Bartolomeo Albrici (Albrici 2; auch Alberici, Albrizi, Alberizi, Albrigi, Alberigi, Arbrigi, Albritz, Albritzi, Alberrix, Albright, Albreis, Albrice)
Überblick
Bartolomeo Albrici war ein italienischer Komponist, Organist, Cembalist, Sänger und Clavierlehrer des 17. Jahrhunderts. Er wurde um 1635 geboren, möglicherweise in Rom, und ist noch nach 1687 in London nachweisbar. Sein Todesdatum ist unbekannt. In der Forschung erscheint er meist im Zusammenhang der weit verzweigten Musikerfamilie Albrici, besonders als jüngerer Bruder des bekannteren Vincenzo Albrici und als Teil jener italienischen Musikergruppen, die im 17. Jahrhundert zwischen Rom, Stockholm, Dresden und London zirkulierten.
Sein eigenständiges Profil liegt weniger in einem umfangreich überlieferten Œuvre als in seiner Rolle als praktischer Musiker und Vermittler. Bartolomeo war Sänger, Organist, Cembalist und Lehrer; er bewegte sich in höfischen und privaten Musizierzusammenhängen und gehörte in London zum italienischen Musikerkreis des Restaurationshofes Karls II. Dieser Kreis verband italienische Arie, Kantate, Basso-continuo-Praxis, höfische Kammermusik, Gesangskultur und die englische Neuausrichtung nach 1660.
Bartolomeo Albricis erhaltene Werke sind nur in geringer Zahl greifbar. Besonders wichtig sind zwei italienische Stücke in der 1679 in London erschienenen Sammlung Scelta di Canzonette Italiane de più Autori: Di Cupido chi fugge lo strale und Ninfe vezzose movete il pie. Hinzu kommen Hinweise auf zwei in Dresden überlieferte Kantaten beziehungsweise Dresdner Quellenkomplexe, deren genaue Überlieferungs- und Zuschreibungsfragen sorgfältig zu prüfen sind. Gerade die geringe Werkzahl macht die wenigen Nachweise kulturhistorisch wertvoll.
Der Kulturwert Bartolomeo Albricis liegt in der Mikrogeschichte italienischer Musikmigration. Er zeigt, wie Musikerfamilien, Hofdienste, private Netzwerke, Sammlungen, Drucke und höfische Ensembles zusammenwirkten. Über die Familie Albrici gelangten römisch-italienische Stile an den schwedischen Hof Königin Christinas, an den sächsischen Hof in Dresden und an den englischen Hof Karls II. Bartolomeo steht dabei für die praktische Seite dieses Transfers: Cembalo, Gesang, Continuo, Unterricht und kammermusikalische Aufführung.
Kurzdaten
| Name | Bartolomeo Albrici. |
|---|---|
| Weitere Namensformen | Alberici, Albrizi, Alberizi, Albrigi, Alberigi, Arbrigi, Albritz, Albritzi, Alberrix, Albright, Albreis und Albrice; in bibliographischer Ordnung Albrici, Bartolomeo. |
| Geburt | Um 1635, möglicherweise in Rom; ältere und parallele Quellen nennen gelegentlich um 1640. |
| Tod | Nach 1687; Bartolomeo Albrici ist mindestens bis Ende 1687 in London nachweisbar, danach verlieren sich seine Spuren. |
| Beruf | Komponist, Organist, Cembalist, Sänger, Clavierlehrer, Continuospieler und Musiker im Umfeld italienischer Hofensembles des 17. Jahrhunderts. |
| Familie | Sohn des Sängers Domenico Albrici; Bruder des Komponisten, Organisten und Kapellmeisters Vincenzo Albrici sowie der Sängerin Leonora Albrici; über die weitere Familie mit Fabio und Alessandro Costantini verbunden. |
| Frühe Tätigkeit | Im römischen Kirchen- und Sängerumfeld nachweisbar; in Forschungszusammenhängen auch mit der Cappella Giulia und der italienischen Gruppe um Königin Christina von Schweden verbunden. |
| Schwedischer Kontext | Teil des italienischen Musikerumfelds, das im frühen 1650er-Jahrzehnt für Königin Christina von Schweden Bedeutung gewann. |
| Dresdner Kontext | In Dresden im Umfeld seines Bruders Vincenzo tätig; als Organist beziehungsweise Hoforganist und praktischer Musiker im italienisch geprägten sächsischen Hofmilieu fassbar. |
| Londoner Kontext | Seit den 1660er Jahren am englischen Restaurationshof und im privaten aristokratischen Musikleben Londons tätig; als Cembalist, Clavierlehrer, Komponist und Mitglied des italienischen Musikerzirkels um Charles II. fassbar. |
| Erhaltene Werke | Besonders Di Cupido chi fugge lo strale und Ninfe vezzose movete il pie in der Londoner Sammlung Scelta di Canzonette Italiane de più Autori von 1679; außerdem Hinweise auf zwei in Dresden überlieferte Kantaten. |
| Gattungen | Italienische Canzonette, Arien, kleine Kantaten, Continuo-Lieder, möglicherweise geistliche oder weltliche Kantaten sowie Clavier- und Continuopraxis. |
| Kulturelle Bedeutung | Bartolomeo Albrici ist eine Neben-, aber aufschlussreiche Figur der italienischen Musikerpräsenz in Stockholm, Dresden und London und besonders wichtig für die Geschichte italienischer Kammermusik am englischen Restaurationshof. |
Ausführlicher Kulturüberblick
Bartolomeo Albrici gehört zu den Musikern des 17. Jahrhunderts, deren Bedeutung nicht allein an der Zahl der erhaltenen Kompositionen gemessen werden darf. Während Vincenzo Albrici als Kapellmeister und Komponist geistlicher Concerti stärker hervortritt, bleibt Bartolomeo in den Quellen schmaler, beweglicher und stärker an praktischen Funktionen orientiert. Gerade deshalb ist er kulturhistorisch interessant: Er zeigt, wie musikalische Arbeit im frühbarocken Europa häufig tatsächlich funktionierte, nämlich als Mischung aus Gesang, Tasteninstrument, Unterricht, Ensemblepraxis, Hofdienst und privatem Musizieren.
