Anatolij Nikolaevič Aleksandrov (Анатолий Николаевич Александров)
Überblick
Anatolij Nikolaevič Aleksandrov war ein russisch-sowjetischer Komponist, Pianist und Pädagoge. Er wurde am 25. Mai 1888 nach neuer Zählung, am 13. Mai 1888 nach alter Zählung, in Moskau geboren und starb am 16. April 1982 ebenfalls in Moskau. Er gehörte zu den langlebigsten Komponisten seiner Generation und verbindet in seinem Werk die spätromantisch-symbolistische russische Vorkriegskultur, die frühe sowjetische Moderne, die Phase des sozialistischen Realismus, die Nachkriegszeit und die späte sowjetische Kammer- und Klaviertradition.
Aleksandrov ist vor allem als Autor umfangreicher Klaviermusik bekannt. Seine vierzehn Klaviersonaten, entstanden zwischen 1914 und 1971, bilden einen der geschlossensten und umfangreichsten russisch-sowjetischen Sonatenzyklen des 20. Jahrhunderts. Daneben schrieb er zahlreiche Klavierzyklen, Präludien, Etüden, kleine Suiten, romantische Episoden, Tagebuchstücke, Fugen und pädagogisch orientierte Klaviermusik. Als Pianist trat er über viele Jahrzehnte mit eigenen Werken auf und blieb dem Instrument nicht nur kompositorisch, sondern auch praktisch verbunden.
Ein zweiter Schwerpunkt liegt in der Vokalmusik. Aleksandrov vertonte unter anderem Hafis in der Übersetzung Afanasij Fets, Konstantin Bal’mont, Igor’ Severjanin, Aleksandr Puškin, Evgenij Baratynskij, Aleksandr Blok, Sergej Esenin, Fedor Tjutčev, Afanasij Fet, Gavrila Deržavin, Nikolaj Nekrasov, Anna Achmatova, Boris Pasternak und weitere Dichter. Diese Textauswahl zeigt, dass er die russische Romanze nicht als bloße Nebengattung verstand, sondern als poetische Kunstform zwischen Symbolismus, klassischer Lyrik und sowjetischer Gegenwart.
Seine Ausbildung war eng mit der Moskauer Schule verbunden. Er studierte beziehungsweise arbeitete im Umfeld von Nikolaj Žiljaev, Sergej Taneev, Sergej Vasilenko, Aleksandr Il’inskij und Konstantin Igumnov. Ab 1923 lehrte er am Moskauer Konservatorium, 1926 wurde er Professor. Zu seinen Schülerinnen und Schülern gehörten unter anderem Nikolaj Anosov, Nury Halmammedov, Roman Ledenëv, Kirill Molčanov, Mansur Muzafarov, Georgij Mušel, Nikolaj Čemberdži und weitere Komponisten, Dirigenten und Musikpädagogen der sowjetischen Musiklandschaft.
Sein Œuvre ist auffallend breit. Es umfasst Opern wie Dva mira, Bėla, Dikaja Bara und Levša, Streichquartette, Orchesterouvertüren, zwei Symphonien, ein Klavierkonzert, eine Cellosonate, Kammermusik, Vokalsuiten, Romanzen, Chöre, Kinderlieder, Theatermusik, Filmmusik und Musik zu Animationsfilmen. Dennoch wird er musikhistorisch am stärksten über die Klaviermusik, die Romanzen und seine pädagogische Bedeutung wahrgenommen.
Aleksandrovs Stil lässt sich nicht auf ein einfaches Etikett reduzieren. Die frühen Werke stehen unter dem Eindruck von Skrjabin, Medtner, symbolistischer Poetik und einer verfeinerten spätromantischen Harmonik. Später tritt eine stärkere klassizistische Klärung ein, daneben die Anpassung an sowjetische Gattungen, Volksliedbearbeitungen, Kinderlieder und pädagogische Musik. In den späten Werken kehrt die Tendenz zu persönlicher, kammermusikalisch verdichteter Reflexion zurück.
Kurzdaten
| Name | Anatolij Nikolaevič Aleksandrov. |
|---|---|
| Russische Namensform | Анатолий Николаевич Александров. |
| Weitere Namensformen | Anatoly Nikolayevich Alexandrov, Anatolii Nikolayevich Aleksandrov, Anatoly Alexandrov, Anatoly Aleksandrov, Anatoli Nikolajewitsch Alexandrow, An. N. Aleksandrov und А. Н. Александров. |
| Geburt | 25. Mai 1888 nach neuer Zählung, 13. Mai 1888 nach alter Zählung, in Moskau. |
| Tod | 16. April 1982 in Moskau. |
| Grab | Moskau, Vvedenskoe-Friedhof. |
| Beruf | Komponist, Pädagoge, Pianist, Professor am Moskauer Konservatorium, Doktor der Kunstwissenschaften und Volkskünstler der UdSSR. |
| Ausbildung | Privater Unterricht bei Nikolaj Žiljaev und Sergej Taneev; Moskauer Konservatorium mit Klavierunterricht bei Konstantin Igumnov, Theorie- und Kompositionsunterricht unter anderem bei Sergej Vasilenko und Aleksandr Il’inskij. |
| Konservatorium | Ab 1923 Lehrtätigkeit am Moskauer Konservatorium, ab 1926 Professor; nach mehreren Quellen bis 1965 dort tätig. |
| Wichtige Gattungen | Klaviersonate, Klavierzyklus, Romanze, Oper, Streichquartett, Orchesterouvertüre, Symphonie, Klavierkonzert, Cellosonate, Vokalsuite, Kinderlied, Theater- und Filmmusik. |
| Zentrale Werkgruppe | Vierzehn Klaviersonaten von der Sonata-Skazka op. 4 bis zur Sonate Nr. 14 E-Dur op. 97. |
| Opern | Dva mira, Tėn’ Fillidy unvollendet, Sorok pervyj unvollendet, Bėla, Dikaja Bara und Levša. |
| Ehrungen | Verdienter Kunstschaffender der RSFSR, Volkskünstler der RSFSR, Volkskünstler der UdSSR, Stalinpreis zweiter Klasse, Doktor der Kunstwissenschaften und mehrere sowjetische Auszeichnungen. |
| Musikgeschichtliche Bedeutung | Aleksandrov gilt als eigenständige Gestalt der Moskauer Kompositionsschule, als wichtiger Klaviersonatenkomponist des 20. Jahrhunderts, als Vertreter der russisch-sowjetischen Romanze und als einflussreicher Pädagoge des Moskauer Konservatoriums. |
Ausführlicher Kulturüberblick
Anatolij Nikolaevič Aleksandrov gehört zu jenen Komponisten, deren Lebensspanne fast ein ganzes musikalisches Jahrhundert umfasst. Er wurde noch im Russischen Kaiserreich geboren, erhielt seine künstlerische Prägung in der spätzaristischen Moskauer Musikkultur, erlebte die Revolution, den Bürgerkrieg, den Aufbau sowjetischer Institutionen, die kulturellen Normierungen der 1930er Jahre, den Zweiten Weltkrieg, die Nachkriegszeit, die Tauwetterperiode und die späte Sowjetunion. Diese lange historische Spannweite ist seinem Werk eingeschrieben.
Seine frühe Musik steht nahe bei der russischen symbolistischen Kultur. In den ersten Klavierwerken und Romanzen begegnen Titel wie Sonata-Skazka, Videniâ, Otbleski vremën, Slova neskazannye und Gedichte von Bal’mont, Severjanin, Blok, Tjutčev, Esenin oder Baratynskij. Das sind keine zufälligen Text- und Titelentscheidungen. Sie verweisen auf eine Ästhetik des Inneren, des Traums, der Erinnerung, der schwebenden Harmonie und der psychologisch verfeinerten Miniatur.
Gleichzeitig war Aleksandrov kein nur literarisch-sensibler Salonkomponist. Seine Ausbildung bei Taneev, Žiljaev, Vasilenko und Igumnov verankerte ihn in einer hochdisziplinierten Moskauer Schule, die kontrapunktisches Denken, Formbewusstsein, pianistische Kultur und harmonische Genauigkeit verlangte. Deshalb besitzen auch die poetisch betitelten Stücke einen handwerklich kontrollierten Kern. In den Sonaten verbindet sich Fantastik mit Form, subjektive Geste mit architektonischer Organisation.
