John Amner
Überblick
John Amner war ein englischer Komponist, Organist, Informator choristarum und Geistlicher der frühen Stuart-Zeit. Er wurde am 24. August 1579 in Ely getauft und am 28. Juli 1641 ebenda begraben. Sein Leben ist ungewöhnlich eng mit der Kathedrale von Ely verbunden: Er stammte aus dem dortigen Umfeld, wirkte dort seit 1610 als Master of the Choristers beziehungsweise Informator choristarum und gehörte später auch als Geistlicher und Minor Canon zur Kathedralinstitution.
Amner ist kein Komponist eines sehr großen überlieferten Œuvres, aber ein wichtiger Vertreter der englischen Kirchen- und Consortmusik um 1600. Sein Hauptdruck, Sacred Hymnes of 3. 4. 5. and 6. parts for Voyces and Vyols, erschien 1615 in London. Dieser Druck steht an der Schnittstelle von geistlicher Andacht, häuslichem Musizieren, englischer Madrigal- und Consorttradition, liturgisch gefärbter Kirchenmusik und höfisch-patronaler Kultur der Regierungszeit Jakobs I.
Seine Musik umfasst geistliche Hymnen, Consort Anthems, einfache und kunstvollere Anthems, Services, Preces, Canticles, ein Pavan- und Galliard-Paar für Violen sowie Orgelvariationen über O Lord in thee is all my trust. Besonders bekannt sind heute O ye little flock, My Lord is hence removed and laid, A stranger here, I will sing unto the Lord, Sing, O heav’ns, Hear, O Lord und der sogenannte Cesar’s Service. Mehrere dieser Stücke wurden durch moderne Editionen, Aufnahmen des Ely Cathedral Choir und neue Einspielungen mit Fretwork und den Dublin Consort Singers wieder zugänglich.
Amners Rang liegt weniger in monumentaler Wirkung als in der feinen Verbindung von Kathedraldienst, privater Andacht, englischer Textdeklamation und Consortklang. Seine Sacred Hymnes zeigen, wie sich geistliche Dichtung, mehrstimmiger Vokalsatz, Viol Consort, häusliche Frömmigkeit und die Nachwirkung elisabethanisch-jakobäischer Madrigalkultur verbinden konnten. Damit ist er eine wichtige, lange unterschätzte Figur der englischen Musik zwischen Renaissance und Frühbarock.
Kurzdaten
| Name | John Amner. |
|---|---|
| Weitere Namensformen | Iohn Amner, Johannes Amner, John Amner of Ely und John Amner, Bachelor of Musique. |
| Dateiname | amner-john.shtml. |
| Geburt | Getauft am 24. August 1579 in Ely, Cambridgeshire; ein genaues Geburtsdatum ist nicht gesichert. |
| Tod | 1641 in Ely; beerdigt am 28. Juli 1641 an beziehungsweise bei der Kathedrale von Ely. |
| Beruf | Komponist, Organist, Informator choristarum, Master of the Choristers, Geistlicher, Diakon, Minor Canon und Kirchenmusiker. |
| Hauptwirkungsort | Ely Cathedral, Cambridgeshire. |
| Amt an Ely Cathedral | Seit 1610 Informator choristarum beziehungsweise Master of the Choristers und Organist; Amtszeit bis 1641. |
| Geistlicher Status | Nach dem Oxford-Abschluss auch im geistlichen Dienst der Kathedrale; später ordiniert, Diakon und Minor Canon. |
| Akademische Grade | Bachelor of Music, Oxford, 1613; in Cambridge 1640 inkorporiert beziehungsweise ebenfalls als Mus.B. geführt. |
| Patronage | Unterstützung durch den Earl of Bath beim Oxford-Abschluss; in der neueren Forschung wird Patronage als wichtiger Faktor seiner Laufbahn hervorgehoben. |
| Hauptdruck | Sacred Hymnes of 3. 4. 5. and 6. parts for Voyces and Vyols, London 1615. |
| Werkfelder | Sacred Hymns, Consort Anthems, Full Anthems, Verse Anthems, Services, Preces, Canticles, Viol Consort Music und Orgelvariationen. |
| Bekannte Stücke | O ye little flock, A stranger here, My Lord is hence removed and laid, Sing, O heav’ns, Hear, O Lord, I will sing unto the Lord, Remember not, Lord, our offences, Cesar’s Service und Organ Variations on O Lord in thee is all my trust. |
| Besondere Bedeutung | Amner verbindet Ely Cathedral, jakobäische Hausandacht, geistliche Consortmusik, englische Textvertonung und die Tradition von Voices and Viols zu einem kleinen, aber eigenständigen Œuvre. |
Namensformen und Quellenlage
Die Hauptform lautet John Amner. In zeitgenössischen Drucken begegnet die ältere Schreibweise Iohn Amner. Der Titel des Drucks von 1615 nennt ihn als Iohn Amner Bachelor of Musique und verweist zugleich auf seine Verbindung zur Kirche von Ely. Lateinisierte oder bibliographische Formen wie Johannes Amner sind in Katalogen möglich, haben aber gegenüber der englischen Form keine Priorität.
