Alexandre auch Instrumentalmusik. Diese Werke sind für die Geschichte der französischen Kammermusik und der frühen klassizistischen Sinfonie aufschlussreich. Sie stehen zwischen italienischer Satztechnik, französischer Klangkultur, Pariser Verlagswesen und praktischer Verwendbarkeit. Titel wie Six Duetto pour deux violons, Concert d’airs en quatuor, Concerto d’airs choisis und Sei sinfonie a 8 zeigen die Breite seiner instrumentalen Interessen.
Die Sinfonien op. 6 sind besonders bemerkenswert. Die italienische Titelgebung Sei sinfonie a 8, due violini, viola, due oboi, due corni e basso weist auf den internationalen Charakter des Pariser Musikdrucks. Italienische Gattungs- und Besetzungsbezeichnungen waren in Frankreich des 18. Jahrhunderts verbreitet, besonders wenn Werke im Markt der Instrumentalmusik zirkulierten. Die Besetzung mit Streichern, Oboen, Hörnern und Bass entspricht einer kleinen Orchesterbesetzung, wie sie für Theater, adelige Kapellen oder Konzertzusammenhänge nutzbar war.
Die Instrumentalwerke sind nicht nur als autonome Kunstwerke zu lesen. Sie erfüllten auch soziale Funktionen. Duette konnten im Unterricht eingesetzt werden; Ariettenbearbeitungen dienten häuslicher Unterhaltung; Concerts d’airs verbanden populäre Melodien mit instrumentaler Ausarbeitung; Sinfonien konnten Theaterabende eröffnen oder als Konzertstücke dienen. Alexandres Werk ist deshalb ein gutes Beispiel für die Durchlässigkeit zwischen Bühne, Salon und Unterricht.
Werkverzeichnis
Das folgende Werkverzeichnis fasst die nachweisbaren beziehungsweise in der Literatur und in Katalogen genannten Werke Charles-Guillaume Alexandres zusammen. Wegen der fragmentarischen Quellenlage, der häufigen Sammeldrucke und der Verwechslungsgefahr mit ähnlich benannten italienischen oder französischen Komponisten ist es als quellenkritisches Arbeitsverzeichnis zu verstehen. Wo die Zuschreibung unsicher oder kollaborativ ist, wird dies ausdrücklich vermerkt.
Bühnenwerke und musiktheatralische Arbeiten
| 1755 | Le Triomphe de l’amour conjugal, spectacle orné de machines; Text beziehungsweise Bühnenkonzept mit Giovanni Niccolò Servandoni verbunden. Das Werk gehört in die Pariser Spektakelkultur mit Maschinen, visueller Attraktion und musikalischen Nummern. |
|---|---|
| 1756 | La Conquête du Mogol par Thamas Kouli-Kan, roi de Perse, et son triomphe, spectacle à machines; Text beziehungsweise Bühnenkonzept mit Servandoni verbunden. Das Sujet verweist auf exotische Bühnenmode und auf die Faszination des 18. Jahrhunderts für persische und orientalische Stoffe. |
| 1761 | Georget et Georgette, opéra-comique en un acte; Libretto von Harny de Guerville; Erstaufführung am Théâtre de l’Opéra-Comique der Foire Saint-Laurent am 28. Juli 1761. Das Werk ist Alexandres wichtigster nachweisbarer Beitrag zur Opéra-comique-Tradition. |
| 1765 | La Belle Arsène, opéra-comique; Text von Charles-Simon Favart, Musik von Pierre-Alexandre Monsigny; Ouvertüre beziehungsweise instrumentaler Beitrag von C.-G. Alexandre. Hier ist Alexandre nicht Hauptkomponist, sondern als Beiträger beziehungsweise Bearbeiter im Umfeld eines größeren Bühnenwerks zu fassen. |
| 1765 | Le Tonnelier, opéra-comique en un acte; Libretto von Nicolas-Médard Audinot und François-Antoine Quétant; Musik in kollaborativem Zusammenhang mit Charles-Guillaume Alexandre, Nicolas-Médard Audinot, François-Joseph Gossec, Josef Kohaut, François-André Danican Philidor, Johann Schobert und Jean-Claude Trial. Die Zuschreibung ist daher nicht als alleinige Autorschaft Alexandres zu verstehen. |
