Hendrik Aertssens III
Überblick
Hendrik Aertssens III war ein Antwerpener Buchdrucker, Buchhändler, Verleger und Musikdrucker des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts. Er wurde am 27. Dezember 1661 in Antwerpen getauft und starb am 16. Juli 1741 ebenda. Innerhalb des Druckergeschlechts Aertssens/Aertsen ist er die dritte zentrale Figur mit dem Namen Hendrik. Während Hendrik Aertssens I die ältere Werkstatttradition in der Kammenstraat begründete und Hendrik Aertssens II die väterliche Arbeit fortsetzte, steht Hendrik Aertssens III für die späte musikdruckgeschichtliche Bedeutung der Familie.
Seine besondere Stellung beruht auf der Fortführung des Geschäfts seines Stiefvaters Lucas de Potter. De Potter hatte durch die Ehe mit der Witwe Hendrik Aertssens II Zugang zur Aertssens-Werkstatt und zu deren Druckmaterial erhalten. Aus dieser Nachfolge entwickelte sich eine Werkstattlinie, in der Hendrik Aertssens III 1686 sein Patent als Drucker und das Musikdruckmonopol für die flämischen Provinzen erhielt. Damit trat er in ein Feld ein, das durch das Ende der älteren Phalèse-Offizin offen geworden war.
Kulturgeschichtlich ist Hendrik Aertssens III deshalb besonders wichtig. Er steht am Ende einer langen Antwerpener Musikdrucktradition und zugleich am Übergang zu neuen, nördlicheren Zentren des Musikdrucks wie Amsterdam. Seine Drucke verbreiteten geistliche Musik, Instrumentalmusik, italienische Sonaten und Werke lokaler sowie internationaler Komponisten. Damit machte er Antwerpen noch einmal zu einem Ort gedruckter Musik, obwohl die Stadt ihre frühere Vormachtstellung im europäischen Musikdruck bereits weitgehend verloren hatte.
Kurzdaten ohne Tabellenform
Name, Schreibweisen und Zählung
Die Form Hendrik Aertssens III ist eine moderne bibliographische Ordnungsform. Sie trennt den hier behandelten Musikdrucker von Hendrik Aertssens I und Hendrik Aertssens II. Zeitgenössisch und katalogisch begegnen unterschiedliche Schreibungen: Hendrick Aertssens, Hendrick Aertsen, Henricus Aertssens, Henricus Aertsen oder französisch beeinflusst Henri Aertssens. Die römische Zählung ist nicht als historischer Name, sondern als Hilfsmittel der Drucker- und Familiengeschichte zu verstehen.
Für die Recherche ist diese Variantenfülle entscheidend. Musikdrucke können in RISM, Bibliothekskatalogen, Antiquariatsnachweisen und älteren Studien unter verschiedenen Namensformen geführt werden. Besonders bei italienischen Drucken erscheinen latinisierende oder französisierende Formen. Wer die Drucke Hendrik Aertssens III vollständig erfassen will, muss deshalb nicht nur nach Aertssens, sondern auch nach Aertsen, Aertssen, Henricus, Hendrick und Henri suchen.
Die Familienzuordnung ist ebenso wichtig wie die Namensform. Hendrik Aertssens III steht nicht nur als Einzelperson im Buchmarkt. Er ist Erbe einer Antwerpener Werkstattlinie und Nachfolger der über Lucas de Potter vermittelten Musikdruckmaterialien. Seine Identität ist daher eng mit Familie, Stiefverwandtschaft, Werkstatt und Privilegien verbunden.
Die Familie Aertssens/Aertsen
Die Familie Aertssens oder Aertsen war ein Antwerpener Druckergeschlecht, das im 17. und 18. Jahrhundert über mehrere Generationen im Buchgewerbe tätig war. Hendrik Aertssens I, getauft 1586 und beerdigt 1658, arbeitete in der Kammenstraat im Zeichen De Witte Lelie. Er veröffentlichte unter anderem liturgische Gesangbücher und geistliche Liederbücher. Hendrik Aertssens II, getauft 1622 und gestorben 1663, setzte die väterliche Arbeit fort und verband die Familie über seine Witwe Isabella Wils mit Lucas de Potter.
Hendrik Aertssens III gehört in diese dritte Phase der Familiengeschichte. Seine Bedeutung liegt nicht allein in seiner Herkunft, sondern in der Art, wie er die materiellen und rechtlichen Voraussetzungen der Werkstatt nutzte. In der frühen Neuzeit waren Druckerfamilien nicht nur genealogische Einheiten. Sie waren Speicher von Werkzeugen, Typen, Handelsbeziehungen, Privilegien, handwerklichem Wissen und Kundschaften. Wer eine solche Werkstatt übernahm, übernahm zugleich eine kulturelle Infrastruktur.
Gerade der Musikdruck macht diese Kontinuität deutlich. Musiktypen, Notendruckmaterial, Privilegien und Kundenbeziehungen waren seltene Ressourcen. Hendrik Aertssens III konnte als Musikdrucker auftreten, weil er in eine Werkstattnachfolge eintrat, die über Hendrik Aertssens I, Hendrik Aertssens II, Isabella Wils und Lucas de Potter vorbereitet worden war.
Leben und beruflicher Weg
Hendrik Aertssens III wurde am 27. Dezember 1661 in Antwerpen getauft. Er wuchs in einer Phase auf, in der Antwerpen weiterhin ein wichtiges katholisches Druckzentrum war, aber nicht mehr die unangefochtene europäische Handels- und Druckmetropole des 16. Jahrhunderts. Die Stadt war durch religiöse Institutionen, Kunstproduktion, Buchhandel, Schulwesen und internationale Verbindungen geprägt.
