Pietro Simone Agostini (auch Piersimone, Pier Simone, Augustini oder Simeone Agostini)
Pietro Simone Agostini, auch Piersimone Agostini, Pier Simone Agostini, Pietro Simone Augustini oder Simeone Agostini, war ein italienischer Komponist des 17. Jahrhunderts. Nach verbreiteter lexikalischer Tradition wurde er um 1635 in Forlì geboren; andere Quellen nennen Rom, Mombaroccio oder Monte Baroccio beziehungsweise verzichten auf einen sicheren Geburtsort. Sicher ist sein Tod am 1. Oktober 1680 in Parma. Agostini schrieb Opern, Oratorien, Kantaten, Motetten und geistliche Musik. Seine Laufbahn führte ihn durch mehrere wichtige Musikräume des barocken Italien: Venedig, Mailand, Genua, Rom, Ariccia, Bologna, Siena und zuletzt Parma.
Überblick
Pietro Simone Agostini gehört zu den beweglichen italienischen Theater- und Kirchenmusikern des mittleren und späteren 17. Jahrhunderts. Sein Werk steht zwischen öffentlicher venezianischer Oper, höfischer Fest- und Repräsentationskultur, römischem Oratorium, aristokratischem Privat- und Palasttheater, Kammerkantate und kirchlicher Kapellmusik. Er ist kein Komponist eines einzigen stabilen institutionellen Milieus, sondern eine Figur, deren Laufbahn gerade durch Ortswechsel, Auftragssituationen und wechselnde Gattungsräume bestimmt wird.
Seine früheste greifbare Theaterverbindung ist Il Tolomeo, 1658 in Venedig am Teatro Sant’Apollinare. In den Jahren um 1669 und 1670 begegnet er im Umfeld Mailänder und Genueser Opernproduktionen, häufig in Zusammenarbeit mit anderen Komponisten wie Francesco Rossi, Lodovico Busca und Pietro Andrea Ziani. In den 1670er Jahren wurde Gl’inganni innocenti, overo L’Adalinda in Ariccia, Bologna, Siena, Mailand und anderen Städten aufgeführt beziehungsweise überarbeitet. 1680 erreichte Agostini mit Il ratto delle Sabine am venezianischen Teatro San Giovanni Grisostomo einen besonders prestigeträchtigen Opernort.
Neben der Oper schrieb Agostini Oratorien, Kantaten und geistliche Musik. Treccani nennt zwei Oratorien zu den Wundern des heiligen Antonius, zahlreiche Kantaten in europäischen Bibliotheken und einzelne geistliche Werke wie Improperium expectavit und ein Offertorium zu Allerheiligen. Diese Doppelrolle als Theaterkomponist und geistlicher beziehungsweise höfischer Kapellmusiker ist für das 17. Jahrhundert charakteristisch: Dramatische, devotional-geistliche und repräsentative Klangformen standen nicht nebeneinander, sondern bildeten ein flexibles Berufsfeld.
Kurzdaten
| Hauptname | Pietro Simone Agostini |
|---|---|
| Weitere Namensformen | Piersimone Agostini; Pier Simone Agostini; Pietro Simone Augustini; Simeone Agostini; Simone Agostini; Agustini; Augustini |
| Geburtsdatum | Um 1635; einzelne Quellen nennen 1630 oder allgemein die Mitte des 17. Jahrhunderts |
| Geburtsort | Nach der hier angesetzten Lemmaform Forlì; konkurrierend werden Rom, Mombaroccio beziehungsweise Monte Baroccio genannt |
| Sterbedatum | 1. Oktober 1680 |
| Sterbeort | Parma |
| Beruf | Komponist, Kapellmeister, Theaterkomponist, Oratorien- und Kantatenkomponist |
| Wichtige Wirkungsorte | Venedig, Mailand, Genua, Ariccia, Bologna, Siena, Rom, Parma |
| Wichtige Auftraggeber und Milieus | Accademici Imperturbabili, Accademici Sfaccendati, Chigi-Umfeld, römisches Oratorio del Santissimo Crocifisso, Hof Ranuccio II. Farneses in Parma |
| Ämter | 1674 Kapellmeister am Oratorio del Santissimo Crocifisso in Rom; ab 1679 im Dienst Ranuccio II. Farneses in Parma; Kapellmeister der herzoglichen Kirche S. Maria della Steccata |
| Hauptgattungen | Oper, dramma per musica, favola drammatica musicale, Oratorium, Kantate, Motette, Offertorium, geistliche Musik |
| Bekannte Werke | Il Tolomeo, La regina Floridea, L’Ippolita, regina delle Amazzoni, Eliogabalo, La costanza di Rosmonda, Gl’inganni innocenti, overo L’Adalinda, Il ratto delle Sabine, Il Primo miracolo di S. Antonio, Il Secondo miracolo di S. Antonio, O quam suavis est Domine spiritus tuus |
| Kulturgeschichtliche Bedeutung | Agostini steht für die mobile Opern- und Kapellmeisterkultur des italienischen Seicento, für kollaborative Opernproduktion, aristokratische Theaterformen und die Verbindung von Bühne, Oratorium, Kantate und höfischer Kirchenmusik. |
Quellenlage, Namensformen und Herkunftsfrage
Die Quellenlage zu Pietro Simone Agostini ist in den Grunddaten nicht vollkommen einheitlich. Für diese Seite wird die vom Lemma vorgegebene Form um 1635 in Forlì als Hauptansatz verwendet. Zugleich ist festzuhalten, dass Treccani-DBI als Geburtsort Rom und allgemein die Mitte des 17. Jahrhunderts nennt; Corago verwendet in den Opern- und Ereignisdatensätzen häufig die Lebensspanne 1630–1680; IMSLP nennt „ca. 1635 — 1 October 1680“, ohne einen Geburtsort festzulegen; einzelne neuere Web- und Normdatenzusammenhänge nennen Mombaroccio oder Monte Baroccio. Der Sterbeort Parma und das Sterbedatum 1. Oktober 1680 sind dagegen stabil.