| 1766 | Le Petit-maître en province, comédie en un acte et en vers; Libretto von Harny de Guerville, mit Arietten beziehungsweise Musik von Alexandre verbunden. Das Werk gehört in das komische und gesellschaftssatirische Theatermilieu der Opéra-comique-Zeit. |
| 1767 | L’Esprit du jour, comédie von Harny de Guerville; musikalischer Zusammenhang mit Alexandre überliefert. Die genaue Werkgestalt ist quellenkritisch weiter zu prüfen. |
Arietten, Sammlungen, Lied- und Bühnenmelodien
| 1764 | Dictionnaire lyrique portatif, ou Choix des plus jolies ariettes de tous les genres disposées pour la voix et les instrumens avec les paroles françoises sous la musique, zwei Bände, Paris: Didot. Die Sammlung zeigt die Zirkulation von Arietten und Bühnenmelodien zwischen Theater, Druckkultur und häuslicher Musikpraxis. |
|---|---|
| 1765 | Les beaux airs ou simphonies chantantes pour deux violons, deux hautbois ou flute, basso fagotto et cors à volonté. Der Titel verbindet vokale Melodik und instrumentale Ausarbeitung und ist für die Praxis der Arietten- und Melodienbearbeitung charakteristisch. |
| 1766 | Premier Recueil d’Ariettes choisies avec accompagnement de guitare par Melle Paisible et de violon à volonté par Mr son frère avec basse chiffrée. Der Druck verweist auf die modische häusliche Musizierpraxis mit Gesang, Gitarre, Violine und Basso continuo. |
| 1771 | Romance du Petit-maître en province. Einzelne Romanze beziehungsweise Auskopplung aus dem Bühnenzusammenhang des Petit-maître en province. |
| Ohne Datum | Livre d’airs sérieux, tendres et à boire à une et à deux voix avec la basse continue. Sammlung ernster, zärtlicher und geselliger Lieder beziehungsweise Airs mit Basso continuo; die Datierung ist nicht gesichert. |
Instrumentalwerke
| Op. 4 | Six Sonates en trio, in der Literatur als op. 4 genannt. Die genaue Besetzung und Überlieferung sind quellenkritisch zu prüfen; die Werkgruppe zeigt Alexandres Tätigkeit im Bereich der kammermusikalischen Sonatenpraxis. |
|---|---|
| 1766, op. 6 | Sei sinfonie a 8, due violini, viola, due oboi, due corni e basso. Die Sinfonien sind als op. 6 überliefert und wurden in der Katalogtradition zeitweise auch anderen ähnlich benannten Komponisten zugeschrieben. Für Alexandre sind sie das wichtigste sinfonische Werkfeld. |
| 1770 | Concerto d’airs choisis à sept parties, mit Violon principal, violon premier, violon second, zwei Oboen oder Flöten, Alto viola, Bass und zwei Hörnern ad libitum. Das Werk verbindet Arietten- beziehungsweise Air-Auswahl mit konzertierender Instrumentalbesetzung. |
| 1775 | Concert d’airs en quatuor, pour deux violons, alto et basse ou une flute, vier Stimmen. Das Werk gehört in die Gattung der instrumentalen Air-Bearbeitung und lässt sich im Übergang zwischen Unterhaltungsmusik, Kammermusik und Theatermelodie verorten. |
| 1776 | Six Duetto pour deux violons, zwei Bände. Die Duette sind für Unterricht, häusliches Musizieren und professionelle Geigerpraxis gleichermaßen relevant. |
Kollaborative und zugeschriebene Werkzusammenhänge
| La Belle Arsène | Alexandre erscheint in Verbindung mit der Ouvertüre beziehungsweise mit instrumentaler Beteiligung, während Pierre-Alexandre Monsigny als Hauptkomponist des Opéra-comique-Werks gilt. Die Nennung ist daher als Beitragsnachweis, nicht als vollständige Autorschaft zu behandeln. |
|---|---|
| Le Tonnelier | Die Musik ist in einem kollaborativen Zusammenhang mit mehreren Komponisten überliefert. Alexandre ist einer der beteiligten Namen, aber nicht alleiniger Komponist des gesamten Bühnenwerks. |