Seine berufliche Ausgangslage war zunächst schwierig. Die Forschung zur frühneuzeitlichen Zeitung und zum Antwerpener Buchmarkt weist darauf hin, dass Hendrik Aertssens III seine Laufbahn in den späten 1680er Jahren nicht aus einer komfortablen Vermögenslage heraus begann. Gerade deshalb ist sein späterer Aufstieg bemerkenswert. Aus einer prekären Werkstattnachfolge entwickelte er eine Drucker- und Verlegerstellung, die ihn nicht nur im Musikdruck, sondern später auch im Zeitungswesen sichtbar machte.
Im Jahr 1686 erhielt Hendrik Aertssens III sein Patent als Drucker und zugleich das Monopol für den Musikdruck in den flämischen Provinzen. Diese rechtliche Stellung gab ihm eine besondere Position in einem Markt, der nach dem Ende der Phalèse-Offizin neu geordnet werden musste. Von da an konnte er sich als Musikdrucker profilieren und Werke lokaler wie internationaler Komponisten herausbringen.
Hendrik Aertssens III starb am 16. Juli 1741 in Antwerpen. Seine lange Lebenszeit umfasst damit die Spätphase der Spanischen Niederlande, den Übergang zu den Österreichischen Niederlanden und eine Epoche, in der Amsterdam die führende Rolle im Musikdruck der Niederlande zunehmend stärker übernahm.
Lucas de Potter und die Werkstattnachfolge
Lucas de Potter war für Hendrik Aertssens III eine zentrale Vermittlungsfigur. Er wurde durch die Ehe mit Isabella Wils, der Witwe Hendrik Aertssens II, mit der Aertssens-Werkstatt verbunden. Durch diese Verbindung gelangten typographische Materialien, Werkstattzusammenhänge und buchhändlerische Kontakte in seine Hand. Nach seinem Tod führte seine Witwe die Firma noch weiter, bevor Hendrik Aertssens III die Druckerei fortsetzte.
Diese Nachfolge ist für den Musikdruck besonders wichtig. Lucas de Potter hatte selbst versucht, nach dem Ende der Phalèse-Drucktradition im Bereich des Musikdrucks tätig zu werden. Die Forschung zu Inventaren in Tongeren und Hasselt nennt nach dem Ende der Phalèse-Dynastie Lucas de Potter und Hendrik Aertssens als jene Drucker, die versuchten, den katholischen Musikdruck Antwerpens fortzuführen. Damit steht Hendrik Aertssens III nicht isoliert am Anfang, sondern übernimmt eine bereits begonnene, aber wirtschaftlich schwierige Nachfolgebewegung.
Für die Geschichte des Buchdrucks zeigt dieser Fall, wie wichtig Witwen, Stiefverhältnisse und Heiratsverbindungen waren. Druckereien wurden nicht nur vom Vater auf den Sohn übertragen. Sie konnten über Witwen, zweite Ehen, Stiefväter, Erben und Käufer weitergeführt werden. Gerade bei spezialisierten Materialien wie Musiktypen waren solche Übergänge von hoher kulturgeschichtlicher Bedeutung.
Patent von 1686 und Musikdruckmonopol
Das Jahr 1686 ist für Hendrik Aertssens III entscheidend. In diesem Jahr erhielt er sein Patent als Drucker und das Monopol des Musikdrucks für die flämischen Provinzen. Ein solches Monopol war mehr als eine formale Genehmigung. Es sollte ein wirtschaftlich riskantes und technisch anspruchsvolles Spezialgebiet schützen. Musikdruck erforderte besonderes Material, erfahrene Setzer, Notentypen, musikalische Korrektheit und einen Markt, der groß genug war, um die Kosten zu tragen.
Das Monopol zeigt zugleich, dass Musikdruck als eigener, regulierungsbedürftiger Bereich wahrgenommen wurde. Gedruckte Musik war nicht irgendein Buchprodukt. Sie verband Text, Notation, Instrumental- oder Vokalstimmen, liturgische Verwendung, Aufführungspraxis und internationale Repertoirebewegung. Wer ein Monopol für Musikdruck erhielt, bekam eine privilegierte Stellung im kulturellen Umlauf von Musik.
Für die flämischen Provinzen bedeutete dieses Privileg eine Konzentration der Musikdruckrechte. Hendrik Aertssens III wurde dadurch zum rechtlich bevorzugten Drucker eines Repertoires, das lokale Kirchenmusik, italienische Sonaten, geistliche Konzerte, Motetten und Werke aus französisch-niederländischen Netzwerken umfasste. Dass diese Stellung dennoch keine dauerhafte Dominanz Antwerpens gegen Amsterdam sichern konnte, gehört zur historischen Ambivalenz seiner Laufbahn.
Hendrik Aertssens III als Musikdrucker
Hendrik Aertssens III war im späten 17. Jahrhundert der wichtigste Antwerpener Musikdrucker nach dem Ende der Phalèse-Offizin. Die Phalèse-Familie hatte Antwerpen über mehrere Generationen zu einem der führenden Zentren des europäischen Musikdrucks gemacht. Nach dem Ende dieser Tradition entstand eine Lücke. Lucas de Potter und Hendrik Aertssens III versuchten, diese Lücke zu füllen, erreichten aber nicht mehr die Breite und Dauerhaftigkeit der Phalèse-Produktion.