Die Familie Albrici war in mehrfacher Hinsicht mobil. Sie stammte aus einem italienischen Musikerumfeld, das mit Loreto, Rom und der päpstlich-katholischen Kirchenmusik verbunden war. Domenico Albrici, der Vater, war Sänger; Vincenzo wurde Komponist, Organist und Kapellmeister; Leonora trat als Sängerin hervor; Bartolomeo übernahm Rollen als Sänger, Organist, Cembalist und Clavierlehrer. Diese familiäre Mehrfachbegabung entspricht einem frühneuzeitlichen Musikermodell, in dem Berufsgrenzen weniger streng waren als später.
Bartolomeos Lebensweg führt in dieselben europäischen Räume wie der seines Bruders, aber mit anderem Schwerpunkt. Rom bildet den familiären und musikalischen Ausgangsraum. Schweden zeigt die erste große internationale Hofverwendung der Albrici-Familie im Umfeld Königin Christinas. Dresden steht für die Aufnahme italienischer Musiker in eine deutsche protestantische Hofkapelle. London schließlich wird zu Bartolomeos wichtigstem spätem Wirkungsort, weil er dort länger als Vincenzo greifbar bleibt.
Der englische Restaurationshof ist für Bartolomeo besonders wichtig. Nach 1660 baute Charles II. die Hofmusik neu auf. Italienische, französische und englische Stile trafen aufeinander. Die Musik diente nicht nur privatem Genuss, sondern höfischer Repräsentation. Italienische Sänger und Instrumentalisten waren ein Zeichen kontinentaler Eleganz; ihre Musik verband Kammergesang, Continuo, Kantate, Opernansatz, katholische Kapellenkultur und aristokratisches Hausmusizieren. Bartolomeo Albrici gehört in genau diesen Kreis.
Die Scelta di Canzonette Italiane de più Autori von 1679 ist deshalb von besonderer Bedeutung. Sie zeigt, welche italienischen Lieder und kleinen Kantaten in London verfügbar waren und welche Komponisten in diesem Milieu geschätzt wurden. Neben berühmten Namen wie Giacomo Carissimi, Antonio Cesti, Luigi Rossi, Alessandro Stradella und Bernardo Pasquini erscheinen dort Musiker, die unmittelbar mit der Londoner italienischen Szene verbunden waren, darunter Bartolomeo Albrici, Giovanni Battista Draghi, Nicola Matteis und Girolamo Pignani. Die Sammlung ist ein Dokument des Geschmacks, der Aufführungspraxis und der italienischen Präsenz im englischen Musikleben.
Bartolomeos erhaltene Stücke zeigen den kleinen, kammermusikalischen Maßstab: Singstimme, Basso continuo, italienischer Text, affektive Liebes- und Amorthematik, bewegliche Melodie und höfische Eleganz. Diese Musik ist weder großformatige Oper noch liturgisches Monument. Sie gehört zum Raum der Kammer, des Salons, der höfischen Privatunterhaltung und der gebildeten Liebhaber. Gerade diese Schicht war für die Verbreitung italienischen Stils in England entscheidend.
Im Unterschied zu Vincenzo lässt sich Bartolomeo nicht als großer Kapellmeister beschreiben. Er ist vielmehr eine Figur des Transfers im praktischen Sinn. Er spielte Cembalo, begleitete, unterrichtete, wirkte in Ensembles, komponierte kleine Vokalstücke und blieb in London nachweisbar, als viele andere italienische Musiker bereits weitergezogen waren. Damit steht er für eine musikalische Kultur, die nicht nur durch Partituren, sondern durch Personen, Hände, Stimmen, Unterrichtsstunden und gesellschaftliche Aufführungen weitergegeben wurde.
Namensformen, Familie und Quellenlage
Die Namensformen der Familie Albrici sind in den Quellen stark variierend. Bartolomeo erscheint in der Forschung unter der Hauptform Albrici, doch im Umkreis der Familie begegnen auch Formen wie Alberici, Albrizi, Alberizi, Albrigi, Alberigi, Arbrigi, Albritz, Albritzi, Alberrix, Albright, Albreis und Albrice. Diese Varianten hängen mit italienischer, deutscher, englischer, lateinischer und archivalischer Schreibpraxis zusammen. Für die Seite wird Bartolomeo Albrici als Hauptlemma verwendet.
