Michael Alt

Deutscher Musikpädagoge, Musikdidaktiker, Schulmusiktheoretiker und Hochschullehrer; geboren am 15. Februar 1905 in Aachen, gestorben am 20. Dezember 1973 in Dortmund.

Überblick

Michael Alt war einer der einflussreichen deutschen Musikpädagogen und Musikdidaktiker des 20. Jahrhunderts. Er wurde am 15. Februar 1905 in Aachen geboren und starb am 20. Dezember 1973 in Dortmund. Seine musikpädagogische Bedeutung beruht vor allem auf der Schrift Didaktik der Musik. Orientierung am Kunstwerk, die 1968 erschien und in der Bundesrepublik Deutschland zu den grundlegenden musikdidaktischen Entwürfen der Nachkriegszeit gehört.

Alt steht an einer Schnittstelle zwischen Kestenberg-Reform, Schulmusik, musischer Bildung, nationalsozialistisch geprägter Musikerziehung, Nachkriegsdidaktik und wissenschaftlicher Neuorientierung des Faches. Er studierte in Köln Musikwissenschaft, Philosophie, Pädagogik, Germanistik und Soziologie sowie Schulmusik. Später wirkte er im Schuldienst, an Hochschulen für Lehrerbildung und als Professor für Musikerziehung an der Pädagogischen Hochschule Dortmund.

Für die Kulturgeschichte des Musikunterrichts ist Alt deshalb relevant, weil seine Konzeption den Musikunterricht nicht mehr vornehmlich als gemeinschaftliches Singen, emotionale Erbauung oder musisches Tun begreifen wollte, sondern als schulisches Fach mit eigener Sachlogik, Werkbezug, Interpretationsanspruch und theoretischer Reflexion. Sein Entwurf blieb umstritten: Einerseits trug er zur Verwissenschaftlichung und fachlichen Aufwertung des Musikunterrichts bei, andererseits wurde seine Werkorientierung wegen ihrer Kanonbindung, ihrer normativen Kunstauffassung und ihrer biographisch-historischen Belastungen kritisch befragt.

Kurzdaten

Name Michael Alt.
Geboren 15. Februar 1905 in Aachen.
Gestorben 20. Dezember 1973 in Dortmund.
Beruf Musikpädagoge, Musikdidaktiker, Schulmusiktheoretiker, Hochschullehrer und Autor musikpädagogischer Schriften und Schulbücher.
Fachgebiet Musikpädagogik, Musikdidaktik, Schulmusik, Musikerziehung, Werkinterpretation und Lehrplanfragen.
Ausbildung Studium der Musikwissenschaft, Philosophie, Pädagogik, Germanistik und Soziologie an der Universität zu Köln; zusätzlich Studium der Schulmusik an der Kölner Musikhochschule.
Wirkungsorte Aachen, Köln, Oldenburg, Lauenburg, Hannover, Essen, Detmold und Dortmund.
Institutionelle Bedeutung Mitgründer beziehungsweise Leiter fachlicher Zusammenschlüsse; besonders wichtig als Gründer und Leiter des Arbeitskreises „Forschung in der Musikerziehung“ von 1965 bis 1969.
Hauptwerk Didaktik der Musik. Orientierung am Kunstwerk, Düsseldorf 1968.
Bekannte Konzeption Orientierung am Kunstwerk; sie betont Reproduktion, Theorie, Interpretation und Information als zentrale Funktionsfelder des Musikunterrichts.
Normdaten GND 118648357; VIAF 805638; LCCN n2001082672.
Dateiname alt-michael.shtml

Biographie

Michael Alt wuchs in Aachen und Coesfeld auf. Ab 1925 studierte er an der Universität zu Köln Musikwissenschaft, Philosophie, Pädagogik, Germanistik und Soziologie; ab 1926 kam das Studium der Schulmusik an der Kölner Musikhochschule hinzu. Damit gehörte Alt zu jener ersten Generation von Schulmusikern, die nach der Kestenberg-Reform ausgebildet wurde. Diese Reform zielte darauf, Musik als ernstzunehmendes Schulfach, als künstlerische Praxis und als akademisch fundiertes Lehramt zu etablieren.