Die biographischen Eckdaten sind verhältnismäßig gut gesichert, weil sie in Kathedral-, Universitäts- und Musiklexikonquellen zusammenlaufen. Amner wurde am 24. August 1579 in Ely getauft; er starb 1641 und wurde am 28. Juli in Ely begraben. Die Formulierung „getauft“ ist wichtig, weil das exakte Geburtsdatum nicht erhalten ist. In Kulturlexikon-Metadaten kann das Taufdatum als nächster sicherer Lebensanfang verwendet werden, sollte aber im sichtbaren Text nicht fälschlich als Geburtsdatum bezeichnet werden.
Auch die Amtsbezeichnungen verlangen Genauigkeit. Informator choristarum, Master of the Choristers und Organist beschreiben miteinander verbundene, aber nicht völlig identische Funktionen. Amner war für die musikalische Unterweisung der Chorknaben, die Pflege des liturgischen Repertoires, die Orgelpraxis und später auch für geistliche Aufgaben eingebunden. Seine Stellung als Minor Canon zeigt, dass er nicht nur Musiker, sondern Teil des Klerus der Kathedrale war.
Die Werküberlieferung ist zweigeteilt. Einerseits liegt mit den Sacred Hymnes von 1615 ein gedruckter, klar fassbarer Werkkomplex vor. Andererseits sind Services, Anthems, Preces, Canticles, Orgelvariationen und Consortstücke in Handschriften, modernen Editionen, Kathedralkatalogen und Aufnahmen verstreut. Ein vollständiges Werkverzeichnis muss deshalb Druck, Handschrift, moderne Edition und Aufnahmeüberlieferung getrennt behandeln.
Leben und kirchliche Laufbahn
John Amner wurde 1579 in Ely getauft. Die Stadt und ihre Kathedrale waren für seine gesamte Laufbahn bestimmend. Schon vor seiner eigenen Anstellung war die Familie Amner mit Ely Cathedral verbunden; in der Forschung werden Michael und Ralph Amner als Angehörige beziehungsweise Verwandte im Kreis der Lay Clerks der Kathedrale genannt. John Amner wuchs also nicht als äußerer Bewerber in eine Kathedralwelt hinein, sondern kam aus einem lokalen, musikalisch-kirchlichen Milieu.
Für seine Ausbildung ist wahrscheinlich, dass er als Chorknabe beziehungsweise im kirchlichen Musikdienst von Ely geprägt wurde. Diese Form der Ausbildung war für englische Kathedralmusiker entscheidend. Sie vermittelte nicht nur Singen und Lesen, sondern tägliche liturgische Praxis, Psalmengesang, Anthems, Canticles, lateinische und englische Texte, Gehörbildung, Disziplin des Chordienstes und Umgang mit der Orgel.
1610 wurde Amner Informator choristarum beziehungsweise Master of the Choristers an Ely Cathedral. Damit trat er in die Nachfolge von George Barcroft und in eine Reihe von Organisten und Chorleitern, die das Musikleben der Kathedrale nach der Reformation prägten. Sein Amt umfasste die Ausbildung der Choristen und die musikalische Leitung innerhalb der Kathedralordnung. Die Kathedrale besaß in den ersten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts ein Instrument, das nach den erhaltenen Rechnungen mehrfach repariert, gereinigt und gestimmt wurde; Amner selbst erhielt 1635 eine Zahlung für seine Mithilfe beim Retuning der Orgel.
1613 erwarb Amner den Bachelor of Music in Oxford. Die Unterstützung durch den Earl of Bath zeigt, dass akademischer Grad und Patronage zusammenwirkten. Der Grad stärkte seinen Status als gelehrter Musiker. 1615 veröffentlichte er die Sacred Hymnes, seinen einzigen erhaltenen größeren Druck. Der Zeitpunkt ist biographisch plausibel: Erst das Kathedralamt, dann der Musikgrad, dann der öffentliche Druck.
Später wurde Amner ordiniert und in den geistlichen Dienst der Kathedrale eingebunden. Ab 1617 beziehungsweise 1618 erscheint er als Minor Canon beziehungsweise Vicarius. 1640 wurde er in Cambridge inkorporiert oder dort ebenfalls als Bachelor of Music anerkannt. 1641 starb er in Ely und wurde am 28. Juli begraben. Sein Tod fällt unmittelbar vor die Umbrüche des englischen Bürgerkriegs, der die Kathedralmusik und die Orgelpraxis vieler englischer Kirchen schwer treffen sollte.
Ausführlicher Kulturüberblick
John Amner steht in einer besonders empfindlichen Phase der englischen Musikgeschichte. Die große elisabethanische Generation mit William Byrd, Thomas Morley, Thomas Weelkes, John Wilbye und Orlando Gibbons hatte Madrigal, Consort Song, Keyboardmusik, Kirchenmusik und höfisch-häusliche Vokalkultur auf hohem Niveau ausgebildet. Amner gehört zur folgenden jakobäischen Generation, in der diese Traditionen weiterwirken, sich aber in veränderten religiösen und institutionellen Kontexten neu ordnen.
Die englische Kirchenmusik nach der Reformation stand unter besonderen Bedingungen. Das lateinische katholische Repertoire war nicht einfach verschwunden, aber die anglikanische Liturgie verlangte englische Texte, verständliche Deklamation und die Einbindung in den Book of Common Prayer. Komponisten der Kathedralen schrieben daher Services, Anthems, Preces, Responses und Canticles in englischer Sprache. Zugleich blieb die alte Mehrstimmigkeit als Kunstanspruch präsent.
