Anna Amalia von Preußen
Überblick
Anna Amalia von Preußen, auch Anna Amalie, Amalie oder Amalia Anna genannt, gehört zu den kulturgeschichtlich wichtigsten musizierenden Fürstinnen des 18. Jahrhunderts. Sie war die jüngste Tochter Friedrich Wilhelms I. von Preußen und Sophie Dorotheas von Hannover, Schwester Friedrichs II. von Preußen und Wilhelmines von Bayreuth. Ihr Leben verlief fast vollständig in Berlin; ihr geistliches Amt als Äbtissin von Quedlinburg verschaffte ihr Einkommen, Rang und eine gewisse Unabhängigkeit, ohne sie dauerhaft aus dem Berliner Hofmilieu herauszulösen.
Musik war die dauerhafteste Leidenschaft dieser unverheirateten Prinzessin. Sie spielte Klavier, Orgel, Violine und Flöte, trat bei höfischen Festen als Pianistin auf, komponierte Vokal- und Instrumentalwerke und veranstaltete in ihrem Berliner Kreis Konzerte. Ihre wichtigste musikalische Bezugsperson wurde Johann Philipp Kirnberger, ein Schüler Johann Sebastian Bachs, den sie 1758 zu ihrem Hofmusiker und Cembalisten ernannte. Unter seiner Anleitung studierte sie Kontrapunkt, strengen Satz und Fuge.
Ihre eigene kompositorische Produktion ist nicht in gleicher Weise umfangreich und vollständig überliefert wie ihre Sammlung. Musikgeschichtlich noch bedeutender als die Zahl ihrer Werke wurde die Amalien-Bibliothek, eine große Musikaliensammlung mit Handschriften, Abschriften und Drucken, darunter Bestände zu Johann Sebastian Bach, Carl Philipp Emanuel Bach, Georg Friedrich Händel, Giovanni Pierluigi da Palestrina, Carl Heinrich Graun, Johann Gottlieb Graun, Johann Adolf Hasse und weiteren Komponisten. Diese Sammlung wurde zu einem wichtigen Überlieferungsraum der Berliner Bach-Pflege und der späteren Bach-Renaissance.
Anna Amalia ist daher dreifach zu betrachten: als komponierende Prinzessin, als Organistin und Schülerin Kirnbergers sowie als Sammlerin und Bewahrerin älterer Musik. Ihr musikalischer Geschmack galt als konservativ, weil sie die neue empfindsame und galante Mode nicht vorbehaltlos mitvollzog, sondern auf kontrapunktische Strenge, ältere Kirchenmusik und Bach-Tradition setzte. Gerade diese konservative Haltung wurde später kulturgeschichtlich produktiv, weil sie Musik bewahrte, die im späten 18. Jahrhundert vielerorts als veraltet galt.
Kurzdaten
| Name | Anna Amalia von Preußen. |
|---|---|
| Weitere Namensformen | Anna Amalia Prinzessin von Preußen, Anna Amalie von Preußen, Amalie von Preußen, Amalia Anna von Preußen, Amalia Anna Prinzessin von Preußen, Amelie von Preußen und Anna Amalia, Äbtissin von Quedlinburg. |
| Geburt | 9. November 1723 in Berlin. |
| Tod | 30. März 1787 in Berlin. |
| Beruf | Prinzessin von Preußen, Äbtissin von Quedlinburg, Pianistin, Organistin, Violinistin, Flötistin, Komponistin, Konzertveranstalterin, Musikmäzenin, Musikaliensammlerin und Förderin der Berliner Bach-Pflege. |
| Dynastie | Haus Hohenzollern; Tochter Friedrich Wilhelms I. von Preußen und Sophie Dorotheas von Hannover. |
| Geschwister | Zu ihren Geschwistern gehörten Friedrich II. von Preußen, Wilhelmine von Bayreuth, Ulrike von Schweden und weitere Kinder des preußischen Königshauses. |
| Familienstand | Unverheiratet; die in der älteren Memoirenliteratur erzählte Liebesgeschichte mit Friedrich von der Trenck gilt als ungesichert beziehungsweise literarisch überformt. |
| Quedlinburg | Seit 1744 Koadjutorin und seit 1755 Äbtissin des freiweltlichen Stifts Quedlinburg; sie residierte jedoch weiterhin überwiegend in Berlin. |
| Musikalische Lehrer | Erste Anregungen durch Friedrich II.; regelmäßiger Unterricht ab etwa 1740 bei Gottlieb Hayne; ab 1758 Kompositions- und Kontrapunktstudien bei Johann Philipp Kirnberger. |
| Instrumente | Klavier, Cembalo, Orgel, Violine und Flöte; das Klavier- und Orgelspiel bildete den Schwerpunkt ihrer musikalischen Praxis. |
| Hauptfelder | Fuge, Choral, geistliches Lied, Kantate, Oratorium, Kammermusik, Sonate, Marsch, musikalische Sammlung, Bach-Pflege und Konzertveranstaltung. |
| Wichtiges Werk | Der Tod Jesu nach Karl Wilhelm Ramler, außerdem Sonaten, Trios, Fugen, Choralbearbeitungen, geistliche Vokalstücke und Märsche. |
| Sammlung | Amalien-Bibliothek, nach ihrem Tod 1788 an das Joachimsthalsche Gymnasium gelangt und seit 1914 als Leihgabe beziehungsweise Bestand der damaligen Preußischen Staatsbibliothek überliefert. |
| Bedeutung | Anna Amalia ist weniger durch ein kanonisiertes Œuvre als durch die Verbindung von eigener Komposition, strenger Satzlehre, Orgelleidenschaft, Berliner Konzertpraxis und herausragender Musikaliensammlung bedeutsam. |
| Normdaten | GND: 118648659; VIAF: 30331227; RISM: 30000118. |
Name, Varianten und Abgrenzung
Die Namensformen Anna Amalia, Anna Amalie, Amalie, Amalia Anna und Amelie verweisen auf die mehrsprachige höfische Namenspraxis des 18. Jahrhunderts. In deutschen Quellen ist Anna Amalia von Preußen oder Anna Amalie von Preußen gebräuchlich. Französische Schreib- und Anredeformen wie Amélie begegnen im höfischen Briefkontext. Als Äbtissin erscheint sie außerdem mit der Amtsbezeichnung Quedlinburgs, ohne dass dies ihren Berliner Lebensmittelpunkt aufhob.
