Aar

Lexikon

Aar ist ein maskulines deutsches Substantiv mit der heutigen Bedeutung „Adler“. Das Wort gehört jedoch nicht mehr zum neutralen alltäglichen Wortschatz. In der modernen Standardsprache ist Adler die gewöhnliche Bezeichnung, während Aar als dichterisch und veraltet gilt. Die Form begegnet daher vor allem in älterer Literatur, in bewusst feierlicher oder archaisierender Sprache, in historischen Texten sowie vereinzelt in Zusammensetzungen von Vogelnamen. Wer heute von einem „Aar“ spricht, bezeichnet im Allgemeinen einen Adler oder verwendet das Wort bildhaft für den Adler als Sinnbild von Höhe, Kraft, Herrschaft und majestätischem Flug.

Grammatisch lautet das Wort der Aar. Der Genitiv Singular ist des Aars oder etwas traditioneller des Aares, der Dativ dem Aar, der Akkusativ den Aar. Als standardsprachlicher Plural gilt die Aare, mit Dativ den Aaren. In älterer Sprache kommen daneben Flexionsformen vor, die von der heutigen Standarddeklination abweichen; insbesondere erklärt sich dies daraus, dass bereits im Althochdeutschen verschiedene Stamm- und Flexionstypen nebeneinander bestanden. Für den gegenwärtigen lexikographischen Gebrauch ist jedoch die Reihe der Aar – des Aar(e)s – die Aare maßgeblich. Die Aussprache lautet [aːɐ̯]; das Wort besteht im heutigen Deutschen aus einer Silbe und besitzt einen langen a-Laut.

Die einfache Gleichsetzung Aar = Adler beschreibt den heutigen dichterischen Gebrauch korrekt, bildet aber die ältere Wortgeschichte nur unvollständig ab. Im Althochdeutschen bezeichnete aro gewöhnlich den Adler, konnte jedoch auch allgemeiner einen großen Raubvogel, insbesondere eine Weihe, bezeichnen. Ähnliche Bedeutungsbreiten blieben noch im Mittelalter und in der frühen Neuzeit erhalten. Das historische Wort war daher nicht zu jeder Zeit eine zoologisch präzise Bezeichnung ausschließlich jener Vögel, die heute unter dem deutschen Namen Adler zusammengefasst werden.

Diese ältere Bedeutungsbreite wird besonders an historischen Zusammensetzungen sichtbar. Neben dem einfachen Aar bestanden Namen wie Fischaar, Mausaar, Gansaar, Hühneraar, Hasenaar, Stockaar und andere Bildungen. Das Grundwort -aar konnte darin unterschiedliche größere Greifvögel bezeichnen. Ein Fischaar entspricht dem Fischadler; andere historische Bildungen wurden für Weihen, Bussarde, Falken oder verwandte Greifvögel verwendet. Daraus folgt, dass ältere Texte nicht automatisch zoologisch nach modernem Artverständnis gelesen werden dürfen. Ein mittelalterlicher oder frühneuzeitlicher „Aar“ muss nicht in jedem Fall ein bestimmter heutiger Adler der Gattungen Aquila oder Haliaeetus gewesen sein.

Auch dialektal konnte sich die Bedeutung anders entwickeln. In historischen und regionalen deutschen Varietäten bezeichnete Aar beziehungsweise eine verwandte Form teilweise einen Habicht, eine Weihe oder allgemein einen größeren Raubvogel. Solche Bedeutungen bewahren einen älteren Zustand, in dem der Name noch nicht so eng taxonomisch festgelegt war wie das moderne Wort Adler. In den meisten deutschen Mundarten verschwand das einfache Wort später vollständig oder fast vollständig; Reste hielten sich vor allem in Zusammensetzungen.