| Sei sinfonie a 8 op. 6 | Das Werkfeld ist wichtig, weil es mit Charles-Guillaume Alexandre verbunden wird, aber auch irrtümlich Felice Alessandri oder Gennaro d’Alessandro zugeschrieben wurde. Diese Verwechslung ist für die lexikalische Trennung der Einträge Alexandre, Alessandri und d’Alessandro erheblich. |
| Arietten- und Air-Sammlungen | Bei Sammlungen ist zwischen eigener Komposition, Auswahl, Bearbeitung, Einrichtung und verlegerischer Zusammenstellung zu unterscheiden. Alexandres Rolle kann je nach Druck zwischen Komponist, Arrangeur und Herausgeber beziehungsweise Bearbeiter wechseln. |
Zuschreibungen, Varianten und editorische Probleme
Die editorischen Probleme bei Charles-Guillaume Alexandre betreffen vor allem drei Bereiche: den Namen, die Werkzuschreibung und die Gattungsbezeichnung. Der Name kann durch die Nähe zu italienischen Formen wie Alessandro oder Alessandri leicht in Verwechslungen geraten. In musikalischen Katalogen des 18. und 19. Jahrhunderts sind solche Verschiebungen nicht selten, weil Verleger, Kopisten, Bibliothekare und spätere Katalogisierer Namen abkürzten, übersetzten oder nach Gehör beziehungsweise nach Drucktiteln ansetzten.
Die Werkzuschreibung ist besonders bei Instrumentalmusik schwierig. Ein Druck mit italienischem Titel, der in Paris erschienen ist, konnte leicht als Werk eines italienischen Komponisten verstanden werden. Genau deshalb ist die Notiz zu den Sei sinfonie a 8 op. 6 wichtig: Sie macht sichtbar, dass ein scheinbar eindeutiger italienischer Titel nicht automatisch eine italienische Autorschaft bedeutet. Für die Pflege eines Kulturlexikons sollten solche Fälle nicht geglättet, sondern kenntlich gemacht werden.
Auch die Gattungsbegriffe sind historisch beweglich. Opéra-comique, spectacle à machines, comédie avec ariettes, airs, ariettes, concert d’airs und simphonies chantantes bezeichnen keine modernen, streng getrennten Kategorien. Vielmehr handelt es sich um ein Netz von Aufführungs- und Druckformen. Alexandres Werk ist gerade deshalb interessant, weil es diese Durchlässigkeit der Gattungen zeigt.
Rezeption und kulturgeschichtliche Bedeutung
Die spätere Rezeption Alexandres blieb begrenzt. Er wurde nicht zu einer zentralen Figur der französischen Operngeschichte und auch nicht zu einem kanonischen Komponisten der Sinfonie oder Violinmusik. Seine Bedeutung liegt vielmehr in der Rekonstruktion des musikalischen Mittelgrunds. Er zeigt, wie breit, flexibel und praktisch orientiert das Pariser Musikleben des 18. Jahrhunderts war.
Für die Geschichte der Opéra comique ist Alexandre ein Beispiel für jene Komponisten, die kleinere Bühnenwerke, Arietten, Bearbeitungen und Mischformen lieferten. Solche Werke waren für die Entwicklung des französischen Musiktheaters wichtig, auch wenn sie später von den großen Namen überstrahlt wurden. Ohne diese mittlere Produktion wäre die Etablierung einer bürgerlich verständlichen, melodisch beweglichen und dialognahen Opernform kaum zu verstehen.
Für die Instrumentalmusik ist Alexandre deshalb interessant, weil er als Geiger und Komponist in einer Zeit tätig war, in der die französische Violinpraxis zunehmend von italienischen und frühklassischen Einflüssen durchdrungen wurde. Duette, Trio-Sonaten, Concerts d’airs und Sinfonien zeigen eine musikalische Kultur, die nicht ausschließlich auf Virtuosität, sondern auf Gebrauch, Unterricht, Salonfähigkeit und flexible Besetzung zielte.
