Paul Angerer

* 16. Mai 1927 in Wien; † 26. Juli 2017 ebenda. Österreichischer Bratschist, Komponist, Dirigent, Kapellmeister, Ausbildner, Interpret, Radiomoderator und Gründer des Concilium musicum Wien.

Überblick

Paul Angerer, vollständig Paul Leopold Ferdinand Angerer, war eine ungewöhnlich vielseitige Gestalt der österreichischen Musik nach 1945. Er war Bratschist, Dirigent, Komponist, Kapellmeister, Lehrer, Radiomoderator und Ensemblegründer. Seine Laufbahn verbindet Neue Musik, österreichische Theaterpraxis, Orchesterleitung, historische Aufführungspraxis, Radiokultur und die Wiederentdeckung vergessener Werke der Barock-, Klassik- und Frühromantikzeit.

Angerer begann als Geiger, Pianist und Organist, wurde Bratschist bei den Wiener Symphonikern, spielte im Tonhalle-Orchester Zürich und im Orchestre de la Suisse Romande, war später Solobratschist der Wiener Symphoniker und wandte sich dann verstärkt dem Dirigieren zu. Er leitete das Kammerorchester der Wiener Konzerthausgesellschaft beziehungsweise das Wiener Kammerorchester, war an Theatern in Bonn und Ulm tätig, übernahm die Opernleitung am Salzburger Landestheater und führte das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim. 1982 gründete er mit seinem Sohn Christoph Angerer das Concilium musicum Wien.

Als Komponist hinterließ Angerer ein sehr umfangreiches Œuvre. Die Musikdatenbank mica – music austria verzeichnet 276 Werke. Dazu gehören Kammermusik, Orchesterwerke, Solostücke, geistliche Musik, Oratorien, Bühnenmusik, Musical, TV-Oper, Fernsehpantomime, Bearbeitungen, Instrumentationen und Werke für historische Instrumente. Besonders prägend sind die Viola, die Viola d’amore, Bläser- und Streicherkammermusik, Orgelmusik und ein handwerklich klarer, instrumentennaher Satz, der deutlich unter dem Eindruck Paul Hindemiths steht, aber in vielen späteren Werken eine eigene, oft humorvolle und historisch reflektierte Sprache ausbildet.

Kurzdaten

Name Paul Angerer.
Vollständiger Name Paul Leopold Ferdinand Angerer.
Geboren 16. Mai 1927 in Wien.
Gestorben 26. Juli 2017 in Wien.
Beruf Bratschist, Komponist, Dirigent, Kapellmeister, Interpret, Ausbildner, Radiomoderator, Ensemblegründer, Bearbeiter, Orchesterleiter und Vertreter österreichischer Musik des 20. und frühen 21. Jahrhunderts.
Instrumente Viola, Violine, Klavier, Orgel, Cembalo, Blockflöte und Viola d’amore; in der öffentlichen Wirkung besonders Bratsche, Viola d’amore und Dirigieren.
Ausbildung Wiener Konservatorium und Akademie für Musik und darstellende Kunst; Violine, Klavier, Musiktheorie, Komposition und Dirigieren unter anderem bei Friedrich Reidinger, Alfred Uhl und Hans Swarowsky.
Wichtige Stationen Wiener Symphoniker, Tonhalle-Orchester Zürich, Orchestre de la Suisse Romande, Wiener Kammerorchester, Theater Bonn, Theater Ulm, Salzburger Landestheater, Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim, Concilium musicum Wien, ORF und Radio Stephansdom.
Hauptfelder Kammermusik, Orchesterwerke, Sololiteratur, geistliche Musik, Bühnenmusik, Musiktheater, Bearbeitungen, historische Aufführungspraxis, Radiomoderation und Repertoirevermittlung.
Werke mica – music austria verzeichnet 276 Werke; darunter Musik für Viola allein, Concert pour la Jeunesse, Die Paßkontrolle, Hotel Comedie, Ire in orbem, Missa Seitenstettensis, Geraser Orgelmesse, HiLaRaTiO, Octangulum und zahlreiche Bearbeitungen.
Datei angerer-paul.shtml

Name, Herkunft und Datierung

Die sichtbare Lemmaform lautet Paul Angerer. Für die alphabetische Ordnung des Kulturlexikons gilt Angerer, Paul; die Dateibezeichnung lautet entsprechend angerer-paul.shtml. Der vollständige Name Paul Leopold Ferdinand Angerer wird in Norm- und Fachquellen geführt und ist für die JSON-LD-Personendaten aufgenommen.

Angerer wurde am 16. Mai 1927 in Wien geboren und starb am 26. Juli 2017 ebenfalls in Wien. Die Fragezeichenform, die in einzelnen lexikalischen Kontexten beim Sterbeort auftaucht, betrifft nicht das Todesdatum selbst, sondern die bibliographische Vorsicht älterer Datensätze. Für diesen Eintrag wird Wien als Sterbeort angesetzt, weil mica und spätere Nachrufe ihn entsprechend führen.

Die Familie Angerer ist im österreichischen Musikleben mehrfach vertreten. Besonders wichtig ist der Sohn Christoph Angerer, Bratschist, Viola-d’amore-Spieler und Mitgründer des Concilium musicum Wien. Dadurch entsteht eine musikalische Familientradition, die vom modernen Bratschen- und Kompositionsprofil Paul Angerers zur historischen Aufführungspraxis und zur Pflege des Wiener und österreichischen Repertoires führt.

Biographischer Verlauf

Paul Angerer erhielt bereits als Kind Unterricht in Violine und Klavier. Nach den Angaben des Österreichischen Musiklexikons begann der erste Violinunterricht im Alter von fünf Jahren bei seinem Großvater Carl Denk; ein Jahr später folgte Klavierunterricht. Schon während der Volksschulzeit wirkte er autodidaktisch als Organist und später auch als Chorleiter. Früh kamen private Geigenstunden hinzu, später Unterricht bei Franz Bruckbauer am Wiener Konservatorium. Diese frühe Mehrfachpraxis erklärt, warum Angerer später nicht in einer einzigen Musikerrolle aufging.

