Anton Appunn
Überblick
Anton Appunn gehört zur zweiten Generation der Hanauer Appunn-Werkstatt und ist ohne seinen Vater Georg August Ignaz Appunn nicht zu verstehen. Während der Vater als Musiker, Lehrer, Instrumentenbauer und Akustiker die Grundlage der Werkstatt und ihrer akustischen Apparate schuf, setzte Anton Appunn diese Arbeit fort, spezialisierte sie und verband sie mit eigenen Untersuchungen zu Tonwahrnehmung, Schwingungszahlen, Kombinationstönen, Summationstönen, Stimmungssystemen und Glockenformen. Er steht damit an einer Schnittstelle, an der Musiktheorie, Physik, Psychoakustik, Instrumentenbau und musikalische Praxis ineinandergreifen.
Seine biographische Gestalt ist weniger breit dokumentiert als die seines Vaters, doch die überlieferten Angaben sind prägnant. Anton Appunn war Schüler des Leipziger Konservatoriums, wirkte als Organist an der französischen Kirche in Hanau und war auch als Komponist und Musiklehrer tätig. Die Deutsche Biographie beschreibt ihn ausdrücklich als Fortsetzer der akustischen Versuche seines Vaters. Besonders hervorgehoben werden seine Arbeiten zur optischen Bestimmung sehr hoher Schwingungszahlen, seine feinen akustischen Apparate und sein neuartiges Glockenprofil.
Kulturgeschichtlich ist Anton Appunn deshalb nicht nur als Sohn eines bekannten Akustikers interessant. Er macht sichtbar, wie eine lokale Werkstatt im 19. Jahrhundert wissenschaftliche Apparate für die Musik- und Hörforschung herstellen konnte. Die Appunnschen Geräte standen in einem europäischen Kontext: Hermann von Helmholtz, Rudolph Koenig, Arthur von Oettingen, Alexander J. Ellis, Laboratorien, Konservatorien, Museen und physiologische Institute beschäftigten sich mit denselben Fragen nach Tonhöhe, Schwebung, Klangfarbe, Stimmung und Hörgrenze.
Kurzdaten
| Name | Anton Appunn. |
|---|---|
| Namensformen | Anton Appunn, Anton Appun, A. Appunn, Ant. Appunn. |
| Geboren | 20. Juni 1839 in Hanau. |
| Gestorben | 13. Januar 1900 in Hanau. |
| Beruf | Akustiker, Musiker, Organist, Musiklehrer, Komponist, Instrumentenbauer und Verfasser akustischer, musiktheoretischer und glockenkundlicher Schriften. |
| Konfession | Evangelisch. |
| Vater | Georg August Ignaz Appunn, Musiker, Lehrer, Instrumentenbauer und Akustiker. |
| Ausbildung | Schüler des Leipziger Konservatoriums. |
| Wirkungsort | Hanau, besonders die französische Kirche und die Appunnsche Werkstatt für akustische Apparate. |
| Kirchenmusikalische Tätigkeit | Organist an der französischen Kirche in Hanau. |
| Akustischer Schwerpunkt | Fortführung der väterlichen akustischen Versuche, Bestimmung sehr hoher Schwingungszahlen, Wahrnehmung tiefer Töne, Kombinationstöne, Summationstöne, Tonometer, Stimmgabeln und Glockenprofile. |
| Wichtige Schriften | Akustische Versuche über Wahrnehmung tiefer Töne, Ein natürliches Harmoniesystem, Beiträge zu Kombinationstönen, Summationstönen und Schwingungszahlenbestimmungen sowie mehrere Aufsätze zur Appunnschen Reformglocke. |
| Kulturgeschichtliche Stellung | Vertreter der instrumentell-experimentellen musikalischen Akustik im späten 19. Jahrhundert, Fortsetzer der Appunnschen Hanauer Werkstatt und Vermittler zwischen Musik, Physik, Hörpsychologie und Instrumentenkunde. |
Name, Familie und Abgrenzung
Der Familienname erscheint in den Quellen sowohl als Appunn als auch als Appun. Bei Anton ist die Form Anton Appunn im musik- und akustikgeschichtlichen Kontext besonders gebräuchlich; die Deutsche Biographie führt zugleich den Normdatensatz unter Appun, Anton. Für die Seitenbenennung wird die Schreibweise Anton Appunn verwendet, weil sie die familiäre Werkstatttradition und die im Nutzerlemma gesetzte Form wahrt. In der Quellen- und Suchpraxis sollte jedoch auch Anton Appun berücksichtigt werden.
Anton Appunn ist als Sohn Georg August Ignaz Appunns eng mit dessen Lebenswerk verbunden. Diese Nähe darf jedoch nicht zu einer bloßen Unterordnung führen. Zwar setzte Anton die akustischen Versuche seines Vaters fort, doch seine eigenen Schriften und Apparate zeigen eigenständige Interessen: besonders die Wahrnehmung tiefer Töne, die Bestimmung sehr hoher Schwingungszahlen auf optischem Weg, die Diskussion von Kombinationstönen und Summationstönen, die Formulierung eines natürlichen Harmoniesystems und der Entwurf einer neuen Glockenform.
