Heinz Werner Antholz
Überblick
Heinz Werner Antholz war ein deutscher Musikpädagoge, Historiker, Hochschullehrer, Kirchenmusiker und Fachautor. Er gehört zu den wichtigen Gestalten der wissenschaftlichen Musikerziehung und Musikdidaktik der Bundesrepublik nach 1945. Sein Name ist besonders mit der Bonner Lehrerbildung, der Pädagogischen Akademie beziehungsweise Pädagogischen Hochschule Rheinland, der Historisierung musikpädagogischer Denkformen und der Formel von Unterricht in Musik als Introduktion in Musikkultur verbunden.
Antholz wurde 1917 in Sandhorst in Ostfriesland geboren und starb am 22. August 2011 in Bornheim bei Bonn. Sein Bildungsweg verband Musikerziehung, Kirchenmusik, Geschichte, Philosophie und Musikwissenschaft. Nach Studien in Kiel, Berlin und Köln, unterbrochen durch Arbeitsdienst, Kriegsdienst und Gefangenschaft, promovierte er 1954 an der Universität Köln mit einer historischen Arbeit über Johannes Althusius. Diese doppelte Prägung durch Musikpädagogik und Geschichtswissenschaft ist für sein gesamtes späteres Werk entscheidend.
Beruflich wirkte Antholz zunächst als Lehrer in Köln und Rheydt. 1960 wurde er Dozent für Musikerziehung an der Pädagogischen Akademie Bonn, 1965 Professor an der Pädagogischen Hochschule Rheinland, Abteilung Bonn, später ordentlicher Professor und Direktor des Seminars für Musik und ihre Didaktik. Von 1976 bis 1978 war er Gastprofessor an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien. Nach seiner Emeritierung 1982 hielt er weiterhin Lehrveranstaltungen in Bonn und Köln.
Seine zentrale Veröffentlichung ist Unterricht in Musik. Ein historischer und systematischer Aufriss seiner Didaktik, erstmals 1970 erschienen und mehrfach aufgelegt. Das Buch wurde zu einem fachgeschichtlichen Bezugspunkt, weil es Musikunterricht nicht auf Singen, Werkbetrachtung, Hörerziehung, Kreativität oder Aktualitätsbezug reduzierte, sondern aus der umfassenderen Kategorie der Musikkultur heraus begründete. Antholz suchte eine Musikpädagogik, die historische Reflexion, systematische Begründung, künstlerische Praxis und schulische Wirklichkeit zusammenführt.
Ein zweiter Schwerpunkt seines Werkes ist die fachgeschichtliche und politische Aufarbeitung der Musikpädagogik im 20. Jahrhundert, insbesondere der nationalsozialistischen Musikerziehung, der Nachkriegsentwicklung, der DDR-Musikpädagogik und der wissenschaftlichen Selbstverständigung des Faches. Antholz schrieb aus der Perspektive eines Betroffenen, Historikers und Pädagogen zugleich. Gerade diese Verbindung macht ihn für die Kulturgeschichte der Musikpädagogik wichtig.
Kurzdaten
| Name | Heinz Werner Antholz. |
|---|---|
| Weitere Namensform | Heinz Antholz; in Katalogen häufig auch Antholz, Heinz Werner beziehungsweise Antholz, Heinz. |
| Geburt | 19. Mai 1917 in Sandhorst, Ostfriesland; die knappe MGG-Form nennt nur das Jahr 1917, während spätere biographische und jubiläumsbezogene Hinweise den 19. Mai stützen. |
| Tod | 22. August 2011 in Bornheim bei Bonn, zuletzt im Wohnstift Beethoven. |
| Beruf | Musikpädagoge, Historiker, Hochschullehrer, Kirchenmusiker, Fachautor, Lehrer und Verbandsvertreter. |
| Ausbildung | Musikerziehung und Kirchenmusik in Kiel, Berlin und Köln; Geschichte, Philosophie und Musikwissenschaft an den Universitäten Berlin und Köln. |
| Promotion | 1954 an der Universität Köln mit einer Arbeit über die politische Wirksamkeit des Johannes Althusius in Ostfriesland beziehungsweise Emden. |
| Lehrämter und Prüfungen | Staatsexamina für Volksschulen und Höhere Schulen sowie Prüfung für Organisten und Kantoren. |
| Schuldienst | 1949 bis 1960 Lehrer und Leiter an Höheren Schulen in Köln und Rheydt. |
| Hochschule | Ab 1960 Dozent für Musikerziehung an der Pädagogischen Akademie Bonn; ab 1965 Professor an der Pädagogischen Hochschule Rheinland, Abteilung Bonn; später Direktor des Seminars für Musik und ihre Didaktik. |
| Gastprofessur | 1976/77 und 1977/78 Gastprofessor für Musikpädagogik an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien. |
| Emeritierung | 1982; danach weiterhin Lehrveranstaltungen an den Universitäten Bonn und Köln. |
| Auszeichnung | Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse. |
| Zentrale Begriffe | Introduktion in Musikkultur, Hörwissen, Musik und ihre Didaktik, Fachgeschichte, historische Musikpädagogik, wissenschaftliche Musikpädagogik. |
| Datei | antholz-heinz-werner.shtml. |
Datierung, Namensform und Quellenlage
Die Grunddaten von Heinz Werner Antholz sind in der Fachüberlieferung eindeutig genug: Er wurde 1917 in Sandhorst geboren und starb am 22. August 2011 in Bornheim bei Bonn. Der Nachruf von Günther Noll nennt Alter, Sterbeort, Bildungsweg, akademische Stationen und die wichtigsten fachlichen Leistungen ausführlich. Die knappe lexikalische Form in MGG Online nennt Geburt 1917 in Sandhorst, Tod am 22. August 2011 in Bornheim und die Berufsbezeichnung Musikpädagoge. Der 19. Mai 1917 ist zusätzlich durch die Angabe des LIT-Verlags zum Symposion anlässlich seines 90. Geburtstags am 19. Mai 2007 plausibel gestützt.