Dennoch war Hendrik Aertssens III keineswegs unbedeutend. Er brachte Musik lokaler und auswärtiger Komponisten auf den Markt, darunter geistliche Werke, Cantiones natalitiae, Motetten, Messen, italienische Sonaten und Instrumentalmusik. Seine Drucke zeigen, dass Antwerpen weiterhin ein Ort war, an dem katholische Kirchenmusik und italienisch geprägte Instrumentalmusik gedruckt und verbreitet wurden.
Seine Stellung ist besonders an der Schnittstelle von lokaler und internationaler Musik zu erkennen. Einerseits druckte er Komponisten aus den südlichen Niederlanden oder aus dem näheren französisch-flämischen Raum, darunter Pietro Antonio Fiocco, Johannes Berckelaers, Nicolas Maiscocque, Alphonse d’Eve, Ghislain Doré, Louis Le Quoynte und Benedictus Buns. Andererseits nahm er italienische Meister wie Arcangelo Corelli, Giuseppe Torelli, Giovanni Battista Bononcini und andere in sein Repertoire auf oder verbreitete deren Werke durch Nachdrucke. Diese Mischung zeigt, wie stark der italienische Stil im katholischen Norden nachwirkte.
Repertoire, Komponisten und musikalische Netzwerke
Das Repertoire Hendrik Aertssens III bewegte sich zwischen Kirchenmusik und Instrumentalmusik. Besonders wichtig sind geistliche Konzerte, Motetten, Messen, marianische Antiphonen, Cantiones natalitiae und instrumentale Sonaten. Die südlichen Niederlande waren im späten 17. Jahrhundert ein katholisches Musikgebiet, in dem liturgische Praxis, Ordensmusik, städtische Kirchen, Hofbeziehungen und italienische Stilvorbilder miteinander verbunden waren.
Die Drucke von Pietro Antonio Fiocco sind in diesem Zusammenhang besonders aufschlussreich. Fiocco, ein venezianischer Musiker in Brüsseler Diensten, steht für die Verbindung italienischer Herkunft mit süd-niederländischer Kirchenmusik. Wenn Hendrik Aertssens III Fiockos Sacri concerti druckte, verbreitete er nicht nur ein einzelnes Werk, sondern ein musikalisches Modell: italienisch geprägte geistliche Musik in einem katholischen nordwest-europäischen Raum.
Die Corelli- und Torelli-Drucke zeigen die andere Seite: die Verbreitung italienischer Instrumentalmusik. Corellis Triosonaten und Sonatenzyklen wurden in ganz Europa nachgedruckt und imitiert. Wenn Antwerpen solche Musik herausbrachte, schloss es sich an einen europäischen Markt an, der Instrumentalmusik zunehmend als eigenständiges, sammelbares und aufführbares Repertoire verstand.
Die lokalen Komponisten zeigen wiederum, dass Hendrik Aertssens III nicht nur importierte. Er druckte Musik, die aus den südlichen Niederlanden selbst kam oder dort wirkte. Dadurch wurde die Druckerei zu einem Vermittlungsort zwischen regionalem Musikleben und europäischer Mode.
Druck- und Werkverzeichnis
Das folgende Verzeichnis versteht sich als quellenkritisches Arbeitsverzeichnis der wichtigsten und in der Forschung einschlägig genannten Musikdrucke, Nachdrucke, Druckfelder und Verlagsleistungen Hendrik Aertssens III. Ein Druckerverzeichnis ist kein Werkverzeichnis im Autorensinn, sondern ein Verzeichnis der von ihm gedruckten, verlegten oder mit seinem Namen verbundenen Publikationen. Einzelne nichtmusikalische Drucke und Zeitungsdrucke sind wegen der verstreuten STCV- und Archivüberlieferung zusätzlich in Spezialkatalogen zu prüfen.
Privileg, Werkstatt und Druckerstatus
- Patent als Drucker, 1686. Dieses Patent markiert den Beginn seiner selbständigen druckerischen Stellung und ist die rechtliche Grundlage seiner späteren Tätigkeit.
- Monopol des Musikdrucks für die flämischen Provinzen, 1686. Dieses Privileg machte Hendrik Aertssens III zum rechtlich bevorzugten Musikdrucker in einem technisch spezialisierten und wirtschaftlich riskanten Markt.
- Fortsetzung des Geschäfts von Lucas de Potter. Die Übernahme der Werkstattnachfolge ist nicht nur biographisch, sondern auch materialgeschichtlich wichtig, weil damit Notentypen, Druckmaterial und Kundenbeziehungen weitergeführt wurden.
- Weiterführung der Aertssens-Familientradition. Hendrik Aertssens III verband ältere Aertssens-Werkstattgeschichte mit der Musikdrucktradition nach Phalèse.
Geistliche Musikdrucke und katholisches Repertoire
- Johannes Berckelaers: Cantiones natalitiae, Opus 4, 1688. Dieser Druck gehört in die süd-niederländische Tradition weihnachtlicher Gesänge und zeigt Hendrik Aertssens III im Bereich katholischer vokaler Gebrauchsmusik.
- Nicolas Maiscocque: Harmonia sacra, Opus 3, 1688. Der Druck steht für geistliche Musik im Antwerpener und süd-niederländischen Umfeld.
- Sebastiano Cherici: Motetti sagri, Opus 4, 1689. Dieser Druck zeigt die italienisch geprägte geistliche Musik, die in Antwerpen und den südlichen Niederlanden verbreitet wurde.