Nach der Revolution musste Aleksandrov, wie viele Komponisten seiner Generation, seine musikalische Sprache in ein neues kulturelles System einordnen. Die mystisch-symbolistischen Züge der frühen Musik wurden später zurückgenommen oder stilistisch geklärt. Die sowjetische Kulturpolitik verlangte Verständlichkeit, gesellschaftliche Funktion, Nähe zu Volkslied, Kindererziehung, Bühne, Film und kollektivem Repertoire. Aleksandrov reagierte darauf nicht durch vollständigen Bruch, sondern durch Erweiterung seines Spektrums: Volksliedbearbeitungen, Kinderlieder, Filmmusik, Kinderstücke und Chorwerke treten stärker hervor.
Seine Bedeutung am Moskauer Konservatorium ist für die Kulturgeschichte ebenso wichtig wie sein Werkverzeichnis. Von 1923 an unterrichtete er dort, 1926 wurde er Professor. Über Jahrzehnte vermittelte er Komposition, Satztechnik, musikalische Form und Stilbewusstsein. Seine Schüler gehörten zu unterschiedlichen Bereichen der sowjetischen Musik: Komposition, Dirigieren, Kinderlied, Oper, regionale sowjetische Musikkulturen und Musikpädagogik. Dadurch wirkte Aleksandrov auch dort, wo seine eigenen Werke im Westen wenig bekannt wurden.
Die vierzehn Klaviersonaten bilden den inneren Kern seines Œuvres. Sie reichen von der frühen, märchenhaft-symbolistischen Sonata-Skazka op. 4 über die großen Sonaten der 1920er Jahre bis zu den späten Sonaten der 1960er und 1970er Jahre. In dieser Reihe lässt sich sein Stilwandel besonders gut verfolgen: von Skrjabin- und Medtner-Nähe über Verdichtung, klassizistische Klärung, sowjetische Fasslichkeit und späte retrospektive Selbstbefragung. Der Zyklus ist zugleich ein Beitrag zur russischen Klaviersonatentradition nach Skrjabin, Medtner, Feinberg und Mjaskovskij.
Auch die Romanzen verdienen besondere Aufmerksamkeit. Aleksandrov war einer der Komponisten, die die russische Romanze im 20. Jahrhundert nicht einfach als überkommene Gattung behandelten, sondern fortschrieben. Die Vertonung von Hafis, Puškin, Baratynskij, Tjutčev, Blok, Esenin, Fet, Achmatova und Pasternak zeigt ein ausgeprägtes literarisches Bewusstsein. In dieser Vokalmusik verbindet sich eine ältere russische Liedkultur mit modernistischer Empfindlichkeit und späterer sowjetischer Anpassung.
Die Opern zeigen ein weiteres Feld. Dva mira verweist noch auf das symbolisch-dramatische Interesse der frühen Jahre, Bėla nach Lermontov auf die russische literarische Operntradition, Dikaja Bara und Levša auf spätere sowjetische Bühnenkontexte. Dass diese Opern heute weniger präsent sind als die Klaviermusik, liegt nicht nur an ihrer Qualität, sondern auch an der Aufführungsgeschichte, der politischen Gattungskonjunktur und der internationalen Rezeptionslage.
Aleksandrov ist somit ein Komponist der Übergänge. Er gehört nicht zur radikalen Avantgarde, nicht zur offiziellen Hymnen- und Massenliedsymbolik der Aleksandr- und Boris-Aleksandrov-Linie, nicht zu den international stark kanonisierten sowjetischen Namen wie Prokof’ev oder Šostakovič. Seine Position liegt in einer poetischen, pianistischen und pädagogischen Mitte: Er bewahrt die Moskauer Tradition, schreibt sie fort, passt sie an und entfaltet sie in einem langen, stillen, aber umfangreichen Werk.
Herkunft, Familie und frühe musikalische Bildung
Anatolij Aleksandrov wurde in eine musikalisch gebildete Moskauer Familie hineingeboren. Seine Mutter Anna Jakovlevna Aleksandrova-Levenson war Pianistin und hatte selbst enge Beziehungen zur russischen Musiktradition. Sie gab dem Sohn die ersten Klavierstunden. Der Vater Nikolaj Aleksandrovič Aleksandrov wird in der Überlieferung als Apotheker beziehungsweise Akademiker des naturwissenschaftlichen Umfeldes genannt. Die Familie gehörte damit zu jener gebildeten städtischen Schicht, in der Hausmusik, Bildung und professioneller Musikunterricht selbstverständlich ineinandergriffen.
Die frühe Förderung durch die Mutter war für Aleksandrovs pianistische Orientierung grundlegend. Er wurde nicht erst als Konservatoriumsschüler zum Pianisten, sondern wuchs von Beginn an in einer klavierbezogenen Klangwelt auf. Dies erklärt, weshalb das Klavier später zum eigentlichen Zentrum seines Denkens wurde. Auch dort, wo er für Stimme, Kammerensemble oder Orchester schrieb, blieb die pianistische Feinzeichnung oft spürbar.
Vor dem Eintritt in das Moskauer Konservatorium erhielt er Unterricht bei Nikolaj Žiljaev und Sergej Taneev. Žiljaev gehörte zu den scharfsinnigsten Musiktheoretikern des Moskauer Umfelds, Taneev war als Kontrapunktiker, Komponist und Pädagoge eine Zentralfigur der russischen Musik. Damit erhielt Aleksandrov früh eine Ausbildung, die poetische Empfindlichkeit und strenge Satzdisziplin miteinander verband.
Moskauer Konservatorium, Taneev, Žiljaev, Vasilenko und Igumnov
1910 trat Aleksandrov in das Moskauer Konservatorium ein. Dort studierte er Klavier bei Konstantin Igumnov und Komposition beziehungsweise Theorie im Umfeld von Sergej Vasilenko, Aleksandr Il’inskij und weiteren Lehrern. Der Unterricht bei Igumnov verband ihn mit einer großen russischen Pianistentradition, die nicht nur Virtuosität, sondern Klangkultur, innere Beweglichkeit und Formbewusstsein verlangte.
Die Verbindung von Klavierstudium und Kompositionsstudium war für Aleksandrovs Werk entscheidend. Seine Klaviersonaten sind keine abstrakten Kompositionen für ein Instrument, sondern Werke eines Pianisten, der Klang, Lage, Griff, Pedal, Register, Spannung und pianistische Gestik aus eigener Erfahrung kannte. Die pianistische Körperlichkeit wirkt in seinen Sonaten ebenso stark wie die kompositorische Architektur.
1915 beziehungsweise 1916 schloss er die Konservatoriumsausbildung ab; in der russischen Überlieferung wird der Abschluss mit Auszeichnung beziehungsweise kleiner Goldmedaille genannt. Die Jahre des Ersten Weltkriegs und der Revolution führten ihn in eine veränderte Welt. Dennoch blieb das Moskauer Konservatorium sein entscheidender institutioneller Bezugspunkt. Nach verschiedenen frühen Tätigkeiten kehrte er als Lehrer dorthin zurück und wurde zu einem Bestandteil seiner Geschichte.
Pianist, Lehrer und Professor
Aleksandrov war nicht nur Komponist, sondern auch Pianist. Bis ins hohe Alter trat er mit eigenen Werken auf. Diese Praxis ist für sein Selbstverständnis wichtig. Seine Klaviermusik war nicht lediglich schriftliche Komposition, sondern Teil eines lebendigen pianistischen Repertoires, das er selbst artikulieren konnte.
Ab 1923 lehrte er am Moskauer Konservatorium, 1926 wurde er Professor. Seine Lehrtätigkeit dauerte nach den einschlägigen Angaben bis 1965. Er bildete mehrere Generationen sowjetischer Komponisten, Dirigenten und Musikpädagogen aus. Dabei vermittelte er eine Musiksprache, die nicht radikal avantgardistisch war, aber hohe technische Ansprüche stellte und die Tradition des russischen Satz- und Formdenkens bewahrte.
Zu seinen Schülern werden unter anderem Nikolaj Anosov, Nury Halmammedov, Michail Iordanskij, Roman Ledenëv, Kirill Molčanov, Mansur Muzafarov, Georgij Mušel, Iosif Nejmark, Jurij Slonov, Elena Tiličeeva und Nikolaj Čemberdži gezählt. Die Vielfalt dieser Namen zeigt, dass seine pädagogische Wirkung nicht auf eine Stilrichtung beschränkt war.
