Richard Alison
Überblick
Richard Alison gehört zu den englischen Musikern um 1600, deren Werk zwischen Psalter, häuslicher Andacht, Consort Song, Madrigal, Lautenpraxis und Instrumentalmusik steht. Seine Biographie ist nur bruchstückhaft überliefert, seine gedruckten Werke und Handschriftennachweise erlauben jedoch ein deutliches Bild seiner Stellung im englischen Musikleben der späten Tudor- und frühen Stuartzeit.
Die Schreibweisen Alison, Allison und Allinson erscheinen nebeneinander. Moderne Nachweise setzen häufig Richard Allison, während ältere und fachlexikalische Traditionen auch Richard Alison verwenden. Die vorliegende Seite führt ihn unter Richard Alison, weil diese Form in der deutschsprachigen lexikalischen Ansatztradition und in der vom Nutzer vorgegebenen Form an erster Stelle steht. Richard Allison bleibt als gleichrangige Such- und Namensvariante sichtbar.
Sicher greifbar ist Alison seit den 1580er und 1590er Jahren. Er ist in Consort- und Psalterzusammenhängen nachweisbar, erscheint 1592 mit Beiträgen in Thomas Easts The Whole Booke of Psalmes, steuerte 1598 einen Lobvers zu Giles Farnabys Canzonets to Fowre Voyces bei, veröffentlichte 1599 The Psalmes of David in Meter und brachte 1606 An Howres Recreation in Musicke heraus. Danach verliert sich seine Spur.
Sein Psalmes of David in Meter ist besonders wichtig, weil es die englische metrische Psalmodie mit häuslicher Instrumentalpraxis verbindet. Die Psalmen wurden vierstimmig gesetzt und konnten mit Laute, Orpharion, Cithern oder Bassgambe beziehungsweise Bassviol begleitet werden. Damit steht Alison an der Schnittstelle von protestantischer Andachtskultur, Notendruck, Unterricht, privatem Musizieren und englischer Psalmtradition.
An Howres Recreation in Musicke von 1606 zeigt eine andere Seite seines Schaffens. Die Sammlung enthält vier- und fünfstimmige englische Lieder, die ausdrücklich für Instrumente und Stimmen bestimmt sind. Sie gehören in die Kultur des privaten Hauses, des Unterrichts, des Consortspiels und des gebildeten Musizierens. Die Stücke verbinden geistliche, moralische, weltliche und madrigalnahe Texte.
Alisons Instrumentalwerke, besonders De la Tromba, Goe from my window, The Batchelars Delight und Alison’s Knell, zeigen seine Verbindung zur englischen Broken-Consort- und Lautenpraxis. Seine Musik ist kein monumentales Œuvre im Sinn der späteren Konzertgeschichte, aber sie ist ein präzises Dokument jener englischen Musikkultur, in der Druck, Handschrift, Hausmusik, Patronage und protestantische Frömmigkeit ineinandergreifen.
Kurzdaten
| Name | Richard Alison. |
|---|---|
| Weitere Namensformen | Richard Allison, Richard Allinson, Alison, Richard, Allison, Richard, Allinson, Richard. |
| Alphabetischer Ansatz | Alison, Richard; Suchvariante: Allison, Richard. |
| Dateiname | alison-richard.shtml. |
| Geburt | Etwa um die Mitte des 16. Jahrhunderts; in modernen Nachweisen häufig um 1560 oder um 1560–1570 angesetzt; Geburtsort unbekannt. |
| Tod | Wohl vor 1609 oder um 1610; Sterbeort unbekannt. Die vorsichtige Formulierung ergibt sich daraus, dass nach 1606 keine sichere Nachricht mehr vorliegt und Philip Rosseters Consortdruck von 1609 Komponisten nennt, deren Erinnerung bereits bewahrt werde. |
| Beruf | Komponist, Musiklehrer, Psalmenbearbeiter, Liedkomponist, Consort-Komponist, Lautenkomponist, Bearbeiter metrischer Psalmen und praktischer Musiker im englischen Haus- und Patronagemilieu. |
| Wirkungszeit | Nachweisbar etwa von 1588 bis 1606; in Hymnary als aktiv 1588–1606 geführt. |
| Hauptwirkungsort | London und englisches Patronagemilieu; 1599 mit Adresse in Duke’s Place nahe Aldgate fassbar. |
| Patronage | In Verbindung mit dem Haus Warwick und später mit Sir John Scudamore von Holme Lacy; 1599 Dienst- beziehungsweise Patronagebezug zur Countess of Warwick, 1606 Widmung an Sir John Scudamore. |
| Zentrale Drucke | The Psalmes of David in Meter, 1599; An Howres Recreation in Musicke, 1606. |
| Weitere Nachweise | Beiträge zu Thomas Easts The Whole Booke of Psalmes, 1592; Lobvers zu Giles Farnabys Canzonets to Fowre Voyces, 1598; Instrumentalstücke in Consort- und Lautenquellen. |
| Hauptgattungen | Metrischer Psalm, Psalterharmonisierung, vierstimmiger Satz, Consort Song, Lied zu vier und fünf Stimmen, Broken-Consort-Stück, Pavan, In nomine, Lautenstück und häusliche Unterrichtsmusik. |
| Zentrale Werke | The Psalmes of David in Meter, An Howres Recreation in Musicke, De la Tromba Pavan, Goe from my window, The Batchelars Delight, Alison’s Knell, In nomine a5 und einzelne Psalmharmonisierungen. |
| Kulturelle Bedeutung | Vertreter der englischen Musik um 1600 zwischen Psalterdruck, häuslicher Andacht, Liedkultur, Consortspiel, Lautenpraxis und privatem Musikunterricht. |
Name, Schreibweisen und Quellenlage
Die Namensüberlieferung ist uneinheitlich. Die Formen Richard Alison, Richard Allison und Richard Allinson bezeichnen denselben Komponisten. Für deutschsprachige Kulturlexikon-Zwecke wird hier Richard Alison als Lemmaform gewählt, weil die vom Nutzer angegebene Ansatzform „Alison, Allison, Richard“ die Form Alison an erster Stelle nennt. Die heute ebenfalls sehr verbreitete Form Richard Allison wird konsequent als Suchform und Alternativname mitgeführt.