- Pietro Antonio Fiocco: Sacri concerti a una, e più voci, con instrumenti e senza, Opera prima, Antwerpen, Hendrik Aertssens, 1691. Dieser Druck ist einer der wichtigsten Aertssens-Drucke, weil er die italienische Herkunft Fiockos, seine Brüsseler Stellung und die Antwerpener Druckvermittlung zusammenführt.
- Benedictus Buns: Orpheus gaudens et lugens, sive cantica gaudii ac luctus, Opus 7, Antwerpen, Hendrick Aertssens, 1693. Der Druck enthält geistliche Vokalmusik mit Instrumenten und zeigt die Verbindung des Antwerpener Musikdrucks mit der klösterlichen und karmelitischen Musikkultur.
- Weitere Messen, Motetten und geistliche Konzerte aus dem katholischen Umfeld. Diese Gruppe umfasst Drucke, die in Inventaren und Musikquellen der südlichen Niederlande im Zusammenhang mit Aertssens erscheinen und für die liturgische Praxis der Region wichtig waren.
Italienische Instrumentalmusik und Nachdrucke
- Arcangelo Corelli: Sonaten, Opus 1, Antwerpen, Hendrik Aertssens, 1688. Die Antwerpener Nachdrucküberlieferung von Corellis Triosonaten zeigt, wie schnell italienische Instrumentalmusik in nördliche Druckmärkte gelangte.
- Arcangelo Corelli: Suonate da camera a tre, Opus 2, Antwerpen, Hendrik Aertssens, 1689. Dieser Druck gehört zu den wichtigen Stationen der europäischen Verbreitung Corellis.
- Arcangelo Corelli: Sonaten, Opus 3, Antwerpen, Hendrik Aertssens, 1691. Die Antwerpener Ausgabe dokumentiert erneut Aertssens’ Beteiligung an der Corelli-Rezeption.
- Arcangelo Corelli: weitere Sonatenüberlieferung, darunter eine Ausgabe von 1695. Die ältere Forschung nennt eine Ausgabe der zwölf Sonaten Corellis von 1695, für die Hendrik Aertssens wiederum ein Privileg erhalten habe. Solche Drucke sind besonders wichtig für die europäische Nachdruck- und Privilegiengeschichte.
- Giuseppe Torelli: Sinfonie, Opus 3, 1689. Der Druck verweist auf die Aufnahme italienischer Instrumentalmusik in den Antwerpener Musikmarkt.
- Giovanni Battista Bononcini: Druck von 1706. Die Forschung zu seltenen Antwerpener Musikdrucken nennt einen Bononcini-Druck von 1706 im Aertssens-Zusammenhang. Er zeigt die Fortdauer italienischer Repertoireinteressen über die unmittelbare Anfangsphase hinaus.
- Weitere Nachdrucke italienischer Instrumentalmusik. Zeitgenössische und moderne Hinweise nennen zahlreiche Nachdrucke italienischer Meister, besonders aus dem Bereich der Sonate und der Instrumentalmusik.
Lokale und französisch-niederländische Komponisten
- G. de Haze: Triphonio da suonare in camera a 2 violini e basso, Opus 2, 1689. Der Druck gehört in den Bereich kammermusikalischer Instrumentalmusik und zeigt, dass Aertssens nicht nur bekannte italienische Meister, sondern auch näherliegende Komponisten druckte.
- Alphonse d’Eve: Drucke im Aertssens-Umfeld. Der Komponist gehört zu den niederländisch-flämischen Meistern, deren Musik in der Antwerpener Druckkultur nach Phalèse sichtbar wurde.
- Louis Le Quoynte: Drucke im Aertssens-Umfeld. Le Quoynte steht für das französisch-niederländische Repertoirefeld, das Aertssens neben italienischen Werken bediente.
- Ghislain Doré: Drucke im Aertssens-Umfeld. Doré wird in der Antwerpener Musikdrucküberlieferung unter den Meistern genannt, deren Werke Aertssens verbreitete.
- Bréhy: Druck von 1700. Die Forschung zu seltenen Antwerpener Musikdrucken nennt einen Bréhy-Druck von 1700 im Aertssens-Zusammenhang.
- Pietro Antonio Fiocco als lokaler Italiener in Brüssel. Fiocco gehört zugleich zur italienischen und zur süd-niederländischen Musikgeschichte. Sein Druck bei Aertssens zeigt die Mehrfachcodierung des Repertoires.
Theorie, Unterricht und musikalische Elementarbildung
- Lorenzo Penna: Li primi albori musicali per li principianti della musica figurata. Der Druck gehört in den Bereich musikalischer Elementarlehre und zeigt, dass Aertssens’ Musikdruck nicht nur Aufführungsmaterial, sondern auch musiktheoretische und pädagogische Literatur umfassen konnte.
- Lehr- und Gebrauchsdrucke für musikalische Anfänger. Diese Gruppe ist für die Kulturgeschichte wichtig, weil sie zeigt, dass Notendruck nicht nur für professionelle Kapellen, sondern auch für Unterricht, Ausbildung und musikalische Alphabetisierung hergestellt wurde.
Repertoire nach Gattungen
- Cantiones natalitiae. Weihnachtsgesänge und festliche geistliche Vokalmusik, besonders wichtig in den südlichen Niederlanden.
- Motetten und Motetti sagri. Geistliche Vokalmusik für liturgische und außerliturgische Verwendung.
- Messen und Messkompositionen. Katholisches Kernrepertoire im Umfeld von Kirchen, Klöstern und Kapellen.
