Vincenzo Albrici (Albrici 1; auch Alberici, Albrizi, Alberizi, Albrigi, Alberigi, Arbrigi, Albritz, Albritzi, Alberrix, Albright, Albreis, Albrice)
Überblick
Vincenzo Albrici war einer der wichtigsten italienischen Musiker, die im 17. Jahrhundert römische Kirchenmusik, geistliches Konzert, italienische Vokalkunst und höfische Musikkultur in den Norden Europas trugen. Er wurde am 26. Juni 1631 in Rom geboren und starb nach neueren Forschungen am 7. September 1687 in Prag. Seine Laufbahn führte ihn vom römischen Jesuiten- und Oratorianermilieu über Stockholm, Dresden und London bis nach Leipzig und Prag. Damit gehört er zu den beweglichsten musikalischen Vermittlerfiguren des europäischen Frühbarock.
Albrici war Komponist, Organist, Cembalist, Kapellmeister und Leiter italienischer Ensembles. Sein Werk ist vor allem durch geistliche Vokalmusik erhalten: Psalmen, Motetten, geistliche Concerti, Kantaten und lateinische Stücke für eine bis mehrere Stimmen mit Instrumenten und Basso continuo. Daneben sind instrumentale Sinfonien und Sonaten überliefert. Ein großer Teil seines Werkes ist verloren, ungesichert zugeschrieben oder nur in verstreuten Handschriften erhalten. Von besonderer Bedeutung ist die Düben-Sammlung in Uppsala, die zahlreiche Werke aus dem nord- und mitteldeutschen sowie schwedischen Überlieferungskreis bewahrt.
Seine Ausbildung erhielt Albrici im Rom der Barberini- und Jesuitenzeit. Am Collegium Germanicum et Hungaricum kam er in das Umfeld Giacomo Carissimis. Dort lernte er jene römische geistliche Schreibweise kennen, die Vokalvirtuosität, Textausdruck, konzertierende Instrumente und klare Formbildung miteinander verband. Diese Prägung blieb für sein gesamtes Werk maßgeblich.
1652 gelangte Albrici mit einer Gruppe italienischer Sänger und Musiker an den Hof Königin Christinas von Schweden. Dort leitete er ein italienisches Ensemble, das im Zusammenhang mit Christinas religiöser und kultureller Annäherung an Rom stand. Nach der schwedischen Episode wurde Dresden zu seinem wichtigsten Wirkungsort. Am sächsischen Hof arbeitete er im Umfeld Heinrich Schütz’, Giovanni Andrea Bontempis und Giuseppe Perandas und prägte entscheidend die Italianisierung der Dresdner Hofmusik.
In London gehörte Albrici in den 1660er Jahren zur italienischen Musik Karls II. Diese Gruppe italienischer Sänger, Instrumentalisten und Komponisten war Teil der restaurationszeitlichen Hofkultur und diente zugleich der kontinentalen Repräsentation des wiederhergestellten Stuart-Hofes. Albrici war damit an einem der wichtigsten frühen Transfers italienischer Kammer- und Kirchenmusik nach England beteiligt.
Albricis Bedeutung liegt weniger in einem heute allgemein bekannten Einzelwerk als in seiner europäischen Vermittlerrolle. Er steht zwischen Carissimis Rom, Christinas Stockholm, Schütz’ Dresden, Charles II’s London, lutherischer Kirchenmusik, katholischer Hofkapelle und Prager Spätphase. Sein Werk zeigt, wie intensiv musikalische Stile im 17. Jahrhundert über Konfessions-, Sprach- und Landesgrenzen hinweg wanderten.
Kurzdaten
| Name | Vincenzo Albrici. |
|---|---|
| Weitere Namensformen | Alberici, Albrizi, Alberizi, Albrigi, Alberigi, Arbrigi, Albritz, Albritzi, Alberrix, Albright, Albreis und Albrice; in bibliographischer Ordnung Albrici, Vincenzo. |
| Geburt | 26. Juni 1631 in Rom. |
| Tod | 7. September 1687 in Prag; ältere Quellen nennen teilweise 1690 oder 1696. |
| Beruf | Komponist, Organist, Cembalist, Kapellmeister, Leiter italienischer Hofensembles, Kirchenmusiker und Vermittler des römisch-italienischen geistlichen Konzertstils im nördlichen Europa. |
| Familie | Sohn des Sängers Domenico Albrici; Bruder des Musikers Bartolomeo Albrici und der Sängerin Leonora Albrici; über die mütterliche Familie mit den Musikern Fabio und Alessandro Costantini verbunden. |
| Ausbildung | Collegium Germanicum et Hungaricum in Rom; Schüler beziehungsweise musikalisch-theoretisch im Umfeld Giacomo Carissimis geprägt. |
| Frühe römische Ämter | Organisten- und Kirchenmusikdienste im Umfeld des Collegium Germanicum, der Chiesa del Gesù und weiterer römischer Kircheninstitutionen. |
| Stockholm | 1652 bis 1654 im Dienst Königin Christinas von Schweden als Leiter eines aus Rom angeworbenen italienischen Sänger- und Instrumentalensembles. |
| Dresden | Mehrfach am kursächsischen Hof tätig; gemeinsamer beziehungsweise konkurrierender Wirkungsraum mit Giovanni Andrea Bontempi, Giuseppe Peranda und Heinrich Schütz. |
| London | In den 1660er Jahren Mitglied und Leiterfunktion im Umfeld von Charles II’s Italian Musick; gemeinsam mit Mitgliedern seiner Familie am englischen Restaurationshof präsent. |
| Leipzig | Um 1681 Organist an der Thomaskirche; die Stelle setzte nach der Überlieferung einen Konfessionswechsel beziehungsweise eine protestantische Anpassung voraus. |
| Prag | Letzte Wirkungs- und Sterbestadt; Tätigkeit im kirchlichen Musikleben der Prager Kleinseite. |
| Zentrale Gattungen | Geistliche Concerti, Psalmen, Motetten, Kantaten, lateinische Solokonzerte, mehrchörige Vokalmusik, instrumentale Sinfonien, Sonaten und Basso-continuo-Werke. |
| Überlieferungsschwerpunkt | Düben-Sammlung der Universitätsbibliothek Uppsala, RISM-Nachweise, Dresdner und sächsische Quellenkomplexe, Prager Spuren, englische Restaurationsquellen und moderne Editionen. |
| Kulturelle Bedeutung | Albrici war eine Schlüsselfigur der Verbreitung römischer und italienischer geistlicher Musik an protestantischen und katholischen Höfen Nordeuropas, besonders in Stockholm, Dresden und London. |
Ausführlicher Kulturüberblick
Vincenzo Albrici gehört zu jenen Komponisten des 17. Jahrhunderts, deren Bedeutung erst dann sichtbar wird, wenn man nicht nur einzelne Werke, sondern musikalische Wege, Netzwerke und Höfe betrachtet. Er war ein reisender Musiker in einer Zeit, in der italienische Komponisten, Sänger, Instrumentalisten, Instrumentenbauer und Kapellmeister an nahezu allen großen europäischen Höfen gefragt waren. Rom, Stockholm, Dresden, London, Leipzig und Prag sind bei ihm keine zufälligen Stationen, sondern Stationen eines großräumigen Kulturtransfers.