Die genealogische Einordnung ist klarer als die Werküberlieferung. Bartolomeo war der Bruder Vincenzo Albricis, des bedeutenderen Komponisten und Kapellmeisters, und der Sängerin Leonora Albrici. Der Vater Domenico Albrici gehörte ebenfalls zum Sänger- und Kirchenmusikmilieu. Über die weitere Familie bestehen Beziehungen zu den Costantini. In der frühen Neuzeit waren solche familiären Netzwerke für die berufliche Mobilität entscheidend, denn Empfehlungen, gemeinsame Reisen, Hofkontakte und Verwandtschaft konnten neue Anstellungen ermöglichen.
Die Quellenlage zu Bartolomeo ist schmal und fragmentarisch. Sein Geburtsjahr wird meist nur ungefähr angegeben; der Geburtsort bleibt unsicher. Sein Todesjahr ist unbekannt. Die neuere Forschung kann zeigen, dass er mindestens bis Ende 1687 in London nachweisbar bleibt. Danach fehlen sichere Spuren. Auch sein Werk ist nur in wenigen Titeln nachweisbar. Diese Unsicherheit muss im Eintrag sichtbar bleiben, weil eine glatte biographische Erzählung den tatsächlichen Forschungsstand verfälschen würde.
Rom, Cappella Giulia und schwedischer Christina-Kreis
Bartolomeos früher Lebensraum war das römische Kirchen- und Musikmilieu. Einzelne Forschungszusammenhänge nennen ihn als Sänger im Umfeld der Cappella Giulia. Sicher ist, dass die Familie Albrici mit römischer Kirchenmusik, Sängerpraxis und der italienischen Hofmusikervermittlung verbunden war. In diesem Umfeld konnte Bartolomeo sowohl als Sänger als auch als Tastenmusiker ausgebildet worden sein.
Der schwedische Christina-Kreis ist für die Familie Albrici von hoher Bedeutung. Königin Christina von Schweden holte Anfang der 1650er Jahre italienische Musiker an ihren Hof. Diese Gruppe war Teil eines breiteren kulturellen Orientierungsprozesses, der italienische Musik, römische Kunst, katholische Interessen und höfische Repräsentation miteinander verband. Vincenzo Albrici leitete das Ensemble; Bartolomeo gehörte nach den Forschungsnachweisen zum weiteren familiären und musikalischen Zusammenhang.
Für Bartolomeo ist der schwedische Kontext weniger durch eigenständige Werke als durch Personen- und Netzwerknachweise wichtig. Er zeigt, dass er nicht erst in London in internationale Hofmusik eintrat, sondern schon früh in einer mobilen italienischen Musikergruppe agierte. Die spätere Tätigkeit in Dresden und London setzt diese Mobilität fort.
Dresden, Hoforganist und italienische Hofmusik
Dresden war im mittleren 17. Jahrhundert einer der wichtigsten Orte italienischer Musik nördlich der Alpen. Der kursächsische Hof übernahm italienische Sänger, Kapellmeister, Organisten und Instrumentalisten, um die Hofmusik nach dem Dreißigjährigen Krieg neu zu profilieren. Vincenzo Albrici, Giovanni Andrea Bontempi und Giuseppe Peranda stehen für diese Entwicklung besonders deutlich.
Bartolomeo Albrici wirkte in Dresden im Umfeld seines Bruders. Er wird in der Forschung als Organist, Hoforganist beziehungsweise praktischer Tastenmusiker beschrieben. Eine ältere Überlieferung verbindet ihn mit der Nachfolge Matthias Weckmanns, der Dresden verließ und nach Hamburg ging. Damit erscheint Bartolomeo nicht als Randfigur, sondern als einer jener Spezialisten, die den italienischen Stil praktisch in der Hofkapelle verankerten.
Auch die Hinweise auf zwei in Dresden überlieferte Kantaten sind wichtig. Sie zeigen, dass Bartolomeo nicht nur Begleiter oder Lehrer, sondern auch Komponist war. Die Dresdner Quellenlage ist jedoch durch spätere Verluste erschwert. Viele Hofmusikbestände wurden zerstört oder zerstreut, sodass Bartolomeos Werk heute nur noch bruchstückhaft greifbar ist.
London, Charles II und italienische Restaurationsmusik
London wurde Bartolomeo Albricis wichtigste spätere Station. Seit den 1660er Jahren ist er im Umfeld des Hofes Karls II. greifbar. Die englische Restauration brachte nach 1660 eine neue höfische Musikkultur hervor, in der ausländische Musiker, besonders Franzosen und Italiener, eine große Rolle spielten. Italienische Kammermusik, Arien, Continuo-Lieder und geistliche Musik waren am Hof und in privaten aristokratischen Häusern gefragt.
