Leon Battista Alberti
Überblick
Leon Battista Alberti zählt zu den prägenden Gestalten der italienischen Frührenaissance. Er war Humanist, Architekt, Kunsttheoretiker, Schriftsteller, Philologe, Mathematiker, Techniker, Topograph, Kryptograph, Moralphilosoph und päpstlicher Kurialbeamter. Schon diese Aufzählung zeigt, warum Alberti seit der Neuzeit als paradigmatischer uomo universale gilt. Er verkörpert nicht einfach Vielseitigkeit im additiven Sinn, sondern eine humanistische Ordnung des Wissens, in der Sprache, Zahl, Maß, Stadt, Bild, Bauwerk, Familie, Tugend und Ruhm als zusammenhängende Bereiche menschlicher Gestaltung begriffen werden.
Alberti wurde am 14. Februar 1404 in Genua geboren, während die Florentiner Familie Alberti im Exil lebte. Sein Vater Lorenzo di Benedetto Alberti gehörte einer reichen Florentiner Kaufmanns- und Bankiersfamilie an; seine Mutter wird in der Forschung meist als Bianca Fieschi bezeichnet. Nach Kindheit und Jugend in Venedig und Padua studierte Alberti in Bologna kanonisches Recht. Später trat er in den Dienst der päpstlichen Kurie und bewegte sich zwischen Rom, Florenz, Ferrara, Mantua, Rimini und anderen Zentren der Renaissancekultur. Er starb am 25. April beziehungsweise Ende April 1472 in Rom.
Seine kunsttheoretischen Hauptwerke sind De pictura beziehungsweise Della pittura, De statua und De re aedificatoria. Mit ihnen formulierte Alberti eine neue, humanistisch fundierte Theorie der Malerei, der Skulptur und der Architektur. Er verband antike Quellen, mathematische Ordnung, Naturbeobachtung, Rhetorik und praktische Kunstlehre. Besonders wirkungsmächtig wurde seine Beschreibung der Zentralperspektive und des Bildes als geordneter Sehraum. In der Architekturtheorie wurde De re aedificatoria zum ersten großen neuzeitlichen Architekturtraktat nach Vitruv und zum Ausgangspunkt einer langen Renaissance-Tradition von Architekturtheorie.
Alberti war zugleich ein bedeutender Schriftsteller. Seine Intercenales, der satirisch-politische Momus, die Libri della famiglia, De commodis litterarum atque incommodis, De iure, De iciarchia und zahlreiche kleinere moralische, rhetorische, dialogische und erzählende Texte zeigen einen Autor, der die Chancen und Zumutungen humanistischer Bildung nicht nur feierte, sondern auch ironisch, skeptisch und manchmal bitter analysierte. Alberti ist daher nicht bloß ein harmoniesüchtiger Theoretiker der Renaissance, sondern auch ein scharfer Beobachter von Eitelkeit, Macht, sozialem Ehrgeiz, Familienordnung und intellektueller Selbstbehauptung.
Kurzdaten
| Name | Leon Battista Alberti. |
|---|---|
| Weitere Namensformen | Leone Battista Alberti, Leonbattista Alberti, Battista Alberti, Leonis Baptistae Alberti und L. B. Alberti. |
| Geburt | 14. Februar 1404 in Genua. |
| Tod | 25. April beziehungsweise Ende April 1472 in Rom. |
| Beruf | Humanist, Kunsttheoretiker, Architekt, Schriftsteller, Philosoph, Philologe, Mathematiker, Topograph, Techniker, Kryptograph und päpstlicher Kurialbeamter. |
| Soziale Herkunft | Florentiner Kaufmanns- und Bankiersfamilie Alberti; geboren während des Exils der Familie aus Florenz. |
| Ausbildung | Humanistische Bildung in Padua und Bologna; Studium des kanonischen Rechts in Bologna; umfassende Selbstbildung in antiker Literatur, Mathematik, Philosophie, Rhetorik, Kunst und Architektur. |
| Wirkungsorte | Genua, Venedig, Padua, Bologna, Florenz, Rom, Ferrara, Mantua, Rimini und weitere italienische Kulturzentren des Quattrocento. |
| Zentrale kunsttheoretische Werke | De pictura, Della pittura, De statua und De re aedificatoria. |
| Zentrale literarische und moralische Werke | Libri della famiglia, Intercenales, Momus, De commodis litterarum atque incommodis, De iure, De iciarchia, Deifira, Ecatonfilea, Theogenius und Della tranquillità dell’animo. |
| Zentrale Architekturprojekte | Tempio Malatestiano in Rimini, Palazzo Rucellai in Florenz, Fassade von Santa Maria Novella in Florenz, San Sebastiano in Mantua und Sant’Andrea in Mantua; einzelne Zuschreibungen und Ausführungsanteile sind quellenkritisch zu unterscheiden. |
| Kulturelle Bedeutung | Schlüsselfigur des Renaissancehumanismus, Begründer einer neuzeitlichen Kunst- und Architekturtheorie, Vermittler antiker Maß- und Proportionslehre sowie exemplarischer Vertreter des gelehrten uomo universale. |
Ausführlicher Kulturüberblick
Leon Battista Alberti steht im Zentrum der intellektuellen Kultur des italienischen Quattrocento. Seine Epoche war durch die Wiederaneignung der Antike, die Ausformung des Humanismus, die wachsende Bedeutung städtischer Eliten, die politische Konkurrenz italienischer Höfe und Republiken sowie durch neue Kunstformen geprägt. Alberti gehört zu den Autoren, die diese Entwicklungen nicht nur begleiteten, sondern in theoretische Form brachten. Bei ihm wird die Renaissance nicht lediglich als Stilwandel sichtbar, sondern als umfassende Neuordnung des Wissens.