Sein Ausgangspunkt war Rom. Dort hatte sich im Umfeld von Jesuitenkollegien, Oratorien, Adelskapellen und päpstlichen Kirchen eine hochentwickelte geistliche Vokalkultur herausgebildet. Giacomo Carissimi prägte eine Schreibweise, die Textverständlichkeit, affektvolle Melodik, konzertierenden Satz und dramatische Kürze miteinander verband. Albrici übernahm diese Sprache und brachte sie in Räume, in denen italienische Musik zugleich bewundert, nachgeahmt und konfessionell unterschiedlich bewertet wurde.
Die schwedische Episode zeigt besonders deutlich, wie eng Musik und Konfession miteinander verbunden waren. Königin Christina von Schweden ließ eine italienische Gruppe aus Rom an ihren Hof kommen, bevor sie abdankte, zum Katholizismus übertrat und nach Rom ging. Das italienische Ensemble diente nicht nur der Unterhaltung, sondern auch einer symbolischen Neuorientierung des Hofes. Albricis schwedisches Fader Wår, eine Vaterunser-Vertonung, steht genau an dieser Schnittstelle von liturgischem Text, höfischer Repräsentation und konfessioneller Bewegung.
Dresden wurde Albricis wichtigstes Feld der langfristigen Wirkung. Der kursächsische Hof unter Johann Georg II. suchte nach dem Dreißigjährigen Krieg eine moderne, repräsentative und international anschlussfähige Musikkultur. Italienische Musiker wie Albrici, Bontempi und Peranda brachten neue Vokal- und Konzertformen an den Hof. Sie trafen dort auf das Erbe Heinrich Schütz’, der selbst durch Venedig und Italien geprägt war. Albrici steht deshalb nicht außerhalb der deutschen Barocktradition, sondern in ihrem inneren europäischen Austauschprozess.
In London wirkte Albrici im Kontext der englischen Restauration. Nach dem Ende der puritanischen Republik suchte der Hof Karls II. nach neuen Formen höfischer Pracht, musikalischer Eleganz und kontinentaler Repräsentation. Italienische Musiker erhielten hohe Gehälter und wirkten in privaten Räumen des Hofes, in katholischen Kapellen und in einem aristokratischen Musikmilieu, das später auch für Purcells Umfeld bedeutsam wurde. Albrici war hier nicht allein Komponist, sondern Teil einer politischen und kulturellen Selbstdarstellung des restaurierten Königtums.
Die letzten Stationen Leipzig und Prag zeigen die Ambivalenz eines katholisch-römisch geprägten Musikers im konfessionell geteilten Europa. Leipzig verlangte als lutherische Stadt andere institutionelle Bedingungen als Rom oder London. Prag wiederum bot in der katholischen Habsburgermonarchie einen anderen Raum für Kirchenmusik und Mehrsprachigkeit. Albricis letzte Jahre wirken in der Überlieferung weniger glänzend als seine Dresdner und Londoner Zeit, sind aber kulturgeschichtlich wichtig, weil sie seine Mobilität bis in die böhmische Kirchenmusiklandschaft hineinführen.
Stilistisch steht Albrici für den geistlichen Konzertstil der mittleren und späteren Barockzeit. Seine Werke verbinden Solostimmen, kleine Vokalensembles, Basso continuo, Streicher, Bläser und gelegentlich mehrchörige Anlage. Die Musik ist textorientiert, affektvoll, rhythmisch lebendig und oft auf die Virtuosität der Sänger zugeschnitten. Gerade dadurch konnte sie in verschiedenen Höfen funktionieren: Sie war katholisch-liturgisch verwendbar, höfisch repräsentativ, kammermusikalisch aufführbar und für protestantische Kontexte adaptierbar.
Namensformen, Familie und Quellenlage
Die Namensüberlieferung Vincenzo Albricis ist ungewöhnlich variantenreich. Neben Albrici begegnen Formen wie Alberici, Albrizi, Alberizi, Albrigi, Alberigi, Arbrigi, Albritz, Albritzi, Alberrix, Albright, Albreis und Albrice. Diese Varianten erklären sich aus sprachlicher Anpassung, lateinischer, italienischer, deutscher, englischer und archivalischer Schreibpraxis. Für die Kulturlexikon-Seite wird die heute übliche Form Vincenzo Albrici als Lemma verwendet.
Albrici entstammte einer Musikerfamilie. Sein Vater Domenico Albrici war Sänger; sein Bruder Bartolomeo Albrici war ebenfalls Musiker, Cembalist, Sänger beziehungsweise Komponist; seine Schwester Leonora Albrici wird als Sängerin im englischen Umfeld genannt. Über die mütterliche Linie bestand eine Verbindung zu Fabio und Alessandro Costantini, die ebenfalls musikalisch tätig waren. Die Familie zeigt damit einen typischen frühbarocken Musikerzusammenhang: Gesang, Tasteninstrument, Komposition, Hofdienst und europäische Mobilität waren nicht streng getrennt.
