Hendrik Aertssens

Antwerpener Buchdrucker, Buchhändler und Verleger · Vertreter des Druckergeschlechts Aertssens/Aertsen · getauft am 22. Mai 1586 in Antwerpen · beerdigt am 14. April 1658 ebenda · tätig in der Kammenstraat im Hauszeichen De Witte Lelie · wichtig für liturgische Gesangbücher, geistliche Liederbücher und katholische Druckkultur des 17. Jahrhunderts.

Überblick

Hendrik Aertssens, auch Hendrik Aertsen, Hendrick Aertssens oder Hendrick Aertssen geschrieben, war ein Antwerpener Buchdrucker und Buchhändler des 17. Jahrhunderts. Er wurde am 22. Mai 1586 in Antwerpen getauft und am 14. April 1658 dort beerdigt. Seine Werkstatt befand sich in der Kammenstraat und führte das Hauszeichen De Witte Lelie, also „Die weiße Lilie“. Er gehört zu einem Druckergeschlecht, das im 17. und 18. Jahrhundert in Antwerpen wirkte und auch für den Musikdruck bedeutsam wurde.

Für die Musik- und Kulturgeschichte ist Hendrik Aertssens besonders interessant, weil er nicht nur allgemeine religiöse, moralische und literarische Drucke herstellte, sondern auch liturgische Gesangbücher und geistliche Liederbücher. Damit steht er an einer Schnittstelle von Buchdruck, katholischer Frömmigkeit, Musikpraxis, Laienandacht, Begijnen- und Klosterkultur sowie Antwerpener Stadtkultur. Seine Drucke gehören in die Welt der katholischen Reform nach dem Konzil von Trient, in der Gesang, Andacht, Belehrung und gedruckte Medien eng zusammenwirkten.

Hendrik Aertssens ist zugleich als Teil einer größeren Antwerpener Drucklandschaft zu verstehen. Neben der berühmten Plantin-Moretus-Offizin und der Musikdrucktradition der Phalèse-Familie arbeiteten zahlreiche kleinere und mittlere Werkstätten. Sie verbreiteten Gebetbücher, geistliche Traktate, Schulbücher, Devotionsliteratur, Almanache, Liederbücher und liturgische Drucke. Hendrik Aertssens war innerhalb dieser Landschaft kein Randdrucker, sondern ein gut vernetzter Drucker und Buchhändler, der mehrfach eine führende Stellung in der St.-Lukas-Gilde einnahm.

Kurzdaten ohne Tabellenform

  • Name: Hendrik Aertssens.
  • Weitere Schreibweisen: Hendrik Aertsen; Hendrick Aertssens; Hendrick Aertssen; Henricus Aertssens; Henricus Aertsen; Aertssens, Hendrik I.
  • Familienname: Aertssens beziehungsweise Aertsen.
  • Geburt: getauft am 22. Mai 1586 in Antwerpen.
  • Tod: beerdigt am 14. April 1658 in Antwerpen.
  • Beruf: Buchdrucker, Buchhändler, Verleger und Druckunternehmer.
  • Ort: Antwerpen, Spanische Niederlande.
  • Adresse: Kammenstraat, in der zeitgenössischen Druckform häufig als Cammerstrate oder Cammenstraet.
  • Hauszeichen: De Witte Lelie, auch inde witte Lelie beziehungsweise Au lis blanc.
  • Aktivitätsbeginn: 1613 als Drucker nachweisbar; STCV führt Antwerpen ab 1613 und die Kammenstraat mit dem Hauszeichen in de Witte Lelie besonders für die lange Hauptphase.
  • Institutionelle Einbindung: Mitglied und mehrfacher Dekan der St.-Lukas-Gilde in Antwerpen.
  • Wichtige Druckfelder: liturgische Gesangbücher, geistliche Liederbücher, katholische Andachtsliteratur, geistliche Traktate, religiöse Gebrauchsliteratur, einzelne literarische und humanistische Drucke.
  • Dateiname: aertssens-hendrik.shtml.

Name, Schreibweisen und Familienansetzung

Der Name erscheint in der Forschung und in Katalogen in mehreren Schreibweisen. Neben Hendrik Aertssens stehen Hendrik Aertsen, Hendrick Aertssens, Hendrick Aertssen, Henricus Aertssens und Henricus Aertsen. Diese Varianten sind für frühneuzeitliche Drucker nicht ungewöhnlich. Niederländische, lateinische, französische und katalogisierende Formen konnten nebeneinander auftreten, zumal Druckimpressen, Gildenakten, Bibliothekskataloge und moderne Normdaten unterschiedliche Ansätze verwenden.

Die Form Hendrik Aertssens eignet sich für eine deutschsprachige Kulturlexikon-Seite als Hauptlemma, weil sie die geläufige moderne Namensform bewahrt und zugleich die Unterscheidung von späteren Namensträgern erlaubt. Der Zusatz Hendrik I wird in bibliographischen Kontexten verwendet, um ihn von Hendrik Aertssens II und Hendrik Aertssens III zu unterscheiden. Diese Zählung ist nicht als zeitgenössischer Namensbestandteil zu verstehen, sondern als modernes Hilfsmittel zur Familien- und Werkstattgeschichte.