Die Wortgeschichte von Aar ist besonders bemerkenswert, weil das heute gewöhnliche Wort Adler selbst aus Aar entstanden ist. Im Mittelalter bildete man adelar, adelare mit der ursprünglichen Bedeutung „edler Aar“. Das Vorderglied gehört zu Adel beziehungsweise edel, das Hinterglied ist das alte Wort ar/Aar. Der Ausdruck entstand im Umfeld einer Einteilung von Jagdvögeln in „edle“ und andere Greifvögel. Aus adelar entwickelte sich über Formen wie adeler schließlich das neuhochdeutsche Adler. Damit enthält das heutige Standardwort Adler das ältere Wort Aar in historisch verdunkelter Form.

Seit dem 13. Jahrhundert wurde das einfache ar(e) beziehungsweise Aar zunehmend von Adler verdrängt. Dieser Prozess verlief nicht plötzlich. Noch über Jahrhunderte konnten beide Wörter nebeneinander bestehen und zum Teil unterschiedliche Greifvögel bezeichnen. Für das 16. Jahrhundert lässt sich sogar ein Gebrauch unterscheiden, bei dem Adler eher dem lateinischen aquila „Adler“, Aar dagegen eher milvus „Milan, Weihe“ entsprach. Gleichzeitig blieb Aar als Bestandteil zahlreicher zusammengesetzter Vogelnamen lebendig.

Als selbständiges Wort verschwand Aar im Laufe des 17. Jahrhunderts weitgehend aus der gewöhnlichen gesprochenen Sprache. Martin Luther verwendet in seiner Bibelsprache grundsätzlich Adler beziehungsweise ältere Formen davon und trägt damit zur Durchsetzung des jüngeren Wortes bei. Das einfache Aar wurde dagegen immer stärker als altertümlich empfunden. Im 18. Jahrhundert trat dann ein ungewöhnlicher Vorgang ein: Das bereits fast verschwundene Wort wurde von Dichtern und sprachgeschichtlich interessierten Autoren bewusst wieder aufgenommen.

Diese Wiederbelebung begann besonders in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Autoren griffen auf das mittelalterliche Wort zurück, weil es kurz, klangvoll und altertümlich wirkte und sich gut für eine gehobene poetische Darstellung des Adlers eignete. Frühere Wiederbelebungsbelege mussten das ungewohnte Wort teilweise noch ausdrücklich durch „Adler“ erklären. Im 19. Jahrhundert war Aar dann als literarisches Wort so etabliert, dass Leser gehobener Dichtung seine Bedeutung in der Regel kannten, obwohl es der gesprochenen Alltagssprache fremd geblieben war.

In dieser dichterischen Verwendung verändert sich die semantische Wirkung. Adler ist die sachliche Tierbezeichnung; Aar ruft dagegen leicht Vorstellungen von Höhe, Freiheit, Kühnheit, Stärke, Königtum und majestätischem Flug hervor. Ausdrücke wie „königlicher Aar“, „junger Aar“ oder ein sich in die Lüfte schwingender Aar gehören deshalb besonders zur poetischen Sprache des 18. und 19. Jahrhunderts. Die Wertung entsteht nicht aus einer zusätzlichen lexikalischen Grundbedeutung des Wortes, sondern aus seinem literarischen Register und aus der traditionellen Symbolik des Adlers.

Damit verbunden ist der bildliche Gebrauch für machtvolle, hochstrebende oder außergewöhnliche Menschen. Wie der Adler kann auch der Aar metaphorisch einen Herrscher, Helden, Dichter oder sonst über seine Umgebung herausragenden Menschen darstellen. Solche Verwendungen sind heute stark historisch oder stilisierend. In einem modernen neutralen Text wäre eine Personenbezeichnung als „Aar“ ungewöhnlich und ohne literarischen Kontext leicht befremdlich.

Eine besondere Rolle spielte das Wort in dichterischen und patriotisch-historischen Umschreibungen des Wappenadlers. Verbindungen wie „deutscher Aar“ oder ähnliche Formulierungen konnten den Adler als Wappen- und Herrschaftssymbol bezeichnen. In der eigentlichen modernen Heraldik lautet der technische Grundausdruck jedoch Adler, etwa Reichsadler, Bundesadler oder Doppeladler. Aar ist in solchen Zusammenhängen vor allem eine poetische oder historisierende Ersatzbezeichnung, kein notwendiger eigenständiger heraldischer Fachterminus.