Amner verband diese Kathedraltradition mit einer häuslich-privaten Form geistlicher Musik. Sein Druck von 1615 trägt den Titel Sacred Hymnes of 3. 4. 5. and 6. parts for Voyces and Vyols. Schon diese Formulierung ist kulturgeschichtlich aufschlussreich. Die Stücke sind nicht ausschließlich für die große Kirche bestimmt. Sie richten sich auch an gebildete Hausmusikkreise, in denen Stimmen und Violen zusammenwirkten. Der englische Haushalt, die private Andacht und das Consortspiel bilden einen zweiten Raum neben der Kathedrale.
Diese Mischung erklärt, warum die Sacred Hymnes einerseits geistlich sind, andererseits stilistisch oft an weltliche Madrigale, Canzonets und Consort Songs erinnern. Amner schreibt für fromme Texte, aber mit den Mitteln einer vokal-instrumentalen Kammermusik, die dem Geschmack der elisabethanisch-jakobäischen Musikkultur entspricht. Die Grenze zwischen weltlichem Madrigalstil und geistlicher Andacht ist in diesem Repertoire durchlässig.
Die Kathedrale von Ely war dabei kein bloßer Provinzort. Zwar stand London im Zentrum des Druck- und Hoflebens, doch Ely besaß eine alte liturgische und musikalische Tradition. Amners Musik zeigt, dass die englische Provinzialkathedrale eine eigene Kultur hervorbringen konnte: weniger spektakulär als die Chapel Royal, aber dauerhaft, lokal verwurzelt und mit hoher handwerklicher Qualität. Gerade dieser Aspekt ist für die heutige Wiederentdeckung Amners wichtig.
Ely Cathedral, Choramt und Orgelpraxis
Ely Cathedral war für Amner nicht nur Arbeitsplatz, sondern Lebensraum. Das Amt des Informator choristarum verband Unterricht, Leitung, Repertoirepflege und liturgische Verantwortung. Chorknaben mussten täglich singen, die Musik des Gottesdienstes beherrschen und auf eine Disziplin vorbereitet werden, die körperliche, musikalische und geistliche Anforderungen stellte. Der Informator war daher Lehrer, Musikerzieher, Kapellmeister und kirchlicher Funktionsträger zugleich.
Die Orgel spielte in diesem Zusammenhang eine doppelte Rolle. Sie begleitete und stützte den Gottesdienst, war aber auch ein Zeichen institutioneller Klangmacht. Ely besaß vor dem Bürgerkrieg ein Instrument, das nachweislich repariert, gereinigt und gestimmt wurde. Für 1635 ist Amners Mithilfe beim Retuning der Orgel ausdrücklich belegt. Solche Zahlungen sind kulturgeschichtlich wertvoll, weil sie die alltägliche technische Seite der Kathedralmusik sichtbar machen.
Amners Musik ist ohne diesen Raum kaum denkbar. Die Services und Anthems setzen die akustische Erfahrung eines englischen Chors, die Antiphonalität des Raumes, die Textverständlichkeit der Liturgie und die Erfahrung täglicher musikalischer Praxis voraus. Zugleich zeigen die Sacred Hymnes, dass ein Kathedralmusiker auch für private, halb-liturgische oder häusliche Andachtsräume schreiben konnte.
Sacred Hymnes von 1615
Die Sacred Hymnes of 3. 4. 5. and 6. parts for Voyces and Vyols von 1615 sind Amners wichtigster Druck. Das Werk wurde in London veröffentlicht und nennt Amner als Bachelor of Music. Es enthält 26 Stücke unterschiedlicher Besetzung und unterschiedlicher stilistischer Anlage. Die Sammlung reicht von dreistimmigen Sätzen über vier- und fünfstimmige Stücke bis zu sechsstimmigen Werken mit Violen.
Die moderne Stainer-&-Bell-Ausgabe macht die innere Vielfalt der Sammlung deutlich. Einige Stücke wirken liturgisch oder andachtsnah, während viele andere in Textbehandlung, Faktur und Stil an die weltliche englische Madrigal- und Canzonettradition erinnern. Diese Beobachtung ist entscheidend: Amner komponiert geistliche Musik mit den Mitteln einer weltlich geschulten vokal-instrumentalen Kultur.
Der Titel for Voyces and Vyols verweist auf eine Aufführungspraxis, in der Stimmen und Violen nicht getrennte Welten waren. Ein Viol Consort konnte Stimmen stützen, ersetzen, verdoppeln oder mit ihnen in einem häuslichen Andachtsraum zusammenwirken. Die Sammlung gehört deshalb nicht allein in die Kathedralmusik, sondern auch in die Geschichte des englischen Consort Song, der geistlichen Hausmusik und der privaten Frömmigkeit.
Mehrere Stücke sind als zusammengehörige mehrteilige Komplexe angelegt. O ye little flock umfasst mit Fear not und And they cry eine dreiteilige Folge; Saint Mary now wird durch At length to Christ und But he the God of love erweitert; Lo, how from heaven steht mit I bring you tiding zusammen; Thus sings that heavenly quire wird durch The heavens stood all amazed fortgesetzt. Diese Binnenstrukturen zeigen, dass Amner nicht nur Einzelstücke aneinanderreiht, sondern kleine geistliche Szenen und Textfolgen bildet.