Kulturgeschichtlich steht Alexandre schließlich für das Ende einer Epoche. Sein Todesjahr 1788 liegt unmittelbar vor der Französischen Revolution. Die musikalischen Institutionen, die Druckpraxis, die Theaterstruktur, die aristokratische Patronage und die Ausbildungswege veränderten sich nach 1789 grundlegend. Alexandre gehört noch ganz zum späten Ancien Régime, zu einer Welt, in der Musiker zwischen Bühne, Adelshaus, Unterricht und Verlagswesen ihren Lebensunterhalt suchten.
Sekundärliteratur
- Barry S. Brook: La Symphonie française dans la seconde moitié du XVIIIe siècle. Grundlegender Kontext zur französischen Sinfonie des 18. Jahrhunderts und zur Katalogisierung französischer Instrumentalmusik.
- Chappell White: From Vivaldi to Viotti: A History of the Early Classical Violin Concerto. Philadelphia: Gordon and Breach, 1992. Kontext zur frühen klassischen Violinmusik, zu französisch-italienischen Einflüssen und zur Position von Geigerkomponisten im 18. Jahrhundert.
- David Charlton: Opera in the Age of Rousseau: Music, Confrontation, Realism. Cambridge: Cambridge University Press, 2012. Wichtige Darstellung zur französischen Oper und Opéra comique im 18. Jahrhundert.
- Francesco Cotticelli und Paologiovanni Maione: Le arti della scena e l’esotismo in età moderna. Kontext zu exotischen Stoffen, Bühnenmaschinen, Theaterwirkung und Spektakelkultur des 18. Jahrhunderts.
- Jacques Goizet und Auguste Burtal: Dictionnaire universel du Théâtre en France. Paris, 1867. Ältere lexikalische Quelle zur französischen Theatergeschichte und zu Bühnenwerken des 18. Jahrhunderts.
- Jean-Christophe Maillard: La bibliothèque musicale des ducs d’Aiguillon. Archives départementales du Lot-et-Garonne, 1999. Spezialisierte Quelle zum musikalischen Umfeld des Hauses d’Aiguillon und damit zu Alexandres aristokratischem Wirkungszusammenhang.
- Julian Rushton: Schriften zur französischen Oper und Opéra comique des 18. Jahrhunderts. Hilfreich für die Einordnung von Arietten, komischer Oper und französischer Bühnenkultur.
- M. Elizabeth C. Bartlet: Studien zu französischer Oper, Opéra comique und Pariser Theaterinstitutionen. Kontext zur institutionellen und repertoiregeschichtlichen Lage des Pariser Musiktheaters.
- Neal Zaslaw: Studien zur klassischen Orchesterpraxis und zur Sinfonie des 18. Jahrhunderts. Vergleichender Kontext für Alexandres Instrumentalwerke und kleinorchestrale Besetzungen.
- Enciclopedia dello spettacolo, Bd. 1. Rom, 1975. Lexikalischer Kontext zu Bühnenkultur, Spektakel und Theaterformen.
- Die Musik in Geschichte und Gegenwart, MGG Online: Artikel zu Charles-Guillaume Alexandre sowie zu Opéra comique, Pariser Musiktheater, Ariette, Violinmusik und französischer Sinfonie des 18. Jahrhunderts. Fachlexikalische Grundlage zur biographischen und werkgeschichtlichen Einordnung.
- The New Grove Dictionary of Music and Musicians: Artikel zu französischer Opéra comique, Pariser Theater, französischer Violinmusik und frühen Sinfonieformen. Englischsprachige fachlexikalische Grundlage zur internationalen Einordnung.
Ausgewählte Onlinequellen
- Bru Zane Mediabase: Charles-Guillaume Alexandre Künstlerseite zum französischen Komponisten und Geiger mit knapper Datierung, Berufsangabe und Werkverweisen.