Die Kriegsjahre unterbrachen die Ausbildung. 1944 wurde Angerer eingezogen, geriet in Gefangenschaft und kehrte nach Wien zurück. Danach vollendete er seine Studien. Er beschäftigte sich mit Klavier, Orgel, Violine, Viola, Komposition, Musiktheorie und Dirigieren. Wichtige Lehrer waren Friedrich Reidinger, Alfred Uhl und Hans Swarowsky. Damit steht er in einer Wiener Ausbildungswelt, in der instrumentale Praxis, Satztechnik, Dirigierschule und Theatererfahrung eng verbunden waren.

1946 spielte Angerer als Geiger im Brucknerorchester Linz, 1947 als Bratschist bei den Wiener Symphonikern. 1948 führte ihn der Weg in die Schweiz, zunächst an das Tonhalle-Orchester Zürich, dann zum Orchestre de la Suisse Romande unter Ernest Ansermet. Diese frühen Orchesterjahre waren für sein späteres Komponieren bedeutsam, weil er die Klangmöglichkeiten von Streichern, Bläsern und Kammerbesetzungen aus praktischer Erfahrung kannte.

Von 1953 bis 1957 war Angerer Solobratschist der Wiener Symphoniker. Die Bratsche wurde für ihn nicht nur ein Instrument, sondern ein kompositorischer Ausgangspunkt. Werke wie Musik für Bratsche und Klavier, Partita in e-moll, Musik für Viola allein, Ruminatio, Konzerte für Viola und Besetzungen mit Viola d’amore zeigen, dass die mittlere Klanglage, die Mischfarbe und die kammermusikalische Vermittlungsfunktion der Bratsche seine musikalische Vorstellung prägten.

Ab der zweiten Hälfte der 1950er Jahre trat Angerer immer stärker als Dirigent hervor. Von 1956 bis 1963 leitete er das Kammerorchester der Wiener Konzerthausgesellschaft beziehungsweise das Wiener Kammerorchester. Danach folgten Kapellmeister- und Leitungspositionen in Bonn und Ulm, von 1967 bis 1972 die Opernleitung am Salzburger Landestheater und von 1971 bis 1981 die Leitung des Südwestdeutschen Kammerorchesters Pforzheim. Diese Stationen zeigen einen Musiker, der zwischen Konzertsaal, Operngraben, Theater und Kammerorchester arbeitete.

1982 gründete er gemeinsam mit seinem Sohn Christoph Angerer das Concilium musicum Wien. Das Ensemble wurde zunächst gegründet, um Werke des 18. Jahrhunderts aufzuführen, erweiterte sein Repertoire aber bald auf österreichischen Barock, Haydn, Mozart, deren Umfeld, Wiener Tanzmusik und selten gespielte Werke vergessener Komponisten. Es spielte auf historisch-originalen beziehungsweise authentischen Instrumenten aus der Entstehungszeit der Werke. Damit wurde Angerer auch zu einer wichtigen Figur der historischen Aufführungspraxis in Österreich.

Von 1982 bis 1992 hatte Angerer einen Lehrauftrag an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Zugleich war er als Radiomoderator präsent. Von 1984 bis 2001 moderierte er beim ORF die Sendung Pasticcio; später gestaltete er bei Radio Stephansdom beziehungsweise Radio Klassik Stephansdom die Sendung Capriccio. Diese Vermittlungsarbeit gehört zu seinem öffentlichen Profil: Angerer war nicht nur praktischer Musiker und Komponist, sondern auch Erzähler, Erklärer, Sammler und Vermittler musikalischer Erfahrung.

Paul Angerer starb am 26. Juli 2017 in Wien nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 90 Jahren. Sein Nachleben beruht auf Kompositionen, Aufnahmen, Rundfunkarbeit, Schüler- und Ensembletraditionen sowie der fortgesetzten Tätigkeit des Concilium musicum Wien.

Ausführlicher Kulturüberblick

Paul Angerer gehört zu jener Generation österreichischer Musiker, deren künstlerische Biographie durch Krieg, Nachkriegsaufbau, Rundfunk, Theater, Kammerorchester, neue Musik und spätere historische Aufführungspraxis geprägt wurde. Er war kein Komponist im engen Spezialistentypus. Sein Werk entstand aus der Praxis: aus der Erfahrung des Bratschisten, des Dirigenten, des Kapellmeisters, des Theatermusikers, des Bearbeiters, des Radiomoderators und des Ensembleleiters.

Die Nachkriegszeit in Österreich verlangte musikalische Vielseitigkeit. Orchester mussten neu organisiert, Theater wieder bespielt, Rundfunkprogramme gestaltet und moderne Werke neben klassischem Repertoire vermittelt werden. Angerer bewegte sich in all diesen Bereichen. Seine frühen Werke stehen noch deutlich unter dem Eindruck einer strengen, instrumentennahen Satzkunst. Der Hinweis auf Hindemith ist dabei nicht äußerlich. Wie bei Hindemith spielen instrumentale Funktion, lineare Klarheit, kontrapunktischer Satz, Gebrauchsmusikgedanke und die Nähe zu Kammerbesetzungen eine wichtige Rolle.

Gleichzeitig blieb Angerer nicht bei einer abstrakten Moderne stehen. Viele spätere Werke zeigen historische Neugier, Humor, Titelspiel, lateinische Wendungen, barocke und klassizistische Reminiszenzen, ungewöhnliche Besetzungen und ein starkes Interesse an Instrumenten, die nicht im Zentrum des modernen Symphonieorchesters stehen. Werke für Viola d’amore, Viola da gamba, Traversflöte, Blockflöte, Hackbrett, Cembalo, Naturhorn oder Parforcehorn zeigen seine Nähe zur historischen Klangwelt.

Als Dirigent und Gründer des Concilium musicum Wien steht Angerer zugleich für eine österreichische Form der Wiederentdeckungskultur. Nicht nur bekannte Meister wie Joseph Haydn, Johann Michael Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart wurden gepflegt, sondern auch vergessene Komponisten des 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Damit gehört Angerer zur Kulturgeschichte jener Ensembles, die Archive nicht nur als Forschungsorte, sondern als klingende Repertoirequellen verstanden.