Die Lebensdaten bleiben unsicher. Alisons Geburt ist nicht dokumentiert. Die Mitte des 16. Jahrhunderts ist als vorsichtiger Zeitraum zu verwenden; häufig wird er ungefähr um 1560 oder zwischen 1560 und 1570 angesetzt. Die Angabe „wohl vor 1609“ ist plausibel, weil Alison nach An Howres Recreation in Musicke von 1606 nicht mehr sicher nachweisbar ist und Rosseters Consortdruck von 1609 Werke älterer beziehungsweise erinnerter Komponisten aufnimmt. Einige moderne Kataloge setzen dagegen „nach 1610“ oder „ca. 1610“ an. Der Artikel formuliert deshalb bewusst vorsichtig.
Die Quellenlage ist für das Werk günstiger als für die Biographie. Gedruckte Musikbücher, Psalter, Consortdrucke, Lautenhandschriften, Sammelhandschriften und moderne Quellenkataloge bewahren seine Musik. Die wichtigsten Fixpunkte sind Thomas Easts Psalter von 1592, Alisons eigener Psalterdruck von 1599, An Howres Recreation in Musicke von 1606 und mehrere Consort- beziehungsweise Lautennachweise.
Eine besondere Schwierigkeit besteht darin, dass Alisons Musik in gedruckten und handschriftlichen Kontexten nicht immer eindeutig mit Autorschaft, Bearbeitung oder Zuschreibung verbunden ist. Bei einzelnen Stücken, besonders im Umfeld der St. Andrews Psalter beziehungsweise Wode Partbooks, werden Thomas Campion und Richard Allison teils mit Fragezeichen verbunden. Solche Fälle werden im Werkverzeichnis nicht als sicherer Besitzstand, sondern als problematische oder geteilte Zuschreibung behandelt.
Leben, Patronage und Londoner Umfeld
Über Richard Alisons Herkunft, Familie und Ausbildung ist kaum Sicheres bekannt. Dass er ein professionell geschulter Musiker war, ergibt sich aus seinen Drucken, aus seiner Fähigkeit zur vierstimmigen Psalmenharmonisierung, aus seinen Consortstücken und aus seiner Nähe zu gehobenen Patronagekreisen. Er erscheint nicht als Hofkomponist ersten Ranges, sondern als praktischer, gelehrter und sozial gut vernetzter Musiker im Umfeld englischer Hausmusik.
Früh ist Alison in Consort- und Psalterkreisen greifbar. Ein Set von Consort Books aus dem Haushalt Sir Francis Walsinghams enthält nach moderner Überlieferung mehrere Kompositionen Alisons und wird mit dem Jahr 1588 verbunden. Damit steht Alison bereits vor seinen großen Drucken im Umfeld adeliger oder hochrangiger häuslicher Musikausübung. Solche Haushalte waren für englische Musik um 1600 von zentraler Bedeutung, weil sie Stimmen, Instrumente, Kopisten, Lehrer und Aufführungspraxis zusammenführten.
1592 steuerte Alison Harmonien zu Thomas Easts The Whole Booke of Psalmes bei. Dieser Druck gehört zur englischen Psalterkultur, in der metrische Psalmen nicht nur im Gemeindegesang, sondern auch in privaten und häuslichen Zusammenhängen gesungen wurden. Alison wird dadurch als Bearbeiter kirchlicher Melodien sichtbar, der die protestantische Psalmtradition mit kunstvoller Mehrstimmigkeit verband.
1598 trug er einen lobenden Vers zu Giles Farnabys Canzonets to Fowre Voyces bei. Ein solcher Paratext ist biographisch wertvoll, weil er Alison im Netzwerk englischer Komponisten, Drucker, Widmungsträger und Musizierkreise zeigt. Er war nicht isoliert, sondern Teil einer musikalisch-literarischen Öffentlichkeit, in der Komponisten einander durch Verse, Widmungen und Druckbeziehungen bestätigten.
1599 veröffentlichte Alison The Psalmes of David in Meter. Das Titelblatt nennt ihn als Gentleman und praktischen Musiker und gibt seine Londoner Adresse in Duke’s Place nahe Aldgate an. Diese Selbstbezeichnung ist aufschlussreich: Alison präsentiert sich nicht als bloßer Handwerker, sondern als kultivierter Musikpraktiker, der Musik für gehobene Haushalte, private Andacht und Unterricht anbietet.
1606 erschien An Howres Recreation in Musicke, gewidmet Sir John Scudamore. Diese Widmung zeigt eine weitere Patronagebeziehung, diesmal zum Haus Scudamore von Holme Lacy. Die Sammlung ist ausdrücklich für Instrumente und Stimmen geeignet und in ihrer Anlage auf häusliche Praxis, Unterricht und geselliges Musizieren zugeschnitten. Nach 1606 gibt es keine sichere biographische Spur mehr. Der Tod wird deshalb vorsichtig vor 1609 beziehungsweise um 1610 angesetzt.
Ausführlicher Kulturüberblick
Richard Alison gehört in die englische Musikkultur um 1600, eine Zeit, in der Vokalpolyphonie, Madrigal, Psalmengesang, Lautenlied, Consortmusik und Hausmusik ungewöhnlich eng miteinander verbunden waren. Anders als in höfisch-zentralisierten Musikkulturen war das englische Repertoire stark durch Drucke, private Haushalte, adelige Patronage und gebildetes Laienmusizieren geprägt. Alison steht genau an dieser Schnittstelle.
