Augener

Augener & Co., Augener & Co. Ltd., Augener Ltd.; Londoner Musikverlag, Musikimporteur, Editionshaus und Zeitschriftenverlag, gegründet im Umfeld der 1850er Jahre von George Augener; besonders wichtig für preiswerte Notenausgaben, Klavierklassiker, Unterrichtsliteratur, britische Liedmusik, Edition Peters und The Monthly Musical Record.

Überblick

Augener war einer der wichtigen Londoner Musikverlage des 19. und 20. Jahrhunderts. Unter den Firmenformen Augener & Co., Augener & Co. Ltd. und Augener Ltd. wurde der Verlag besonders durch preiswerte Notenausgaben, Klavierklassiker, Unterrichtswerke, Lieddrucke, Kammermusik, Orgel- und Chorwerke sowie durch die britische Vermittlung kontinentaler Musik bekannt. Für den Bereich der britischen Musikgeschichte ist Augener deshalb nicht nur als Druckadresse, sondern als kulturprägende Instanz zu verstehen.

Der Verlag wurde von George Augener aufgebaut, einem aus Deutschland stammenden Musikverleger, der im kontinentaleuropäischen Musikhandel geschult war und in London eine Brücke zwischen deutschem Musikverlagswesen und britischem Musikmarkt schuf. Je nach Quelle wird als Gründung 1853 oder 1855 angegeben. Für die lexikalische Darstellung ist daher die Formulierung sinnvoll, dass Augener im Umfeld der 1850er Jahre entstand und das eigentliche Londoner Musikverlagsgeschäft 1855 an 86 Newgate Street greifbar wird.

Kulturgeschichtlich ist Augener besonders wichtig, weil der Verlag einen großen Teil jener gedruckten Musik verfügbar machte, die für bürgerliche Musikkultur, Unterricht, Prüfungspraxis, Konzertrepertoire und häusliches Musizieren relevant war. Die blauen und weißen Umschläge von Augener’s Edition wurden zu einem vertrauten Zeichen preiswerter, zugänglicher und pädagogisch brauchbarer Noten. Zugleich veröffentlichte Augener auch neue Werke britischer Komponistinnen und Komponisten, darunter Lied-, Klavier- und Kammermusik.

Der Verlag stand außerdem in enger Verbindung mit dem Musikjournal The Monthly Musical Record, das von 1871 bis 1960 erschien. Dieses Periodikum war mehr als ein bloßes Anzeigenblatt. Es enthielt Artikel, Rezensionen, Nachrichten, Notenbeilagen und Diskussionen und bildete damit einen Teil der britischen Musiköffentlichkeit. Augener war also Verlag, Händler, Importeur, Agent, Katalogproduzent, pädagogischer Ausrüster und publizistischer Akteur zugleich.

Kurzdaten

Name Augener.
Weitere Firmenformen Augener & Co., Augener & Co. Ltd., Augener Ltd., Augener’s Edition, Augener Edition.
Gründung Im Umfeld der 1850er Jahre; 1855 als Londoner Musikverlagsgeschäft an 86 Newgate Street fassbar, während einzelne moderne Verlags- und Datenbankquellen 1853 als Beginn ansetzen.
Gründer George Augener, 1830–1915, deutscher Musikverleger und Musikimporteur in London.
Ort London; wichtige Adressen unter anderem 86 Newgate Street, 1 Foubert Place, 22 Golden Square, 81 The Quadrant, Regent Street, später 199 Regent Street, 18 Great Marlborough Street und Acton Lane.
Beruf Musikverlag, Notenverlag, Musikimporteur, Editionshaus, Zeitschriftenverlag, Agentur kontinentaler Verlage, pädagogischer Musikverlag und Anbieter preiswerter klassischer Notenausgaben.
Verlagsprofil Klavierklassiker, Studienwerke, Gesang, Lied, Kammermusik, Orgelmusik, Chormusik, Unterrichtsliteratur, britische Kompositionen, europäische Standardwerke und Agenturausgaben.
Wichtige Reihe Augener’s Edition, besonders bekannt durch preiswerte klassische Ausgaben und pädagogisch verwendbare Noten.
Zeitschrift The Monthly Musical Record, London, 1871–1960.
Edition-Peters-Bezug Augener war über Jahrzehnte britischer Agent beziehungsweise Alleinvertreter der Leipziger Edition Peters.
Firmenübernahmen Erwerb von Robert Cocks & Co. um 1898 bis 1904; Übernahme durch Schott 1910; Verlust beziehungsweise Entflechtung der Schott-Beteiligung 1914; Erwerb von Joseph Williams und A. Weekes & Co. um 1960/1961; Verkauf an Galaxy Music Corporation 1962; Übergang über Galliard Ltd. zu Stainer & Bell 1972.
Kulturelle Bedeutung Augener war ein Schlüsselverlag für britische Musikpädagogik, preiswerte Notenausgaben, Klavier- und Liedkultur, internationale Musikvermittlung und die Londoner Musikpublizistik des späten 19. und 20. Jahrhunderts.