Zoologisch sollte Aar ebenfalls nicht als moderne systematische Kategorie verstanden werden. Adler ist schon selbst kein einzelner enger wissenschaftlicher Taxonname, sondern eine traditionelle deutsche Sammelbezeichnung für verschiedene große Greifvögel. Aar besitzt noch weniger taxonomische Präzision, weil seine historische Verwendung außerdem Milane, Weihen, Habichte und andere größere Greifvögel einschließen konnte. In biologischen Fachtexten werden deshalb konkrete Art- oder Gattungsnamen verwendet.

Spuren des alten Wortes bestehen weiterhin in Vogelnamen. Besonders anschaulich ist Gleitaar, die deutsche Bezeichnung für einen kleinen Greifvogel aus der Gruppe der Gleitaare. Auch Aarweihe ist als Vogelbezeichnung beziehungsweise historisches zoologisches Wort gebildet. Solche Zusammensetzungen zeigen, dass das Element Aar nicht vollständig aus dem naturkundlichen Wortschatz verschwunden ist, obwohl das Simplex im gewöhnlichen Sprachgebrauch veraltet ist.

Von geografischen Eigennamen ist das Substantiv zu trennen. Die schweizerische Aare beispielsweise ist ein Flussname und grammatisch feminin: die Aare. Das Substantiv der Aar „Adler“ und der Eigenname die Aare gehören daher schon synchron unterschiedlichen Wortklassen und Genera an. Auch verschiedene kleinere Flüsse namens Aar sowie Familien- und Ortsnamen mit ähnlicher Schriftgestalt bedürfen jeweils einer eigenen namenkundlichen Erklärung und dürfen nicht allein aufgrund des Schriftbildes vom Vogelnamen abgeleitet werden.

Für den heutigen deutschen Wortschatz ist die Gebrauchslage somit klar: Aar wird verstanden, ist aber außerhalb literarischer, historischer und lexikographischer Kontexte selten. Wer einen Adler zoologisch oder alltagssprachlich bezeichnet, sagt Adler. Wer bewusst einen altertümlichen, feierlichen oder poetischen Ton erzeugen möchte, kann Aar verwenden. Gerade dieser Stilwert hat dem Wort ein ungewöhnliches Nachleben verschafft: Es starb als normales Alltagswort weitgehend aus, wurde aber Jahrhunderte später als bewusst poetisches Synonym wiederbelebt.

Lexikographisch lässt sich Aar daher definieren als dichterisch veraltete Bezeichnung für den Adler; historisch auch allgemeiner für verschiedene größere Greifvögel. Diese erweiterte Definition berücksichtigt sowohl die heutige standardsprachliche Bedeutung als auch die ältere zoologisch unschärfere Verwendung.

Etymologie

Aar gehört zum ältesten germanischen Wortschatz. Die neuhochdeutsche Form geht auf mittelhochdeutsch ar(e) zurück; daneben bestand mittelhochdeutsch arn. Im Althochdeutschen sind aro „Adler, großer Raubvogel“ und daneben arn belegt. Die ältesten althochdeutschen Nachweise reichen bis in die frühe schriftliche Überlieferung des Deutschen zurück. Bereits dort existierten also Formen ohne und mit n nebeneinander.

Diese Doppelheit ist nicht auf das Deutsche beschränkt. Das Wort besitzt Entsprechungen in praktisch allen älteren germanischen Sprachzweigen. Gotisch ist eine Form ara aus dem belegten Plural arans erschließbar; Altenglisch besitzt earn, Altnordisch ǫrn und daneben ari. Die nordischen Fortsetzungen sind etwa schwedisch örn, dänisch und norwegisch ørn. Mittelniederländisch hatte Formen wie aren, aern und arent, woraus niederländisch arend „Adler“ hervorging. Altfriesisch und Altenglisch bewahren ebenfalls die n-haltige Gestalt.