Nach dem Studium arbeitete Alt zunächst als Studienreferendar und Studienassessor an höheren Schulen. Von 1931 bis 1934 war er außerdem als Dozent für Musikerziehung am Aachener Konservatorium tätig. Bereits 1929 gründete er den Fachverband der Musikphilologen, einen frühen Zusammenschluss deutscher Musiklehrer, den er bis 1933 leitete. Diese frühe fachpolitische Aktivität zeigt, dass Alt nicht nur Unterrichtspraktiker war, sondern das Fach Musikunterricht institutionell und theoretisch mitgestalten wollte.

1934 promovierte Alt an der Universität zu Köln mit einer Arbeit über Typen des musikalischen Genießens und Wertens beim Jugendlichen und deren pädagogische Bedeutung. In der Zeit des Nationalsozialismus war er als Dozent und Professor an Hochschulen für Lehrerbildung tätig, zunächst in Oldenburg, danach in Lauenburg und Hannover. Diese Phase ist für die Bewertung seines Werkes wesentlich, weil Alt in den 1930er Jahren Schriften veröffentlichte, die mit nationalsozialistischer Erziehung, „deutscher Art“ und musischer Erziehungsrhetorik verbunden sind.

Nach Kriegsdienst und sowjetischer Gefangenschaft kehrte Alt 1949 nach Deutschland zurück. Bis 1959 arbeitete er im Schuldienst in Essen. 1953 erhielt er einen nebenamtlichen Lehrauftrag für Musikerziehung an der Folkwangschule in Essen; zugleich war er zeitweise auch mit der Musikakademie Detmold verbunden. 1959 wurde er Professor für Musikerziehung an der Pädagogischen Hochschule Dortmund. Dort entwickelte er sein spätes musikdidaktisches Profil und wurde zu einer wichtigen Bezugsperson für die bundesdeutsche Diskussion um Musikdidaktik, Fachsystematik und schulische Legitimation des Musikunterrichts.

Von 1965 bis 1969 leitete Alt den von ihm gegründeten Arbeitskreis „Forschung in der Musikerziehung“. Diese Initiative gehört zur institutionellen Vorgeschichte einer stärker wissenschaftlich orientierten Musikpädagogik in der Bundesrepublik. 1973 wurde Alt emeritiert; im selben Jahr starb er in Dortmund.

Ausführlicher Kulturüberblick

Michael Alt ist nur vor dem Hintergrund der deutschen Musikpädagogik des 20. Jahrhunderts angemessen zu verstehen. Dieses Fach wurde von mehreren tiefgreifenden Brüchen geprägt: von der Reformpädagogik um 1900, von der Jugendmusikbewegung, von der Kestenberg-Reform der Weimarer Republik, von der nationalsozialistischen Instrumentalisierung von Musikerziehung, von der nach 1945 wiederaufgenommenen musischen Bildung und schließlich von der didaktischen und wissenschaftlichen Neuorientierung der 1960er Jahre.

Die Kestenberg-Reform hatte Schulmusik als akademisch qualifiziertes Lehramt gestärkt. Ihr Ziel war ein Musikunterricht, der nicht bloß Gesangspflege betrieb, sondern musikalische Bildung, künstlerische Qualität und pädagogische Verantwortung verband. Alt kam aus genau dieser Reformgeneration. Dass er später selbst Schulmusik, Lehrerausbildung und musikpädagogische Fachorganisationen prägte, ist ohne diesen Hintergrund nicht verständlich.

Zugleich gehört Alt zu einer problematischen Generation. Viele Musikpädagogen, die nach 1945 an der Erneuerung des Musikunterrichts beteiligt waren, hatten bereits vor 1945 Funktionen im musikpädagogischen Feld übernommen. Bei Alt ist dies besonders deutlich, weil seine frühen Schriften und seine Tätigkeit in Hochschulen für Lehrerbildung in die Zeit des Nationalsozialismus fallen. Ein kulturlexikalischer Zugriff darf diese Kontinuität nicht ausblenden. Alts spätere Didaktik der Musik ist zwar ein Werk der Bundesrepublik, steht aber in einer Biographie, die Weimarer Reform, NS-Musikerziehung, Nachkriegsneubeginn und fachliche Verwissenschaftlichung umfasst.