Bartolomeo war Teil des italienischen Musikerzirkels, zu dem auch sein Bruder Vincenzo, seine Schwester Leonora, Giovanni Battista Draghi, Nicola Matteis, Girolamo Pignani und weitere Musiker gehörten. Die Forschung dokumentiert ihn in London nicht nur als Komponisten, sondern auch als Cembalisten und Clavierlehrer. Besonders aufschlussreich ist eine Zahlungspetition von 1679, in der Bartolomeo gemeinsam mit anderen italienischen Musikern um ausstehende Bezahlung bat. Solche Dokumente zeigen die materielle Realität höfischer Musikdienste: Prestige und Zahlungsunsicherheit lagen oft eng beieinander.
Die Londoner Scelta di Canzonette Italiane de più Autori von 1679 macht Bartolomeos Präsenz im englischen Musikleben greifbar. Die Sammlung versammelt italienische Lieder und kleine Kantaten, die in London gedruckt wurden. Bartolomeos zwei Stücke darin zeigen, dass er im Kreis der italienischen Musiker nicht nur ausführender Tastenmusiker, sondern auch publizierter Komponist war.
Cembalo, Clavierunterricht und Kammermusikpraxis
Die Bezeichnung Bartolomeos als Cembalist und Clavierlehrer ist kulturhistorisch wichtig. Im 17. Jahrhundert war das Cembalo im höfischen und privaten Musizieren nicht nur Soloinstrument, sondern vor allem Continuoinstrument. Es verband Singstimme, Generalbass, harmonische Ausfüllung, improvisatorische Praxis und Ensemblespiel. Wer Cembalo spielte, konnte Gesang begleiten, Arien einstudieren, kleine Kammerstücke leiten und Schüler unterrichten.
In London war diese Fähigkeit besonders wertvoll. Italienische Musik wurde häufig in privaten Räumen aufgeführt, etwa in aristokratischen Häusern, in höfischen Kammern und im Umfeld von Musikliebhabern. Bartolomeo konnte dort als Begleiter, Lehrer, Ensemblepartner und Vermittler italienischer Sing- und Continuopraxis wirken. Seine geringe Zahl erhaltener Kompositionen darf deshalb nicht mit geringer praktischer Bedeutung verwechselt werden.
Die Verbindung zu Nicola Matteis und anderen italienischen Musikern zeigt, dass Bartolomeo in einem Milieu wirkte, in dem Geige, Gitarre, Cembalo, Stimme und Basso continuo flexibel zusammenkamen. Die italienische Kammermusik in England war kein rein schriftliches Repertoire, sondern eine soziale Praxis des Musizierens.
Stil, Gattungen und musikalische Bedeutung
Bartolomeo Albricis erhaltene Musik gehört zum Bereich der italienischen Canzonetta, Arie und kleinen Kantate. Die Stücke sind für Singstimme und Basso continuo bestimmt und stehen damit in einer Gattungstradition, die zwischen strophischem Lied, arioser Kammermusik und ausgreifender Kantate liegt. Sie sind kürzer, beweglicher und intimer als höfische Opernszenen, aber stilistisch mit der Opern- und Kantatenkultur Italiens verbunden.
In der Scelta di Canzonette Italiane steht Bartolomeo neben Komponisten von sehr unterschiedlichem Rang und Profil. Dass seine Stücke neben Namen wie Carissimi, Cesti, Luigi Rossi, Stradella, Pasquini, Draghi und Matteis erscheinen, zeigt die Funktion der Sammlung: Sie präsentiert nicht nur kanonische Meister, sondern auch das aktuelle Londoner italienische Musikmilieu. Bartolomeos Musik ist damit ein Zeugnis dafür, wie italienischer Kammergesang in England verbreitet wurde.
Die Texte seiner beiden sicher greifbaren Londoner Stücke bewegen sich im Bereich der Liebes- und Amortopik. Di Cupido chi fugge lo strale verweist auf die Macht Cupidos und die Unausweichlichkeit der Liebe. Ninfe vezzose movete il pie gehört in eine pastoral-höfische Bildwelt mit Nymphen, Bewegung, Tanz und galanter Ansprache. Solche Texte eigneten sich für höfische Unterhaltung und für gebildete Liebhaber.
Seine Bedeutung liegt damit weniger im kompositorischen Monument als im dokumentarischen Wert. Bartolomeo Albrici macht sichtbar, wie italienische Musiker im London des späten 17. Jahrhunderts arbeiteten, publizierten, begleiteten, unterrichteten und sich in höfische Netzwerke einfügten. Er ergänzt das Bild der großen Kapellmeister um die Ebene des praktischen Clavier- und Kammermusikbetriebs.
Werkverzeichnis
Das erhaltene und sicher greifbare Werk Bartolomeo Albricis ist klein. Ein vollständiges Werkverzeichnis kann deshalb nur quellenkritisch formuliert werden und muss zwischen gesicherten Drucken, nachgewiesenen Zuschreibungen, erwähnten Dresdner Kantaten und möglichen verlorenen beziehungsweise nicht identifizierten Werken unterscheiden. Die folgende Übersicht bündelt die derzeit im Kulturlexikon-Kontext relevanten Titel und Werkgruppen.
Gesicherte beziehungsweise gedruckt nachweisbare Werke
- Di Cupido chi fugge lo strale, italienische Canzonetta beziehungsweise Arie für Singstimme und Basso continuo, veröffentlicht in Scelta di Canzonette Italiane de più Autori, London, Godbid und Playford, 1679.
