Paris Francesco Alghisi
Überblick
Paris Francesco Alghisi gehört zu den Brescianer Komponisten des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts, deren Werk zwischen städtischer Kirchenmusik, Oratorium, venezianischer Oper, Kantate, Kammermusik und geistlicher Vokalkomposition steht. Seine Lebensbahn ist stark an Brescia gebunden, führt aber zugleich kurz nach Polen, nach Venedig, nach Modena, nach Bologna und über seine geistlichen Kompositionen bis in den Raum klösterlicher Musikpraxis nördlich der Alpen.
Alghisi war Schüler von Orazio Pollarolo, dem Organisten des Doms von Brescia und Vater des Opernkomponisten Carlo Francesco Pollarolo. Diese Ausbildung verankerte ihn in der oberitalienischen Orgel-, Kirchen- und Theaterpraxis. Früh trat er offenbar, gemeinsam mit weiteren Schülern Pollarolos, für kurze Zeit in den Dienst der polnischen Hofkapelle. Nach der Rückkehr nach Brescia nahm er den geistlichen Stand an und wurde Mitglied der Kongregation des Oratoriums.
Seine weltliche Bühnenproduktion ist schmal, aber aussagekräftig. Die beiden Opern L’amor di Curzio per la patria und Il trionfo della continenza, beide auf Libretti von Giulio Cesare Corradi, wurden im venezianischen Umfeld des Teatro Santi Giovanni e Paolo aufgeführt. Sie zeigen Alghisi als Komponisten, der nicht nur in kirchlichen Institutionen tätig war, sondern auch die spätere venezianische Oper des 17. Jahrhunderts kannte.
Der größere Teil seines bekannten Werkes gehört zur geistlichen Musik. Besonders wichtig sind die Oratorien, die in Brescia beziehungsweise Bologna aufgeführt wurden, darunter La giornata del Diporto, Il trionfo della fede, Il disinganno dell’intelletto, Il serafino nell’amare e cherubino nell’intendere und Il trionfo della sapienza. Diese Werke stehen in einer städtisch-kirchlichen Kultur, in der das Oratorium didaktische, dramatische, festliche und devotional-theologische Funktionen verband.
Alghisis Nachruhm blieb begrenzt, weil ein großer Teil der Musik verschollen ist oder nur in Librettos, bibliographischen Zeugnissen, einzelnen Handschriften und Hinweisen älterer Lexika sichtbar bleibt. Gerade deshalb ist er kulturgeschichtlich wichtig: An ihm lässt sich die dichte lokale Musikkultur Brescias um 1700 erkennen, in der Dom, Oratorium, Kollegien, Accademia Filarmonica, adelige Feste, geistliche Dramatik und venezianisches Opernmodell miteinander verbunden waren.
Kurzdaten
| Name | Paris Francesco Alghisi. |
|---|---|
| Namensvarianten | Paris Francesco Algisi, Paride Francesco Alghisi, Paride Francesco Algisi, Don Paris Francesco Alghisi. |
| Alphabetischer Ansatz | Alghisi, Paris Francesco; Suchvariante: Algisi, Paris Francesco. |
| Dateiname | alghisi-paris-francesco.shtml. |
| Geburt | 19. Juni 1666 in Brescia, in der Pfarrei Santi Nazaro e Celso. |
| Tod | 30. März 1733 in Brescia; abweichend begegnen in älteren beziehungsweise sekundären Nachweisen auch andere Märzdaten. |
| Beruf | Komponist, Organist, Kapellmeister, Oratorianer, Priester, Opernkomponist, Oratorienkomponist, Kirchenmusiker, Vokalkomponist und Kammermusikkomponist. |
| Eltern | Antonio Alghisi und Margherita Bonvicini. |
| Ausbildung | Frühe musikalische Ausbildung bei Orazio Pollarolo beziehungsweise Polaroli, Organist des Doms von Brescia; daneben Studien der Philosophie und des Rechts. |
| Frühe Auslandserfahrung | Wahrscheinlich 1681 bis 1683 kurzer Aufenthalt im Dienst der polnischen Hofkapelle im Umkreis seines Lehrers Orazio Pollarolo. |
| Orden und kirchlicher Stand | Priester und Mitglied der Kongregation des Oratoriums, besonders mit Santa Maria della Pace in Brescia verbunden. |
| Ämter | Kapellmeister der Congregazione dell’Oratorio in Brescia, Kapellmeister am Collegio de’ Nobili, Kirchenmusiker an verschiedenen Brescianer Institutionen und Organist der Kathedrale von Brescia. |
| Wichtige Wirkungsorte | Brescia, Venedig, Modena, Bologna, zeitweise polnischer Hofkontext und in der Rezeption Wien sowie Disentis. |
| Hauptgattungen | Oper, Oratorium, Motette, geistliche Kantate, weltliche Kantate, geistliche Canzonetta, Sonate da camera, liturgische Musik und Orgel- beziehungsweise Ensemblepraxis. |
| Bekannte Opern | L’amor di Curzio per la patria und Il trionfo della continenza, beide nach Libretti von Giulio Cesare Corradi und im venezianischen Theaterkontext um 1690 aufgeführt. |
| Gedrucktes Instrumentalwerk | Sonate da camera a tre, 2 violini e violoncello o cembalo, op. 1, Modena 1693. |
| Kulturelle Bedeutung | Vertreter der Brescianer Barockmusik zwischen Oratorium, Dommusik, venezianischer Oper, Oratorianerkultur, Kammermusik und geistlicher Vokalpraxis. |
Name, Ansatz und Quellenlage
Der Eintrag wird unter der Form Paris Francesco Alghisi geführt. In italienischen und älteren deutschen Nachweisen erscheinen auch die Varianten Algisi, Paride Francesco Alghisi und Don Paris Francesco Alghisi. Die Schreibweise Alghisi ist für den Haupteintrag vorzuziehen, weil sie in neueren fachlexikalischen und italienischen Nachweisen fest etabliert ist. Die Form Algisi bleibt als Such- und Verweisform wichtig.