Nach 1945 war der Musikunterricht in der Bundesrepublik zunächst stark von musischer Bildung geprägt. Diese verstand Musik, Bewegung, Sprache und gemeinschaftliches Tun häufig als Mittel ganzheitlicher Erziehung. Gegen diese Tendenz richtete sich in den 1950er und 1960er Jahren eine wachsende Kritik. Theodor W. Adorno, aber auch schul- und bildungstheoretische Debatten stellten die Frage, ob Musikunterricht ohne ernsthafte Auseinandersetzung mit musikalischen Werken, Geschichte, Theorie, Hören und ästhetischer Reflexion überhaupt schulisch legitimierbar sei.

Alt reagierte auf diese Situation mit einer Konzeption, die das musikalische Kunstwerk ins Zentrum stellte. Dadurch sollte der Musikunterricht Anschluss an die bildenden Fächer gewinnen und nicht als bloßes Übungs-, Sing- oder Erlebnisfach erscheinen. In dieser Hinsicht ist Alt ein Vertreter der werkorientierten Musikdidaktik. Seine Position wollte Musikunterricht sachlich, fachlich und bildungstheoretisch stärken. Zugleich begrenzte sie das Fach auf bestimmte Vorstellungen von Kunst, Kanon und abendländischer Musiktradition.

Kulturgeschichtlich bedeutsam ist daher die Spannung zwischen Fortschritt und Begrenzung. Fortschrittlich war Alts Anspruch, Musikunterricht als interpretierendes, begründendes und reflektierendes Fach zu denken. Begrenzend war eine Kunstwerkorientierung, die populäre Musik, außereuropäische Musiken, Medienkulturen, Schülerinteressen und offene musikalische Praxis nur eingeschränkt integrieren konnte. Gerade deshalb blieb Alt für die spätere Musikpädagogik ein produktiver Reibungspunkt.

Die Konzeption „Orientierung am Kunstwerk“

Alts bekannteste musikdidaktische Konzeption trägt den Namen Orientierung am Kunstwerk. Sie wurde 1968 in der Schrift Didaktik der Musik. Orientierung am Kunstwerk ausgearbeitet. Im Zentrum steht die Überzeugung, dass Musikunterricht sich nicht in bloßer Betätigung erschöpfen darf, sondern den Schülerinnen und Schülern Zugang zu musikalisch bedeutsamen Werken eröffnen soll. Der Begriff des Kunstwerks bezeichnet dabei nicht nur ein Objekt des Hörens, sondern einen Bildungskern, an dem Wahrnehmung, Wissen, Deutung und musikalisches Tun zusammengeführt werden sollen.

Alt gliedert den Musikunterricht in mehrere Funktionsfelder. Besonders wichtig sind Reproduktion, Theorie, Interpretation und Information. Reproduktion meint nicht einfach beliebiges Singen oder Spielen, sondern die möglichst kunsthafte Nachgestaltung von Musik. Theorie umfasst musikalisches Handwerkswissen, Formenlehre, harmonische und satztechnische Zusammenhänge sowie ästhetisch-philosophische Reflexion. Interpretation meint die angeleitete Auslegung musikalischer Werke. Information schließlich soll musikalische, historische und kulturelle Orientierung bereitstellen.

Die besondere Pointe der Konzeption liegt darin, dass Musikunterricht als schulisches Fach ernst genommen werden soll. Alt wollte Musik nicht auf emotionale Wirkung, Gemeinschaftserlebnis oder handwerkliche Fertigkeit reduzieren. Er verstand Musikunterricht vielmehr als Ort der Werkinterpretation, der Erkenntnis, der Sachorientierung und der Bildung. Damit rückte er Musik in die Nähe anderer geisteswissenschaftlich geprägter Schulfächer wie Deutsch, Geschichte oder Religion.

In didaktischer Hinsicht verbindet Alts Entwurf einen starken Kanonbezug mit einem systematischen Lehrplananspruch. Schülerinnen und Schüler sollen nicht zufällig mit Musik in Berührung kommen, sondern in aufeinander aufbauenden Stufen an musikalische Erscheinungsformen, Gattungen, Epochen, Ausdrucksweisen und Sinnstrukturen herangeführt werden. Der Unterricht soll deshalb nicht nur Erlebnisse vermitteln, sondern musikalisches Urteilen ermöglichen.

Die spätere Kritik setzte genau hier an. Alts Konzeption erschien vielen zu stark werkzentriert, zu lehrerzentriert, zu normativ und zu eng auf abendländische Kunstmusik bezogen. Gleichwohl blieb sie für die Geschichte der Musikdidaktik wichtig, weil sie den Anspruch formulierte, Musikunterricht müsse ein begründbares Fach mit eigener Theorie, eigener Methode und eigenem Bildungsanspruch sein.