Sein Denken setzt bei der Überzeugung an, dass der Mensch die Welt durch Maß, Sprache, Urteil und Kunst gestalten kann. Diese Überzeugung ist humanistisch, aber nicht naiv. Alberti bewundert die Antike, doch er will sie nicht museal wiederholen. Vitruv, Cicero, Quintilian, Plinius, Lukian, Aristoteles und andere antike Autoren bilden für ihn eine Schule des Denkens, nicht eine Fessel der Nachahmung. Aus antiken Begriffen gewinnt er moderne Aufgaben: Wie muss ein Bild konstruiert sein, damit es einen geordneten Sehraum bildet? Wie muss ein Bauwerk proportioniert sein, damit es Schönheit, Nützlichkeit und Dauer verbindet? Wie soll eine Familie geordnet werden? Wie kann ein Gelehrter in einer Welt voller Konkurrenz, Patronage, Eitelkeit und Macht überleben?
Alberti ist deshalb ein Grenzgänger zwischen Theorie und Praxis. Er war kein Zunftmaler, kein Bauhandwerker und kein Bildhauer im engeren Werkstattsinn. Doch gerade als gelehrter Beobachter der Künste formulierte er eine neue Theorie der künstlerischen Praxis. Sein Blick ist der eines Humanisten, der Malerei, Skulptur und Architektur in den Rang intellektueller Disziplinen erhebt. Der Künstler wird nicht mehr nur als Handwerker verstanden, sondern als jemand, der Geometrie, Naturbeobachtung, Geschichte, Rhetorik, Anatomie, Perspektive, Proportion und moralische Bildung beherrschen soll.
Diese Aufwertung der Künste ist für die europäische Kulturgeschichte grundlegend. In De pictura wird Malerei als Wissenschaft des Sehens und als Kunst der historia bestimmt. In De statua wird Skulptur über Messung, Proportion und die Erfassung des Körpers theoretisch gefasst. In De re aedificatoria wird Architektur zu einer umfassenden Kunst der Stadt, des Hauses, des Tempels, der Straße, des Wassers, der Befestigung, der Materialien, der Schönheit und der sozialen Ordnung. Alberti denkt die Künste nicht isoliert, sondern als Formen der Weltgestaltung.
Gleichzeitig ist Alberti ein Autor der Spannung. Seine moralischen und literarischen Schriften zeigen, dass humanistische Bildung nicht automatisch Glück, Ruhe oder gesellschaftliche Anerkennung schafft. De commodis litterarum atque incommodis reflektiert die Vorteile und Nachteile des Gelehrtenlebens. Die Intercenales entfalten in kurzen, oft satirischen Prosastücken eine Welt aus Täuschung, Lächerlichkeit, Ehrgeiz und philosophischer Distanz. Momus führt die Macht- und Hofwelt in mythologischer Verkleidung vor. Die Libri della famiglia behandeln nicht nur ideale häusliche Ordnung, sondern auch ökonomische Sorge, Erziehung, Ehe, Besitz, Autorität und den sozialen Druck des patrizischen Lebens.
Alberti verkörpert damit eine Renaissance, die nicht auf Harmonie reduziert werden darf. Er sucht Maß, Proportion und Schönheit, aber er kennt auch Unordnung, Verlust, Exil, Illegitimität, Unsicherheit und institutionelle Abhängigkeit. Gerade diese Spannung macht ihn modern. Sein Werk ist kein geschlossenes System, sondern ein vielschichtiges Archiv humanistischer Selbstverständigung.
Leben, Bildung und humanistische Laufbahn
Leon Battista Alberti wurde am 14. Februar 1404 in Genua geboren. Seine Familie, die Alberti, gehörte zu den bedeutenden Florentiner Kaufmanns- und Bankiersgeschlechtern, war jedoch zur Zeit seiner Geburt aus Florenz verbannt. Diese Exilerfahrung prägte Albertis soziale und intellektuelle Ausgangslage. Er war Florentiner Herkunft, aber nicht in Florenz geboren; er war Teil einer mächtigen Familie, aber als unehelicher Sohn mit eigener Unsicherheit belastet; er gehörte zu einer städtischen Elite, bewegte sich aber lange in den Räumen von Bildung, Kurie und Patronage.
Nach frühen Jahren in Venedig und Padua erhielt Alberti eine humanistische Ausbildung. In Padua kam er vermutlich mit der Schule Gasparino Barzizzas und dem humanistischen Milieu Norditaliens in Berührung. Später studierte er in Bologna kanonisches Recht. Diese juristische Bildung war für Alberti nicht nur berufliche Voraussetzung, sondern Teil seiner intellektuellen Disziplin. In seinen späteren Schriften verbinden sich Rechtsdenken, Rhetorik, Moralphilosophie und soziale Ordnung immer wieder.
Alberti trat in den Dienst der päpstlichen Kurie und wurde Apostolischer Abbreviator. Die Kurie gab ihm eine stabile, wenn auch nicht konfliktfreie institutionelle Basis. Zugleich brachte sie ihn in Kontakt mit Rom, mit antiken Ruinen, mit gelehrten Kreisen, mit Papsthöfen und mit italienischen Fürsten. Rom wurde für ihn ein Ort der Antike, der Vermessung, der Architektur, der Topographie und der politischen Beobachtung. Florenz wurde für ihn ein Ort der neuen Künste, weil er dort Brunelleschi, Donatello, Ghiberti und Masaccio als Bezugspunkte einer erneuerten Kunst wahrnahm.
In Ferrara, Mantua, Rimini und Florenz begegnete Alberti unterschiedlichen Formen von Patronage. Die Este, die Gonzaga, Sigismondo Malatesta und Giovanni Rucellai stehen für verschiedene politische und soziale Milieus, in denen Alberti wirkte. Sein architektonisches Werk entstand nicht in der Form moderner Bauautorschaft. Alberti entwarf, beriet, formulierte Prinzipien, lieferte Fassaden- und Raumkonzepte und arbeitete mit Bauleuten zusammen. Die Ausführung lag oft bei anderen. Gerade deshalb muss man bei seinen Architekturwerken zwischen Entwurf, Beratung, Ausführung, späterer Veränderung und Zuschreibung unterscheiden.