Die Quellenlage ist kompliziert. Ältere Nachschlagewerke nennen verschiedene Todesdaten, darunter 1690 und 1696. Neuere Forschungen von Matteo Messori und Anna Katarzyna Zaręba haben die biographische Dokumentenlage korrigiert und 1687 als Todesjahr gestützt. Ebenso sind viele Werke nur durch Handschriften, Zuschreibungen, Abschriften, RISM-Datensätze, Düben-Quellen, moderne Editionen oder Tonträger greifbar. Ein geschlossenes, allgemein verbreitetes modernes Werkverzeichnis im engeren Sinn ist nicht in derselben Weise vorhanden wie bei kanonischen Komponisten des 18. oder 19. Jahrhunderts.
Rom, Collegium Germanicum und Carissimi-Schule
Albrici wurde in Rom geboren und kam früh in das Umfeld des Collegium Germanicum et Hungaricum. Diese Institution war für die katholische Bildung deutscher, ungarischer und mitteleuropäischer Kleriker bestimmt, zugleich aber ein bedeutender musikalischer Ort. Die Musik des Collegiums war eng mit der Kirche Sant’Apollinare verbunden und wurde durch Giacomo Carissimi geprägt.
Carissimi war einer der wichtigsten Meister der römischen geistlichen Vokalmusik. Sein Einfluss auf Albrici bestand nicht nur in einzelner Technik, sondern in einer gesamten Klangauffassung. Geistliche Musik sollte den Text verständlich machen, Affekte klar zeichnen, Vokallinien sängerisch führen und Instrumente so einsetzen, dass sie den Ausdruck steigerten. Diese Prinzipien sind auch in Albricis erhaltenen geistlichen Concerti erkennbar.
Albrici war in Rom nicht nur Schüler, sondern auch praktischer Organist und Kirchenmusiker. Die frühe Verbindung von Gesang, Orgel, Cembalo, Continuo und Komposition erklärt seine spätere Fähigkeit, unterschiedliche höfische und kirchliche Anforderungen zu erfüllen. Er war kein bloßer Vokalkomponist, sondern ein Kapellpraktiker.
Stockholm und Königin Christina von Schweden
1652 wurde Albrici Teil eines italienischen Sänger- und Instrumentalensembles, das an den Hof Königin Christinas von Schweden berufen wurde. Diese Berufung gehört zu den auffälligsten kulturpolitischen Vorgängen im schwedischen Musikleben des 17. Jahrhunderts. Christina interessierte sich für italienische, römische und katholische Kultur; die Musik war Teil dieses umfassenden Orientierungswechsels.
Albrici leitete dieses italienische Ensemble. Es bestand aus Sängern, Instrumentalisten und auch aus dem berühmten Instrumentenbauer Girolamo Zenti. Die Gruppe führte geistliche Musik, vermutlich auch theatrale beziehungsweise moralisch-religiöse italienische Stücke auf. Während Christinas Aufenthalt in Uppsala wurde das Ensemble zu ihrer höfischen Musikgruppe.
Ein besonders wichtiger schwedischer Zusammenhang ist Fader Wår, eine Vertonung des Vaterunsers in schwedischer Sprache. Das Werk steht in der Düben-Überlieferung und wird mit Christinas Abdankungs- und Konversionskontext verbunden. Gerade dieses Stück zeigt, wie italienischer Stil, schwedischer Text und katholisch-protestantische Übergangssituation miteinander verbunden werden konnten.
Dresden, Schütz-Nachfolge und italienischer Hofstil
Dresden war für Albrici ein zentraler Ort. Der kursächsische Hof suchte nach dem Dreißigjährigen Krieg eine musikalische Erneuerung, die höfische Repräsentation und internationale Modernität verband. Heinrich Schütz war noch der große Name der älteren Dresdner Musik, aber die praktische Kapellorganisation wurde zunehmend von jüngeren italienischen Musikern mitgestaltet.
Albrici wirkte dort neben Giovanni Andrea Bontempi und Giuseppe Peranda. Diese drei Namen stehen für die Italianisierung der Dresdner Hofmusik. Sie brachten den modernen geistlichen Konzertstil, virtuose Vokalmusik, konzertierende Instrumente und römisch-venezianische Klangmodelle nach Sachsen. Die Dresdner Hofmusik wurde dadurch zu einem europäischen Laboratorium zwischen deutscher lutherischer Tradition und italienischem katholischem Stil.
Für die deutsche Musikgeschichte ist Albrici wichtig, weil seine Musik nicht einfach als ausländisches Importgut zu verstehen ist. Sie wurde in protestantischen und höfischen Kontexten aufgeführt, kopiert und weitergegeben. Komponisten wie Buxtehude, Kuhnau, Bernhard oder mitteldeutsche Kirchenmusiker konnten von dieser italienischen Schreibweise indirekt oder direkt profitieren.
London, Charles II und His Majesty’s Italian Musick
In den 1660er Jahren kam Albrici nach London und wirkte am Hof Karls II. Die englische Restauration war musikalisch ein Neuanfang. Nach den Einschränkungen der Commonwealth-Zeit wurden Hofmusik, Theater, Opernversuche, Maskenspiele, Chapel-Musik und höfische Repräsentation neu aufgebaut. Italienische Musiker galten als besonders prestigeträchtig.
Albrici war Teil von His Majesty’s Italian Musick. Diese Gruppe trat in privaten höfischen Räumen auf und war auch mit der katholischen Kapelle Königin Katharinas von Braganza verbunden. In der Forschung wird betont, dass das Ensemble der politischen und kulturellen Selbstdarstellung des restaurierten Stuart-Hofes diente. Italienische Musik war hier ein Zeichen von Internationalität, Luxus, Katholizitätsnähe und höfischer Raffinesse.