Stil, Satztechnik und geistliche Hausmusik
Amners Stil ist durch klare Textdeklamation, kontrapunktische Handwerklichkeit, flexible Besetzungen und eine ausgeprägte Nähe zur englischen Madrigaltradition gekennzeichnet. Die geistlichen Texte werden nicht streng asketisch behandelt, sondern häufig affektiv, bildhaft und beweglich. Dadurch entsteht eine Musik, die zugleich fromm, kammermusikalisch und rhetorisch lebendig ist.
In den dreistimmigen Stücken zeigt sich eine besondere Knappheit und Durchhörbarkeit. Sätze wie Away with weak complainings, Distressed soul, Let false surmises perish, Love we in one consenting, O come thou spirit divinest und O love beseeming well arbeiten mit einer überschaubaren Stimmzahl, die häusliche Aufführung begünstigt. Diese Stücke können als geistliche Canzonets im weiteren Sinn verstanden werden.
Die vierstimmigen und fünfstimmigen Sätze erweitern den Klangraum. Sie erlauben dichtere Imitation, stärkere harmonische Färbung und eine größere Textplastik. In Remember not, Lord, our offences, Now doth the city remain solitary, I will sing unto the Lord oder Thus sings that heavenly quire wird Amner als Komponist sichtbar, der zwischen liturgischer Würde und madrigalischer Beweglichkeit vermitteln kann.
Die sechsstimmigen Werke mit Violen besitzen den stärksten Consortcharakter. Sie zeigen Amner in der Nähe des englischen Verse-Consort- und Consort-Anthem-Repertoires. Solche Werke sind nicht bloß Chorsätze mit optionaler Begleitung, sondern Klanggebilde, in denen instrumentale Linien und Stimmen gemeinsam einen geistlichen Raum erzeugen.
Die Orgelvariationen über O Lord in thee is all my trust zeigen eine andere Seite Amners. Sie stehen in der englischen Keyboardtradition und sind bemerkenswert, weil sie eine metrische Psalmweise variativ behandeln. Zusammen mit Pavan und Galliard für Violen deuten sie an, dass Amners instrumentales Schaffen breiter gewesen sein könnte, als die schmale Überlieferung heute erkennen lässt.
Werk- und Druckverzeichnis
Das folgende Verzeichnis fasst Amners erhaltene beziehungsweise gut nachgewiesene Werke nach Werkgruppen zusammen. Bei Amner ist zwischen dem gedruckten Bestand der Sacred Hymnes, den liturgischen Handschriften- und Kathedralwerken, den Consortstücken, den Orgelvariationen und modernen Aufnahme- beziehungsweise Editionsnachweisen zu unterscheiden.
Hauptdruck
- Sacred Hymnes of 3. 4. 5. and 6. parts for Voyces and Vyols, London 1615. Einziger großer gedruckter Werkkomplex Amners, veröffentlicht als Sammlung geistlicher Stücke für Stimmen und Violen, mit 26 Einzelnummern unterschiedlicher Besetzung.
Stücke aus den Sacred Hymnes von 1615
- A stranger here, sechsstimmig; geistliches Stück mit starker Exil- und Fremdlingsrhetorik.
- An Elegy in Memory of Master Thomas Hynson, sechsstimmig; Memorialstück für Thomas Hynson, wichtig für die Patronage- und Beziehungsgeschichte des Drucks.
- And they cry, Teil 3 von O ye little flock, sechsstimmig mit Violen; Abschluss einer mehrteiligen geistlichen Folge.
- At length to Christ, Teil 2 von Saint Mary now, vierstimmig; Fortsetzung eines marianisch beziehungsweise passionsbezogenen Textkomplexes.
- Away with weak complainings, dreistimmig; knappes geistliches Stück im Stil eines geistlichen Canzonets.
- But he the God of love, Teil 3 von Saint Mary now, vierstimmig; Abschluss der Saint Mary now-Folge.
- Come let’s rejoice, vierstimmig; freudiger geistlicher Satz mit konziser Textbehandlung.
- Distressed soul, dreistimmig; geistliches Stück mit innerlich-klagendem Ausdruck.
- Fear not, Teil 2 von O ye little flock, sechsstimmig mit Violen; tröstender Mittelteil der O ye little flock-Folge.
- He that descended man to be, fünfstimmig; christologisch geprägter Satz über Inkarnation und Erlösung.
- I bring you tiding, Teil 2 von Lo, how from heaven, sechsstimmig mit Violen; Weihnachts- und Verkündigungskontext.
- I will sing unto the Lord, fünfstimmig; Lobgesang mit deutlicher biblischer und liturgischer Prägung.
- Let false surmises perish, dreistimmig; kurzer geistlicher Satz mit moralisch-rhetorischem Zuschnitt.
- Lo, how from heaven, sechsstimmig mit Violen; erster Teil eines weihnachtlich geprägten Consort-Anthem-Komplexes.
- Love we in one consenting, dreistimmig; geistlich-moralischer Satz über Eintracht und Liebe.
- My Lord is hence removed and laid, sechsstimmig mit Violen; passions- beziehungsweise grabbezogener Satz von besonderer Ausdrucksdichte.
- Now doth the city remain solitary, fünfstimmig; Klagestück mit alttestamentlich-lamentierendem Ton.
- O come thou spirit divinest, dreistimmig; geistliche Anrufung des Heiligen Geistes.