Klaviermusik und vierzehn Sonaten
Die Klaviermusik ist Aleksandrovs wichtigster Werkbereich. Sie umfasst Präludien, Etüden, Sonaten, Suiten, Miniaturen, Tagebuchstücke, romantische Episoden, Volksliedbearbeitungen, Fugen und pädagogische Stücke. Innerhalb dieser Fülle nehmen die vierzehn Klaviersonaten eine Sonderstellung ein. Sie begleiten den Komponisten von 1914 bis 1971 und bilden eine Art inneres Tagebuch seiner musikalischen Entwicklung.
Die erste Sonate, die Sonata-Skazka op. 4 in fis-Moll, zeigt bereits die Verbindung von Märchenhaftigkeit, poetischer Verdichtung und pianistischer Form. Die Sonaten der 1920er Jahre stehen noch im Horizont einer russischen Moderne, die Skrjabin, Medtner und Feinberg nicht verleugnet, aber eine eigene lyrische Linie sucht. Spätere Sonaten zeigen stärkere formale Klärung, eine deutlicher tonale Organisation und gelegentlich eine fast klassizistische Knappheit.
Die späten Sonaten, besonders die dreizehnte Sonata-Skazka op. 90 und die vierzehnte Sonate E-Dur op. 97, blicken auf die frühe Märchen- und Visionswelt zurück, aber aus größerer Distanz. Sie sind weniger jugendlich ekstatisch, stärker reflektiert und in der Form konzentrierter. Gerade dadurch ist der Sonatenzyklus nicht nur eine Folge von Einzelwerken, sondern ein Lebenswerk.
Romanze, Lied und dichterische Tradition
Aleksandrovs Vokalmusik ist eng mit der russischen Literatur verbunden. Er vertonte nicht nur sowjetische Gegenwartsdichter, sondern vor allem Autoren, die für die russische Lyriktradition zentral sind: Puškin, Baratynskij, Tjutčev, Fet, Deržavin, Blok, Esenin, Achmatova, Pasternak und andere. Dazu kommen fremdsprachige oder übersetzte Dichter wie Hafis, Verhaeren, Hölderlin und Petrarca.
Die Romanze ist bei Aleksandrov eine kammermusikalische Gattung. Die Klavierbegleitung ist nicht bloß harmonische Stütze, sondern trägt Stimmung, Erinnerung, Bild und psychologische Bewegung. Viele Lieder sind auf feine Nuancen des Textes gebaut. Das macht sie schwieriger als einfache Liedkunst, aber auch reicher.
In der sowjetischen Zeit schrieb Aleksandrov außerdem Kinderlieder, Chöre, Lieder auf sowjetische Dichter und Bearbeitungen von Volksliedern verschiedener Völker. Diese Seite seines Schaffens zeigt die Anpassung an gesellschaftlich geforderte Formen, ohne dass die ältere vokale Sensibilität vollständig verschwindet.
Kammermusik und instrumentale Gattungen
Die Kammermusik ergänzt die Klavier- und Vokalmusik. Aleksandrov schrieb vier Streichquartette, eine Cellosonate, Werke für Violoncello und Klavier, Werke für Violine und Klavier und kleinere instrumentale Stücke. Diese Gattungen zeigen seine Fähigkeit zur linearen Arbeit, zur kontrapunktischen Verdichtung und zur intimen Form.
Die Streichquartette stehen in einer anspruchsvollen russischen Tradition. Das erste Quartett G-Dur op. 7 stammt aus der frühen Zeit und wurde später überarbeitet. Die weiteren Quartette entstehen in den 1940er und 1950er Jahren. Sie bilden damit einen Gegenpol zur stärker öffentlichen, sowjetisch funktionalen Musik: Hier geht es um Kammergespräch, Formbalance und Instrumentaldialog.
Die späte Cellosonate G-Dur op. 112 von 1981/82 ist besonders bemerkenswert, weil sie am Ende eines sehr langen Lebens steht. Sie zeigt, dass Aleksandrov bis zuletzt kammermusikalisch dachte. Das Werk gehört zur späten Phase eines Komponisten, der trotz öffentlicher Ehrungen eine eher zurückgezogene, konzentrierte Musikerschaft bewahrte.
Oper, Theater, Film und Animation
Aleksandrovs Bühnenwerke sind heute weniger bekannt als die Klaviersonaten, doch sie sind für das Werkprofil wichtig. Bereits 1916 schrieb er Dva mira nach Apollon Majkov. Später folgten unvollendete oder nur teilweise realisierte Opernprojekte wie Tėn’ Fillidy und Sorok pervyj. Die Oper Bėla nach Lermontov wurde 1946 in Moskau aufgeführt. Dikaja Bara wurde 1957 aufgeführt, Levša entstand 1975.
Daneben schrieb Aleksandrov Musik zu dramatischen Aufführungen, unter anderem zu Stücken nach Scribe und Legouvé, Shakespeare, Schiller und Victor Hugo. Diese Theaterarbeiten zeigen ihn als praktischen Bühnenmusiker, nicht nur als Klavierkomponisten.
Auch im Film und Animationsfilm war er tätig. Genannt werden unter anderem die Filme Trinadcat’, Lenin v Oktjabre und Severnaja povest’ sowie Animationsfilme wie Car’ Durandaj, Krasnaja Šapočka, Ivaško i Baba-Jaga, Sarmiko, Sestrica Alënuška i bratec Ivanuška, Ostrov ošibok, Levša und weitere. Diese Arbeiten zeigen Aleksandrovs Anteil an einer sowjetischen Medienkultur, in der Musik für Bühne, Film und Pädagogik eine breite Öffentlichkeit erreichte.
Kinderlieder und pädagogische Musik
Ein eigenes Feld bildet Aleksandrovs Musik für Kinder. Er schrieb mehr als 150 Kinderlieder sowie Zyklen wie Strojka, Duda und Letnie zaboty. Dazu kommen kindgerechte Klavierstücke, Bearbeitungen von Volksliedern und pädagogisch verwendbare Miniaturen.
Diese Werkgruppe ist nicht als bloße Nebenproduktion zu verstehen. In der Sowjetunion war Musik für Kinder ein kulturpolitisch wichtiges Feld. Sie verband Erziehung, kollektives Singen, musikalische Grundbildung und gesellschaftliche Werte. Aleksandrov war über mehrere Jahre Vorsitzender der Sektion für Kindermusik im sowjetischen Komponistenverband. Seine Kinderlieder gehören daher unmittelbar zu seiner pädagogischen und gesellschaftlichen Tätigkeit.
Musikalisch zeigt diese Seite eine andere Einfachheit als die späten Sonaten oder Romanzen. Die Kinderstücke sind klarer, kürzer, liedhafter und stärker auf unmittelbare Verständlichkeit angelegt. Gerade diese Fähigkeit zur stilistischen Reduktion gehört zum Profil eines Komponisten, der zwischen Kunstmusik und pädagogischer Gebrauchsmusik vermitteln konnte.
Stil, Ästhetik und historische Stellung
Aleksandrovs Stil ist vielschichtig. Die frühen Werke zeigen Einflüsse von Skrjabin, Medtner, der russischen Symbolistik und einer verfeinerten spätromantischen Harmonik. Titel wie Sonata-Skazka, Videniâ oder Otbleski vremën verweisen auf eine poetische und innerlich imaginierende Klangwelt.
Nach 1920 verschiebt sich der Stil. Die sowjetische Kultur verlangt größere Klarheit, gesellschaftliche Lesbarkeit und eine gewisse Distanz zu mystisch-symbolistischen Tonfällen. Aleksandrov reagiert nicht mit radikalem Bruch, sondern mit Glättung, klassizistischer Formklarheit, volksliednahen Bearbeitungen und pädagogischen Werkgruppen. Dennoch bleibt seine Musik eher lyrisch und introspektiv als monumental.
In der Geschichte der sowjetischen Musik steht er damit zwischen den großen offiziellen Klanggestalten und den radikalen Modernisten. Er ist weder Šostakovič noch Prokof’ev, weder der Hymnen-Aleksandrov noch ein avantgardistischer Experimentator. Seine Eigenart liegt in einer stillen, poetischen und handwerklich ausgearbeiteten Musik, besonders im Bereich von Klavier und Stimme.