Die alternierende Familienform Aertssens/Aertsen ist für die Recherche besonders wichtig. Wer nur eine Schreibweise verwendet, findet viele Quellen nicht. Für STCV-, RISM-, Katalog- und Digitalisatrecherchen sollten deshalb mehrere Varianten parallel gesucht werden: Aertssens, Aertsen, Aertssen, Hendrick Aertssens, Henricus Aertssen und die Hauszeichenform Witte Lelie.

Das Druckergeschlecht Aertssens/Aertsen

Das Druckergeschlecht Aertssens oder Aertsen gehört zur Antwerpener Buch- und Musikdruckgeschichte des 17. und frühen 18. Jahrhunderts. Die Familie ist besonders durch mehrere Träger des Namens Hendrik greifbar. Hendrik Aertssens I, der hier behandelte Drucker, begann im frühen 17. Jahrhundert zu drucken und arbeitete in der Kammenstraat. Hendrik Aertssens II, getauft 1622 und gestorben 1663, setzte die Arbeit des Vaters wahrscheinlich zunächst gemeinsam mit diesem fort. Hendrik Aertssens III, geboren 1661 und gestorben 1741, wurde später für den Musikdruck besonders wichtig.

Die Familiengeschichte zeigt, wie frühneuzeitliche Druckwerkstätten über Generationen hinweg funktionierten. Werkstatt, Adresse, Hauszeichen, Kundschaft, Typenmaterial, Privilegien, Gildenstellung und Verlagskontakte konnten weitergegeben, verändert oder durch Heiraten mit anderen Druckerfamilien verbunden werden. In Antwerpen waren solche Netzwerke besonders dicht. Druckerfamilien, Buchhändler, Kupferstecher, Typengießer, Künstler, Ordensleute, Schulen, Kirchen und städtische Institutionen bildeten einen gemeinsamen Markt.

Für den Musikdruck ist die spätere Entwicklung entscheidend. Die Forschung zur Phalèse-Offizin zeigt, dass die Ausstattung und das Musikdruckmaterial im Antwerpener Milieu über Familien- und Heiratsbeziehungen weiterwanderten. Nach dem Niedergang der Phalèse-Tradition und dem Übergang von Druckmaterialien über Lucas de Potter wurde Hendrik Aertssens III zu einem der letzten bedeutenden Antwerpener Musikdrucker. Hendrik Aertssens I bildet die ältere Familiengrundlage, ohne die diese spätere Musikdruckstellung nicht verständlich ist.

Antwerpen als Druck- und Musikdruckzentrum

Antwerpen war im 16. und 17. Jahrhundert eines der wichtigsten Druckzentren Europas. Die Stadt verband Handel, Kunst, Humanismus, katholische Reform, mehrsprachige Märkte, internationale Buchdistribution und hochentwickelte Drucktechnik. Die berühmteste Werkstatt war die Plantin-Moretus-Offizin, doch die Antwerpener Buchlandschaft bestand nicht nur aus diesem Großunternehmen. Zahlreiche kleinere und mittlere Drucker bedienten spezialisierte Märkte: Frömmigkeitsliteratur, Schulbücher, Rechtsdrucke, Almanache, Theaterdrucke, Liederbücher, liturgische Bücher und Musikdrucke.

Für die Musikgeschichte war Antwerpen besonders wegen der Phalèse-Tradition bedeutsam. Pierre Phalèse und seine Nachfolger verbreiteten im 16. und 17. Jahrhundert große Mengen gedruckter Musik. Die Stadt war ein Umschlagplatz für niederländische, französische, italienische und lateinische Repertoires. Musikdruck war dabei technisch anspruchsvoll, weil Notentypen, Textunterlegung, Stimmbücher, Taktstriche, rote und schwarze Druckelemente sowie oft mehrere getrennte Teile koordiniert werden mussten.

Hendrik Aertssens arbeitete in dieser Drucklandschaft nicht als reiner Spezialist für mehrstimmige Kunstmusik, sondern als Drucker, der geistliche und liturgische Gebrauchsdrucke produzierte. Gerade deshalb ist er kulturgeschichtlich wichtig. Er zeigt, dass Musikdruck nicht nur aus repräsentativen Madrigal- oder Motettensammlungen bestand, sondern auch aus liturgischen Büchern, geistlichen Liedern, Andachtsgesängen und Druckwerken für religiöse Gemeinschaften.

Leben und berufliche Stellung

Hendrik Aertssens wurde am 22. Mai 1586 in Antwerpen getauft. Seine berufliche Tätigkeit als Drucker begann nach den maßgeblichen Nachweisen 1613. Damit gehört er zu jener Generation, die nach den großen konfessionellen und politischen Umbrüchen des späten 16. Jahrhunderts in den Spanischen Niederlanden wirkte. Antwerpen hatte seine frühere Stellung als Handelsmetropole teilweise eingebüßt, blieb aber ein wichtiges Zentrum katholischer Druckkultur, Kunstproduktion und gelehrter Buchherstellung.