- O love beseeming well, dreistimmig; geistlich-moralisches Stück mit liedhafter Anlage.
- O ye little flock, sechsstimmig mit Violen; eines der bekanntesten Stücke Amners und in neuerer Zeit wieder besonders häufig aufgenommen.
- Remember not, Lord, our offences, fünfstimmig; Buß- und Bittsatz mit liturgischem Charakter.
- Saint Mary now, vierstimmig; erster Teil eines dreiteiligen Werkkomplexes.
- Sweet are the thoughts, vierstimmig; geistlicher Satz mit kontemplativem Textcharakter.
- The heavens stood all amazed, Teil 2 von Thus sings that heavenly quire, fünfstimmig; Fortsetzung eines himmlisch-christologischen Lobkomplexes.
- Thus sings that heavenly quire, fünfstimmig; geistlicher Satz mit deutlicher Klangrhetorik und möglicher Nähe zu akademischem oder repräsentativem Kontext.
- Woe is me, vierstimmig; klagend-rhetorischer Satz aus der Sammlung von 1615.
Services, Canticles und liturgische Werke
- Cesar’s Service, auch Cesar’s Morning Service beziehungsweise Service in Verbindung mit dem Dean of Ely, Henry Caesar; überliefert mit Morgen-, Kommunion- und Abendbezug. Der moderne Aufnahmebestand enthält unter anderem ein Te Deum aus dem Cesar’s Service.
- Second Verse Service, mit Magnificat und Nunc dimittis; Verse-Service-Tradition mit solistischen und chorischen Anteilen.
- Weitere Settings der Daily Canticles, darunter mehrere Fassungen von Magnificat und Nunc dimittis, in Handschriften- und Kathedralüberlieferung.
- Glory be to God on high, liturgischer Satz beziehungsweise Canticle-/Communion-Kontext in moderner Aufnahmeüberlieferung.
- Zwei Sets von Preces für fünf Stimmen, in Werklisten als Teil des liturgischen Œuvres genannt.
- Festal Psalm beziehungsweise festlicher Psalmensatz, in der älteren Werkbeschreibung als Teil des erhaltenen liturgischen Bestands genannt.
Anthems und geistliche Chorsätze außerhalb des Hauptdrucks
- Blessed be the Lord God, Anthem in moderner Kathedralaufnahme überliefert.
- Hear, O Lord, geistliches Anthem mit Verse- beziehungsweise Charcharakter in moderner Aufnahmeüberlieferung.
- Have mercy, Anthem beziehungsweise Bußsatz, in Werklisten und Aufführungszusammenhängen genannt.
- I will sing unto the Lord as long as I live, Anthem beziehungsweise Psalmvertonung, in moderner Ely-Aufnahme dokumentiert.
- I will sing unto the Lord, for he hath triumphed gloriously, weiterer Lob- beziehungsweise Siegesgesang in moderner Aufnahmeüberlieferung.
- O sing unto the Lord a new song, Anthem über Psalm 96 beziehungsweise Psalmtext, in moderner Aufnahme dokumentiert.
- Sing, O heav’ns, kurzes geistliches Anthem, in Ely-Aufnahmen besonders greifbar.
- Consider, all ye passers by, Passions- beziehungsweise Klagestück, in moderner Aufnahmeüberlieferung mit Stimmen und Instrumenten dokumentiert.
- Christ rising again, in modernen Werklisten und Aufführungszusammenhängen Amner zugeschrieben beziehungsweise als Stück aus dem Amner-Repertoire genannt.
- Come, let’s rejoice, auch als Einzelstück modern ediert beziehungsweise aufgeführt.
- Lift up your heads, O ye gates, Anthem in modernen Werklisten und Verlagszusammenhängen.
- O God my King, geistliches Werk, in modernen Werklisten zu Amner genannt.
Instrumentalmusik und Tastenmusik
- Pavan für fünf Violen beziehungsweise Viol Consort; eines der wenigen überlieferten rein instrumentalen Werke Amners.
- Galliard für fünf Violen beziehungsweise Viol Consort; Paarstück zur Pavan und wichtiger Hinweis auf Amners instrumentale Consortpraxis.
- Organ Variations on O Lord in thee is all my trust, Tastenwerk beziehungsweise Orgelvariationen über eine metrische Psalmweise; in der Forschung besonders bemerkenswert als Variationszyklus über einen metrical psalm tune.
Moderne Editionen und Aufnahmen
- Sacred Hymnes of Three, Four, Five and Six Parts (1615), moderne Ausgabe, herausgegeben von John Morehen bei Stainer & Bell in der Reihe The English Madrigalists. Diese Edition macht den vollständigen Druck von 1615 in moderner Form zugänglich.
- John Amner: Cathedral Music, Aufnahme mit Ely Cathedral Choir und Paul Trepte. Die Einspielung dokumentiert Services, Anthems, Orgelvariationen und ausgewählte geistliche Werke im direkten Kathedralbezug.
- John Amner: Complete Consort Music, Aufnahme mit Fretwork und Dublin Consort Singers unter Mark Keane. Diese Einspielung erschließt Amners Consort- und Sacred-Hymnes-Repertoire als geistliche Haus- und Ensemblemusik.