Die Namensform Heinz Werner Antholz ist die vollständigere Form. In vielen bibliographischen und fachlichen Zusammenhängen erscheint er jedoch schlicht als Heinz Antholz. Diese Kurzform ist besonders bei Buch- und Aufsatznachweisen verbreitet. Für die Dateibezeichnung wird nach dem Kulturlexikon-Muster die Form antholz-heinz-werner.shtml verwendet.
Die Quellenlage ist für ein Personenlemma zugleich gut und begrenzt. Gut ist sie hinsichtlich der Hauptstationen, der zentralen Publikationen und der fachlichen Wirkung. Begrenzter ist sie, wenn ein vollständig chronologisches Verzeichnis aller Vorträge, kleineren Beiträge, Rezensionen und internen Hochschultexte gewünscht wird. Das folgende Schriftenverzeichnis fasst deshalb die online nachweisbaren und fachlich einschlägigen Hauptschriften, Aufsätze, Herausgeberschaften und Rezeptionszusammenhänge zusammen. Es ist für eine Kulturlexikon-Seite umfassend, ersetzt aber keine archivalische Personalbibliographie.
Leben und akademischer Weg
Heinz Werner Antholz wurde in Sandhorst in Ostfriesland geboren und besuchte das Gymnasium Ulricianum in Aurich. Die humanistische Schulbildung mit Latein und Griechisch blieb für sein späteres Denken bedeutsam. Sie erklärt nicht allein seinen historischen Zugriff, sondern auch seinen sprachlich anspruchsvollen Stil, seine Neigung zu begrifflicher Präzision und seine Bereitschaft, musikpädagogische Fragen nicht nur methodisch, sondern kultur- und bildungsgeschichtlich zu verhandeln.
Nach dem Abitur 1936 begann Antholz ein Studium der Musikerziehung und Kirchenmusik. Stationen waren die Hochschule für Lehrerbildung in Kiel, die Hochschule für Musikerziehung und Kirchenmusik in Berlin sowie die Hochschule für Musik Köln. Seine Studienzeit wurde durch Arbeitsdienst, Kriegsdienst und Gefangenschaft erheblich unterbrochen. Diese biographische Zäsur prägte seine spätere Auseinandersetzung mit der Musikpädagogik im Nationalsozialismus. Antholz schrieb nicht aus distanzierter Nachgeborenenperspektive, sondern als jemand, der die Zeit selbst durchlebt hatte und ihre pädagogischen, politischen und kulturellen Verstrickungen fachgeschichtlich befragte.
Nach 1946 studierte Antholz an den Universitäten Berlin und Köln Geschichte, Philosophie und Musikwissenschaft. Zu seinen akademischen Bezugspunkten gehörten unter anderem Theodor Schieder, Heinz Heimsoeth und Karl Gustav Fellerer. Dadurch erhielt sein musikpädagogisches Denken eine ungewöhnlich breite wissenschaftliche Grundlage. Es war nicht auf Schulmethodik begrenzt, sondern verband Geschichtswissenschaft, Musikgeschichte, Philosophie, Didaktik und künstlerische Praxis.
1954 wurde Antholz an der Universität Köln mit einer Arbeit über Johannes Althusius promoviert. Diese Dissertation über die politische Wirksamkeit des reformierten Juristen und Staatstheoretikers in Ostfriesland beziehungsweise Emden ist für den Musikpädagogen Antholz nicht nebensächlich. Sie zeigt sein Interesse an politischer Theorie, regionaler Geschichte, konfessioneller Kultur und historischer Argumentation. Später übertrug er diese historische Sensibilität auf die Musikpädagogik selbst.
Von 1949 bis 1960 wirkte Antholz als Lehrer und Leiter an Höheren Schulen in Köln und Rheydt. Diese Schulerfahrung war für sein späteres Werk von zentraler Bedeutung. Seine Musikpädagogik entstand nicht als reine Hochschultheorie, sondern aus der praktischen Kenntnis des Unterrichts. Gerade deshalb konnte er modische Verkürzungen des Faches kritisch behandeln: Er kannte die Schule als Institution, die Musik als Kunst, die Didaktik als Theorie und die Lehrerausbildung als Vermittlungsproblem.
1960 wurde Antholz als Dozent für Musikerziehung an die Pädagogische Akademie Bonn berufen. 1965 wurde er Professor an der Pädagogischen Hochschule Rheinland, Abteilung Bonn. Später leitete er das Seminar für Musik und ihre Didaktik. Diese institutionelle Umbenennung ist mehr als ein Verwaltungsdetail: Der Ausdruck Musik und ihre Didaktik verweist auf Antholz’ Grundüberzeugung, dass Musikpädagogik weder ohne Musik noch ohne wissenschaftliche Reflexion betrieben werden kann. Musikunterricht braucht künstlerische Erfahrung, fachwissenschaftliche Bildung und didaktische Begründung zugleich.