- Geistliche Konzerte und Sacri concerti. Italienisch beeinflusste Gattung zwischen solistischer Vokalmusik, Instrumentalbegleitung und katholischer Frömmigkeit.
- Triosonaten und Kammersonaten. Instrumentalmusik, besonders im Corelli- und Torelli-Umfeld.
- Sinfonien und Instrumentalstücke. Repertoire, das die wachsende Selbständigkeit instrumentaler Musik dokumentiert.
- Musiktheoretische und didaktische Drucke. Drucke zur musikalischen Elementarlehre und zur praktischen Ausbildung.
Zeitungsdruck und nichtmusikalische Drucke
- Antwerpener Zeitungsdruck ab den 1690er Jahren. Hendrik Aertssens III kaufte 1695 die Lizenz zum Druck der Antwerpener Zeitung von der Familie Verdussen. Damit erweiterte er sein Profil vom Musikdrucker zum bedeutenden städtischen Informationsdrucker.
- Allgemeiner Buchdruck und Buchhandel. Neben Musikdrucken war Hendrik Aertssens III im allgemeinen Buchmarkt tätig. Der wirtschaftliche Aufstieg der 1690er und frühen 1700er Jahre zeigt seine Fähigkeit, mehrere Druck- und Vertriebsfelder zu verbinden.
- Gelegenheitsdrucke, Gebrauchsdrucke und behördlich privilegierte Publikationen. Wie viele frühneuzeitliche Drucker bewegte sich Hendrik Aertssens III nicht in einem einzigen Segment, sondern verband Musikdruck, Buchverkauf, Zeitung und weitere Druckaufträge.
Zusammenfassung des Werkprofils
- Musikdruckmonopol und Privilegien: rechtliche Grundlage seiner Sonderstellung im flämischen Musikdruck.
- Geistliche Musik: Motetten, Messen, Cantiones natalitiae, geistliche Konzerte und katholische Vokalmusik.
- Italienische Instrumentalmusik: besonders Corelli- und Torelli-Drucke sowie weitere italienische Nachdrucke.
- Lokales und regionales Repertoire: Drucke von Komponisten aus den südlichen Niederlanden und aus französisch-niederländischen Netzwerken.
- Musiktheorie und Unterricht: Lehrdrucke und elementare Musiktraktate im Umfeld praktischer Musikvermittlung.
- Zeitungs- und Buchdruck: Erweiterung des Geschäfts über den Musikdruck hinaus, besonders nach 1695.
Zeitungsdruck, Buchhandel und wirtschaftlicher Aufstieg
Hendrik Aertssens III ist nicht nur als Musikdrucker zu betrachten. Die Forschung zur Wirtschaft frühneuzeitlicher Zeitungen weist darauf hin, dass er 1695 die Lizenz zum Druck der Antwerpener Zeitung von der Familie Verdussen kaufte. Diese Erweiterung war wirtschaftlich bedeutsam. Während Musikdruck technisch anspruchsvoll, aber in der Nachfrage begrenzt war, bot der Zeitungsdruck regelmäßige Einnahmen und eine andere Form städtischer Sichtbarkeit.
Die Verbindung von Musikdruck und Zeitungsdruck zeigt, wie breit ein frühneuzeitlicher Druckunternehmer aufgestellt sein musste. Eine reine Spezialisierung auf Musik war in Antwerpen nur schwer dauerhaft tragfähig. Hendrik Aertssens III verband daher privilegierten Musikdruck, allgemeinen Buchhandel, Informationsdruck und städtische Druckaufträge. Gerade diese Kombination ermöglichte seinen wirtschaftlichen Aufstieg.
Dass er 1717 ein neues Haus an einer bevorzugten Lage erwerben konnte, zeigt die soziale Bewegung vom unsicheren Start zur etablierten bürgerlichen Stellung. Seine Karriere ist damit auch ein Beispiel für die wirtschaftlichen Möglichkeiten des Druckgewerbes, wenn Privilegien, Marktgespür, Werkstattkontinuität und städtische Informationsmärkte zusammenwirkten.
Ausführlicher Kulturüberblick
Hendrik Aertssens III steht an einem Wendepunkt der Antwerpener Druckgeschichte. Im 16. Jahrhundert hatte Antwerpen mit Plantin-Moretus und der Phalèse-Offizin zu den bedeutendsten europäischen Druckzentren gehört. Um 1700 war diese Stellung nicht verschwunden, aber geschwächt. Amsterdam, Paris und andere Zentren gewannen an Bedeutung. Gerade deshalb ist Hendrik Aertssens III wichtig: Er zeigt, wie eine ältere Druckstadt versuchte, ihre musikalische Druckkultur in einer veränderten europäischen Landschaft fortzuführen.
Der Musikdruck war in dieser Phase ein besonders sensibles Feld. Er verlangte technisches Können, war aber wirtschaftlich riskant. Anders als ein Gebetbuch, ein Kalender oder eine Zeitung hatte ein Musikdruck ein engeres Publikum. Er richtete sich an Kirchen, Klöster, Kapellen, professionelle Musiker, Liebhaber und Sammler. Er war teuer in der Herstellung, weil Notentypen, Stimmenmaterial, musikalische Korrektur und häufig mehrere Stimmbücher erforderlich waren. Das Musikdruckmonopol von 1686 zeigt, dass diese Schwierigkeiten institutionell erkannt wurden.