Gründung, George Augener und Londoner Musikhandel

George Augener wurde 1830 geboren und stammte aus dem deutschen Sprachraum. Vor seiner Londoner Tätigkeit lernte er den Musikhandel im Umfeld des Verlags Johann André in Offenbach kennen. Diese Herkunft ist für die Geschichte des Verlags entscheidend, weil sie Augener mit der deutschen Musikverlagskultur, mit Notenimport, Katalogarbeit, Urheberrechtsfragen und dem internationalen Austausch von Repertoire verband.

London war um die Mitte des 19. Jahrhunderts ein stark wachsender Musikmarkt. Bürgerliche Haushalte kauften Klavierauszüge, Lieder, Unterrichtswerke, Salonstücke und Opernarrangements; Musikinstitutionen benötigten Prüfungs- und Studienmaterial; professionelle Musikerinnen und Musiker suchten Zugang zu kontinentalem Repertoire. Augener trat genau in diese Marktlage ein. Er bot nicht nur eigene Publikationen, sondern auch importierte Musik an und wurde so zu einem Vermittler zwischen britischem Bedarf und europäischer Produktion.

Die Quellenlage zur Gründung verwendet zwei Daten: 1853 und 1855. Die ältere Grove-Überlieferung nennt die Gründung des Musikverlagsgeschäfts an 86 Newgate Street im Jahr 1855. Moderne Katalog- und Verlagsquellen sprechen teils von 1853 als Beginn der Firma. Für eine saubere lexikalische Darstellung sollte nicht künstlich entschieden werden, wenn beide Traditionslinien belegbar sind. Sinnvoll ist: Augener entstand als Londoner Musikverlags- und Importgeschäft in der ersten Hälfte der 1850er Jahre; der Geschäftsstandort 86 Newgate Street ist für 1855 besonders klar greifbar.

Adressen, Filialen und Geschäftsstruktur

Die frühen Londoner Adressen Augeners sind ein wichtiger Hinweis auf die Entwicklung vom spezialisierten Musikhandel zu einem breiter aufgestellten Verlagsunternehmen. Genannt werden 86 Newgate Street, 1 Foubert Place, 22 Golden Square und 81 The Quadrant, Regent Street. Dazu kamen später weitere Adressen, darunter 199 Regent Street, 18 Great Marlborough Street und die Druck- beziehungsweise Gravurwerke in Acton Lane. Solche Ortswechsel und Filialen zeigen, dass Augener nicht nur ein einzelner Laden, sondern ein komplexeres Handels- und Editionssystem war.

Die Lage in London war für den Erfolg entscheidend. Regent Street, Golden Square und die Umgebung westlicher Musikgeschäfte verbanden kaufkräftiges Publikum, Theater, Konzertsäle, Unterrichtsmilieus und Verlagskontakte. Augener konnte dort sowohl Amateurmusikerinnen und Amateurmusiker als auch professionelle Kundschaft erreichen. Der Verlag profitierte von der wachsenden Nachfrage nach günstigen, zuverlässigen und gut greifbaren Ausgaben.