Gleichzeitig ist bei allen Appunn-Nachweisen Vorsicht erforderlich. Werkstattprodukte, Tonometer, Pfeifen, Stimmgabeln oder Harmonien können unter den Namen Georg Appunn, Anton Appunn, Appunn & Söhne oder C. Appunn & Söhne begegnen. Nicht jeder erhaltene Apparat lässt sich ohne weiteres eindeutig Georg oder Anton persönlich zuschreiben. Für die Kulturlexikon-Seite ist deshalb eine quellenkritische Trennung zwischen biographischer Person, Familienwerkstatt, Firmenbezeichnung und Werkstatttradition notwendig.
Biographische Grundlinien
Anton Appunn wurde am 20. Juni 1839 in Hanau geboren. Er wuchs in einem Milieu auf, in dem Musik, Handwerk und akustische Forschung eng verbunden waren. Sein Vater Georg August Ignaz Appunn war nicht nur Musiker und Lehrer, sondern auch Instrumentenbauer und Akustiker. Diese familiäre Umgebung prägte Anton Appunns Weg entscheidend. Er konnte die Probleme von Stimmung, Tonhöhe, Schwebung, Instrumentenmechanik und Klangwahrnehmung nicht nur theoretisch, sondern unmittelbar in der Werkstatt und im praktischen Musizieren kennenlernen.
Die Deutsche Biographie nennt Anton Appunn als Schüler des Leipziger Konservatoriums. Diese Ausbildung verweist auf eine solide professionelle Musikerziehung. Sie erklärt, warum Anton nicht nur als Akustiker, sondern auch als Musiker, Komponist, Organist und Musiklehrer geführt wird. Er war also kein reiner Laborhandwerker, sondern ein Musiker mit wissenschaftlich-technischem Interesse. Seine Tätigkeit als Organist an der französischen Kirche in Hanau macht diese Verbindung besonders deutlich. Die Orgel war ein Instrument, an dem Fragen von Stimmung, Pfeifenbau, Klangfarbe, Obertonstruktur und Raumakustik unmittelbar erfahrbar wurden.
In Hanau setzte Anton Appunn die akustischen Versuche seines Vaters fort. Diese Formulierung meint mehr als bloße Nachfolge. Sie bezeichnet eine kontinuierliche Werkstatt- und Forschungskultur. Die Appunnschen Apparate gehörten zur Welt der musikalischen Akustik nach Helmholtz, in der genaue Töne, kontrollierte Schwingungen, Schwebungen, Kombinationstöne und physiologische Hörgrenzen experimentell untersucht wurden. Anton Appunn beschäftigte sich besonders mit sehr hohen Tönen und mit der Frage, wie deren Schwingungszahlen optisch bestimmt werden können. Damit überschritt er die gewöhnliche musikalische Praxis und trat in den Bereich der physikalischen Messung ein.
Seine gedruckten Arbeiten zeigen zwei Hauptlinien. Die erste betrifft die Akustik im engeren Sinn: tiefe Töne, hohe Schwingungszahlen, Kombinationstöne, Summationstöne und Messmethoden. Die zweite betrifft die praktische und theoretische Ordnung musikalischer Klänge: natürliches Harmoniesystem, reine Stimmung, musikalische Anwendung und Glockenform. Anton Appunn war somit sowohl Experimentator als auch Systemdenker. Er interessierte sich nicht nur für einzelne akustische Phänomene, sondern für die Frage, wie ein natürlich begründetes Tonsystem in der musikalischen Praxis verwendbar sein könnte.
Anton Appunn starb am 13. Januar 1900 in Hanau. Mit ihm endet ein wesentlicher Abschnitt der Appunnschen Hanauer Akustiktradition. Seine Arbeiten blieben vor allem in Spezialkontexten präsent: in akustischen Laboren, musiktheoretischen Diskussionen, psychologischen Experimenten, Sammlungen wissenschaftlicher Instrumente und glockenkundlicher Literatur. Gerade diese Spezialität macht ihn für ein Kulturlexikon wertvoll, weil sie einen Bereich der Musikgeschichte sichtbar macht, der zwischen Kunst, Wissenschaft und Technik liegt.
Ausführlicher Kulturüberblick
Anton Appunn gehört in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts, in der sich das Hören selbst zu einem Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchung entwickelte. Musik war nicht mehr nur Komposition, Aufführung und Ausdruck. Sie wurde auch Frequenz, Schwingung, Messproblem, physiologische Wahrnehmung und Apparatepraxis. Diese Entwicklung war eng mit der physiologischen Akustik verbunden. Helmholtz’ Lehre von den Tonempfindungen hatte die Musiktheorie aus der Perspektive des Ohres, der Obertöne, der Resonanz und der Schwebung neu begründet. Die Appunns standen in dieser Welt nicht als Theoretiker im engeren Sinn, sondern als Apparatebauer und experimentelle Musiker.