Hendrik Aertssens ließ sich in der Kammenstraat nieder, wo seine Werkstatt unter dem Zeichen De Witte Lelie arbeitete. Das Hauszeichen war für frühneuzeitliche Drucker von hoher praktischer Bedeutung. Es diente der Wiedererkennbarkeit in einer Stadt, in der Adressen nicht im modernen Sinn standardisiert waren. Druckimpressen nennen deshalb häufig Straße und Hauszeichen, etwa „in der Kammenstraat in der weißen Lilie“.

Seine mehrfach belegte Stellung als Dekan der St.-Lukas-Gilde zeigt, dass Hendrik Aertssens innerhalb der Antwerpener Kunst- und Druckerwelt anerkannt war. Die St.-Lukas-Gilde war nicht nur ein Zunftverband für Maler, sondern umfasste in Antwerpen auch andere künstlerische und buchgewerbliche Berufe. Wer dort eine leitende Funktion innehatte, war in die städtische Ordnung der Kunst- und Buchproduktion eingebunden.

Hendrik Aertssens wurde am 14. April 1658 in Antwerpen beerdigt. Seine Werkstatt- und Familienlinie setzte sich in der nächsten Generation fort. Gerade diese Kontinuität macht ihn zu einer Schlüsselfigur des Aertssens-Druckergeschlechts.

Die Werkstatt „De Witte Lelie“

Das Hauszeichen De Witte Lelie war mehr als ein dekorativer Zusatz. Es markierte den Ort der Werkstatt, die kommerzielle Identität des Druckers und die Wiedererkennbarkeit seiner Drucke. In Drucken begegnet die Formulierung häufig in niederländischer Schreibweise als inde witte Lelie, daneben auch in lateinischen oder französischen Katalogformen. Der spanisch-französische Katalog der Druckermarken gibt die entsprechende Zeichenform als Au lis blanc wieder.

Die Kammenstraat war Teil des Antwerpener Drucker- und Buchhandelsmilieus. Drucker, Buchhändler, Papierlieferanten, Kunden, Ordensleute, Schüler, Künstler und Käufer konnten dort zusammenfinden. Die Werkstatt war nicht nur Produktionsort, sondern auch Verkaufsort, Kommunikationsraum und Knotenpunkt städtischer Buchkultur.

Für die geistlichen Liederbücher ist diese Ortsangabe besonders wichtig, weil sie den Druck mit bestimmten religiösen Netzwerken verbindet. Ein geistliches Liedbuch konnte in Antwerpen gedruckt, an einem anderen Ort verkauft und in einem Begijnhof, Kloster, Kolleg oder privaten Andachtsraum verwendet werden. Die Werkstatt von Hendrik Aertssens war damit Teil eines größeren Umlaufs von Texten, Melodien und Frömmigkeitspraktiken.

Hendrik Aertssens und der Musikdruck

Hendrik Aertssens veröffentlichte liturgische Gesangbücher und geistliche Liederbücher. Diese Angabe ist für seine Einordnung entscheidend. Er steht damit nicht in erster Linie für den großen internationalen Musikdruck von Madrigalen und Motetten, wie ihn die Phalèse-Offizin besonders stark prägte, sondern für den katholischen Gebrauchsdruck mit Musikbezug. Dazu gehören Bücher mit Notation, Bücher mit geistlichen Liedern, liturgische Gesangbücher und Drucke, die teilweise nur die Titel oder Angaben der zu singenden Melodien bieten.

Musikdruck war technisch anspruchsvoller als gewöhnlicher Textdruck. Noten, Linien, Textunterlegung, rote und schwarze Druckelemente, liturgische Ordnung und Buchformat mussten aufeinander abgestimmt werden. Bei Gesangbüchern kam hinzu, dass sie für konkrete Benutzung gedacht waren: für Chöre, Gemeinschaften, Andacht, Prozessionen, Unterricht oder private Frömmigkeit. Der Druck war also nicht nur ein literarisches Produkt, sondern ein Hilfsmittel musikalischer Praxis.

Hendrik Aertssens’ Bedeutung liegt deshalb in der Verbindung von Musik und Gebrauch. Seine Drucke gehören in eine Kultur, in der Musik nicht nur als Kunstwerk, sondern als religiöse Übung, Gedächtnisform, Andachtsmittel und Gemeinschaftspraxis verstanden wurde. Besonders geistliche Liederbücher konnten zwischen Kloster, Begijnhof, Hausandacht und städtischer Öffentlichkeit zirkulieren.

Geistliche Liederbücher und katholische Reformkultur

Das geistliche Lied hatte in den südlichen Niederlanden des 17. Jahrhunderts eine besondere Bedeutung. Nach den konfessionellen Konflikten des 16. Jahrhunderts entwickelte sich in den katholischen Gebieten eine intensive Druck- und Andachtskultur. Geistliche Lieder konnten Lehre, Meditation, Affekt, Gedächtnis und Gemeinschaftsgesang verbinden. Sie eigneten sich für private Andacht ebenso wie für religiöse Gruppen und halböffentliche Frömmigkeitsräume.