- Bru Zane Mediabase: Georget et Georgette Werkbezogene Seite zu Alexandres Opéra-comique Georget et Georgette mit Bezug zum Komponisten und zur Werküberlieferung.
- Composers Classical Music: Alexandre, Charles or Claude Guillaume Kurzprofil mit Namensvariante, Lebensdaten, Pariser Stationen, Opéra-Comique-Tätigkeit, Dienst beim duc d’Aiguillon und Hinweis auf die Sei sinfonie a 8 op. 6.
- data.bnf.fr: Authors born in 1735 BnF-Datenseite, auf der Charles-Guillaume Alexandre im Umfeld der um 1735 geborenen Personen mit Lebensdatierung erscheint.
- Google Books: Georget et Georgette Digitalisierter Libretto- beziehungsweise Drucknachweis zu Georget et Georgette, mit Charles-Guillaume Alexandre und Harny de Guerville als beteiligten Autoren.
- Google Play Books: Georget et Georgette Weiterer digitaler Zugang zum Druck von Georget et Georgette sowie zu verwandten Werken im Umfeld von Harny de Guerville.
- IMSLP: Dictionnaire lyrique portatif Hinweis auf die Arietten- und Bühnenmelodienkultur, in deren Kontext auch Georget et Georgette erscheint.
- MGG Online: Alexandre, Charles-Guillaume Fachlexikalischer Artikel zu Biographie, Todesdatierung, Werküberlieferung und quellenkritischen Fragen.
- Wikipedia fr: Charles-Guillaume Alexandre Kurzartikel mit Überblick zu Lebensdaten, Opéra-Comique-Tätigkeit, Pariser Stationen und Werkverzeichnis; als Einstieg nützlich, quellenkritisch jedoch durch Fachliteratur zu ergänzen.
- Wikipedia en: Charles-Guillaume Alexandre Englischer Kurzartikel mit biographischer Zusammenfassung und Werkübersicht.
- OPAC SBN / ICCU: Alexandre, Charles Guillaume Italienischer Bibliotheks- und Werkdatenbanknachweis, unter anderem mit Bezug auf die Sei sinfonie op. 6.
- Internet Archive: Catalogue of Printed Music published between 1487 and 1800 Historischer Katalogtext mit Nachweisen zu Georget et Georgette, Le Petit-Maître en Province und verwandten Musikdrucken.
- WorldCat: Charles-Guillaume Alexandre Internationaler Bibliothekskatalog zur Recherche nach Drucken, Libretti, Musikquellen und Sekundärliteratur.
- WorldCat: Georget et Georgette Alexandre Gezielte Recherche nach Bibliotheksnachweisen zu Alexandres bekanntestem Opéra-comique-Werk.
Weiterführende Einträge
- Aiguillon, duc d’ Aristokratischer Dienstherr, in dessen musikalischem Umfeld Alexandre ab 1772 als erster Geiger genannt wird.
- Alessandri, Felice Italienischer Komponist, mit dem Alexandres Sei sinfonie a 8 op. 6 in der Zuschreibungsgeschichte verwechselt wurden.
- Alessandro, Gennaro d’ Komponist, der in der Namens- und Zuschreibungsgeschichte der Sei sinfonie a 8 als Verwechslungsname erscheint.
- Alexandre, Charles-Guillaume Alphabetische Ansatzform für den französischen Geiger und Komponisten des 18. Jahrhunderts.
- Ancien Régime Gesellschafts- und Kulturordnung Frankreichs vor der Revolution, in der Alexandre als Theatermusiker, Geiger und Lehrer wirkte.
- Ariette Kleine gesangliche Nummer, die für Alexandres Bühnen- und Druckkultur besonders wichtig ist.
- Arie Vokale Einzelnummer, deren kleinere französische Formen im Umfeld der Opéra comique und der Ariettensammlungen erscheinen.
- Audinot, Nicolas-Médard Librettist und Theatermann, mit dem Alexandre im Zusammenhang von Le Tonnelier genannt wird.
- Basso continuo Begleitpraxis, die in Alexandres Airs, Arietten und kammermusikalischen Drucken noch eine wichtige Rolle spielt.