- Ninfe vezzose movete il pie, italienische Canzonetta beziehungsweise Arie für Singstimme und Basso continuo, veröffentlicht in Scelta di Canzonette Italiane de più Autori, London, Godbid und Playford, 1679.
Dresdner beziehungsweise handschriftlich überlieferte Kantaten
- Zwei Bartolomeo Albrici zugeschriebene beziehungsweise in der Forschung genannte Kantaten in Dresdner Überlieferung; die genaue Titel-, Quellen- und Zuschreibungslage ist mit RISM, Grove/MGG und Spezialliteratur abzugleichen.
- Italienische Kammerkantaten oder Arien aus dem Dresdner Umfeld, die mit Bartolomeo Albrici verbunden werden können, aber nur quellenkritisch als gesichert gelten dürfen.
Mögliche oder verlorene Werkgruppen
- Weitere italienische Arien, Canzonetten oder Kantaten für Singstimme und Basso continuo, die im Londoner oder Dresdner Umfeld entstanden sein könnten, aber nicht sicher überliefert sind.
- Clavier- und Continuostücke, die aus seiner Tätigkeit als Cembalist und Clavierlehrer naheliegen, aber nicht in sicher identifizierter Form erhalten sind.
- Begleit- und Unterrichtsmaterialien, die im praktischen Musikbetrieb verwendet worden sein könnten, aber nicht unter seinem Namen bekannt überliefert sind.
- Werke oder Arrangements für private Londoner Musikzirkel, aristokratische Hausmusik und italienische Kammermusik, die durch Aufführungsdokumente nur indirekt erschließbar sind.
Publikations- und Sammlungskontext: Scelta di Canzonette Italiane, London 1679
- Scelta di Canzonette Italiane de più Autori, herausgegeben beziehungsweise zusammengestellt von Girolamo Pignani, London, Godbid und Playford, 1679; enthält sechsundzwanzig italienische Lieder und kleine Kantaten, meist für eine Singstimme und Basso continuo.
- Die Sammlung enthält neben Bartolomeo Albrici Stücke von Giacomo Carissimi, Antonio Cesti, Luigi Rossi, Alessandro Stradella, Bernardo Pasquini, Carlo Caproli, Giovanni Antonio Boretti, Giovanni Battista Draghi, Nicola Matteis, Girolamo Pignani, Carlo Ambrogio Lonati und weiteren Komponisten.
- Bartolomeos Beiträge stehen in der Sammlung als Teil des Londoner italienischen Musikerzirkels und sind deshalb nicht nur musikalische Einzelstücke, sondern Dokumente einer migrantischen Hof- und Kammermusikkultur.
Aufführungs- und Praxiswerk im weiteren Sinn
- Cembalistische Continuopraxis am englischen Hof und in privaten Londoner Musikzirkeln.
- Clavierunterricht für höfische oder aristokratische Schüler in London.
- Begleitung italienischer Sängerinnen und Sänger in Kammermusik, Arien und kleinen Kantaten.
- Mitwirkung im italienischen Musikerensemble des Restaurationshofes Karls II.
- Praktische Vermittlung italienischer Sing- und Continuostile zwischen Dresden, London und höfischen Privaträumen.
Überlieferung, Drucke und Zuschreibungsfragen
Die Überlieferung Bartolomeo Albricis ist exemplarisch für viele praktische Musiker des 17. Jahrhunderts. Nur ein kleiner Teil der von ihnen gespielten, begleiteten oder komponierten Musik wurde gedruckt. Vieles zirkulierte in Abschriften, wurde in privaten Sammlungen bewahrt, ging verloren oder wurde unter falschen Namen katalogisiert. Dadurch ist Bartolomeos Werk heute nicht als geschlossenes Œuvre fassbar.
Der wichtigste Druck ist die Londoner Scelta di Canzonette Italiane von 1679. Moderne Editionen und Forschung machen diesen Druck wieder greifbar. Die Sammlung ist besonders wertvoll, weil sie nicht nur berühmte italienische Namen enthält, sondern auch jene Musiker, die tatsächlich im Londoner Umfeld wirkten. Dadurch wird Bartolomeo Albrici als Teil einer konkreten Aufführungskultur sichtbar.
Die Hinweise auf zwei Dresdner Kantaten sind für die Albrici-Forschung wichtig, müssen aber mit Vorsicht behandelt werden. Dresden war ein Zentrum italienischer Hofmusik, doch die Überlieferung wurde durch Kriegsverluste, Archivverschiebungen und spätere Katalogisierungen beschädigt. Zuschreibungen an Bartolomeo, Vincenzo oder andere Albrici-Formen können in Einzelfällen verwechselt worden sein. Eine saubere Werkbeschreibung muss daher zwischen gesichert, genannt, wahrscheinlich und ungesichert unterscheiden.
Für die weitere Forschung sind MGG, Grove, RISM, die Arbeiten von Mary E. Frandsen, Matteo Messori und Anna Katarzyna Zaręba, die Studien zur englischen Restaurationsmusik sowie die Neuedition der Scelta di Canzonette Italiane die wichtigsten Anlaufpunkte. Sie erlauben es, Bartolomeo nicht nur als Anhängsel Vincenzos, sondern als eigenständige Figur der italienischen Kammermusik in England zu betrachten.