Die Londoner Phase verbindet Albrici auch mit der Geschichte italienischer Kantaten, Arien und Kammermusik in England. Seine Familie war in diesem Umfeld präsent, besonders Bartolomeo und Leonora Albrici. Damit ist Albrici Teil jenes italienischen Kreises, der die englische Musik vor Purcell und im Umfeld Purcells mitprägte.
Leipzig, Prag und letzte Jahre
Nach den Dresdner und Londoner Jahren führte Albricis Laufbahn auch nach Leipzig. Um 1681 erhielt er die Organistenstelle an der Thomaskirche. Diese Station ist bemerkenswert, weil sie einen katholisch-römisch ausgebildeten italienischen Musiker in eine zentrale lutherische Kircheninstitution führt. Der Übergang verlangte nach der Überlieferung eine konfessionelle Anpassung beziehungsweise einen Wechsel zum Protestantismus.
Die Leipziger Episode blieb kurz. Albrici ging anschließend nach Prag, wo er im kirchlichen Musikleben der Kleinseite wirkte. Prag bot als habsburgisch-katholischer Kulturraum andere Möglichkeiten als Leipzig. Dort starb er nach neuerer Forschung am 7. September 1687.
Die letzten Jahre erscheinen in den Quellen weniger glänzend als die Dresdner und Londoner Zeit. Dennoch sind sie für das Gesamtbild wichtig. Sie zeigen einen Musiker, der nicht fest in einer nationalen Schule verankert war, sondern sein Leben lang zwischen Institutionen, Konfessionen, Höfen und Städten wechselte.
Stil, Gattungen und musikalische Bedeutung
Albricis Stil gehört zum italienischen geistlichen Konzert des mittleren 17. Jahrhunderts. Kennzeichnend sind solistische und kleine vokale Besetzungen, Basso continuo, Streicher, Bläser, gelegentlich Doppelchörigkeit, starke Textbezogenheit, lebendige Rhythmik und sängerische Melodik. Die Werke sind oft für konkrete Aufführungssituationen gedacht und verbinden liturgischen oder geistlichen Text mit höfischer Klangpracht.
Seine geistlichen Concerti sind nicht im Sinne späterer Kantatenzyklen systematisch geordnet. Vielmehr handelt es sich um einzelne Psalm-, Motetten- und Gebetsvertonungen, die an verschiedenen Orten und für verschiedene Ensembles gebraucht werden konnten. Die Besetzungen sind oft flexibel, aber zugleich genau genug, um lokale Klangfarben zu erkennen: Violinen, Posaunen, Fagott, Cornettini, Theorbe, Harfe, Spinett, Orgel und Continuo gehören zu den nachweisbaren Instrumenten.
Albrici war besonders stark in der Verbindung von italienischer Vokalvirtuosität und nordeuropäischer Hofrepräsentation. In Dresden und Stockholm konnte seine Musik geistlich, höfisch und politisch zugleich wirken. Sie war ein Medium des Prestiges, aber auch ein Mittel der Andacht. Diese Doppelrolle erklärt, warum seine Werke in so unterschiedlichen Kontexten kopiert wurden.
Die instrumentalen Stücke, etwa die Sinfonia a sei, die Sonata à 5 in C und die Sonata a Due Violini e Basso Continuo, zeigen Albrici als Komponisten konzertierender und kammermusikalischer Klangmodelle. Sie gehören zu jener frühen Sonaten- und Sinfonia-Kultur, in der konzertierende Gruppen, Continuo-Fundament und festliche Bläser- beziehungsweise Streicherfarben ineinandergreifen.
Werkverzeichnis
Das folgende Werkverzeichnis fasst die in heutigen Online-Katalogen, Tonträgerlisten, Düben-Quellen, IMSLP-Nachweisen, RISM-Verweisen und Forschungsliteratur greifbaren Titel zusammen. Da Albricis Werk zum Teil verloren, nur handschriftlich erhalten, unterschiedlich datiert oder in älteren Quellen abweichend zugeschrieben ist, wird die Werkübersicht nach Gattungen geordnet und mit quellenkritischen Hinweisen formuliert. Sie ist als umfassendes Kulturlexikon-Verzeichnis der nachweisbaren Werkgruppen und Titel zu verstehen.
Geistliche Concerti, Psalmen, Motetten und Kantaten
- Amo te, laudo te, geistliches Konzert in a-Moll; lateinischer Text; Besetzung in der modernen Überlieferung für zwei Soprane, zwei Cornettini, Fagott und Basso continuo.
- Ave Jesu Christe, geistliches Konzert beziehungsweise Motette.
- Cogita, o homo, geistliches Konzert beziehungsweise geistliche Kantate.
- Dixit Dominus Domino meo, Psalmvertonung.
- Fader Wår, schwedische Vaterunser-Vertonung für fünf Stimmen, zwei Violinen, Viola und Basso continuo; mit dem schwedischen Christina-Kontext verbunden.
- Haec quae ter triplici, geistliches Stück für Sopran, Tenor, Bass und Basso continuo.
- Hymnum jucunditatis, geistliches Konzert für zwei Soprane, zwei Violinen und Basso continuo.
- In convertendo Dominus, groß angelegte Psalmvertonung beziehungsweise geistliches Konzert, in der Düben-Überlieferung besonders wichtig.
- In te Domine speravi, geistliches Konzert für Alt, zwei Violinen und Basso continuo.
- Iesu nostra redemptio beziehungsweise Jesu nostra redemptio, geistliches Werk für Sopran, Alt, Tenor, Bass, zwei Violinen und Basso continuo.
- Jesu dulcis memoria, geistliches Werk für Sopran, Alt, Bass, drei Violen und Basso continuo.
- Laboravi clamans, geistliches Konzert für fünf Stimmen, zwei Violinen und Basso continuo.
- Laetatus sum in his beziehungsweise Laetatus sum, Psalmvertonung für Stimmen, Streicher und Basso continuo.
- Laudate pueri Dominum, Psalmvertonung beziehungsweise geistliches Konzert für Vokal- und Instrumentalbesetzung; in moderner Aufnahme besonders präsent.