NS-Zeit und problematische Kontinuitäten

Alts Tätigkeit in der Zeit des Nationalsozialismus verlangt eine sachliche, aber klare Einordnung. Er trat 1933 der NSDAP bei und veröffentlichte in den 1930er Jahren Texte, die mit nationalsozialistischer Musikerziehung und völkisch aufgeladener Musikauffassung verbunden sind. Dazu gehören etwa Schriften und Aufsätze wie Vom neuen Musikunterricht, Wesen und Wege der musischen Erziehung, Die Musikerziehung in der deutschen Schule und Deutsche Art in der Musik. Diese Texte stehen in einem politischen und pädagogischen Kontext, der Musik nicht neutral behandelte, sondern für Erziehung, Volk, Gemeinschaft, Körperlichkeit und Ideologie beanspruchte.

Nach 1945 setzte Alt seine berufliche Laufbahn fort und wurde zu einer bedeutenden Figur der bundesdeutschen Musikpädagogik. Gerade diese Kontinuität ist für die Fachgeschichte aufschlussreich. Sie zeigt, dass die Nachkriegsentwicklung der Musikpädagogik nicht einfach bei null begann, sondern von Personen, Begriffen, Institutionen und Routinen getragen wurde, die bereits vor 1945 aktiv gewesen waren. Die spätere Didaktik der Musik kann deshalb nicht isoliert als reines Nachkriegsdokument gelesen werden.

Das bedeutet nicht, Alts spätere Konzeption pauschal auf nationalsozialistische Kategorien zurückzuführen. Es bedeutet aber, dass die Fachgeschichte die Brüche, Umdeutungen und Kontinuitäten sorgfältig unterscheiden muss. Besonders der Begriff des „Musischen“ zeigt diese Ambivalenz: Er konnte reformpädagogisch, humanistisch, ästhetisch, gemeinschaftlich oder ideologisch aufgeladen sein. Bei Alt verschiebt sich seine Funktion zwischen den 1930er Jahren und den 1960er Jahren deutlich, bleibt aber als Hintergrund der Musikpädagogik sichtbar.

Wirkung und Rezeption

Die Wirkung Alts liegt vor allem in der musikdidaktischen Debatte seit den späten 1960er Jahren. Seine Didaktik der Musik wurde mehrfach aufgelegt und prägte über Lehrerausbildung, Fachseminare, Schulmusikdiskussionen und Lehrplanarbeit die bundesdeutsche Musikpädagogik. Der Entwurf gab dem Fach eine theoretische Sprache, mit der Musikunterricht als Interpretation, Information, Theorie und Reproduktion beschrieben werden konnte.

Zugleich provozierte Alt kritische Reaktionen. In den 1970er und 1980er Jahren verschoben sich die musikpädagogischen Interessen. Handlungsorientierte, erfahrungsbezogene, schülerorientierte, sozialwissenschaftliche, medienbezogene und später interkulturelle Ansätze traten stärker hervor. Vor diesem Hintergrund erschien Alts Orientierung am Kunstwerk vielfach als zu eng. Dennoch blieb sie ein notwendiger Bezugspunkt, weil spätere Konzeptionen sich häufig an ihr abarbeiteten.

Die Forschung hat Alts Schaffen inzwischen differenziert untersucht. Besonders Thomas Greuels Monographie Das musikpädagogische Schaffen Michael Alts macht deutlich, dass Alts Werk über Weimarer Republik, Nationalsozialismus und Nachkriegszeit hinweg betrachtet werden muss. Stefan Hörmanns Beitrag über Alts Didaktik der Musik fragt ausdrücklich, ob diese Konzeption innovativ oder konservativ zu bewerten sei. Diese Fragestellung bringt die Rezeptionslage präzise auf den Punkt: Alts Werk ist weder bloß Modernisierung noch bloß Restauration, sondern ein konfliktreiches Dokument der deutschen Musikpädagogik im 20. Jahrhundert.

Werkverzeichnis

Das folgende Werkverzeichnis ist als ausführliches kulturlexikalisches Arbeitsverzeichnis angelegt. Es erfasst die zentral nachweisbaren selbständigen Schriften, Schulbuchwerke, Herausgaben und wichtigen Aufsätze. Da Alt zahlreiche fachliche Beiträge in Periodika, Sammelbänden und musikpädagogischen Kontexten veröffentlichte, bleiben kleinere Zeitschriftenbeiträge dort, wo kein sicherer Nachweis vorliegt, unaufgeführt oder werden als Werkkomplex bezeichnet.