Die Radiotätigkeit ergänzt dieses Profil. Sendungen wie Pasticcio und Capriccio verbinden Gespräch, Erinnerung, Anekdote, Musikwissen, Auswahl und kulturelle Vermittlung. Angerer war damit auch ein Musiker des gesprochenen Wortes. Seine öffentliche Wirkung beruhte nicht allein auf Partituren, sondern auf dem Erzählen über Musik, auf Programmgestaltung und auf einer Autorität, die aus langer Praxis kam.

Bratsche, Viola d’amore und instrumentale Identität

Die Bratsche ist für Angerers Werk zentral. Sie steht zwischen Violine und Violoncello, zwischen melodischer Führung und harmonischer Vermittlung. Gerade diese mittlere Lage entsprach Angerers kompositorischem Denken. Er bevorzugte häufig Besetzungen, in denen die Instrumente nicht hierarchisch, sondern dialogisch miteinander umgehen.

Frühe Werke wie Partita in e-moll für Viola und Klavier, Musik für Bratsche und Klavier, Musik für Viola allein, Ruminatio oder das Konzert für Viola und Orchester zeigen den Bratscher als Komponisten für sein eigenes Instrument. Später tritt die Viola d’amore hinzu, besonders im Zusammenhang mit Christoph Angerer und historischer Aufführungspraxis. Werke wie HiLaRaTiO, Trifolium octangulum und Octangulum machen die Viola d’amore zu einem späten klanglichen Zentrum.

Dirigieren, Theater und Kammerorchester

Angerers Dirigentenlaufbahn führte von Wien über Bonn, Ulm, Salzburg und Pforzheim zurück nach Wien. Sie zeigt ein breites Berufsbild: Kammerorchesterleiter, Theaterkapellmeister, Opernchef, Gastdirigent und Ensemblegründer. Besonders prägend waren das Wiener Kammerorchester, das Salzburger Landestheater und das Südwestdeutsche Kammerorchester Pforzheim.

Das Theater spielte in seinem Werk eine große Rolle. Bühnenmusiken zu Stücken von Shakespeare, Grillparzer, Nestroy, Hofmannsthal, Calderón, Raimund, Suppé und anderen zeigen einen Musiker, der auf Szenen, Sprache, Tempo, Zwischenmusiken und dramatische Situationen reagieren konnte. Die TV-Oper Die Paßkontrolle, die Fernsehpantomime Das verräterische Herz und das Musical Hotel Comedie erweitern diesen Bereich in Richtung Medien- und Unterhaltungstheater.

Concilium musicum Wien und historische Aufführungspraxis

Das Concilium musicum Wien wurde 1982 von Paul und Christoph Angerer gegründet. Das Ensemble widmete sich zunächst der Musik des 18. Jahrhunderts, später auch österreichischem Barock, Haydn, Mozart, Wiener Tanzmusik, selten gespielten Klassikern und vergessenen Komponisten. Damit steht es in der Geschichte der historischen Aufführungspraxis, aber mit spezifisch österreichischem Schwerpunkt.

Angerer war dabei nicht nur Dirigent, sondern auch Repertoireforscher, Bearbeiter und Vermittler. Die Programme des Ensembles brachten Musik aus Archiven zum Klingen, kombinierten bekannte Namen mit unbekannteren Zeitgenossen und nutzten historische Instrumente. Für das österreichische Musikleben war dies bedeutsam, weil es einen erweiterten Begriff des klassischen Repertoires etablierte: nicht nur Kanon, sondern Umfeld, Nebenwege, vergessene Namen und regionale Klanggeschichte.

Radio, Vermittlung und musikalische Öffentlichkeit

Paul Angerers Radiotätigkeit gehört zu seinem kulturellen Profil. Von 1984 bis 2001 moderierte er im ORF die Sendung Pasticcio, später bei Radio Stephansdom die Sendung Capriccio. Diese Titel sind programmatisch: Beide verweisen auf Mischung, geistvolle Zusammenstellung, musikalische Erzählung und die Verbindung von Wissen und persönlichem Ton.

Das Radio machte Angerer zu einer Stimme musikalischer Erfahrung. Er konnte als Interpret, Dirigent und Komponist über Musik sprechen, nicht nur über sie schreiben. Diese Vermittlungsform ist für die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts wesentlich. Viele Hörerinnen und Hörer begegneten Musik nicht zuerst im Konzertsaal, sondern im Rundfunk. Angerer nutzte dieses Medium, um Repertoire, Anekdote, Bildung und Klangbeispiel miteinander zu verbinden.

Stil, Hindemith-Nachwirkung und kompositorisches Profil

Angerers Kompositionsstil wurde früh mit Paul Hindemith in Verbindung gebracht. Gemeint ist damit nicht bloße Nachahmung, sondern eine Haltung: Musik wird vom Instrument her gedacht, die Satztechnik bleibt durchsichtig, kontrapunktische Arbeit ist zentral, Kammermusik besitzt hohes Gewicht, und Gebrauchszusammenhänge werden nicht als minderwertig betrachtet.

Die frühen Werke der 1940er und 1950er Jahre zeigen strenge Formen, prägnante Besetzungen, Orgel- und Klavierstücke, Streicherwerke, Konzerte und geistliche Vokalmusik. In den 1960er und 1970er Jahren treten Bühnenmusik, größere Kammerensembles, musikalisches Theater und eine stärker szenisch-praktische Seite hervor. Späte Werke seit den 1980er Jahren verbinden historische Instrumente, Bearbeitungskunst, Spielwitz, lateinische Titel und eine oft archaisierende oder historisch ironische Klangwelt.

Angerers Musik ist daher nicht durch eine einzelne Stilformel zu erfassen. Sie ist handwerklich, instrumentennah, theaterpraktisch, historisch neugierig und häufig vom konkreten Anlass bestimmt. Das macht sie für die Kulturgeschichte besonders interessant, weil sie nicht im Gegensatz von Avantgarde und Tradition aufgeht, sondern zwischen Gegenwartsmusik, Gebrauchsmusik, historischer Aufführungspraxis und österreichischer Repertoirepflege vermittelt.