- Comédie avec ariettes Französische Bühnenform des 18. Jahrhunderts, die gesprochenen Dialog und gesungene Nummern verbindet.
- Duc d’Aiguillon Adeliger Kontext, in dem Alexandre als erster Geiger tätig war.
- Foire Saint-Germain Pariser Jahrmarkt und wichtiger Ort der frühen Opéra-comique- und Theaterkultur.
- Foire Saint-Laurent Pariser Jahrmarkt, an dem Georget et Georgette 1761 im Opéra-Comique-Umfeld aufgeführt wurde.
- Geiger Berufs- und Instrumentalprofil Alexandres, das seine Bühnen-, Kammermusik- und Unterrichtstätigkeit bestimmt.
- Georget et Georgette Opéra-comique in einem Akt von Charles-Guillaume Alexandre und Harny de Guerville, 1761 an der Foire Saint-Laurent aufgeführt.
- Gossec, François-Joseph Französischer Komponist, der im Zusammenhang von Le Tonnelier und der französischen Instrumentalmusik des 18. Jahrhunderts relevant ist.
- Grétry, André-Ernest-Modeste Zentrale Gestalt der späteren französischen Opéra comique und wichtiger Vergleichspunkt zu Alexandres früherem Umfeld.
- Gitarre Instrument der häuslichen Ariettenbegleitung, das in Alexandres Recueil-Kontext erscheint.
- Harny de Guerville, Charles Librettist und Theaterautor, mit dem Alexandre bei Georget et Georgette und Le Petit-maître en province verbunden ist.
- Instrumentalmusik Werkbereich Alexandres, der Duette, Concerts d’airs, Kammermusik und Sinfonien umfasst.
- Jahrmarkttheater Pariser Bühnenmilieu, aus dem wichtige Formen der Opéra comique hervorgingen.
- Kammermusik Gattungsfeld, in dem Alexandres Duette, Trio-Sonaten und Quartettsätze einzuordnen sind.
- Kohaut, Josef Komponist, der im kollaborativen Werkzusammenhang von Le Tonnelier neben Alexandre genannt wird.
- Monsigny, Pierre-Alexandre Komponist der französischen Opéra comique und Hauptkomponist von La Belle Arsène, zu dem Alexandre instrumentale Beiträge lieferte.
- Opéra comique Französische Bühnenform mit gesprochenem Dialog und Musiknummern, zentral für Alexandres Theaterwerke.
- Opéra-Comique Paris Institutioneller Rahmen der französischen komischen Oper, in dessen Umfeld Alexandre als Geiger und Komponist tätig war.
- Paris Hauptwirkungsort Alexandres und Zentrum von Theater, Musikdruck, Salonkultur und aristokratischer Musikpflege des 18. Jahrhunderts.
- Pariser Musikdruck Verlags- und Druckkultur, durch die Alexandres Arietten, Bühnenwerke und Instrumentalmusik verbreitet wurden.
- Philidor, François-André Danican Französischer Komponist und Schachmeister, der im Umfeld der Opéra comique und bei Le Tonnelier relevant ist.
- Quétant, François-Antoine Librettist im Umfeld von Le Tonnelier und der französischen Opéra-comique-Kultur.
- Servandoni, Giovanni Niccolò Bühnenkünstler und Textbezug der Spektakelwerke Le Triomphe de l’amour conjugal und La Conquête du Mogol.
- Sinfonie Gattungsbereich, in den Alexandres Sei sinfonie a 8 op. 6 einzuordnen sind.
- Spektakelmusik Bühnenmusikalischer Bereich mit Maschinen, visuellen Effekten und theatraler Schauwirkung.
- Théâtre de l’Opéra-Comique Pariser Theaterinstitution, an der Alexandre von 1753 bis 1755 als Geiger tätig war.
- Trial, Jean-Claude Komponist, der in kollaborativen Opéra-comique-Zusammenhängen neben Alexandre erscheint.
- Violine Alexandres Hauptinstrument und Grundlage seiner Tätigkeit als Spieler, Lehrer und Komponist von Duetten und Kammermusik.