Für das Kulturlexikon ist eine saubere Abgrenzung besonders wichtig. Anna Amalia von Preußen ist nicht identisch mit Anna Amalia von Sachsen-Weimar-Eisenach, der Weimarer Herzogin, Regentin, Komponistin und Förderin der Weimarer Klassik. Beide Frauen waren musikalisch gebildet, beide komponierten, beide werden in Notenportalen und bibliographischen Katalogen gelegentlich unter ähnlichen Namensformen geführt. Die preußische Prinzessin wurde 1723 geboren und starb 1787 in Berlin; die Weimarer Herzogin wurde 1739 in Wolfenbüttel geboren und starb 1807 in Weimar.
Auch die Bezeichnung Herzogin ist bei der preußischen Anna Amalia zu vermeiden, sofern nicht eine fremde Quelle irrtümlich oder kontextlos spricht. Sie war Prinzessin von Preußen und Äbtissin von Quedlinburg, nicht Herzogin von Sachsen-Weimar-Eisenach. Der Dateiname anna-amalia-von-preussen.shtml folgt daher der historischen Lemmaform und dient zugleich der eindeutigen Unterscheidung.
Herkunft, Geschwister und preußischer Hof
Anna Amalia wurde am preußischen Hof Friedrich Wilhelms I. geboren. Dieser Hof war militärisch, diszipliniert, protestantisch und in seiner äußeren Repräsentation nüchtern geprägt. Für die musikalische Entwicklung der jüngeren Töchter bot er zunächst weniger Raum als für den Kronprinzen Friedrich. Friedrich erhielt eine intensive musikalische Ausbildung, spielte Flöte und komponierte; seine Schwestern wurden nicht im gleichen Maß gefördert. Dennoch erhielt Anna Amalia durch ihn früh musikalische Anregungen.
Ihre Schwester Wilhelmine, die spätere Markgräfin von Bayreuth, war ebenfalls musikalisch und literarisch hochgebildet. Sie komponierte die Oper Argenore und führte in Bayreuth eine anspruchsvolle Hofkultur. Anna Amalia gehört somit in ein weibliches Netzwerk der Hohenzollern, in dem Musik nicht nur Schmuck, sondern ein Medium der Bildung, des Selbstentwurfs und der höfischen Repräsentation war.
Da Anna Amalia unverheiratet blieb, entwickelte sich ihr Lebensweg anders als der vieler Prinzessinnen. Die Ernennung zur Koadjutorin und späteren Äbtissin von Quedlinburg verschaffte ihr Einkommen und Rang. Diese ökonomische und gesellschaftliche Grundlage ermöglichte ihr eine eigenständige musikalische Haushaltung, den Bau privater Orgeln, die Beschäftigung Kirnbergers und den Aufbau ihrer Musikaliensammlung.
Musikalische Ausbildung und frühe Praxis
Anna Amalias musikalische Ausbildung begann zunächst unregelmäßig. Friedrich der Große vermittelte ihr frühe Anregungen, vermutlich auch im Gesang. Ein geregelter Unterricht setzte erst nach dem Tod Friedrich Wilhelms I. ein. Um das siebzehnte Lebensjahr erhielt sie zusammen mit ihrer Schwester Ulrike Klavier- und Gesangsstunden beim Berliner Domorganisten Gottlieb Hayne. Daneben lernte sie Grundlagen des Flöten- und Violinspiels.
Ihre stärkste Begabung lag offenbar am Klavier beziehungsweise Cembalo. Zeitgenössische und spätere Berichte betonen ihren Fleiß und die Dauer ihres Übens. Bereits in den 1740er Jahren trat sie bei höfischen Festen als Pianistin auf und spielte auch eigene Kompositionen. Diese frühe Praxis zeigt, dass sie nicht erst als Schülerin Kirnbergers musikalisch aktiv wurde, sondern schon vorher ein eigenes musikalisches Selbstverständnis besaß.
Die Flöte und Violine blieben für sie wichtig, erreichten aber nicht dieselbe Bedeutung wie Klavier und Orgel. Die Violine behandelte sie selbstironisch; das Orgelspiel dagegen entwickelte sich seit den 1750er Jahren zu einer ihrer großen Leidenschaften. Gerade diese Hinwendung zur Orgel unterschied sie von vielen höfischen Musikerinnen ihrer Zeit, für die Cembalo, Gesang, Harfe oder Laute näherlagen als ein im privaten Raum ungewöhnliches Orgelinstrument.
Koadjutorin und Äbtissin von Quedlinburg
Anna Amalia war bereits als Kind zur Kanonissin im geistlichen Stift Herford bestimmt worden. 1744 wurde sie Koadjutorin des Stifts Quedlinburg, 1755 Äbtissin. Das Stift Quedlinburg war freiweltlich; die Stiftsdamen waren nicht an strenge Ordensregeln gebunden und mussten nicht dauerhaft in Quedlinburg leben. Für eine unverheiratete Prinzessin bedeutete dieses Amt weniger Rückzug aus der Welt als vielmehr Einkünfte, Rang und institutionelle Selbständigkeit.