Eine Änderung der Partnerschaft im Jahr 1887 betrifft den Standort The Quadrant, Regent Street, der in Zusammenhang mit Wesley S. B. Woolhouse erwähnt wird. Für die Verlagsgeschichte ist diese Einzelheit wichtig, weil sie zeigt, dass Augener neben dem Hauptgeschäft auch filial- und partnerschaftsbezogene Strukturen entwickelte. Solche Geschäftsformen waren im Musikhandel des 19. Jahrhunderts üblich und ermöglichten Spezialisierung, Lagerhaltung und Marktausweitung.

Augener’s Edition und das preiswerte Notenprogramm

Die bekannteste Marke des Verlags war Augener’s Edition. Ihre blauen und weißen Umschläge wurden im britischen Musikleben vertraut. Der Erfolg dieser Reihe beruhte auf einem einfachen, aber kulturgeschichtlich weitreichenden Prinzip: klassische und pädagogisch brauchbare Musik sollte in erschwinglichen, handhabbaren und verbreitbaren Ausgaben zugänglich sein. Damit trug Augener zur Demokratisierung des Notenmarkts bei.

Besonders wichtig waren Klavierklassiker und Unterrichtsliteratur. Ausgaben klassischer Klavierwerke, Studien, Etüden, Harmonielehren, Kontrapunktlehren und technische Schulwerke richteten sich an einen breiten Kreis von Schülerinnen, Schülern, Lehrerinnen, Lehrern und Amateurmusikern. Herausgeber wie Ernst Pauer und John Farmer waren für die pädagogische Qualität solcher Ausgaben wichtig.

Augener veröffentlichte nicht nur ältere Klassiker, sondern auch Werke neuerer Komponisten. Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert traten Komponisten wie Frank Bridge, Frederick Delius, John Ireland, Adam Carse und zahlreiche weniger kanonisierte Autorinnen und Autoren in den Katalogen auf. Dadurch wurde Augener zu einem Verlag, der Traditionsrepertoire und lebende Musik miteinander verband.

Edition Peters, Import und europäische Vermittlung

Ein wesentlicher Teil von Augeners Bedeutung liegt in seiner Funktion als Vermittler kontinentaler Musik nach Großbritannien. Besonders wichtig war die Beziehung zur Leipziger Edition Peters. Augener war über Jahrzehnte britischer Agent beziehungsweise Alleinvertreter dieser preiswerten und international weit verbreiteten Editionsreihe. Damit wurde deutsches, österreichisches, französisches, italienisches und weiteres europäisches Repertoire für den britischen Markt leichter erreichbar.

Die Agenturfunktion ist musikgeschichtlich nicht zu unterschätzen. Wer Noten importiert und vertreibt, entscheidet mit darüber, was studiert, geübt, gekauft, geprüft und aufgeführt wird. Augener prägte daher nicht nur durch eigene Drucke, sondern auch durch die Auswahl, Verfügbarkeit und Preisgestaltung kontinentaler Ausgaben den britischen Geschmack. Für Lehrkräfte, Musikschulen, private Haushalte und Konzertmusiker war dies ein erheblicher Faktor.

Diese Vermittlerrolle erklärt auch, warum Augener in der britischen Musikpädagogik und im Amateurmusizieren eine so deutliche Spur hinterließ. Der Verlag verband billige Klassiker, Unterrichtswerke, europäische Agenturausgaben und eigene britische Veröffentlichungen. Damit wurde der Katalog zugleich Einkaufsinstrument, Bildungskanon und Verbreitungsmedium.

The Monthly Musical Record

The Monthly Musical Record erschien von 1871 bis 1960 und war eng mit Augener verbunden. Das Periodikum enthielt Essays, Rezensionen, Konzert- und Opernberichte, Nachrichten, Anzeigen und zeitweise Notenbeilagen. Es war damit ein wichtiges Medium der britischen Musiköffentlichkeit. Der erste Herausgeber Ebenezer Prout stand für die Verbindung von Musiktheorie, Komposition, Pädagogik und Kritik.