Sekundärliteratur
- Mary E. Frandsen: Albrici, Bartolomeo. In: The New Grove Dictionary of Music and Musicians beziehungsweise Grove Music Online; Fachartikel zu Leben, Werk und Quellenlage.
- MGG Online: Albrici, Bartolomeo. Fachlexikalischer Artikel mit Grunddaten, Berufsprofil und knapper Werk- beziehungsweise Quellenübersicht.
- Matteo Messori und Anna Katarzyna Zaręba: Vincenzo Albrici (1631–1687) und sein Bruder Bartolomeo. Neue biographische und musikalische Funde. In: Schütz-Jahrbuch, 39. Jahrgang, 2017, S. 54–70.
- Matteo Messori und Anna Katarzyna Zaręba: Nuovi documenti su Vincenzo Albrici (1631–1687) e la sua famiglia. In: Fonti Musicali Italiane, 22, 2017.
- Mary E. Frandsen: Crossing Confessional Boundaries. The Patronage of Italian Sacred Music in Seventeenth-Century Dresden. Oxford University Press, 2006.
- Ester Lebedinski: “Obtained by peculiar favour, & much difficulty of the Singer”: Vincenzo Albrici and the Function of Charles II’s Italian Ensemble at the English Restoration Court. In: Journal of the Royal Musical Association, 143, 2018.
- Margaret Mabbett: Italian Musicians in Restoration England (1660–90). In: Music & Letters, 67, 1986, S. 237–247.
- Jack A. Westrup: Foreign Musicians in Stuart England. In: The Musical Quarterly, 27, 1941.
- Curtis Price: Henry Purcell and the London Stage. Kontextliteratur zur englischen Restaurationsmusik und zum italienischen Einfluss im Londoner Musikleben.
- Andrew R. Walkling: Masque and Opera in England, 1656–1688. Abingdon und New York, 2017.
- Peter Leech: Musicians in the Catholic Chapel of Catherine of Braganza, 1662–92. In: Early Music, 29, 2001.
- Colin Timms: Studien zu Stradella, Steffani, Bernabei und italienischer Musikzirkulation nach England, mit Hinweisen auf Bartolomeo Albrici als möglichen Vermittler.
- Jonathan Wainwright, Hrsg.: Scelta di Canzonette Italiane (1679). Moderne Edition der Londoner Sammlung mit Bartolomeo Albricis Beiträgen.
- Forschung zu Nicola Matteis, Giovanni Battista Draghi, Girolamo Pignani, italienischer Kammermusik und Basso-continuo-Praxis im England der Restauration.
- Forschung zur Familie Albrici, zu Vincenzo Albrici, Leonora Albrici, Domenico Albrici und den Costantini-Verbindungen als musikalischem Familiennetzwerk.
Ausgewählte Onlinequellen
- MGG Online: Albrici, Bartolomeo Fachlexikalischer Artikel mit Grunddaten zu Bartolomeo Albrici als Komponist, Organist und Cembalist, geboren um 1635, möglicherweise in Rom, gestorben nach 1687 in London.
- MGG Online: Albrici-Familie Lexikalischer Familienartikel zu den Brüdern Vincenzo und Bartolomeo Albrici und zur Herkunft der Musikerfamilie.
- Schütz-Jahrbuch: Vincenzo Albrici und sein Bruder Bartolomeo PDF des Forschungsaufsatzes von Matteo Messori und Anna Katarzyna Zaręba mit neuen biographischen und musikalischen Funden, besonders wichtig für Bartolomeos Londoner Nachweis bis Ende 1687.
- Fonti Musicali Italiane: Nuovi documenti su Vincenzo Albrici e la sua famiglia Italienischer Forschungsbeitrag von Matteo Messori und Anna Katarzyna Zaręba zu neuen Dokumenten über Vincenzo Albrici und seine Familie, einschließlich Bartolomeo.
- Cambridge Core: Vincenzo Albrici and Charles II’s Italian Ensemble Fachaufsatz zur Funktion des italienischen Ensembles am englischen Restaurationshof, mit wichtigen Hinweisen auf Bartolomeo Albrici im Londoner Zahlungs- und Musikerumfeld.
- Journal of the Royal Musical Association: Vincenzo Albrici and Charles II’s Italian Ensemble Volltext beziehungsweise Verlagsseite des Aufsatzes von Ester Lebedinski zur italienischen Musik Karls II. und zur Albrici-Familie in London.
- White Rose Research Online: Scelta di Canzonette Italiane (1679) Moderne PDF-Edition der Londoner Sammlung von 1679 mit Bartolomeo Albricis Di Cupido chi fugge lo strale und Ninfe vezzose movete il pie.
- University of York: York Early Music Press – Composers and Collections Projektseite zur Edition von Scelta di Canzonette Italiane, mit Einordnung der Sammlung als Londoner Druck italienischer Lieder und Kantaten.
- Bodleian Archives: Latin, Italian and English vocal music copied by Edward Lowe Archivischer Kontext zu italienischer und englischer Vokalmusik des 17. Jahrhunderts, mit Kurzangabe zu Bartolomeo Albrici als Keyboard player and composer.