Anna Amalia residierte weiterhin überwiegend in Berlin. Sie nahm ihr Amt dennoch administrativ wahr. Sie griff in Personal- und Verwaltungsfragen ein, orientierte Reformen am preußischen Verwaltungsmodell, verbesserte bestimmte soziale und konfessionelle Belange und reduzierte Feiertage nach preußischem Vorbild. Auch ein neues Gesangbuchprojekt wurde angestoßen, dessen Abschluss sie nicht mehr erlebte.
Die Quedlinburger Stellung ist für ihre Musikgeschichte indirekt wichtig. Durch die Einkünfte konnte sie ihren musikalischen Haushalt ausbauen, Kirnberger beschäftigen und kostspielige Instrumente finanzieren. Ihre Äbtissinnenwürde steht damit nicht außerhalb ihrer Kunst, sondern bildet eine soziale und ökonomische Voraussetzung ihrer musikalischen Autonomie.
Orgeln, Kirnberger und kontrapunktische Studien
In den 1750er Jahren entwickelte Anna Amalia ein starkes Interesse am Orgelspiel. 1755 ließ sie eine zweimanualige Hausorgel mit 22 Registern konzipieren. Sie zog Johann Philipp Kirnberger beratend hinzu, der als ehemaliger Schüler Johann Sebastian Bachs seit 1751 zur Königlich Preußischen Kapelle gehörte. Der Orgelbau lag in den Händen von Peter Migendt und Ernst Marx. Eine private Hausorgel dieser Art war im höfischen Umfeld ungewöhnlich und zeigt, dass Anna Amalia Musik nicht nur als galante Unterhaltung, sondern als ernsthafte Kunst betrieb.
1758 ernannte sie Kirnberger zu ihrem Hofmusiker und Cembalisten. Von da an studierte sie bei ihm Kompositionslehre, strengen Satz und Kontrapunkt. Der Unterricht war nicht nur praktisch, sondern auch theoretisch. Zwischen beiden entwickelte sich ein reger Austausch über musikalische Regeln, Stil, ältere Musik und Bachs Bedeutung. Kirnberger vertrat eine konservative, auf Bach gegründete Satzlehre, die Anna Amalia nachhaltig prägte.
1776 gab sie eine weitere Hausorgel mit 28 Registern in Auftrag. Auch diese Orgel zeigt, dass ihr Interesse nicht kurzfristig war. Carl Philipp Emanuel Bach schrieb nach späterer Forschung seine sechs Orgelsonaten vermutlich für Anna Amalia oder in enger Beziehung zu ihrer Orgelsituation. Die Sonaten berücksichtigen, dass sie keine hochvirtuose Pedalorganistin war, sondern eine Fürstin mit starkem Interesse an Manualspiel, Klang und kontrapunktischer Ordnung.
Berliner Salon, Konzerte und Bach-Pflege
Anna Amalia veranstaltete in ihrem Berliner Umfeld Konzerte und Abendmusiken. Diese Zusammenkünfte hatten einen eigenen Schwerpunkt: Sie richteten sich nicht nur auf modische, neueste Musik, sondern auf ältere und strengere Kompositionskunst. In einer Zeit, in der Johann Sebastian Bachs Musik vielerorts als altmodisch galt, pflegten Anna Amalia und Kirnberger seine Werke mit besonderer Intensität.
Ihre Haltung wurde zeitgenössisch nicht nur bewundert. Manche Beobachter empfanden ihren Geschmack als streng, rückwärtsgewandt oder schwerfällig. Aus späterer Sicht zeigt sich gerade darin ihre kulturgeschichtliche Bedeutung. Sie gehörte zu jenem kleinen Berliner Kreis, der die Bach-Tradition nicht abreißen ließ und damit indirekt Voraussetzungen für die spätere Bach-Renaissance schuf.
Anna Amalias Salon war zugleich ein Ort weiblicher musikalischer Handlungsmacht. Sie war Gastgeberin, Interpretin, Auftraggeberin, Sammlerin und Urteilsinstanz. Sie verkörperte damit einen Typus fürstlicher Musikkultur, der nicht über öffentliche Berufsausübung, sondern über Besitz, Bildung, Netzwerke, Hauskonzerte und Sammlung wirkte.
Amalien-Bibliothek und Musikaliensammlung
Die Amalien-Bibliothek ist Anna Amalias dauerhaft wichtigste Leistung. Seit etwa 1740 baute sie eine große Musikaliensammlung auf. Sie sammelte Handschriften, Abschriften und Drucke älterer und zeitgenössischer Musik, darunter Werke Johann Sebastian Bachs, Carl Philipp Emanuel Bachs, Georg Friedrich Händels, Giovanni Pierluigi da Palestrinas, Johann Adolf Hasses sowie der Brüder Graun. Die Sammlung war kein zufälliger Notenbesitz, sondern ein geordnetes musikalisches Gedächtnis.
Nach Anna Amalias Tod gelangte die Sammlung an das Berliner Joachimsthalsche Gymnasium. Seit 1914 befindet sie sich in der damaligen Preußischen Staatsbibliothek beziehungsweise heute im Zusammenhang der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. In der Forschung wird sie als Amalien-Bibliothek bezeichnet. Ihr Wert liegt besonders darin, dass sie Quellen und Abschriften aus einer Zeit bewahrt, in der ältere kontrapunktische Musik keineswegs selbstverständlich gesammelt wurde.
Für die Bach-Rezeption ist die Sammlung besonders wichtig. Sie gehörte zu den Überlieferungsräumen, aus denen die Berliner Bach-Pflege um 1800 schöpfen konnte. Carl Friedrich Zelter, die Berliner Sing-Akademie und die spätere Wiederentdeckung Bachs stehen nicht unmittelbar, aber doch traditionsgeschichtlich mit solchen Sammlungen in Verbindung. Anna Amalia war daher nicht nur Komponistin, sondern auch Archivbildnerin einer musikalischen Zukunft.