- Mihi autem bonum est, geistliches Konzert mit Stimme beziehungsweise Stimmen und Instrumenten.
- Misericordias Domini, geistliches Werk beziehungsweise Psalm- oder Motettenvertonung.
- Mortales audite factorem, geistliches Konzert.
- O cor meum quo vagaris, geistliches Solokonzert beziehungsweise geistliche Kantate.
- Omnia quae fecit Deus, geistliches Konzert beziehungsweise Motette.
- Quantus amor Jesu, geistliche Kantate beziehungsweise geistliches Konzert.
- Sperate in Deo, geistliches Konzert beziehungsweise Motette.
- Venite omnes gentes, geistliches Konzert beziehungsweise geistliche Kantate.
- Te Deum, in älterer Werktradition genannt; quellenkritisch mit RISM- und Spezialkatalogen abzugleichen.
- Messen, Cantaten, Motetten und Psalmen in älterer Lexikonüberlieferung, deren einzelne Titel nicht überall einheitlich katalogisiert sind.
- Weitere geistliche Concerti zu ein, zwei oder drei Stimmen mit Instrumenten und Basso continuo, besonders im Umkreis der Dresdner und Düben-Überlieferung.
Weltliche Vokalwerke, Canzonetten und Arien
- Gelosia non vuol ch’io scopra, Canzonetta für Sopran und Basso continuo.
- Italienische Arien und Kantaten im Londoner und Dresdner Umfeld, teils nur durch Sammlungen, Zuschreibungen oder Kataloghinweise greifbar.
- Werke beziehungsweise Werkgruppen unter Titeln wie Cantate ed arie für Sopran und Cembalo, in bibliographischen Nachweisen und Sammlungszusammenhängen genannt.
- Italienische Kammermusikstücke, die im Umfeld von His Majesty’s Italian Musick und der englischen Restaurationskultur zu verorten sind.
- Vokale Einzelstücke, die in englischen, italienischen oder schwedischen Sammelquellen mit Albrici beziehungsweise der Albrici-Familie verbunden werden.
Instrumentale Sinfonien und Sonaten
- Sinfonia a sei, instrumentales Werk in mehrstimmiger Besetzung; in der Düben-Überlieferung und bei modernen Aufführungen nachweisbar.
- Sinfonia, instrumentaler Satz im Umfeld der Concerti sacri und moderner Aufnahmen.
- Sonata à 5 in C major, Sonate in C-Dur für zwei Trompeten, zwei Violinen, Fagott und Basso continuo.
- Sonata a Due Violini e Basso Continuo, auch als Trio Sonata in D minor beziehungsweise Sinfonia bezeichnet; fünf Sätze, Besetzung zwei Violinen und Continuo.
- Instrumentale Einleitungs-, Zwischen- und Sinfonia-Sätze im Zusammenhang geistlicher Concerti.
- Weitere instrumentale Sonaten beziehungsweise Sinfonien, deren Überlieferung in RISM-, Düben- und Spezialkatalogen zu prüfen ist.
Schwedischer Kontext und Christina-Repertoire
- Fader Wår Som æst i Himmelom, schwedische Vaterunser-Vertonung, besonders bedeutend für die Musik am Hof Königin Christinas von Schweden.
- Italienische geistliche Musik für Christinas Hofdienste, vermutlich im Zusammenhang von römischer Kirchenmusik, Jesuitenvermittlung und Konversionsvorbereitung.
- Geistliche und moralisch-religiöse Stücke, die im Umfeld italienischer Comedie beziehungsweise Jesuitendramen am schwedischen Hof aufgeführt worden sein könnten.
Dresdner und mitteldeutsche Werkgruppen
- Geistliche Concerti für den kursächsischen Hof in Dresden.
- Psalmen und Motetten mit konzertierenden Instrumenten, die den neuen italienischen Ton der Dresdner Hofmusik mitprägten.
- Werke im Umfeld von Heinrich Schütz, Giovanni Andrea Bontempi und Giuseppe Peranda.
- Kompositionen, die über sächsische, mitteldeutsche und schwedische Kopien in die Düben-Sammlung gelangten.
- Geistliche Werke, deren Stil die spätere nord- und mitteldeutsche Vokalmusik beeinflusste.
Londoner und englische Werkgruppen
- Italienische Kammermusik für den Hof Karls II.
- Werke beziehungsweise Aufführungsrepertoire von His Majesty’s Italian Musick.
- Musik für private höfische Räume und möglicherweise für die katholische Kapelle Königin Katharinas von Braganza.
- Italienische Kantaten, Arien und Kammerstücke im Umfeld der Restaurationszeit.
- Kompositionen und Aufführungen im Zusammenhang der Albrici-Familie in London, besonders mit Bartolomeo und Leonora Albrici.
Prager und späte Werkgruppen
- Geistliche Musik für Prager Kirchen- und Klosterumfeld.
- Werke, die mit der Augustinerkirche beziehungsweise St. Thomas auf der Prager Kleinseite in Verbindung gebracht werden.
- Späte Kirchenmusikstücke, deren genaue Datierung und Zuschreibung in der Forschung quellenkritisch behandelt werden.
- Prager Handschriften und Quellenhinweise, die für die Neubewertung der letzten Lebensjahre wichtig sind.
Moderne Aufnahme- und Editionspräsenz
- Albrici: Concerti sacri, Aufnahme mit Cappella Augustana und Matteo Messori; enthält unter anderem Sperate in Deo, Quantus amor Jesu, Mortales audite factorem, Ave Jesu Christe, O cor meum quo vagaris, Sinfonia, Laudate pueri Dominum, Omnia quae fecit Deus, Amo te, laudo te und Venite omnes gentes.
- Albrici: Sacred Cantatas, Aufnahme mit Weser-Renaissance Bremen und Manfred Cordes; enthält unter anderem Dixit Dominus Domino meo, Misericordias Domini, Iesu nostra redemptio, Sinfonia à 6 und weitere geistliche Werke.
