Kulturlexikon
Jakob Adlung
Jakob Adlung, auch als Johann Jakob Adlung, Jacob Adlung oder Adelung überliefert, war einer der wichtigen deutschsprachigen Musiktheoretiker und Orgelkundler der Bachzeit. Seine Schriften stehen an der Schnittstelle von gelehrter Musiktheorie, praktischer Organistenbildung, Orgelbaukunde, Registerlehre, Tasteninstrumentenkunde und musikalischer Pädagogik. Die 1758 erschienene Anleitung zu der musikalischen Gelahrtheit bietet einen weiten Überblick über Musikgeschichte, Theorie, Orgel, Register, Generalbass, Choral, Fantasie, Komposition und Unterricht. Die postum 1768 veröffentlichte Musica mechanica organoedi gehört zu den bedeutendsten Quellenwerken zur Struktur, zum Gebrauch und zur Erhaltung von Orgeln, Clavicymbeln, Clavichorden und verwandten Tasteninstrumenten des 18. Jahrhunderts.
Überblick
Jakob Adlung ist eine Schlüsselgestalt der deutschsprachigen Musikgelehrsamkeit des 18. Jahrhunderts, obwohl er nicht als Komponist im engeren Kanon steht. Seine Bedeutung liegt vor allem in der Verbindung von Praxis und Theorie. Er war Organist, Lehrer, Gelehrter und Musikschriftsteller. Er kannte die Bedürfnisse des praktischen Organisten ebenso wie die Anforderungen der gelehrten Musiktheorie. Gerade deshalb sind seine Schriften für die Musikgeschichte der Bachzeit, für die Orgelkunde, für die Registerpraxis und für die Geschichte der Tasteninstrumente so wertvoll.
Adlungs Werk ist besonders aufschlussreich, weil es Musik nicht isoliert als Kunst der Komposition behandelt. Musik erscheint bei ihm als gelehrte Wissenschaft, als praktische Fertigkeit, als Unterrichtsstoff, als kirchliche Praxis, als mechanische Instrumentenkunde und als Gegenstand historischer Ordnung. Die Anleitung zu der musikalischen Gelahrtheit will musikalisches Wissen umfassend vermitteln. Die Musica mechanica organoedi konzentriert sich stärker auf das technische, klangliche und praktische Wissen, das ein Organist über Orgeln und verwandte Instrumente besitzen sollte.
Kulturgeschichtlich gehört Adlung zu jener protestantisch-mitteldeutschen Gelehrtenwelt, in der Schule, Kirche, Universität, Orgelbank und Buchdruck eng verbunden waren. Erfurt war für ihn nicht bloß Lebensort, sondern Arbeitsraum. Hier verbanden sich Ratsgymnasium, Universität, Predigerkirche, Organistenamt und gelehrte Gesellschaft. In diesem städtischen Zusammenhang entwickelte Adlung seine besondere Form musikalischer Enzyklopädie.
Kurzdaten
- Hauptname
- Jakob Adlung.
- Erweiterte Namensform
- Johann Jakob Adlung.
- Historische Schreibformen
- Jacob Adlung, Jakob Adelung, Jacob Adelung und vereinzelt Aldung.
- Registerform
- Adlung, Jakob.
- Geburt
- 14. Januar 1699 in Bindersleben bei Erfurt.
- Tod
- 5. Juli 1762 in Erfurt.
- Berufe und Rollen
- Musiktheoretiker, Organist, Musikschriftsteller, Gelehrter, Lehrer, Kantor und Instrumentenkundler.
- Vater
- David Adlung, Lehrer beziehungsweise Schulbediensteter und Organist.
- Mutter
- Dorothea Elisabetha Meuerin aus Tondorf.
- Ausbildung
- Schulbildung in Erfurt; Musikunterricht unter anderem im Umfeld von Christian Reichardt; ab 1723 Studium in Jena mit Philosophie, Philologie und Theologie; dort auch weitere musikalische Anregungen, unter anderem durch Johann Nikolaus Bach.