Komposition, Stil und musikalische Haltung
Anna Amalias eigene Werke stehen in der Spannung zwischen höfischer Liebhabermusik und ernsthafter kontrapunktischer Schule. Sie komponierte geistliche und weltliche Vokalmusik, Choräle, Kantaten, Fugen, Kammermusik und Märsche. Ihr Werk ist nicht vollständig erhalten; manches ist nur in Abschriften, Katalogen oder späteren Ausgaben greifbar. Zudem ist bei einzelnen Stücken quellenkritisch zu prüfen, ob Zuschreibung, Gattungstitel und Fassung zuverlässig sind.
Ihr bekanntestes größeres Vokalwerk ist Der Tod Jesu nach einem Text Karl Wilhelm Ramlers. Der Ramler-Text wurde auch durch Carl Heinrich Grauns Passionsoratorium berühmt. Anna Amalias Vertonung zeigt ihren Anspruch, nicht nur kleine Salonstücke, sondern auch geistliche Großformen zu bearbeiten. Sie gehört damit in den Berliner Umkreis protestantischer Passions- und Oratorienkultur.
Stilistisch dominieren bei ihr kontrapunktische Verfahren, Fugenarbeit, Choralnähe und kirchlich-konservative Klangvorstellungen. In ihren Instrumentalwerken steht sie nicht an der Spitze der kompositorischen Innovation ihrer Zeit. Ihre besondere Bedeutung liegt vielmehr darin, dass sie als fürstliche Komponistin bewusst eine ältere, gelehrte und geistlich fundierte Musiktradition pflegte, während das Berliner Musikleben zugleich von Oper, Konzert, galantem Stil und empfindsamer Klaviermusik geprägt war.
Kulturgeschichtlicher Überblick
Anna Amalia von Preußen steht im Zentrum einer besonderen Kulturkonstellation: preußischer Hof, weibliche fürstliche Bildung, protestantische Stiftsverfassung, Berliner Musikleben, Bach-Tradition und Sammlungsgeschichte. Anders als ihre Schwester Wilhelmine von Bayreuth oder ihre Nichte Anna Amalia von Sachsen-Weimar-Eisenach gründete sie keinen literarisch glanzvollen Hof und kein weithin sichtbares Musenzentrum. Ihre Wirkung war stiller, sammlungsbezogener, musiktheoretischer und archivalischer.
Gerade diese stille Wirkung ist kulturgeschichtlich bedeutsam. Das 18. Jahrhundert war musikalisch von raschem Stilwandel geprägt. Die barocke Fuge, die ältere Kirchenmusik und Johann Sebastian Bachs kontrapunktische Kunst wurden vielerorts durch galante, empfindsame und opernhafte Idiome verdrängt. Anna Amalia und Kirnberger standen gegen diesen Strom. Sie hielten an der Gültigkeit strenger Satzlehre fest und bewahrten Werke, die erst spätere Generationen wieder als zentral erkannten.
Ihre Rolle als Frau ist dabei nicht nebensächlich. Fürstliche Frauen konnten in der höfischen Welt musizieren und sammeln, aber ihr kompositorisches Werk wurde selten nach denselben Maßstäben tradiert wie das männlicher Berufskomponisten. Anna Amalia nutzte die ihr mögliche Form von Macht: Sie finanzierte Instrumente, beschäftigte Musiker, sammelte Noten, veranstaltete Konzerte, lernte Komposition und schuf Werke. Ihre Handlungsmacht war nicht die eines öffentlichen Kapellmeisters, sondern die einer adligen Sammlerin und Auftraggeberin mit eigenem künstlerischem Urteil.
Das Quedlinburger Amt verleiht dieser Biographie eine zusätzliche Dimension. Als Äbtissin war Anna Amalia formal eine geistliche Würdenträgerin, doch sie lebte hauptsächlich in Berlin. Das Amt verschaffte ihr die finanziellen Mittel, die ihre musikalische Selbständigkeit ermöglichten. Die Grenze zwischen Religion, Verwaltung, Rang und Kunst war daher fließend: Ein kirchliches Amt finanzierte weltliche Bildung, Hausorgeln, Konzerte und Sammlungen.
In der Geschichte der Bach-Rezeption ist Anna Amalia keine Interpretin im späteren virtuosen Sinn und keine Musikwissenschaftlerin im modernen Sinn. Sie war eine Bewahrerin. Die Amalien-Bibliothek dokumentiert eine frühe Form historischer Musikpflege, bevor die Idee des musikalischen Klassikers im 19. Jahrhundert voll ausgebildet war. Damit gehört sie zu denjenigen Gestalten, die nicht durch öffentliche Programmatik, sondern durch Sammeln, Abschreiben, Aufbewahren und Spielen Musikgeschichte prägten.
Werk- und Quellenverzeichnis
Das Werkverzeichnis Anna Amalias ist quellenkritisch zu lesen. Ein aktuelles, allgemein verbindliches vollständiges Werkverzeichnis liegt nicht in derselben Form vor wie bei vielen Berufskomponisten. Die folgende Übersicht erfasst die in Forschung, Katalogen, Notenportalen und Quellenverzeichnissen greifbaren Werkgruppen und nennt ausdrücklich, wo Zuschreibungen, Fassungen oder Überlieferungen vorsichtig zu behandeln sind.
Geistliche Vokalwerke, Kantaten und oratorische Werke
- Der Tod Jesu, Passionsoratorium beziehungsweise geistliches Vokalwerk nach Karl Wilhelm Ramler. Dieses Werk wird in älteren und neueren biographischen Darstellungen als wichtigste größere Komposition Anna Amalias genannt. Es ist quellenkritisch von Carl Heinrich Grauns berühmter Vertonung desselben Textes zu unterscheiden.
- Kantaten, in Werk- und Quellenangaben als Gattung bezeugt. Einzelne Titel sind nicht durchgehend modern ediert; die Überlieferung ist im Bestand der Amalien-Bibliothek und in Spezialkatalogen zu prüfen.