Werkverzeichnis
Das folgende Werkverzeichnis ordnet die derzeit greifbaren Werke nach Werkgruppen und Opuszahlen. Bei Aleksandrov ist die Quellenlage vergleichsweise reich, aber nicht in allen Details vollständig kritisch vereinheitlicht. Einzelne Opuszahlen erscheinen mehrfach oder mit abweichender Fassung, manche Werke sind unvollendet, manche Bühnen- und Filmmusiken liegen stärker als praktische Aufführungs- oder Medienmusik vor. Das Verzeichnis ist daher als kulturlexikalische, weitgehend vollständige Arbeitsübersicht zu verstehen.
Opern, Bühnenwerke und musikdramatische Projekte
- Dva mira, deutsch Zwei Welten, Oper nach Apollon Majkov, 1916, ohne Opuszahl.
- Tėn’ Fillidy, deutsch Phyllidas Schatten, Opernprojekt op. 8a, unvollendet, Libretto von Vladimir Moric nach Michail Kuzmin, 1915.
- Sorok pervyj, deutsch Der Einundvierzigste, Oper op. 41, 1933 bis 1935, unvollendet.
- Bėla, Oper op. 51 nach Michail Lermontov, 1940 bis 1945, erste Fassung 1941, zweite Fassung 1945, aufgeführt 1946 an der Filiale des Bolschoi-Theaters in Moskau.
- Suite-Fantazija na motivy iz opery Bėla, Suite-Fantasie nach Motiven aus der Oper Bėla, op. 51b, drei Klavierstücke, 1954.
- Dikaja Bara, deutsch Die wilde Bara, Oper op. 82, 1954 bis 1957, aufgeführt 1957 im Ensemble der sowjetischen Oper der Allrussischen Theatergesellschaft in Moskau.
- Levša, Oper op. 103 nach Nikolaj Leskov, 1975.
- Theatermusik zu Adriana Lecouvreur von Eugène Scribe und Ernest Legouvé, Kammerntheater Moskau, 1919.
- Theatermusik zu Romeo und Julia von William Shakespeare, Kammerntheater Moskau, 1921.
- Theatermusik zu Die Verschwörung des Fiesco zu Genua von Friedrich Schiller, Maly-Theater Moskau, 1925.
- Theatermusik zu Notre-Dame de Paris beziehungsweise Sobor Parižskoj Bogomateri nach Victor Hugo in einer Bearbeitung von N. A. Krašeninnikov, Moskau, 1926.
- Theatermusik zu Don Carlos von Friedrich Schiller, Moskau, 1933.
Orchesterwerke und konzertante Werke
- Uvertjura na russkie narodnye temy, Ouvertüre über russische Volkslieder, op. 29, 1915, revidiert 1930.
- Klassičeskaja sjuita, Klassische Suite für kleines Orchester, op. 32, veröffentlicht 1928; als Orchesterwerk auch mit Fassung von 1926 und zweiter Fassung 1930 geführt.
- Trinadcat’, Suite aus der Filmmusik für Symphonieorchester und Tenorsolo, op. 47, veröffentlicht 1946.
- Uvertjura na dve russkie narodnye temy, Ouvertüre über zwei russische Volkslieder, op. 65, 1948.
- Pamjat’ serdca, symphonische Erzählung über eine tragische Liebe für Orchester und Baritonsolo, op. 86, nach der Musik zum Film Severnaja povest’, 1960.
- Symphonie Nr. 1 C-Dur, op. 92, 1965.
- Russkie narodnye melodii, Suite für Orchester, op. 98, 1971.
- Klavierkonzert, op. 102, 1974.
- Symphonie Nr. 2 B-Dur, op. 109, 1977/78.
- Zabavnaja sjuita, Lustige Suite für Orchester, 1938, zweite Fassung 1956.
- Teatral’no-tanceval’naja sjuita, Theater- und Tanzsuite, 1951.
- Zwei Suiten aus der Oper Bėla, 1949 und 1971.
Klavierwerke mit Opuszahl
- Op. 1: Šest’ prelûdij, sechs Präludien für Klavier, 1907 bis 1910, veröffentlicht 1916, revidiert 1961.
- Op. 3: Dve p’esy, zwei Klavierstücke: Noktjurn in A-Dur und Val’s in a-Moll.
- Op. 4: Sonata-Skazka, Klaviersonate Nr. 1 fis-Moll, 1914, veröffentlicht 1922.
- Op. 6: Obsession passée, auch A Long-Forgotten Madness, Klavierstück.
- Op. 9: Poėma, Poem f-Moll für Klavier, 1915.
- Op. 10: Vier Präludien für Klavier, 1913 bis 1916, veröffentlicht 1916.
- Op. 12: Klaviersonate Nr. 2 d-Moll, 1918, veröffentlicht 1925.
- Op. 16a: Zwei Fragmente aus der Musik zu Ariane et Barbe-Bleue, Klavierfassung beziehungsweise Bühnenmusikkontext.
- Op. 18: Klaviersonate Nr. 3 fis-Moll, 1920, veröffentlicht 1924, revidiert 1956 und 1967.
- Op. 19: Klaviersonate Nr. 4 C-Dur, 1922, veröffentlicht 1923, revidiert 1954.
- Op. 21: Videniâ, fünf Stücke für Klavier, 1919 bis 1923, veröffentlicht 1926.
- Op. 22: Klaviersonate Nr. 5 gis-Moll, 1923, revidiert 1938.
- Op. 26: Klaviersonate Nr. 6 G-Dur, 1925, veröffentlicht 1926.
- Op. 27: Drei Klavierstücke, 1925 beziehungsweise 1927.
- Op. 31: Drei Etüden für Klavier, 1925, veröffentlicht 1931.
- Op. 33: Malen’kaja sjuita Nr. 1, Kleine Suite Nr. 1 für Klavier, 1929.
- Op. 42: Klaviersonate Nr. 7 D-Dur, auch Sonatina, 1932.
- Op. 46: Acht Stücke nach Themen aus Liedern der Völker der UdSSR für Klavier, 1937.
- Op. 48: Četyre povestvovanija, vier Erzählungen für Klavier, 1939.
- Op. 49: Ballada, Ballade für Klavier, 1939, revidiert 1957.
- Op. 50: Klaviersonate Nr. 8 B-Dur, 1939 bis 1944.
- Op. 51b: Suite-Fantazija nach Motiven aus der Oper Bėla, drei Klavierstücke, 1954.
- Op. 60: Otzvuki teatra, sechs Klavierstücke, 1945.
- Op. 61: Klaviersonate Nr. 9 c-Moll, 1945.
- Op. 66: Vier Miniaturbilder für Klavier, 1937 beziehungsweise in späterer Zusammenstellung mit Einzelstücken wie Vstreča, Akvarel’, Serenada und Konec skazki.
- Op. 72: Klaviersonate Nr. 10 F-Dur, 1951.
- Op. 73: Baškirskie melodii, neun Stücke für Klavier, 1950.
- Op. 75: Vier Stücke für Klavier, 1951.
- Op. 76: Russkie narodnye melodii, russische Volksmelodien in zwei Heften mit je zehn Stücken für Klavier, 1951, veröffentlicht 1952.
- Op. 78: Malen’kaja sjuita Nr. 2, Kleine Suite Nr. 2 für Klavier, 1952.
- Op. 81: Klaviersonate Nr. 11 C-Dur, Sonata-Fantazija, 1955.
- Op. 88: Romantičeskie ėpizody, zehn romantische Episoden für Klavier, 1962.
- Op. 89: Ėlegija i val’s, Elegie und Walzer für Klavier, 1964.
- Op. 90: Klaviersonate Nr. 13 fis-Moll, Sonata-Skazka, 1964.
- Op. 92: Vier Stücke aus Filmmusiken für Klavier, 1967.
- Op. 94: Stranicy iz dnevnika, Seiten aus dem Tagebuch, Heft 1, zehn Stücke für Klavier, 1967.
- Op. 95: Stranicy iz dnevnika, Seiten aus dem Tagebuch, Heft 2, zehn Stücke für Klavier, 1967/68.
- Op. 97: Klaviersonate Nr. 14 E-Dur, 1971.
- Op. 100: Drei Fugen für Klavier, 1971 beziehungsweise 1973.
- Op. 101: Malen’kaja sjuita Nr. 3, Kleine Suite Nr. 3, mit Variationen über ein deutsches Volkslied, Lied ohne Worte, Menuett, Walzer-Improvisation und Nachwort beziehungsweise Choralpräludium; teilweise gemeinsam mit N. Rakov überliefert.