In den Studienjahren 1976/77 und 1977/78 übernahm Antholz eine Gastprofessur für Musikpädagogik an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien. Für seine Verdienste wurde ihm das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse verliehen. 1982 wurde er emeritiert, blieb jedoch in Lehrveranstaltungen an den Universitäten Bonn und Köln präsent. Diese lange Nachwirkung verweist auf seine Stellung als akademischer Lehrer und fachgeschichtlicher Gesprächspartner.
Kulturüberblick
Heinz Werner Antholz gehört in die Geschichte der deutschen Musikpädagogik nach 1945. Diese Geschichte ist von mehreren Spannungen geprägt: zwischen musischer Bildung und wissenschaftlicher Didaktik, zwischen Singen und Hören, zwischen Kunstwerk und Schülerorientierung, zwischen historischer Bildung und aktueller Lebenswelt, zwischen Schulfach und Hochschuldisziplin, zwischen pädagogischer Praxis und kulturwissenschaftlicher Selbstreflexion. Antholz nahm diese Spannungen nicht als bloßes Methodenproblem wahr, sondern als Grundstruktur des Faches.
Die Nachkriegszeit suchte nach neuen Begründungen des Musikunterrichts. Die älteren Konzepte der musischen Bildung standen unter dem Verdacht weltanschaulicher und politischer Belastung. Zugleich blieb der Wunsch nach einer musiknahen, gemeinschaftlichen und bildenden Praxis bestehen. Die 1960er- und 1970er-Jahre brachten Bildungsreform, Curriculumtheorie, neue Medien, Populärkultur, Hörerziehung, Kreativitätspädagogik und gesellschaftskritische Didaktik. Antholz bewegte sich in diesem Feld als historisch gebildeter, kritisch abwägender Autor.
Sein Grundbegriff Introduktion in Musikkultur macht deutlich, dass Musikunterricht nach Antholz nicht auf einzelne Techniken reduziert werden darf. Musikunterricht soll in Musikkultur einführen: in Werk, Aufführung, Hören, Wissen, Geschichte, Praxis, Sprache, Deutung und gesellschaftliche Bedeutung. Diese Einführung ist weder bloße Reproduktion kanonischer Werke noch beliebige Aktualisierung gegenwärtiger Klänge. Sie verlangt eine begründete Auswahl, ein historisches Bewusstsein, eine geschulte Wahrnehmung und eine pädagogisch verantwortete Beziehung zwischen Schülern und Musik.
Kulturgeschichtlich wichtig ist auch Antholz’ Distanz zu einfachen Fortschritts- oder Modernisierungsparolen. Er kritisierte sowohl restaurative Verengungen als auch unbedachte Aktualitätsforderungen. Sein Denken kreist um die Frage, wie das Fach Musik seine Eigenständigkeit bewahren kann, ohne sich von Schule, Gegenwart und gesellschaftlichem Wandel abzuschließen. Damit steht er zwischen einer älteren geisteswissenschaftlichen Pädagogik, der bundesdeutschen Bildungsreform und der sich herausbildenden wissenschaftlichen Musikpädagogik.
Antholz’ Bedeutung liegt daher nicht in der Erfindung einer einzelnen Methode, sondern in der fachlichen Selbstverständigung. Er machte Musikpädagogik zu einem Gegenstand historischer, systematischer und begrifflicher Forschung. Das Fach sollte sich seiner eigenen Geschichte bewusst werden, seine Sprache klären, seine Begriffe prüfen und seine schulische Praxis nicht gegen die Kunst, sondern aus der Beziehung von Kunst, Wissenschaft und pädagogischer Situation heraus begründen.
Musikpädagogisches Denken
Antholz’ musikpädagogisches Denken ist durch die Verbindung von Geschichte und Systematik geprägt. Er argumentiert nicht nur darüber, wie Musikunterricht methodisch eingerichtet werden kann, sondern fragt, aus welchen Voraussetzungen das Schulfach Musik überhaupt seine Legitimation bezieht. Musik ist bei ihm nicht bloßer Lernstoff, sondern eine kulturelle Praxis, die gehört, verstanden, ausgeführt, beschrieben, historisch eingeordnet und pädagogisch vermittelt werden muss.
Der Ausdruck Unterricht in Musik ist dabei bewusst gewählt. Er verschiebt den Akzent von einer bloßen Musikerziehung, die leicht normativ oder weltanschaulich verstanden werden kann, zu einer didaktisch reflektierten Begegnung mit Musik. Der Unterricht führt nicht nur zu Musik hin, sondern vollzieht sich in einem kulturellen Feld, das musikalische Werke, musikalisches Handeln, Hörerfahrung, Wissen, Urteil und Sprache umfasst. Deshalb wird Musikunterricht für Antholz zur Introduktion in Musikkultur.
Ein zweiter zentraler Begriff ist Hörwissen. Antholz denkt Hören nicht als naturwüchsige Wahrnehmung, die sich von selbst einstellt. Hören ist bildbar, historisch geprägt und begrifflich vermittelbar. Wer Musik hört, bringt Erwartungen, Erfahrungen, Kategorien und Wissen mit. Musikunterricht muss deshalb nicht nur Gehörbildung im technischen Sinn leisten, sondern eine Form des verstehenden Hörens entwickeln. Dieses Hörwissen steht zwischen sinnlicher Erfahrung und reflektiertem musikalischem Urteil.
Antholz widersetzte sich Reduktionen des Musikunterrichts. Er warnte davor, das Fach einseitig vom Singen, vom bloßen Werkhören, von aktueller Populärkultur, von Neuer Musik, von Kreativitätspostulaten oder von gesellschaftlicher Funktion her zu definieren. Solche Pole können legitim sein, werden aber problematisch, wenn sie den Gesamtanspruch des Faches ersetzen. Seine Kritik richtet sich daher gegen pädagogische Monokulturen. Musikunterricht braucht Vielperspektivität, ohne in Beliebigkeit zu zerfallen.