- Geistliche Lieder, als Werkgruppe in der Forschung genannt. Sie stehen im Zusammenhang von protestantischer Hausandacht, Choralpflege und Anna Amalias Interesse an alter geistlicher Musik.
- Choräle, als komponierte oder bearbeitete geistliche Stücke erwähnt. Mögliche Verbindung mit dem Quedlinburger Gesangbuchprojekt ist quellenkritisch zu prüfen.
- Jesu meine Freude, Variationen beziehungsweise Choralbearbeitung in modernen Noten- und Aufführungszusammenhängen Anna Amalia zugeschrieben. Die genaue Quellenform ist mit RISM, Bach Digital und den einschlägigen Spezialkatalogen abzugleichen.
- Zion klagt mit Angst und Schmerzen, geistliches Stück beziehungsweise Quellenbestand im Zusammenhang der Amalien-Bibliothek. Die genaue kompositorische Autorschaft und Fassung sind quellenkritisch zu prüfen.
- Herzlich tut mich verlangen, Choral beziehungsweise Choralbearbeitung im Umfeld der Amalien-Bibliothek. Der Titel ist als Quellen- und Repertoirehinweis zu behandeln.
- Ach Gott und Herr, in Bach-Digital-Zusammenhängen als anonymes Stück innerhalb der Amalien-Bibliothek nachweisbar; nicht ohne Zusatzprüfung als eigenhändige Komposition Anna Amalias anzusetzen.
Fugen und kontrapunktische Stücke
- Fuge in D-Dur, in Bach Digital als Werk Anna Amalias in einem Konvolut der Amalien-Bibliothek nachweisbar. Sie steht exemplarisch für ihre durch Kirnberger geprägte kontrapunktische Arbeit.
- Fuge in C-Dur, in Bach Digital als Anna Amalia zugeschriebenes Stück ausgewiesen; in einzelnen Quellen können mehrere C-Dur-Fugen beziehungsweise Fassungen erscheinen.
- Fuge in a-Moll, in Bach Digital als Anna Amalia zugeschriebenes Stück greifbar.
- Weitere Fugen und Kirchenmusikstücke, in älteren Berichten erwähnt. Eine vollständige kritische Erfassung erfordert den Abgleich mit der Amalien-Bibliothek, RISM und den Katalogen von Eitner, Blechschmidt, Wutta und Debuch.
Kammermusik und Sonaten
- Sonate in F-Dur für Flöte und Basso continuo, heute die bekannteste instrumentale Komposition Anna Amalias und in modernen Noten- und Aufführungszusammenhängen häufig vertreten. Sie ist von möglichen gleichartigen Sonaten anderer Anna-Amalia-Namensformen zu unterscheiden.
- Flöten- beziehungsweise Violinsonate mit Basso continuo, in älteren biographischen Werkangaben genannt. Die Besetzungsvariante zeigt, dass das Werk in der Überlieferung nicht immer einheitlich bezeichnet wird.
- Triosonate in D-Dur, in der Neuen Deutschen Biographie als weiteres Werk genannt. Sie gehört zu den wichtigsten kammermusikalischen Nachweisen außerhalb der Fugen- und Choralgruppe.
- Sonaten in C-Dur, F-Dur, G-Dur, g-Moll, e-Moll und B-Dur, in Konvoluten der Amalien-Bibliothek beziehungsweise in Bach-Digital-Zusammenhängen nachweisbar, jedoch nicht durchgehend als Kompositionen Anna Amalias zu behandeln. Viele Stücke in der Sammlung sind anonym oder stammen von anderen Komponisten.
- Sonata 1, Sonata 2 da colla tromba, Sonata 3 affectuoso, Sonata 4, frühes Übungs- oder Erinnerungsheft aus dem Jahr 1735 mit Bezug auf Anna Amalia. Diese Quelle belegt frühes musikalisches Material im Umfeld ihrer Ausbildung, nicht automatisch eigene Autorschaft.
Märsche und höfische Instrumentalmusik
- Vier Regimentsmärsche, für Streicher beziehungsweise in älterer Ausgabe von G. Lenzewski senior 1927 herausgegeben. Die Märsche gehören zu den in älteren Werkverzeichnissen genannten Instrumentalwerken.
- Marsch in Es-Dur, in Bach Digital im Umfeld der Amalien-Bibliothek als einzelner Quellenbestand sichtbar. Ob einzelne Märsche der Amalien-Bibliothek jeweils von Anna Amalia selbst stammen oder aus ihrem Besitz überliefert sind, ist im Einzelfall zu prüfen.
- Weitere höfische Instrumentalstücke, darunter Allemanden, Menuette, Präludien und kleinere Klavierstücke in der Amalien-Bibliothek. Diese Stücke belegen vor allem den Repertoire- und Sammelzusammenhang.
Klavier-, Cembalo- und Orgelstücke
- Präludium in e-Moll, in Quellenzusammenhängen der Amalien-Bibliothek greifbar; als Repertoirehinweis auf die klavier- und orgelnahe Praxis zu behandeln.
- Allemande in a-Moll, innerhalb eines Amalien-Bibliothek-Konvoluts nachgewiesen; Zuschreibung und Bezug zu Bach-Werkverzeichnissen sind quellenkritisch zu prüfen.
- Allegro in c-Moll, in Bach-Digital-Kontexten sichtbar; nicht ohne weitere Prüfung als gesichertes Werk Anna Amalias anzusetzen.
- Allegro in As-Dur, in der Amalien-Bibliothek überliefert; als Quellenbestand zu nennen.
- Vivace in a-Moll, in der Amalien-Bibliothek überliefert; als Repertoire- und Quellenstück zu behandeln.
- Menuett in A-Dur, in Bach-Digital-Kontexten im Amalien-Bestand sichtbar; Zuschreibung offen.