Frühe wissenschaftliche und programmatische Schriften

Eine Darstellung der Typen des musikalischen Genießens und Wertens beim Jugendlichen und ihrer pädagogischen Bedeutung Dissertation, Universität Köln, 1934; frühe wissenschaftliche Arbeit zu musikalischer Wertung, Jugend und pädagogischer Bedeutung des Musikerlebens.
Vom neuen Musikunterricht Aufsatz in Rhein-Ruhr. Nationalsozialistische Erzieherzeitung, 1936; programmatischer Text zur schulischen Musikerziehung der 1930er Jahre.
Richard Wagner nationalsozialistisch gesehen Aufsatz in Die Musik, 1936; ideologisch belasteter Beitrag zur Wagner-Deutung im nationalsozialistischen Kontext.
Deutsche Art in der Musik Leipzig: Eichenblatt, 1936; kulturpolitisch und ideologisch problematische Schrift zur Musikauffassung der NS-Zeit.
Wesen und Wege der musischen Erziehung Antrittsvorlesung an der Hochschule für Lehrerbildung Oldenburg, 1938; als Typoskript beziehungsweise Nachweis im Forschungszusammenhang überliefert.
Die Musikerziehung in der deutschen Schule Aufsatz in der Internationalen Zeitschrift für Erziehung, 1939; Beitrag zur schulischen Musikerziehung im Kontext der späten 1930er Jahre.

Schulbücher und Unterrichtswerke

Klingendes Leben. Singebuch für Mädchen. Teil I Düsseldorf: Schwann, 1941; Singebuch für die unteren Klassen der Oberschulen für Mädchen; Herausgabe beziehungsweise redaktionelle Verantwortung im Schulbuchkontext.
Klingendes Leben. Singebuch für Mädchen. Teil II Düsseldorf: Schwann, 1941; Singebuch für die vier oberen Klassen der Oberschulen für Mädchen.
Klingendes Leben. Singebuch für Mädchen. Teil III Düsseldorf: Schwann, 1941; Singebuch für die Singscharen an Oberschulen für Mädchen.
Musica. Musikbuch für Realschulen. Band 1 Düsseldorf: Pädagogischer Verlag Schwann, seit 1954 in mehreren Auflagen nachweisbar; herausgegeben von Michael Alt und Joseph Eßer, unter Mitarbeit weiterer Autorinnen und Autoren.
Musica. Musikbuch für Realschulen. Band 2 Düsseldorf: Pädagogischer Verlag Schwann, in späteren Auflagen und Ausgaben nachweisbar; Schulmusikbuch für Realschulen, herausgegeben im Umfeld von Michael Alt und Joseph Eßer.
Musikkunde für die Oberstufe höherer Schulen Düsseldorf: Pädagogischer Verlag Schwann, 1955 und spätere Auflagen; Schulbuch zur Musikkunde der gymnasialen Oberstufe.
Das musikalische Kunstwerk. Musikkunde in Beispielen für Gymnasien. Teil 1 Düsseldorf: Pädagogischer Verlag Schwann, 1960er Jahre; Unterrichtswerk zur exemplarischen Musikkunde an Gymnasien.
Das musikalische Kunstwerk. Musikkunde in Beispielen für Gymnasien. Teil 2 Düsseldorf: Pädagogischer Verlag Schwann; Fortsetzung des Unterrichtswerks zur Werkbetrachtung und Musikkunde.
Das musikalische Kunstwerk. Musikkunde in Beispielen für Gymnasien. Teil 3 Düsseldorf: Pädagogischer Verlag Schwann; weiterer Teil des mehrbändigen Unterrichtswerks zur schulischen Werkorientierung.
Das musikalische Kunstwerk. Ausgabe für Realschulen Düsseldorf: Pädagogischer Verlag Schwann; nachweisbare Realschulausgabe des werkorientierten Musikkundekonzepts.
Notenbeihefte zum Schulmusikwerk auf Schallplatten Schulmusikalische Begleitmaterialien im Zusammenhang von Musikkunde, Werkbeispiel und mediengestütztem Hören.