Die Kultur der akustischen Apparate war im 19. Jahrhundert ein eigenes Feld. Stimmgabeln, Sirenen, Monochorde, Pfeifen, Resonatoren, Zungenapparate, Tonometer und Harmonien dienten nicht bloß der Unterhaltung oder dem Instrumentalspiel. Sie waren epistemische Dinge: Gegenstände, mit denen Wissen erzeugt wurde. Sie machten hörbar, was sonst nur berechnet werden konnte. Sie verwandelten Zahlenverhältnisse in Klang, Schwebungen in Messverfahren und theoretische Intervalle in körperliche Hörerfahrung.
Anton Appunn ist gerade in diesem Sinn kulturgeschichtlich bedeutsam. Er steht nicht für das große Konzertwerk, sondern für die materielle Grundlage des musikalischen Wissens. Seine Arbeit zeigt, dass Musikgeschichte auch aus Werkstätten besteht, in denen Pfeifen, Zungen, Stimmgabeln und Glocken gebaut wurden. Diese Apparate prägten Unterricht, Laborpraxis, Musiktheorie, Hörpsychologie und sogar medizinische Hörprüfung. Die Appunnschen Tonmesser konnten von Musikern, Physikern, Psychologen und Ärzten verwendet werden, weil Tonhöhe und Hörgrenze für alle diese Bereiche relevant waren.
Der Unterschied zu einem Komponisten der Konzertgeschichte ist daher nicht ein Mangel, sondern ein Hinweis auf eine andere kulturelle Funktion. Anton Appunn schrieb Schriften und entwickelte Apparate, die an der Grenze zwischen musikalischem Klang und wissenschaftlichem Beweis stehen. Seine Arbeit gehört zur Geschichte des wissenschaftlichen Instruments, aber ebenso zur Geschichte der Musikpädagogik, der Orgel, der Glocke, der Stimmung und der akustischen Wahrnehmung.
Besonders aufschlussreich ist seine Beschäftigung mit Glocken. Glocken sind musikalische und öffentliche Klangkörper zugleich. Sie markieren Zeit, Raum, Gemeinde, Liturgie, Stadt und Erinnerung. Ein neues Glockenprofil vorzuschlagen bedeutet deshalb mehr als ein technisches Experiment. Es greift in eine jahrhundertealte Klangkultur ein. Appunns Reformglocke zeigt den Versuch, auch diesen scheinbar traditionellen Klangkörper mit den Mitteln moderner Akustik neu zu denken.
Hanauer Werkstatt, Apparatebau und wissenschaftliche Instrumente
Die Hanauer Werkstatt der Appunns gehört zu den kleineren, aber wichtigen Orten der akustischen Instrumentenkultur. Im Unterschied zu großen industriellen Instrumentenfirmen arbeitete sie in einem spezialisierten Feld: Tonmesser, Tonometer, Pfeifen, Stimmgabeln, Zungenapparate, Harmonien und besondere Demonstrationsgeräte. Solche Apparate wurden nicht in riesigen Mengen produziert, sondern für Wissenschaftler, Institute, Sammlungen, Musiker und Lehrer gebaut.
Die Bezeichnung Appunn & Söhne beziehungsweise C. Appunn & Söhne macht deutlich, dass die Werkstatt familienförmig organisiert war. Anton Appunn war in dieser Tradition nicht nur Erbe, sondern aktiver Fortsetzer. Er konstruierte feine akustische Apparate und entwickelte Mess- und Klanggeräte weiter. Dass Appunnsche Instrumente in internationalen Sammlungen auftauchen, zeigt, dass die Werkstatt über Hanau hinaus wahrgenommen wurde.
In der Akustikgeschichte steht die Appunn-Werkstatt neben bekannteren Namen wie Rudolph Koenig in Paris. Koenig wurde international berühmter, doch die Appunns bildeten eine deutsche Werkstattlinie, die besonders mit Zungeninstrumenten, Tonmessern und Harmonien verbunden war. Beide Werkstattkulturen zeigen, dass die moderne Akustik nicht nur aus Universitäten entstand, sondern auch aus handwerklich-technischen Ateliers.
Tonwahrnehmung, tiefe Töne und hohe Schwingungszahlen
Anton Appunns Schrift Akustische Versuche über Wahrnehmung tiefer Töne von 1889 gehört zu den Arbeiten, in denen die Grenze des Hörens experimentell befragt wird. Tiefe Töne stellen besondere Probleme. Unterhalb bestimmter Frequenzbereiche wird die Tonhöhe unsicher, einzelne Schwingungen werden rhythmisch oder körperlich wahrgenommen, und die Unterscheidung zwischen Ton, Geräusch und periodischem Puls wird schwierig. Für Musiker, Orgelbauer und Akustiker war diese Frage wichtig, weil Orgelregister, große Pfeifen, tiefe Streichertöne und akustische Experimente genau in diesen Grenzbereich führen konnten.