Werkverzeichnis

Die Musikdatenbank mica – music austria verzeichnet 276 Werke Paul Angerers. Das folgende Werkverzeichnis bietet ein umfangreiches, nach Gattungen gegliedertes Arbeitsverzeichnis der gesicherten und öffentlich greifbaren Werkbereiche. Für Einzelmetadaten wie exakte Dauer, Unterbesetzung, Verlagssignatur, Aufführungsmaterial, Fassung und Bearbeitungsstatus ist zusätzlich das vollständige mica-Werkverzeichnis sowie der Doblinger-Katalog heranzuziehen.

Solowerke für Klavier, Orgel, Cembalo und einzelne Instrumente

  • Passacaglia in g-moll für Klavier, 1944.
  • Toccata in G-Dur für Klavier, 1944.
  • Fünf Fugen für Klavier, 1944.
  • Sonate in F-Dur für Klavier, 1944.
  • Sonatine in D für Klavier, 1944.
  • Präludium und Fuge in f-moll für Klavier, 1944.
  • Variationen über ein Thema von Joseph Haydn für Klavier, 1944.
  • Der du bist drei in Einigkeit, Choralphantasie für Orgel, 1944.
  • Gib Fried, o frommer, treuer Gott, Choralvorspiel für Orgel, 1944.
  • Variationen über ein Thema von Wolfgang Amadeus Mozart für Klavier zu vier Händen, 1945.
  • Resurrectio, Musica sacra pro organo, 1946.
  • Musica pro organo, 1946.
  • Flügelaltar, Musica pro Organo III nach Herbert Boeckl, 1946.
  • Praeambulum in drei Teilen und Fuge für Orgel, 1946.
  • Vier Orgelpfeifen stellen sich vor, 1946.
  • Annexus musicae cum ratione für Klavier vierhändig, 1946.
  • Schlagstück für Klavier vierhändig, 1946.
  • Pastorale, 1951.
  • Progressio für Klavier, 1952.
  • Sempre legato für Klavier, 1953.
  • Vier Praeambeln für Orgel, 1953.
  • Praeludium und Fuge Halapé für Orgel, 1954.
  • Stimmungen, fünf Klavierstücke, 1955.
  • Fünf Toccaten für Cembalo, 1957.
  • Praeambulum und Fuge für Orgelpositiv, 1960.
  • Stadium Veronicae, sechs Stücke für Harfe solo, 1971.
  • La Nostalgia, Walzer-Paraphrase, 1977.
  • Minutatim, 1978.
  • Una mesata, 1985.
  • Choralvariationen „Christ ist erstanden“ für Orgel, 1995.
  • Stimt frölich an ein newen Thon, Opus Gotwicense für einen Orgelspieler und eine Registrantin, 1996.

Kammermusik, Duos, Trios, Quartette und kleinere Ensembles

  • Partita in e-moll für Viola und Klavier, 1944.
  • Musik für Bratsche und Klavier, 1945.
  • Sonate in A für Violine und Klavier, 1945.
  • Musik für Streichinstrumente I, 1945.
  • Musik für Streichinstrumente II, 1946.
  • Trio für Oboe, Viola und Fagott, 1946.
  • Abend für Bariton, zwei Blockflöten, Laute und Violoncello, Text: Andreas Gryphius, 1946.
  • Tod aus Ritter, Tod und Teufel von Paula von Preradović für Bariton, zwei Violen und Violoncello, 1946.
  • Musik für Oboe und Streichinstrumente, 1947.
  • Musik für Streichinstrumente IV, 1947.
  • Musik für Streichinstrumente V, Trio für Violine, Viola und Violoncello, 1947.
  • Sextett für Flöte, Trompete, Fagott, Violine, Viola und Kontrabass, 1947.
  • Kammermusik für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott, 1947.
  • Musik für Fagott, Streichinstrumente und Klavier, 1948.
  • Konzert für zwölf Instrumente, Klavier und Pauken, 1948.
  • Musik für Trompete, Streichinstrumente und Klavier, 1949.
  • Musik für Violoncello allein, 1949.
  • Duo für Viola und Violoncello, 1949.
  • Musique pour alto et contrebasse, 1949.
  • Divertissement pour flûte, hautbois et basson, 1949.
  • Triptychon, drei Gesänge für Bariton, 1949.
  • Musik für Streichinstrumente VII, Trio für zwei Violen und Kontrabass, 1950.
  • Konzert für Viola und Blechblasinstrumente, 1950.
  • Konzert für Cembalo und sechs Blasinstrumente, 1950.
  • Abendlied eines Bauernmanns für Bariton und Streichinstrumente, 1950.
  • Rectus motus für Streichtrio, 1951.
  • Konzertantes Quartett für Oboe, Horn, Viola und Fagott, 1951.
  • Serenata für Violine, Viola, Horn und Fagott, 1951.
  • Quatuor à cordes, 1951.
  • Flötenmusik für Altblockflöte und Cembalo, 1951.
  • Duo für Violine und Viola, 1951.
  • Oktett für Klarinette, Horn, Fagott, zwei Violinen, Viola, Violoncello und Kontrabass, 1951.
  • Certamen musicum für Flöte und Horn, 1951.
  • Sextett für Oboe, Englischhorn, Trompete, Horn und zwei Fagotte, 1951.
  • Duo für Altblockflöte und Viola, 1952.
  • Varia Vestis, Streichquintett, 1952.
  • Trio für Altblockflöte, Viola d’amore und Laute, 1953–1955.
  • Trio für Oboe, Horn und Fagott, 1953.
  • Ruminatio für Viola und Klavier, 1953.
  • Hornquartett, 1953.
  • Toccata für zwei Altblockflöten und Cembalo, 1953.
  • Tänze für drei Geigen, 1953.
  • Musica exanimata, 1954.
  • Musica trifida, Spielmusik III für zwei Altblockflöten und Tenorblockflöte, 1954.
  • Wie lieblich ist der Mai, Spielmusik II, 1954.
  • Invocatio für Violine, Violoncello und Klavier, 1954.
  • Tänze für Geige und Klavier, 1955.
  • Conference entre deux violoncelles, Fassung für Kammerbesetzung, 1956.
  • Quintett für Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott, 1956.
  • Etüde, technische und musikalische Etüde für Violine und Klavier, 1956.
  • Tre Poemi per Angelo für Trompete, Horn und zwei Posaunen, 1957.
  • Gloriato, 1957.
  • Trio für Violine, Blockflöte und Gitarre, 1961.
  • Chanson Gaillarde für Oboe oder Violine, Violoncello oder Fagott und Cembalo oder Klavier, 1963.
  • Cogitatio, Kammermusik für neun Soloinstrumente, 1964.
  • Quartett I für Altblockflöte, Viola da gamba, Gitarre und Schlagzeug, 1971.
  • Trio I Bruchstücke für Flöte, Oboe und Violoncello, 1971.
  • Trio II Floskeln für Violine, Violoncello und Klavier, 1973.
  • Trio III Syngrapha für Violine, Viola und Violoncello, 1975.
  • Conjunctio für Violine und Harfe, 1975.
  • Il promesso, 1976.
  • Oblectatio vespertina, 1970, sowie Fassung für Posaune und Harfe, 1998.
  • Quicquam, 1977.
  • Luctus et gaudium, 1977 und 1980.
  • Exercitium canonicum, vier kanonische Stücke für zwei Violen, 1980.
  • Vier Inventionen von Johann Sebastian Bach, gesetzt für Violine und Viola, 1980.
  • Colloquio concertante per flauto, oboe, violino, viola e violoncello, 1982.
  • Obolus, 1983.
  • Trifolium octangulum für Viola d’amore, Hackbrett und Violoncello, 1983.
  • Tubilustrium, Übung im Blasen für Tuba und Klavier, 1985.
  • Quartett für neun Blockflöten, 1986.
  • Oculus für Blechbläserquintett, 1986.
  • Riverenza da Vienna a L’Aquila für Traversflöte, Violine, Viola d’amore, Fagott, Kontrabass und zwei Naturhörner, 1986.
  • HiLaRaTiO für Viola d’amore, Traversflöte, Violine und Kontrabass, 1987.
  • Blechsalat für drei Trompeten und drei Posaunen, 1989.
  • Quadriga per quattro tromboni, 1990.
  • Alp(horn)träume, 1993.
  • Sinfonia, Wiegenlied und Tanz für Viola d’amore, Violine und Kontrabass oder Violoncello, 1993.
  • Alp(horn)traum, Rhapsodie für Alphorn in F und zwei Naturhörner, 1994.
  • Zwei Stücke für tiefes Horn und Klavier, 1996.
  • quartilatus medium et facile, vier Stücke für Horn und Klavier, 1996.
  • Drei Stücke für drei Hörner I, 1996.
  • Drei Stücke für drei Hörner II, 1996.
  • Drei Stücke für drei Hörner III, 1996.
  • Vier Stücke für Horn und Klavier, 1996.
  • Musica pro cornuario profundo für Horn und Klavier, 1996.
  • Fetzig für Horn und Klavier, 1996.
  • quatuor capitibus, drei Stücke für vier Hörner, 1996.
  • Ein Thema – drei Stücke für Horn und Klavier, 1996.
  • Terz, Quart und Quint, drei Stücke für zwei Hörner, 1996.
  • Wettstreit zwischen Dur und Moll für zwei Violen d’amore, 1997.
  • Octangulum für Viola d’amore und Klavier, 1999.
  • Connexio, 1999.