Die englische Reformation hatte die Rolle des Psalms tiefgreifend verändert. Metrische Psalmen konnten in der Volkssprache gesungen werden und wurden zu einem zentralen Medium protestantischer Frömmigkeit. Gleichzeitig entstanden Kunstfassungen, die den einfachen Psalmton mit vierstimmiger Harmonie, instrumentaler Begleitung und häuslicher Andacht verbanden. Alisons The Psalmes of David in Meter ist ein besonders klares Beispiel dieser Verbindung.
Sein Psalter ist nicht bloß ein kirchliches Gesangbuch. Er ist für Stimmen und häusliche Instrumente gedacht. Laute, Orpharion, Cithern und Bassviol markieren eine private Klangwelt, in der Andacht, Unterricht und kultivierte Freizeit ineinander übergehen. Der protestantische Psalm wird dadurch nicht nur im Gottesdienst, sondern auch im Haus, im Kreis der Familie, der Schüler oder der Patronagegemeinschaft musikalisch erfahrbar.
Mit An Howres Recreation in Musicke bewegt sich Alison stärker in Richtung Lied- und Consortkultur. Der Titel verspricht eine „Stunde der Erholung“ in Musik. Das ist ein wichtiger kulturgeschichtlicher Hinweis: Musik erscheint als moralisch erlaubte, gebildete und gemeinschaftsstiftende Freizeitpraxis. Sie ist nicht bloß Unterhaltung, sondern eine Form geordneter Muße. Der Ausdruck recreation verbindet Vergnügen, Erziehung, Frömmigkeit und soziale Übung.
Die Stücke der Sammlung sind für vier oder fünf Stimmen beziehungsweise Instrumente gedacht. Dadurch gehören sie in die flexible englische Praxis, in der ein Satz vokal, instrumental oder gemischt ausgeführt werden konnte. Diese Offenheit unterscheidet das Repertoire von später fest fixierten Konzertgattungen. Stimmen, Gamben, Lauten, Cithern und andere Instrumente konnten je nach Haushalt und verfügbaren Musikern kombiniert werden.
Alisons Musik berührt auch die englische Madrigalkultur. Einige Texte und Satzweisen stehen den Madrigalsammlungen um Thomas Morley, Giles Farnaby, Michael East, Thomas Weelkes oder John Wilbye nahe. Dennoch ist Alison kein Madrigalist von gleichem Rang wie diese Hauptmeister. Sein Profil ist praktischer, didaktischer und häuslicher. Er komponiert für eine konkrete Nutzbarkeit: Psalmen singen, Stimmen üben, Instrumente verbinden, im Haus musizieren.
Die Instrumentalstücke wie De la Tromba oder Goe from my window zeigen Alisons Nähe zur Broken-Consort-Tradition. Das Broken Consort, also die Mischung verschiedenartiger Instrumente wie Laute, Bandora, Cithern, Bassviol, Flöte oder Diskantinstrument, war ein spezifisch englisches Klangideal. Es verband farbige Instrumentalmischung mit Tanzformen, Variationspraxis und höfisch-privater Eleganz.
Kulturgeschichtlich ist Alison deshalb nicht als Randfigur abzutun. Er zeigt, wie um 1600 Musik zwischen Kirche, Haus, Druckmarkt, Unterricht, Adelspatronage und Instrumentalspiel zirkulierte. Sein Werk ist ein Archiv der alltäglicheren, aber hochentwickelten englischen Musizierkultur.
Psalter, häusliche Andacht und englische Kirchenmelodie
Der Psalter war in England um 1600 ein Kernmedium protestantischer Frömmigkeit. Die metrischen Psalmen konnten nach bekannten Melodien gesungen werden und waren in Gottesdienst, Schule, Familie und privater Andacht präsent. Alison griff diese Tradition nicht nur auf, sondern verfeinerte sie für mehrstimmige und instrumentale häusliche Praxis.
The Whole Booke of Psalmes von 1592, herausgegeben von Thomas East, ist für Alison ein früher wichtiger Nachweis. Die Sammlung enthält Harmonien verschiedener Komponisten und stellte die vertrauten Psalmweisen in vierstimmigen Sätzen bereit. Alison war einer der Musiker, die zu dieser Mehrstimmigkeit beitrugen. In modernen Editionen und Nachweisen erscheinen unter anderem die Psalmen 52, 59, 61, 68, 69, 72, 77, 92, 113 und 125 mit seinem Namen.
1599 veröffentlichte Alison seinen eigenen Psalterdruck The Psalmes of David in Meter. Die Besonderheit liegt darin, dass die Psalmen mit Stimmen und Instrumenten gedacht sind. Die Begleitung durch Laute, Orpharion, Cithern oder Bassviol macht den Psalter zu einem häuslichen Musikbuch. Der Satz ist zugleich fromm, praktisch und sozial: Er ermöglicht gemeinsames Musizieren, stützt die Stimme und öffnet die Psalmodie für ein gebildetes Klangideal.
Diese Form der Psalmenbearbeitung unterscheidet sich von späterer Konzertmusik. Sie ist nicht auf virtuose Selbstdarstellung gerichtet, sondern auf geordnete Teilnahme. Der musikalische Wert liegt in der Balance zwischen Vertrautheit der Melodie, Klarheit des Textes, sicherer Harmonie und flexibler Ausführbarkeit. Alison war in diesem Sinn ein Komponist des Gebrauchs, aber eines anspruchsvollen Gebrauchs.