Hendrik Aertssens’ Druck von Den Boeck der Gheestelijcke Sanghen von 1631 zeigt diese Kultur exemplarisch. Der Druck enthält geistliche Gesänge in zwei Teilen, darunter Den blijden Requiem und Geluckighe Uyt-vaert. Die Dutch Song Database verzeichnet 142 Lieder, alle mit musikalischer Notation. Damit ist das Werk nicht nur ein Textbuch, sondern ein musikalisch benutzbarer Lieddruck.

Solche Drucke sind für die Lyrik- und Kulturgeschichte bedeutsam, weil sie zeigen, wie geistliche Dichtung gesungen wurde. Das Lied steht hier nicht isoliert als gedruckter Text, sondern in einer Verbindung von Melodie, Andachtsbewegung, Ordensfrömmigkeit und musikalischer Praxis. Für die Analyse geistlicher Lyrik sind solche Drucke deshalb besonders wertvoll: Sie zeigen, dass poetische Sprache häufig auf Stimme, Melodie und wiederholende Aneignung hin geschrieben wurde.

Druck- und Werkverzeichnis

Bei einem Drucker ist ein Werkverzeichnis nicht als Verzeichnis eigener literarischer Werke zu verstehen, sondern als Druck- und Verlagsverzeichnis. Die überlieferten Drucke Hendrik Aertssens’ sind durch STCV, Lieddatenbanken, Bibliothekskataloge, Exemplarnachweise, Spezialliteratur und historische Druckforschung zu erschließen. Die folgende Übersicht bietet ein vollständiges Arbeitsverzeichnis der für Hendrik Aertssens gesicherten oder einschlägigen Druckfelder sowie der namentlich besonders wichtigen Drucke und Drucktypen. Für eine vollständige Einzelaufnahme jedes erhaltenen Exemplars bleiben STCV, RISM, die Dutch Song Database und lokale Bibliothekskataloge maßgeblich.

Liturgische Gesangbücher und Choralbücher

  • Antiphonarium Romanum. Das Antiphonarium Romanum gehört zu den wichtigsten liturgischen Drucktypen im Umfeld von Hendrik Aertssens. Nachgewiesen ist insbesondere eine Antwerpener Ausgabe bei Hendrik Aertssen von 1651, die für das Offizium der Vesper besonders eingerichtet war. Solche Drucke enthalten liturgische Gesänge und stehen in der Tradition des katholischen Choralbuchs.
  • Appendix ad Graduale Romanum, 1648. Der Anhang zum Graduale Romanum ist als Antwerpener Druck bei Hendrik Aertsen überliefert und enthält geistliche Gesänge, die vor, während und nach der Messe gesungen werden konnten. Er zeigt besonders deutlich die praktische Verbindung von liturgischem Buch und lokalem musikalischem Gebrauch.
  • Gradual- und Antiphonar-Zusammenhänge. Auch wo Hendrik Aertssens nicht den gesamten Hauptdruck, sondern Anhänge, Ergänzungen oder liturgische Zusatzteile verantwortete, gehört seine Werkstatt in den Gebrauch liturgischer Gesangbücher. Diese Drucke dienten nicht primär der Lektüre, sondern dem Singen in kirchlichen und gemeinschaftlichen Kontexten.
  • Liturgische Gebrauchsdrucke mit rotem und schwarzem Druck. Für Antiphonarien, Gradualien und liturgische Bücher waren typographische Sorgfalt, Notenmaterial, Rubrizierung und praktische Lesbarkeit besonders wichtig. Hendrik Aertssens’ Stellung in diesem Feld zeigt seine technische Kompetenz als Drucker religiöser Gebrauchsbücher.

Geistliche Liederbücher mit Notation

  • Den Boeck der Gheestelijcke Sanghen, Antwerpen 1631. Der Druck erschien bei Hendrik Aertssens in der Kammenstraat, in der weißen Lilie. Er enthält 142 geistliche Lieder mit musikalischer Notation und gehört zu den wichtigsten nachweisbaren Lieddrucken seiner Werkstatt. Als Autoren- und Ordenszusammenhang erscheint Lucas van Mechelen, mit dem Kapuziner Tiburtius von Brüssel als musikalisch relevanter Gestalt.
  • Den blijden Requiem und Geluckighe Uyt-vaert. Diese Bestandteile des Boeck der Gheestelijcke Sanghen verbinden geistliche Meditation, Sterbe- und Seelenfrömmigkeit, Musik und poetische Sprache. Sie gehören in eine Andachtskultur, in der Tod, Entwerden, innere Ruhe und geistliche Auferstehung singend durchgearbeitet werden.
  • Geistliche Lieddrucke mit Wijsaanduidingen. Ein Teil der geistlichen Liederbücher nennt nicht immer vollständige Noten, sondern verweist auf bekannte Melodien oder Gesangweisen. MGG weist ausdrücklich darauf hin, dass sich unter den von Hendrik Aertssens veröffentlichten geistlichen Liederbüchern auch solche befinden, die nur die Titel der Gesangweisen angeben. Diese Praxis ist für die Liedkultur wichtig, weil sie mündliche Melodiekenntnis und gedruckten Text miteinander verbindet.
  • Liederbücher für Begijnhöfe, Ordensmilieus und private Andacht. Drucke aus der Werkstatt Hendrik Aertssens wurden in religiösen Gemeinschaften benutzt und sind teilweise in Begijnhofsammlungen nachweisbar. Sie gehören damit zu einer Kultur weiblicher, halbklösterlicher und städtischer Frömmigkeit, in der Bücher intensiv gelesen, gesungen und aufbewahrt wurden.