- Orgelstücke, in zeitgenössischen und späteren Berichten erwähnt. Obwohl im Nachlass nicht durchgehend eindeutige Orgelkompositionen nachgewiesen sind, sprechen Berichte über ihre Fugen und Kirchenmusik für eine entsprechende kompositorische Praxis.
Werke in fremdem Auftrag, Widmungen und Repertoirebezug
- Carl Philipp Emanuel Bach: Sechs Sonaten für die Orgel, wahrscheinlich für Anna Amalia beziehungsweise unter Rücksicht auf ihre Orgelpraxis komponiert. Diese Sonaten sind nicht Werke Anna Amalias, aber für ihr musikalisches Profil und ihre Orgeln zentral.
- Carl Philipp Emanuel Bach: Sechs Sonaten fürs Clavier mit veränderten Reprisen, Anna Amalia gewidmet beziehungsweise mit ihr verbunden. Auch hier handelt es sich um Repertoirebezug, nicht um eigene Komposition.
- Werke Johann Philipp Kirnbergers, in ihrer Sammlung und in ihrem Unterrichtszusammenhang wichtig; sie dokumentieren die theoretische und kompositorische Richtung ihres Kreises.
- Werke Johann Sebastian Bachs, zentrale Sammlungs- und Pflegeobjekte der Amalien-Bibliothek. Sie sind nicht als eigene Werke zu behandeln, aber für die kulturhistorische Bedeutung Anna Amalias entscheidend.
Sammlung als kulturgeschichtliches Werk
- Amalien-Bibliothek, Musikaliensammlung Anna Amalias mit Handschriften, Abschriften und Drucken älterer und zeitgenössischer Musik. Die Sammlung ist keine Komposition, aber ihre wichtigste dauerhafte kulturelle Leistung.
- Bach-Bestände der Amalien-Bibliothek, darunter Abschriften und Quellen zu Johann Sebastian Bach und Carl Philipp Emanuel Bach. Sie wurden für die Bach-Rezeption in Berlin und die spätere Bach-Renaissance bedeutsam.
- Bestände zu Händel, Palestrina, Hasse und den Graun-Brüdern, Teil des älteren und konservativ geprägten Repertoireinteresses Anna Amalias.
- Konvolute mit „Allerhand Musicalien“, in Bach Digital dokumentierte Sammelhandschriften aus dem Umfeld der Amalien-Bibliothek; sie enthalten Werke verschiedener Komponisten, anonyme Stücke und einzelne Anna Amalia zugeschriebene Fugen.
Abzugrenzende Zuschreibungen
- Anna Amalia von Sachsen-Weimar-Eisenach, 1739–1807, darf nicht mit Anna Amalia von Preußen verwechselt werden. Werke wie Erwin und Elmire gehören zur Weimarer Herzogin, nicht zur preußischen Prinzessin.
- Anonyme Stücke der Amalien-Bibliothek dürfen nicht automatisch Anna Amalia zugeschrieben werden. Besitz, Abschrift und Autorschaft sind streng zu unterscheiden.
- Werke C. P. E. Bachs und Kirnbergers können Anna Amalia gewidmet, für sie bestimmt oder in ihrer Sammlung überliefert sein, bleiben aber Werke der jeweiligen Komponisten.
- Moderne Notenportale führen einzelne Werke unterschiedlich. Für wissenschaftliche Zwecke sind RISM, Bach Digital, Blechschmidt, Wutta, Debuch und Spezialliteratur heranzuziehen.
Wirkung und Rezeption
Anna Amalias Wirkung wurde lange ambivalent beurteilt. Als Komponistin galt sie manchen älteren Autoren als tüchtig, aber nicht genial. Solche Urteile spiegeln einerseits den tatsächlichen Abstand zu den großen Berufskomponisten ihrer Zeit, andererseits aber auch die herabsetzende Bewertung weiblicher und adliger Liebhaberkompositionen. Eine angemessene Würdigung muss ihr Werk im Kontext von Hof, Unterricht, Geschlecht, Sammlung und Musikpflege betrachten.
Ihre eigentliche historische Wirkung liegt in der Amalien-Bibliothek. Diese Sammlung wurde nach ihrem Tod zum wichtigen Bestandteil der Berliner Musiküberlieferung. Sie bewahrte ältere Musik in einer Zeit, in der viele solche Quellen nicht mehr selbstverständlich aufgeführt oder gesammelt wurden. Für die Bach-Pflege in Berlin, die Sing-Akademie und die spätere Wahrnehmung Johann Sebastian Bachs war diese Traditionslinie bedeutsam.
Die neuere Forschung interessiert sich stärker für Anna Amalia als Musikerin, Sammlerin und Frau im höfischen Musiksystem. Das Sophie Drinker Institut, MUGI, Musikland Sachsen-Anhalt, Bach Digital, RISM und Spezialstudien zu Kirnberger, C. P. E. Bach, den Migendt-Marx-Orgeln und der Amalien-Bibliothek haben ihr Profil geschärft. Heute erscheint sie weniger als bloße Schwester Friedrichs des Großen, sondern als eigenständige Musikakteurin des Berliner 18. Jahrhunderts.
Sekundärliteratur
- Behrens, Stefan / Pape, Uwe: Die Orgel der Prinzessin Anna Amalia von Preußen in der Kirche Zur frohen Botschaft in Berlin-Karlshorst. Berlin 1991. Spezialstudie zur Orgel Anna Amalias und ihrer instrumentengeschichtlichen Bedeutung.
- Berg, Darrell M.: C. P. E. Bach’s Organ Sonatas: A Musical Offering for Princess Amalia?. In: Journal of the American Musicological Society 51, 1999. Grundlegend für die Beziehung zwischen C. P. E. Bachs Orgelsonaten und Anna Amalias Orgelsituation.