Auch die Namensformen variieren. Neben Pietro Simone Agostini begegnen Piersimone Agostini, Pier Simone Agostini, Simeone Agostini, Simenone Agostini, Agustini und Augustini. Für die lexikalische Ansetzung ist Agostini, Pietro Simone am zweckmäßigsten, weil diese Form in modernen Katalogen, in Corago, in IMSLP und in Treccani besonders deutlich hervortritt.
Die Werküberlieferung verteilt sich auf Librettodrucke, Handschriften, Opernkataloge, Bibliotheksbestände und spätere Sammlungen. Viele Opern sind nur durch Libretti, Ereignisdaten oder Zuschreibungen fassbar; einzelne Partituren oder Handschriften liegen in Modena, Bologna, Rom, München, Wien, Dresden, London und weiteren Bibliothekszusammenhängen. Deshalb wird im Werkverzeichnis zwischen sicher belegten Bühnenereignissen, kollaborativen Anteilen, zugeschriebenen Werken und nur in späterer Rezeption greifbaren Einzelstücken unterschieden.
Biographischer Verlauf
Über Agostinis Herkunft, Familie und musikalische Ausbildung ist wenig Sicheres bekannt. Die ältere biographische Überlieferung zeichnet ein bewegtes Leben, in dem musikalische Tätigkeit, Ortswechsel, höfische Dienste und konfliktreiche Episoden eng nebeneinanderstehen. In manchen Kurzartikeln wird berichtet, er sei nach einer Verwicklung in eine Gewalttat aus Forlì ausgewiesen worden, habe bei Mazzaferrata in Ferrara studiert, militärische Dienste auf Kreta geleistet und den Orden vom Goldenen Sporn erhalten. Solche Angaben sind kulturgeschichtlich interessant, müssen aber quellenkritisch vorsichtig behandelt werden.
Die früheste greifbare musikalische Station ist Venedig. 1658 erscheint Il Tolomeo am Teatro Sant’Apollinare. Das Werk steht im Kontext der Accademici Imperturbabili und der venezianischen Theaterkultur, in der Akademie, Karneval, Musiktheater und gesellschaftliche Repräsentation eng miteinander verbunden waren. Danach wird Agostini vor allem in den späten 1660er und frühen 1670er Jahren in Mailand und Genua sichtbar.
1669 beziehungsweise 1670 begegnet er im Zusammenhang mit Argia, La regina Floridea und L’Ippolita, regina delle Amazzoni, wobei diese Werke teilweise kollaborativ entstanden. 1670 wurde in Genua Eliogabalo aufgeführt; im selben Jahr wird La costanza di Rosmonda genannt. In den folgenden Jahren tritt Gl’inganni innocenti, overo L’Adalinda hervor, ein Werk, das in Ariccia, Bologna, Siena, Mailand und weiteren Aufführungskontexten nachweisbar ist.
1674 wird Agostini als Kapellmeister am Oratorio del Santissimo Crocifisso in Rom genannt. 1679 wurde er von Ranuccio II. Farnese nach Parma berufen und übernahm im selben Jahr eine Kapellmeisterfunktion an der herzoglichen Kirche S. Maria della Steccata. Damit erreichte er eine feste höfisch-kirchliche Stellung. Er starb jedoch bereits am 1. Oktober 1680 in Parma, also nur kurze Zeit nach dieser Berufung.
Frühe Theaterjahre und Venedig
Die venezianische Theaterwelt um 1658 war einer der wichtigsten Opernräume Europas. Öffentliche Opernhäuser, akademische Gruppierungen, Karnevalsstrukturen und kommerzielle Aufführungspraxis bildeten ein neuartiges Musiktheatersystem. In diesem Umfeld erscheint Agostini mit Il Tolomeo, einem dramma beziehungsweise dramma per musica, das am Teatro Sant’Apollinare aufgeführt wurde.
Das Werk ist für Agostinis Laufbahn grundlegend, weil es ihn unmittelbar in die venezianische Opernkultur stellt. Venedig war für Komponisten des 17. Jahrhunderts nicht nur ein Aufführungsort, sondern ein Markt. Opern mussten auf Sänger, Theaterunternehmer, Librettisten, Karnevalspublikum und wechselnde Aufführungsbedingungen reagieren. Die Fähigkeit, dramatische Situationen, Arien, Rezitative, Chöre, Prologe und Intermezzi flexibel zu gestalten, war daher entscheidend.
Agostinis späteres Werk zeigt, dass er diese flexible Theaterpraxis beherrschte. Seine Opern konnten überarbeitet, an neuen Orten wiederaufgenommen und mit neuen Arien ergänzt werden. Das war für die Barockoper kein Ausnahmefall, sondern eine normale Form der Werkzirkulation.
Mailand, Genua und kollaborative Opernproduktion
In Mailand und Genua begegnet Agostini als Teil einer kollaborativen Opernproduktion. La regina Floridea, Argia und L’Ippolita, regina delle Amazzoni sind mit mehreren Komponisten verbunden. Dabei konnten Akte oder Werkteile unter verschiedenen Musikern aufgeteilt werden. Diese Praxis war im 17. Jahrhundert durchaus geläufig. Sie zeigt, dass die Oper nicht notwendig als geschlossenes Werk eines einzigen Autors verstanden wurde, sondern als aufführungsorientierte Produktion.
Die Zusammenarbeit mit Komponisten wie Francesco Rossi, Lodovico Busca und Pietro Andrea Ziani stellt Agostini in ein professionelles Netzwerk norditalienischer Theatermusiker. Solche Netzwerke waren für die Verbreitung von Stilen, Sängerinnen und Sängern, Libretti und Aufführungspraktiken entscheidend. Ein Komponist konnte an einem Ort einen Akt schreiben, an einem anderen Ort ein ganzes Werk liefern und an einem dritten Ort eine überarbeitete Fassung betreuen.
Genua war für Agostini 1670 besonders wichtig. Dort erscheinen Eliogabalo und La costanza di Rosmonda am Teatro del Falcone. Damit ist Agostini in einem Theaterraum präsent, der zwar nicht dieselbe kanonische Berühmtheit wie Venedig besitzt, aber im 17. Jahrhundert ein wichtiger Ort höfischer und städtischer Opernaufführung war.