Kunsttheorie: Malerei, Skulptur und Architektur
Albertis kunsttheoretisches Werk beginnt mit De pictura, das 1435 in lateinischer Fassung und kurz darauf als italienische Fassung Della pittura entstand. Die Schrift ist ein Grundtext der neuzeitlichen Malereitheorie. Alberti beschreibt die Malerei als geordnete Darstellung eines sichtbaren Ausschnitts. Berühmt wurde die Vorstellung des Bildes als Fenster: Der Maler soll sich die Bildfläche als geöffnete Fläche vorstellen, durch die der Betrachter auf eine konstruierte Welt blickt. Diese Metapher steht im Zentrum der später sogenannten Zentralperspektive.
Die Bedeutung von De pictura liegt nicht nur in der Perspektive. Alberti ordnet die Malerei in drei Bereiche: Umriss beziehungsweise Zeichnung, Komposition und Licht beziehungsweise Farbe. Besonders wichtig ist der Begriff der historia. Gemeint ist nicht einfach Historienmalerei im späteren akademischen Sinn, sondern die komplexe, aus Figuren, Gesten, Affekten und Handlung zusammengesetzte Bilddarstellung. Ein gutes Bild soll nicht nur richtig konstruiert sein, sondern die Aufmerksamkeit des Betrachters fesseln, Affekte ordnen und eine bedeutsame Handlung sichtbar machen.
De statua behandelt die Skulptur. Alberti interessiert sich für die messbare Erfassung des menschlichen Körpers, für Proportion, Maß und die Übertragung von Naturbeobachtung in ein künstlerisches System. Die Schrift ist kürzer als De pictura und De re aedificatoria, aber sie bildet mit ihnen eine Trias der bildenden Künste: Malerei, Skulptur und Architektur werden als theoretisch reflektierbare, auf Maß, Natur und Urteil gegründete Künste verstanden.
De re aedificatoria ist Albertis umfangreichstes kunsttheoretisches Werk. Es besteht aus zehn Büchern und ist an Vitruv orientiert, ohne bloß ein Kommentar zu Vitruv zu sein. Alberti denkt Architektur als umfassende Kunst des Bauens. Sie betrifft nicht nur einzelne Gebäude, sondern Stadt, Topographie, Material, Konstruktion, Wasser, Straßen, Befestigung, Tempel, Häuser, öffentliche Räume, Schönheit und angemessene Nutzung. Schönheit entsteht bei Alberti aus Ordnung, Verhältnis, Zahl, Proportion und der schwer vollständig übersetzbaren concinnitas, also einer stimmigen Zusammenfügung der Teile.
Architekturprojekte und Baukunst
Albertis Architektur ist stark durch Theorie, Antikenkenntnis und repräsentative Fassadengestaltung geprägt. Anders als spätere Architekten trat er nicht immer als kontinuierlich vor Ort leitender Baumeister auf. Er entwarf Konzepte und Formen, die von Werkmeistern, Bildhauern und Bauunternehmern ausgeführt wurden. Sein architektonisches Werk muss daher immer als Zusammenspiel von Entwurf, Auftraggeber, lokaler Baupraxis und späterer Veränderung gelesen werden.
Der Tempio Malatestiano in Rimini ist ein frühes und berühmtes Beispiel. Sigismondo Malatesta ließ die bestehende Kirche San Francesco zu einem dynastischen Memorialbau umformen. Alberti entwarf eine antikisierende Hülle mit Triumphbogenmotiv und klassischer Ordnung. Das Projekt blieb unvollendet, ist aber programmatisch: Eine mittelalterliche Kirche wird durch eine antike Formensprache überblendet. Architektur wird hier zur politischen und memorialen Selbstdarstellung.
In Florenz verbindet sich Alberti besonders mit Giovanni Rucellai. Der Palazzo Rucellai gilt als Schlüsselwerk der palastarchitektonischen Renaissance. Seine Fassade ordnet die Geschosse durch Pilasterordnungen und eine ruhige, klassisch inspirierte Gliederung. Die Fassade von Santa Maria Novella zeigt Albertis Fähigkeit, vorhandene mittelalterliche Bausubstanz mit neuer Proportionsordnung zu verbinden. Das Problem bestand darin, einen gotischen Bestand und eine unvollständige Fassade in eine harmonische, klassisch deutbare Gesamtform zu überführen. Die Lösung mit Voluten, geometrischer Ordnung und marmorierter Flächengliederung wurde zu einem einflussreichen Modell.
In Mantua entwarf Alberti San Sebastiano und Sant’Andrea. San Sebastiano ist ein experimenteller Zentralbau, dessen ursprüngliches Konzept durch spätere Veränderungen schwer vollständig zu rekonstruieren ist. Sant’Andrea, begonnen 1472, zählt zu seinen bedeutendsten architektonischen Entwürfen. Die Fassade verwendet ein Triumphbogenmotiv; der Innenraum ist als mächtige Tonnengewölbekirche mit Seitenkapellen organisiert. Das Bauwerk weist über die Frührenaissance hinaus und kündigt Raumvorstellungen an, die für die Hochrenaissance wichtig wurden.
Literatur, Moralistik und Philosophie
Albertis literarische und moralische Schriften zeigen eine andere, oft schärfere Seite seines Denkens. Libri della famiglia ist ein grundlegender Text des italienischen Humanismus. In Dialogform behandelt Alberti Familie, Ehe, Erziehung, Haushaltsführung, Besitz, Ökonomie, Tugend, Autorität und soziale Verantwortung. Die Familie erscheint nicht als privater Rückzugsort im modernen Sinn, sondern als Grundform gesellschaftlicher Ordnung.