- In convertendo. Sacred Music from the Düben Collection, Aufnahme mit Albricis In convertendo im Zusammenhang geistlicher Musik aus der Düben-Sammlung.
- Moderne Einzelaufführungen und Editionen von Fader Wår, Sinfonia a sei, Sonata à 5, Trio Sonata in D minor und weiteren Werken.
Überlieferung, Düben-Sammlung und moderne Editionen
Die Überlieferung Albricis ist stark von Abschriften und Sammelbeständen abhängig. Besonders wichtig ist die Düben-Sammlung der Universitätsbibliothek Uppsala. Diese Sammlung enthält Musik, die von der Familie Düben im 17. und frühen 18. Jahrhundert zusammengetragen wurde und für die schwedische Hof- und Kirchenmusik von zentraler Bedeutung ist. Sie bewahrt zahlreiche Werke aus dem deutschen, italienischen, schwedischen und mitteldeutschen Repertoire.
Für Albrici ist diese Sammlung deshalb so wichtig, weil viele Dresdner und sächsische Werke nur indirekt oder in Abschriften überliefert sind. Die Bombardierung Dresdens 1760 und andere Verluste haben große Teile der ursprünglichen Hofmusikbestände vernichtet. Was in Uppsala, RISM, Prag, Dresden, London oder anderen Katalogen nachweisbar ist, hat deshalb besonderes Gewicht.
Die moderne Wiederentdeckung Albricis ist eng mit Musikologen und Interpreten wie Mary E. Frandsen, Matteo Messori, Anna Katarzyna Zaręba, Manfred Cordes und spezialisierten Ensembles verbunden. Durch Editionen, Aufnahmen und quellenkritische Studien wird Albrici heute nicht mehr nur als Randfigur der Hofmusik behandelt, sondern als wichtiger Knotenpunkt zwischen Rom, Dresden, Stockholm, London und Prag.
Sekundärliteratur
- Georg von Dadelsen: Albrici, Vincenzo. In: Neue Deutsche Biographie, Band 1, Berlin, 1953.
- Silvana Simonetti: Albrici, Vincenzo. In: Dizionario Biografico degli Italiani, Band 2, Rom, Istituto dell’Enciclopedia Italiana, 1960.
- Mary E. Frandsen: Albrici [Alberici], Vincenzo. In: The New Grove Dictionary of Music and Musicians, zweite Ausgabe.
- Mary E. Frandsen: Crossing Confessional Boundaries. The Patronage of Italian Sacred Music in Seventeenth-Century Dresden. Oxford University Press, 2006.
- Mary E. Frandsen: Studien zu italienischer geistlicher Musik in Dresden, zu Albrici, Peranda, Bontempi und den konfessionellen Grenzen höfischer Musikpatronage.
- Matteo Messori und Anna Katarzyna Zaręba: Vincenzo Albrici (1631–1687) und sein Bruder Bartolomeo. Neue biographische und musikalische Funde. In: Schütz-Jahrbuch, 39. Jahrgang, 2017, S. 54–70.
- Matteo Messori und Anna Katarzyna Zaręba: Nuovi documenti su Vincenzo Albrici (1631–1687) e la sua famiglia. In: Fonti Musicali Italiane, 22, 2017.
- Ester Lebedinski: “Obtained by peculiar favour, & much difficulty of the Singer”: Vincenzo Albrici and the Function of Charles II’s Italian Ensemble at the English Restoration Court. In: Journal of the Royal Musical Association, 143, 2018.
- Margaret Mabbett: Italian Musicians in Restoration England (1660–90). In: Music & Letters, 67, 1986, S. 237–247.
- Andrew R. Walkling: Masque and Opera in England, 1656–1688. Abingdon und New York, 2017, besonders zum englischen Restaurationshof und ausländischen Musikern.
- Peter Leech: Musicians in the Catholic Chapel of Catherine of Braganza, 1662–92. In: Early Music, 29, 2001.
- Geoffrey Webber: Italian Music at the Court of Queen Christina: Christ Church, Oxford, Mus. MS 377 and the Visit of Vincenzo Albrici’s Italian Ensemble, 1652–54. In: Svensk tidskrift för musikforskning, 75, 1993.
- Lars Berglund: Studien zur Düben-Sammlung und zu den Wegen, über die mitteldeutsche, sächsische und italienische Musik nach Uppsala gelangte.
- Peter Wollny: Beiträge zur Entstehungsgeschichte der Sammlung Düben und zu Quellenkomplexen aus Sachsen, Thüringen und mitteldeutschen Höfen.
- Marie Schildt: Forschungen zu Gustav Düben und zur Arbeitspraxis der Düben-Sammlung.
- Forschung zu Heinrich Schütz, Giovanni Andrea Bontempi, Giuseppe Peranda, Johann Kuhnau, Diderik Buxtehude und der italienischen Vokalmusik im protestantischen Mitteleuropa.
- Forschung zu Königin Christina von Schweden, zur römischen Jesuitenmusik, zur katholischen Hofmusik in England und zu konfessionellen Musiktransfers im 17. Jahrhundert.
Ausgewählte Onlinequellen
- Deutsche Biographie: Albrici, Vincenzo Biographischer Fachartikel der Neuen Deutschen Biographie mit Grunddaten, älterer Forschungsliteratur und Normdatenverknüpfungen.
- Treccani: ALBRICI, Vincenzo Italienischer Lexikonartikel mit älterer biographischer Einordnung und italienischem Forschungskontext.
- Swedish Musical Heritage: Vincenzo Albrici Ausführliche englischsprachige Biographie mit besonderem Schwerpunkt auf Rom, Stockholm, Königin Christina, Dresden und Werkstil.
- RISM Online: Albrici, Vincenzo Internationaler Quellenknoten zu musikalischen Handschriften und Quellen Vincenzo Albricis.
- IMSLP: Vincenzo Albrici Noten- und Werkübersicht mit digitalen Partituren beziehungsweise Quellen zu einzelnen Werken wie Amo te laudo te, Sinfonia a sei, Sonata à 5 und Trio Sonata in D minor.