Ariccia, Rom und aristokratische Theaterkultur
Mit Gl’inganni innocenti, overo L’Adalinda tritt Agostini in den Bereich aristokratischer Theaterkultur. Das Werk wurde 1673 in Ariccia im Umfeld der Accademici Sfaccendati aufgeführt. Ariccia ist hier nicht bloß ein Ort, sondern ein Zeichen für die Verbindung von aristokratischer Villeggiatur, literarisch-musikalischer Akademie, Palasttheater und römischer Adelskultur.
Das Werk wurde später in Bologna, Siena, Mailand und weiteren Kontexten wiederaufgenommen oder überarbeitet. Solche Wiederaufnahmen zeigen, wie beweglich Opernstoffe im 17. Jahrhundert waren. Ein Werk konnte neue Arien erhalten, an lokale Sänger angepasst werden, einen veränderten Titel tragen oder in einem anderen sozialen Raum anders wirken.
In Rom ist Agostini außerdem durch seine Verbindung zum Oratorio del Santissimo Crocifisso wichtig. Dieses Oratorium war eine zentrale Institution der römischen Passions- und Oratorienkultur. Dass Agostini dort 1674 Kapellmeister wurde, zeigt seine Fähigkeit, neben der Bühne auch die geistlich-dramatische Musik zu bedienen.
Parma, Farnese-Hof und Tod
1679 wurde Agostini von Ranuccio II. Farnese nach Parma berufen. Parma war im 17. Jahrhundert ein wichtiger höfischer Musik- und Theaterort. Der Farnese-Hof pflegte Oper, Festmusik, Kirchenmusik, Ballett und repräsentative Klangkultur. Die Berufung Agostinis zeigt, dass er zu diesem Zeitpunkt als erfahrener Komponist und Kapellmeister galt.
Noch im selben Jahr übernahm er auch die Kapellmeisterstelle an der herzoglichen Kirche S. Maria della Steccata. Diese Verbindung von Hofdienst und Kirchenamt ist typisch für die Zeit. Ein Kapellmeister musste für liturgische Feiern, höfische Repräsentation und möglicherweise auch Theater- oder Festanlässe musikalisch verfügbar sein.
Agostinis Parma-Zeit blieb kurz. Er starb am 1. Oktober 1680. Sein Tod verhinderte eine längere Konsolidierung seiner höfischen Stellung. Dennoch ist gerade diese letzte Berufung kulturgeschichtlich wichtig, weil sie den Übergang von der mobilen Theaterexistenz zu einem festen herzoglichen Amt markiert.
Ausführlicher Kulturüberblick
Pietro Simone Agostini steht für eine Kultur des italienischen Seicento, in der Musik nicht in festen modernen Kategorien gefasst werden kann. Ein Komponist konnte für öffentliche Opernhäuser, aristokratische Palasttheater, Oratorien, Kirchen, Höfe und private Kammeraufführungen schreiben. Oper, Oratorium, Kantate und Motette bildeten keine streng getrennten Welten, sondern unterschiedliche Ausprägungen einer gemeinsamen vokal-dramatischen Musikkultur.
Die Oper war dabei der sichtbarste Bereich. Seit den 1630er und 1640er Jahren hatte sich in Venedig ein öffentliches Opernsystem entwickelt, das auf saisonaler Aufführung, Starsängern, Librettodruck, Theaterökonomie und dramatischer Aktualität beruhte. Agostinis Il Tolomeo steht in dieser Welt. Das Werk zeigt, dass er früh Zugang zu einem hochkompetitiven Theatermilieu hatte, in dem Komponisten nicht nur musikalisch, sondern auch praktisch und sozial beweglich sein mussten.
Mailand und Genua erweiterten diesen Horizont. Dort begegnet Agostini in kollaborativen Produktionen und als Komponist von Werken, die politische, heroische, mythologische und historische Stoffe behandelten. L’Ippolita, regina delle Amazzoni, Eliogabalo oder La costanza di Rosmonda gehören in eine Welt, in der Antike, Macht, Liebe, Verstellung, Tugend und Konflikt als theatrale Formen musikalisch ausgestaltet wurden. Die Oper bot dabei eine Bühne für höfische Werte und für spektakuläre Affektgestaltung.
Ariccia und das Chigi-Umfeld führen Agostini in eine andere Dimension: die aristokratische Freizeit- und Akademiekultur. Die Accademici Sfaccendati und ähnliche Kreise inszenierten Theater nicht einfach als öffentliches Geschäft, sondern als kultivierte, höfisch-literarische Beschäftigung. Oper war hier Teil von Bildung, Geselligkeit, Repräsentation und sommerlicher Villeggiatur. Gl’inganni innocenti, overo L’Adalinda ist deshalb nicht nur ein Bühnenwerk, sondern ein Dokument aristokratischer Kulturpraxis.
Das römische Oratorium fügt eine geistlich-dramatische Ebene hinzu. Während die Oper weltliche Stoffe, Bühnenspektakel und Sängerpräsenz betonte, verband das Oratorium dramatische Anlage mit Devotion, Buße und heilsgeschichtlicher Reflexion. Agostinis Oratorien über die Wunder des heiligen Antonius zeigen diese Seite seines Schaffens. Sie stehen in der Nähe einer römischen Frömmigkeitskultur, in der Musik affektiv wirken, aber religiös kontrolliert bleiben sollte.
Die Kantate bildet eine dritte Achse. Sie war im 17. Jahrhundert eine zentrale Gattung der Kammerkultur. Kantaten konnten in adeligen Häusern, Akademien und privaten musikalischen Kreisen erklingen. Dass Agostinis Kantaten in verschiedenen europäischen Bibliotheken überliefert sind, zeigt die Zirkulation solcher Stücke über die ursprüngliche Aufführungssituation hinaus. Die Kantate war kleinformatiger als die Oper, aber oft nicht weniger dramatisch.
Die letzte Parma-Phase verbindet Agostini mit höfischer Kirchenmusik. Der Hof Ranuccio II. Farneses benötigte Musik als Zeichen von Rang, Frömmigkeit und politischer Kultur. Die Steccata war ein sakraler Repräsentationsraum des Herzogtums. Agostini trat hier als Kapellmeister in ein institutionelles Amt ein, das eine andere Stabilität versprach als die wechselhafte Theaterproduktion. Sein früher Tod machte aus dieser Berufung jedoch eher einen Schlusspunkt als einen neuen langen Abschnitt.