Lieder, Madrigalnähe und private Musizierpraxis
An Howres Recreation in Musicke von 1606 gehört in die englische Liedkultur zwischen Madrigal, Consort Song und hausmusikalischer Übung. Die Sammlung enthält zehn vierstimmige und vierzehn fünfstimmige Stücke. Einige Texte sind moralisch, andere geistlich, wieder andere weltlich oder lyrisch. Gerade diese Mischung entspricht dem englischen Hausmusikbuch: Es sollte nicht nur eine einzige Gattung bedienen, sondern eine Stunde sinnvoller musikalischer Beschäftigung ermöglichen.
Der Druck ist für Instrumente und Stimmen geeignet. Diese Offenheit ist keine Unschärfe, sondern ein praktisches Prinzip. In einem Haushalt konnten vielleicht nicht immer vier oder fünf Sänger verfügbar sein; stattdessen konnten Instrumente einzelne Stimmen übernehmen. Umgekehrt konnten instrumentale Stimmen durch Sänger ersetzt werden. Der Druck ist damit für flexible Ensembles gedacht.
Mehrere Texte besitzen madrigalische Qualität. There is a garden in her face steht etwa in einem dichterischen Umfeld, das auch durch Thomas Campion bekannt ist. What if a day or a month or a year gehört zu den berühmteren englischen Liedtexten der Zeit, ist aber quellenkritisch mit Campion und Alison zugleich verbunden. Solche Fälle zeigen, wie eng Dichtung, Lieddruck, musikalische Bearbeitung und Zuschreibungsprobleme um 1600 verknüpft sind.
Alisons Liedstil ist weniger glänzend als der der bekanntesten englischen Madrigalisten, aber er besitzt praktische Klarheit. Die Stimmen sind für gemeinsames Musizieren gesetzt, die Textverständlichkeit bleibt wichtig, und die Stücke lassen sich sowohl vokal als auch instrumental realisieren. Das macht die Sammlung zu einem Dokument der englischen Musikkultur im privaten Raum.
Consort-Musik, Lautenstücke und Instrumentalrezeption
Neben den Psalmen und Liedern ist Alison durch Consort- und Lautenstücke bekannt. Besonders De la Tromba Pavan wurde in der modernen Alte-Musik-Rezeption wieder sichtbarer. Das Stück gehört zum Repertoire des Broken Consort und zeigt jene typisch englische Verbindung von Tanzform, kontrapunktischer Anlage und farbiger Instrumentalmischung.
Auch Goe from my window, The Batchelars Delight, Alison’s Knell und einzelne Pavanen beziehungsweise Lautenstücke gehören in diesen Bereich. Bei solchen Werken ist die Quellenlage oft komplex. Manche Stücke erscheinen in Lautenhandschriften, Consortdrucken oder späteren Sammlungen; nicht immer ist klar, ob Alison der ursprüngliche Komponist, Bearbeiter oder nur ein mit einer bestimmten Fassung verbundener Name ist.
Das In nomine a5 zeigt Alisons Beteiligung an einer besonders englischen Instrumentaltradition. Das In nomine entwickelte sich aus dem liturgischen Ausschnitt „In nomine Domini“ und wurde im 16. Jahrhundert zu einer eigenständigen instrumentalen Gattung. Dass Alison in diesem Repertoire vertreten ist, stellt ihn neben andere englische Komponisten der Consort- und Gambentradition.
Die moderne Rezeption Alisons verdankt sich wesentlich der Wiederentdeckung englischer Lauten-, Consort- und Psaltermusik. Seine Werke erscheinen in Editionen, Aufnahmen und Datenbanken nicht als Zentralbestand des Konzertkanons, aber als wichtiger Bestandteil der differenzierten englischen Musiklandschaft um 1600.
Werkverzeichnis
Das folgende Werkverzeichnis führt die sicher nachweisbaren Drucke, Einzelstücke, Beiträge, Handschriftennachweise und problematischen Zuschreibungen zusammen. Bei Richard Alison ist eine strenge Trennung zwischen gesicherten Drucken, erhaltenen Einzelstücken, Bearbeitungen und unsicheren Zuschreibungen notwendig, weil die Musik in Druck- und Handschriftenkontexten unterschiedlich überliefert ist.