Musikdidaktische Hauptschriften nach 1945

Didaktik der Musik. Orientierung am Kunstwerk Düsseldorf: Pädagogischer Verlag Schwann, 1968; Alts musikdidaktisches Hauptwerk und zentrale Quelle der Konzeption „Orientierung am Kunstwerk“.
Didaktik der Musik Spätere Auflagen, unter anderem 1970er Jahre; der Untertitel Orientierung am Kunstwerk wurde in späteren Auflagen verändert beziehungsweise gestrichen.
Beiträge zur Forschung in der Musikerziehung Werk- und Aufsatzkomplex im Umfeld des Arbeitskreises „Forschung in der Musikerziehung“; verbunden mit der Etablierung empirischer, didaktischer und theoretischer Forschungsfragen im Fach.
Beiträge in Musik im Unterricht und Musik und Bildung Fachaufsätze und Diskussionsbeiträge im musikpädagogischen Periodika-Kontext der 1960er und frühen 1970er Jahre.

Autobiographische und rezeptionsgeschichtliche Texte

Michael Alt Autobiographischer beziehungsweise selbstbiographischer Beitrag in Karl Gustav Fellerer, Hrsg.: Rheinische Musiker, 5. Folge, Köln 1967, S. 1–3.
Gedenk- und Rezeptionsschriften Nach Alts Tod erschienen Beiträge und Sammelbände zu seiner Wirkung, darunter Musikpädagogik heute. Perspektiven, Probleme, Positionen. Zum Gedenken an Michael Alt, herausgegeben von Heinz Antholz und Willi Gundlach, Düsseldorf 1975.

Sekundärliteratur

  • Alt, Michael: „Michael Alt“, in: Karl Gustav Fellerer, Hrsg.: Rheinische Musiker, 5. Folge. Köln: A. Volk, 1967, S. 1–3. Selbstbiographischer beziehungsweise zeitgenössischer Beitrag zur Einordnung Alts im rheinischen Musikleben.
  • Antholz, Heinz und Willi Gundlach, Hrsg.: Musikpädagogik heute. Perspektiven, Probleme, Positionen. Zum Gedenken an Michael Alt. Düsseldorf: Schwann, 1975. Gedenk- und Rezeptionsband zu Alts fachlicher Wirkung.
  • Cvetko, Alexander J.: Beiträge zur fachgeschichtlichen Reflexion der Musikpädagogik in der Zeitschrift für Kritische Musikpädagogik, 2024. Neuere fachgeschichtliche Einordnung von Erinnerung, Geschichtsbewusstsein und Fachkanon.
  • Ehrenforth, Karl Heinrich: Geschichte der musikalischen Bildung. Eine Kultur-, Sozial- und Ideengeschichte in 40 Stationen. Mainz: Schott, 2010. Breiter kultur- und sozialgeschichtlicher Kontext der Musikpädagogik, in dem Alts Werk verortet werden kann.
  • Greuel, Thomas: Das musikpädagogische Schaffen Michael Alts. Kassel: Bosse, 1999. Zentrale Monographie über Alts musikpädagogisches Schaffen in Weimarer Republik, Nationalsozialismus und Nachkriegszeit.
  • Helmholz, Brigitta: Musikdidaktische Konzeptionen in Deutschland nach 1945. Essen: Die Blaue Eule, 1996. Darstellung musikdidaktischer Konzepte nach 1945 mit wichtiger Einordnung von Alts Wirkung.
  • Hörmann, Stefan: „Michael Alt und seine Didaktik der Musik: innovativ oder konservativ?“, in: Hermann Josef Kaiser, Hrsg.: Ästhetische Theorie und musikdidaktische Theoriebildung. Mainz: Schott, 1998, S. 137–150. Kritische Spezialstudie zur Ambivalenz von Alts musikdidaktischem Hauptwerk.
  • Hopf, Helmut: Lexikon der Musikpädagogik. Regensburg: Bosse, 1984. Fachlexikalischer Zusammenhang zur Musikpädagogik des 20. Jahrhunderts.
  • Klee, Ernst: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Frankfurt am Main: S. Fischer, 2007. Biographisch-kritischer Kontext zu Alts Rolle und Einordnung in der NS-Zeit.
  • Noll, Günther: „Zwanzig Jahre Musikpädagogischer Forschungskreis“, in: Musikpädagogische Forschung, Bd. 7, 1986. Institutionengeschichtlicher Beitrag zum Arbeitskreis „Forschung in der Musikerziehung“.
  • Prieberg, Fred K.: Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945. Kiel, 2. Auflage 2009. Dokumentarische Quelle zur politischen und institutionellen Einordnung von Musikern und Musikpädagogen in der NS-Zeit.
  • Schatt, Peter W.: Einführung in die Musikpädagogik. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft. Einführende Darstellung musikpädagogischer Grundfragen und Konzeptionen, darunter der Werkorientierung.
  • Uhden, Petra: Die Einflüsse Theodor W. Adornos auf die Musikpädagogik. Untersuchung zum Verhältnis von Adorno-Rezeption und musikdidaktischer Neuorientierung, auch im Umfeld von Michael Alt.
  • Zimmerschied, Dieter: „Tendenzen der Musikdidaktik“, in: musikpädagogischen Sammelwerken und Fachbeiträgen der 1980er Jahre. Wichtiger Diskussionszusammenhang zur Einordnung der Didaktik nach 1945.