Seine Sprache ist oft zugespitzt, gelegentlich polemisch, aber fast immer begrifflich motiviert. Formulierungen wie die Warnung vor dem Wechsel „vom Trallallalismus zum Schallallalismus“ zeigen, wie Antholz fachliche Moden ironisch auf den Punkt brachte. Gemeint ist nicht die Ablehnung von Singen oder Neuer Musik, sondern die Kritik daran, ein überkommenes Absolutheitsprinzip einfach durch ein neues zu ersetzen.
Fachgeschichte, Wissenschaftlichkeit und Kritik
Antholz war einer derjenigen Musikpädagogen, die die Fachgeschichte nicht als bloßen Rückblick behandelten. Für ihn war Geschichte eine Bedingung gegenwärtiger Urteilskraft. Wer Musikpädagogik betreibt, muss wissen, aus welchen Begriffen, Institutionen, Idealen und Irrtümern das Fach hervorgegangen ist. Diese Haltung verbindet seine historische Dissertation über Althusius mit seinen späteren musikpädagogischen Schriften.
Besondere Bedeutung besitzt seine Auseinandersetzung mit der Musikpädagogik im Nationalsozialismus. In Zur (Musik-)Erziehung im Dritten Reich. Erinnerungen, Erfahrungen und Erkenntnisse eines Betroffenen verband er persönliche Erfahrung mit fachhistorischer Analyse. Das Werk ist weder bloße Autobiographie noch distanzierte Institutionengeschichte. Es fragt, wie musikalische Bildung politisch vereinnahmt werden konnte, welche Begriffe belastet wurden und welche Verantwortung daraus für die Nachkriegs-Musikpädagogik folgt.
Antholz’ Wissenschaftsverständnis richtet sich gegen zwei Extreme. Einerseits kritisiert er eine theorieferne Praxis, die Unterricht nur aus Erfahrung, Routine oder gutem Willen begründet. Andererseits wendet er sich gegen einen überzogenen wissenschaftlichen Sprachgebrauch, der pädagogische Wirklichkeit mit modischen Begriffen überdeckt. Wissenschaftliche Musikpädagogik muss für ihn sprachlich präzise, historisch informiert, musikalisch sachhaltig und pädagogisch verantwortet sein.
Diese Position erklärt seine Bedeutung für die Ausbildung des Faches als akademische Disziplin. Musikpädagogik erscheint bei Antholz nicht als Hilfswissenschaft der Musikpraxis und nicht als bloße Anwendungsdidaktik. Sie besitzt eigene Fragen: Wie wird Musik in Schule und Hochschule vermittelt? Welche Rolle spielen Geschichte, Hören, Werk, Praxis, Sprache und Schülererfahrung? Wie lässt sich musikalische Bildung begründen, ohne sie politisch, moralisch oder methodisch zu verkürzen?
Lehre, Institutionen und Verbandsarbeit
Antholz’ akademisches Wirken war eng mit Bonn verbunden. Das Bonner Musikseminar an der Pädagogischen Hochschule Rheinland galt in Fachkreisen als gut ausgestattet, hoch frequentiert und wissenschaftlich anspruchsvoll. Antholz leitete dieses Seminar über zwei Jahrzehnte und trug die Entwicklung von der Pädagogischen Akademie zur Wissenschaftlichen Hochschule mit Promotions- und Habilitationsrecht mit. Die spätere Eingliederung beziehungsweise Auflösung der Pädagogischen Hochschulstrukturen in Nordrhein-Westfalen traf ihn nach zeitgenössischen Erinnerungen stark, weil damit ein von ihm geprägtes Modell der Musiklehrerbildung institutionell verändert wurde.
Die Lehrerausbildung verstand Antholz als Trias von Musikwissenschaft, Musikpädagogik und künstlerischer Praxis. Keine dieser drei Komponenten durfte die anderen verdrängen. Ohne künstlerische Praxis wird Musikpädagogik abstrakt; ohne Musikwissenschaft verliert sie fachliche Substanz; ohne Didaktik verliert sie ihre schulische und pädagogische Verantwortung. Diese Balance ist eines der bleibenden Motive seines Denkens.
Neben der Hochschullehre wirkte Antholz in verschiedenen Fachverbänden. Genannt werden die Arbeitsgemeinschaft der Musikdozenten an Pädagogischen Hochschulen, der Arbeitskreis Forschung in der Musikerziehung, später Arbeitskreis Musikpädagogische Forschung, der Verband der Musikerzieher an den Schulen des Landes Nordrhein-Westfalen, die Bundesfachgruppe Musikpädagogik und die Wissenschaftliche Sozietät Musikpädagogik. Diese Verbandsarbeit zeigt, dass Antholz nicht nur schrieb und lehrte, sondern am institutionellen Aufbau des Faches beteiligt war.
Auch seine künstlerische Arbeit blieb Teil seines Selbstverständnisses. Er war als Kirchenmusiker tätig, leitete in Bonn das Collegium musicum der Pädagogischen Hochschule Rheinland und brachte in Lehrveranstaltungen Musikbeispiele selbst am Klavier ein. Diese Verbindung von wissenschaftlicher Reflexion und praktischer Musikalität ist für sein Profil wesentlich. Antholz war kein reiner Theoretiker, sondern ein Musikpädagoge, der die künstlerische Praxis als Voraussetzung des Faches verstand.