Die Intercenales sind kurze Prosastücke, Gespräche und Erzählungen, die oft zwischen Philosophie, Satire, Fabel und moralischer Beobachtung stehen. Sie zeigen einen Alberti, der die menschliche Welt mit ironischer Distanz betrachtet. Ruhm, Eitelkeit, Torheit, Zufall, Unglück und intellektuelle Selbsttäuschung werden in pointierter Form vorgeführt. Auch Momus gehört in diese satirische und politische Dimension. Der mythologische Stoff erlaubt eine Reflexion über Macht, Hof, Herrschaft, Kritik und die Rolle des klugen Außenseiters.
In De commodis litterarum atque incommodis reflektiert Alberti den Nutzen und die Nachteile der Gelehrsamkeit. Diese Schrift ist für das Selbstverständnis des Humanisten zentral. Sie zeigt, dass Bildung nicht nur Prestige und Erkenntnis bringt, sondern auch Einsamkeit, körperliche Belastung, soziale Unsicherheit und ökonomische Nachteile. Alberti ist hier kein naiver Lobredner der Studia humanitatis, sondern ein Autor, der die Kosten des Wissens kennt.
De iure, Trivia, Canis, Apologi, Deifira, Ecatonfilea, Theogenius, Della tranquillità dell’animo und De iciarchia zeigen die Breite seiner moralischen, rhetorischen und literarischen Interessen. Alberti schreibt über Liebe, Freundschaft, Seelenruhe, Hausherrschaft, Recht, Rhetorik, Fabel, Spott und Lebensführung. Sein Werk ist dadurch ein Labor humanistischer Prosaformen.
Mathematik, Technik, Topographie und Kryptographie
Albertis Interesse an Mathematik und Technik ist kein Nebenaspekt. Für ihn ist Maß nicht nur ästhetisch, sondern erkenntnistheoretisch. Wer bauen, malen, vermessen, verschlüsseln oder eine Stadt beschreiben will, benötigt Verfahren der Ordnung. In De re aedificatoria spielt Mathematik eine zentrale Rolle für Proportion, Konstruktion, Wasserführung, Mechanik und Materialkunde. Alberti denkt den Architekten als gelehrten Praktiker, der Natur, Zahl und menschliche Nutzung zusammenbringen muss.
Die Ludi matematici beziehungsweise Ex ludis rerum mathematicarum behandeln praktische mathematische Probleme. Sie zeigen Alberti als Autor, der geometrisches und rechnerisches Wissen spielerisch, experimentell und anwendungsbezogen vermittelt. Die Descriptio urbis Romae gehört zu den frühen Versuchen, die Stadt Rom mit systematischen Vermessungsverfahren zu erfassen. Alberti verbindet hier Antikeninteresse, Topographie und mathematische Methode.
Besonders bemerkenswert ist De componendis cifris beziehungsweise De cifris. Diese Schrift behandelt Verschlüsselung und gehört zu den frühen grundlegenden Beiträgen zur Kryptographie. Alberti entwickelte die Idee einer polyalphabetischen Verschlüsselung und wird deshalb in der Geschichte der Geheimschrift häufig als wichtiger Vorläufer moderner kryptographischer Verfahren genannt. Auch hier zeigt sich sein Grundzug: Sprache, Zeichen, Ordnung und Technik werden zusammen gedacht.
Wirkung und Nachleben
Albertis Wirkung ist vielschichtig. In der Malereitheorie wurde De pictura zu einem Grundtext der Perspektive, der Komposition und des humanistischen Kunstbegriffs. Das Werk beeinflusste das Selbstverständnis von Künstlern und Theoretikern, auch wenn die praktische Entwicklung der Perspektive nicht auf Alberti allein reduziert werden darf. Alberti formulierte, systematisierte und verbreitete theoretisch, was im Kreis um Brunelleschi, Masaccio und andere künstlerisch bereits erprobt wurde.
In der Architekturtheorie wurde De re aedificatoria zum Ausgangspunkt einer neuzeitlichen Traktattradition. Nach dem Erstdruck von 1485 verbreitete sich das Werk in lateinischen Ausgaben und in Übersetzungen. Es beeinflusste die Architekturtheorie des 16. Jahrhunderts und bereitete eine Linie vor, die über Serlio, Vignola, Palladio und andere Autoren weitergeführt wurde. Albertis Begriff der Schönheit als harmonische Zusammenfügung der Teile blieb für die Renaissance- und Klassizismustheorie von großer Bedeutung.
Seine Architekturprojekte prägten die konkrete Baugeschichte. Der Tempio Malatestiano, Santa Maria Novella, Palazzo Rucellai, San Sebastiano und Sant’Andrea wurden zu Bezugspunkten für Fassadengliederung, Triumphbogenmotiv, antikisierende Ordnung, Proportionsdenken und den Umgang mit christlichen Bauaufgaben im Gewand antiker Formen.
Albertis literarische Schriften wurden lange weniger stark beachtet als seine Kunsttraktate. Die moderne Forschung hat jedoch gezeigt, dass ohne Intercenales, Momus, Libri della famiglia und die moralischen Schriften das Bild Albertis unvollständig bleibt. Er ist nicht nur Theoretiker der Harmonie, sondern auch Analytiker sozialer Unruhe, intellektueller Ambition und moralischer Ambivalenz.
Werkverzeichnis
Das folgende Werkverzeichnis ordnet Albertis umfangreiches und in Einzelheiten nicht immer einfach zu datierendes Œuvre nach Werkgruppen. Bei mehreren Schriften schwanken Datierungen, Fassungen, Titel und Zuschreibungsdetails in der Forschung. Die Liste nennt daher die wichtigsten bekannten Werke und Werkgruppen in einer für Kulturlexikon-Zwecke verwendbaren, quellenkritisch vorsichtigen Form.
Kunsttheoretische und architekturtheoretische Schriften
- De pictura, lateinische Fassung, 1435; Grundschrift zur Malerei, Perspektive, Komposition und historia.
- Della pittura, italienische Fassung von De pictura, 1436; Filippo Brunelleschi gewidmet beziehungsweise im Florentiner Kunstmilieu verankert.