- Wichtige Kontakte
- Johann Heinrich Buttstett, Johann Gottfried Walther, Johann Nikolaus Bach, Johann Lorenz Albrecht und Johann Friedrich Agricola.
- Hauptamt
- Ab 1727 Organist an der Predigerkirche in Erfurt als Nachfolger Johann Heinrich Buttstetts.
- Lehrtätigkeit
- Lehrer am Erfurter Ratsgymnasium und an der Erfurter Universität beziehungsweise im dortigen gelehrten Unterrichtszusammenhang.
- Akademische Zugehörigkeit
- Ab 1755 Mitglied der Akademie der nützlichen Wissenschaften zu Erfurt.
- Hauptwerke
- Anleitung zu der musikalischen Gelahrtheit (Erfurt 1758), Musikalisches Siebengestirn (Berlin 1768) und Musica mechanica organoedi (Berlin 1768).
- Postume Herausgeber
- Johann Lorenz Albrecht und Johann Friedrich Agricola waren für die postume Veröffentlichung der Musica mechanica organoedi wichtig.
- Fachliche Schwerpunkte
- Musiktheorie, Orgelkunde, Orgelregister, Orgelbau, Generalbass, Choral, Komposition, musikalischer Unterricht, Tasteninstrumente und Instrumentenmechanik.
- Kulturgeschichtliche Bedeutung
- Jakob Adlung gehört zu den wichtigsten Quellenautoren für Orgelbau, Orgelpraxis, Registerlehre und musikalische Gelehrsamkeit im mitteldeutschen 18. Jahrhundert.
- Dateiname
adlung-jakob.shtml.
Namen, Schreibweisen und Dateiansetzung
Die heute geläufigste Namensform lautet Jakob Adlung. In älteren Quellen, Digitalisaten und bibliographischen Nachweisen erscheinen auch die Formen Jacob Adlung, Jakob Adelung, Jacob Adelung und vereinzelt Aldung. Die vom Nutzer angegebene Form Adlung, Adelung, (Johann) Jakob fasst diese Varianten sachgerecht zusammen. Im sichtbaren Fließtext wird die Form Jakob Adlung verwendet, weil sie in neueren deutschsprachigen Nachweisen und in der Deutschen Biographie gut anschlussfähig ist. Die erweiterte Form Johann Jakob Adlung wird als Namensvariante mitgeführt.
Der Dateiname folgt der Personenregel Nachname–Vorname und lautet adlung-jakob.shtml. Ein Dateiname adelung-jakob.shtml sollte nur als Weiterleitung oder Variantenverweis dienen, damit die historische Schreibform auffindbar bleibt, ohne die Hauptansetzung zu verdoppeln. Für interne Linktexte empfiehlt sich Jakob Adlung; für bibliographische Register kann Adlung, Jakob verwendet werden.
- Jakob Adlung
- Hauptform für Überschrift, Linktext und deutschsprachigen Fließtext.
- Johann Jakob Adlung
- Erweiterte Namensform, die wegen der vom Nutzer angegebenen Klammerform mitgeführt wird.
- Jacob Adlung
- Historische und bibliographische Schreibform, besonders in lateinisch oder älter orthographisch geprägten Zusammenhängen.
- Jakob Adelung
- Namensvariante, die in mehreren älteren und neueren Nachweisen begegnet.
- Jacob Adelung
- Weitere historische Schreibvariante, etwa in Digitalisaten und Katalogangaben.
- Aldung
- Seltenere Variantenform, die in Namenslisten und älteren Nachweisen vorkommen kann.
- Adlung, Jakob
- Registerform für alphabetische Ordnung.
adlung-jakob.shtml- Dateiname nach der Personenregel Nachname–Vorname.