Beiträge zu Thomas Easts The Whole Booke of Psalmes von 1592
| 1592 | Psalm 52, vierstimmige Harmonisierung beziehungsweise Satz im Umfeld von Thomas Easts The Whole Booke of Psalmes. In modernen Editionen und digitalen Nachweisen als Alison-Beitrag geführt. |
|---|---|
| 1592 | Psalm 59, vierstimmige Harmonisierung aus dem East-Psalter-Kontext. |
| 1592 | Psalm 61, vierstimmige Harmonisierung aus dem East-Psalter-Kontext. |
| 1592 | Psalm 68, vierstimmige Harmonisierung aus dem East-Psalter-Kontext. |
| 1592 | Psalm 69, vierstimmige Harmonisierung aus dem East-Psalter-Kontext. |
| 1592 | Psalm 72, vierstimmige Harmonisierung aus dem East-Psalter-Kontext. |
| 1592 | Psalm 77, vierstimmige Harmonisierung aus dem East-Psalter-Kontext. |
| 1592 | Psalm 92, vierstimmige Harmonisierung aus dem East-Psalter-Kontext. |
| 1592 | Psalm 113, vierstimmige Harmonisierung aus dem East-Psalter-Kontext. |
| 1592 | Psalm 125, vierstimmige Harmonisierung aus dem East-Psalter-Kontext. |
Paratexte und literarisch-musikalische Beiträge
| 1598 | Lobvers beziehungsweise commendatory verse zu Giles Farnabys Canzonets to Fowre Voyces. Kein musikalisches Werk im engeren Sinn, aber ein wichtiger Nachweis von Alisons Stellung im Netzwerk englischer Komponisten, Drucke und Widmungskulturen. |
|---|
The Psalmes of David in Meter, 1599
| 1599 | The Psalmes of David in Meter, vollständiger Psalterdruck mit metrischen Psalmen in vierstimmiger Harmonisierung, geeignet für Stimmen und häusliche Instrumente wie Laute, Orpharion, Cithern oder Bassviol. Der Druck nennt Alison als Gentleman und praktischen Musiker und lokalisiert ihn in Duke’s Place nahe Aldgate. |
|---|---|
| 1599 | Psalmensätze des vollständigen Psalters. Da der Druck als geschlossener Psalter angelegt ist, wird der Gesamtbestand unter dem Titel The Psalmes of David in Meter geführt. Für eine diplomatische Einzeltitelliste wären die einzelnen Psalmincipits und Tonzuweisungen nach dem Originaldruck oder einer Faksimile-Ausgabe vollständig zu kollationieren. |
| 1599 | Instrumentale Begleitpraxis zum Psalter. Die Stimmen können durch Laute, Orpharion, Cithern oder Bassviol gestützt werden; dadurch wird der Psalter zu einem Werk der häuslichen Andacht und musikalischen Unterweisung. |
An Howres Recreation in Musicke, 1606: Lieder zu vier Stimmen
| 1606 | The man upright of life, vierstimmiges Lied, Vers 1. Eröffnet die Gruppe der Songs to four voices in An Howres Recreation in Musicke. |
|---|---|
| 1606 | He onely can behold, vierstimmiges Lied, Vers 2. Fortsetzung des Textkomplexes von The man upright of life. |
| 1606 | O heauie heart whose harmes, vierstimmiges Lied, Vers 1. Moralisch-lyrischer Text mit klagender Affektsprache. |
| 1606 | In hope a king doth goe to war, vierstimmiges Lied, Vers 2. Fortsetzung des Textzusammenhangs von O heauie heart whose harmes. |
| 1606 | Though wit bids wil to blow retreate, vierstimmiges Lied, Vers 3. Teil derselben mehrstrophigen Textgruppe. |
| 1606 | But yet it seemes a foolish drift, vierstimmiges Lied, Vers 4. Fortsetzung des moralischen Liedkomplexes. |
| 1606 | I can no more but hope good hart, vierstimmiges Lied, Vers 1. Eigenständiger Liedbeginn innerhalb der vierstimmigen Gruppe. |
| 1606 | Who loues this life from loue his loue, vierstimmiges Lied. Der Text verbindet Liebes- und Lebensreflexion. |
| 1606 | My prime of youth, my feast of ioy, vierstimmiges Lied, Vers 1. Gehört zu den stärker poetisch-moralischen Texten der Sammlung. |
| 1606 | The spring is past, and yet, vierstimmiges Lied, Vers 2. Fortsetzung des Textkomplexes um Vergänglichkeit, Jugend und Zeit. |
An Howres Recreation in Musicke, 1606: Lieder zu fünf Stimmen
| 1606 | Rest with your selues, fünfstimmiges Lied, Vers 1. Beginn der Songs to five voices. |
|---|---|
| 1606 | For lust is fraile, where loue, fünfstimmiges Lied, Vers 2. Fortsetzung des vorherigen Textzusammenhangs. |
| 1606 | Shal I weepe and shees a feasting, auch Shall I abide this ieasting, fünfstimmiges Lied, Vers 1. Gehört zu den bekannteren weltlich-madrigalnahen Stücken der Sammlung. |
| 1606 | Can I abide this praunsing, fünfstimmiges Lied, Vers 2. Fortsetzung des Shall I abide this jesting-Komplexes. |
| 1606 | The sturdie rocke for al his strength, fünfstimmiges Lied. Bildhaft-moralischer Text mit Naturmetaphorik. |
| 1606 | The stately stag that seemes so stout, fünfstimmiges Lied. Ebenfalls bildhaft-moralisch angelegt. |
| 1606 | VVhat if a day or a month or a yeare, fünfstimmiges Lied, Vers 1. Text aus dem Umfeld Thomas Campions; in einzelnen Handschriften und Nachweisen mit Zuschreibungsfragen zwischen Campion und Allison verbunden. |
| 1606 | Earthes but a point to the world, fünfstimmiges Lied, Vers 2. Fortsetzung des What if a day-Textkomplexes; auch in Handschriften wie den St. Andrews beziehungsweise Wode Partbooks nachweisbar. |
| 1606 | There is a garden in her face, fünfstimmiges Lied, Vers 1. Einer der bekanntesten Texte im englischen Lied- und Madrigalmilieu um 1600. |
| 1606 | Those cheries fairely do inclose, fünfstimmiges Lied, Vers 2. Fortsetzung von There is a garden in her face. |
| 1606 | Her eyes her eyes like angels, fünfstimmiges Lied, Vers 3. Abschluss beziehungsweise Fortsetzung des gleichen poetischen Komplexes. |
| 1606 | Behold now prayse the Lord, fünfstimmiges geistliches Lied beziehungsweise Anthem-naher Satz. Auch in Handschriften als Behold, now praise the Lord greifbar. |
| 1606 | O Lord bow down thine eare, fünfstimmiges geistliches Lied beziehungsweise psalmischer Satz. |