- De statua, Traktat über Skulptur, Proportion und Vermessung des menschlichen Körpers; Datierung im Umfeld der 1430er und 1440er Jahre.
- Elementa picturae, kurze Schrift beziehungsweise Textgruppe zu elementaren Grundlagen der Malerei und geometrischen Darstellung; Überlieferung und Abgrenzung sind quellenkritisch zu prüfen.
- De re aedificatoria libri decem, zehn Bücher über die Baukunst; begonnen wohl in den 1440er Jahren, 1452 im Wesentlichen abgeschlossen, später überarbeitet, 1485 erstmals gedruckt.
- De equo animante, Schrift über das Pferd beziehungsweise über Proportion, Natur und Darstellung des Pferdes; an Leonello d’Este gerichtet.
Architektur, Topographie, Mathematik und Technik
- Descriptio urbis Romae, topographisch-mathematische Beschreibung Roms mit vermessungstechnischem Anspruch.
- Ludi matematici beziehungsweise Ex ludis rerum mathematicarum, mathematisch-technische Aufgaben, Messverfahren und praktische Geometrie.
- De componendis cifris beziehungsweise De cifris, kryptographische Schrift zur Verschlüsselung und Geheimschrift, entstanden im 15. Jahrhundert.
- Mathematische, geometrische und technische Notizen, nur verstreut beziehungsweise in Werkzusammenhängen greifbar; sie betreffen Messung, Proportion, Maschinen, Wasser, Stadt und Baupraxis.
Philosophische, moralische und humanistische Prosaschriften
- De commodis litterarum atque incommodis, um 1428/1429; Reflexion über Nutzen und Nachteile der Gelehrsamkeit.
- De iure, um 1437; Schrift über Recht und die Eigenschaften des guten Richters.
- Trivia, kurze Schrift beziehungsweise Traktat zur Rhetorik und zu Regeln der Rede.
- Apologi, Sammlung lateinischer Fabeln und kurzer moralischer Erzählstücke.
- Canis, scherzhafte beziehungsweise rhetorisch kunstvolle Lob- und Trauerschrift auf einen Hund.
- Intercenales, lateinische Prosastücke, Dialoge, Satiren und moralische Erzählungen, in mehreren Büchern und Fassungen überliefert.
- Momus beziehungsweise Momus sive de principe, satirisch-politischer Roman beziehungsweise Dialogroman in mythologischer Verkleidung.
- Theogenius, moralisch-philosophischer Dialog.
- Della tranquillità dell’animo, Dialog beziehungsweise Schrift über Seelenruhe und Lebensführung.
- Profugiorum ab aerumna libri, Schrift beziehungsweise Dialog über den Umgang mit Unglück, Bedrängnis und innerer Flucht.
- De iciarchia, spätes Werk über den Haus- und Gemeindeleiter beziehungsweise über Autorität, Hausherrschaft und soziale Ordnung.
- De vita civili, unter diesem oder verwandtem Titel in der Forschung diskutierte Textgruppe zur bürgerlichen Lebensführung; Abgrenzung und Titeltradition sind zu prüfen.
Familien-, Liebes- und Dialogschriften in italienischer Sprache
- Libri della famiglia, vier Bücher, entstanden in den 1430er Jahren und später überarbeitet; Dialog über Familie, Erziehung, Ehe, Ökonomie, Besitz, Tugend und soziale Ordnung.
- Deifira, Dialog beziehungsweise Traktat über Liebe, Begehren und moralische Selbstbeherrschung.
- Ecatonfilea beziehungsweise Hecatonphila, Liebestraktat beziehungsweise dialogisch-rhetorische Schrift über die Kunst zu lieben.
- Amator, kleinerer Liebesdialog beziehungsweise Text aus dem Umfeld der moralisch-amorösen Schriften.
- Sofrona, dialogische beziehungsweise moralisch-literarische Schrift, deren genaue Einordnung im Zusammenhang der volgaren Werke zu prüfen ist.
- Cena familiaris, familiärer beziehungsweise dialogischer Text aus dem weiteren Kreis der moralisch-literarischen Schriften.
- Novella di Ippolito e Leonora, Erzählung beziehungsweise Novelle; in der älteren Druck- und Editionstradition unter Albertis Namen überliefert.
Dramatische, autobiographische und literarische Sonderformen
- Philodoxeos fabula beziehungsweise Philodoxus, frühes lateinisches Theaterstück beziehungsweise humanistische Komödie, zunächst unter dem Pseudonym Lepidus verbreitet.
- Vita beziehungsweise autobiographischer Text, der Alberti selbst oder dem engeren humanistischen Umfeld zugeschrieben wird; Autorschaft und Funktion sind in der Forschung differenziert zu behandeln.
- Pontifex, in einzelnen Werklisten genannte Schrift beziehungsweise Textgruppe; Zuschreibung und genaue Einordnung sind quellenkritisch zu prüfen.
- Fatum et fortuna, allegorisch-moralischer Text beziehungsweise Motivkomplex im Umfeld der Intercenales.
- Anuli, Somnium, Defunctus und weitere Einzelstücke aus der Überlieferung der Intercenales beziehungsweise der kleineren lateinischen Prosa.
Philologische, rhetorische und kleinere gelehrte Schriften
- Grammatische und rhetorische Notizen, teilweise in Verbindung mit Trivia und humanistischer Unterrichtspraxis überliefert.
- Kleinere lateinische Opuscula, in älteren Ausgaben wie Opuscoli morali und Opera inedita et pauca separatim impressa gesammelt.
- Briefe und Widmungen, verstreut in Ausgaben und Handschriften; wichtig für Patronage, Werkadressierung und Selbstverständnis.
- Texte zur volkssprachlichen Literatur und Sprache, besonders im Zusammenhang mit den italienischen Dialogen und der humanistischen Aufwertung des volgare.