- Tune thy Musicke to Thy Hart, Aufnahme mit Stile Antico und Fretwork. Der Kontext stellt Amner in die englische Tudor- und Jacobean-Tradition privater geistlicher Musik.
- Einzelne moderne Chor- und Ensembleausgaben von O ye little flock, Come let’s rejoice, Lift up your heads und weiteren Anthems in Verlags- und Aufführungskatalogen.
Chronologische Übersicht
| 1579 | John Amner wird am 24. August in Ely getauft. |
|---|---|
| vor 1610 | Wahrscheinliche musikalische Prägung im Umfeld von Ely Cathedral; familiäre Verbindungen zur Kathedrale durch Angehörige beziehungsweise Lay Clerks. |
| 1610 | Amner wird Informator choristarum beziehungsweise Master of the Choristers und Organist an Ely Cathedral. |
| 1613 | Oxford verleiht ihm den Grad Bachelor of Music, unterstützt durch den Earl of Bath. |
| 1615 | Veröffentlichung der Sacred Hymnes of 3. 4. 5. and 6. parts for Voyces and Vyols in London. |
| 1617/1618 | Amner wird als geistlicher Amtsträger beziehungsweise Minor Canon/Vicarius an Ely Cathedral greifbar. |
| 1635 | Zahlung an Amner für seine Mithilfe beim Retuning der Orgel von Ely Cathedral im Vorfeld eines königlichen Besuchs. |
| 1640 | Inkorporation beziehungsweise Musikgrad an der Universität Cambridge. |
| 1641 | Tod in Ely; Beerdigung am 28. Juli. |
| 1642 ff. | Beginnende Bürgerkriegs- und Commonwealth-Zeit; die englische Kathedralmusik und Orgelkultur geraten in eine schwere institutionelle Krise. |
| 20. Jahrhundert | Wiedererschließung einzelner Anthems, Services und Sacred-Hymnes-Stücke durch Kathedralchöre, Musikwissenschaft und Editionen. |
| 21. Jahrhundert | Neue Gesamteinspielungen, Dissertationen und Editionen führen zu einer erneuten Bewertung Amners als Komponist der jakobäischen geistlichen Consortmusik. |
Rezeption und Nachwirkung
Amners Nachwirkung war lange begrenzt. Im Vergleich zu William Byrd, Orlando Gibbons, Thomas Weelkes oder Thomas Tomkins wurde er selten aufgeführt und selten im Zentrum der englischen Musikgeschichtsschreibung behandelt. Diese relative Unsichtbarkeit erklärt sich aus dem schmalen Werkbestand, der Provinzialbindung an Ely und der Tatsache, dass sein Hauptdruck in einem Grenzbereich zwischen Kathedralmusik, geistlicher Hausmusik und Consorttradition steht.
Die moderne Wiederentdeckung erfolgte über mehrere Wege. Kathedralchöre, besonders der Ely Cathedral Choir, nahmen einzelne Services und Anthems wieder auf. Musikwissenschaftliche Arbeiten wie A. J. Greenings Studie Amner Reconsidered und Mark Keanes Dissertation zu den Sacred Hymnes rückten den Komponisten erneut ins Blickfeld. Moderne Editionen, vor allem die Stainer-&-Bell-Ausgabe der Sacred Hymnes, machten den Druck von 1615 für die Aufführungspraxis zugänglich.
Auch die Tonträgergeschichte ist wichtig. Aufnahmen wie John Amner: Cathedral Music mit dem Ely Cathedral Choir und John Amner: Complete Consort Music mit Fretwork und den Dublin Consort Singers zeigen zwei Seiten desselben Komponisten: den Kathedralmusiker und den Komponisten geistlicher Consortmusik. Diese Doppelperspektive ist für Amners heutige Rezeption entscheidend.
Seine Musik eröffnet einen differenzierten Blick auf die englische Musik des frühen 17. Jahrhunderts. Nicht nur Hof, Chapel Royal und Londoner Druckkultur waren produktiv, sondern auch die Provinzialkathedralen. Amner zeigt, dass geistliche Musik für Stimmen und Violen eine ernsthafte, kunstvolle und zugleich häuslich verwendbare Form religiöser Kultur sein konnte.
Forschung, Quellen und editorische Hinweise
Für die Forschung zu John Amner sind vier Quellengruppen maßgeblich: der Druck der Sacred Hymnes von 1615, die Ely-Cathedral-Quellen zu Organisten und Orgeln, die Handschriften- und Kathedralüberlieferung der Services und Anthems sowie moderne Editionen und Aufnahmen. Der Druck von 1615 ist besonders wertvoll, weil er Amners Selbstpräsentation als Bachelor of Music und Komponist geistlicher Stücke für Stimmen und Violen unmittelbar dokumentiert.
Die Gattungsbezeichnungen sind vorsichtig zu verwenden. Sacred Hymnes bedeutet nicht einfach „Kirchenlieder“ im deutschen Sinn. Gemeint sind mehrstimmige geistliche Sätze, die teils an Consort Songs, Madrigals, Canzonets und Anthems anschließen. Der Begriff „Hymne“ sollte daher nicht mit dem späteren Gemeindelied verwechselt werden. Für deutschsprachige Leser ist die Erläuterung als „geistliche mehrstimmige Musik für Stimmen und Violen“ sinnvoll.