Schriften- und Werkverzeichnis
Das folgende Verzeichnis fasst die nach der verfügbaren Online- und Fachquellenlage wichtigsten selbständigen Schriften, Herausgeberschaften, Aufsätze und fachgeschichtlichen Beiträge von Heinz Werner Antholz zusammen. Da Antholz über mehrere Jahrzehnte publizierte und auch kleinere Beiträge, Vorträge und Diskussionsbeiträge verfasste, ist das Verzeichnis als umfassende Kulturlexikon-Bibliographie der nachweisbaren Haupttitel zu verstehen. Für eine archivalisch vollständige Bibliographie wären zusätzlich Nachlässe, Verbandsakten, Zeitschriftenregister und Hochschulschriften systematisch auszuwerten.
Selbständige Schriften und Monographien
| Die politische Wirksamkeit des Johannes Althusius in Emden | Dissertation beziehungsweise historische Studie, Aurich 1955, erschienen als Band 32 der Abhandlungen und Vorträge zur Geschichte Ostfrieslands. Die Arbeit begründet Antholz’ Profil als promovierter Historiker und erschließt die ostfriesisch-emdische Wirkung des reformierten Staatstheoretikers Johannes Althusius. |
|---|---|
| Unterricht in Musik. Ein historischer und systematischer Aufriss seiner Didaktik | Düsseldorf 1970, Schwann; zweite Auflage 1972, dritte Auflage 1976. Dieses Buch ist Antholz’ zentrale musikpädagogische Monographie und wurde zu einem Klassiker der westdeutschen Musikdidaktik. Es entwickelt Musikunterricht als Introduktion in Musikkultur und verbindet historische, systematische und didaktische Reflexion. |
| Zur Aktualität in der Musikpädagogik | Wien 1979, Doblinger, erschienen in der Reihe Fragmente als Beiträge zur Musiksoziologie, Band 8. Die Schrift behandelt das Problem der Aktualität in der Musikpädagogik und richtet sich gegen verkürzte Gegenwartsparolen im Musikunterricht. |
| Musiklehren und Musiklernen. Vorlesungen und Abhandlungen zur Musikpädagogik aus drei Jahrzehnten | Mainz 1992, Schott. Der Band sammelt zentrale Vorlesungen und Abhandlungen aus drei Jahrzehnten und macht Antholz’ fachgeschichtliche, didaktische und wissenschaftstheoretische Positionen im Zusammenhang zugänglich. |
| Zur (Musik-)Erziehung im Dritten Reich. Erinnerungen, Erfahrungen und Erkenntnisse eines Betroffenen | Augsburg 1993, Wißner, Reihe Forum Musikpädagogik, Band 8. Die Schrift verbindet persönliche Erfahrung und fachgeschichtliche Analyse der Musikpädagogik im Nationalsozialismus und gilt als wichtiger Beitrag zur kritischen Aufarbeitung des Faches. |
Herausgeberschaften und Sammelbände
| Musikpädagogik heute. Perspektiven, Probleme, Positionen | Herausgegeben von Heinz Antholz und Willi Gundlach, Düsseldorf 1975, Schwann. Der Sammelband erschien zum Gedenken an Michael Alt und versammelt Beiträge zu Standort, Geschichte und aktuellen Problemen der Musikpädagogik. |
|---|---|
| Musikpädagogik. Historische, systematische und didaktische Perspektiven. Heinz Antholz zum 65. Geburtstag | Herausgegeben von Hans Günther Bastian und Dieter Klöckner, Düsseldorf 1982, Schwann. Festschrift für Antholz mit Beiträgen zu musikpädagogischen Grundfragen, darunter auch Auseinandersetzungen mit seinem Konzept von Unterricht in Musik. |
| Unterricht in Musik – Rückblick und aktuelle Aspekte | Herausgegeben von Thomas Ott und Jürgen Vogt, Berlin/Münster 2008, LIT. Band 3 der Reihe Wissenschaftliche Musikpädagogik, hervorgegangen aus einem Symposion der Wissenschaftlichen Sozietät Musikpädagogik zum 90. Geburtstag von Heinz Antholz. |
Aufsätze und Beiträge zur Musikpädagogik
| Der didaktische Ort der Hörerziehung, aufgewiesen am Musikunterricht der Mittelstufe | Beitrag im Umfeld der Diskussion um Musikhören und Werkbetrachtung in der Schule. Der Text zeigt Antholz’ Interesse an Hörerziehung nicht als bloßer Wahrnehmungsschulung, sondern als didaktisch begründetem Zugang zu Musik. |
|---|---|
| Zum Geschichtsdenken gegenwärtiger Musikpädagogik im Horizont didaktischer Ansatzproblematik | Beitrag in einem Sammelzusammenhang zur Aktualität und zum Geschichtsbewusstsein in der Musikpädagogik. Der Text verdeutlicht Antholz’ zentrale These, dass musikpädagogische Gegenwartsfragen ohne fachhistorisches Bewusstsein unzureichend verstanden werden. |
| Musikpädagogik heute – Zur Erkenntnis ihrer Geschichte und Geschichtlichkeit ihrer Erkenntnis | Beitrag in dem von Antholz mit herausgegebenen Sammelband Musikpädagogik heute, Düsseldorf 1975, S. 22–40. Der Aufsatz formuliert programmatisch die Bedeutung von Geschichte und Geschichtlichkeit für musikpädagogisches Erkennen. |