Werkgruppen mit besonderem Editions- und Zuschreibungsproblem
- Die italienischen Liebesdialoge und kleineren moralischen Texte liegen in unterschiedlichen Titel- und Fassungsformen vor und sollten bei wissenschaftlicher Nutzung nach moderner kritischer Ausgabe überprüft werden.
- Einige kleinere lateinische Stücke sind nur in späterer Sammlung, in unsicherer Überlieferung oder unter variierenden Titeln greifbar.
- Die Architekturprojekte sind nicht als schriftliche Werke im engeren Sinn, aber als eigenständige Werkgruppe Albertis zu erfassen; ihr Anteil reicht von gesicherter Konzeption bis zu umstrittener Zuschreibung.
- Die humanistischen Editionen des 19. Jahrhunderts haben viele Werke zugänglich gemacht, entsprechen aber nicht in jedem Fall dem heutigen Stand kritischer Textphilologie.
Architekturwerke und Zuschreibungen
Die folgende Übersicht führt die wichtigsten Architekturwerke, Projekte und Zuschreibungen Albertis auf. Da Albertis Rolle oft im Entwurf, in der Beratung oder in der theoretischen Konzeption lag, wird zwischen gesicherten Hauptwerken, stark zugeschriebenen Projekten und vorsichtig zu behandelnden Zuschreibungen unterschieden.
Gesicherte oder allgemein anerkannte Hauptwerke
- Tempio Malatestiano, Rimini, Umbau der Kirche San Francesco für Sigismondo Malatesta, ab etwa 1450; antikisierende Fassaden- und Hüllenkonzeption, unvollendet.
- Palazzo Rucellai, Florenz, Fassadenkonzeption für Giovanni Rucellai, um 1446–1451 beziehungsweise mit späteren Bauphasen; Ausführung in Verbindung mit Bernardo Rossellino.
- Santa Maria Novella, Florenz, Fassadengestaltung für Giovanni Rucellai, besonders 1456–1470; Verbindung mittelalterlicher Bausubstanz mit neuer Proportionsordnung.
- Sacello del Santo Sepolcro beziehungsweise Rucellai-Grabkapelle in San Pancrazio, Florenz; kleines, antikisierend-proportioniertes Memorialwerk im Rucellai-Kontext.
- San Sebastiano, Mantua, Entwurf ab 1460; experimenteller Zentralbau mit späteren Veränderungen.
- Sant’Andrea, Mantua, Entwurf für Ludovico Gonzaga, Baubeginn 1472; monumentale Kirche mit Triumphbogenfassade und tonnengewölbtem Innenraum.
Beratungen, Projekte und vorsichtig zu behandelnde Zuschreibungen
- Santissima Annunziata, Florenz, tribuna beziehungsweise Choranlage; Alberti wird mit Planung und Beratung in Verbindung gebracht, genaue Autorschaft und Ausführungsanteile sind zu differenzieren.
- Planungen und Beratungen für Rom, besonders im Zusammenhang mit päpstlichem Antikeninteresse, Stadtvermessung und Wiederaufbauideen; nicht als geschlossene Bauausführung überliefert.
- Villa Medici in Fiesole, gelegentlich mit Albertis Theorie und Umfeld in Verbindung gebracht; direkte Autorschaft ist umstritten und sollte nicht als gesichert angegeben werden.
- Weitere Rucellai-Projekte, Florenz; einzelne Zuschreibungen im Umkreis der Familienpatronage sind nur quellenkritisch verwendbar.
Überlieferung, Drucke und Editionen
Albertis Werküberlieferung ist breit, aber komplex. Mehrere Hauptwerke entstanden handschriftlich und wurden erst später gedruckt. De re aedificatoria wurde 1485 in Florenz gedruckt und damit nach Albertis Tod in eine für Europa folgenreiche Buchform gebracht. Die italienischen Übersetzungen und späteren Ausgaben des 16. Jahrhunderts machten die Architekturtheorie einem weiteren Publikum zugänglich. De pictura und Della pittura zirkulierten ebenfalls in verschiedenen Fassungen und Drucktraditionen.
Die volkssprachlichen Werke wurden in älteren Ausgaben häufig gesammelt, teilweise unter wechselnden Titeln und mit editorischen Eingriffen. Die lateinischen Intercenales und kleinere Opuscula wurden erst allmählich wieder stärker erschlossen. Moderne kritische Editionen haben das Bild Albertis erheblich verändert, weil sie nicht nur die berühmten Kunsttraktate, sondern auch die satirischen, moralischen und autobiographischen Schriften besser zugänglich machten.
Für eine Kulturlexikonseite ist deshalb wichtig, Alberti nicht auf De pictura und De re aedificatoria zu verkürzen. Seine literarischen, moralischen, technischen und topographischen Schriften gehören zum selben intellektuellen Projekt. Die Forschung der letzten Jahrzehnte hat besonders Albertis Ironie, seine soziale Skepsis, seine Stellung innerhalb der Kurie, seine Beziehung zu Patronage und seinen Beitrag zu einer humanistischen Theorie des Künstlers neu bewertet.
Sekundärliteratur
- Anthony Grafton: Leon Battista Alberti: Master Builder of the Italian Renaissance. New York, Hill and Wang, 2000.
- Joan Kelly-Gadol: Leon Battista Alberti: Universal Man of the Early Renaissance. Chicago, University of Chicago Press, 1969.
- Franco Borsi: Leon Battista Alberti. Mailand, 1973; weitere Ausgaben.
- Richard Krautheimer: Alberti and Vitruvius und weitere Studien zu Alberti und der Architekturtheorie der Renaissance.
- Robert Tavernor: On Alberti and the Art of Building. New Haven und London, Yale University Press, 1998.
- Joseph Rykwert, Robert Tavernor und Neil Leach, Hrsg. und Übers.: Leon Battista Alberti: On the Art of Building in Ten Books. Cambridge, Massachusetts, MIT Press, 1988.
- Cecil Grayson, Hrsg.: Leon Battista Alberti: Opere volgari. Bari, Laterza, mehrere Bände.