Kulturgeschichtlich ist Agostini deshalb besonders aufschlussreich, weil er zwischen den Systemen steht. Er zeigt, wie ein Komponist des 17. Jahrhunderts durch Theater, Hof, Kirche, Akademie und Oratorium wandern konnte. Seine Werke sind nicht nur musikalische Objekte, sondern Spuren einer hochmobilen Kultur, in der Librettisten, Sänger, Adelige, Theaterunternehmer, Drucker, Kapellmeister und Höfe gemeinsam an musikalischer Bedeutung arbeiteten.
Stilistische Einordnung
Agostinis Opernstil ist eng mit der venezianischen Schule des 17. Jahrhunderts verbunden. Dazu gehören klare dramatische Situationen, affektbetonte Arien, flexible Rezitativführung, eine starke Orientierung an Sängerrollen und eine dramaturgische Form, die auf Wiederaufnahme und Anpassung vorbereitet ist. Seine Opern stehen nicht in der späteren geschlossenen Werkästhetik, sondern in einer Praxis, in der Stücke verändert, erweitert und an neue Aufführungsbedingungen angepasst werden konnten.
In den kollaborativen Werken zeigt sich die praktische Seite dieser Ästhetik besonders deutlich. Wenn Akte oder Teile eines Dramas von verschiedenen Komponisten stammen, muss die Musik einer gemeinsamen Bühnenlogik dienen, ohne notwendig aus einem einzigen kompositorischen Stilzentrum zu kommen. Agostini war offenbar fähig, in solchen Strukturen produktiv zu arbeiten.
Die geistlichen Werke und Oratorien zeigen eine andere Seite. Hier verbindet sich dramatische Vokalität mit devotionaler Funktion. Motetten wie O quam suavis est Domine spiritus tuus oder geistliche Kompositionen wie Improperium expectavit gehören nicht zum Opernraum, verwenden aber dieselbe vokale Sensibilität des Jahrhunderts. Die Stimme bleibt Trägerin von Affekt, Text und religiöser Bewegung.
Komplettes Werkverzeichnis
Das folgende Werkverzeichnis fasst die derzeit greifbaren Werkgruppen und Einzeltitel zusammen. Es unterscheidet zwischen Opern und musikdramatischen Werken, Oratorien, Kantaten, geistlichen Werken und späterer Einzelüberlieferung. Bei einzelnen Opern ist die Autorschaft geteilt, teilweise zugeschrieben oder nur durch Libretto- und Ereigniskataloge belegt. Die Angaben sind daher quellenkritisch formuliert.
Werkgruppen
| Opern und musikdramatische Werke | Il Tolomeo, Argia, La regina Floridea, L’Ippolita, regina delle Amazzoni, Eliogabalo, La costanza di Rosmonda, Gl’inganni innocenti, overo L’Adalinda, Il ratto delle Sabine sowie in Katalogen genannte spätere oder posthume Aufführungszusammenhänge wie L’Idaspe in Anzio. |
|---|---|
| Oratorien | Il Primo miracolo di S. Antonio und Il Secondo miracolo di S. Antonio, beide für vier Stimmen, Chor und Instrumente genannt. |
| Kantaten | Zahlreiche Kantaten, überliefert in Bibliotheken in Rom, Modena, Bologna, Dresden, München, Wien und London; einzelne Kantaten erscheinen in modernen Sammlungen und digitalen Katalogen. |
| Geistliche Werke | Improperium expectavit zu vier Stimmen; Offertorio per tutti li Santi zu zwei Stimmen und Basso; O quam suavis est Domine spiritus tuus für zwei Stimmen und Basso continuo; weitere geistliche Stücke in Handschriften und Sammlungen. |
| Theoretische oder spätere Überlieferung | Eine Fuge Sicut erat zu fünf Stimmen wurde später mit kritischen Bemerkungen in Paoluccis Arte pratica di Contrappunto aufgenommen; die Arie Tu non m’intendi, Amor aus Il ratto delle Sabine wurde in einer modernen Ariensammlung des frühen 20. Jahrhunderts wiedergegeben. |
Opern und musikdramatische Werke
| Il Tolomeo | Dramma beziehungsweise dramma per musica; Venedig, Teatro Sant’Apollinare, 1658. Der Text steht im Umfeld der Accademici Imperturbabili. Das Werk markiert Agostinis frühen Eintritt in die venezianische Opernkultur. |
|---|---|
| Argia, principessa di Negroponte | Opernproduktion in Mailand um 1669, Libretto von P. Mauri; nach Treccani in Zusammenarbeit mit Francesco Rossi und Lodovico Busca komponiert. Die genaue Werkgestalt ist quellenkundlich zu prüfen. |
| La regina Floridea | Libretto von G. Pancieri beziehungsweise Pietro Manni in verschiedenen Katalogtraditionen; Mailand, Teatro Ducale, um 1669 beziehungsweise 1670. Agostini komponierte nach Treccani den dritten Akt, während die ersten beiden Akte von Francesco Rossi und Lodovico Busca stammten. Spätere Aufführungs- und Umformungskontexte erscheinen unter Floridea. |
| L’Ippolita, regina delle Amazzoni | Mailand, Teatro Ducale, 1670. Kollaborative Oper mit Lodovico Busca und Pietro Andrea Ziani; der Libretto- und Quellenkontext nennt unter anderem Giovanni Rabbia beziehungsweise Carlo Maria Maggi in abweichenden Überlieferungen. Agostinis Anteil betrifft nach der Werktradition einen Teil der musikalischen Ausarbeitung. |
| Eliogabalo | Dramma per musica auf ein Libretto von Aurelio Aureli; Genua, Teatro del Falcone, 28. Januar 1670. Das Werk gehört zum antikisierend-politischen Stoffkreis der Barockoper. |
| La costanza di Rosmonda | Melodramma beziehungsweise dramma per musica auf ein Libretto von Aurelio Aureli; Genua, Teatro del Falcone, 1670. Die Musik wird Agostini zugeschrieben. Das Werk ist in der Opern- und Librettokatalogüberlieferung besonders wichtig, weil es Agostinis Genueser Theatertätigkeit bezeugt. |