Die italienische Musik war für Hendrik Aertssens III besonders wichtig. Corelli, Torelli, Bononcini und andere italienische Meister prägten die europäische Instrumentalmusik um 1700. Ihre Werke wurden nachgedruckt, gesammelt, gespielt und nachgeahmt. Wenn Antwerpen solche Werke druckte, beteiligte sich die Stadt an einem internationalen musikalischen Stiltransfer. Italienische Sonaten wurden dadurch nicht nur in Rom, Bologna oder Venedig gehört, sondern auch in den südlichen Niederlanden, in Klöstern, städtischen Musikkreisen und möglicherweise in privaten Kammermusikmilieus.
Gleichzeitig blieb der katholische geistliche Musikdruck zentral. Die südlichen Niederlande waren ein katholischer Kulturraum, in dem Liturgie, Ordensmusik, marianische Frömmigkeit, Prozessionen, Kapellen und Kirchenmusik große Bedeutung hatten. Geistliche Konzerte, Motetten, Messen und Cantiones natalitiae waren nicht nur Kunstwerke, sondern Bestandteile religiöser Praxis. Hendrik Aertssens III druckte Musik, die gesungen, gespielt und in kirchlichen Räumen verwendet wurde.
Der Gegensatz zwischen lokalem und internationalem Repertoire ist bei Hendrik Aertssens III nicht starr. Pietro Antonio Fiocco ist ein besonders gutes Beispiel. Als italienischstämmiger Musiker in Brüssel verband er italienische Stilistik mit süd-niederländischer Kirchenmusik. Ein Druck seiner Sacri concerti in Antwerpen macht diese Vermittlung sichtbar. Die Musik wird nicht einfach importiert, sondern lokal verankert.
Auch die Beziehung zu Amsterdam ist kulturgeschichtlich aufschlussreich. Estienne Roger und später Le Cène wurden um 1700 zu führenden Musikdruckern der Niederlande. Sie übernahmen und verbreiteten viele italienische und französische Werke in einer marktstarken, international ausgerichteten Druckkultur. Hendrik Aertssens III steht dadurch in einem Konkurrenz- und Übergangsfeld. Antwerpen war noch aktiv, doch Amsterdam wurde zunehmend dominierend.
Die Verbindung von Musikdruck und Zeitungsdruck macht Hendrik Aertssens III zusätzlich interessant. Musikdruck gehört zur Kultur der Aufführung, Zeitung zur Kultur der Nachricht. Beide sind aber Formen gedruckter Öffentlichkeit. Der Drucker steht zwischen Klang und Information, zwischen Kirchenmusik und politischer oder städtischer Aktualität, zwischen privilegiertem Spezialdruck und regelmäßigem Masseninteresse. Diese Doppelrolle zeigt, wie flexibel Druckunternehmer der frühen Neuzeit arbeiten mussten.
Für die Lyrik- und Kulturgeschichte ist Hendrik Aertssens III besonders ergiebig, weil sein Musikdruck auch die Verbreitung gesungener Texte betrifft. Geistliche Motetten, Cantiones natalitiae, marianische Gesänge und geistliche Konzerte verbinden poetische Sprache, liturgische Funktion und musikalische Form. Gedruckte Musik ist hier eine Form der Textzirkulation. Sie zeigt, dass frühneuzeitliche Lyrik häufig nicht still gelesen, sondern gesungen und in Klang verwandelt wurde.
Hendrik Aertssens III ist deshalb nicht nur ein bibliographischer Name. Er ist eine Schnittstelle von Buchdruck, Musikdruck, katholischer Kultur, italienischer Stilgeschichte, flämischem Stadtleben, Privilegienwesen, Werkstattnachfolge und frühmoderner Medienökonomie. Seine Bedeutung liegt gerade darin, dass an seiner Person die letzten Kräfte und Grenzen des Antwerpener Musikdrucks sichtbar werden.
Überlieferung und Forschungsstand
Die Forschung zu Hendrik Aertssens III ist auf mehrere Quellengruppen angewiesen. MGG bietet die zentrale lexikalische Grundansetzung. RISM erschließt ihn als musikbezogene Quellenperson. Spezialstudien von Godelieve Spiessens, Maria Schildt, Rudolf Rasch, Stefanie Beghein und Eugeen Schreurs behandeln einzelne Musikdrucke, Druckmaterialien, Inventare und den Zusammenhang zwischen Phalèse, Lucas de Potter und Aertssens. Für den Zeitungsdruck sind Arbeiten zur Zeitungsgeschichte der südlichen Niederlande wichtig.
Ein besonderes Problem ist die Frage nach Vollständigkeit. Musikdrucke des späten 17. Jahrhunderts sind oft nur in wenigen Exemplaren erhalten. Einzelne Stimmbücher fehlen, Exemplare sind verstreut, Impressen variieren, Nachdrucke können schwer von Ausgaben zu unterscheiden sein, und spätere Kataloge verkürzen Namen. Ein vollständiges Werkverzeichnis muss daher RISM, STCV, Bibliothekskataloge, Inventare und ältere Spezialbibliographien zusammensehen.
Ein weiteres Forschungsproblem betrifft die Bewertung seines Erfolgs. Einerseits erhielt Hendrik Aertssens III ein Musikdruckmonopol und druckte wichtige Werke. Andererseits zeigen moderne Studien, dass die Zahl seiner Musikdrucke im Vergleich zu früheren Phalèse-Jahrzehnten und späteren Amsterdamer Verlegern begrenzt blieb. Seine Bedeutung liegt daher nicht in einer massenhaften Produktion, sondern in seiner Stellung als letzter bedeutender Antwerpener Musikdrucker und als Vermittler einer Übergangsphase.