Ebenso wichtig waren Appunns Untersuchungen sehr hoher Töne. Dort kehrt das Problem in anderer Form wieder. Sehr hohe Frequenzen entziehen sich der gewöhnlichen musikalischen Wahrnehmung, ihre Messung wird technisch anspruchsvoll, und das Ohr reagiert nicht mehr wie im mittleren musikalischen Bereich. Anton Appunn beschäftigte sich mit der Bestimmung solcher Schwingungszahlen auf optischem Weg. Das bedeutet, dass die Tonhöhe nicht nur durch das Ohr, sondern durch sichtbare Schwingungserscheinungen und Messverfahren bestimmt werden sollte.
Diese Arbeiten gehören in die Frühgeschichte der modernen Hörforschung. Sie zeigen, dass musikalische Akustik nicht nur die wohlgeordneten Intervalle der Tonleiter untersucht, sondern auch Grenzphänomene: das Tiefe, das Hohe, das kaum Hörbare, das zu schnell Schwingende, das als Kombinationston entstehende und das zwischen objektiver Schwingung und subjektiver Wahrnehmung liegende Klangereignis.
Natürliches Harmoniesystem und Stimmungstheorie
Mit Ein natürliches Harmoniesystem mit besonderer Rücksicht auf Anwendung in der musikalischen Praxis von 1893 trat Anton Appunn als musiktheoretischer Autor hervor. Der Titel zeigt bereits die Doppelrichtung: Einerseits geht es um ein natürliches, also akustisch und intervallisch begründetes System; andererseits ausdrücklich um seine Anwendung in der musikalischen Praxis. Appunn dachte nicht rein spekulativ. Seine Theorie sollte hörbar, spielbar und instrumentell prüfbar sein.
Das Problem der natürlichen Harmonie war im 19. Jahrhundert eng mit reiner Stimmung und Obertonlehre verbunden. Wenn Intervalle aus einfachen Zahlenverhältnissen oder aus der Obertonreihe verstanden werden, erscheint die gleichschwebende Temperatur als praktische, aber akustisch kompromisshafte Lösung. Für Tasteninstrumente ist sie bequem; für das Ohr ist sie in bestimmten Intervallen unrein. Appunns natürliches Harmoniesystem gehört in diese Debatte und verbindet sie mit der Apparatepraxis der Appunn-Werkstatt.
Die Bedeutung liegt nicht darin, dass Appunns System die allgemeine Musikpraxis verändert hätte. Entscheidend ist, dass er die Differenz zwischen theoretischer Reinheit, technischer Realisierung und praktischer Musikalität ausdrücklich bearbeitete. Damit gehört er in die Vorgeschichte mikrotonaler, enharmonischer und reingestimmter Instrumentenexperimente, auch wenn sein Ziel noch stark aus der Akustik des 19. Jahrhunderts und nicht aus der Avantgarde des 20. Jahrhunderts zu erklären ist.
Reformglocke, Viktoriaglocke und Glockenexperimente
Anton Appunns Beschäftigung mit Glocken erweitert die Appunnsche Akustik in einen öffentlichen Klangbereich. Die Deutsche Biographie nennt ein neues Glockenprofil: Ein rechteckiger Metallstab in Kreisform sollte als Tonerzeuger dienen, darüber eine halbkugelige Haube als Tonverstärker. Diese Konstruktion weicht deutlich von der traditionellen gegossenen Glocke ab und zeigt Appunns Versuch, den Glockenklang nicht nur durch Gussform, sondern durch eine neu gedachte Klangmechanik zu reformieren.
Die erhaltenen bibliographischen Nachweise nennen Appunns Viktoriaglocke, Die Appunnsche Reformglocke und Prellschläge bei Glockenläuten. Damit wird sichtbar, dass Appunn nicht nur einen technischen Vorschlag machte, sondern in eine glockenkundliche Diskussion eintrat. Glocken waren um 1900 nicht nur liturgische Instrumente, sondern auch Gegenstand denkmalpflegerischer, kirchenmusikalischer, technischer und akustischer Debatten.
Die Reaktionen auf Appunns Reformglocke scheinen gemischt gewesen zu sein. Schon zeitgenössische bibliographische und rezensionsartige Hinweise lassen erkennen, dass der Versuch als radikale Umwälzung auf dem Gebiet des Glockengusses wahrgenommen und kritisch geprüft wurde. Für die Kulturgeschichte ist gerade diese Kontroverse wichtig. Appunns Glocke zeigt, wie weit der Anspruch der akustischen Reform reichen konnte: nicht nur bis zum Laborinstrument, sondern bis zum Klang der Kirche und der Stadt.