| Gl’inganni innocenti, overo L’Adalinda | Favola drammatica musicale auf ein Libretto von Giovanni Filippo Apolloni; Ariccia, Palazzo Chigi, Herbst 1673, im Umfeld der Accademici Sfaccendati. Wiederaufnahmen beziehungsweise revidierte Fassungen sind für Bologna 1675, Siena 1677, Mailand 1679, Florenz 1679 und weitere Kontexte nachweisbar. |
| Gli inganni innocenti | Revidierte beziehungsweise unter verkürztem Titel laufende Fassung von Gl’inganni innocenti, overo L’Adalinda; Mailand, Regio Teatro beziehungsweise Teatro Ducale, 12. Januar 1679. Die Mailänder Fassung enthielt nach Treccani neue Arien. |
| L’Adalinda | Spätere Titel- beziehungsweise Aufführungsform des Adalinda-Stoffes; unter diesem Titel in Corago für Florenz, Casino da S. Marco, 1679 nachgewiesen. Die Werkidentität ist mit Gl’inganni innocenti zu verbinden. |
| Il ratto delle Sabine | Dramma per musica in drei Akten, Libretto von Giacomo Francesco Bussani; Venedig, Teatro San Giovanni Grisostomo, 17. Januar 1680. Der Librettodruck erschien 1680 bei Francesco Nicolini. Das Werk gehört zu Agostinis prominentesten Opern und wurde später auch in Bologna wiederaufgenommen. |
| L’Idaspe in Anzio | In Corago als Aufführungsereignis für Bologna, Teatro Formagliari, Januar 1681, mit Agostini verbunden. Wegen des Datums nach Agostinis Tod ist das Werk als posthumer Aufführungs- oder Zuschreibungskomplex besonders quellenkritisch zu behandeln. |
| Prologo e interludi | Für Venedig, Teatro Sant’Apollinare, Januar 1658, in Corago als Ereignis unter Agostinis Namen nachgewiesen. Der Zusammenhang ist mit der Theaterpraxis um Il Tolomeo und den Aufführungsformen des frühen venezianischen Opernbetriebs zu prüfen. |
Oratorien
| Il Primo miracolo di S. Antonio | Oratorium zu vier Stimmen mit Chor und Instrumenten. Treccani nennt Handschrift und zwei Librettodrucke in der Biblioteca Estense in Modena. Das Werk gehört zu Agostinis geistlich-dramatischer Produktion. |
|---|---|
| Il Secondo miracolo di S. Antonio | Oratorium zu vier Stimmen mit Chor und Instrumenten. Wie das erste Antonius-Oratorium ist es im Modeneser Überlieferungszusammenhang greifbar. Die Werke zeigen Agostinis Verbindung zum italienischen Oratorium neben der Oper. |
| Miracoli di S. Antonio | Corago nennt einen Aufführungszusammenhang Modena 1687. Da dieses Datum nach Agostinis Tod liegt, ist von posthumer Aufführung, Überlieferung oder Katalogzusammenfassung der Antonius-Oratorien auszugehen. |
Kantaten
| Kantaten in römischen Bibliotheken | Treccani nennt zahlreiche Kantaten Agostinis in römischen Beständen. Sie gehören zum kammermusikalischen Vokalrepertoire des Seicento und sind für die aristokratische und akademische Musikpraxis relevant. |
|---|---|
| Kantaten in Modena | Mehrere Kantaten sind in Modeneser Beständen greifbar. Die Biblioteca Estense ist auch für Opern- und Oratorienüberlieferung Agostinis wichtig. |
| Kantaten in Bologna | Bologneser Bestände verweisen auf die Zirkulation von Agostinis Kammermusik zwischen römischem, norditalienischem und gelehrtem Sammlermilieu. |
| Kantaten in Dresden, München und Wien | Die Verbreitung in mitteleuropäischen Bibliotheken zeigt, dass Agostinis Kammerkantaten nicht nur lokal kursierten, sondern in höfische und sammlerische Netzwerke gelangten. |
| Kantaten in London | Treccani nennt den früheren British-Museum-Kontext. Diese Überlieferung ist für die internationale Sammlungs- und Rezeptionsgeschichte der italienischen Kantate wichtig. |
| Kantaten in Alfred Cortots Sammlung | IMSLP führt Agostini in Sammlungszusammenhängen, darunter Kantaten aus Alfred Cortots Collection. Solche modernen Erschließungen machen einzelne Kantaten für heutige Forschung und Aufführungspraxis leichter auffindbar. |
| Kantaten im Bestand I-Bc V.41 | IMSLP nennt 12 Cantatas for Voice and Continuo, I-Bc V.41 als Sammlung mit Agostini-Bezug. Die genaue Einzelzuordnung ist am Handschriftenbestand zu prüfen. |
| Kantaten im Bestand I-MOe Mus. F.1385 | IMSLP nennt 13 Cantatas, I-MOe Mus. F.1385 als Sammlung mit Agostini-Bezug. Der Modeneser Bestand passt zur übrigen Werküberlieferung Agostinis. |
Geistliche Werke und Motetten
| O quam suavis est Domine spiritus tuus | Antiphon beziehungsweise geistliches Werk für zwei Stimmen und Basso continuo; bei IMSLP als eigene Werkseite nachgewiesen. Das Stück zeigt Agostini im Bereich kleiner geistlicher Vokalmusik. |
|---|---|
| Improperium expectavit | Geistliches Werk zu vier Stimmen; Treccani nennt eine früher in Berlin befindliche, wahrscheinlich autographe Quelle. Das Werk gehört zum Passions- beziehungsweise Klageton geistlicher Polyphonie. |
| Offertorio per tutti li Santi | Offertorium zu zwei Stimmen und Basso; nach Treccani im Archiv von S. Petronio in Bologna nachgewiesen. Es steht für Agostinis liturgisch gebundene Kirchenmusik. |
| Sicut erat | Fuga zu fünf Stimmen; später in Paoluccis Arte pratica di Contrappunto aufgenommen und mit kritischen Bemerkungen versehen. Dadurch trat Agostini auch in die kontrapunktische Lehr- und Rezeptionsgeschichte ein. |