- Berg, Darrell M.: Die Orgelsonaten C. P. E. Bachs. In: Carl Philipp Emanuel Bach – Musik für Europa. Frankfurt an der Oder 1998. Wichtig für C. P. E. Bach, Anna Amalia und die orgelpraktische Dimension.
- Blechschmidt, Eva Renate: Die Amalien-Bibliothek. Musikbibliothek der Prinzessin Anna Amalia von Preußen (1723–1787). Historische Einordnung und Katalog mit Hinweisen auf die Schreiber der Handschriften. Berlin 1965. Grundlegender Katalog der Sammlung.
- Bose, Fritz: Anna Amalie von Preußen und Johann Philipp Kirnberger. Bemerkungen zu drei Briefen der Prinzessin aus der Autographensammlung des Instituts für Musikforschung Berlin. In: Die Musikforschung 10, 1957. Wichtig für den Briefwechsel und die theoretische Beziehung zu Kirnberger.
- Dadelsen, Georg von: Anna Amalia. In: Neue Deutsche Biographie, Bd. 1. Berlin 1953. Kurzer biographischer Standardartikel mit Angaben zu Quedlinburg, Kirnberger, Werken und Amalien-Bibliothek.
- Debuch, Tobias: Anna Amalia von Preußen (1723–1787). Prinzessin und Musikerin. Berlin 2001. Zentrale moderne Monographie zu Leben, Werk, Sammlung und musikalischer Praxis.
- Eitner, Robert: Katalog der Musikalien-Sammlung des Joachimsthalschen Gymnasiums zu Berlin. Berlin 1884. Früher Katalog der Sammlung, wichtig für die Vorgeschichte der Amalien-Bibliothek in der Staatsbibliothek.
- Herold, Anja: Anna Amalia, Prinzessin von Preußen. Sophie Drinker Institut. Online-Fachartikel zu Biographie, Ausbildung, Kirnberger, Orgeln, Kompositionen und Sammlung.
- Krabbe, Wolfgang: Anna Amalia von Preußen. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart. Fachlexikalische Einordnung der Komponistin und Sammlerin.
- Rost, Martin: Die Orgeln der Anna Amalia von Preussen von Migendt und Marx. In: Carl Philipp Emanuel Bach – Musik für Europa. Frankfurt an der Oder 1998. Spezialbeitrag zur Orgelgeschichte.
- Roster, Danielle: „… Aber die Musik ist immer meine größte Leidenschaft gewesen“. Über die Musikalität Friedrichs des Großen und seiner Schwestern Wilhelmine und Anna Amalie. In: Clarino 6, 1991. Kontextualisiert Anna Amalia mit Friedrich II. und Wilhelmine.
- Sachs, Curt: Prinzessin Amalie von Preußen als Musikerin. In: Hohenzollern-Jahrbuch, 1910. Frühe musikhistorische Würdigung.
- Wutta, Eva Renate: Quellen der Bachtradition in der Berliner Amalien-Bibliothek. Tutzing 1989. Spezialstudie zur Bach-Überlieferung der Sammlung.
Ausgewählte Onlinequellen
- Bach Digital: Berliner Amalien-Bibliothek, Konvolut „Allerhand Musicalien“ Quellenansicht mit Stücken aus der Amalien-Bibliothek, darunter Anna Amalia zugeschriebene Fugen und weitere Werke aus ihrem Sammlungszusammenhang.
- Bach Digital: Frühes Sonatenheft aus dem Besitz Anna Amalias Quellennachweis zu einem frühen Sonatenheft mit Provenienz Anna Amalia, Amalien-Bibliothek, Joachimsthalsches Gymnasium und Staatsbibliothek zu Berlin.
- Deutsche Biographie: Anna Amalia Biographischer Standardartikel mit Angaben zu Quedlinburg, Kirnberger, Kompositionen, Amalien-Bibliothek und Berliner Bach-Pflege; bei Datumsangaben quellenkritisch mit neueren Fachseiten abgleichen.
- Deutsche Nationalbibliothek: Anna Amalia von Preußen GND-Normdatensatz zur bibliothekarischen Identifikation der preußischen Prinzessin und Äbtissin.
- femalecomposers.org: Anna Amalie von Preußen Englischsprachiger Kurzartikel zu Leben, Quedlinburger Amt, Komposition und musikalischem Nachlass.
- IMSLP: Anna Amalie von Preußen Noten- und Werkseite mit Hinweisen zu frei zugänglichen Partituren, Werkgruppen und zur Abgrenzung von Anna Amalia von Sachsen-Weimar-Eisenach.
- Klassika: Prinzessin Anna Amalia von Preußen Werkübersicht mit Gattungszuordnung, unter anderem zum Oratorium Der Tod Jesu.
- Musicalion: Prinzessin Anna Amalia von Preußen Notenportal mit kurzen biographischen Angaben und einzelnen verfügbaren Noten zu Anna Amalia.
- Musikland Sachsen-Anhalt: Anna Amalia, Prinzessin von Preußen Ausführlicher Onlineartikel zu Biographie, Quedlinburger Amt, musikalischer Bedeutung, Kirnberger, Orgeln und Berliner Musikkultur.
- RISM Online: Anna Amalia, Prinzessin von Preußen Internationaler Quellen- und Personendatensatz zur musikalischen Überlieferung Anna Amalias.
- Sophie Drinker Institut: Anna Amalia, Prinzessin von Preußen Ausführlicher Fachartikel zu Leben, Ausbildung, Instrumentalpraxis, Kirnberger, Orgeln, Kompositionen, Bach-Pflege und Literatur.
- VIAF: Anna Amalia von Preußen Internationaler Normdatenverbund zur Identifikation Anna Amalias in Bibliotheks- und Forschungsdatenbanken.
- ZKM: Anna Amalia, Prinzessin von Preußen Kurzer kulturgeschichtlicher Artikel zu Komposition, Äbtissinnenamt, Kirnberger, Bach-Pflege und Amalien-Bibliothek.