- Cecil Grayson, Hrsg. und Übers.: Leon Battista Alberti: On Painting and On Sculpture. The Latin Texts of De pictura and De statua. London, Phaidon, 1972.
- Rocco Sinisgalli, Hrsg. und Übers.: Leon Battista Alberti: On Painting. A New Translation and Critical Edition. Cambridge, Cambridge University Press, 2011.
- David Marsh, Übers.: Dinner Pieces: A Translation of the Intercenales. Binghamton, Center for Medieval and Early Renaissance Studies, 1987.
- Sarah Knight, Virginia Brown und andere Herausgeberinnen und Herausgeber moderner Alberti-Texte, besonders zu Momus, Intercenales und den kleineren lateinischen Schriften.
- Peter Hicks, Martin McLaughlin und weitere Übersetzer moderner Alberti-Ausgaben im englischen Sprachraum.
- Rudolf Wittkower: Architectural Principles in the Age of Humanism. London, 1949; spätere Ausgaben.
- Manfredo Tafuri: Studien zu Renaissancearchitektur, Humanismus und politischer Bedeutung architektonischer Formen.
- Howard Burns: Beiträge zu Alberti, Vitruv-Rezeption, Quattrocento-Architektur und Architekturzeichnung.
- Christine Smith: Studien zu Leon Battista Alberti, Architekturtheorie und der sozialen Bedeutung von Bauen im Quattrocento.
- Michael Baxandall: Painting and Experience in Fifteenth-Century Italy. Oxford, 1972; wichtig für den kulturellen Kontext der Kunsttheorie.
- Samuel Y. Edgerton: Studien zur Perspektive, zu Brunelleschi, Alberti und der visuellen Ordnung der Renaissance.
- Martin Kemp: Studien zu Wissenschaft, Kunst, Perspektive und Proportion in der Renaissance.
- Giorgio Vasari: Le vite de’ più eccellenti pittori, scultori e architettori; historisch wirkungsmächtige, aber quellenkritisch zu lesende frühe Darstellung.
- Girolamo Mancini: Vita di Leon Battista Alberti und Editionen von Opera inedita et pauca separatim impressa.
- Hans-Karl Lücke und Susanne Lücke, Hrsg. und Übers.: Leon Battista Alberti: Zehn Bücher über die Baukunst. Darmstadt, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1975; spätere Ausgaben.
- Jan Pieper und weitere deutschsprachige Forschung zur Architekturtheorie, Proportion und Renaissancebaukunst.
- Massimo Bulgarelli und Arturo Calzona, Hrsg.: Studien zu Alberti und der Architektur der Frührenaissance.
- Francesco Furlan, Stefano Borsi, Paola Massalin und andere Herausgeber beziehungsweise Forscher der modernen italienischen Alberti-Philologie.
- James S. Ackerman: Studien zur Renaissancearchitektur, zu Perspektive und Architekturtheorie.
- Günther Binding und Norbert Nußbaum: Überblickswerke zur Architekturgeschichte, in denen Alberti als Theoretiker und Architekt der Frührenaissance behandelt wird.
Ausgewählte Onlinequellen
- Treccani: ALBERTI, Leon Battista – Dizionario Biografico degli Italiani Ausführlicher italienischer Fachartikel zu Geburt, Familienexil, Bildung, Kurienlaufbahn, Schriften, Architektur und Wirkung.
- Treccani: Alberti, Leon Battista Kompakter Überblick zu Alberti als Humanist, Architekt, Kunsttheoretiker, Mathematiker und paradigmatischer Renaissancefigur.
- Encyclopaedia Britannica: Leon Battista Alberti Aktueller englischsprachiger Überblick zu Biographie, Universalgelehrtentum, Kunsttheorie, Architektur und Renaissancewirkung.
- Britannica: Contribution to philosophy, science, and the arts Abschnitt zur Bedeutung Albertis für Philosophie, Wissenschaft, Kunst, Architektur und das humanistische Ideal.
- University of Bologna: Leon Battista Alberti Universitätsseite zu Albertis Bologna-Bezug, Bildungsweg und De re aedificatoria als zehnbändigem Architekturtraktat.
- Architectura, Centre d’Études Supérieures de la Renaissance: De re aedificatoria Fachportal zu Albertis Architekturtraktat mit Angaben zur Werkgeschichte, Drucküberlieferung und Kommentierung.
- The Online Books Page: Leon Battista Alberti Umfangreiche Sammlung digitaler Nachweise zu historischen Ausgaben von De re aedificatoria, De pictura, Della famiglia, Momus und weiteren Werken.
- Library of Congress: Works by Leon Battista Alberti Kurzer Beitrag zu einer frühen Drucksammlung mit De commodis litterarum atque incommodis, De iure, Trivia, Canis und Apologi.
- Internet Archive: Della architettura, della pittura e della statua Digitalisat einer historischen italienischen Ausgabe der Architektur-, Malerei- und Skulpturtraktate.
- Internet Archive: De re aedificatoria libri decem Digitalisat einer lateinischen Ausgabe von Albertis zehnbändigem Architekturtraktat.
- Internet Archive: Della pittura e della statua Digitalisat einer historischen Ausgabe der Malerei- und Skulpturtraktate.
- Universitätsbibliothek Heidelberg: Della architettura, della pittura e della statua, 1726 Digitalisat einer Ausgabe mit Architektur, Malerei und Skulptur, nützlich für die Rezeptions- und Übersetzungsgeschichte.
- Smarthistory: Leon Battista Alberti, Sant’Andrea in Mantua Anschauliche kunsthistorische Einführung zu Sant’Andrea in Mantua und Albertis antikisierender Kirchenarchitektur.
- Arthistoricum: S. Sebastiano in Mantua Deutschsprachiger kunsthistorischer Kontext zu Albertis Mantuaner Entwürfen und dem Hof der Gonzaga.