Orchesterwerke, Konzerte und Werke mit Soloinstrument

  • Sinfonia I für Orgel, Streicher, Bläser und Pauken, 1945.
  • Orchesterwerk I, 1946.
  • Orchesterwerk II, 1947.
  • Sinfonia III für Streicher und Bläser, 1947.
  • Konzert für Viola, Streicher und Bläser, 1947.
  • Musik für Viola allein, 1948.
  • Musik für Orchester, 1950.
  • Musik für 15 Streichinstrumente, 1950.
  • Musik für Streichinstrumente VIII für Streichorchester, 1950.
  • Musik für Streichinstrumente IX, 1950.
  • Gradatio für Orchester, 1951.
  • Sinfonia in A für Orchester, 1951.
  • Responsorium für Englischhorn und Streicher, 1951.
  • Liberatio für Violine und Kammerorchester, 1952.
  • Musik für Klavier und Streicher, 1953.
  • Musica ad impulsum et pulsum, 1955.
  • Concert pour la Jeunesse für Orchester, 1956.
  • Conference entre deux violoncelles avec accompagnement d’orchestre de chambre, 1956.
  • Musica fera für Orchester, 1956.
  • Konzert oder Sonnerie für Cembalo, Streicher und Schlagzeug, 1956.
  • Gloriatio für Kontrabass und Kammerorchester, 1957.
  • Fünf Gesänge aus Ungarische Volksmusik von Zoltán Kodály, Bearbeitung für mittlere Stimme und Orchester, 1957.
  • Konzert für Viola und Orchester oder Kammerorchester, 1962.
  • Konzert für Viola da gamba, Streicher und Schlagzeug, 1962.
  • Konzert für zwei Altblockflöten und Kammerorchester, 1962.
  • Inklination der Ariadne des Monteverdi für Orchester, 1967.
  • Musica articolata für 13 Bläser, 1970.
  • Recordatio für 14 Streicher, 1972.
  • Ire in orbem für Streichorchester, 1975.
  • Quicquam für Streichers Kontrabass und Streicher, 1977.
  • Sechs Fugen über den Namen BACH von Robert Schumann, Bearbeitung für Streichorchester, 1978.
  • Vier Lieder ohne Worte von Felix Mendelssohn Bartholdy, Bearbeitung für Altposaune und Streicher, 1979.
  • Sechs Epigramme von Zoltán Kodály, gesetzt für Englischhorn und Streicher, 1979.
  • Musica conquisita pro fidicina et cordarum sonus, Musik für Harfe und Streichorchester, 1981.
  • Musica exanimata für Violoncello und Kammerorchester, 1983.
  • Angerer-Marsch für Blasorchester, 1986.
  • Eisenbahn-Marsch für Blasorchester, 1987.
  • Fünf Lieder für Stimme und Streichorchester, 1998.
  • Fünf Weihnachtslieder nach alten Motiven aus Böhmen, Frankreich, Katalanien, Neapel und Dänemark für Sopran und Streichorchester, 1999.
  • Hirten wachen im Feld, 1999.
  • Mariä Wiegenlied von Max Reger, Bearbeitung für Sopran und Streichorchester, 1999.
  • Wiegenlied von Johannes Brahms, Bearbeitung für Sopran und Streichorchester, 1999.