Der Vorname Paris darf nicht mit der Stadt Paris verwechselt werden. In italienischen Kontexten steht daneben die italianisierte Form Paride. Für die Dateibezeichnung wird nach der gewünschten Regel der Familienname vorangestellt: alghisi-paris-francesco.shtml. Da der Komponist geistlicher Amtsträger war, begegnet in alten Titeln und Nachweisen außerdem die Anrede Don, die aber nicht Bestandteil des eigentlichen Lemmas ist.
Die Quellenlage ist fragmentarisch. Von den Opern sind vor allem Libretti und einzelne musikalische Reste beziehungsweise Arienüberlieferungen greifbar. Die gedruckten Sonate da camera von 1693 bezeugen seine instrumentale Arbeit. Die Oratorien sind vielfach über Libretti, Aufführungsnachrichten und bibliographische Angaben bekannt. Ein Teil seiner nicht gedruckten Musik wurde seinem letzten Willen entsprechend nach Disentis beziehungsweise in den Besitz der Brescianer Oratorianer gegeben; gerade diese Überlieferungslage erklärt, warum viele Werke heute verschollen oder nur indirekt nachweisbar sind.
Leben, Ausbildung und kirchliche Ämter
Paris Francesco Alghisi wurde am 19. Juni 1666 in Brescia geboren. Als Eltern werden Antonio Alghisi und Margherita Bonvicini genannt. Seine musikalische Ausbildung begann sehr früh bei Orazio Pollarolo, dem Organisten der Kathedrale von Brescia. Dieser Lehrer ist für Alghisis Laufbahn besonders wichtig, weil Pollarolo eine Verbindung zwischen Brescianer Kirchenmusik, venezianischer Opernwelt und professioneller Kapellpraxis vermittelte.
Neben der Musik studierte Alghisi Philosophie und Recht. Diese doppelte Ausbildung entspricht dem Profil vieler barocker Kirchenmusiker, die nicht nur musikalisch, sondern auch rhetorisch, theologisierend und gelehrt geschult waren. Bereits 1681 trat er als junger Mann durch philosophische Reden in Brescianer Kirchen hervor. Solche akademisch-geistlichen Auftritte zeigen, dass er nicht bloß als Musiker, sondern auch als gebildeter kirchlich-literarischer Akteur wahrgenommen wurde.
Wahrscheinlich hielt sich Alghisi zwischen 1681 und 1683 für kurze Zeit im Dienst der polnischen Hofkapelle auf. Dieser Aufenthalt wird im Zusammenhang mit seinem Lehrer Orazio Pollarolo berichtet, der ebenfalls mit dem polnischen Hof verbunden war. Die Episode blieb kurz, ist aber kulturgeschichtlich aufschlussreich, weil sie zeigt, wie oberitalienische Musiker im späten 17. Jahrhundert in europäische Hofnetzwerke eingebunden wurden.
Nach seiner Rückkehr nach Brescia trat Alghisi in die Kongregation des Oratoriums ein und wurde Priester. Diese Entscheidung beendete seine weltliche musikalische Tätigkeit nicht. Er komponierte weiterhin Opern, weltliche Kantaten und Kammermusik, zugleich aber einen wachsenden Bestand geistlicher Musik. Der Oratorianerkontext bot dafür einen besonders geeigneten Rahmen: Predigt, Musik, Andacht, geistliches Theater und städtische Bildungskultur konnten hier eng zusammenwirken.
Seit etwa 1690 war Alghisi als Kapellmeister der Oratorianerkirche Santa Maria della Pace in Brescia tätig. Zugleich wirkte er am Collegio de’ Nobili, einer jesuitisch geprägten beziehungsweise adeligen Bildungsinstitution, und wurde 1701/1702 Organist der Kathedrale von Brescia. Diese Organistenstelle behielt er bis zu seinem Tod. 1706 wurde er in die Accademia Filarmonica von Bologna aufgenommen, was seinen Rang über den lokalen Brescianer Bereich hinaus bestätigte.
Seine letzten Lebensjahre verbrachte Alghisi in Brescia, stärker auf geistliche Tätigkeit konzentriert. Er starb dort im März 1733, in der Regel mit dem 30. März angegeben. Der Umstand, dass seine geistliche Musik nach seinem Tod noch aufgeführt wurde, führte später zu Verwirrungen in der Überlieferung und sogar zu der irrtümlichen Annahme eines weiteren gleichnamigen Komponisten. Diese Rezeptionsverwirrung zeigt, wie lebendig seine Musik lokal noch war, obwohl sein Name später aus dem größeren Kanon verschwand.