Für weitere Forschung wären besonders drei Wege ergiebig. Erstens sollte das gesamte erhaltene Musikdruckkorpus Hendrik Aertssens III nach RISM- und STCV-Daten neu zusammengestellt werden. Zweitens sollten die Beziehungen zu Estienne Roger, zur Corelli-Rezeption und zu italienischen Nachdrucken genauer untersucht werden. Drittens wäre die Verbindung zwischen Musikdruckmonopol, Zeitungsdrucklizenz und wirtschaftlichem Aufstieg innerhalb der Antwerpener Druckökonomie zu analysieren.
Sekundärliteratur
- Artikel Aertssens. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Maßgeblicher musikwissenschaftlicher Lexikonartikel zur Familie Aertssens und zu Hendrik Aertssens III.
- Godelieve Spiessens: Muziektypografische bedrijvigheid van de Antwerpse drukker Hendrik Aertssens III (1661–1741). In: Feestbundel Elly Cockx-Indestege. Miscellanea Neerlandica. Leuven 1993. Zentrale Spezialstudie zur musiktypographischen Tätigkeit Hendrik Aertssens III.
- Godelieve Spiessens: Drie zeldzame Antwerpse muziekdrukken met werk van Corelli (1692), Bréhy (1700) en Bononcini (1706). In: Musica Antiqua, 13, 1996. Wichtig für seltene Aertssens-Drucke und die italienisch geprägte Repertoiregeschichte.
- Godelieve Spiessens: Muziektypografische bedrijvigheid van de Antwerpse drukker Lucas de Potter. In: Musica Antiqua, 12, 1995. Wichtig für die Werkstattvorgeschichte und die Nachfolge über Lucas de Potter.
- Maria Schildt: The music printers Madeleine and Marie Phalèse in Antwerp, 1629–1675. In: Early Printed Music and Material Culture in Central and Western Europe. Routledge, 2021. Wichtig für das Ende der Phalèse-Tradition und den Übergang zu de Potter und Aertssens.
- Rudolf Rasch: Arbeiten zur Musikdruckgeschichte der Niederlande, zu Estienne Roger und zur Verbreitung italienischer Musik. Grundlegend für die Einordnung von Aertssens im niederländischen Musikdruck um 1700.
- Stefanie Beghein: Arbeiten zur Verbreitung italienischer geistlicher Musik in den Niederlanden. Wichtig für Fiocco, Aertssens und die katholische Kirchenmusik der südlichen Niederlande.
- Eugeen Schreurs: Arbeiten zu Musikinventaren aus Tongeren, Hasselt und den südlichen Niederlanden. Wichtig für die tatsächliche Nutzung gedruckter Musik aus Antwerpen.
- Alphonse Goovaerts: Histoire et bibliographie de la typographie musicale dans les Pays-Bas. Brüssel 1880. Ältere Grundlagenschrift zur Musiktypographie in den Niederlanden.
- François-Joseph Fétis: Biographie universelle des musiciens. Ergänzend für ältere Angaben zu Komponisten und Drucküberlieferung, quellenkritisch zu verwenden.
- F. Olthoff: De boekdrukkers, boekverkoopers en uitgevers in Antwerpen. Antwerpen 1891. Wichtig für die ältere Antwerpener Druckergeschichte.
- Arbeiten zur frühneuzeitlichen Zeitungsgeschichte der südlichen Niederlande. Wichtig für Hendrik Aertssens III als Käufer der Antwerpener Zeitungslizenz und für seine wirtschaftliche Entwicklung.
- Forschung zum Museum Plantin-Moretus und zur Antwerpener Druckkultur. Grundlegend für typographische, wirtschaftliche und archivalische Kontexte.
- Studien zu Corelli-Rezeption, italienischer Sonate und europäischem Musikdruck um 1700. Wichtig zur Einordnung der Aertssens-Nachdrucke.
Onlinequellen und Recherchewege
Für die weitere Recherche sollten mehrere Namens- und Werkformen parallel verwendet werden: Hendrik Aertssens III, Hendrik Aertsen III, Hendrick Aertssens, Henricus Aertssens, Henri Aertssens, Aertssens Corelli, Aertssens Fiocco, Aertssens Buns, Lucas de Potter Aertssens, Antwerp music printing und Phalèse Aertssens. Besonders wichtig ist der Abgleich von RISM, STCV, Digitalisaten, Inventaren und Spezialliteratur.
- MGG Online: Aertssens Maßgeblicher musikwissenschaftlicher Lexikonartikel mit Lebensdaten, Patent und Musikdruckmonopol.
- RISM Online: Aertssens, Hendrik (1661–1741) Musikquellenbezogener Personennachweis zu Hendrik Aertssens III.
- Maria Schildt: The music printers Madeleine and Marie Phalèse in Antwerp, 1629–1675 Open-Access-Studie zur Phalèse-Offizin und zur Nachgeschichte über Lucas de Potter und Hendrik Aertssens.
- AMUZ: Antwerpen. Townscape – Soundscape Programmbuch mit kompakter Einordnung Hendrik Aertssens III als letztem bedeutendem Antwerpener Musikdrucker.
- Musicologica Brunensia: Musica Antiqua – Musica Nova? Aufsatz zu Inventaren aus Tongeren und Hasselt mit Hinweisen zu Aertssens, de Potter und italienischer Musik in den südlichen Niederlanden.
- Rudolf Rasch: Facco–Fux-Dokumente Enthält den Nachweis zu Pietro Antonio Fioccos Sacri concerti, Antwerpen, Hendrik Aertssens, 1691.