Geistliche Traktate, Meditationen und Andachtsliteratur

  • Thomas a Kempis und verwandte Devotionsliteratur. In Sammlungen aus dem Begijnhof- und Andachtsmilieu sind Drucke bei Hendrik Aertssens nachweisbar, darunter Werke im Umkreis der Nachfolge Christi und jesuitisch geprägter Bearbeitung. Solche Drucke zeigen die Nähe seiner Werkstatt zu innerer Frömmigkeit, Meditation und katholischer Reformliteratur.
  • J. Bourgeois: Meditatien, 1623. Der Druck ist in älteren Katalogzusammenhängen mit Hendrik Aertssens verbunden und zeigt ihn als Drucker geistlicher Betrachtungsliteratur. Für das Werkstattprofil ist er wichtig, weil er neben Lied- und Liturgiedrucken die allgemeine Andachtsproduktion sichtbar macht.
  • Kapuzinische und franziskanische Frömmigkeitsliteratur. Der Druck Den Boeck der Gheestelijcke Sanghen verweist auf einen Autor aus dem Orden der Minderbrüder Kapuziner. Damit gehört Hendrik Aertssens in den weiteren Zusammenhang der kapuzinischen Predigt-, Lied- und Andachtskultur in den südlichen Niederlanden.
  • Texte über Sterben, Entwerden und innere Ruhe. Mehrere geistliche Drucke aus diesem Umfeld behandeln das Sterben der Seele, die innere Abkehr von den Geschöpfen, die geistliche Auferstehung und die Vorbereitung auf den Tod. Diese Themen sind für die barocke katholische Seelenkultur zentral.

Religiöse Gebrauchsliteratur und Schul- oder Lehrdrucke

  • Kleine religiöse Gebrauchsdrucke. Hendrik Aertssens druckte nicht nur größere Bücher, sondern auch handhabbare religiöse Drucke für Alltag, Unterricht und Andacht. Gerade solche Drucke sind bibliographisch oft schlechter überliefert, weil sie stark benutzt wurden und deshalb seltener erhalten blieben.
  • Katechetische und moralische Literatur. Das katholische Antwerpener Druckmilieu produzierte zahlreiche Lehr- und Erbauungsdrucke, die Glaubensunterweisung, moralische Erziehung und Frömmigkeitsübung verbanden. Hendrik Aertssens gehört in dieses Umfeld.
  • Texte für geistliche Gemeinschaften. Begijnhöfe, Bruderschaften, Klöster und fromme Laienkreise benötigten Bücher für Gebet, Gesang, Meditation und gemeinschaftliche Ordnung. Die Drucke Hendrik Aertssens’ bedienten diesen Markt.

Literarische, humanistische und allgemeine Drucke

  • Lateinische und klassisch-humanistische Drucke. Einzelne Katalog- und Antiquariatsnachweise zeigen, dass Hendrik Aertssens nicht ausschließlich religiöse Drucke herstellte. Die Nennung von Ovid-Drucken oder lateinischen Texten in späteren Katalogzusammenhängen macht deutlich, dass seine Werkstatt auch allgemeinere gelehrte Märkte bedienen konnte.
  • Niederländische geistliche Literatur mit dichterischem Charakter. Viele geistliche Drucke sind nicht nur theologische Texte, sondern besitzen literarische Form. Lieder, Meditationen, allegorische Seelentexte und Sterbebetrachtungen gehören in eine Mischform aus Dichtung, Lehre und Frömmigkeit.
  • Erbauungsliteratur mit emblematischen und bildhaften Strukturen. Die Antwerpener Druckkultur des 17. Jahrhunderts war stark bildlich geprägt. Auch dort, wo Hendrik Aertssens nicht primär als Kunstverleger auftritt, steht seine Produktion in einem Milieu, in dem Text, Bild, Andacht und Allegorie eng verbunden waren.

Zusammenfassung des Druckprofils

  • Liturgischer Musikdruck: Antiphonarien, Gradualanhänge, liturgische Gesangbücher und verwandte Choralbücher.
  • Geistlicher Lieddruck: Liederbücher mit vollständiger Notation oder mit Verweisen auf bekannte Gesangweisen.
  • Andachtsdruck: Meditationen, Sterbe- und Seelentraktate, kapuzinische und jesuitisch geprägte Frömmigkeitsliteratur.
  • Religiöse Gebrauchsliteratur: kleinere Drucke für Laien, Begijnhöfe, Ordensgemeinschaften und kirchliche Praxis.
  • Allgemeiner Buchdruck: literarische, moralische und gelehrte Drucke im Antwerpener Markt des 17. Jahrhunderts.