Ausführlicher Kulturüberblick
Paris Francesco Alghisi steht in der Musikkultur einer Stadt, die zwischen der großen venezianischen Opern- und Druckwelt, der lombardischen Kirchenmusik, der Brescianer Instrumenten- und Orgeltradition, der katholischen Reformfrömmigkeit und lokalen Akademien vermittelt. Brescia war im 17. Jahrhundert politisch Teil der Republik Venedig, besaß aber eine eigene städtische Musiklandschaft mit Dom, Kollegien, Kirchen, geistlichen Kongregationen, adeligen Festen und gelehrten Gesellschaften.
Für Alghisi ist diese lokale Verdichtung entscheidend. Er war kein dauerhaft in Venedig wirkender Opernkapellmeister und kein internationaler Hofkomponist von der Größe eines Alessandro Scarlatti oder Antonio Caldara. Sein Profil liegt vielmehr im Typus des städtisch-kirchlichen Barockkomponisten, der mehrere Aufgaben verband: Orgelspiel, Kapellleitung, Oratorienproduktion, Unterricht, geistliche Vokalwerke, gelegentliche Theatermusik und Instrumentalkomposition.
Die Verbindung mit Orazio Pollarolo und indirekt mit Carlo Francesco Pollarolo verankert Alghisi in einem professionellen Musikerumfeld, das die venezianische Oper kannte. Seine beiden Opern nach Giulio Cesare Corradi zeigen, dass auch ein Brescianer Kirchenmusiker Zugang zur Theaterwelt des Teatro Santi Giovanni e Paolo hatte. Diese Bühne gehörte zu den bedeutenden venezianischen Opernorten des späten 17. Jahrhunderts und war mit kommerzieller Aufführungspraxis, Starwesen, Librettozirkulation und politisch-moralischen Stoffen verbunden.
Gleichzeitig ist Alghisis Oratorienproduktion nicht als bloßer Gegensatz zur Oper zu verstehen. Im italienischen Barock teilen Oper und Oratorium viele Mittel: Rezitativ, Arie, dramatische Rollen, Affektgestaltung, Da-capo-Form, rhetorische Zuspitzung und theatralische Struktur. Der Unterschied liegt vor allem in Stoff, Aufführungsort, moralischer Funktion und religiöser Einbindung. Bei Alghisi wird diese Nähe besonders deutlich, weil er beide Gattungen pflegte.
Die Oratorianerkultur spielte dabei eine zentrale Rolle. Die Kongregation des Oratoriums verstand Musik als Mittel der Andacht, Belehrung und geistlichen Affektlenkung. Oratorien konnten biblische, allegorische, hagiographische oder moralische Stoffe dramatisch entfalten, ohne die liturgische Form der Messe zu berühren. In Brescia verband sich dies mit lokalen Festen, Dominikaner-, Franziskaner- und Oratorianerkirchen sowie mit der Bildungskultur von Kollegien.
Alghisis Instrumentalmusik verweist auf eine weitere Schicht. Die Sonate da camera a tre op. 1 von 1693 stehen in der oberitalienischen Triosonatenkultur, in der zwei Violinen und Basso continuo die kammermusikalische Hauptbesetzung bilden. Brescia und die umliegenden Regionen hatten eine starke Tradition von Streichinstrumenten, Orgeln und kirchlich-akademischer Instrumentalpraxis. Alghisis gedruckte Sonaten bezeugen daher, dass seine Kunst nicht auf Vokaldramatik beschränkt war.
Seine geistlichen Canzonetten und der Briefwechsel im Zusammenhang mit den Wiener Ursulinen zeigen schließlich, wie Musik zwischen lokalen Klöstern, Frauenkonventen, geistlicher Erziehung und überregionalem Austausch zirkulierte. Musik für Nonnenklöster war im 17. und frühen 18. Jahrhundert ein wichtiger, aber lange unterschätzter Bereich. Alghisi erscheint hier als Komponist, dessen Werke nicht nur in Brescia, sondern auch in klösterlichen Netzwerken jenseits der Stadt nachgefragt wurden.
Oper, Venedig und Teatro Santi Giovanni e Paolo
Alghisis Opernproduktion ist auf zwei bekannte Werke konzentriert: L’amor di Curzio per la patria und Il trionfo della continenza. Beide beruhen auf Libretti von Giulio Cesare Corradi und wurden im venezianischen Kontext des Teatro Santi Giovanni e Paolo aufgeführt. Diese Verbindung ist wichtig, weil Corradi zu den erfahrenen Librettisten des venezianischen Barocktheaters gehörte und das Theater Santi Giovanni e Paolo ein bedeutender Ort des öffentlichen Opernbetriebs war.
L’amor di Curzio per la patria greift einen römisch-patriotischen Stoff auf. Der Titel verweist auf Marcus Curtius, der im römischen Mythos bereit ist, sich für das Vaterland zu opfern. Solche Stoffe waren für die Opera seria und ihre Vorformen geeignet, weil sie Tugend, Patriotismus, Opfer, Liebe, Ruhm und politische Moral dramatisieren konnten. Alghisis Oper steht damit im Feld jener spätseicentesken Oper, die historische und moralische Exempla mit Liebeshandlungen und musikalischer Affektkunst verband.