Rezeption und heutige Einordnung
Anton Appunns heutige Bedeutung liegt in Spezialfeldern. In allgemeinen Musikgeschichten erscheint er selten, weil er kein kanonischer Komponist und kein Virtuose der Konzertgeschichte war. In der Geschichte der musikalischen Akustik, der Hörpsychologie, der wissenschaftlichen Instrumente, der Stimmungssysteme und der Glockenkunde ist er dagegen eine aufschlussreiche Figur. Er verkörpert den Typus des musiknahen Experimentators, der durch Instrumente, Apparate und Schriften an der wissenschaftlichen Bestimmung des Klangs arbeitete.
Seine Stellung gegenüber dem Vater ist dabei besonders interessant. Georg August Ignaz Appunn begründete die Hanauer Tradition der akustischen Apparate. Anton Appunn setzte sie fort, spezialisierte sie und führte sie in die späte Phase des 19. Jahrhunderts. Damit wird an den Appunns sichtbar, wie Wissen in Werkstätten über Generationen weitergegeben wurde. Die Geschichte der Akustik ist nicht nur die Geschichte großer Bücher und großer Namen, sondern auch die Geschichte solcher Werkstattkontinuitäten.
Aus heutiger Sicht gehört Anton Appunn in eine Genealogie, die vom Monochord und der Stimmgabel über Helmholtz, Koenig und die Appunnschen Tonometer bis zu psychoakustischen Laboren und elektronischer Frequenzmessung reicht. Er steht für eine Epoche, in der die Grenze zwischen musikalischem Ohr und wissenschaftlichem Messgerät neu gezogen wurde.
Werkverzeichnis
Das Werkverzeichnis Anton Appunns umfasst gedruckte Schriften, akustische Apparate, Werkstattprodukte, Glockenentwürfe und musikpraktische Tätigkeitsfelder. Es ist quellenkritisch zu lesen, weil einzelne Apparate unter Familien- und Firmenbezeichnungen überliefert sind und nicht immer eindeutig zwischen Georg August Ignaz Appunn, Anton Appunn und der Werkstatt Appunn & Söhne getrennt werden können. Die folgende Übersicht führt die wichtigsten derzeit greifbaren Werk- und Arbeitskomplexe auf.
| Akustische Versuche über Wahrnehmung tiefer Töne | 1889; gedruckte akustische Schrift Anton Appunns. Das Werk behandelt die Wahrnehmungsgrenze tiefer Töne und gehört in die Geschichte der physiologischen Akustik, der Orgelklangforschung und der experimentellen Hörprüfung. |
|---|---|
| Ein natürliches Harmoniesystem mit besonderer Rücksicht auf Anwendung in der musikalischen Praxis | 1893; musiktheoretische Schrift zur natürlichen Harmonie, zur praktischen Anwendung akustisch begründeter Intervall- und Stimmungssysteme und zur Verbindung von Theorie, Hörpraxis und Instrumentenbau. |
| Ueber Combinationstöne und Summationstöne | Aufsatz beziehungsweise akustische Abhandlung zu Kombinationstönen und Summationstönen. Das Thema steht im Zentrum der akustischen Diskussion über Differenz- und Additionstöne, deren Wahrnehmung und deren Verwendbarkeit zur Bestimmung von Schwingungszahlen. |
| Schwingungszahlenbestimmung bei sehr hohen Tönen | Beiträge in den Annalen der Physik und Chemie, besonders in den Bänden 64 und 67 der späten 1890er Jahre nachweisbar. Appunn untersucht hier Methoden zur Bestimmung sehr hoher Schwingungszahlen, insbesondere auf optischem und akustischem Weg. |
| Ueber die Bestimmung der Schwingungszahlen meiner Pfeifen | Akustischer Fachbeitrag zur Bestimmung der Schwingungszahlen Appunnscher Pfeifen für höchste Töne. Der Titel ist im Umfeld der Schwingungszahlenbestimmung und der Diskussion um hohe Frequenzen zu verorten. |
| Warum können Differenztöne nicht mit Sicherheit zur Bestimmung hoher Schwingungszahlen angewandt werden | Fachaufsatz beziehungsweise Diskussionsbeitrag zur Frage, ob Differenztöne für die exakte Bestimmung hoher Schwingungszahlen verwendbar sind. Das Thema zeigt Appunns kritische Auseinandersetzung mit Messmethoden im Grenzbereich des Hörens. |
| Erwiderung gegen Ant. Appunns Abhandlung über Differenztöne | Rezeptions- und Kontroversenzusammenhang zu Appunns Arbeiten über Differenztöne. Dieses Stück ist nicht Appunns eigene Schrift, gehört aber zur Werk- und Wirkungsgeschichte seiner akustischen Argumentation. |
| Appunns Viktoriaglocke | 1896; Aufsatz in der Musik-Instrumenten-Zeitung, Nr. 32, S. 574–576. Der Beitrag behandelt Appunns neue Glockenkonstruktion beziehungsweise deren repräsentative Ausführung unter dem Namen Viktoriaglocke. |