Nachfolge: Hendrik Aertssens II und Hendrik Aertssens III

Hendrik Aertssens II wurde am 17. April 1622 in Antwerpen getauft und starb 1663 in Brüssel. Er erwarb 1640 seinen Meisterbrief und setzte die Arbeit seines Vaters wahrscheinlich zunächst gemeinsam mit diesem fort. STCV führt ihn im Zeitraum 1650 bis 1665 in Antwerpen, ebenfalls in der Kammenstraat und im Zeichen De Witte Lelie. Dadurch wird die Kontinuität der Werkstatt besonders deutlich.

Hendrik Aertssens III, geboren 1661 und gestorben 1741, gehört zur späteren Phase der Familie und wurde für die Musikdruckgeschichte besonders wichtig. Forschung und Programmliteratur zur Antwerpener Musikstadt halten fest, dass Hendrik Aertssens III nach dem Ende der Phalèse-Tradition Musik von niederländischen und französischen Meistern sowie zahlreiche Nachdrucke italienischer Instrumentalmusik herausbrachte. Für die Zeit nach dem Niedergang der älteren Antwerpener Musikdruckzentren wurde er zu einem der letzten bedeutenden Musikdrucker der Stadt.

Diese Generationenfolge zeigt, dass Hendrik Aertssens I nicht isoliert betrachtet werden sollte. Er steht am Beginn einer Familienlinie, die im 17. und frühen 18. Jahrhundert verschiedene Drucksegmente bediente und über den geistlichen Gebrauchsdruck hinaus in die Geschichte des Antwerpener Musikdrucks hineinwirkte.

Ausführlicher Kulturüberblick

Hendrik Aertssens gehört in eine Epoche, in der Druck, Frömmigkeit und Musik eng miteinander verbunden waren. Das 17. Jahrhundert war in Antwerpen durch die katholische Reform, durch städtische Kunstproduktion, durch Ordens- und Schulwesen und durch eine hochentwickelte Buchkultur geprägt. Drucke waren nicht nur Träger von Information. Sie waren Instrumente der Unterweisung, der Meditation, der Liturgie, der Selbstprüfung und der religiösen Gemeinschaftsbildung.

Die besondere Bedeutung geistlicher Liederbücher liegt darin, dass sie Text und Stimme zusammenbringen. Ein Liedbuch kann gelesen werden, aber es zielt auf Gesang. In einem geistlichen Lied wird Dichtung nicht nur verstanden, sondern wiederholt, erinnert und körperlich vollzogen. Gerade im katholischen Milieu der südlichen Niederlande konnten Liederbücher dazu dienen, persönliche Andacht, Ordensfrömmigkeit und gemeinschaftliche Praxis miteinander zu verbinden.

Hendrik Aertssens’ Werkstatt in der Kammenstraat war Teil dieser Kultur. Das Hauszeichen De Witte Lelie verweist auf die konkrete städtische Sichtbarkeit eines Druckers. Wer ein Buch kaufte, suchte nicht nur einen abstrakten Verlag, sondern ein Haus, ein Zeichen, eine Straße. Frühneuzeitlicher Buchhandel war ortsgebunden und zugleich weit vernetzt. Ein in Antwerpen gedrucktes Buch konnte nach Mechelen, Brüssel, Gent, Turnhout, in ein Begijnhof, in ein Kloster oder in eine private Sammlung gelangen.

Die Verbindung von Aertssens-Drucken mit Begijnhofsammlungen ist kulturhistorisch besonders aufschlussreich. Begijnen lebten in einer Zwischenform von religiöser Gemeinschaft und städtischer Selbständigkeit. Sie brauchten Bücher für Gebet, Gesang, Meditation und spirituelle Ordnung. Wenn Drucke Hendrik Aertssens’ in solchen Sammlungen nachweisbar sind, zeigt dies, wie stark seine Produktion in weibliche und halbklösterliche Frömmigkeitsräume hineinwirkte.

Auch der liturgische Musikdruck gehört in diesen Zusammenhang. Antiphonarien und Gradualien waren keine repräsentativen Bücher für die Vitrine. Sie waren Arbeitsbücher des Gesangs. Ihre Seiten wurden im Chorgebet, in der Messe, in Vespern und Prozessionen benutzt. Der Drucker musste deshalb Lesbarkeit, Ordnung und musikalische Funktion beachten. Ein Fehler im Text oder in der Notation konnte praktische Folgen haben. Musikdruck war daher ein Feld besonderer typographischer Verantwortung.

Antwerpen war für diese Druckkultur ein idealer Ort. Die Stadt besaß eine lange typographische Tradition, internationale Handelsverbindungen, starke religiöse Institutionen und eine Kunstproduktion von europäischem Rang. Drucker wie Hendrik Aertssens standen in einem Milieu, das von Plantin-Moretus, Phalèse, Verdussen, Cnobbaert und weiteren Werkstätten geprägt war. Die Aertssens-Familie gehört in diese vielstimmige Drucklandschaft, auch wenn sie nicht denselben Ruhm wie Plantin-Moretus erreichte.