| 1606 | The sacred quire of angels, fünfstimmiges geistliches oder moralisch-religiöses Schlussstück der Sammlung. |
Consort-, Lauten- und Instrumentalwerke
| Vor 1609 | De la Tromba Pavan, auch De la Tromba, Broken-Consort- beziehungsweise Instrumentalstück. In der modernen Alte-Musik-Rezeption eines der bekanntesten Werke Alisons. |
|---|---|
| Vor 1609 | Goe from my window, Consort- oder Lautenstück auf der Grundlage einer verbreiteten englischen Melodie beziehungsweise eines populären Liedmaterials. |
| Vor 1609 | The Batchelars Delight, Instrumentalstück beziehungsweise Lauten- oder Consortstück, in modernen Werklisten und Aufnahmen mit Alison verbunden. |
| Vor 1609 | Alison’s Knell, Instrumental- beziehungsweise Lautenstück, dessen Titel den Komponistennamen in der Werkbezeichnung trägt. |
| Vor 1609 | Sharp Pavan, Lautenstück beziehungsweise Pavanenfassung, in der modernen Lautenforschung mit Alison verbunden; einzelne Fassungen und Zuschreibungen sind quellenkritisch zu prüfen. |
| Vor 1609 | Weitere Lautensoli und Bearbeitungen für Bandora oder Cithern. Die moderne Edition The Solo Lute Music of Richard Allison with Bandora and Cittern Arrangements sammelt diesen Bereich, doch die Zuschreibungen einzelner Handschriftenfassungen sind jeweils nach Quelle zu prüfen. |
In-nomine- und Handschriftennachweise
| Handschriftlich | In nomine a5, in Oxford, Bodleian Library, MS. Mus. Sch. d. 212, auf fol. 61 beziehungsweise entsprechendem Quellenort nachgewiesen. Das Werk gehört zur englischen In-nomine-Tradition und ist mit dem Quellenvermerk Allison verbunden. |
|---|---|
| Handschriftlich | Behold, now praise the Lord, in mehreren englischen Handschriftenkontexten nachweisbar, darunter Tenbury- und Dunnington-Jefferson-Zusammenhänge. Als Anthem beziehungsweise geistliches Lied mit Alison verbunden. |
| Handschriftlich | Earth’s but a point, in den St. Andrews beziehungsweise Wode Partbooks nachgewiesen und mit Allison verbunden. Das Stück steht zugleich im Zusammenhang von An Howres Recreation in Musicke. |
| Handschriftlich, unsicher | What if a day or a month or a year, in einzelnen Handschriften mit Campion und Allison jeweils mit Fragezeichen verbunden. Als Text und musikalischer Komplex sehr wichtig, aber bei der Autorschaft einzelner Fassungen vorsichtig zu behandeln. |
Beiträge zu späteren Drucken und Sammlungen
| 1599 | Mehrere Instrumentalstücke in Thomas Morleys The First Booke of Consort Lessons, in älteren und modernen Zusammenhängen teilweise mit Alison verbunden. Da der Druck nicht immer mit eindeutiger Autorschaft arbeitet, sind diese Stücke als Zuschreibungs- und Überlieferungskomplex zu behandeln. |
|---|---|
| 1609 | Vier Kompositionen in Philip Rosseters Lessons for Consort, in einem Kontext, der auf ältere beziehungsweise bereits erinnerte Komponisten verweist. Diese Nachweise sind für die Frage nach Alisons Todeszeit wichtig. |
| Spätere Psalter | Alisons Sätze beziehungsweise Harmonisierungstraditionen erscheinen auch im weiteren Umfeld von Michael Easts und Thomas Ravenscrofts Psalterdrucken. Die genaue Werkidentifikation ist je nach Druck und Satz zu prüfen. |
Quellenkritischer Befund
| Gesichert | The Psalmes of David in Meter von 1599 und An Howres Recreation in Musicke von 1606 sind die beiden Hauptdrucke Richard Alisons. |
|---|---|
| Gut belegt | Die Beiträge zu Easts Whole Booke of Psalmes von 1592, der Lobvers zu Farnaby von 1598, das In nomine a5 und verschiedene Consort- beziehungsweise Lautenstücke sind in modernen Katalogen und Editionen greifbar. |
| Mit Vorsicht zu behandeln | Einzelne Consortstücke, Lautenfassungen und Liedfassungen können in verschiedenen Handschriften unter abweichenden oder unsicheren Zuschreibungen erscheinen. Besonders What if a day ist wegen der Verbindung zu Thomas Campion vorsichtig zu katalogisieren. |
Rezeption und kulturgeschichtliche Bedeutung
Richard Alison gehört nicht zu den Hauptnamen der englischen Musikgeschichte wie William Byrd, John Dowland, Thomas Morley oder Orlando Gibbons. Seine Bedeutung liegt aber gerade darin, dass er die mittlere, praktische und häusliche Ebene der englischen Musikkultur um 1600 besonders gut erkennen lässt. Er war ein Komponist der Nutzbarkeit, der kultivierten Hausmusik, der Psalmfrömmigkeit und der flexiblen Besetzung.
Die moderne Rezeption hat Alison vor allem durch drei Bereiche wieder sichtbar gemacht: durch die englische Psalterforschung, durch die Wiederbelebung der Consortmusik und durch die Alte-Musik-Bewegung, die Lauten-, Bandora-, Cithern- und Gambenrepertoire neu erschlossen hat. Stücke wie De la Tromba Pavan oder Goe from my window werden heute eher im Kontext historischer Ensembles als im allgemeinen Konzertkanon wahrgenommen.
Seine Psalmen sind für die Hymnologie und Kirchenmusikgeschichte wichtig, weil sie zeigen, wie protestantische Textfrömmigkeit und kunstvolle Mehrstimmigkeit verbunden werden konnten. Die Melodie bleibt verständlich, der Satz wird verfeinert, und die Begleitung durch häusliche Instrumente macht den Psalm zum Gegenstand privater musikalischer Bildung.
An Howres Recreation in Musicke ist kulturgeschichtlich ebenso aufschlussreich. Der Druck zeigt Musik als geordnete Muße im gebildeten Haus. Die Sammlung richtet sich an Menschen, die singen, spielen, unterrichten oder gemeinsam musizieren wollen. Dadurch steht Alison nicht nur in einer Kompositionsgeschichte, sondern auch in einer Sozialgeschichte der Musik.