Das Journal hatte eine doppelte Funktion. Einerseits war es ein Organ, das dem Verlag nahe stand und damit indirekt auch den Musikmarkt unterstützte. Andererseits war es ein Forum für Kritik, musikwissenschaftliche Beiträge und musikalische Debatten. Gerade diese Mischung ist für das 19. Jahrhundert typisch: Musikzeitschriften waren zugleich Informationsmedium, Werbeträger, Bildungsinstrument und Geschmacksinstanz.

Die lange Laufzeit des Monthly Musical Record macht es zu einer bedeutenden Quelle für Musikgeschichte. Es dokumentiert Veränderungen des Repertoires, der Kritik, der Aufführungspraxis, der Schallplattenbesprechung, der pädagogischen Diskussion und der Verlagswerbung. Für die Forschung zu Augener ist das Journal daher nicht nur Begleitmaterial, sondern ein integraler Bestandteil des Verlagsprofils.

Katalog, Repertoire und Verlagsprofil

Der Augener-Katalog wuchs im Lauf des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts stark an. Bereits im späten 19. Jahrhundert wurden mehrere tausend Werke genannt; der Katalog von 1928 verzeichnet über 7.500 Titel. Diese Zahlen zeigen die große Breite des Verlagsprogramms. Augener war kein Spezialverlag für nur eine Gattung, sondern ein breit aufgestelltes Unternehmen für Unterricht, Hausmusik, Konzertgebrauch und professionelles Repertoire.

Zum Profil gehörten Klavierausgaben, Etüden, Studien, technische Schulen, Lieder, Gesangswerke, Chorstücke, Orgelmusik, Kammermusik, Partituren, Bearbeitungen, Tanzstücke, kleinere Charakterstücke und pädagogische Reihen. Gerade die Unterrichtsliteratur war wirtschaftlich wichtig, weil sie wiederkehrende Nachfrage erzeugte. Musikschulen, private Lehrer und Prüfungssysteme benötigten verlässliches Material.

Für das Kulturlexikon ist außerdem die Veröffentlichung britischer Komponistinnen und Komponisten wichtig. Augener erscheint in den Werkverzeichnissen vieler heute wiederzuentdeckender Musikerinnen und Musiker, etwa im Bereich Lied, Klavierstück und Unterrichtsmusik. Die Verlagsadresse ist daher oft ein Schlüssel zur Datierung und Kontextualisierung einzelner Werke.

Übernahmen, Eigentümerwechsel und spätere Geschichte

Eine wichtige Erweiterung erfolgte durch die Übernahme von Robert Cocks & Co., die zwischen 1898 und 1904 greifbar wird. Damit vergrößerte Augener seinen Katalog erheblich und integrierte einen älteren britischen Musikverlag in das eigene Programm. Solche Übernahmen waren für den Musikverlagsmarkt typisch, weil sie Rechte, Platten, Lager, Kundenstämme und bekannte Druckreihen zusammenführten.

1910 zog sich George Augener aus der aktiven Geschäftsführung zurück. In diesem Zusammenhang wurde Augener von Schott beziehungsweise Schott & Co. übernommen. Da Schott ein deutsches Unternehmen war, wirkte sich der Erste Weltkrieg unmittelbar auf diese Besitzstruktur aus. 1914 musste Schott seine Beteiligung beziehungsweise Kontrolle im britischen Kontext aufgeben, während bestimmte Rechte und Editionen rechtlich differenziert weiterwirkten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte eine weitere Phase der Katalogerweiterung. Um 1960 und 1961 kamen die Kataloge von Joseph Williams und A. Weekes & Co. hinzu. 1962 wurde Augener an Galaxy Music Corporation in New York verkauft und Teil der britischen Galaxy-Tochter Galliard Ltd. 1972 gelangte Galliard und damit auch Augener in den Besitz von Stainer & Bell. Dadurch ist Augener heute in der historischen und verlegerischen Nachlassstruktur von Stainer & Bell besonders präsent.