| Die Appunnsche Reformglocke | 1898; Aufsatz in der Zeitschrift für Instrumentenbau, 19. Jahrgang, Nr. 1, S. 3–5. Darin wird die neue Glockenkonstruktion beziehungsweise ihr akustischer und instrumententechnischer Anspruch vorgestellt. |
| Prellschläge bei Glockenläuten | 1898; Beitrag im Zentralblatt der Bauverwaltung, S. 588. Der Aufsatz gehört in Appunns glockenkundliche und akustisch-praktische Beschäftigung mit dem Läutevorgang. |
| Appunnsche Reform- oder Viktoriaglocke | Werk- und Diskussionskomplex um eine neue Glockenform mit rechteckigem Metallstab in Kreisform als Tonerzeuger und halbkugeliger Haube als Tonverstärker. Diese Konstruktion ist ein eigenständiger Beitrag zur akustischen Reform des Glockenklangs. |
| Tonometer und Tonmesser | Werkstatt- und Apparategruppe zur Bestimmung von Tonhöhen, Schwebungen und Frequenzen. Anton Appunn führte die väterliche Tradition fort und gehört zu den deutschen Herstellern feiner akustischer Apparate mit Zungen, Pfeifen oder Stimmgabeln. |
| Stimmgabel-Tonometer | Apparategruppe, bei der Stimmgabeln zur Tonhöhenmessung, Intervallprüfung und Schwebungsanalyse dienen. Solche Instrumente wurden in der akustischen Forschung, im Musikunterricht und in medizinisch-otologischen Kontexten verwendet. |
| Tonometer mit durchschlagenden Zungen | Akustische Messinstrumente mit Zungenmechanik, die aus der Verwandtschaft mit Harmonium und Zungenpfeife zu erklären sind. Sie gehören zu den praktischen Hauptleistungen der Appunnschen Werkstatt. |
| Pfeifen für höchste Töne | Appunnsche Pfeifen beziehungsweise akustische Pfeifenapparate zur Erzeugung und Messung sehr hoher Töne. Ihre Bedeutung liegt in der experimentellen Untersuchung von Hörgrenzen, Schwingungszahlen und optischen Messmethoden. |
| Apparate zur optischen Schwingungszahlenbestimmung | Instrumente und Versuchsanordnungen zur Bestimmung sehr hoher Frequenzen durch sichtbare Schwingungserscheinungen. Diese Apparate zeigen Appunns Übergang von der musikalischen Akustik zur physikalischen Messtechnik. |
| Apparate zu Kombinationstönen und Summationstönen | Versuchsanordnungen zur Erzeugung und Prüfung von Differenztönen, Kombinationstönen und Summationstönen. Sie gehören in die Debatte über subjektive und objektive Tonphänomene, Messbarkeit und Hörphysiologie. |
| Harmonien und Stimmungsexperimente | Werkstattkomplex im Umfeld reiner, natürlicher und fein gestufter Stimmungssysteme. Die genaue Trennung zwischen väterlicher und Anton Appunnscher Arbeit ist quellenkundlich zu prüfen; Anton Appunns Schrift von 1893 zeigt jedoch sein eigenes Interesse an einem natürlichen Harmoniesystem. |
| 48-Ton-Harmonium und Korrespondenz mit Pietro Blaserna | 1887; Brief- und Werkstattzusammenhang zu einem 48-Ton-Harmonium beziehungsweise zu fein gestuften Tonsystemen. Die erhaltenen Hinweise zeigen Appunns Einbindung in eine internationale Diskussion über reingestimmte und mikrointervallisch differenzierte Instrumente. |
| Appunnsche Stimmgabeln | Werkstattprodukte, die von Musikern, akustischen Forschern und auch medizinischen Praktikern verwendet wurden. Anton Appunn zählt zu den bedeutenden deutschen Herstellern solcher präzisen Klang- und Messkörper. |
| Orgel- und Kirchenmusikpraxis | Nicht als gedrucktes Werkverzeichnis im engeren Sinn, aber als wichtiger Arbeitsbereich. Anton Appunn wirkte als Organist an der französischen Kirche in Hanau; diese Praxis bildet den musikalischen Hintergrund seiner akustischen und glockenkundlichen Forschungen. |
| Kompositionen | Die Deutsche Biographie nennt Anton Appunn auch als Komponisten. Ein vollständiges, sicher erschlossenes Verzeichnis einzelner Kompositionstitel ist in den allgemein zugänglichen Nachweisen nicht belastbar greifbar; dieser Bereich sollte deshalb nur quellenkritisch und mit Spezialkatalogen weitergeführt werden. |
| Musiklehre und Unterrichtspraxis | Als Musiklehrer vermittelte Anton Appunn praktisches und theoretisches Wissen. Diese pädagogische Tätigkeit ist für seine akustische Arbeit wichtig, auch wenn kein umfassendes gedrucktes Lehrwerk nachgewiesen ist. |
Sekundärliteratur
- Benedict, Carl: Appun, Anton. In: Neue Deutsche Biographie, Band 1. Berlin 1953. Grundlegender biographischer Artikel zu Anton Appunn, seiner Familie, Ausbildung, Organistentätigkeit, Akustik, Apparatearbeit und Glockenkonstruktion.