- Op. 102: Malen’kaja sjuita Nr. 3 für Klavier, 1973, quellenkundlich von der ebenfalls op. 102 geführten Konzertgattung zu unterscheiden.
- Op. 108: Acht Stücke über Volksmelodien für Klavier, 1977, in zwei Heften nach Komi- und Mordwinischen Volksmelodien.
- Op. 110: Moja duša – Ėlizij videnij, fünf Stücke für Klavier, 1979.
- Op. 111: Videniâ, zwei Stücke für Klavier, 1979, unvollendet.
Vierzehn Klaviersonaten
- Klaviersonate Nr. 1 fis-Moll, op. 4, Sonata-Skazka, 1914, veröffentlicht 1922.
- Klaviersonate Nr. 2 d-Moll, op. 12, 1918, veröffentlicht 1925.
- Klaviersonate Nr. 3 fis-Moll, op. 18, 1920, veröffentlicht 1924, revidiert 1956 und 1967.
- Klaviersonate Nr. 4 C-Dur, op. 19, 1922, veröffentlicht 1923, revidiert 1954.
- Klaviersonate Nr. 5 gis-Moll, op. 22, 1923, revidiert 1938.
- Klaviersonate Nr. 6 G-Dur, op. 26, 1925, veröffentlicht 1926.
- Klaviersonate Nr. 7 D-Dur, op. 42, Sonatina, 1932.
- Klaviersonate Nr. 8 B-Dur, op. 50, 1939 bis 1944.
- Klaviersonate Nr. 9 c-Moll, op. 61, 1945.
- Klaviersonate Nr. 10 F-Dur, op. 72, 1951.
- Klaviersonate Nr. 11 C-Dur, op. 81, Sonata-Fantazija, 1955.
- Klaviersonate Nr. 12 h-Moll beziehungsweise b-Moll nach abweichender Quellenumschrift, op. 87, 1962.
- Klaviersonate Nr. 13 fis-Moll, op. 90, Sonata-Skazka, 1964.
- Klaviersonate Nr. 14 E-Dur, op. 97, 1971.
Kammermusik und Instrumentalwerke
- Op. 7: Streichquartett Nr. 1 G-Dur, 1914, revidiert 1921, veröffentlicht 1924.
- Op. 17: Andante patetico für Violoncello und Klavier, 1915, revidiert 1921, veröffentlicht 1924.
- Op. 54: Streichquartett Nr. 2 cis-Moll, 1942.
- Op. 55: Streichquartett Nr. 3 A-Dur, 1942.
- Op. 80: Streichquartett Nr. 4 C-Dur, 1953.
- Op. 84: Difiramb beziehungsweise Difirambičeskaja canzona für Kontrabass und Klavier, 1959, veröffentlicht 1965.
- Op. 112: Cellosonate G-Dur, 1981/82.
- Gorskie motivy, Bergmotive für Violine und Klavier, 1942, ohne Opuszahl überliefert.
- Suite für Bläserquartett mit Flöte, Oboe, Klarinette und Fagott, ohne Opuszahl.
- Weitere Kammermusik, die in Katalogen und Aufführungszusammenhängen teils nur summarisch geführt wird.
Vokalmusik, Romanzen und Lieder mit Opuszahl
- Op. 2: Drei Gedichte von Hafis in der Übersetzung Afanasij Fets für Stimme und Klavier, 1912, veröffentlicht 1917, revidiert 1969.
- Op. 5: Vier Gedichte von Konstantin Bal’mont und Igor’ Severjanin für Stimme und Klavier, 1913/14, veröffentlicht 1917.
- Op. 8: Iz Aleksandrijskich pesen, aus den Alexandrinischen Liedern, Heft 1, für hohe Stimme und Klavier, 1915, veröffentlicht 1917.
- Op. 11: Zwei Gedichte von Rémy de Gourmont in der Übersetzung von Sergej Šervinskij, für hohe Stimme und Klavier, 1915/16, veröffentlicht 1926.
- Op. 13: Zwei Gedichte von Aleksandr Puškin, 1918, veröffentlicht 1919.
- Op. 14: Drei Gedichte von V. Aleksandrov, Romanzen für mittlere Stimme und Klavier, 1915 bis 1919, veröffentlicht 1922.
- Op. 15: Drei Romanzen nach Evgenij Baratynskij, 1919, veröffentlicht 1922.
- Op. 20: Iz Aleksandrijskich pesen, Heft 2, für Stimme und Klavier, veröffentlicht 1923.
- Op. 23: Osen’, drei Gedichte von Vladimir Pjast, 1923/24.
- Op. 24: Vier Lieder auf Gedichte von Sergej Esenin und Vladislav Chodasevič, 1924, veröffentlicht 1926.
- Op. 25: Iz Aleksandrijskich pesen, Heft 3.
- Op. 28: Otbleski vremën, vier Lieder beziehungsweise Gedichte für Stimme und Klavier, 1921, veröffentlicht 1928.
- Op. 30: Slova neskazannye, vier Romanzen auf Texte von Blok, Esenin, Tjutčev und Verhaeren, 1926.
- Op. 35: Zolotye vetvi, sechs Gedichte von A. Globa für Stimme und Klavier, veröffentlicht 1930.
- Op. 36: Romanzen, genaue Einzelstruktur quellenkritisch weiter zu prüfen.
- Op. 38: Zwölf Lieder der Völker des Westens, bearbeitet für mittlere Stimme und Klavier, veröffentlicht 1933.
- Op. 58: Acht Gedichte, veröffentlicht 1948, mit Vertonungen unter anderem nach Afanasij Fet.
- Op. 62: Acht tschechische und slowakische Volkslieder, 1947.
- Op. 63: Zwölf Gedichte sowjetischer Dichter, veröffentlicht 1973.
- Op. 67: Sechs Romanzen nach Evgenij Baratynskij, veröffentlicht 1973.
- Op. 68: Drei Romanzen nach Aleksandr Puškin, 1950, veröffentlicht 1951.
- Op. 69: Drei Romanzen nach Nikoloz Baratašvili in Übersetzungen von Boris Pasternak, veröffentlicht 1970.
- Op. 70: Zwei Gedichte, 1949.
- Op. 77: Drei französische Volkslieder für Stimme und Klavier, 1952.
- Op. 83: Griechische Volksmelodien für Stimme und Klavier, 1958.
- Op. 85: Sechs französische Volkslieder für Stimme und Klavier, 1960.
- Op. 86b: Pamjat’ serdca, Romanze nach Konstantin Batjuškov für Stimme und Gitarre.
- Op. 91: Romanzen, 1953 bis 1966.
- Op. 96: Romanzen, 1967/68, unter anderem nach Fet, Gumilëv, Andrej Belyj und Bahar.
- Op. 105: Elf Gedichte für Stimme und Klavier, mit Texten beziehungsweise Übersetzungen nach Friedrich Hölderlin, Tjutčev, Blok, Achmatova, Pasternak und Olga Rožanskaja.
Vokalwerke ohne Opuszahl und größere Liedzyklen
- Serdce sobač’e, neun Lieder auf Texte von N. Gabričevskaja, 1931.
- Otbleski vremeni, Liedgruppe nach V. A. Solov’ëv, Hafis in der Übersetzung von A. A. Fet, Baratynskij, T. Broek in der Übersetzung D. S. Usovs und Puškin, 1912, 1920, 1921, 1924 sowie 1925 bis 1929.
- Zolotye vetvi, sechs Lieder nach A. P. Globa, 1928/29.
- Slova neskazannye, vier Romanzen nach Blok, Esenin, Tjutčev und Verhaeren, 1926.
- Rasskaz ob utile, nach A. d’Aktil’, 1930.
- Slepoj, nach Vladislav Chodasevič, 1930.
- Sechs Romanzen nach Aleksandr Puškin, 1936, veröffentlicht 1938, mit den Stücken Trud, Mne vas ne žal’, Ptička, Osen’, Brožu li ja vdol’ ulic šumnych und Al’bomnoe stichotvorenie.
- Romanzen auf Gedichte Aleksandr Puškins, 1949.
- Osvežennyj sad, fünf Gedichte nach Nekrasov, Fet, Tjutčev und Petrarca, 1944.
- Zwei Gedichte von Gavrila Deržavin, 1935 bis 1944, darunter Gostju und Reka vremën.
- Zwölf Gedichte sowjetischer Dichter, unter anderem nach Ščipačev, Berendgof, Zvjaginceva, Maršak, Lahuti, Isaakjan und Erikeev, 1947.