Seine geringe biographische Überlieferung ist typisch für viele englische Musiker um 1600. Nicht der Lebenslauf, sondern die Drucke, Handschriften und Gebrauchsspuren bewahren das Werk. Gerade diese Quellenlage macht Alison zu einem guten Beispiel für die Notwendigkeit eines Kulturlexikons, das neben kanonischen Großfiguren auch Vermittler, Bearbeiter, Lehrer und praktische Komponisten berücksichtigt.
Sekundärliteratur
- Fellowes, Edmund H.: The English Madrigal Composers. Ältere, aber weiterhin nützliche Darstellung der englischen Madrigal- und Lieddrucke, mit kritischen Bemerkungen zu Alison und An Howres Recreation in Musicke.
- Fellowes, Edmund H., und Thurston Dart, Hrsg.: The English Madrigalists, Band 33: Richard Alison, An Hour’s Recreation in Musicke. Zentrale moderne Editionsgrundlage für die 1606 erschienene Liedsammlung.
- Greer, David, und Ian Harwood, Hrsg.: English Lute Songs, 1597–1632, Band 1. Menston: Scolar Press, 1968. Faksimile- und Editionskontext zu The Psalmes of David in Meter von 1599 und verwandten englischen Lautenlieddrucken.
- Harwood, Ian: Arbeiten zur englischen Lauten-, Orpharion- und Psalterpraxis um 1600. Wichtig für die instrumentale und hausmusikalische Einordnung von Alisons Psalter.
- Ledbetter, David: Studien zur englischen Lauten- und Consortmusik der Spätrenaissance. Kontext für Alisons Instrumentalstücke und deren Stellung in der englischen Broken-Consort-Kultur.
- Milsom, John: Arbeiten zu englischer Musik um 1600, Psalter, Consort Song und Handschriftenüberlieferung. Nützlich für Zuschreibungsfragen und den weiteren Repertoirekontext.
- Robinson, John H., und Stewart McCoy, Hrsg.: The Solo Lute Music of Richard Allison with Bandora and Cittern Arrangements. Lute Society Music Editions, 1994. Spezialedition zu Alisons Lauten- und Instrumentalrepertoire mit biographischem Beitrag.
- Spencer, Robert: Biographische Skizze zu Richard Allison in der Lute-Society-Edition. Wichtiger moderner Beitrag zur quellenkritischen Rekonstruktion von Leben und Werk.
- Temperley, Nicholas: The Music of the English Parish Church. Grundlegender Rahmen zur englischen Psalmodie, Kirchenmusik und Gemeindemusik, in deren Tradition Alisons Psalmen stehen.
- Die Musik in Geschichte und Gegenwart, MGG Online: Artikel Alison, Richard. Deutschsprachiger fachlexikalischer Hauptnachweis zu Biographie, Drucken, Patronage und Werk.
- The New Grove Dictionary of Music and Musicians: Artikel zu Richard Allison, English psalmody, lute song, broken consort, consort song and Elizabethan music. Englischsprachiger internationaler Forschungsrahmen.
Ausgewählte Onlinequellen
- Bodleian Archives: Collection of In Nomines and anthems Archivischer Kontext zu englischen In-nomine- und Anthem-Handschriften, darunter Richard Allison in der Überlieferung von MS. Mus. Sch. d. 212.
- British Library: Add MS 15117 Handschriftennachweis mit Index zu Richard Allisons The Psalmes of David in Meter von 1599.
- CPDL: O heavy heart Freier Chorsatz- und Repertoirehinweis zu einem Stück aus An Howres Recreation in Musicke.
- CPDL: The man upright of life Freier Noten- und Werkhinweis zu einem vierstimmigen Lied Richard Alisons.
- DIAMM: Allison (Allinson), Richard Personennachweis im Digital Image Archive of Medieval Music mit Namensform Allison beziehungsweise Allinson und Lebenszeitansatz.
- DIAMM: In nomine a5 Werkbezogener DIAMM-Nachweis zu Alisons fünfstimmigem In nomine.
- DIAMM: Oxford, Bodleian Library, MS. Mus. Sch. d. 212 Quellenbeschreibung mit dem Alisonschen In nomine a5 und weiterem englischem Consort-Repertoire.
- DIAMM: St. Andrews Psalter beziehungsweise Wode Partbooks Handschriftenkontext mit What if a day und Earth’s but a point, wichtig für Zuschreibungs- und Überlieferungsfragen.
- Guitarloot: Richard Allison Spezialseite zum Lautenrepertoire Richard Allisons, besonders zu Solostücken und handschriftlichen Fassungen.
- Hymnary: Richard Alison Hymnologischer Kurzartikel mit Angaben zu Thomas Easts Psalter von 1592, The Psalmes of David in Meter von 1599 und An Houre’s Recreation in Musicke von 1606.
- IMSLP: Richard Allison Komponistenseite mit freien Noten- und Werkzugängen zu Alisons Drucken und Sammlungen.
- IMSLP: An Howres Recreation in Musicke Werkseite mit Digitalisat der fünf Stimmbücher, der vollständigen Stückliste, Erstveröffentlichung 1606, Widmung an Sir John Scudamore und Besetzungsangaben.
- IMSLP: Psalms Werkseite zu den Psalmharmonisierungen aus dem Kontext von Thomas Easts Whole Booke of Psalmes.
- MGG Online: Alison, Richard Fachlexikalischer Artikel zur Biographie, den Drucken, Patronagebeziehungen und Werküberlieferung Richard Alisons.
- RISM Online: Allison, Richard Norm- und Quellendatensatz mit Namensvarianten, VIAF-Verknüpfung und DIAMM-Verweis.