- National Gallery London: Leon Battista Alberti Kurzer kunsthistorischer Glossareintrag zu Alberti und seinem Einfluss auf Perspektive und Malereitheorie.
- Smithsonian: Painting – Perspective, Alberti Objekt- beziehungsweise Kontextseite zur Perspektive und zu Albertis Bedeutung für die Projektion geordneter Bildräume.
- Stanford Encyclopedia of Philosophy: Philosophy and the Tradition of Architectural Theory Philosophischer Kontext zur Architekturtheorie, Vitruv-Rezeption und Albertis Stellung in der Tradition architektonischen Denkens.
- Stanford Encyclopedia of Philosophy: Aristotelianism in the Renaissance Kontextquelle zur aristotelischen Moral- und Haushaltslehre, in deren Umfeld Albertis Libri della famiglia stehen.
- World History Encyclopedia: Leon Battista Alberti Einführender Überblick zu Alberti als Humanist, Architekt, Mathematiker und Vertreter des Renaissancehumanismus.
- Wikidata: Leon Battista Alberti Strukturierter Normdatenknoten mit Lebensdaten, Identifikatoren und Verknüpfungen zu Bibliotheks- und Forschungsressourcen.
- Open Library: Leon Battista Alberti Bibliographisches Portal mit modernen und historischen Ausgaben von Albertis Werken.
- Wikisource italienisch: Indice delle opere di Leonbatista Alberti Historischer Werkindex aus einer älteren Ausgabe, nützlich als ergänzender Hinweis auf die ältere Editions- und Titeltradition.
Weiterführende Einträge
- Humanismus Geistige Bewegung der Renaissance, in der Alberti als Philologe, Rhetoriker, Moralist und Kunsttheoretiker steht.
- Renaissance Epochenrahmen für Albertis Theorie der Künste, seine Antikenrezeption und sein Ideal des tätigen Menschen.
- Uomo universale Ideal der umfassend gebildeten Renaissancepersönlichkeit, das Alberti in exemplarischer Weise verkörpert.
- Kunsttheorie Theoretische Reflexion über Malerei, Skulptur und Architektur, bei Alberti in neuer humanistischer Form begründet.
- Architekturtheorie Wissensfeld, das Alberti mit De re aedificatoria grundlegend erneuerte.
- De pictura Albertis Grundschrift zur Malerei, Perspektive, Komposition und historia.
- De re aedificatoria Zehnbändiger Architekturtraktat Albertis und Grundtext der neuzeitlichen Architekturtheorie.
- De statua Albertis Traktat zur Skulptur, Proportion und Körpervermessung.
- Zentralperspektive Geometrisches Darstellungssystem, das Alberti theoretisch beschrieb und für die Malereitheorie folgenreich machte.
- Historia in der Malerei Albertischer Begriff der vielgestaltigen, affektgeladenen und erzählenden Bildkomposition.
- Concinnitas Albertis Leitbegriff harmonischer Zusammenfügung von Teilen zu einer schönen Gesamtform.
- Proportion Mathematisch-ästhetisches Ordnungsprinzip, das Albertis Kunst- und Architekturtheorie prägt.
- Vitruv Antiker Architekturtheoretiker, dessen De architectura für Albertis De re aedificatoria grundlegend war.
- Filippo Brunelleschi Florentiner Architekt und Bezugspunkt von Albertis Perspektiv- und Architekturdenken.
- Donatello Bildhauer der Frührenaissance, dessen Kunstmilieu Alberti in Florenz wahrnahm.
- Lorenzo Ghiberti Florentiner Bildhauer und Kunstschriftsteller, wichtiger Zeitgenosse Albertis.
- Masaccio Maler der Frührenaissance, dessen Bildraum und Figurenauffassung mit Albertis Theorie vergleichbar sind.
- Palazzo Rucellai Florentiner Palastfassade, die zu den zentralen Architekturwerken im Alberti-Umfeld zählt.
- Santa Maria Novella Florentiner Kirchenfassade, an der Alberti mittelalterliche Bausubstanz und neue Proportionsordnung verband.
- Tempio Malatestiano Riminier Memorial- und Kirchenumbau für Sigismondo Malatesta mit antikisierender Alberti-Konzeption.
- Sant’Andrea in Mantua Monumentaler Kirchenentwurf Albertis mit Triumphbogenfassade und tonnengewölbtem Innenraum.
- San Sebastiano in Mantua Experimenteller Zentralbau Albertis im Auftrag Ludovico Gonzagas.
- Giovanni Rucellai Florentiner Mäzen und Auftraggeber wichtiger Alberti-Projekte.
- Sigismondo Malatesta Herr von Rimini und Auftraggeber des Tempio Malatestiano.
- Ludovico Gonzaga Markgraf von Mantua und Auftraggeber von San Sebastiano und Sant’Andrea.
- Florenz Kunst- und Familienraum Albertis sowie Zentrum der Frührenaissance.
- Rom Kurialer, topographischer und antiker Bezugspunkt in Albertis Leben und Werk.
- Mantua Gonzaga-Residenz und wichtiger Ort von Albertis später Architektur.
- Rimini Ort des Tempio Malatestiano und der Malatesta-Patronage.
- Päpstliche Kurie Institutioneller Rahmen von Albertis Amt und humanistischer Laufbahn.
- Kryptographie Wissensfeld der Verschlüsselung, zu dem Alberti mit De cifris beitrug.
- Topographie Vermessung und Beschreibung von Orten, bei Alberti besonders in der Descriptio urbis Romae wichtig.
- Libri della famiglia Albertis Dialog über Familie, Ehe, Erziehung, Ökonomie und soziale Ordnung.
- Momus Albertis satirisch-politischer Roman über Macht, Hof und Kritik.
- Intercenales Kurze lateinische Prosastücke Albertis zwischen Satire, Fabel, Dialog und Moralphilosophie.
- Italienisches Quattrocento Kultureller Epochenrahmen von Albertis Kunsttheorie, Literatur und Architektur.