- IMSLP: Amo te laudo te Werkseite zur lateinischen geistlichen Komposition mit Angaben zu Tonart, Sprache, Stil und Besetzung.
- IMSLP: Sinfonia a sei Werkseite zur instrumentalen Sinfonia mit Einzelstimmen und Düben-Bezug.
- IMSLP: Sonata à 5 in C major Werkseite zur Sonate in C-Dur mit Besetzung für zwei Trompeten, zwei Violinen, Fagott und Continuo.
- IMSLP: Trio Sonata in D minor Werkseite zur Sonate für zwei Violinen und Basso continuo, mit Hinweis auf die Düben-Überlieferung.
- Düben Collection Database: Fader vår Quellendatensatz zur schwedischen Vaterunser-Vertonung Fader Wår mit Besetzung, Datierung, Sprache und Quellenangaben.
- Düben Collection Database: Quelle mit Albrici-Zuschreibung Beispiel eines Düben-Quellendatensatzes mit Zuschreibungs- und Kommentarhinweisen im Albrici-Umfeld.
- Presto Music: Vincenzo Albrici Komponisten- und Tonträgerseite mit moderner Aufnahmeübersicht und Werklisten zu Albricis geistlichen Stücken.
- Presto Music: Albrici, Concerti Sacri Albumseite zur Aufnahme mit Cappella Augustana und Matteo Messori, mit Trackliste geistlicher Concerti.
- Apple Music: Albrici, Sacred Cantatas Albumseite zur neueren Aufnahme mit Weser-Renaissance Bremen und Manfred Cordes, mit Trackliste zu geistlichen Kantaten.
- jpc: Vincenzo Albrici, Geistliche Kantaten Tonträgerseite zur cpo-Produktion mit Weser-Renaissance Bremen und Manfred Cordes.
- Coviello Classics: In Convertendo – Sacred Music from the Düben Collection Albumseite mit Albricis In convertendo im Kontext geistlicher Musik aus der Düben-Sammlung.
- Journal of the Royal Musical Association: Vincenzo Albrici and Charles II’s Italian Ensemble Fachaufsatz von Ester Lebedinski zur Funktion von Albrici und dem italienischen Ensemble am englischen Restaurationshof.
- Cambridge Core: Vincenzo Albrici and Charles II’s Italian Ensemble Abstract- und Verlagsseite zum JRMA-Aufsatz über Albrici, Charles II und die italienische Hofmusik in England.
- Schütz-Jahrbuch 2017: Inhaltsverzeichnis Heftübersicht mit dem Beitrag von Matteo Messori und Anna Katarzyna Zaręba zu Vincenzo und Bartolomeo Albrici.
- Schütz-Jahrbuch: Vincenzo Albrici und sein Bruder Bartolomeo PDF des Forschungsbeitrags zu neuen biographischen und musikalischen Funden, besonders wichtig für die neuere Datierung und Familienforschung.
- Fonti Musicali Italiane: Nuovi documenti su Vincenzo Albrici e la sua famiglia Italienischer Forschungsbeitrag von Matteo Messori und Anna Katarzyna Zaręba zu neuen Dokumenten über Albrici und seine Familie.
- De musica disserenda: Routes to the Düben Collection Fachbeitrag zur Herkunft und Überlieferung der Düben-Sammlung mit Hinweisen auf Albrici, Peranda und Bontempi als italienische Dresdner Komponisten.
- Jan Enberg: Vincenzo Albrici’s last time in Prague Materialreiche, quellenorientierte Webseite zu Albricis Prager Spätzeit und den Datierungsproblemen älterer Biographien.
- The Diary of Samuel Pepys: Vincenzo Albrici Englischsprachiger Kontextartikel mit Bezug auf Albrici im Londoner Restaurationsmilieu.
- Hyperion Records: Vincenzo Albrici Komponistenseite mit Kurzbiographie und Werkhinweisen, besonders für moderne Aufnahme- und Repertoirekontexte.
- MusicBrainz: Vincenzo Albrici Strukturierter Musikdatenknoten mit Aufnahmen, Veröffentlichungen und Identifikatoren.
- Wikidata: Vincenzo Albrici Normdaten- und Identifikatorenknoten mit Verweisen auf internationale Datenbanken.
- Wikipedia deutsch: Vincenzo Albrici Überblicksartikel mit Lebensstationen und Literaturhinweisen; als Einstieg brauchbar, mit Fachquellen abzugleichen.
- Wikipedia italienisch: Vincenzo Albrici Italienischer Überblick mit besonderer Betonung von Rom, Stockholm, Dresden, London, Leipzig und Prag.
- Wikipedia englisch: Vincenzo Albrici Englischsprachiger Überblick zu Biographie, Familie, Hofstationen und Werküberlieferung.
Weiterführende Einträge
- Giacomo Carissimi Römischer Meister der geistlichen Vokalmusik und zentrale Ausbildungsfigur im Umfeld Albricis.
- Collegium Germanicum et Hungaricum Römische Ausbildungsinstitution, in der Albrici früh musikalisch geprägt wurde.
- Rom im 17. Jahrhundert Kulturraum von Jesuitenmusik, Oratorium, geistlichem Konzert und höfischer Kirchenmusik.
- Chiesa del Gesù Jesuitische Hauptkirche in Rom und wichtiger Kontext der römischen Kirchenmusik Albricis.
- Bonifacio Graziani Römischer Kirchenmusiker in Albricis frühem Umfeld.
- Domenico Albrici Sänger und Vater Vincenzo Albricis, Teil der römischen Musikerfamilie Albrici.
- Bartolomeo Albrici Bruder Vincenzo Albricis, Musiker im Londoner und europäischen Umfeld der Familie.
- Leonora Albrici Sängerin und Schwester Vincenzo Albricis, im englischen Restaurationsmilieu nachweisbar.
- Fabio Costantini Mit der Familie Albrici verbundener Musiker und wichtiger genealogischer Bezugspunkt.
- Alessandro Costantini Musiker aus der weiteren Costantini-Albrici-Familientradition.