- Stainer & Bell: Richard Alison, An Hour’s Recreation in Musicke Editionsnachweis der modernen Ausgabe in der Reihe The English Madrigalists.
- WorldCat: The Psalmes of David in Meter Internationaler Bibliotheksnachweis zur Faksimile-Ausgabe von 1968 und zum 1599er Psalterdruck.
- WorldCat: Richard Alison Suchzugang zu Bibliotheksnachweisen, Editionen, Tonträgern und Sekundärliteratur unter der Namensform Richard Alison.
- WorldCat: Richard Allison Suchzugang unter der verbreiteten Alternativform Richard Allison.
Weiterführende Einträge
- Aldgate Londoner Gegend, in deren Nähe Alison 1599 mit Duke’s Place fassbar ist.
- Alison, Richard Alphabetische Ansatzform für den englischen Komponisten und Psalmenbearbeiter.
- Allison, Richard Wichtige alternative Schreibweise desselben Komponisten, besonders in internationalen Datenbanken.
- An Howres Recreation in Musicke Lied- und Consortsammlung Richard Alisons von 1606.
- Bandora Englisches Zupfinstrument der Consortpraxis, wichtig für das Umfeld von Alisons Instrumentalwerken.
- Bassviol Tiefes Streichinstrument, das in Alisons Psalter- und Hausmusikpraxis eine Begleitfunktion haben konnte.
- Broken Consort Englische gemischte Instrumentalbesetzung, in deren Repertoire Alisons Consortstücke stehen.
- Campion, Thomas Dichter und Komponist, dessen Texte und Zuschreibungsfragen Alisons Liedumfeld berühren.
- Cithern Zupfinstrument der englischen Haus- und Consortmusik, in Alisons Psalterkontext ausdrücklich relevant.
- Consort Music Englische Ensemblepraxis, in der Alisons Instrumental- und Liedsätze verankert sind.
- Consort Song Englische Gattung zwischen Lied, Instrumentalbegleitung und privater Aufführungspraxis.
- De la Tromba Pavan Bekanntes Instrumentalstück Richard Alisons im Broken-Consort-Repertoire.
- Dowland, John Hauptfigur der englischen Lautenlied- und Lautenmusik, wichtiger Vergleichspunkt zu Alisons Umfeld.
- Duke’s Place Londoner Adresse, die im Zusammenhang mit Alisons Psalterdruck von 1599 genannt wird.
- East, Michael Komponist und Psalterkontext, in dem Alison-Repertoire und spätere Psalmtraditionen berührt werden.
- East, Thomas Englischer Musikdrucker und Herausgeber des Whole Booke of Psalmes von 1592.
- Elisabethanische Musik Stil- und Kulturrahmen der frühen Wirkungszeit Richard Alisons.
- Englische Hausmusik Privater Aufführungskontext von Alisons Psalmen, Liedern und Consortstücken.
- Englische Madrigalschule Gattungs- und Druckumfeld, an das Alisons Liedsammlung teilweise anschließt.
- Englische Psalmodie Protestantische Psalmtradition, in der Alisons Psalterarbeiten stehen.
- Farnaby, Giles Komponist, zu dessen Canzonets Alison 1598 einen Lobvers beitrug.
- Goe from my window Englisches Lied- und Instrumentalmaterial, mit dem Alison in der Consort- und Lautenrezeption verbunden ist.
- In nomine Spezifisch englische Instrumentalgattung, in der Alison mit einem fünfstimmigen Satz vertreten ist.
- Jakobäische Musik Musik der frühen Stuartzeit, in die Alisons später Druck von 1606 fällt.
- Laute Zentrales Zupfinstrument der englischen Hausmusik und Psalterbegleitung um 1600.
- Lautenlied Englische Gattung im Umfeld von Alisons Psalter- und Liedkultur.
- Madrigal Mehrstimmige weltliche Vokalgattung, deren englische Ausprägung Alisons Liedsammlung berührt.
- Morley, Thomas Englischer Komponist, Drucker und Herausgeber, dessen Consortdrucke mit Alisons Instrumentalüberlieferung verbunden sind.
- Orpharion Englisches Zupfinstrument, das in Alisons Psalterdruck als mögliche Begleitung erscheint.
- Patronage Sozialer Rahmen von Alisons Beziehungen zum Haus Warwick und zu Sir John Scudamore.
- Psalter Buch- und Gattungstyp, in dem Alisons wichtigste geistliche Publikation steht.
- Psalmenbearbeitung Zentrale Tätigkeit Alisons im Zusammenhang protestantischer Haus- und Kirchenmusik.
- Ravenscroft, Thomas Englischer Herausgeber und Komponist späterer Psalter- und Liedsammlungen, wichtig für Alisons Umfeld.
- Rosseter, Philip Herausgeber von Consort Lessons 1609, dessen Druck für Alisons spätere Rezeption und Todesdatierung wichtig ist.
- Scudamore, Sir John Patron und Widmungsträger von Alisons An Howres Recreation in Musicke.
- The Psalmes of David in Meter Psalterdruck Richard Alisons von 1599 für Stimmen und häusliche Instrumente.
- The Whole Booke of Psalmes Englischer Psalterdruck von 1592, zu dem Alison Harmonien beitrug.
- Walsingham, Sir Francis Haushalts- und Handschriftenkontext früher Consortnachweise Alisons.
- Countess of Warwick Patronageumfeld, mit dem Alison 1599 verbunden war.
- Dudley, Ambrose, 3. Earl of Warwick Von Alison als früherer Herr und Patron erinnerte Adelsfigur.
- Wode Partbooks Handschriftenkomplex, der für Alisons Lied- und Zuschreibungsüberlieferung relevant ist.