| Weitere Motetten | Agostini schrieb nach den lexikalischen Angaben mehrere Motetten. Die vollständige Einzelidentifizierung ist wegen verstreuter Handschriften und Sammelbestände quellenkritisch weiter zu prüfen. |
Einzelüberlieferung, Bearbeitungen und moderne Rezeption
| Tu non m’intendi, Amor | Arie aus Il ratto delle Sabine; in moderner Ausgabe in M. Zanons Raccolta di 24 Arie di vari Autori del sec. XVII, Mailand 1914, wiedergegeben. |
|---|---|
| Il ratto delle Sabine, Librettodruck | Libretto Venedig, Francesco Nicolini, 1680; digital unter anderem über Library of Congress und Google Books greifbar. Der Druck ist ein zentraler Quellenzeuge zu Agostinis spätem Opernschaffen. |
| Gl’inganni innocenti, overo L’Adalinda, Partitur und Libretti | Treccani nennt eine handschriftliche Partitur und zwei Librettodrucke in der Biblioteca Estense in Modena. Dieser Quellenkomplex ist für die Aufführungs- und Fassungsfrage des Werks besonders wichtig. |
| Spätere Libretto- und Aufführungsnachweise | Corago, WorldCat, Library of Congress und Google Books dokumentieren mehrere Libretto- und Aufführungszusammenhänge, die Agostinis Opern im europäischen Bibliotheks- und Digitalraum sichtbar halten. |
Rezeption und Forschungsgeschichte
Agostinis Rezeption ist ungleichmäßig. In der allgemeinen Musikgeschichtsschreibung steht er nicht auf einer Stufe mit Cavalli, Cesti, Stradella oder Alessandro Scarlatti. In der Spezialforschung zur venezianischen Oper, zur römischen Oratorienkultur, zur Chigi-Theaterpraxis und zur Farnese-Musik erscheint er jedoch als aussagekräftige Figur. Sein Werk zeigt exemplarisch, wie Komponisten des 17. Jahrhunderts zwischen mehreren musikalischen Märkten und Institutionen agierten.
Die ältere Lexikographie interessierte sich vor allem für die biographischen Anekdoten, für seine Theaterwerke und für einzelne geistliche Kompositionen. Treccani-DBI bietet eine knappere, aber sachlich konzentrierte Zusammenfassung von Ämtern, Werkgruppen und Quellen. Corago macht die Opern- und Librettoereignisse systematisch sichtbar. IMSLP und digitale Bibliotheken ermöglichen heute eine erneute Sicht auf einzelne Werke, vor allem auf O quam suavis est Domine spiritus tuus und auf die Librettodrucke.
Für die weitere Forschung bleiben drei Punkte besonders wichtig: Erstens muss die Herkunftsfrage quellenkritisch geklärt werden; zweitens sind die kollaborativen Opernanteile genau zu trennen; drittens verdienen die Kantaten und geistlichen Werke stärkere Aufmerksamkeit, weil sie Agostini nicht nur als Theaterkomponisten, sondern als umfassenderen Vokalkomponisten des italienischen Seicento zeigen.
Sekundärliteratur
| Riccardo Allorto: „Agostini, Pietro Simone“ | Artikel im Dizionario Biografico degli Italiani, Band 1, Treccani, 1960. Wichtigste moderne lexikalische Grundlage zu Biographie, Ämtern, Opern, Oratorien, Kantaten, geistlichen Werken und älterer Bibliographie. |
|---|---|
| Treccani: „Agostini, Pietro Simone“ | Kurzartikel der Enciclopedia mit Angaben zu Rom, Parma, dem Amt als Kapellmeister in Parma und zu den Gattungen Oper, Motette, Oratorium und Kantate. |
| N. Pelicelli: „Musicisti in Parma nel sec. XVII“ | In Note d’archivio, IX, 1932, S. 243–244. Wichtig für Agostinis Parma-Phase und den Farnese-Kontext. |
| S. Towneley Worthisthorne: Venetian Opera in the 17th Century | Oxford 1954. Relevant für die Einordnung von Agostinis Opern in den größeren venezianischen Opernzusammenhang. |
| F. J. Fétis: Biographie universelle des musiciens | Paris 1860. Ältere biographische und musikhistorische Quelle mit Nachwirkung in der Agostini-Lexikographie. |
| Robert Eitner: Biographisch-bibliographisches Quellen-Lexikon der Musiker und Musikgelehrten | Leipzig 1900. Wichtiges älteres Quellenlexikon für Drucke, Handschriften und Namensformen. |
| Enciclopedia dello Spettacolo | Ältere theater- und opernbezogene Referenz, besonders nützlich für Agostinis Bühnenwerke und Librettozusammenhänge. |
| Lorenzo Bianconi und Thomas Walker: Studien zur venezianischen Oper | Grundlegend für das Verständnis der institutionellen und ökonomischen Bedingungen, unter denen Agostinis venezianische Opern stehen. |
| Beth L. Glixon und Jonathan E. Glixon: Studien zur venezianischen Opernproduktion | Wichtig für Sänger, Theaterunternehmer, Verträge, Opernhäuser und Produktionstechniken des 17. Jahrhunderts. |
| Valeria De Lucca: Forschungen zur römischen und adligen Theaterkultur | Relevant für aristokratische Oper, Chigi-Kontexte, Ariccia und die Rolle der Accademici Sfaccendati. |
| Paolo Fabbri: Studien zur italienischen Oper des 17. Jahrhunderts | Hilfreich für die stilgeschichtliche Einordnung von Agostinis Opern zwischen venezianischem Modell und regionaler Aufführungspraxis. |
| Carlo Lanfossi: Arbeiten zur Amazonenoper und zur italienischen Barockoper | Relevant für L’Ippolita, regina delle Amazzoni und die Darstellung von Amazonenstoffen in der barocken Oper. |
| Claudio Sartori: I libretti italiani a stampa dalle origini al 1800 | Grundlegende bibliographische Referenz für die Librettodrucke, auf denen ein großer Teil von Agostinis Werküberlieferung beruht. |