Geistliche Musik, Chorwerke und Vokalmusik

  • Missa pro coro a cappella, 1946.
  • Trostpsalm auf den Bringer der heiligen Unrast, Text: Paula von Preradović, 1946.
  • Chorbuch, 1946–1951.
  • Musica religiosa, 1947.
  • Messe für dreistimmigen Chor, Instrumente und Orgel, 1947.
  • Trost der Philosophie, 1947.
  • Auf meinen lieben Gott, 1948.
  • Die Versuchung Jesu, 1949.
  • Wen der Himmel retten will, dem gibt er die Liebe, Oratorium nach Lao-Tse, 1949.
  • Von den Spatzen, 1949.
  • Zwei Lieder für Mezzosopran, 1949.
  • ... der werfe den ersten Stein!, 1950.
  • Der jüngste Tag, 1951.
  • Geistliches Liederbuch für eine Singstimme und Klavier oder Violine, Viola und Violoncello, 1952.
  • Morgengebet, 1953.
  • Agamemnon muß sterben, 1954 und 1955.
  • Legende von Oedipus, 1956.
  • Die Vogelscheuche für dreistimmigen Knabenchor a cappella, 1956.
  • Kantate für die Zehnjahrfeier des Pestalozzidorfes, 1956.
  • Gedicht 13.5.1941, 1962.
  • Fünf Chansons, 1964.
  • Die heilige Jungfrau für Sopran und Klavier, 1965.
  • Einsame Träume, Rilke-Variationen für Sopran, Bariton und Kammerorchester, 1965.
  • Vier Chansons zur Ballettfassung der Ariadne, 1969.
  • Kantate zur Eröffnung der Fritz-Erler-Schule, 1976.
  • Vier Chöre aus der lateinischen Komödie Henno für Chor und Instrumente, 1982.
  • Kanon-Sammlung für Chor und Instrumente ad libitum, 1988–2003.
  • Fünf lateinische Sinnsprüche für Männerchor, 1990.
  • Missa Seitenstettensis, deutsche Messe für Kantor, Chor, acht Blechbläser, Pauken und Orgel, 1987.
  • Communio für Sopran und Orgel, 1995.
  • Geraser Orgelmesse für Kantor, Chor und Orgel, 1995.
  • Flügelschlag, 1999.

Bühnenmusik, Musiktheater, Fernseh- und Radiowerke

  • Ei du feiner Reiter, Spielmusik I, Variationen für vier Stimmen über ein Thema von Samuel Scheidt, 1954.
  • Das verräterische Herz, Fernsehpantomime, 1958.
  • Die Paßkontrolle, TV-Oper, 1958.
  • Pinocchio, 1958.
  • Moisasurs Zauberfluch, 1960.
  • Was ihr wollt, Bühnenmusik, 1960.
  • Drei Narrenlieder aus William Shakespeares Was ihr wollt für Bariton und Klavier, 1960.
  • Das goldene Vliess, 1960.
  • Der Bauer als Millionär, 1961 und weitere Fassung 1966.
  • Der Widerspenstigen Zähmung, 1961.
  • Die unheilbringende Krone, 1961.
  • Der Talisman, 1962.
  • Der Richter von Zalamea, 1962.
  • Ein Wintermärchen, 1962.
  • Der Verschwender, 1963.
  • Stella, 1963.
  • Schnee, 1963.
  • Das Welttheater, 1963.
  • Des Meeres und der Liebe Wellen, 1963.
  • Gyges und sein Ring, 1963.
  • Nach Damaskus, 1964.
  • Fräulein Julie, 1964.
  • Christinas Heimreise, 1964.
  • Die lustigen Weiber von Windsor, 1964.
  • König Ottokars Glück und Ende, 1965.
  • Viel Lärm um nichts, 1966.
  • Wie es euch gefällt, 1967.
  • Die schöne Galathée von Franz von Suppé, Neufassung, 1967.
  • Der tolle Tag, 1968.
  • Jedermann, 1969.
  • Don Gil von den grünen Hosen, 1969.
  • Der arme Jonathan von Karl Millöcker, textliche und musikalische Neufassung, 1969.
  • Der Alpenkönig und der Menschenfeind, 1969.
  • Armer alter Fritz, 1969.
  • Königin Christine, 1970.
  • Hotel Comedie, Musical nach Motiven von Carlo Goldonis La Locandiera von Werner Schneyder, 1970.
  • Höllenangst, Bühnenmusik, 1983.
  • Der Teufel auf Erden von Franz von Suppé, textliche und musikalische Neufassung, 1984.
  • Das Narrenschiff, Schauspiel mit Musik, 1996.
  • Der Music-Narr aus 100 ausbündige Narren von Abraham a Sancta Clara, 1989.
  • Was uns widerfährt, Wienerische Kommentare zu Marc Aurels Selbstbetrachtungen, 1997.