- Christina von Schweden Schwedische Königin, an deren Hof Albrici 1652 bis 1654 ein italienisches Ensemble leitete.
- Stockholmer Hofmusik Schwedischer Wirkungsraum von Albricis italienischem Ensemble.
- Uppsala Ort von Christinas Hofaufenthalt und späterer Bewahrungsort zentraler Albrici-Quellen.
- Düben-Sammlung Zentrale Überlieferungssammlung für Albricis geistliche und instrumentale Musik.
- Gustav Düben Schwedischer Hofkapellmeister und Sammler, durch dessen Umfeld Albrici-Werke überliefert sind.
- Dresdner Hofmusik Wichtigster mitteleuropäischer Wirkungsraum Albricis und Zentrum italienischer Stilbildung nördlich der Alpen.
- Heinrich Schütz Älterer Dresdner Kapellmeister, in dessen institutionellem Nachfeld Albrici arbeitete.
- Giovanni Andrea Bontempi Italienischer Musiker am Dresdner Hof und wichtiger Kollege Albricis.
- Giuseppe Peranda Italienischer Komponist der Dresdner Hofmusik, gemeinsam mit Albrici prägend für den neuen geistlichen Stil.
- Johann Georg II. von Sachsen Kurfürstlicher Förderer der italienisch geprägten Dresdner Hofmusik.
- Charles II. von England Restaurationskönig, an dessen Hof Albrici im italienischen Ensemble wirkte.
- Musik der englischen Restauration Kulturraum von Hofmusik, italienischer Kammermusik, Chapel-Musik und frühen Opernversuchen.
- His Majesty’s Italian Musick Italienisches Ensemble am Hof Karls II., in dem Albrici eine zentrale Rolle spielte.
- Katharina von Braganza Katholische Königin Englands, deren Kapelle für italienische Musiker am Restaurationshof wichtig wurde.
- Henry Purcell Englischer Komponist, dessen Umfeld von der italienischen Musik der Restaurationszeit berührt wurde.
- Thomaskirche Leipzig Kurzzeitiger Wirkungsort Albricis als Organist vor seiner Prager Spätphase.
- Leipzig in der Musikgeschichte Lutherischer Musikraum, den Albrici in seiner späten Laufbahn berührte.
- Prag in der Musikgeschichte Letzter Wirkungs- und Sterbeort Albricis im habsburgisch-katholischen Kulturraum.
- Prager Kleinseite Prager Stadtteil, der für Albricis späte Kirchenmusikstation wichtig ist.
- Geistliches Konzert Hauptgattung Albricis, geprägt durch Stimmen, Instrumente und Basso continuo.
- Motette Geistliche Vokalgattung, in der Albricis lateinische Textvertonungen zu verorten sind.
- Psalmvertonung Gattung von Werken wie Laudate pueri Dominum, Laetatus sum und In convertendo.
- Geistliche Kantate Gattungsfeld der kleineren lateinischen und italienischen geistlichen Werke Albricis.
- Basso continuo Fundamentaler Satz- und Aufführungsbestandteil der Albrici-Überlieferung.
- Cembalo Tasteninstrument und Continuo-Instrument im Umfeld von Albricis Praxis als Cembalist.
- Orgel Instrument von Albricis Tätigkeit als Organist in Rom, Leipzig und Prag.
- Barocke Sinfonia Instrumentaler Satztypus, der in Albricis Sinfonia a sei und Concerti-Kontexten erscheint.
- Barocke Sonata Gattungsfeld von Albricis Sonata à 5 und Trio Sonata in D minor.
- Italienische Musiker in Dresden Kulturhistorischer Kontext von Albrici, Peranda, Bontempi und der Dresdner Hofkapelle.
- Italienische Musiker in England Kontext der Albrici-Familie am Hof Karls II. und in der englischen Restaurationsmusik.
- Konfessioneller Musiktransfer Übergreifender Begriff für Albricis Wirkung zwischen katholischen und protestantischen Höfen.
- Hofmusik Institutioneller Rahmen von Albricis Tätigkeit in Stockholm, Dresden und London.
- Kapellmeister Amtliche Rolle, in der Albrici Ensembles leitete und höfische Musik organisierte.
- Carissimi-Schule Römischer Stil- und Unterrichtszusammenhang, aus dem Albricis geistliche Vokalsprache hervorging.
- Dieterich Buxtehude Norddeutscher Komponist, dessen musikalischer Horizont durch italienische Konzertstile wie den Albricis mitgeprägt wurde.
- Johann Kuhnau Leipziger Komponist und Thomaskantor, der in Verbindung mit Albricis Dresdner und Leipziger Wirkung gebracht wird.
- Girolamo Zenti Instrumentenbauer, der mit der italienischen Musikergruppe am schwedischen Hof verbunden war.
- Mary E. Frandsen Musikwissenschaftlerin, die Albrici im Kontext konfessioneller Grenzen und italienischer geistlicher Musik in Dresden erforschte.
- Matteo Messori Cembalist, Organist, Dirigent und Forscher, wichtig für moderne Albrici-Editionen und Aufnahmen.
- Anna Katarzyna Zaręba Forscherin zu neuen biographischen und musikalischen Dokumenten über Vincenzo und Bartolomeo Albrici.
- Weser-Renaissance Bremen Ensemble, das Albricis geistliche Kantaten in moderner Aufnahme erschlossen hat.
- Manfred Cordes Dirigent und Forscher im Bereich norddeutscher und frühbarocker Vokalmusik, verbunden mit moderner Albrici-Rezeption.
- Cappella Augustana Ensemble, das Albricis Concerti sacri unter Matteo Messori aufgenommen hat.
- RISM Internationales Quellenverzeichnis, zentral für die Erschließung von Albrici-Handschriften.
- IMSLP Online-Notenportal mit frei zugänglichen Albrici-Werken und Quellenhinweisen.
- Deutsche Biographie Fachportal mit biographischem Grundartikel zu Vincenzo Albrici.
- Treccani Italienisches Wissensportal mit älteren und biographischen Artikeln zu Albrici.