- Benedict, Carl: Appun, Georg August Ignaz. In: Neue Deutsche Biographie, Band 1. Berlin 1953. Wichtiger Familien- und Werkstattkontext zum Vater, dessen akustische Versuche Anton Appunn fortführte.
- Glockenmuseum Burg Greifenstein: Bibliographischer Katalog. Wichtige bibliographische Quelle zu Anton Appunns Aufsätzen über Viktoriaglocke, Reformglocke und Prellschläge beim Läuten.
- Helmholtz, Hermann von: Die Lehre von den Tonempfindungen als physiologische Grundlage für die Theorie der Musik. Braunschweig 1863 und spätere Auflagen. Grundlagenwerk der musikalischen Akustik, dessen Forschungsfeld die Appunnsche Apparate- und Messtechnik prägte.
- Hörz, Peter: Arbeiten zu Oettingen, Orthotonophonium und reinen Stimmungssystemen. Kontextliteratur zur Verbindung von Appunn-Werkstatt, reiner Stimmung, Harmoniumbau und wissenschaftlicher Instrumentenkunde.
- Pantalony, David: Altered Sensations. Rudolph Koenig’s Acoustical Workshop in Nineteenth-Century Paris. Dordrecht 2009. Wichtige Studie zur Kultur akustischer Werkstätten, Instrumente und Helmholtz-Rezeption im 19. Jahrhundert; besonders hilfreich als Vergleichskontext zu Appunn.
- Preller, Katharina: Akustik-Wissen im Klavierbau des 19. Jahrhunderts. Dissertation, München 2021. Neuere Studie zu akustischem Wissen, Instrumentenbau, Tonometer-Apparaten und der Rolle Georg und Anton Appunns in der Apparatekultur des 19. Jahrhunderts.
- Riemann, Hugo: Musik-Lexikon. Verschiedene Auflagen. Älteres Nachschlagewerk mit Kurzangaben zu Anton Appunn, Lebensdaten und akustischer Stellung.
- Schulze: Bestimmung der Schwingungszahlen Appunn’scher Pfeifen für höchste Töne auf optischem und akustischem Wege. Fachbeitrag zur technischen Prüfung und Messung Appunnscher Pfeifen im Hochtonbereich.
- Stumpf, Carl: Schriften zur Tonpsychologie. Wichtiger Kontext für die Verwendung präziser akustischer Apparate und Stimmgabeln in psychologischer Hörforschung.
- Wundt, Wilhelm: Grundzüge der physiologischen Psychologie. Leipzig. Kontextquelle zur psychologischen Akustik, in deren Labor- und Apparatewelt Appunnsche Tonmesser und Zungenapparate gehören.
Ausgewählte Onlinequellen
- Bayerisches Musiker-Lexikon Online: Anton Appunn Musikwissenschaftlicher Personendatensatz mit Normdaten, Lebensdaten und beruflicher Einordnung.
- Deutsche Biographie: Appun, Anton Zentrale deutschsprachige Fachquelle zu Lebensdaten, Vaterbeziehung, Leipziger Ausbildung, Organistentätigkeit, akustischen Versuchen, Apparaten und Werken.
- Deutsche Nationalbibliothek: Anton Appun Normdatensatz mit bibliographischen und verknüpften Nachweisen zur Person Anton Appunn beziehungsweise Anton Appun.
- LMU München: Akustik-Wissen im Klavierbau des 19. Jahrhunderts Dissertation zur Wissensgeschichte musikalischer Akustik, in der Georg und Anton Appunn als Hersteller von Tonometer-Apparaten genannt werden.
- Deutsches Glockenmuseum: Bibliographischer Katalog Bibliographischer Nachweis mehrerer Anton-Appunn-Texte zu Viktoriaglocke, Appunnscher Reformglocke und Prellschlägen bei Glockenläuten.
- Huygens-Fokker Foundation: Tuning and Temperament Bibliography Spezialbibliographie zu Stimmung und Temperatur mit Nachweisen zu Anton Appunn, einem natürlichen Harmoniesystem und Korrespondenz über ein 48-Ton-Harmonium.
- Springer: Altered Sensations Buchseite zu David Pantalonys Studie über Rudolph Koenigs akustische Werkstatt, wichtig als Vergleichskontext für Appunns Apparatebau und akustische Instrumentenkultur.