Il trionfo della continenza behandelt ebenfalls ein moralisches Grundthema. Der Sieg der Enthaltsamkeit passt in eine Opernkultur, die Tugend und Leidenschaft gegeneinanderstellt und dabei zugleich dem Publikum die musikalische Darstellung von Affekten, Konflikten und Verführungen bietet. Der moralische Titel darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass solche Opern durchaus theatrale Attraktivität, sängerische Virtuosität und venezianische Bühnenwirkung entfalten konnten.
Da die Opern nicht vollständig musikalisch überliefert sind, muss die Bewertung vorsichtig bleiben. Einzelne Arien und Librettozeugnisse lassen jedoch erkennen, dass Alghisi mit der zeittypischen Da-capo-Arie, mit melodischer Profilierung und mit venezianischer Dramaturgie vertraut war. Seine Opern sind deshalb weniger wegen eines großen erhaltenen Repertoires bedeutsam als wegen der Verbindung eines Brescianer Oratorianers mit dem professionellen venezianischen Opernbetrieb.
Oratorium, geistliche Musik und Brescianer Frömmigkeitskultur
Das Oratorium bildet den Kern von Alghisis bekanntem Schaffen. Zwischen 1692 und 1705 entstanden mehrere geistliche Dramen, die in Brescia beziehungsweise Bologna aufgeführt wurden. Die Titel zeigen die thematische Breite: allegorische Weisheitskämpfe, Triumph der Frömmigkeit, Heiligenverehrung, antiketzerische Polemik, moralische Desillusionierung und spirituelle Erkenntnis. Diese Stoffwelt gehört unmittelbar zur katholischen Frömmigkeits- und Lehrkultur der Zeit.
La giornata del Diporto ist besonders wichtig, weil der Titel beziehungsweise das Libretto Angaben zur Stellung Alghisis enthält. Solche Librettodrucke sind für die Erforschung barocker Oratorien entscheidend, da die Musik häufig verloren ist, während Drucke Aufführungsort, Widmung, Funktion, Personal, Titel und sozialen Kontext bewahren. Alghisis Oratorien sind daher auch dort kulturgeschichtlich lesbar, wo die Noten selbst nicht vollständig erhalten sind.
Die Oratorien der Jahre 1697 bis 1705 zeigen eine kontinuierliche Produktion für geistliche Anlässe. Werke wie Il trionfo della fede, Il disinganno dell’intelletto, Il serafino nell’amare e cherubino nell’intendere und Il trionfo della sapienza machen deutlich, dass Alghisi allegorische Begriffe musikalisch dramatisierte. Glaube, Verstand, Weisheit, Heiligkeit, Liebe und Irrtum erscheinen als handelnde oder zumindest dramatisch gegeneinander gesetzte Kräfte.
Auch die geistliche Vokalmusik ist wichtig. Die Motette Suaves accentus für Sopran, Streicher und Orgel zeigt den vokal-instrumentalen Stil einer frommen, aber klanglich reizvollen Kirchenmusik. Die Divote Canzonette, teilweise für Ursulinen in Wien komponiert, weisen auf klösterliche, weibliche und pädagogische Musizierformen. Damit überschreitet Alghisis geistliche Musik die rein lokale Liturgie und berührt ein weiteres Netzwerk katholischer Musikpraxis.
Kammermusik, Kantate und instrumentale Praxis
Die Sonate da camera a tre op. 1, 1693 in Modena gedruckt, sind Alghisis wichtigster instrumentaler Werkkomplex. Die Besetzung mit zwei Violinen und Violoncello oder Cembalo entspricht der oberitalienischen Triosonatenpraxis. Die Bezeichnung da camera verweist auf die Nähe zu Tanzsätzen, höfisch-akademischem Musizieren und weltlicher Kammermusik, ohne dass die Stücke nur als leichte Unterhaltung abzuwerten wären.
Die Veröffentlichung in Modena zeigt, dass Alghisi über Brescia hinaus im oberitalienischen Musikdruck sichtbar war. Gedruckte Instrumentalmusik bedeutete um 1690 nicht nur lokale Verwendbarkeit, sondern überregionale Zirkulation. Wer Sonaten drucken ließ, trat in einen Markt ein, in dem Musiker, adelige Dilettanten, Akademien, Kapellen und Sammler neues Repertoire suchten.
Die verlorene Kantatensammlung, die Ferdinand von Toskana gewidmet gewesen sein soll, weist auf Alghisis Verbindung zur weltlichen und höfisch-kammermusikalischen Vokalkultur. Die italienische Kantate war um 1700 eine zentrale Gattung der gebildeten Gesellschaft: weniger öffentlich als die Oper, aber dramatisch, affektiv, poetisch und musikalisch anspruchsvoll. Auch wenn die Sammlung nicht erhalten ist, bestätigt ihr Nachweis Alghisis Tätigkeit außerhalb der reinen Kirchenmusik.
Zusammen mit den Oratorien, Opern und geistlichen Werken ergibt sich ein vielseitiges Profil. Alghisi war nicht auf eine einzige Institution oder Gattung beschränkt. Er beherrschte die Typen des italienischen Barock: die dramatische Bühne, das geistliche Drama, die Kammerinstrumentalmusik, die Kantate, die Motette und die fromme Canzonetta.