Ausgewählte Onlinequellen

Weiterführende Einträge

  • Aachen Geburtsstadt Michael Alts und wichtiger Ort seiner frühen musikpädagogischen Tätigkeit.
  • Theodor W. Adorno Philosoph und Musikkritiker, dessen Kritik an musischer Bildung und musikpädagogischer Musik für die Nachkriegsdidaktik wichtig wurde.
  • Arbeitskreis Forschung in der Musikerziehung Von Alt gegründeter beziehungsweise geleiteter Forschungszusammenhang zur Verwissenschaftlichung der Musikpädagogik.
  • Didaktik Lehre von Zielen, Inhalten, Methoden und Begründungen schulischen Unterrichts.
  • Dortmund Später Wirkungsort Alts an der Pädagogischen Hochschule und Sterbeort des Musikpädagogen.
  • Folkwangschule Essener Ausbildungsinstitution, an der Alt nach 1945 einen Lehrauftrag für Musikerziehung wahrnahm.
  • Hörerziehung Zentraler Bereich des Musikunterrichts, der bei Alt eng mit Werkinterpretation und musikalischem Verstehen verbunden ist.
  • Interpretation Bei Alt ein Kernfeld des Musikunterrichts, das musikalische Werke rational, ästhetisch und schulisch erschließen soll.
  • Leo Kestenberg Musikpädagoge und Bildungspolitiker, dessen Reformen die Ausbildung der Schulmusikergeneration Alts prägten.
  • Kestenberg-Reform Weimarer Reform der Schulmusik und Musiklehrerausbildung, aus deren Wirkungskreis Alt hervorging.
  • Musikdidaktik Fachdidaktischer Bereich, in dem Alts Didaktik der Musik als grundlegender Nachkriegsentwurf diskutiert wird.
  • Musikerziehung Historischer und pädagogischer Oberbegriff für schulische und außerschulische musikalische Bildung.
  • Musikpädagogik Wissenschaft und Praxis musikalischer Bildung; Hauptfeld von Alts Tätigkeit.
  • Musische Bildung Pädagogisches Leitbild, von dem sich Alts spätere Werkorientierung teilweise absetzt, an das sie aber historisch anschließt.
  • Musikunterricht Schulfach, dessen Legitimation und innere Struktur Alt in seiner Didaktik neu begründen wollte.
  • Nationalsozialistische Musikerziehung Belasteter historischer Kontext von Alts frühen Schriften und institutioneller Tätigkeit in den 1930er Jahren.
  • Pädagogische Hochschule Dortmund Wichtiger Wirkungsort Alts in der Nachkriegszeit und Zentrum seiner späten musikdidaktischen Arbeit.
  • Reproduktion Bei Alt ein Funktionsfeld des Musikunterrichts, das künstlerische Nachgestaltung und musikalisches Können umfasst.
  • Schulmusik Berufs- und Studienfeld, das Alt von der Kestenberg-Reform bis zur Nachkriegsdidaktik prägte.
  • Schulmusikbuch Gattung musikpädagogischer Unterrichtsmaterialien, zu der mehrere von Alt herausgegebene Werke gehören.
  • Werkinterpretation Zentrale Methode einer kunstwerkorientierten Musikdidaktik.
  • Werkorientierte Musikdidaktik Musikdidaktische Richtung, die musikalische Kunstwerke als Zentrum schulischer Bildung betrachtet.