Bearbeitungen, Ergänzungen und historische Repertoirearbeit

  • Suite a-moll op. 103a von Max Reger, Bearbeitung für Solovioline und Streicher.
  • Kunst der Fuge von Johann Sebastian Bach, Instrumentation für Streicher, Oboe, Fagott, Klarinette und Bassklarinette, 1978.
  • Sechs Pièces aus Jeux d’enfants von Georges Bizet, Instrumentation für Streicher, 1978.
  • Fünf Choralvorspiele aus op. 122 von Johannes Brahms, Instrumentation für Streicher, 1977.
  • Sechs Fugen über den Namen BACH von Robert Schumann, Bearbeitung für Streichorchester, 1978.
  • Vier Lieder ohne Worte von Felix Mendelssohn Bartholdy, Bearbeitung für Altposaune und Streicher, 1979.
  • Sechs Epigramme von Zoltán Kodály, gesetzt für Englischhorn und Streicher, 1979.
  • Drei Gesänge von Metastasio von Franz Schubert, gesetzt für Bariton und Streicher, 1981.
  • Adagio in C-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart, Ergänzung, 1995.
  • Allegro in B-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart, Ergänzung und Transposition nach A-Dur, 1991.
  • Cantate „Die ihr des unermesslichen Weltall’s ...“ von Wolfgang Amadeus Mozart, gesetzt für Tenor und Streicher, 1992.
  • Andante sostenuto von Franz Schubert, Ergänzung, 1997.
  • Arie aus Metastasios „Didone abbandonata“ von Franz Schubert, Bearbeitung für Sopran und Streichquartett, 1997.
  • Vier Canzonen von Franz Schubert, Bearbeitung für Sopran und Streichquartett, 1997.
  • Valses nobles von Franz Schubert, Bearbeitung für Orchester, 1997.
  • Champagner-Knall-Galopp von Joseph Lanner, Bearbeitung für Orchester, 1997.
  • Demolirer-Polka von Johann Strauß, 1998.
  • Drei Lieder ohne Worte von Felix Mendelssohn Bartholdy, Bearbeitung für Posaune und Harfe, 1998.
  • Mariä Wiegenlied von Max Reger, Bearbeitung für Sopran und Streichorchester, 1999.
  • Wiegenlied von Johannes Brahms, Bearbeitung für Sopran und Streichorchester, 1999.
  • Fünf Weihnachtslieder nach alten europäischen Motiven, 1999.

Späte Gelegenheits-, Bläser- und Spezialwerke

  • Paul Angerers Bach-händel, 1984.
  • Angerer-Marsch für Blasorchester, 1986.
  • Eisenbahn-Marsch für Blasorchester, 1987.
  • Fanfare für Luis Durnwalder, 1998.
  • Fanfare für den Südtiroler Jagdverband, 1998.
  • Tiroler Messe für vier Parforcehörner, 1998.
  • Demolirer-Polka, 1998.
  • Hirten wachen im Feld, 1999.
  • Fünf Weihnachtslieder, 1999.

Zusammenfassung des Werkprofils

  • Kammermusik: besonders stark durch Bratsche, Viola d’amore, Bläser, historische Instrumente, Streicher und ungewöhnliche Kleinbesetzungen geprägt.
  • Orchester und Konzerte: mehrere Werke für Streichorchester, Kammerorchester, Soloinstrumente mit Orchester und Bläserbesetzungen.
  • Geistliche Musik: Messen, Orgelwerke, Chorwerke, Kantaten und geistliche Lieder.
  • Bühnenmusik: umfangreicher Komplex für Burgtheater, Salzburger Festspiele, Bregenzer Festspiele, Fernsehen und Theater.
  • Bearbeitungen: ein zentrales Feld der historischen Repertoirearbeit, besonders im Umfeld des Concilium musicum Wien.

Auszeichnungen und Ehrungen

  • 1953: Österreichischer Staatspreis für Musik für Musik für Viola allein.
  • 1954: Erster Preis beim Internationalen Orgelwettbewerb in Haarlem.
  • 1959: Erster Preis beim Salzburger Opernwettbewerb für Die lustigen Weiber von Windsor.
  • 1977: Verleihung des Berufstitels Professor.
  • 1983: Preis der Stadt Wien für Musik.
  • 1987: Musikalischer Würdigungspreis des Landes Niederösterreich.
  • 1987: Anerkennungspreis des Forum Marchfeld für den Eisenbahn-Marsch.
  • 1994: Preis des Landes Niederösterreich für Mozartforschung.
  • 1998: Johann-Nestroy-Ring der Stadt Wien.
  • 2002: Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse.

Überlieferung, Drucke, Aufnahmen und Quellenlage

Paul Angerers Werk ist durch mehrere Quellentypen überliefert. Die wichtigste elektronische Grundlage ist die Musikdatenbank mica – music austria, die 276 Werke verzeichnet und biographische Daten, Tätigkeiten, Auszeichnungen, Auftraggeber und Literatur nennt. Der Doblinger-Katalog erschließt einen wichtigen Teil der verlegten Werke und nennt Bestellnummern, Besetzungen, Jahreszahlen und Aufführungsmaterial. Universal Edition führt einzelne Bearbeitungen, besonders im Zusammenhang mit Zoltán Kodály.

Hinzu kommen Tonträger und Rundfunkdokumente. Angerer war als Dirigent und Interpret auf zahlreichen Schallplatten und CDs präsent. Seine Arbeit mit dem Concilium musicum Wien ist für die Klangüberlieferung besonders wichtig, weil dort Aufführungen von bekannten und vergessenen Werken österreichischer Musikgeschichte dokumentiert wurden. Rundfunk- und Fernseharbeit erweitern die Quellenlage um ein mediengeschichtliches Feld.

Für die biographische Forschung sind das Österreichische Musiklexikon, Austria-Forum, mica, ORF-Nachrufe, Die Presse, Bibliothek der Provinz, DNB, Klassika und die Webseiten des Concilium musicum Wien besonders nützlich. Bei der Werkzählung ist zu beachten, dass einzelne Bearbeitungen, Fassungen, Bühnenmusiken und Gelegenheitswerke unterschiedliche Katalogstatus haben können. Ein wissenschaftliches thematisches Werkverzeichnis müsste daher zwischen Originalwerk, Bearbeitung, Neufassung, Bühnenmusik, Auftragswerk, Sendemusik und Aufführungsmaterial unterscheiden.

Wirkung und Nachleben

Paul Angerers Nachleben liegt in mehreren Feldern. Als Bratschist und Komponist erweiterte er das moderne Repertoire für Viola und verwandte Instrumente. Als Dirigent prägte er Kammerorchester, Theater- und Opernbetrieb. Als Gründer des Concilium musicum Wien trug er zur historischen Aufführungspraxis und zur Wiederentdeckung österreichischer Musik des 18. und 19. Jahrhunderts bei. Als Radiomoderator vermittelte er Musik einer breiteren Öffentlichkeit.

Seine Bedeutung lässt sich daher nicht nur an einzelnen Werken messen. Sie liegt in der Verbindung von praktischer Musikalität, handwerklicher Komposition, archivalischer Neugier, Interpretation, Humor, Erfahrung und Vermittlung. Er war ein Musiker, der die Grenze zwischen Komponieren, Spielen, Dirigieren, Erzählen und Wiederentdecken nicht streng zog.