Werkverzeichnis
Das folgende Werkverzeichnis fasst die bekannten, nachweisbaren und in der Forschung genannten Werke Paris Francesco Alghisis zusammen. Wegen der fragmentarischen Überlieferung ist zwischen erhaltenen Drucken, Librettos, Handschriften, bibliographisch erwähnten Werken und verschollenen Kompositionen zu unterscheiden. Wo Musik nicht vollständig erhalten ist, wird der Werkstatus entsprechend vorsichtig formuliert.
Opern
| 1690 | L’amor di Curzio per la patria, Dramma per musica in drei Akten, Libretto von Giulio Cesare Corradi, aufgeführt im Teatro Santi Giovanni e Paolo in Venedig. Der römisch-patriotische Stoff verbindet Liebeshandlung, Tugendexempel und venezianische Operndramaturgie. Die Musik ist nicht vollständig erhalten; das Libretto und einzelne Zeugnisse sichern den Werkstatus. |
|---|---|
| 1690/1691 | Il trionfo della continenza, Dramma per musica in drei Akten, Libretto von Giulio Cesare Corradi, aufgeführt im venezianischen Theaterkontext von Santi Giovanni e Paolo. Das Werk behandelt ein moralisches Tugendthema und gehört zu den wenigen weltlichen Bühnenwerken Alghisis. |
Oratorien
| 1692 | La giornata del Diporto, Oratorium, in Brescia aufgeführt. Der Librettodruck ist besonders wichtig, weil er Angaben zur Person und Stellung Alghisis enthält. |
|---|---|
| 1693 | Le piaghe sante da una ferita, Oratorium, Brescia. Der Titel verbindet Passionsfrömmigkeit, Wundmotiv und geistliche Affektbildung. |
| 1695 | La mensa bersagliatrice dell’eresia, Oratorium, Brescia. Antiketzerisch und apologetisch geprägter geistlicher Stoff, der in die katholische Kontrovers- und Reformkultur passt. |
| 1697 | Il trionfo della fede, Oratorium, Brescia. Allegorisches Triumphmotiv des Glaubens, typisch für die geistliche Dramaturgie des barocken Oratoriums. |
| 1698 | Megera delusa, Oratorium, Brescia. Der Titel verbindet mythologisch-allegorische Figur und moralisch-geistliche Zurückweisung des Bösen. |
| 1699 | La gara del merito, Oratorium, Brescia. Allegorisches Werk über Verdienst, Tugendkonkurrenz und geistliche Bewertung. |
| 1700 | Il transito del glorioso S. Antonio di Padoa, Oratorium, Brescia, aufgeführt in der Kirche San Francesco. Hagiographisches Werk über den Tod beziehungsweise Übergang des heiligen Antonius von Padua. |
| 1701 | Il disinganno dell’intelletto, Oratorium, Brescia. Allegorisches Werk über Erkenntnis, Täuschung und geistige Umkehr. |
| 1703 | Il serafino nell’amare e cherubino nell’intendere, Oratorium, für San Domenico in Bologna komponiert und später erneut aufgeführt. Der Titel verbindet seraphische Liebe und cherubinische Erkenntnis. |
| 1704 | Il trionfo della sapienza, Oratorium, Bologna. Allegorisches Weisheitsoratorium im Umfeld dominikanischer und akademischer Frömmigkeit. |
| 1705 | Lite in cielo tra la Sapienza e la Santità per l’incoronazione dell’angelico maestro S. Tomaso d’Aquino, Oratorium, Bologna. Werk zur Verehrung des heiligen Thomas von Aquin, das Weisheit und Heiligkeit in einen theologischen Streit beziehungsweise eine allegorische Himmelsdramaturgie bringt. |
| Bibliographisch genannt | Weitere Oratorien und geistliche Dramen werden in älteren Nachweisen erwähnt oder sind nur über Titel, Aufführungsnachrichten und Librettospuren greifbar. Der Bestand ist wegen verschollener Musik und verstreuter Librettodrucke vorsichtig zu behandeln. |
Geistliche Vokalmusik, Motetten und Canzonetten
| Ohne genaue Datierung | Suaves accentus, Motette für Sopran, Streicher und Orgel. Eine Handschrift wird in älteren fachlichen Nachweisen mit Berlin verbunden. Das Werk zeigt Alghisi als Komponisten konzertierender geistlicher Vokalmusik. |
|---|---|
| Ohne genaue Datierung | Divote Canzonette, geistliche Canzonetten, nach älteren Angaben zu einem großen Teil für die Ursulinen in Wien komponiert. Diese Stücke sind für die Erforschung klösterlicher und weiblicher Musikpraxis besonders wichtig. |
| Ohne genaue Datierung | Credo a quatro, Credo für vier Stimmen beziehungsweise mit Streicher-, Orgel- und Tasteninstrumentenbezug in modernen und älteren Nachweisen genannt. Das Werk gehört in den Bereich der liturgischen beziehungsweise paraliturgischen Kirchenmusik. |
| Ohne genaue Datierung | Geistliche Musik für verschiedene Brescianer Feierlichkeiten, handschriftlich beziehungsweise bibliographisch erwähnt. Dieser Werkbereich ist nur teilweise greifbar und spiegelt Alghisis praktische Tätigkeit als Kapellmeister und Kirchenmusiker. |