Werk-, Editions- und Katalogverzeichnis

Da Augener kein Komponist, sondern ein Verlag ist, wird das Werkverzeichnis als Editions-, Reihen-, Katalog- und Verlagsverzeichnis geführt. Es umfasst nicht jedes einzelne jemals gedruckte Stück, sondern die wichtigsten Reihen, Katalogbereiche, übernommenen Verlage, Zeitschriften und repräsentativen Publikationsgruppen. Ein vollständiger Einzelkatalog müsste die historischen Augener-Kataloge, Plattennummern, Rechteüberlieferung, Bibliotheksbestände, RISM-, WorldCat-, BL- und Stainer-&-Bell-Archivdaten systematisch zusammenführen.

Firmennamen und Imprints

  • Augener & Co.. Hauptform des Londoner Musikverlags im 19. Jahrhundert.
  • Augener & Co. Ltd.. Spätere Gesellschaftsform, besonders im Zusammenhang der Katalog- und Übernahmegeschichte wichtig.
  • Augener Ltd.. Im 20. Jahrhundert häufige Verlagsform auf Drucken und Katalogen.
  • Augener’s Edition. Bedeutendste Editionsmarke des Verlags, besonders für preiswerte klassische und pädagogische Noten.
  • Augener Edition. Vereinfachte beziehungsweise moderne Schreibform der Reihe.

Wichtige Kataloge und Reihen

  • Universal Circulating Musical Library. Frühform beziehungsweise frühe Katalogtradition aus dem Umfeld der 1850er und 1860er Jahre, wichtig für die Verlagsanfänge.
  • Augener’s Edition. Preiswerte Notenreihe für Klavier, Kammermusik, Gesang und Unterricht; kulturgeschichtlich wichtigste Reihe des Verlags.
  • Augener’s Edition of Instrumental Music. Instrumentalreihe, besonders für Klavier, Streichinstrumente, Kammermusik und pädagogische Literatur relevant.
  • Augener’s Edition Catalogue. Katalogreihe, besonders greifbar im umfangreichen Katalog von 1928 mit Tausenden von Titeln.
  • Educational piano works. Unterrichts- und Studienwerke für Klavier, darunter technische Übungen, leichte Klassiker, Etüden und Ausgaben für junge Pianistinnen und Pianisten.
  • Cheap classical editions. Preiswerte Klassiker-Ausgaben, die für Amateurmusiker und Unterricht besonders wichtig waren.
  • Contemporary works covers. Druckserien und Umschlagtypen für neuere beziehungsweise zeitgenössische Musik des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts.

Zeitschriften und periodische Publikationen

  • The Monthly Musical Record, London, 1871–1960. Musikzeitschrift aus dem Augener-Umfeld mit Artikeln, Rezensionen, Musiknachrichten, Anzeigen, Notenbeilagen und später Schallplattenbesprechungen.
  • Notenbeilagen zu The Monthly Musical Record. Zwischen 1880 und 1931 erschienen zahlreiche Beilagen mit gedruckter Musik und bildlichem Material.
  • Anzeigen- und Katalogbeilagen. Augener nutzte Periodika und Kataloge zur Verbreitung eigener und importierter Ausgaben.

Herausgeber und pädagogische Programme

  • Ernst Pauer: Klassische Klavierausgaben, pädagogische Reihen und editorische Arbeit für Augener.
  • John Farmer: Unterrichtswerke und pädagogisch ausgerichtete Ausgaben im Augener-Kontext.
  • Ebenezer Prout: Theoretiker, Komponist und erster Herausgeber des Monthly Musical Record; wichtig für die Verbindung von Verlag, Theorie und Musikpublizistik.
  • Weitere Herausgeber und Bearbeiter: Zahlreiche britische und kontinentale Musiker wirkten an Studienwerken, Klassikerausgaben, Bearbeitungen und Unterrichtsreihen mit.