Ebenso wichtig ist die Trennung zwischen Kathedralmusik und Hausmusik. Amner war hauptberuflich Kathedralmusiker, doch die Sacred Hymnes sind nicht vollständig liturgische Gebrauchsmusik. Einige Stücke lassen liturgische Nähe erkennen, viele andere entsprechen stilistisch eher der häuslichen geistlichen Consortpraxis. Diese Ambivalenz ist kein Mangel, sondern der kulturgeschichtliche Kern des Drucks.
Für das Werkverzeichnis ist zu beachten, dass moderne Aufnahmen und Verlagslisten Stücke mit vereinfachten Titeln führen können. My Lord is hence removed erscheint etwa verkürzt gegenüber dem Titel My Lord is hence removed and laid. I bring you tiding steht als zweiter Teil von Lo, how from heaven. Fear not und And they cry sind Teile des O ye little flock-Komplexes. Eine gute HTML-Seite sollte diese Zusammenhänge sichtbar machen.
Sekundärliteratur
- Greening, A. J.: Amner Reconsidered. In: Music & Letters 50, 1969, S. 42–52; frühe moderne Neubewertung von Amners Leben, Werkbestand und Kathedralzusammenhang.
- Keane, Mark: Domestic Sacred Music in Jacobean England: John Amner’s Sacred Hymnes for Voyces and Vyols (1615). Dissertation, Trinity College Dublin, 2016; grundlegende neuere Studie zu Biographie, Patronage, Sacred-Hymnes-Druck, Gattung und geistlicher Hausmusik.
- Morehen, John, Hrsg.: John Amner: Sacred Hymnes of Three, Four, Five and Six Parts (1615). Stainer & Bell, London; moderne Edition in der Reihe The English Madrigalists.
- Pike, Lionel: Pills to Purge Melancholy: The Evolution of the English Ballett. Aldershot 2004; enthält eine ausführliche Diskussion des opportunistischen und gattungsgeschichtlichen Charakters von Amners Druck von 1615.
- Hawkins, John: A General History of the Science and Practice of Music. Ausgabe 1853; ältere musikgeschichtliche Quelle mit Bezug auf Amner und die englische Kirchen- beziehungsweise Consortmusik.
- Dickson, William: Catalogue of Ancient Music in Ely Cathedral. Ely 1861; ältere Quelle zur musikalischen Überlieferung der Kathedrale von Ely.
- Wood, Anthony à: Fasti Oxonienses. Ausgabe 1815; wichtig für ältere Universitäts- und Gradangaben zu Amner.
- Oxford Dictionary of National Biography beziehungsweise Grove Music Online: Artikel zu John Amner; maßgeblich für die moderne biographische und werkgeschichtliche Kurzerschließung.
- Ely Cathedral: The Organs and Organists of Ely Cathedral; institutionelle Darstellung zur Orgel- und Organistengeschichte mit Einordnung Amners in die Amtsreihe 1610–1641.
- Booklets zu John Amner: Cathedral Music und John Amner: Complete Consort Music; wichtig für moderne Aufführungspraxis, Repertoireauswahl und stilistische Neubewertung.
Ausgewählte Onlinequellen
- Encyclopedia.com: Amner, John Lexikalischer Artikel mit Lebensdaten, Oxford- und Cambridge-Graden, Ely-Cathedral-Amt, geistlichem Status und Werküberblick.
- Ely Cathedral: The Organs and Organists of Ely Cathedral PDF zur Orgel- und Organistengeschichte der Kathedrale mit Amtsdaten zu Amner, Hinweisen auf Sacred Hymnes, O ye little flock, Cesar’s Service und Orgelreparaturen.
- Gareth Thomas Music: John Amner Kurze moderne Einführung zu Amner als in Ely geborenen Komponisten, Choristen, Master of the Choristers, Geistlichem und Inhaber von Musikgraden.
- IMSLP: Category Amner, John Werk- und Komponistenseite mit freien Notenhinweisen, Normdatenverknüpfungen und digitalem Zugang zu einzelnen Stücken.
- Journal of Music: John Amner – Sacred Hymnes for Voyces and Vyols (1615) Konzertankündigung zur vollständigen Aufführung der Sacred Hymnes mit Phantasm Viol Consort und Dublin Consort Singers.
- Musica Dei Donum: John Amner – Complete Consort Music Rezension mit stilistischer und repertorialer Einordnung von Amners Consortmusik und Sacred-Hymnes-Überlieferung.
- Presto Music: John Amner Komponistenseite mit Lebensdaten, Kurzbiographie, Werk- und Aufnahmehinweisen sowie verfügbarer Diskographie.
- University of Michigan / EEBO-TCP: Sacred hymnes Of 3. 4. 5. and 6. parts Digitaler Volltext beziehungsweise bibliographischer Zugang zum Druck von 1615 mit Titelangabe und frühneuzeitlicher Schreibweise.
- Rubicon Classics: John Amner Complete Consort Music Albumseite mit biographischem Überblick, Hinweis auf Ely Cathedral, Oxford- und Cambridge-Grade, Sacred Hymnes, Pavan, Galliard und die seltene moderne Aufnahmegeschichte.
- STAGE+: John Amner – Cathedral Music Albumseite mit Trackliste zu Cesar’s Service, Second Verse Service, Anthems, Organ Variations on O Lord in Thee und Ely-Cathedral-Aufnahme.