Die germanischen Formen weisen auf einen sehr alten n-Stamm zurück, ungefähr *ar-n-. Die unterschiedlichen historischen Formen aro und arn lassen sich daraus erklären, dass das n ursprünglich je nach Flexionsform erschien und später in einzelnen germanischen Sprachen und Paradigmen entweder verloren ging oder auch auf den Nominativ übertragen wurde. Vergleichbare Schwankungen kommen bei anderen alten Tiernamen vor. Im Deutschen setzte sich für das später poetisch wiederbelebte Simplex schließlich die n-lose Form Aar durch, während das Element arn- andernorts weiterlebte.

Dieses arn- begegnet besonders deutlich in alten germanischen Personennamen. Namen wie Arnold, Arnulf und historische Formen wie Arnfried enthalten ein altes Namenelement aus dem Wortfeld „Adler“. Derartige Tierbezeichnungen waren in germanischen zweigliedrigen Personennamen verbreitet und konnten Vorstellungen von Stärke, Kampf und Rang ausdrücken. Das heutige Wort Aar und das Arn- solcher Namen gehören somit weit zurückliegend derselben germanischen Wortfamilie an.

Außerhalb des Germanischen besitzt die Wortfamilie besonders wichtige Entsprechungen im Altgriechischen. Griechisch ὄρνις (órnis) bezeichnet „Vogel“, außerdem je nach Zusammenhang „Hahn“ oder „Henne“. Aus einer erweiterten Form des griechischen Wortstamms stammt ὄρνιθος beziehungsweise der Stamm ornith-, der in wissenschaftlichen Bildungen wie Ornithologie „Vogelkunde“ weiterlebt. Damit sind Aar und Ornithologie sehr entfernte etymologische Verwandte.

Eine besonders wichtige außergermanische Parallele bietet das Hethitische mit haraš „Adler“ und verwandten Flexionsformen. Germanische, griechische und hethitische Belege ermöglichen die Rekonstruktion einer sehr alten indogermanischen Bildung vom Typ *or-(e/o)n- für einen Adler beziehungsweise größeren Vogel. Damit gehört Aar zu einer Wortfamilie, die weit älter ist als das Germanische selbst.

Verwandte Adlerbezeichnungen erscheinen außerdem in mehreren anderen indogermanischen Sprachzweigen, wobei unterschiedliche Suffixe an den alten Stamm getreten sind. Dazu gehören keltische Formen, armenische Wörter für Möwe, Weihe oder größere Vögel sowie baltische und slawische Adlerwörter. Zu vergleichen sind beispielsweise litauisch erelis, russisch orël und polnisch orzeł. Die genaue lautgeschichtliche Beziehung dieser Formen ist komplex; sie bestätigen jedoch die große Alterstiefe des zugrunde liegenden indogermanischen Vogelnamens.

Ältere etymologische Literatur versuchte den Namen teilweise mit einer indogermanischen Verbalwurzel im Bedeutungsfeld „sich bewegen, sich erheben“ oder mit Vorstellungen wie „schnell“ und „glänzend“ zu verbinden. Solche Deutungen sollten nicht als sichere ursprüngliche Wortbedeutung ausgegeben werden. Die moderne etymologische Forschung kann die alte Nominalbildung und ihre zahlreichen Verwandten wesentlich zuverlässiger rekonstruieren als eine noch ältere motivierende Bedeutung. Eine populäre Erklärung wie „Aar bedeutet ursprünglich der Schnelle“ ist daher zu bestimmt formuliert.

Innerhalb der deutschen Sprachgeschichte ist der wichtigste Entwicklungsschritt die Bildung von Adler. Im 12. Jahrhundert erscheint mittelhochdeutsch adelar(e), wörtlich „edler Aar“. Die Bildung steht mit der mittelalterlichen Falknerei und ihrer Einteilung von Greifvögeln in unterschiedlich bewertete Gruppen in Zusammenhang. Aus adel + ar entwickelte sich durch lautliche und morphologische Veränderungen adeler und schließlich Adler. Das jüngere Kompositum verdrängte damit ausgerechnet sein eigenes Grundwort aus dessen zentraler Bedeutung.