| Corago, Università di Bologna | Digitale Forschungsdatenbank zu italienischer Oper, Libretti und Aufführungsereignissen; zentral für Agostinis Bühnenwerke. |
Onlinequellen
| Treccani, Dizionario Biografico degli Italiani | Riccardo Allorto: „AGOSTINI, Pietro Simone“. Zentrale Onlinequelle zu Biographie, Ämtern, Opern, Oratorien, Kantaten, geistlichen Werken und Bibliographie. URL: https://www.treccani.it/enciclopedia/pietro-simone-agostini_(Dizionario-Biografico)/ |
|---|---|
| Treccani, Enciclopedia | Kurzartikel zu Pietro Simone Agostini mit Angaben zu Parma, Opern, Motetten, Oratorien und Kantaten. URL: https://www.treccani.it/enciclopedia/pietro-simone-agostini/ |
| Corago, Agostini-Ereignisse | Übersicht über Opern- und Aufführungsereignisse zu Pietro Simone Agostini, darunter La costanza di Rosmonda, Eliogabalo, Gl’inganni innocenti und Il ratto delle Sabine. URL: https://corago.unibo.it/risultatoeventiautore/Agostini%20Pietro%20Simone |
| Corago, Il ratto delle Sabine | Opernseite zu Agostinis dramma per musica in drei Akten, Libretto von Giacomo Francesco Bussani, Erstaufführung Venedig, Teatro San Giovanni Grisostomo, 17. Januar 1680. URL: https://corago.unibo.it/opera/APC0003952 |
| Corago, Libretto Il ratto delle Sabine | Librettoseite zum Druck Venedig, Francesco Nicolini, 1680. URL: https://corago.unibo.it/libretto/DPC0000455 |
| Corago, Il Tolomeo | Opernseite zu Agostinis frühem venezianischem Werk am Teatro Sant’Apollinare, Januar 1658. URL: https://corago.unibo.it/opera/APC0003953 |
| Corago, L’Ippolita, regina delle Amazzoni | Ereignisseite zur Mailänder Aufführung von 1670 mit Busca, Agostini und Ziani als Komponisten. URL: https://corago.unibo.it/evento/SSE0000740 |
| Corago, Gl’inganni innocenti, overo L’Adalinda | Librettoseite zur favola drammatica musicale mit Musik Agostinis und Libretto von Giovanni Filippo Apolloni. URL: https://corago.unibo.it/libretto/DRT0023847 |
| IMSLP, Kategorie Pietro Simone Agostini | Komponistenkategorie mit Namensvarianten, Normdaten, Werkseite und Sammlungsbezügen. URL: https://imslp.org/wiki/Category:Agostini,_Pietro_Simone |
| IMSLP, O quam suavis est Domine spiritus tuus | Werkseite zu Agostinis geistlichem Stück für zwei Stimmen und Basso continuo. URL: https://imslp.org/wiki/O_quam_suavis_est_Domine_spiritus_tuus_(Agostini,_Pietro_Simone) |
| Library of Congress, Il ratto delle Sabine | Digitalisat beziehungsweise Katalogseite zum Libretto Il ratto delle Sabine: drama per musica. URL: https://www.loc.gov/resource/music.musschatz-19680/?st=pdf |
| Google Books, Il Tolomeo | Digitalisat- und Buchseite zu Il Tolomeo, 1658. URL: https://books.google.com/books/about/Il_Tolomeo.html?id=LjTNN2--rOoC |
| Google Play Books, Il ratto delle Sabine | Digitalisatseite zum Libretto von Pietro Simone Agostini und Giacomo Francesco Bussani. URL: https://play.google.com/store/books/details/Pietro_Simone_Agostini_Il_ratto_delle_Sabine?id=P_DlLR79atEC |
| WorldCat, Il ratto delle Sabine | Internationaler Bibliotheksnachweis zum Libretto Il ratto delle Sabine: drama per musica. URL: https://search.worldcat.org/es/title/Il-ratto-delle-Sabine-%3A-drama-per-musica/oclc/731372648 |
| Encyclopedia.com | Kurzprofil zu Agostini mit der Herkunftsangabe Forlì, biographischen Episoden und Werkhinweisen. URL: https://www.encyclopedia.com/arts/dictionaries-thesauruses-pictures-and-press-releases/agostini-pietro-simone |
| Brockhaus | Deutschsprachiger Kurzartikel mit Angaben zu Monte Baroccio, Parma, Oratorio del Santissimo Crocifisso, Farnese-Dienst und wichtigen Opern. URL: https://brockhaus.de/ecs/julex/article/agostini-pietro-simone |
| MLOL / Digitalisierte Werke | Hinweise auf digitalisierte Werke Pietro Simone Agostinis und verwandte Librettodrucke. URL: https://www.medialibrary.it/ |
| Biblioteca Estense, Libretti | Digitaler beziehungsweise katalogischer Zugang zu Librettobeständen, relevant für Agostinis Gl’inganni innocenti, Oratorien und weitere Modeneser Quellen. URL: https://bibliotecaestense.beniculturali.it/info/img/lib.html |
| OPAC SBN | Italienischer Bibliothekskatalog für Librettodrucke, Musikhandschriften, Normdaten und Sekundärliteratur zu Agostini. URL: https://opac.sbn.it/ |
| RISM Online | Internationales Quellenrepertorium für musikalische Handschriften und Drucke, nützlich für Agostinis Kantaten, Motetten und Opernquellen. URL: https://rism.online/ |
| RISM Catalog | Katalogoberfläche zur Suche nach musikalischen Quellen Pietro Simone Agostinis. URL: https://opac.rism.info/ |
| VIAF | Internationaler Normdatenverbund zu Pietro Simone Agostini und seinen Namensvarianten. URL: https://viaf.org/viaf/2895041/ |
| Deutsche Nationalbibliothek, GND | Normdatenseite zu Pietro Simone Agostini. URL: https://d-nb.info/gnd/141206330 |
| Library of Congress, Name Authority File | Normdateneintrag zu Pietro Simone Agostini. URL: https://id.loc.gov/authorities/names/n85031784 |
| BnF Catalogue | Französischer Norm- und Katalogzugang zu Pietro Simone Agostini. URL: https://catalogue.bnf.fr/ark:/12148/cb16251065n |
| MusicBrainz | Offene Musikdatenbank mit Identifikator zu Pietro Simone Agostini. URL: https://musicbrainz.org/artist/ed6ac570-5953-40c6-8994-f4a86dd27d1c |