- Za rodinu, Liedgruppe auf Texte von M. Matusovskij, M. Isakovskij und N. Tichonov, 1947.
- Sechs Romanzen nach Evgenij Baratynskij, 1949.
- Drei Gedichte von Nikoloz Baratašvili in Übersetzung von Boris Pasternak, 1949.
- Suite Tri kubka nach N. Tichonov, 1942.
- Suite Čelovek v puti nach M. Aliger, 1944.
- Suite Vernost’ nach S. L. Severcev, 1950.
- Dreizehn Romanzen auf Texte verschiedener Dichter, 1953 bis 1965 beziehungsweise 1967.
- Cholodnoe solnce zimy, fünf Romanzen nach Baratynskij, Puškin, Tjutčev und Fet, 1953.
- Zwei Lieder nach Samuil Feinberg, 1942.
- Kolybel’naja Sereže, nach S. L. Prokof’eva, 1956.
- Fünf Chöre a cappella nach Fedor Tjutčev, 1971.
Chorwerke
- Gotovy vsegda, Chor nach D. Altauzen, 1930.
- Jabločko, Chor nach S. P. Ščipačev, 1932.
- Razvedčik Čirkov, Chor nach T. S. Sikorskaja, 1932.
- Pesnja o komissare Furmanove, Chor nach A. Ojslender, 1932.
- My slavim Rossiju, Chor nach A. Lučin, 1934.
- Fünf Chöre a cappella auf Worte F. I. Tjutčevs, 1971.
- Schul- und Pionierlieder für Chor, in größerer Zahl für pädagogische und gesellschaftliche Aufführungspraxis.
Kinderlieder und pädagogische Werke
- Mehr als 150 Kinderlieder für Stimme oder Chor mit Klavier.
- Zyklus Strojka, Kinderliederzyklus.
- Zyklus Duda, Kinderliederzyklus.
- Zyklus Letnie zaboty, deutsch Sommerliche Sorgen beziehungsweise Sommerbeschäftigungen, Kinderliederzyklus.
- Kinderstücke für Violine und Klavier, darunter Stücke wie Kolokol’čiki, Šarik, Zajač’ja ëlka, Ëločnaja pesnja und Letom seryj – zimoj belyj in sowjetischen Ausgaben und Bearbeitungen.
- Klavierstücke und pädagogische Zyklen auf Volksmelodien, darunter russische, baschkirische, Komi- und mordwinische Melodien.
Volksliedbearbeitungen und internationale Liedbearbeitungen
- Zwölf Lieder der Völker des Westens für mittlere Stimme und Klavier, op. 38, 1933.
- Drei Lieder der Völker des Nordkaukasus, 1941.
- Amerikanische Volkslieder, zehn amerikanische und englische Lieder, 1944.
- Dänische, norwegische und koreanische Melodien in Bearbeitungen.
- Baschkirische Melodien, zwölf Stücke beziehungsweise neun Klavierstücke je nach Fassung und Zählung, um 1950.
- Russische Volksmelodien für Klavier, op. 76, zwei Hefte, 1951/52.
- Russische Volksmelodien als Orchestersuite, op. 98, 1971.
- Acht Stücke über Komi- und mordwinische Volksmelodien für Klavier, op. 108, 1977.
Filmmusik und Musik zu Animationsfilmen
- Filmmusik zu Trinadcat’, 1936.
- Filmmusik zu Lenin v Oktjabre, 1937.
- Filmmusik zu Severnaja povest’, 1960.
- Musik zum Animationsfilm Car’ Durandaj, 1934.
- Musik zum Animationsfilm Krasnaja Šapočka, 1938.
- Musik zum Animationsfilm Ivaško i Baba-Jaga, 1939.
- Musik zum Animationsfilm Sarmiko, 1952.
- Musik zum Animationsfilm Sestrica Alënuška i bratec Ivanuška, 1953.
- Musik zum Animationsfilm Ostrov ošibok, 1955.
- Musik zum Animationsfilm Levša, 1964.
- Musik zum Animationsfilm Kak odin mužik dvuch generalov prokormil, 1965.
- Musik zum Animationsfilm Podi tuda, ne znaju kuda, 1966.
- Musik zum Animationsfilm Devočka i slon, 1969.
Quellenkritische Hinweise zum Werkverzeichnis
- Einzelne Opuszahlen sind in den verfügbaren Listen doppelt oder mit abweichender Werkzuordnung geführt, etwa op. 92 und op. 102; dies ist bei späterer philologischer Katalogisierung zu prüfen.
- Einige Opernprojekte sind unvollendet oder nur in Teilfassungen überliefert; dies betrifft besonders Tėn’ Fillidy und Sorok pervyj.
- Bei Romanzen und Liedgruppen unterscheiden sich teilweise Titel, Textanfang, Zyklusbezeichnung, Veröffentlichungsjahr und Entstehungsjahr.
- Bei Theater-, Film- und Animationsmusik ist zwischen vollständiger Partitur, Aufführungsmusik, Suite, Klavierauszug und späterer Bearbeitung zu unterscheiden.
- Die Kinderlieder sind sehr zahlreich; eine vollständige Einzelauflistung aller mehr als 150 Titel setzt eine eigene notographische Spezialbibliographie voraus.
Überlieferung, Editionen und Quellenlage
Die Überlieferung von Aleksandrovs Werk ist reich, aber verstreut. Die Klavierwerke sind am besten erschlossen, vor allem durch Ausgaben, moderne Einspielungen und Werklisten. Die vierzehn Sonaten haben in jüngerer Zeit durch Gesamtaufnahmen und interpretatorische Forschung neue Aufmerksamkeit erhalten. Sie eignen sich besonders für eine Wiederentdeckung, weil sie den Stilwandel des Komponisten über mehr als ein halbes Jahrhundert dokumentieren.
Die Vokalmusik ist schwerer zugänglich, weil viele Romanzen in sowjetischen Ausgaben, Sammelbänden, Einzelheften oder Liedsammlungen erschienen. Hier ist eine quellenkritische Unterscheidung zwischen Zyklus, Einzelromanze, Übersetzung, Textfassung und späterer Revision notwendig. Aleksandrov hat mehrere Werke später überarbeitet, was die Chronologie zusätzlich verfeinert.
Für die Bühnenwerke und Filmmusiken ist die Lage besonders komplex. Opern wie Bėla und Dikaja Bara sind zwar nachweisbar, aber international wenig gespielt. Theatermusiken und Animationsfilme sind eher über Filmarchive, Theaterdatenbanken, sowjetische Medienkataloge und Spezialportale greifbar. Gerade dort zeigt sich Aleksandrov als praktischer Kulturarbeiter der Sowjetzeit.
Die wichtigsten digitalen Anlaufstellen sind derzeit IMSLP für Werklisten und einzelne Noten, Belcanto und Musopus für biographische Darstellungen, Presto Music und moderne Tonträgeranbieter für Aufnahmen, die Universität St Andrews für aktuelle Forschung zu den Klaviersonaten, Ruspanteon und russische Datenbanken für biographische und erinnerungskulturelle Angaben sowie Animator.ru und Kino-Teatr.ru für Film- und Animationskontexte.
Rezeption und kulturgeschichtliche Bedeutung
Aleksandrov war zu Lebzeiten in der Sowjetunion anerkannt. Er erhielt hohe Titel und Auszeichnungen, lehrte jahrzehntelang am Moskauer Konservatorium und war als Komponist, Pianist und Kinderliedautor präsent. Im internationalen Repertoire blieb er jedoch randständiger als mehrere seiner Zeitgenossen. Dies hängt mit der begrenzten Verbreitung sowjetischer Notenausgaben, mit der Dominanz berühmterer Namen und mit der schwierigen stilistischen Einordnung zusammen.
Gerade diese Randstellung macht ihn heute interessant. Er steht für eine Moskauer Linie, die nicht vollständig in Avantgarde, nicht vollständig in offizieller Staatsmusik und nicht vollständig in Salontradition aufgeht. Seine Musik ist poetisch, handwerklich klar, oft introspektiv und zugleich anpassungsfähig. Sie zeigt, wie russische Spätromantik und sowjetische Kultur nicht einfach Gegensätze sein mussten, sondern in einem langen Komponistenleben verschoben, überarbeitet und neu geordnet wurden.