| Pädagogische Musik im 20. Jahrhundert. Ein Paradigma musikpädagogischer Häresie? | Beitrag in Kind und Musik, Laaber 1984, S. 15–29, erschienen in der Reihe Musikpädagogische Forschung, Band 5. Der Text befragt pädagogische Musik als fachgeschichtliches und didaktisches Problem. |
| Johannes Althusius als Syndicus Reipublica Embdanae | Beitrag in Karl-Wilhelm Dahm (Hrsg.): Politische Theorie des Johannes Althusius, Berlin 1988, S. 67–88. Der Aufsatz knüpft an Antholz’ historische Dissertation an und zeigt seine anhaltende Beschäftigung mit Althusius und Emder Stadtgeschichte. |
| Johann Sebastian Bach unser Meister. Skizzen zum Bach-Bild der Jugendmusikbewegung | Beitrag in Udo Arnold (Hrsg.): Aspekte der Geschichte. Festschrift für Peter Gerrit Thielen zum 65. Geburtstag, Göttingen 1990, S. 144–162. Der Text behandelt die kultur- und fachgeschichtliche Funktion des Bach-Bildes in der Jugendmusikbewegung. |
| Von der Bildnerhochschule zur Wissenschaftlichen Hochschule. Zur Entwicklung der Musiklehrerausbildung in Nordrhein-Westfalen | Beitrag in Günther Noll (Hrsg.): Musikpädagogik im Rheinland. Beiträge zu ihrer Geschichte im 20. Jahrhundert, Kassel 1996, S. 28–60. Der Beitrag ist für die institutionelle Geschichte der Musiklehrerausbildung in Nordrhein-Westfalen besonders wichtig. |
| Zur geschichtstheoretischen Dimension fachhistorischer Forschung und Lehre | Beitrag beziehungsweise Tagungsepilog, online über Pedocs nachweisbar. Der Text reflektiert die methodischen Voraussetzungen fachhistorischer Forschung und Lehre in der Musikpädagogik. |
| Schülerorientierung, Schülermitbestimmung und Projektunterricht im Horizont der Bestandssicherung der Musik in allgemeinbildenden Schulen | Beitrag in Diskussion Musikpädagogik, Jahrgang 2000, Heft 5, S. 50–61. Antholz setzt sich darin kritisch mit Unterrichtstheorie, Schülerorientierung und der Stellung des Faches Musik auseinander. |
| Zur Aufarbeitung der Musikpädagogik in der ehemaligen DDR. Historische und politische Gedanken eines Wessis ohne Ossi-Erinnerungen | Beitrag in Bernd Fröde (Hrsg.): 10 Jahre danach – Sichten auf die schulische Musikpädagogik in der DDR, Essen 2002, S. 35–54. Der Text ordnet die DDR-Musikpädagogik fachhistorisch und politisch aus westdeutscher Perspektive ein. |
| Schülermusik – Lehrermusik. Variationen über das Thema interpersonaler Beziehungsdifferenzen im Musikunterricht der allgemein bildenden Schulen | Beitrag in Gunter Kreutz (Hrsg.): Anstöße – musikalische Bildung fordern und fördern. Festschrift Hans Günther Bastian zum 60. Geburtstag, Augsburg 2004, S. 25–40. Der Text behandelt die pädagogische Beziehung zwischen musikalischer Schülerwelt und fachlicher Lehrerperspektive. |
Begriffe, Denkfiguren und fachliche Prägungen
| Introduktion in Musikkultur | Eine der bekanntesten Formeln von Antholz. Sie bezeichnet Musikunterricht als Einführung in Musik als kulturelle Praxis, nicht nur als Vermittlung einzelner Fertigkeiten oder Werke. |
|---|---|
| Hörwissen | Begriff für die Verbindung von Hörerfahrung, musikalischer Bildung und begrifflich-historischem Verstehen. Hören wird bei Antholz nicht naturhaft, sondern bildungsfähig verstanden. |
| Musik und ihre Didaktik | Bezeichnung des Bonner Seminars und zugleich programmatische Formel: Musikpädagogik soll die Musik als Kunst, Wissenschaft und Unterrichtsgegenstand nicht voneinander lösen. |
| Fachgeschichte als Erkenntnisbedingung | Antholz’ wiederkehrende These, dass gegenwärtige Musikpädagogik ihre eigenen Begriffe, Irrwege und Traditionslinien historisch reflektieren muss. |
| Kritik musikpädagogischer Reduktionen | Antholz kritisierte die Ersetzung einer einseitigen Zielsetzung durch eine andere. Seine polemischen Formeln dienten der Warnung vor methodischen und ideologischen Absolutsetzungen. |
Rezeption und Nachwirkung
Antholz’ Nachwirkung zeigt sich in mehreren Bereichen. Erstens wurde Unterricht in Musik zu einem dauerhaften Referenzpunkt der musikpädagogischen Diskussion. Das Buch wird in späteren Rekonstruktionen als grundlegende Publikation der 1970er-Jahre behandelt und auf seine mögliche Bedeutung für einen Paradigmenwechsel in der Musikpädagogik hin befragt. Dass noch Jahrzehnte später Symposien, Festschriften und wissenschaftliche Beiträge auf dieses Buch zurückkommen, zeigt seine fachgeschichtliche Relevanz.
Zweitens wirkte Antholz als akademischer Lehrer fort. Viele Studierende des Bonner Musikseminars verstanden seine Lehre als prägend für ihre schulische und wissenschaftliche Arbeit. Zeitgenössische Erinnerungen betonen seine sprachliche Kraft, seine analytische Genauigkeit, seine kritische Urteilskraft und seine Forderung nach einer Verbindung von musikalischer Praxis und wissenschaftlicher Reflexion.