Für das Kulturlexikon ist Angerer besonders wichtig, weil er mehrere große Linien österreichischer Kulturgeschichte bündelt: Wiener Ausbildung, Nachkriegsmusik, Hindemith-Rezeption, Theatermusik, Radio, historische Instrumente, Haydn- und Mozart-Umfeld, Viola d’amore und bürgerlich-institutionelle Musikpflege bis ins frühe 21. Jahrhundert.

Sekundärliteratur

  • Brosche, Günter, Redaktion: Musikalische Dokumentation Paul Angerer. Konzert und Ausstellung, Hoboken-Saal der Musiksammlung der Österreichischen Nationalbibliothek, Wien, 1988.
  • Dobner, Walter: Paul Angerer – Eine Portraitskizze. In: Dokumentationsheft zu Paul Angerer, Österreichische Nationalbibliothek, Wien, 1988.
  • Goertz, Harald, Hrsg.: Angerer, Paul. In: Österreichische Komponisten der Gegenwart. Wien: Doblinger, 1979.
  • Goertz, Harald; Österreichischer Musikrat, Hrsg.: Angerer, Paul. In: Österreichische Komponisten unserer Zeit, Beiträge der Österreichischen Gesellschaft für Musik, Band 9. Kassel u. a.: Bärenreiter, 1994.
  • Günther, Bernhard, Hrsg.: Angerer, Paul. In: Lexikon zeitgenössischer Musik aus Österreich: Komponisten und Komponistinnen des 20. Jahrhunderts. Wien: Music Information Center Austria, 1997, S. 251–258.
  • Klein, Rudolf: Stilbeschreibung zu Paul Angerer. In: Österreichische Musikzeitschrift, 11, 1956, Heft 5, S. 195.
  • Österreichische Nationalbibliothek: Paul Angerer – Werkverzeichnis. In: Musikalische Dokumentation Paul Angerer, Wien, 1988.
  • Paul Angerer: Mein musikalisches Leben – ein Capriccio. Wien: Bibliothek der Provinz beziehungsweise verwandte Verlags- und Radiokontexte.
  • Radioklassik Stephansdom / Wiener Dom-Verlag: Paul Angerer liest Geschichten aus meinem musikalischen Leben. CD, Wien, 2010.
  • mica – music austria: Biographie, Werkverzeichnis und Quellenangaben zu Paul Angerer.

Ausgewählte Onlinequellen

Weiterführende Einträge

  • Christoph Angerer Bratschist, Viola-d’amore-Spieler und Mitgründer des Concilium musicum Wien mit seinem Vater Paul Angerer.
  • Paul Angerer Dieser Eintrag behandelt den österreichischen Bratschisten, Dirigenten, Komponisten und Radiomoderator.
  • Brucknerorchester Linz Frühe Orchesterstation Angerers unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg.
  • Bratsche Instrumentales Zentrum von Angerers früher Laufbahn und vieler Kompositionen.
  • Cembalo Historisches Tasteninstrument, das in Angerers Werk und Aufführungspraxis mehrfach begegnet.
  • Concilium musicum Wien Von Paul und Christoph Angerer gegründetes Ensemble für historische Instrumente und österreichische Repertoireentdeckungen.
  • Dirigent Berufsrolle, die Angerers Tätigkeit mit Kammerorchester, Theater und Oper verbindet.
  • Doblinger Musikverlag Wichtiger österreichischer Verlag zahlreicher Werke Paul Angerers.
  • Johann Michael Haydn Komponist, dessen Repertoire im Umfeld des Concilium musicum Wien besondere Bedeutung besitzt.
  • Joseph Haydn Zentraler Komponist der österreichischen Klassik und wichtiger Repertoireschwerpunkt des Concilium musicum Wien.
  • Paul Hindemith Komponist, dessen instrumentennahes, handwerkliches Denken Angerers frühe Kompositionssprache beeinflusste.
  • Historische Aufführungspraxis Praxisfeld, in dem Angerer durch das Concilium musicum Wien nachhaltig wirkte.
  • Kammermusik Zentrale Gattung in Angerers umfangreichem Werkverzeichnis.
  • Kapellmeister Theater- und Orchesterberuf, der Angerers Arbeit in Bonn, Ulm, Salzburg und Wien beschreibt.
  • mica – music austria Zentrale österreichische Musikdatenbank mit biographischem Eintrag und umfassendem Werkverzeichnis zu Angerer.
  • Wolfgang Amadeus Mozart Komponist, dessen Werk und Umfeld im Concilium musicum Wien und in Angerers Bearbeitungen wichtig sind.
  • Neue Musik Kompositionsgeschichtlicher Kontext von Angerers frühen und mittleren Werken.
  • Orchestre de la Suisse Romande Schweizer Orchesterstation Angerers ab 1949.
  • ORF Österreichischer Rundfunk, für den Angerer als Moderator und Komponist tätig war.
  • Pasticcio ORF-Sendung, die Angerer viele Jahre moderierte; zugleich musikhistorischer Begriff der Mischung.
  • Radio Stephansdom Wiener Radiosender, bei dem Angerer seine Sendung Capriccio gestaltete.
  • Friedrich Reidinger Lehrer Angerers in Musiktheorie und Komposition.
  • Salzburger Landestheater Opernhaus, an dem Angerer als Opernchef und Kapellmeister wirkte.
  • Hans Swarowsky Dirigierlehrer Angerers und zentrale Figur der Wiener Dirigierschule.
  • Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim Kammerorchester, das Angerer von 1971 bis 1981 leitete.
  • Alfred Uhl Kompositionslehrer Angerers und wichtiger österreichischer Komponist des 20. Jahrhunderts.
  • Viola d’amore Historisches Streichinstrument, das in Angerers spätem Werk und im Concilium-Umfeld besondere Bedeutung erhält.
  • Wien Geburts-, Ausbildungs-, Wirkungs- und Sterbeort Paul Angerers.
  • Wiener Kammerorchester Kammerorchester, das Angerer in seiner frühen Dirigentenlaufbahn leitete.
  • Wiener Symphoniker Orchester, in dem Angerer als Bratschist und später als Solobratschist wirkte.