| Ohne genaue Datierung | Motetten und kleinere geistliche Vokalkompositionen, teils nur indirekt über Bibliographien, spätere Erwähnungen und verstreute Handschriften bezeugt. |
Kantaten und weltliche Vokalmusik
| Vor 1694 | Kantatensammlung, in Bologna gedruckt und Ferdinand de’ Medici beziehungsweise Ferdinand von Toskana gewidmet. Nach älteren Nachweisen war die Sammlung bereits vor 1694 bekannt; ein erhaltenes Exemplar ist gegenwärtig nicht gesichert. |
|---|---|
| Ohne genaue Datierung | Einzelne Kantaten beziehungsweise weltliche Vokalstücke, nur in älteren Quellen, Bibliographien oder Werkhinweisen fassbar. Die Gattung verweist auf Alghisis Nähe zur höfisch-akademischen Vokalkultur. |
Kammermusik und Instrumentalwerke
| 1693 | Sonate da camera a tre, 2 violini e violoncello o cembalo, op. 1, Modena, Canobi. Gedruckte Sammlung von Triosonaten beziehungsweise Kammersonaten; wichtigstes erhaltenes instrumentales Werk Alghisis und Beleg seiner Teilhabe an der oberitalienischen Sonatenkultur. |
|---|---|
| Ohne genaue Datierung | Weitere instrumentale Musik ist nicht sicher in gleicher Weise greifbar. Angesichts seiner Tätigkeit als Organist und Kapellmeister ist praktische Instrumentalmusik wahrscheinlich, doch nur eindeutig belegte Titel sollen als Werke angesetzt werden. |
Briefe, Dokumente und verschollene Überlieferung
| Briefe | Manuskriptbriefe Alghisis waren in älteren Brescianer Sammlungen nachweisbar. Ein Teil der Forschung hebt besonders den Briefwechsel mit Madre Arcangela Biondini hervor, der Musikbestellungen und klösterliche Aufführungspraxis dokumentiert. |
|---|---|
| Nachlass | Ein großer Teil der nicht gedruckten Musik gelangte nach seinem Willen an das Benediktinerkloster Disentis in Graubünden; weitere Kompositionen und sein Cembalo blieben bei den Oratorianern in Brescia. Diese Nachlassgeschichte ist ein Hauptgrund für die schwierige Werküberlieferung. |
| Verschollene Werke | Mehrere in älteren Bibliographien erwähnte Werke, besonders Kantaten und geistliche Kompositionen, sind heute nicht oder nur indirekt nachweisbar. Sie sollten in Spezialkatalogen mit Quellenvermerk und nicht als vollständig erhaltene Werke geführt werden. |
Rezeption und kulturgeschichtliche Bedeutung
Alghisis Rezeption blieb lange lokal und spezialistisch. Er gehört nicht zu den kanonischen Namen des italienischen Barock, wurde aber in Brescia noch nach seinem Tod durch Aufführungen geistlicher Musik erinnert. Diese lokale Fortwirkung ist wichtig, weil sie zeigt, dass musikalische Bedeutung im 17. und 18. Jahrhundert nicht nur durch internationale Drucke und Opernhäuser entstand, sondern auch durch dauerhafte kirchliche und städtische Praxis.
Die spätere Forschung nahm Alghisi vor allem im Zusammenhang der Brescianer Musikgeschichte, der Oratorienüberlieferung, der Organisten und Kapellmeister der Kathedrale von Brescia, der Accademia Filarmonica von Bologna, der venezianischen Librettistik und der klösterlichen Musikpraxis wahr. Besonders die Arbeiten zu Brescianer Musik des 18. Jahrhunderts und zu den Ursulinen in Wien haben sein Profil erweitert.
Kulturgeschichtlich ist Alghisi ein Beispiel für den komponierenden Geistlichen, der in mehreren Musikkulturen zugleich agierte. Er schrieb für Kirche, Oratorium, Theater, Kammer und Kloster. Er bewegte sich zwischen Brescia und Venedig, zwischen lokaler Frömmigkeit und öffentlichem Theater, zwischen gedruckter Triosonate und verschollener Kantate, zwischen geistlichem Amt und musikalischer Professionalität.
Sein Werk macht außerdem sichtbar, wie eng das italienische Oratorium mit der Oper verwandt war. Viele musikalische Formen, besonders Rezitativ, Arie und affektorientierte Dramaturgie, konnten in beiden Bereichen auftreten. Alghisi ist deshalb nicht nur ein Brescianer Kirchenmusiker, sondern auch ein Vermittler zwischen geistlicher Dramatik und venezianischer Theaterkultur.
Sekundärliteratur
- Barezzani, Maria Teresa, und andere: La musica a Brescia nel Settecento. Brescia, 1981. Grundlegender Sammelband zur Brescianer Musik des 18. Jahrhunderts und zum lokalen Umfeld Alghisis.
- Barezzani, Maria Teresa: La pratica strumentale nelle feste accademiche del Settecento, in: Cultura, religione e politica nell’età di Angelo Maria Querini. Brescia, 1982. Wichtiger Kontext zur Instrumentalpraxis in Brescia und zur akademischen Musikkultur.
- Cozzando, Leonardo: Libraria bresciana. Brescia, 1694. Zeitnaher älterer bibliographischer Nachweis, wichtig für Alghisis früh bekannte Drucke und Kantaten.