Drittens wurde Antholz für die historische Musikpädagogik wichtig. Seine Schriften zur NS-Zeit, zur Fachgeschichte, zur DDR-Musikpädagogik, zur Jugendmusikbewegung und zur Geschichte der Musiklehrerausbildung zeigen, dass musikpädagogische Theorie nicht nur gegenwartsbezogen sein darf. Sie muss ihre eigenen Voraussetzungen, Belastungen und Traditionslinien kennen.
Viertens bleibt Antholz als Vertreter einer anspruchsvollen Fachsprache erinnerbar. Seine Schriften sind nicht immer leicht zugänglich; sie verlangen begriffliche Aufmerksamkeit und historisches Wissen. Gerade darin liegt aber ihr Wert: Sie widersprechen einer Musikpädagogik, die sich in Unterrichtsrezepten, modischen Schlagworten oder bloßer Praxisnähe erschöpft.
Überlieferung und editorische Hinweise
Die Überlieferung zu Heinz Werner Antholz verteilt sich auf gedruckte Monographien, Festschriften, Sammelbandbeiträge, Zeitschriftenaufsätze, Nachrufe, Bibliothekskataloge, Online-Repositorien und fachgeschichtliche Rekonstruktionen. Besonders wichtig sind der Nachruf von Günther Noll, MGG Online, Pedocs, das Fachportal Pädagogik, der LIT-Verlag, Schott Music und bibliographische Nachweise der Deutschen Nationalbibliothek.
Bei der bibliographischen Arbeit ist zu beachten, dass Antholz teils als Heinz Werner Antholz, teils als Heinz Antholz geführt wird. Außerdem erscheinen manche Titel in alter Rechtschreibung, etwa Aufriß statt Aufriss, oder mit unterschiedlichen Untertitelvarianten. Für eine Website empfiehlt sich eine normalisierte Schreibweise im Fließtext und eine möglichst genaue bibliographische Form in Werkverzeichnissen.
Die Unterscheidung zwischen selbständigen Schriften, Aufsätzen, Herausgeberschaften und Rezeptionsliteratur ist bei Antholz besonders wichtig. Er war kein Komponist mit Opusverzeichnis, sondern ein Musikpädagoge und Fachautor. Ein „Werkverzeichnis“ muss daher als Schriften- und Publikationsverzeichnis verstanden werden. Die wichtigsten Titel sind im vorliegenden Eintrag zusammengeführt; kleinere Rezensionen, interne Hochschulmaterialien, Vorträge und Verbandsbeiträge können nur durch Spezialrecherche vollständig erschlossen werden.
Sekundärliteratur
- Bastian, Hans Günther; Klöckner, Dieter (Hrsg.): Musikpädagogik. Historische, systematische und didaktische Perspektiven. Heinz Antholz zum 65. Geburtstag. Düsseldorf 1982.
- Ehrenforth, Karl Heinrich: Unterricht in Musik als Introduktion in Musikkultur. Zum bildungspolitischen Konzept von Heinz Antholz aus gegenwärtiger Sicht. In: Hans Günther Bastian und Dieter Klöckner (Hrsg.): Musikpädagogik. Historische, systematische und didaktische Perspektiven. Düsseldorf 1982, S. 9–21.
- Hirsch, Markus: Beiträge zur Rekonstruktion des dialektischen Denkens von Heinz Antholz in der neueren kritischen Musikpädagogik.
- Noll, Günther: Gedenken an Prof. Dr. Heinz Antholz (1917–2011). In: Rheinische Musikgeschichte, Mitteilungen der Arbeitsgemeinschaft für rheinische Musikgeschichte, 2011.
- Noll, Günther: Studien zur Musikpädagogik im Rheinland und zur Geschichte der Musiklehrerausbildung in Nordrhein-Westfalen.
- Ott, Thomas: 45 Jahre Unterricht in Musik – Versuch einer Rekonstruktion. In: Musikpädagogische Forschung, Band 37, 2016.
- Ott, Thomas; Vogt, Jürgen (Hrsg.): Unterricht in Musik – Rückblick und aktuelle Aspekte. Symposion der Wissenschaftlichen Sozietät Musikpädagogik zum 90. Geburtstag von Heinz Antholz. Berlin/Münster 2008.
- Schatt, Peter W.: Beiträge zur Hörerziehung und zur Geschichte musikpädagogischer Konzepte im 20. und 21. Jahrhundert.
- Weber, Martin: Musikpädagogische Theoriebildung im Zeitalter der bundesdeutschen Bildungsreform 1965–1973. Hannover 2005.
Ausgewählte Onlinequellen
- Deutsche Nationalbibliothek: Inhaltsverzeichnis zu Musikpädagogik. Historische, systematische und didaktische Perspektiven Inhaltsverzeichnis einer Antholz-Festschrift mit Beitrag von Heinz Antholz und fachlichem Umfeld.
- Fachportal Pädagogik: Unterricht in Musik als Introduktion in Musikkultur Nachweis des Beitrags von Karl Heinrich Ehrenforth zum bildungspolitischen Konzept von Heinz Antholz.
- Fachportal Pädagogik: Pädagogische Musik im 20. Jahrhundert Bibliographischer Nachweis zu Antholz’ Beitrag Pädagogische Musik im 20. Jahrhundert. Ein Paradigma musikpädagogischer Häresie?.