Komponistinnen und Komponisten im Augener-Umfeld

  • Johann Sebastian Bach. Klassiker-Ausgaben und pädagogisch verwendbare Klavier- beziehungsweise Tastenmusikbearbeitungen.
  • Ludwig van Beethoven. Klavier- und Kammermusikausgaben im Standardrepertoire.
  • Johannes Brahms. Im britischen Markt durch Augener- und Peters-Bezüge vermitteltes Repertoire.
  • Frank Bridge. Britischer Komponist, dessen Werke in Augener-Zusammenhängen erschienen.
  • Adam Carse. Komponist, Pädagoge und Herausgeber, wichtig im Bereich Unterrichts- und Studienmusik.
  • Frederick Delius. Britischer Komponist, dessen frühe beziehungsweise ausgewählte Werke im Augener-Umfeld greifbar sind.
  • John Ireland. Britischer Komponist des 20. Jahrhunderts, durch Augener-Ausgaben im Katalog sichtbar.
  • Moritz Moszkowski. Komponist und Pianist der neueren Klaviermusik, in Augeners internationalem Katalogprofil wichtig.
  • Jean Louis Nicodé. Vertreter der neueren deutschen Schule, in älteren Augener-Darstellungen genannt.
  • Xaver Scharwenka. Komponist und Pianist, im Augener-Katalog als Vertreter der neueren kontinentalen Klaviermusik präsent.
  • Samuel Coleridge-Taylor. In Katalog- und Druckzusammenhängen von Augener beziehungsweise Augener Ltd. greifbar.
  • Frances Allitsen. Englische Komponistin, deren Lied- und Klaviermusik im Umfeld britischer Musikverlage wie Augener zu kontextualisieren ist.

Übernommene Kataloge und Verlagsbestände

  • Robert Cocks & Co.. Älterer britischer Musikverlag, dessen Katalog und Bestände zwischen 1898 und 1904 in den Augener-Zusammenhang kamen.
  • Joseph Williams. Britischer Verlag, dessen Katalog um 1960/1961 von Augener übernommen wurde.
  • A. Weekes & Co.. Britischer Verlagskatalog, der um 1960/1961 in Augeners spätere Kataloggeschichte einging.
  • Galliard Ltd.. Britische Tochter beziehungsweise Nachfolgegesellschaft im Zusammenhang des Verkaufs an Galaxy Music Corporation.
  • Stainer & Bell. Späterer Eigentümer beziehungsweise Bewahrer wichtiger Augener-Katalog- und Archivzusammenhänge.

Agentur- und Importbereiche

  • Edition Peters, Leipzig. Augener war über Jahrzehnte britischer Agent beziehungsweise Alleinvertreter dieser bedeutenden kontinentalen Edition.
  • Kontinentale Klavier- und Kammermusik. Repertoire aus Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien und weiteren Ländern wurde über Augener im britischen Markt zugänglich.
  • Unterrichts- und Prüfungsmaterial. Augener versorgte britische Musikpädagogik mit technischen Studien, leichten Klassikern, Etüden und Theorieausgaben.
  • Vertrieb fremder Verlage. Neben eigenen Druckreihen war die Vermittlung anderer europäischer Verlage ein wesentlicher Geschäftsbereich.

Nicht als Einzelwerke zu führen

  • Kein Kompositionswerk. Augener ist ein Verlag und kein komponierendes Subjekt; ein Werkverzeichnis im Sinne eines Opusverzeichnisses wäre sachlich falsch.
  • Keine vollständige Liste aller 7.500 Katalogtitel. Der 1928er Katalog allein enthält Tausende von Titeln; eine vollständige Transkription gehört in einen Spezialkatalog, nicht in einen Kulturlexikon-Artikel.
  • Keine automatische Gleichsetzung von Augener-Druck und Augener-Recht. Ein Druck bei Augener bedeutet nicht immer, dass Augener der ursprüngliche Rechteinhaber war; Agentur-, Import-, Nachdruck- und Vertriebsverhältnisse sind zu unterscheiden.

Rezeption und editorische Hinweise

Augener ist in der Musikgeschichte vor allem als praktischer Verlag präsent. Der Name begegnet auf Notentiteln, Umschlägen, Plattennummern, Katalogen, Bibliotheksdatensätzen und Anzeigen. Dadurch kann die kulturgeschichtliche Bedeutung leicht unterschätzt werden. Gerade ein Verlag, der preiswerte und weit verbreitete Ausgaben lieferte, prägte aber wesentlich, welche Musik in Haushalten, Schulen, Musikgeschäften, Prüfungen und Konzerten verfügbar war.