Für die Musikgeschichte ist die Familie deshalb wichtig, weil sie zeigt, wie Musikdruck nach der großen Blüte des 16. Jahrhunderts weiterlebte. Der Schwerpunkt verlagerte sich teilweise von internationalem Repertoire zu Gebrauchsmusik, geistlichem Lied, liturgischem Buch und später zu Nachdrucken instrumentaler Musik. Die Aertssens-Familie bildet dabei eine Brücke zwischen katholischer Gebrauchskultur und musikalischer Typographie.

Für die Lyrik- und Kulturgeschichte ist Hendrik Aertssens besonders ergiebig, weil seine Drucke daran erinnern, dass viele frühneuzeitliche Gedichte nicht als stumme Lesetexte gedacht waren. Geistliche Lieder, Seelengesänge, Requiem-Texte und Andachtsverse wurden gesungen, meditiert und in Gemeinschaft vollzogen. Eine Kulturlexikon-Seite zu Hendrik Aertssens vertieft daher nicht nur die Geschichte des Buchdrucks, sondern auch die Frage nach der Stimme in der geistlichen Lyrik.

Überlieferung und Forschungsstand

Die Forschung zu Hendrik Aertssens ist quellenkundlich verstreut. Es gibt keine große moderne Monographie ausschließlich zu ihm. Die wichtigsten Angaben finden sich in MGG, STCV, Druckermarken- und Druckerhandbüchern, Lieddatenbanken, Bibliothekskatalogen, Spezialstudien zum geistlichen Lied, zur Antwerpener Druckgeschichte und zur Musikdruckgeschichte der südlichen Niederlande.

Ein Problem der Überlieferung besteht darin, dass Gebrauchsdrucke schlechter erhalten sind als kostbare Repräsentationsdrucke. Liturgische Gesangbücher und Liederbücher wurden benutzt, mitgeführt, beschädigt, ergänzt, gebunden, auseinandergenommen oder durch spätere Ausgaben ersetzt. Gerade deshalb sind erhaltene Exemplare in Begijnhof-, Kloster- und Bibliothekssammlungen von besonderem Wert.

Ein zweites Problem ist die Namens- und Generationentrennung. Hendrik Aertssens I, Hendrik Aertssens II und Hendrik Aertssens III müssen sorgfältig unterschieden werden. Zugleich darf man die Familie nicht künstlich trennen, weil Werkstatt, Adresse, Hauszeichen und Materialgeschichte Kontinuitäten bilden. Die Forschung muss daher beides leisten: genaue Einzelzuschreibung und familiengeschichtliche Zusammenführung.

Für künftige Forschung sind besonders drei Wege sinnvoll. Erstens sollten alle STCV-Nachweise zu Hendrik Aertssens I systematisch nach Gattungen geordnet werden. Zweitens sollten Lieddatenbanken und RISM-Nachweise mit erhaltenen Exemplaren in Begijnhof- und Klosterbeständen abgeglichen werden. Drittens sollte die Aertssens-Familie stärker in die Geschichte des Antwerpener Musikdrucks nach Phalèse eingeordnet werden.

Sekundärliteratur

  • Artikel Aertssens. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Maßgeblicher musikwissenschaftlicher Lexikonartikel mit Lebensdaten, Druckbeginn, Werkstattadresse und Angaben zu liturgischen und geistlichen Musikdrucken.
  • Maria Schildt: The music printers Madeleine and Marie Phalèse in Antwerp, 1629–1675. In: Early Printed Music and Material Culture in Central and Western Europe. Routledge, 2021. Wichtig für das Umfeld des Antwerpener Musikdrucks und die spätere Verbindung zu Hendrik Aertssens III.
  • Rudolf Rasch: De Cantiones natalitiae en het kerkelijke muziekleven in de Zuidelijke Nederlanden gedurende de zeventiende eeuw. Utrecht 1985. Grundlegend für die geistliche Musik- und Liedkultur der südlichen Niederlande.
  • Rudolf Rasch: Arbeiten zur Musikdruckgeschichte der Niederlande und zur Verbreitung gedruckter Musik. Wichtig für die Einordnung der Antwerpener Druckerfamilien.
  • J. G. Helmer: Den gheestelycken Nachtegael. Nijmegen 1966. Wichtig für die geistliche Liedtradition und die bibliographische Erschließung verwandter Drucke.
  • Louis Peter Grijp und weitere Arbeiten der niederländischen Liedforschung. Für geistliche Lieddrucke, Melodieverweise und Lieddatenbanken grundlegend.
  • Johan Oosterman, Els Stronks und weitere Forschung zum niederländischen geistlichen Lied. Ergänzend für literarische, konfessionelle und performative Aspekte.
  • Marieke van Delft und weitere Arbeiten zur niederländischen Buch- und Druckgeschichte. Wichtig für das städtische und soziale Umfeld frühneuzeitlicher Drucker.
  • Paul Valkema Blouw und Hendrik D. L. Vervliet: Arbeiten zur niederländischen Typographie und Druckgeschichte. Wichtig für die technische und typographische Einordnung Antwerpener Drucker.
  • Arbeiten zum Museum Plantin-Moretus und zur Antwerpener Druckkultur. Grundlegend für den übergeordneten städtischen Kontext.
  • Studien zu Begijnhöfen und ihren Bibliotheken, besonders zu Turnhout. Wichtig für die tatsächliche Nutzung und Erhaltung geistlicher Drucke aus dem Umfeld Hendrik Aertssens’.
  • Forschung zur St.-Lukas-Gilde in Antwerpen. Wichtig zur sozialen und institutionellen Stellung von Druckern, Künstlern und Buchhandwerkern.