Die Entwicklung lässt sich schematisch als althochdeutsch aro/ar → mittelhochdeutsch ar(e) → daneben adelar(e) „edler Aar“ → adeler → neuhochdeutsch Adler darstellen. Gleichzeitig bestand die arn-Variante weiter und hinterließ Spuren in Dialekten, verwandten germanischen Sprachen und Eigennamen.

Vom 13. Jahrhundert an gewann Adler zunehmend die Oberhand. Das einfache Aar verlor seinen Platz als gewöhnlicher Name des großen Greifvogels und konnte zeitweise auf andere Arten, insbesondere Milane und Weihen, eingeschränkt werden. Noch im 16. Jahrhundert finden sich Belege, in denen Aar und Adler nicht völlig synonym sind. Gleichzeitig blieben Zusammensetzungen wie Fischaar, Mausaar oder Gansaar erhalten und bewahrten das alte Wort, obwohl es selbständig immer seltener wurde.

Im 17. Jahrhundert war das einfache Aar in weiten Teilen des deutschen Sprachraums praktisch aus dem alltäglichen Sprachgebrauch verschwunden. Diese Unterbrechung erklärt den besonderen Stilwert des heutigen Wortes. Aar ist nicht einfach ein ununterbrochen neben Adler weiterlebendes gehobenes Synonym, sondern ein historisches Wort, das zunächst stark zurücktrat und später bewusst literarisch wiederbelebt wurde.

Seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts griffen Dichter die Form wieder auf. Die Beschäftigung mit mittelalterlicher deutscher Literatur und älterem Wortgut machte Aar attraktiv, weil es archaisch, knapp und klanglich markant wirkte. In frühen Wiederbelebungsbelegen wurde es zum Teil noch mit einer erklärenden Angabe „Adler“ versehen. Im 19. Jahrhundert war seine poetische Bedeutung bereits weithin bekannt. Dichter wie Gottfried August Bürger, Friedrich Schiller und Johann Wolfgang Goethe verwendeten das Wort, wenn auch in unterschiedlicher Häufigkeit.

Durch diese Wiederbelebung entstand eine bemerkenswerte stilgeschichtliche Umkehrung. Das jüngere Wort Adler hatte ursprünglich als „edler Aar“ gegenüber dem einfacheren Aar eine besondere Wertung enthalten; im Neuhochdeutschen wurde Adler zum neutralen Alltagswort, während das ältere Aar nun selbst als besonders erhaben, dichterisch und „edel“ empfunden wurde. Die historische Wertungsbeziehung kehrte sich somit im Sprachgefühl nahezu um.

Die heutige Form Aar ist daher zugleich ein altes Erbwort und ein literarisches Wiederbelebungswort. Etymologisch gehört es zu einem uralten indogermanischen Vogelnamen; wortgeschichtlich wurde es durch das aus ihm gebildete Adler verdrängt; stilgeschichtlich kehrte es im 18. Jahrhundert als poetische Bezeichnung des Adlers zurück. Diese drei Schichten erklären seinen heutigen besonderen Charakter besser als die bloße Angabe „veraltetes Wort für Adler“.

Zusammenfassend führt die Etymologie von Aar über mittelhochdeutsch ar(e), arn und althochdeutsch aro, arn zu einer gemeingermanischen und schließlich indogermanischen Vogelnamenfamilie. Verwandt sind unter anderem altnordisch ǫrn, schwedisch örn, dänisch und norwegisch ørn, niederländisch arend, altenglisch earn sowie ferner griechisch órnis „Vogel“. Das neuhochdeutsche Adler entstand aus mittelhochdeutsch adelar „edler Aar“ und verdrängte das Grundwort. Aar überlebte in Zusammensetzungen, verschwand als gewöhnliches Simplex weitgehend und wurde seit dem späten 18. Jahrhundert als dichterisches Wort für den Adler wiederbelebt.