- Crosatti, Remo: Musicam docet amor: Il musicista bresciano Paris Francesco Alghisi (1666–1733) e l’epistolario con madre Arcangela Biondini. Brescia: Starrylink, 2009. Moderne Studie zu Alghisi, zum Briefwechsel mit Madre Arcangela Biondini und zur Musikbestellung im klösterlichen Netzwerk.
- Dalola, F.: Memorie spettanti alla vita del servo di Dio P. F. Alghisi da Brescia. Florenz. Ältere biographische Quelle, auch für Angaben zu Frömmigkeit, Lebensbild und früher Nachwirkung bedeutsam.
- Page, Janet K.: Convent Music and Politics in Eighteenth-Century Vienna. Breiter Kontext zu Nonnenklöstern, Musikbestellungen und dem Umfeld, in dem auch Alghisis Briefwechsel mit Madre Arcangela Biondini relevant ist.
- Peroni, Vincenzo: Biblioteca bresciana. Brescia, 1816. Älterer Brescianer Literatur- und Musiknachweis mit Angaben zur lokalen Überlieferung.
- Sartori, Claudio: I libretti italiani a stampa dalle origini al 1800. Cuneo: Bertola & Locatelli, 1990–1995. Unverzichtbarer Katalog zur Librettoüberlieferung von Opern und Oratorien, wichtig für Alghisis venezianische Opern und geistliche Dramen.
- Tagliavini, Luigi Ferdinando: Alghisi, Paris Francesco, in: Dizionario Biografico degli Italiani, Band 2. Rom, 1960. Fachlexikalischer Grundartikel zu Leben, Werk, Quellen und Bibliographie.
- Termini, Olga: Organists and Chapel Masters at the Cathedral of Brescia (1608–1779), in: Note d’archivio, III, 1985. Wichtiger Spezialbeitrag zur Organisten- und Kapellmeistergeschichte der Kathedrale von Brescia.
- Termini, Olga: Instrumental Music and Musicians at S. Maria della Pace in Brescia at the End of the Seventeenth Century, in: Liuteria e musica strumentale a Brescia tra Cinque e Seicento, Band II. Brescia, 1992. Spezialstudie zu Santa Maria della Pace, instrumentaler Praxis und Alghisis unmittelbarem Wirkungsumfeld.
- Valentini, A.: I musicisti bresciani e il Teatro Grande. Brescia, 1894. Ältere Darstellung zur Brescianer Musik- und Theatergeschichte.
- Die Musik in Geschichte und Gegenwart, MGG Online: Artikel zu Paris Francesco Alghisi, Brescia, Oratorium, italienischer Barockoper und Brescianer Kirchenmusik. Fachlexikalischer Rahmen für biographische, gattungs- und werkgeschichtliche Einordnung.
- The New Grove Dictionary of Music and Musicians: Artikel zu Paris Francesco Alghisi beziehungsweise Algisi, Italian oratorio, Venetian opera and Brescia. Englischsprachiger fachlexikalischer Rahmen zur internationalen Musikgeschichtsschreibung.
Ausgewählte Onlinequellen
- Dizionario della Musica in Italia: Paris Francesco Alghisi Italienischer Kurzartikel mit Lebensdaten, Polenhintergrund, Oratorianerbezug und Hinweis auf die Brescianer Wirkung.
- IMSLP: Paris Francesco Alghisi Freier Rechercheeinstieg zu gemeinfreien Noten, Werkseiten und Digitalisaten, soweit verfügbar.
- IMSLP: Vergleichszugang zu italienischen Kirchenmusikdrucken Nützlicher Recherchekontext für ältere italienische geistliche Drucke; für Alghisi selbst sind die jeweiligen Werkseiten gesondert zu prüfen.
- Musicologica Brunensia: Janet K. Page, Vienna’s Ursuline Convent and the Via Allemagna Forschungsaufsatz mit Hinweis auf den Briefwechsel zwischen Madre Arcangela Biondini und Paris Francesco Alghisi als Dokument klösterlicher Musikbestellungen.
- Treccani, Dizionario Biografico degli Italiani: Alghisi, Paris Francesco Fachlexikalischer Hauptartikel von Luigi Ferdinando Tagliavini zu Herkunft, Ausbildung, Polenhintergrund, Oratorianerkontext, Ämtern, Werken und Quellen.
- Wikimedia Commons: Opernlibretti zu Paris Francesco Alghisi Medienkategorie mit digitalisierten Librettos der Opern L’amor di Curzio per la patria und Il trionfo della continenza.
- WorldCat: Paris Francesco Alghisi Internationaler Bibliothekskatalog zur Recherche nach Libretti, Partituren, Sekundärliteratur, Katalogeinträgen und Spezialstudien.
- WorldCat: Paris Francesco Algisi Suchvariante mit der alternativen Namensform Algisi, wichtig für ältere Kataloge und abweichende bibliographische Ansätze.
- WorldCat: L’amor di Curzio per la patria Gezielte Recherche nach Libretto- und Werküberlieferung der venezianischen Oper.
- WorldCat: Il trionfo della continenza Gezielte Recherche nach Libretto- und Werküberlieferung der zweiten bekannten Oper Alghisis.