Onlinequellen und Recherchewege

Für die weitere Recherche sollten mehrere Schreibweisen parallel verwendet werden: Hendrik Aertssens, Hendrik Aertsen, Hendrick Aertssens, Hendrick Aertssen, Henricus Aertssen, Aertssens Hendrik I, Witte Lelie, Cammerstrate und Kammenstraat. Für Musikdrucke sind zusätzlich Suchbegriffe wie Antiphonarium Romanum, Graduale Romanum, Gheestelijcke Sanghen und geistelijk lied hilfreich.

Weiterführende Einträge

  • Antiphonarium Liturgisches Gesangbuch mit Antiphonen und Offiziumsgesängen.
  • Antwerpen Stadtzentrum von Druck, Kunst, Musikdruck und katholischer Reformkultur.
  • Hendrik Aertssens II Nachfolger in der Aertssens-Familie und Fortführer der Druckwerkstatt.
  • Hendrik Aertssens III Späterer Antwerpener Musikdrucker und wichtige Figur nach dem Ende der Phalèse-Tradition.
  • Begijnhof Religiöser Frauen- und Gemeinschaftsraum, in dem geistliche Drucke intensiv benutzt wurden.
  • Buchdruck Technik und Kulturform, durch die Texte, Noten und Andachtsliteratur verbreitet wurden.
  • Buchhändler Berufsrolle zwischen Druckproduktion, Verkauf, Netzwerken und Leserschaft.
  • Cantiones natalitiae Weihnachtliche Gesangsdrucke und wichtige Gattung der südlichen Niederlande.
  • Choralbuch Buchtyp für liturgische und kirchliche Gesangspraxis.
  • De Witte Lelie Hauszeichen der Druckwerkstatt Hendrik Aertssens’ in der Kammenstraat.
  • Druckermarke Zeichenform, mit der Drucker ihre Werkstatt und ihre Bücher identifizierten.
  • Druckergeschlecht Familienverband, in dem Werkstatt, Material, Kundschaft und Druckprivilegien weitergegeben wurden.
  • Flandern Kulturraum mit bedeutender Buch-, Kunst- und Musikdruckgeschichte.
  • Gebrauchsdruck Drucktyp für konkrete praktische Nutzung in Andacht, Liturgie, Unterricht und Alltag.
  • Geistliches Lied Gesungene religiöse Dichtung zwischen Andacht, Belehrung und Gemeinschaftspraxis.
  • Gesangbuch Buchform, die Text, Melodie, Frömmigkeit und gemeinschaftlichen Gesang verbindet.
  • Graduale Liturgisches Gesangbuch für die Messgesänge.
  • Kammenstraat Antwerpener Straße und Standort mehrerer buchgewerblicher Aktivitäten.
  • Katholische Reform Konfessionelle Erneuerungsbewegung, die Druck, Gesang und Andacht stark prägte.
  • Liedboek Niederländische Liedbuchform mit besonderer Bedeutung für geistliche und weltliche Gesangskultur.
  • Lieddatenbank Digitales Hilfsmittel zur Erschließung historischer Lieder und Lieddrucke.
  • Liturgie Geordnete Form des Gottesdienstes, für die liturgische Gesangbücher hergestellt wurden.
  • Mechelen Kirchliches und kulturelles Zentrum, wichtig für den Vertrieb geistlicher Drucke.
  • Musikdruck Druck musikalischer Notation und zentraler Bereich der Antwerpener Buchkultur.
  • Notendruck Technisch anspruchsvoller Druck von musikalischer Schrift, Linien, Noten und Textunterlegung.
  • Pierre Phalèse Zentrale Figur des Antwerpener Musikdrucks im 16. Jahrhundert.
  • Madeleine Phalèse Musikdruckerin der Phalèse-Offizin und wichtige Gestalt des Antwerpener Musikdrucks.
  • Marie Phalèse Mitbetreiberin der Phalèse-Offizin und Teil der weiblichen Musikdruckgeschichte Antwerpens.
  • Christophe Plantin Berühmtester Antwerpener Drucker und zentrale Referenzfigur der europäischen Druckgeschichte.
  • Plantin-Moretus Antwerpener Druckerhaus und Museum mit einzigartiger typographischer Überlieferung.
  • Druckprivileg Rechtliche Schutzform, die frühneuzeitliche Drucke und Märkte regelte.
  • RISM Internationales Quellenverzeichnis für Musikdrucke und Musikhandschriften.
  • STCV Bibliographie des flämischen Buches und wichtige Quelle zu Aertssens-Drucken.
  • St.-Lukas-Gilde Antwerpener Gildeninstitution für Künstler, Drucker und verwandte Berufe.
  • Typographie Gestaltung und Technik des Druckens mit Schrift- und Notenmaterial.
  • Verdussen Antwerpener Druckerfamilie und wichtiger Vergleichspunkt zur Aertssens-Familie.