- JSTOR: Foreign Musicians in Stuart England Klassischer Fachaufsatz von Jack A. Westrup zur Präsenz ausländischer Musiker im England der Stuarts, einschließlich der Brüder Vincenzo und Bartolomeo Albrici.
- JSTOR: Stradella, Steffani, Bernabei, and Benedictus Fachaufsatz von Colin Timms mit Hinweisen auf Bartolomeo Albrici als möglichen Vermittler italienischer Musik nach London.
- Treccani: Nicola Matteis Italienischer Lexikonartikel mit Hinweis auf ein Konzert im Londoner Umfeld, bei dem Bartolomeo Albrici am Cembalo beteiligt war.
- The Diary of Samuel Pepys: Vincenzo Albrici Kontextseite zur Albrici-Familie im englischen Restaurationsmilieu, mit Bezug auf Vincenzo und Bartolomeo in London.
- Deutsche Biographie: Vincenzo Albrici Biographischer Artikel zu Vincenzo Albrici mit genealogischem Hinweis auf Bartolomeo als Bruder und zeitweiligen Hoforganisten in Dresden.
- Swedish Musical Heritage: Vincenzo Albrici Kontextseite zur schwedischen Episode der Albrici-Familie und zur italienischen Musikergruppe am Hof Königin Christinas.
- ResearchGate: Prelude to an abdication Forschungsbeitrag zur italienischen Musik am schwedischen Hof Königin Christinas 1652 bis 1654, mit Angaben zur Albrici-Familie und Bartolomeo im Ensembleumfeld.
- Mélanges de l’École française de Rome: L’introduzione del balletto di corte francese in Svezia Kontextstudie zur schwedischen Hofkultur Königin Christinas, in der Vincenzo, Domenico und Bartolomeo Albrici im italienischen Musikerkreis erwähnt werden.
- Wikipedia deutsch: Vincenzo Albrici Überblicksartikel zu Vincenzo Albrici mit kurzem Hinweis auf Bartolomeo als Cembalist, Clavierlehrer und Komponist am königlichen Hof in London; nur als Einstieg mit Fachquellenabgleich zu verwenden.
- Wikipedia englisch: Vincenzo Albrici Englischsprachiger Überblick mit Angaben zu Bartolomeo als Bruder Vincenzos, Dresdner Organist, Londoner Musiker und Komponist zweier überlieferter Kantaten.
- Wikidata: Bartolomeo Albrici Strukturierter Normdatenknoten mit Namensform, Identifikatoren und Datenbankverweisen.
Weiterführende Einträge
- Vincenzo Albrici Älterer Bruder Bartolomeos, Komponist, Organist und Kapellmeister, tätig in Rom, Stockholm, Dresden, London, Leipzig und Prag.
- Leonora Albrici Sängerin und Schwester Bartolomeos, im englischen Restaurationsmilieu der Albrici-Familie bedeutsam.
- Domenico Albrici Sänger, Vater von Vincenzo, Bartolomeo und Leonora Albrici, Ausgangspunkt der Musikerfamilie.
- Albrici-Familie Italienische Musikerfamilie, deren Mitglieder an römischen, schwedischen, sächsischen und englischen Höfen wirkten.
- Fabio Costantini Musiker aus dem weiteren Familienumfeld der Albrici und wichtiger genealogischer Bezugspunkt.
- Alessandro Costantini Musiker aus der Costantini-Verwandtschaft, die mit der Familie Albrici verbunden war.
- Rom im 17. Jahrhundert Ausgangsraum der Albrici-Familie zwischen Kirchenmusik, Sängerpraxis und höfischer Vermittlung.
- Cappella Giulia Römisches Sänger- und Kirchenmusikmilieu, mit dem Bartolomeo in Forschungszusammenhängen verbunden wird.
- Christina von Schweden Königin, deren Hof in den frühen 1650er Jahren italienische Musiker aus dem Albrici-Umfeld anzog.
- Stockholmer Hofmusik Schwedischer Hofkontext der italienischen Musikergruppe um Königin Christina.
- Dresdner Hofmusik Zentraler deutscher Wirkungsraum der Albrici-Familie und der italienischen Hofmusik im 17. Jahrhundert.
- Matthias Weckmann Organist, dessen Dresdner Nachfolgekontext für Bartolomeos Hoforganistenrolle relevant ist.
- Heinrich Schütz Ältere Leitfigur der Dresdner Musik, deren Hofumfeld später durch italienische Musiker wie die Albrici geprägt wurde.
- Giovanni Andrea Bontempi Italienischer Musiker am Dresdner Hof und wichtiger Kontext der Albrici-Brüder.
- Giuseppe Peranda Italienischer Dresdner Hofkomponist im Umfeld von Vincenzo und Bartolomeo Albrici.
- Charles II. von England Restaurationskönig, an dessen Hof Bartolomeo im italienischen Musikerumfeld wirkte.
- Musik der englischen Restauration Kulturraum von Hofmusik, Kammermusik, Theater, katholischer Kapelle und italienischem Einfluss nach 1660.
- His Majesty’s Italian Musick Italienisches Ensemble am Hof Karls II., zu dessen Umfeld Bartolomeo gehörte.