- Stainer & Bell: Sacred Hymnes of Three, Four, Five and Six Parts (1615) Verlagsseite zur modernen Edition von John Morehen mit vollständiger Inhaltsliste der 26 Stücke aus Amners Hauptdruck.
- Trinity College Dublin: John Amner’s Sacred Hymnes … for Voyces and Vyols (1615) Dissertation von Mark Keane zur häuslichen geistlichen Musik im jakobäischen England, zu Amners Biographie, Patronage und Druck von 1615.
Weiterführende Einträge
- Anthem Englische geistliche Chorgattung, in der Amner mit Full Anthems, Verse Anthems und Consort-nahen Formen vertreten ist.
- George Barcroft Vorgänger Amners in Ely und wichtiger Bezugspunkt der dortigen Kathedralmusik um 1600.
- Book of Common Prayer Liturgischer Rahmen der englischen Kirchenmusik, in den Amners Services, Preces und Anthems gehören.
- William Byrd Zentrale Figur der englischen Renaissance, deren Kirchen-, Consort- und Tastenmusik den weiteren Hintergrund von Amners Schaffen bildet.
- Canticle Liturgischer Lobgesang wie Magnificat und Nunc dimittis, den Amner in seinen Services vertonte.
- Carnegie Hall Nicht direkt mit Amner verbunden, aber als Vergleichsort moderner Wiederaufführungskultur relevant, wenn alte geistliche Musik in Konzertkontexte überführt wird.
- Kirchenmusik Übergreifender Begriff für die liturgische und geistliche Musik, in der Amners Services, Anthems und Sacred Hymnes stehen.
- Consort Anthem Englische Gattung für Stimmen und Violen, die für Amners Sacred Hymnes besonders wichtig ist.
- Consort Song Vokal-instrumentale englische Kammerform, an deren Stil Amners geistliche Stücke teilweise anschließen.
- Ely Geburts-, Wirkungs- und Sterbeort John Amners in Cambridgeshire.
- Ely Cathedral Kathedrale, an der Amner als Informator choristarum, Organist, Geistlicher und Minor Canon wirkte.
- English Madrigal School Stil- und Druckkultur, deren Satztechniken und Textaffekte in Amners geistlichen Hymnen nachwirken.
- John Farrant Englischer Kathedralmusiker, dessen Ely-Tradition im weiteren Umfeld von Amners Amtsnachfolge steht.
- Fretwork Modernes Viol Consort, das Amners Consortmusik in neuerer Zeit eingespielt hat.
- Orlando Gibbons Zeitgenössischer englischer Komponist und Vergleichsfigur für Anthems, Services, Consort- und Tastenmusik.
- Informator choristarum Amt des Choristenlehrers und Chorleiters, das Amner seit 1610 an Ely Cathedral innehatte.
- Jacobean Music Englische Musik der Regierungszeit Jakobs I., in deren privater und kirchlicher Klangkultur Amners Sacred Hymnes stehen.
- Jakob I. von England Monarch der jakobäischen Zeit, deren religiöse und höfische Kultur den Hintergrund von Amners Druck von 1615 bildet.
- Mark Keane Musikwissenschaftler und Dirigent, dessen Dissertation und Einspielung zur Neubewertung Amners beigetragen haben.
- Magnificat Liturgischer Lobgesang, der in Amners Services und im anglikanischen Evening Prayer zentral ist.
- Minor Canon Geistliches Amt an englischen Kathedralen, das Amner nach seiner Ordination beziehungsweise Einbindung in den Kathedralklerus innehatte.
- Thomas Morley Englischer Madrigalist und Theoretiker, dessen weltliche Vokalkultur für das Umfeld von Amners geistlichen Consortstücken wichtig ist.
- Nunc dimittis Liturgischer Lobgesang des Evening Prayer, den Amner in seinen Services vertonte.
- Orgel Instrument von Amners Kathedralamt und seiner erhaltenen Variationskomposition über O Lord in thee is all my trust.
- Orgelvariationen Tastenmusikalische Form, in der Amners Variationen über O Lord in thee is all my trust eine besondere Stellung besitzen.
- Preces Liturgische Gebetsantworten, die im anglikanischen Gottesdienst und in Amners Werkbestand vertreten sind.
- Sacred Hymnes John Amners Hauptdruck von 1615 für drei, vier, fünf und sechs Stimmen sowie Violen.
- Service Anglikanische liturgische Vertonungsform, zu der Amners Cesar’s Service und Second Verse Service gehören.
- Thomas Tomkins Englischer Komponist der frühen Stuart-Zeit und wichtiger Vergleichspunkt für Kathedral-, Consort- und Tastenmusik.
- Verse Anthem Englische Anthemform mit Wechsel zwischen solistischen Versen und Chor, die für Amners liturgische Musik wichtig ist.
- Viol Streichinstrumentenfamilie, deren Consortklang in Amners Sacred Hymnes und Pavan-Galliard-Paar zentral ist.
- Viol Consort Englische Ensemblepraxis für Gamben, die Amners Musik für Voyces and Vyols klanglich prägt.
- Thomas Weelkes Englischer Madrigal- und Kirchenkomponist, dessen Generation den stilistischen Hintergrund von Amners geistlicher Vokalmusik bildet.
- John Wilbye Englischer Madrigalist, dessen Vokalkultur mit der madrigalnahen Faktur einzelner Amner-Stücke vergleichbar ist.