Ein editorisches Problem betrifft das Gründungsdatum. Die Angabe 1853 ist in modernen Verlags- und Datenbankquellen verbreitet, während die ältere Grove-Überlieferung die Gründung des Geschäfts in Newgate Street auf 1855 datiert. Für diese Seite wird deshalb nicht eine Quelle gegen die andere ausgespielt. Die Kurzdaten nennen beide Befunde und formulieren die Gründung als Prozess der 1850er Jahre.

Ein zweiter Punkt betrifft die JSON-LD-Modellierung. Augener selbst ist keine Person, sondern ein Verlag beziehungsweise eine Organisation. Weil diese Seite dennoch einen Person-Block benötigt, wird dieser sachlich auf George Augener bezogen. Zusätzlich wird ein Organization-Block für Augener aufgenommen. So bleiben Strukturvorgabe und semantische Genauigkeit miteinander vereinbar.

Für die Binnenverlinkung ist Augener ein starkes Knotenlemma. Der Artikel verbindet Musikverlag, Notendruck, Musikdruck, Klaviermusik, englisches Lied, Unterrichtsmusik, Edition Peters, The Monthly Musical Record, britische Musikgeschichte und Verlagsgeschichte.

Sekundärliteratur

  • Augener, George: Interview und Erinnerungen aus The Musical Herald, 1. Oktober 1900; wichtig für Selbstzeugnisse zu Musikhandel, Ausbildung und internationaler Verlagsarbeit.
  • Grove, George, Hg.: A Dictionary of Music and Musicians. Artikel „Augener“ von A. J. Hipkins. London, spätes 19. Jahrhundert.
  • Gilles-Kircher, Susanne; Hogen, Hildegard; Mohrs, Rainer: Die Schott Music Group. Mainz: Schott Music, 2020. Wichtig für den Schott-Zusammenhang und die Augener-Übernahme.
  • Kitson, Richard: Einführung zu The Monthly Musical Record, RIPM. Grundlegend für Geschichte, Umfang, Aufbau und editorisches Profil der Zeitschrift.
  • Krasner-Khait, Barbara: Studien zum britischen Notenhandel und zum Zusammenhang von Musikverlag, Häuslichkeit und Markt im 19. Jahrhundert.
  • Rowland, David: „Music publishing in Britain ca. 1840–1900“. In: einschlägigen Publikationen zur britischen Buch- und Musikverlagsgeschichte. Wichtig für den wirtschaftlichen und technischen Hintergrund des Notendrucks.
  • Temperley, Nicholas: Arbeiten zur britischen Musikgeschichte, zum Musikverlagswesen und zum bürgerlichen Musizieren im 19. Jahrhundert.
  • Weber, William: Studien zu Musikmarkt, Konzertkanon und bürgerlicher Musikkultur im 19. Jahrhundert; als Kontext für Augeners Standardrepertoire relevant.
  • The Monthly Musical Record, London 1871–1960. Primärquelle zur britischen Musikpublizistik und zum Augener-Umfeld.
  • Augener’s Edition Catalogue 1928. London: Augener Ltd. Zentraler Katalog zur Repertoirebreite des Verlags.