- Sound and Science: Appunn’s Tenor Tonometer Objektseite zu einem Appunnschen Tenor-Tonometer mit Erläuterung der Schwebungsmessung und des instrumentenkundlichen Kontextes.
- Science Museum Group: Appunn’s Treble Tonometer Musealer Nachweis eines um 1870 hergestellten Appunnschen Treble-Tonometers mit 33 Zungen.
- Universität Tartu: Arthur von Oettingen und sein Orthotonophonium im Kontext Forschungstext zu Oettingen, reiner Stimmung, Harmoniumbau und Appunns Rolle im Umfeld besonderer Stimmungssysteme.
Weiterführende Einträge
- Akustik Wissenschaft vom Schall, in deren musikalischem und experimentellem Bereich Anton Appunn arbeitete.
- Georg August Ignaz Appunn Vater Anton Appunns, Hanauer Musiker, Lehrer, Instrumentenbauer und Begründer der Appunnschen akustischen Werkstatttradition.
- Differenzton Akustisches Phänomen, das in Appunns Arbeiten zur Schwingungszahlenbestimmung und zu Kombinationstönen wichtig wurde.
- Französische Kirche Hanau Kirchenmusikalischer Wirkungsort Anton Appunns als Organist.
- Glocke Öffentlicher und liturgischer Klangkörper, dessen Profil und Klangwirkung Appunn mit der Reformglocke neu zu denken versuchte.
- Glockenkunde Forschungs- und Praxisfeld, in dem Appunns Viktoriaglocke und Reformglocke zu verorten sind.
- Hanau Geburts-, Wirkungs- und Sterbeort Anton Appunns sowie Zentrum der Appunnschen Akustikwerkstatt.
- Harmonium Zungeninstrument, dessen Technik mit Appunns Tonometer- und Stimmungsexperimenten verwandt ist.
- Hermann von Helmholtz Physiker der Tonempfindungslehre, deren Forschungsfeld die Appunnsche Apparatekultur prägte.
- Instrumentenbau Handwerklich-technischer Bereich, in dem Appunn wissenschaftliche und musikalische Geräte herstellte.
- Kombinationston Akustisches Phänomen, das Appunn in seinen Arbeiten über Differenz- und Summationstöne behandelte.
- Leipziger Konservatorium Ausbildungsstätte Anton Appunns und wichtiges Zentrum professioneller Musikerziehung des 19. Jahrhunderts.
- Musikalische Akustik Forschungsbereich zu Tonhöhe, Klangfarbe, Oberton, Intervall und Stimmung, in dem Appunns Apparate und Schriften stehen.
- Arthur von Oettingen Musiktheoretiker und Akustiker, dessen Arbeiten zu reiner Stimmung und Orthotonophonium den Appunn-Kontext berühren.
- Orgel Instrument, dessen Pfeifen, tiefe Register, Stimmung und Kirchenpraxis für Appunns akustisches Denken wichtig waren.
- Psychoakustik Forschungsfeld der Hörwahrnehmung, zu dessen Vorgeschichte Appunns Versuche über tiefe Töne und Schwingungszahlen gehören.
- Reformglocke Von Anton Appunn vorgeschlagene neue Glockenform mit verändertem Tonerzeuger und Tonverstärker.
- Reine Stimmung Stimmungssystem aus einfachen Zahlenverhältnissen, das Appunn in einem natürlichen Harmoniesystem theoretisch und praktisch berührte.
- Schwebung Akustisches Phänomen, das für Tonometer, Tonmesser und exakte Tonhöhenbestimmung grundlegend ist.
- Schwingungszahl Physikalische Größe der Tonhöhe, deren Bestimmung bei sehr hohen Tönen Appunn besonders beschäftigte.
- Stimmgabel Präziser Klangkörper zur Tonhöhenbestimmung und Bestandteil vieler akustischer Mess- und Unterrichtsapparate.
- Stimmungssystem Ordnung der Tonhöhen und Intervalle, deren natürliche und praktische Begründung Appunn theoretisch untersuchte.
- Summationston Akustisches Phänomen, das im Zusammenhang mit Appunns Arbeiten über Kombinationstöne wichtig ist.
- Tonhöhe Musikalisch-physikalische Wahrnehmungsgröße, deren Messung und Grenzbestimmung Appunns Apparate dienten.
- Tonmesser Akustisches Messinstrument, das in der Appunnschen Werkstatttradition eine zentrale Rolle spielte.
- Tonometer Fein abgestuftes akustisches Instrument zur Messung von Tonhöhen, Schwebungen und Intervallen.
- Tonwahrnehmung Physiologisch-akustischer Bereich, in dem Appunn tiefe Töne, hohe Frequenzen und Hörgrenzen untersuchte.
- Wissenschaftliche Instrumente Materielle Forschungsgeräte, zu denen Appunns Tonmesser, Pfeifen, Stimmgabeln und Reformglocken-Experimente gehören.