Die Klaviersonaten sind für die heutige Rezeption der wichtigste Ansatzpunkt. Sie können neben den Sonaten von Skrjabin, Medtner, Feinberg, Prokof’ev, Mjaskovskij und Šostakovič gelesen werden, ohne sich mit ihnen deckungsgleich vergleichen zu lassen. Ihr besonderer Wert liegt in der langfristigen Entwicklung eines persönlichen, eher poetischen als dramatisch-spektakulären Sonatenbegriffs.
Auch die Romanzen verdienen eine erneute Aufmerksamkeit. Sie zeigen einen Komponisten, der russische Dichtung ernst nimmt und das Verhältnis von Wort, Klang und Erinnerung differenziert gestaltet. In ihnen erscheint Aleksandrov weniger als offizieller sowjetischer Künstler, sondern als Erbe einer literarischen Musikkultur, die bis in die späte Sowjetzeit fortlebte.
Sekundärliteratur
- Viktor Michajlovič Beljaev: Anatolij Nikolaevič Aleksandrov. Moskau, Musiksektor des Staatsverlags, 1927. Frühe monographische Darstellung, wichtig für die Einordnung des jungen Komponisten im Moskauer Umfeld.
- O. Tompakova: Darstellung zu Anatolij Nikolaevič Aleksandrov in Tvorčeskie portrety kompozitorov, 1990. Russischer biographisch-werkbezogener Grundtext.
- Clarisse Teo: Interpreting the piano sonatas of Anatoly Alexandrov: a performer’s approach. Dissertation, University of St Andrews, 2024. Aktuelle performance-orientierte Studie zu allen vierzehn Klaviersonaten.
- Galina Grigor’eva: Artikel zu Anatoly Alexandrov in Grove Music Online. Internationaler Fachlexikon-Kontext zu Biographie, Stil, Werken und Stellung in der sowjetischen Musik.
- Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Personenteil: Eintrag zu Anatolij Nikolaevič Aleksandrov. Deutschsprachige fachlexikalische Grundlage für Biographie und Werk.
- RILM- und WorldCat-Nachweise zu sowjetischen Notendrucken, Romanzen, Kinderliedern, Klavierwerken und Sekundärliteratur.
- Notographische Verzeichnisse sowjetischer Musikverlage, insbesondere zu den Klaviersonaten, Romanzen, Kinderliedern und späten Kammerwerken.
- Forschung zur Moskauer Kompositionsschule um Taneev, Igumnov, Vasilenko, Žiljaev, Feinberg, Mjaskovskij und Medtner.
- Literatur zur russisch-sowjetischen Klaviersonate des 20. Jahrhunderts, besonders im Zusammenhang mit Skrjabin, Medtner, Feinberg und Prokof’ev.
- Forschung zur russischen Romanze im 20. Jahrhundert und zur Vertonung von Puškin, Baratynskij, Tjutčev, Blok, Achmatova und Pasternak.
- Literatur zur sowjetischen Kinderliedkultur und zur pädagogischen Musik des Komponistenverbandes.
- Studien zur sowjetischen Filmmusik und Animationsfilmmusik, soweit Aleksandrovs Beiträge zu Krasnaja Šapočka, Levša und weiteren Filmen einbezogen werden.
Ausgewählte Onlinequellen
- Belcanto.ru: Aleksandrov Anatolij Nikolaevič Russischer Musikartikel mit Lebensdaten, Ehrungen, Ausbildung, Werkprofil und kulturgeschichtlicher Einordnung.
- Musopus: Alexandrov, Anatoly Englischsprachiger Überblick zu Biographie, Familie, Ausbildung, Moskauer Konservatorium, Lehrtätigkeit und Hauptwerkgruppen.
- IMSLP: List of works by Anatoly Aleksandrov Umfangreiche Werkübersicht nach Opuszahlen und Werkgruppen, besonders nützlich für Klaviersonaten, Romanzen, Opern, Kammermusik, Orchesterwerke, Film- und Animationsmusik.
- IMSLP: Category Aleksandrov, Anatoly Notenportal mit frei zugänglichen Werkseiten und Hinweisen auf Werke, die Aleksandrov herausgab.
- University of St Andrews: Interpreting the piano sonatas of Anatoly Alexandrov Dissertation von Clarisse Teo aus dem Jahr 2024 zu allen vierzehn Klaviersonaten aus aufführungspraktischer Perspektive.
- Presto Music: Anatoly Nikolayevich Alexandrov Aufnahmekatalog mit biographischem Kurzprofil und Werkzugängen, besonders zu Klaviermusik und Kammermusik.
- Stage+: Anatoly Alexandrov, Piano Music Audiokontext zu Klavierwerken mit moderner Aufnahme- und Rezeptionsperspektive.
- Ruspanteon: Aleksandrov Anatolij Nikolaevič Russischer biographischer und nekrologischer Eintrag mit Lebensdaten, Ehrentiteln und Auszeichnungen.
- Archiv Aleksandr N. Yakovlev: Aleksandrov Anatolij Nikolaevič Kurzer russischer Wörterbucheintrag mit Status als Professor des Moskauer Konservatoriums, Doktor der Kunstwissenschaften und Volkskünstler.
- Kino-Teatr.ru: Anatolij Aleksandrov Film- und Theaterdatenbank mit biographischem Profil und Bezug auf Filmmusik.
- Animator.ru: Aleksandrov Anatolij Nikolaevič Datenbank russischer Animation mit Eintrag zu Aleksandrov als Komponist von Animationsfilmmusik.
- Classic Online: Aleksandrov Anatolij Russisches Hör- und Werkportal mit Aufnahmen, Werklisten und Repertoirehinweisen.
- Ale07: Anatolij Aleksandrov, Klaviernoten Noten- und Inhaltsportal mit sowjetischen Ausgaben, besonders für Klavierstücke und pädagogische Musik.
- Musopus: Song by Anatoly Alexandrov Einzelwerkseite mit Notenbezug und kurzer Einordnung zu einem Lied Aleksandrovs.
- Tomsker Bibliothek: Anatolij Nikolaevič Aleksandrov Russischer bibliothekarischer Gedenkeintrag mit Lebensdaten und knapper biographischer Einordnung.
- Moskauer Konservatorium: Goldmedaillisten Institutioneller Kontext des Moskauer Konservatoriums mit Nennung Aleksandrovs unter bedeutenden Absolventen und Professoren.
- Moskauer Staatliches Tschaikowsky-Konservatorium Institutioneller Hauptkontext von Aleksandrovs Ausbildung und Lehrtätigkeit.
- MGG Online Deutschsprachiges musikwissenschaftliches Standardlexikon zur Recherche nach Aleksandrov, russischer Klaviermusik und sowjetischer Musikgeschichte.
- Oxford Music Online Internationales Musiklexikon-Portal mit Grove-Artikeln zu Aleksandrov und seinem Umfeld.
- RILM Musikwissenschaftliche Bibliographie zur Recherche von Sekundärliteratur über Aleksandrov, seine Sonaten, Romanzen und pädagogischen Werke.
- WorldCat Internationaler Bibliothekskatalog zur Recherche von Notendrucken, Tonträgern, Dissertationen, sowjetischen Ausgaben und Sekundärliteratur.
- RISM Online Internationales Musikquellenportal, ergänzend für handschriftliche und gedruckte Quellen verwendbar.
- Deutsche Nationalbibliothek Deutschsprachiger Katalogzugang zu Normdaten, Ausgaben, Tonträgern und Forschungsliteratur.
- VIAF Internationaler Normdatenverbund zur Prüfung von Namensformen und bibliothekarischen Identifikatoren.
- Discogs Diskographisches Rechercheportal für Aufnahmen von Klavierwerken, Kammermusik und Liedern Aleksandrovs.
- Spotify: Complete Piano Sonatas Streaming-Kontext für moderne Einspielungen der vierzehn Klaviersonaten.
- YouTube: Anatoly Alexandrov Piano Sonata Audiovisueller Recherchezugang zu Aufführungen einzelner Sonaten; quellenkritisch nur ergänzend zu verwenden.
- JSTOR Wissenschaftliches Rechercheportal für Studien zu russischer und sowjetischer Musik des 20. Jahrhunderts.
- Cambridge Core Wissenschaftliches Portal für Forschung zu russischer Moderne, sowjetischer Musik und Klavierkultur.
- Google Scholar Rechercheportal für neuere wissenschaftliche Arbeiten zu Aleksandrovs Klaviersonaten, Romanzen und sowjetischer Musikpädagogik.