Ausgewählte Onlinequellen

Weiterführende Einträge

  • Johann André Offenbacher Musikverlag und Ausbildungsumfeld George Augeners vor seiner Londoner Verlagstätigkeit.
  • George Augener Deutscher Musikverleger in London und Gründer von Augener & Co.
  • Augener’s Edition Preiswerte Notenreihe des Londoner Verlags, besonders wichtig für Klavierklassiker und Unterrichtsliteratur.
  • Boosey & Co. Londoner Musikverlag und Vergleichsinstitution im britischen Notenmarkt des 19. Jahrhunderts.
  • Frank Bridge Britischer Komponist, dessen Werk im Augener-Katalog und in der britischen Musikmoderne relevant ist.
  • Britische Musikgeschichte Übergreifender Kontext, in dem Augener als Verlag, Importeur und pädagogischer Notenlieferant wirkt.
  • Adam Carse Britischer Komponist und Pädagoge, dessen Unterrichts- und Instrumentalmusik im Augener-Umfeld greifbar ist.
  • Chappell Londoner Musikverlag und wichtiger Vergleichspartner im englischen Lied-, Theater- und Notenmarkt.
  • Frederick Delius Britischer Komponist, dessen Werk im Umfeld von Augener und der britischen Musikmoderne zu verorten ist.
  • Edition Peters Leipziger Editionshaus, dessen britische Vermittlung über Augener für den Londoner Musikmarkt zentral war.
  • John Farmer Musiker und Pädagoge, als Herausgeber pädagogischer Augener-Reihen relevant.
  • Galliard Ltd. Britische Verlagsgesellschaft im späteren Eigentumszusammenhang von Augener.
  • Galaxy Music Corporation New Yorker Verlag, der Augener 1962 erwarb und in eine internationale Besitzstruktur überführte.
  • Gesang Musikalischer Praxisbereich, für den Augener zahlreiche Lieder, Solostücke und Unterrichtsmaterialien veröffentlichte.
  • John Ireland Britischer Komponist, dessen Musik im Augener- und Stainer-&-Bell-Kontext wichtig ist.
  • Klaviermusik Zentrales Repertoirefeld von Augener’s Edition und des britischen Unterrichtsmarkts.
  • Lied Gattung, die im Augener-Katalog durch britische und internationale Drucke stark vertreten war.
  • London Gründungs- und Hauptwirkungsort des Verlags Augener.
  • The Monthly Musical Record Von Augener getragenes Musikperiodikum, erschienen von 1871 bis 1960.
  • Moritz Moszkowski Pianist und Komponist, dessen Musik im internationalen Augener-Katalogprofil erscheint.
  • Musikalienhandel Handels- und Vertriebsbereich, aus dem Augeners Import- und Agenturfunktion hervorging.
  • Musikdruck Technischer und wirtschaftlicher Kernbereich des Verlagswesens, das Augener prägte.
  • Musikpädagogik Anwendungsfeld zahlreicher Augener-Ausgaben, Etüden, Schulen und Unterrichtswerke.
  • Musikperiodikum Publizistische Form, zu der Augeners The Monthly Musical Record gehört.
  • Musikverlag Übergreifender Begriff für Verlage wie Augener, Chappell, Boosey, Novello und Stainer & Bell.
  • Notendruck Drucktechnische Grundlage von Augeners Katalogen, Editionsreihen und Unterrichtsmaterialien.
  • Novello Britischer Musikverlag, besonders wichtig als Vergleichsgröße im Chor- und Kirchenmusikbereich.
  • Ernst Pauer Pianist und Herausgeber, prägend für Augeners klassische Klavierausgaben und Unterrichtswerke.
  • Plattennummer Bibliographisches Hilfsmittel zur Datierung und Identifikation historischer Musikdrucke.
  • Ebenezer Prout Komponist, Theoretiker und erster Herausgeber des Monthly Musical Record.
  • Regent Street Londoner Geschäftsadresse im Augener-Kontext und wichtiger Ort des Musikhandels.
  • Robert Cocks & Co. Britischer Musikverlag, dessen Katalog um 1898 bis 1904 in den Augener-Zusammenhang kam.
  • Xaver Scharwenka Komponist und Pianist der neueren deutschen Schule, im Augener-Katalogprofil des späten 19. Jahrhunderts wichtig.
  • Schott Musikverlag, der Augener 1910 übernahm und durch den Ersten Weltkrieg in der britischen Besitzstruktur betroffen war.
  • Stainer & Bell Britischer Musikverlag, in dessen Eigentum und Archivzusammenhang Augener seit 1972 gehört.
  • Unterrichtsmusik Repertoire- und Funktionsbereich, der für Augeners Verlagsprofil besonders prägend war.
  • Verlagsgeschichte Forschungsbereich zu Firmen, Katalogen, Rechten, Reihen, Handelsnetzen und Drucküberlieferung.