- Corelli: His Life, His Work Ältere Corelli-Bibliographie mit Antwerpener Aertssens-Nachdrucken von Corelli-Werken.
- F. T. Arnold: A Corelli Forgery? Älterer Forschungsbeitrag zur Corelli-Drucküberlieferung mit Hinweis auf Aertssens-Ausgaben.
- Stefanie Beghein: The dissemination of Italian sacred music in the Low Countries Fachaufsatz zur Verbreitung italienischer geistlicher Musik und zur Rolle von Aertssens-Drucken.
- Dutch Song Database Rechercheplattform für historische Lieder, Lieddrucke und geistliche Gesangskultur.
- RISM Catalog Zentraler Katalog für Musikdrucke und Musikhandschriften, wichtig für Einzelwerke und Exemplare.
- STCV über CERL Recherchezugang zu flämischen Drucken und Druckeransetzungen.
- Museum Plantin-Moretus Zentrale Institution zur Antwerpener Druck-, Buchhandels- und Typographiegeschichte.
- The Business and Profit of Newspapers in the Southern Netherlands Fachaufsatz mit wichtigen Angaben zu Hendrik Aertssens III als Zeitungsdrucker und Unternehmer.
- WorldCat Internationaler Bibliothekskatalog zur Suche nach erhaltenen Exemplaren, Sekundärliteratur und Digitalisaten.
- Internet Archive Digitalbibliothek für ältere Musikdruckforschung, Corelli-Bibliographien, Druckergeschichten und gemeinfreie Quellen.
Weiterführende Einträge
- Hendrik Aertssens I Ältere Generation der Antwerpener Aertssens-Werkstatt und wichtig für liturgische Gesangbücher.
- Hendrik Aertssens II Vorgängergeneration und Bindeglied zwischen väterlicher Werkstatt und Lucas de Potter.
- Antwerpen Zentrum von Buchdruck, Musikdruck, Kunst und katholischer Kultur in den südlichen Niederlanden.
- Antwerpener Musikdruck Tradition von Phalèse bis Aertssens und Schlüsselbereich flämischer Musikkultur.
- Giovanni Battista Bononcini Italienischer Komponist, dessen Werk im Aertssens-Druckkontext genannt wird.
- Bréhy Komponist im Umfeld seltener Antwerpener Musikdrucke um 1700.
- Benedictus Buns Karmelit und Komponist geistlicher Musik, dessen Opus 7 bei Hendrik Aertssens erschien.
- Cantiones natalitiae Weihnachtliche Gesangsgattung der südlichen Niederlande und wichtiger Bereich des Aertssens-Repertoires.
- Arcangelo Corelli Italienischer Komponist, dessen Sonaten in Antwerpener Aertssens-Nachdrucken verbreitet wurden.
- Lucas de Potter Stiefvater und Werkstattvorgänger Hendrik Aertssens III, wichtig für die Nachfolge nach Phalèse.
- Druckprivileg Rechtliche Schutzform, die für den Musikdruck und seine wirtschaftliche Absicherung zentral war.
- Flandern Kulturraum, für dessen Provinzen Hendrik Aertssens III das Musikdruckmonopol erhielt.
- Pietro Antonio Fiocco Italienischstämmiger Brüsseler Komponist, dessen Sacri concerti 1691 bei Aertssens erschienen.
- Geistliches Konzert Gattung italienisch geprägter katholischer Vokalmusik mit Instrumenten.
- Harmonia sacra Gattungs- und Titeltradition geistlicher Musikdrucke im 17. Jahrhundert.
- Italienische Sonate Instrumentalgattung, deren europäische Verbreitung durch Nachdrucke wie bei Aertssens gefördert wurde.
- Katholische Kirchenmusik Musik für Liturgie, Andacht und geistliche Repräsentation in den südlichen Niederlanden.
- Motette Geistliche Vokalgattung, die im Aertssens-Repertoire eine zentrale Rolle spielte.
- Musikdruck Druck musikalischer Notation und zentraler Bereich der Antwerpener Kulturgeschichte.
- Notendruck Technisch spezialisierter Druck von Noten, Linien, Stimmbüchern und musikalischem Text.
- Madeleine Phalèse Musikdruckerin der Phalèse-Offizin und wichtige Vorgängerfigur der Aertssens-Nachfolge.
- Marie Phalèse Mitbetreiberin der Phalèse-Offizin und prägende Gestalt des Antwerpener Musikdrucks.
- Pierre Phalèse Begründer der berühmten flämischen Musikdrucktradition, deren Nachgeschichte zu Aertssens führt.
- RISM Internationales Quellenverzeichnis für Musikdrucke und Musikhandschriften.
- Estienne Roger Amsterdamer Musikdrucker, der um 1700 die führende Rolle im niederländischen Musikdruck übernahm.
- Sonate Instrumentalgattung, die durch italienische Drucke und Nachdrucke europaweit verbreitet wurde.
- STCV Bibliographie des flämischen Buches und wichtiges Werkzeug zur Erschließung der Aertssens-Drucke.
- Zeitungsdruck Regelmäßiger Informationsdruck, den Hendrik Aertssens III ab 1695 wirtschaftlich nutzte.
- Giuseppe Torelli Italienischer Komponist, dessen Instrumentalmusik im Antwerpener Aertssens-Repertoire begegnet.
- Typographie Technik und Gestaltung gedruckter Schrift, Bild- und Notenzeichen.
- Verdussen Antwerpener Druckerfamilie, von der Hendrik Aertssens III 1695 die Zeitungslizenz erwarb.