- Günther Noll: Gedenken an Prof. Dr. Heinz Antholz (1917–2011) Nachruf mit ausführlichen Angaben zu Leben, Ausbildung, Professur, Verbandsarbeit, Schriften und fachlicher Wirkung von Antholz.
- LIT Verlag: Unterricht in Musik – Rückblick und aktuelle Aspekte Verlagsseite zum Symposionsband der Wissenschaftlichen Sozietät Musikpädagogik zum 90. Geburtstag von Heinz Antholz.
- MGG Online: Antholz, Heinz Werner Fachlexikalischer Artikel mit Grunddaten, Berufsangabe und Literaturhinweisen zu Heinz Werner Antholz.
- Online Library of Liberty: Johannes Althusius – A Bibliography Bibliographischer Nachweis von Antholz’ Studie Die politische Wirksamkeit des Johannes Althusius in Emden.
- Pedocs: Pädagogische Musik im 20. Jahrhundert Repositoriumseintrag zu Antholz’ Beitrag über pädagogische Musik als Paradigma musikpädagogischer Häresie.
- Pedocs: 45 Jahre Unterricht in Musik – Versuch einer Rekonstruktion Fachbeitrag von Thomas Ott zur Rezeption und Rekonstruktion von Antholz’ Hauptwerk Unterricht in Musik.
- Pedocs: Zur geschichtstheoretischen Dimension fachhistorischer Forschung und Lehre Online zugänglicher Beitrag von Heinz Antholz zur Theorie fachhistorischer Forschung und Lehre.
- Schott Music: Musiklehren und Musiklernen Verlagsseite zu Antholz’ Band Musiklehren und Musiklernen. Vorlesungen und Abhandlungen zur Musikpädagogik aus drei Jahrzehnten.
- Wikipedia: Heinz Antholz Biographischer Überblick mit Lebensdaten, Ausbildung, akademischer Laufbahn, Auszeichnung, Publikationsauswahl und Festschriften; als Einstieg brauchbar, fachlich quellenkritisch zu prüfen.
Weiterführende Einträge
- Michael Alt Musikpädagoge, dem der von Antholz mit herausgegebene Sammelband Musikpädagogik heute gewidmet ist.
- Johannes Althusius Reformierter Jurist und Staatstheoretiker, über dessen politische Wirksamkeit Antholz promovierte.
- Arbeitskreis Musikpädagogische Forschung Fachverband beziehungsweise Forschungskontext, in dem Antholz institutionell und wissenschaftlich wirkte.
- Hans Günther Bastian Musikpädagoge und Mitherausgeber einer Antholz-Festschrift; zugleich wichtiger Vertreter empirischer Musikpädagogik.
- Bonn Zentraler akademischer Wirkungsort von Antholz an der Pädagogischen Akademie und der Pädagogischen Hochschule Rheinland.
- DDR-Musikpädagogik Fachgeschichtliches Thema, zu dem Antholz nach 1990 kritisch Stellung nahm.
- Fachgeschichte Zentrale Denkform bei Antholz, der musikpädagogische Gegenwartsfragen aus ihrer Geschichte heraus verstand.
- Gesangspädagogik Benachbartes Feld musikpädagogischer Praxis, das zur allgemeinen Geschichte musikalischer Ausbildung gehört.
- Hörerziehung Didaktischer Bereich, den Antholz nicht isoliert, sondern im Horizont von Hörwissen und Musikkultur behandelte.
- Jugendmusikbewegung Bewegung, deren Bach-Bild Antholz fachgeschichtlich untersuchte.
- Kirchenmusik Ausbildungs- und Praxisfeld von Antholz, der auch als Organist, Kantor und Kirchenmusiker tätig war.
- Köln Studien-, Promotions- und späterer Lehrort von Antholz, besonders im Zusammenhang der Universität Köln.
- Lehrerbildung Institutionelles Hauptfeld von Antholz’ Tätigkeit an Schule, Pädagogischer Akademie und Hochschule.
- Musikdidaktik Zentraler systematischer Arbeitsbereich von Antholz, besonders in Unterricht in Musik.
- Musikpädagogik Wissenschaftliches und praktisches Fach, das Antholz historisch, systematisch und institutionell mitprägte.
- Musikpädagogik im Nationalsozialismus Fachgeschichtliches Thema, dem Antholz eine wichtige autobiographisch-analytische Schrift widmete.
- Musikerziehung Älterer und zugleich kritisch reflektierter Begriff für schulische und außerschulische musikalische Bildung.
- Musikkultur Schlüsselbegriff für Antholz’ Verständnis des Musikunterrichts als Einführung in kulturelle musikalische Zusammenhänge.
- Musiklehrerausbildung Institutionelles Feld, das Antholz in Nordrhein-Westfalen fachlich und organisatorisch mitprägte.
- Musikwissenschaft Eine der drei von Antholz betonten Säulen der Musiklehrerausbildung neben Musikpädagogik und künstlerischer Praxis.
- Pädagogische Hochschule Rheinland Hochschule, an deren Bonner Abteilung Antholz als Professor und Seminardirektor wirkte.
- Schulmusik Praktischer Bezugsraum von Antholz’ Theorie des Unterrichts in Musik.
- Bach-Bild der Jugendmusikbewegung Fachgeschichtliches Thema aus Antholz’ Arbeit zum Verhältnis von Bach-Rezeption und Musikpädagogik.
- Gymnasium Ulricianum Aurich Schule, die Antholz besuchte und mit der er auch später biographisch verbunden blieb.
- Wissenschaftliche Musikpädagogik Fachliche Selbstverständigung, zu deren Ausbildung Antholz wesentlich beitrug.