- Library of Congress Rechercheort für Tonträger, Notendrucke und historische Medien zu Aleksandrovs Werk und Rezeption.
Weiterführende Einträge
- Anatolij Nikolaevič Aleksandrov Russisch-sowjetischer Komponist, Pädagoge und Pianist, Autor von vierzehn Klaviersonaten, Romanzen, Opern, Kammermusik und Kinderliedern.
- Russische Klaviersonate Gattungsgeschichtlicher Rahmen von Aleksandrovs vierzehn Sonaten.
- Klaviersonate Zentrale Form der Klaviermusik, in der Aleksandrov sein langfristigstes Werkprofil ausbildete.
- Sonata-Skazka Märchensonaten-Typus bei Aleksandrov, besonders in der ersten und dreizehnten Klaviersonate.
- Klaviermusik des 20. Jahrhunderts Übergreifender Kontext von Aleksandrovs Sonaten, Zyklen und Miniaturen.
- Russische Romanze Vokale Kammergattung, in der Aleksandrov zahlreiche Dichtertexte vertonte.
- Sowjetische Romanze Fortführung der russischen Romanze unter sowjetischen Bedingungen.
- Russische symbolistische Musik Ästhetischer Frühkontext von Aleksandrovs Klavier- und Vokalwerken.
- Moskauer Kompositionsschule Institutioneller und stilistischer Rahmen von Taneev, Vasilenko, Igumnov, Žiljaev und Aleksandrov.
- Moskauer Konservatorium Zentrale Ausbildungs- und Lehrstätte Aleksandrovs.
- Sergej Taneev Komponist, Theoretiker und Lehrer, dessen kontrapunktische Tradition Aleksandrov prägte.
- Nikolaj Žiljaev Musiktheoretiker und Lehrer Aleksandrovs in der Moskauer Vorkriegskultur.
- Sergej Vasilenko Komponist und Lehrer Aleksandrovs am Moskauer Konservatorium.
- Konstantin Igumnov Pianist und Klavierlehrer Aleksandrovs am Moskauer Konservatorium.
- Aleksandr Il’inskij Kompositionslehrer im Moskauer Konservatoriumsumfeld Aleksandrovs.
- Aleksandr Skrjabin Stilistischer Bezugspunkt der frühen, mystisch und harmonisch verfeinerten Klaviermusik Aleksandrovs.
- Nikolaj Medtner Russischer Klavierkomponist und Vergleichsfigur für Aleksandrovs Sonaten- und Märchenpoetik.
- Samuil Feinberg Russisch-sowjetischer Pianist und Komponist, wichtig für den Kontext der sowjetischen Klaviersonate.
- Nikolaj Mjaskovskij Komponist und Zeitgenosse Aleksandrovs, wichtig für die sowjetische Sonaten- und Symphonietradition.
- Sergej Prokof’ev Vergleichsfigur für sowjetische Klaviermusik, Sonate und Bühnenmusik.
- Dmitrij Šostakovič Zentrale sowjetische Vergleichsfigur für Kammermusik, Sonate und kulturpolitische Einordnung.
- Aleksandr Puškin Dichter, dessen Gedichte Aleksandrov mehrfach vertonte.
- Evgenij Baratynskij Dichter, dessen Lyrik Aleksandrov in mehreren Romanzenzyklen vertonte.
- Fedor Tjutčev Dichter, dessen Lyrik für Aleksandrovs Romanzen und Chöre wichtig ist.
- Afanasij Fet Dichter und Übersetzer, wichtig für Aleksandrovs Hafis-Vertonungen und weitere Romanzen.
- Hafis Persischer Dichter, dessen Texte in russischer Übersetzung in Aleksandrovs frühen Liedern erscheinen.
- Konstantin Bal’mont Symbolistischer Dichter und Textautor früher Aleksandrov-Lieder.
- Igor’ Severjanin Dichter der russischen Moderne, von Aleksandrov in frühen Liedern vertont.
- Aleksandr Blok Symbolistischer Dichter, dessen Texte in Aleksandrovs Romanzen erscheinen.
- Sergej Esenin Dichter, dessen Texte Aleksandrov in Liedern vertonte.
- Anna Achmatova Dichterin, deren Lyrik in Aleksandrovs später Vokalmusik begegnet.
- Boris Pasternak Dichter und Übersetzer, wichtig für Aleksandrovs Baratašvili-Vertonungen und späte Liedkunst.
- Gavrila Deržavin Dichter, dessen Texte Aleksandrov in zwei Gedichten vertonte.
- Nikolaj Nekrasov Dichter, dessen Texte in Aleksandrovs Romanzenkontext erscheinen.
- Michail Lermontov Literarische Vorlage für Aleksandrovs Oper Bėla.
- Bėla Oper Aleksandrovs nach Lermontov, aufgeführt 1946 in Moskau.
- Dikaja Bara Oper Aleksandrovs aus den 1950er Jahren.
- Levša Späte Oper Aleksandrovs nach Nikolaj Leskov.
- Nikolaj Leskov Literarische Bezugsperson für Aleksandrovs Oper Levša.
- Streichquartett Kammermusikalische Gattung, in der Aleksandrov vier Werke schrieb.
- Cellosonate Späte Kammermusikgattung in Aleksandrovs Werk.
- Klavierkonzert Konzertgattung, die Aleksandrov 1974 mit op. 102 aufgriff.
- Sowjetische Symphonie Kontext der beiden späten Symphonien Aleksandrovs.
- Sowjetisches Kinderlied Wichtige Werkgruppe Aleksandrovs mit mehr als 150 Liedern.
- Sowjetische Musikpädagogik Pädagogischer Kontext von Aleksandrovs Lehrtätigkeit und Kindermusik.
- Komponistenverband der UdSSR Institutioneller Rahmen seiner Tätigkeit in der Sektion für Kindermusik.
- Sowjetische Filmmusik Medienkontext von Aleksandrovs Arbeiten zu Trinadcat’, Lenin v Oktjabre und Severnaja povest’.
- Sowjetischer Animationsfilm Kontext von Aleksandrovs Musik zu Krasnaja Šapočka, Sarmiko, Levša und weiteren Animationsfilmen.
- Krasnaja Šapočka Animationsfilm von 1938 mit Musik von Anatolij Aleksandrov.
- Sarmiko Animationsfilm von 1952 mit Musik Aleksandrovs.
- Lenin v Oktjabre Sowjetischer Film von 1937 mit Musikbeteiligung Aleksandrovs.
- Trinadcat’ Film von 1936, zu dem Aleksandrov Musik schrieb.
- Severnaja povest’ Film von 1960, dessen Musik in Aleksandrovs Pamjat’ serdca weiterwirkt.
- Sozialistischer Realismus in der Musik Kulturpolitischer Rahmen, auf den Aleksandrov seine spätere Sprache teilweise abstimmen musste.
- Russische musikalische Moderne Frühkontext von Aleksandrovs symbolistischen und skrjabinnahen Werken.
- Sowjetische Musik Übergreifender Kontext von Aleksandrovs Lehrtätigkeit, Kinderliedern, Opern und späten Werken.
- Volksliedbearbeitung Wichtige Praxis in Aleksandrovs Klavier-, Vokal- und Orchesterwerken.
- Baškirische Melodien Volksliedbezogener Klavierzyklus Aleksandrovs.
- Komi-Melodien Volksmelodischer Bezug in Aleksandrovs späten Klavierstücken op. 108.
- Mordwinische Melodien Volksmelodischer Bezug in Aleksandrovs Klavierstücken op. 108.
- Belcanto.ru Russisches Musikportal mit biographischem Aleksandrov-Artikel.
- IMSLP Digitales Notenportal mit Werklisten und frei zugänglichen Noten zu Aleksandrov.
- University of St Andrews Research Repository Wissenschaftlicher Zugang zur aktuellen Dissertation über Aleksandrovs Klaviersonaten.
- RILM Bibliographisches Recherchewerkzeug für Literatur zu Aleksandrov und russisch-sowjetischer Musik.
- WorldCat Internationaler Bibliothekskatalog für Noten, Tonträger und Sekundärliteratur.
- Die Musik in Geschichte und Gegenwart Deutschsprachiges Standardlexikon für Aleksandrov und sein musikgeschichtliches Umfeld.
- Grove Music Online Internationales Musiklexikon für Aleksandrov, russische Klaviermusik und sowjetische Musikgeschichte.