- Katharina von Braganza Katholische Königin Englands, deren Kapelle im italienischen Musikerumfeld der Restauration wichtig war.
- Giovanni Battista Draghi Italienischer Musiker in London, im Umfeld der Scelta di Canzonette und des Restaurationshofes.
- Nicola Matteis Italienischer Geiger und Komponist in England, der im selben Londoner Milieu wie Bartolomeo Albrici wirkte.
- Girolamo Pignani Italienischer Musiker und Herausgeber der Londoner Scelta di Canzonette Italiane von 1679.
- Giacomo Carissimi Römischer Komponist, dessen Musik in der Scelta vertreten ist und dessen Umfeld für die Albrici-Familie wichtig war.
- Antonio Cesti Italienischer Komponist, dessen Arien in der Londoner Scelta neben Bartolomeos Stücken erscheinen.
- Luigi Rossi Italienischer Komponist der Kantaten- und Arienkultur, in deren Tradition Bartolomeos Londoner Stücke stehen.
- Alessandro Stradella Italienischer Komponist, dessen Musik im Londoner italienischen Repertoire und in der Scelta präsent war.
- Bernardo Pasquini Italienischer Tastenvirtuose und Komponist, vertreten im Repertoire der Scelta di Canzonette.
- Carlo Caproli Italienischer Komponist, dessen Stücke in der Londoner Canzonetten-Sammlung erscheinen.
- Carlo Ambrogio Lonati Italienischer Musiker, im Umfeld italienischer Kammermusik und der Scelta-Überlieferung relevant.
- Scelta di Canzonette Italiane Londoner Sammlung von 1679, die zwei Werke Bartolomeo Albricis enthält.
- Canzonetta Kleine italienische Liedgattung, in der Bartolomeos sicher gedruckte Werke stehen.
- Italienische Kantate Gattungsfeld kleiner weltlicher Kammerstücke für Singstimme und Basso continuo im 17. Jahrhundert.
- Arie Vokale Ausdrucksform, die in der Londoner italienischen Kammermusik eine zentrale Rolle spielte.
- Basso continuo Grundlage von Bartolomeos gedruckten Canzonetten und seiner Tätigkeit als Cembalist.
- Cembalo Tasteninstrument, mit dem Bartolomeo als Cembalist und Continuospieler verbunden ist.
- Clavierunterricht Praktisches Berufsfeld Bartolomeo Albricis im Londoner Musikmilieu.
- Continuospiel Aufführungspraxis, die Bartolomeos Arbeit als Cembalist, Begleiter und Kammermusiker bestimmte.
- Italienische Musiker in England Übergreifender Kulturkontext für Bartolomeo, Draghi, Matteis, Pignani und die Albrici-Familie.
- Italienische Musiker in Dresden Kontext von Bartolomeos früherer Tätigkeit im sächsischen Hofmusikbetrieb.
- Hofmusik Institutioneller Rahmen von Bartolomeos Tätigkeit in Schweden, Dresden und London.
- Kammermusik Aufführungsraum der kleinen italienischen Canzonetten und Arien Bartolomeo Albricis.
- Aristokratische Hausmusik Privater Aufführungsrahmen italienischer Kammermusik im London des 17. Jahrhunderts.
- Henry Purcell Englischer Komponist, dessen Umfeld durch italienische und französische Einflüsse der Restaurationszeit mitgeprägt wurde.
- Matthew Locke Englischer Komponist, dessen Handschriften und italienische Musikabschriften für die Scelta-Forschung relevant sind.
- Samuel Pepys Tagebuchautor, dessen Umfeld für die Wahrnehmung ausländischer Musiker im London der Restauration wichtig ist.
- Bodleian Library Bibliothek mit Quellen zur italienischen und englischen Vokalmusik des 17. Jahrhunderts.
- York Early Music Press Editionsprojekt, das die Scelta di Canzonette Italiane modern zugänglich macht.
- RISM Internationales Quellenverzeichnis für Handschriften und Drucke im Albrici-Umfeld.
- Die Musik in Geschichte und Gegenwart Musikwissenschaftliches Standardlexikon mit Fachartikel zu Bartolomeo Albrici.
- Grove Music Online Englischsprachiges Fachlexikon mit Artikel zu Bartolomeo Albrici und seinem Werkumfeld.
- Mary E. Frandsen Musikwissenschaftlerin, deren Forschung zu Albrici, Dresden und konfessioneller Musikpatronage grundlegend ist.
- Matteo Messori Forscher und Musiker, der neue Dokumente zur Albrici-Familie mitveröffentlicht hat.
- Anna Katarzyna Zaręba Forscherin zu neuen biographischen und musikalischen Funden über Vincenzo und Bartolomeo Albrici.
- Ester Lebedinski Forscherin zur Funktion von Vincenzo Albrici und des italienischen Ensembles am Hof Karls II.
- Margaret Mabbett Autorin grundlegender Forschung zu italienischen Musikern im England der Restauration.
- Jack A. Westrup Musikhistoriker, dessen Aufsatz über ausländische Musiker in Stuart England für Albrici-Kontexte wichtig ist.
- Jonathan Wainwright Herausgeber der modernen Edition der Scelta di Canzonette Italiane.