Weiterführende Einträge
- Amalien-Bibliothek Musikaliensammlung Anna Amalias von Preußen und wichtiger Überlieferungsort der Berliner Bach-Tradition.
- Anna Amalia von Preußen Preußische Prinzessin, Äbtissin von Quedlinburg, Komponistin, Organistin, Musikmäzenin und Sammlerin der Amalien-Bibliothek.
- Anna Amalia von Sachsen-Weimar-Eisenach Weimarer Herzogin und Komponistin, quellenkritisch von der preußischen Prinzessin Anna Amalia zu unterscheiden.
- Johann Sebastian Bach Komponist, dessen kontrapunktische Musik Anna Amalia und Kirnberger besonders pflegten und sammelten.
- Carl Philipp Emanuel Bach Komponist am preußischen Hof, dessen Orgelsonaten und Widmungswerke eng mit Anna Amalia verbunden sind.
- Bach-Rezeption Geschichte der Bewahrung, Deutung und Wiederentdeckung Bachs, in der die Amalien-Bibliothek eine wichtige Rolle spielt.
- Berlin Lebens- und Wirkungsort Anna Amalias sowie Zentrum der preußischen Hofmusik des 18. Jahrhunderts.
- Berliner Sing-Akademie Institution der Berliner Bach-Pflege, traditionsgeschichtlich mit Sammlungen wie der Amalien-Bibliothek verbunden.
- Cembalo Tasteninstrument im Umfeld von Anna Amalias Ausbildung, Hausmusik und Kirnberger-Unterricht.
- Choral Protestantische geistliche Liedform, die Anna Amalias Kompositions- und Sammlungskontext berührt.
- Empfindsamkeit Musikalisch-literarische Strömung des 18. Jahrhunderts, von der sich Anna Amalias konservative Bach-Pflege teilweise absetzte.
- Flöte Instrument des preußischen Hofes, besonders durch Friedrich II. geprägt und auch in Anna Amalias Ausbildung präsent.
- Friedrich II. von Preußen Bruder Anna Amalias, Flötist, Komponist, König von Preußen und wichtige frühe musikalische Bezugsperson.
- Friedrich Wilhelm I. von Preußen Vater Anna Amalias und prägender Herrscher des militärisch-nüchternen preußischen Hofmilieus.
- Fuge Kontrapunktische Satzform, die in Anna Amalias Kirnberger-Schule und eigenen Kompositionen zentral ist.
- Carl Heinrich Graun Berliner Hofkomponist und Schöpfer einer berühmten Vertonung von Ramlers Der Tod Jesu, quellenkritischer Vergleichspunkt zu Anna Amalias Werk.
- Georg Friedrich Händel Komponist, dessen Werke in Anna Amalias Sammlung bewahrt und geschätzt wurden.
- Hausorgel Privates Orgelinstrument, das bei Anna Amalia eine ungewöhnlich wichtige Rolle spielte.
- Hohenzollern Dynastie Anna Amalias und Friedrichs des Großen.
- Johann Philipp Kirnberger Bach-Schüler, Musiktheoretiker, Hofmusiker Anna Amalias und ihr wichtigster Lehrer im strengen Satz.
- Klavier Zentrales Instrument Anna Amalias, auf dem sie im höfischen Rahmen auftrat und übte.
- Komponistin Weibliche musikalische Autorschaft, bei Anna Amalia zwischen Hofpraxis, Sammlung, Unterricht und geistlicher Musik zu verorten.
- Kontrapunkt Mehrstimmige Satzkunst, die Anna Amalia unter Kirnberger studierte und in Fugen und geistlichen Werken anwendete.
- Mäzenatentum Förderung von Musik, Instrumenten, Musikern und Sammlungen, die Anna Amalias kulturelle Rolle wesentlich bestimmt.
- Peter Migendt Berliner Orgelbauer, der an Anna Amalias Hausorgel beteiligt war.
- Musikaliensammlung Sammlung von Notendrucken, Handschriften und Abschriften, bei Anna Amalia kulturgeschichtlich zentral.
- Musikbibliothek Bibliotheksform, die bei Anna Amalia als Amalien-Bibliothek hohe musikgeschichtliche Bedeutung erhielt.
- Orgel Instrument, dem Anna Amalia seit den 1750er Jahren besondere Aufmerksamkeit widmete.
- Giovanni Pierluigi da Palestrina Renaissancekomponist, dessen Werke in Anna Amalias konservativ geprägtem Sammlungshorizont standen.
- Preußische Hofmusik Musikalisches Umfeld Friedrichs II., Carl Philipp Emanuel Bachs, Kirnbergers und Anna Amalias.
- Quedlinburg Stadt und Stiftsort, dessen Äbtissin Anna Amalia von Preußen seit 1755 war.
- Karl Wilhelm Ramler Dichter von Der Tod Jesu, dessen Text Anna Amalia vertonte.
- Salon Geselligkeits- und Konzertform, die Anna Amalias Berliner Musikleben prägte.
- Sophie Dorothea von Hannover Mutter Anna Amalias und Königin in Preußen.
- Stift Quedlinburg Freiweltliches Damenstift, dessen Äbtissinnenamt Anna Amalia Rang und Einkommen verschaffte.
- Ulrike von Preußen Schwester Anna Amalias, mit der sie in jungen Jahren musikalischen Unterricht erhielt.
- Violine Instrument, das Anna Amalia übte, wenn auch weniger intensiv als Klavier und Orgel.
- Wilhelmine von Bayreuth Ältere Schwester Anna Amalias, Komponistin und Markgräfin, wichtig für weibliche Hohenzollern-Musikkultur.
- Carl Friedrich Zelter Berliner Musiker und Leiter der Sing-Akademie, wichtig für die spätere Bach-Pflege in Berlin.