| Discogs | Ergänzende Tonträger- und Künstlerdaten zu Pietro Simone Agostini. URL: https://www.discogs.com/artist/7294197-Pietro-Simone-Agostini |
| Internet Culturale | Italienisches Portal für digitale Kultur- und Bibliotheksbestände, relevant für Librettodrucke und historische Musikquellen. URL: https://www.internetculturale.it/ |
| EDIT16 | Italienischer Zensus historischer Drucke; nützlich für ältere Druck- und Librettokontexte. URL: https://edit16.iccu.sbn.it/ |
| Gallica, Bibliothèque nationale de France | Digitalisate historischer Musik- und Theaterdrucke sowie Sekundärliteratur. URL: https://gallica.bnf.fr/ |
| Bayerische Staatsbibliothek, Digitale Sammlungen | Digitalisate historischer Musikdrucke, Libretti und Quellen zur italienischen Barockoper. URL: https://www.digitale-sammlungen.de/ |
| Internet Archive | Digitalisate älterer Musiklexika und Quellenpublikationen, darunter Eitner und verwandte Nachschlagewerke. URL: https://archive.org/ |
| JSTOR | Forschungsdatenbank für Studien zur venezianischen Oper, zur Chigi-Theaterkultur, zu Ariccia und zur italienischen Musik des Seicento. URL: https://www.jstor.org/ |
| Oxford Academic | Forschungszugang zu Studien über Opernkultur in Rom und Venedig im späten 17. Jahrhundert. URL: https://academic.oup.com/ |
| WorldCat | Internationaler Bibliothekskatalog für Librettodrucke, Sekundärliteratur, Digitalisate und moderne Editionen zu Agostini. URL: https://www.worldcat.org/ |
Weiterführende Einträge
- Accademici Imperturbabili erschließt den akademischen Kontext von Il Tolomeo und der venezianischen Theaterkultur um 1658.
- Accademici Sfaccendati führt zum aristokratischen Ariccia-Kreis, in dem Gl’inganni innocenti aufgeführt wurde.
- Lodovico Agostini hilft bei der Abgrenzung zum älteren Ferrareser Komponisten desselben Familiennamens.
- Paolo Agostini grenzt den römischen Kirchenkomponisten und Kapellmeister von Pietro Simone Agostini ab.
- Giovanni Filippo Apolloni stellt den Librettisten von Gl’inganni innocenti, overo L’Adalinda vor.
- Ariccia erschließt den Ort aristokratischer Theater- und Akademiekultur im Chigi-Umfeld.
- Aurelio Aureli führt zum Librettisten von Eliogabalo und La costanza di Rosmonda.
- Barockoper ordnet Agostinis Bühnenwerke in die Opernkultur des 17. Jahrhunderts ein.
- Bologna als Theaterstadt erklärt Wiederaufnahmen und Aufführungskontexte von Agostinis Opern.
- Giacomo Francesco Bussani stellt den Librettisten von Il ratto delle Sabine vor.
- Kantate führt zur Kammergattung, in der Agostini zahlreich vertreten war.
- Chigi vertieft den aristokratischen Kulturraum von Ariccia und römischer Palastoper.
- Dramma per musica erklärt die zentrale Opernform, in der mehrere Werke Agostinis stehen.
- Farnese ordnet Agostinis späte Parma-Phase in die Hofkultur Ranuccio II. Farneses ein.
- Forlì führt zum nach verbreiteter Tradition angesetzten Herkunftsort Agostinis.
- Francesco Rossi stellt einen Komponisten vor, mit dem Agostini in kollaborativen Opernproduktionen verbunden war.
- Genueser Oper erschließt den Kontext von Eliogabalo und La costanza di Rosmonda am Teatro del Falcone.
- Il ratto delle Sabine vertieft Agostinis venezianisches Spätwerk von 1680.
- Il Tolomeo stellt Agostinis frühes venezianisches Bühnenwerk von 1658 vor.
- Intermezzo erklärt die kleineren musikdramatischen Einschübe, die in Agostinis frühem Theaterumfeld begegnen.
- Italienische Kantate führt zu Agostinis verstreut überlieferten Kammerkantaten.
- Kapellmeister erläutert Agostinis Amt am Oratorio del Santissimo Crocifisso und in Parma.
- La regina Floridea erschließt Agostinis Anteil an einer kollaborativen Mailänder Opernproduktion.
- Libretto zeigt, warum Agostinis Werküberlieferung vielfach über gedruckte Operntexte greifbar ist.
- Lodovico Busca stellt einen wichtigen Kompositionspartner Agostinis in Mailänder Opernproduktionen vor.
- Mailänder Oper ordnet Werke wie La regina Floridea und L’Ippolita in die Theaterkultur Mailands ein.
- Motette führt zu Agostinis geistlicher Vokalmusik und kleineren Kirchenwerken.
- Oratorium erschließt Agostinis Antonius-Oratorien und die geistlich-dramatische Musik Roms.
- Oratorio del Santissimo Crocifisso vertieft Agostinis römische Kapellmeisterstation und den Oratorienkontext.
- Parma führt zu Agostinis letztem Wirkungsort am Farnese-Hof.
- Pietro Andrea Ziani stellt einen Komponisten vor, mit dem Agostini in L’Ippolita verbunden war.
- Ranuccio II. Farnese erschließt den Herzog, der Agostini 1679 nach Parma berief.
- S. Maria della Steccata führt zur herzoglichen Kirche in Parma, an der Agostini Kapellmeister wurde.
- Teatro San Giovanni Grisostomo stellt den venezianischen Aufführungsort von Il ratto delle Sabine vor.
- Teatro Sant’Apollinare erschließt den venezianischen Ort von Agostinis Il Tolomeo.
- Teatro del Falcone führt zum Genueser Theaterkontext von Eliogabalo und La costanza di Rosmonda.
- Venedig als Opernstadt ordnet Agostinis frühe und späte Bühnenwerke in den wichtigsten Opernmarkt des 17. Jahrhunderts ein.
- Vokalmusik bietet den übergeordneten Rahmen für Agostinis Opern, Oratorien, Kantaten und Motetten.