- WorldCat: Musicam docet amor Bibliographischer Recherchezugang zur modernen Studie über Alghisi und den Briefwechsel mit Madre Arcangela Biondini.
Weiterführende Einträge
- Accademia Filarmonica di Bologna Musikakademie, in die Alghisi 1706 aufgenommen wurde und die seinen überlokalen Rang bestätigte.
- Alghisi, Paris Francesco Alphabetische Ansatzform für den Brescianer Komponisten, Organisten und Oratorianer.
- Algisi, Paris Francesco Namensvariante von Paris Francesco Alghisi, wichtig für ältere Nachweise und Kataloge.
- Barock Stilepoche, in der Alghisis Opern, Oratorien, Sonaten und geistliche Werke einzuordnen sind.
- Bologna Wichtiger norditalienischer Musikort, verbunden mit Alghisis Oratorien und der Accademia Filarmonica.
- Brescia Geburts-, Wirkungs- und Sterbeort Alghisis sowie Zentrum seiner kirchenmusikalischen Tätigkeit.
- Canzonetta spirituale Geistliche Liedform, zu der Alghisis Divote Canzonette gehören.
- Carlo Francesco Pollarolo Venezianischer Opernkomponist und Sohn von Alghisis Lehrer Orazio Pollarolo.
- Kathedrale von Brescia Kirchenmusikalische Institution, an der Alghisi als Organist wirkte.
- Collegio de’ Nobili Brescia Bildungsinstitution, an der Alghisi als Kapellmeister tätig war.
- Congregazione dell’Oratorio Geistliche Kongregation, der Alghisi angehörte und deren musikalische Praxis seine Oratorien prägte.
- Corradi, Giulio Cesare Librettist der beiden bekannten venezianischen Opern Alghisis.
- Da-capo-Arie Arienform der italienischen Barockoper, die für Alghisis Opernkontext relevant ist.
- Kloster Disentis Benediktinerkloster in Graubünden, an das nach Alghisis Willen ein Teil seiner nicht gedruckten Werke gelangte.
- Domorganist Kirchenmusikalisches Amt, das Alghisi an der Kathedrale von Brescia innehatte.
- Giulio Cesare Corradi Natürliche Namensform des Librettisten von L’amor di Curzio per la patria und Il trionfo della continenza.
- Il trionfo della continenza Venezianische Oper Alghisis nach einem Libretto von Giulio Cesare Corradi.
- Italienische Barockoper Gattungskontext der beiden venezianischen Opern Alghisis.
- Italienisches Oratorium Geistlich-dramatische Gattung, in der Alghisi seinen wichtigsten bekannten Werkkomplex schuf.
- Kammermusik Gattungsbereich von Alghisis Sonate da camera a tre op. 1.
- Kapellmeister Amtliche und praktische Rolle Alghisis an Brescianer Kirchen und Institutionen.
- Katholische Reform Frömmigkeits- und Bildungskontext der Oratorien-, Kirchen- und Ordensmusik Alghisis.
- Kirchenmusik Zentrales Wirkungsfeld Alghisis als Organist, Kapellmeister und Komponist geistlicher Werke.
- L’amor di Curzio per la patria Venezianische Oper Alghisis nach Giulio Cesare Corradi.
- Libretto Textbuch von Oper und Oratorium, für Alghisis Werküberlieferung besonders wichtig.
- Modena Druckort von Alghisis Sonate da camera a tre op. 1.
- Motette Geistliche Vokalgattung, zu der Alghisis Suaves accentus gehört.
- Nonnenmusik Forschungsfeld, das durch Alghisis Divote Canzonette und den Briefwechsel mit Madre Arcangela Biondini berührt wird.
- Oper Bühnenmusikalische Gattung, in der Alghisi zwei bekannte venezianische Werke schrieb.
- Oratorium Geistliche dramatische Gattung, die den Schwerpunkt von Alghisis überliefertem Schaffen bildet.
- Oratorianer Geistlicher Kontext Alghisis und wichtiger Träger musikdramatischer Andachtskultur.
- Orazio Pollarolo Brescianer Domorganist und Lehrer Paris Francesco Alghisis.
- Polnische Hofkapelle Früher europäischer Wirkungskontext Alghisis im Umkreis seines Lehrers Pollarolo.
- Pollarolo, Orazio Alphabetische Ansatzform für Alghisis Lehrer, Organist am Dom von Brescia.
- Santa Maria della Pace Brescia Oratorianerkirche und wichtiger Wirkungsort Alghisis als Kapellmeister.
- Sonata da camera Instrumentale Kammergattung, in der Alghisi 1693 seine op. 1 veröffentlichte.
- Teatro Santi Giovanni e Paolo Venezianisches Opernhaus, in dessen Kontext Alghisis Opern aufgeführt wurden.
- Triosonate Instrumentalgattung für zwei Oberstimmen und Basso continuo, zentral für Alghisis Sonaten op. 1.
- Ursulinen Frauenorden, dessen Wiener Konvent im Zusammenhang mit Alghisis geistlichen Canzonetten und Briefwechsel relevant ist.
- Venedig Opernzentrum, in dem Alghisis zwei bekannte Bühnenwerke aufgeführt wurden.
- Wiener Ursulinen Klösterlicher Rezeptions- und Bestellkontext für geistliche Musik Alghisis.