Quellenlage und Einordnung
Die Quellenlage zu Jakob Adlung ist ungewöhnlich günstig, weil mehrere seiner Hauptwerke digital zugänglich sind und weil bibliographische, biographische und musikwissenschaftliche Nachweise gut miteinander abgleichbar sind. Die Deutsche Biographie und die Deutsche Digitale Bibliothek sichern Lebensdaten, Geburts- und Sterbeort, Namensvarianten und Normdaten. Digitalisate der Anleitung zu der musikalischen Gelahrtheit, der Musica mechanica organoedi und des Musikalischen Siebengestirns sind über IMSLP, Internet Archive, Staatsbibliothek zu Berlin, Bayerische Staatsbibliothek und Google Books beziehungsweise WorldCat greifbar. Die englische Übersetzung der Musica mechanica organoedi durch Quentin Faulkner bei Zea Books erleichtert zudem die internationale Rezeption.
Für die biographische Einordnung sind neben modernen Lexika auch ältere Quellen wichtig. Adlungs Autobiographie ist in der Vorrede zum zweiten Teil der Musica mechanica organoedi überliefert. Johann Gottfried Walthers Musicalisches Lexicon von 1732 und Johann Adam Hillers Lebensbeschreibungen berühmter Musikgelehrten und Tonkünstler neuerer Zeit von 1784 bilden frühe biographische beziehungsweise rezeptionsgeschichtliche Bezugspunkte. Moderne musikwissenschaftliche Forschung hat Adlung besonders in Verbindung mit Orgelbau, Bachzeit, Registerpraxis, Tasteninstrumenten und historischer Aufführungspraxis ausgewertet.
- Biographischer Kern: Geburt am 14. Januar 1699 in Bindersleben bei Erfurt, Tod am 5. Juli 1762 in Erfurt, Organist an der Predigerkirche und Erfurter Gelehrter.
- Werkgeschichtlicher Kern: Anleitung zu der musikalischen Gelahrtheit erschien 1758; Musica mechanica organoedi und Musikalisches Siebengestirn erschienen 1768 postum.
- Quellenwert: Adlungs Schriften sind grundlegende Quellen für Musiktheorie, Orgelregister, Orgelbau, Tasteninstrumente und musikalischen Unterricht im 18. Jahrhundert.
- Überlieferungsproblem: Ein Brand im Jahr 1736 zerstörte nach älterer Überlieferung Teile von Adlungs Manuskripten; dadurch ist das Werk nur teilweise erhalten.
- Editorisches Problem: Die postumen Drucke sind durch die Herausgabe und Bearbeitung von Johann Lorenz Albrecht und Johann Friedrich Agricola mitgeprägt.
Leben, Ausbildung und Erfurter Wirkungskreis
Jakob Adlung wurde am 14. Januar 1699 in Bindersleben bei Erfurt geboren. Sein Vater David Adlung war Lehrer beziehungsweise Schulbediensteter und Organist. Damit wuchs Jakob Adlung in einem Umfeld auf, in dem schulische Bildung, kirchliche Musikpraxis und Orgeldienst eng zusammengehörten. Diese Verbindung prägte sein ganzes Werk. Er blieb kein bloßer Theoretiker, sondern schrieb aus der Erfahrung eines praktischen Organisten und Lehrers.
Seine schulische Ausbildung führte ihn früh nach Erfurt. Dort besuchte er zunächst die untere Schule an St. Andreas und später das Gymnasium. Während dieser Zeit stand er im Umfeld von Christian Reichardt, der ihn auch im Orgelspiel unterrichtete. Adlungs musikalische Ausbildung war daher nicht von seiner gelehrten Ausbildung getrennt. Musik war Teil einer städtischen protestantischen Bildungswelt, in der Latein, Theologie, Philosophie, Philologie, Kirchenmusik und Orgelpraxis ineinandergriffen.
Ab 1723 studierte Jakob Adlung in Jena Philosophie, Philologie und Theologie. In Jena erhielt er weitere musikalische Anregungen, unter anderem durch Johann Nikolaus Bach. Zugleich begegnete er in Weimar und Umgebung der musiktheoretischen Welt Johann Gottfried Walthers. Die ältere Überlieferung betont, dass Adlung Walthers musiktheoretische Schriften nutzte und damit Zugang zu einer besonders reichen mitteldeutschen Theorie- und Bachzeitkultur erhielt.
Nach Abschluss seiner Studien kehrte Jakob Adlung als Magister nach Erfurt zurück. 1727 wurde er als Nachfolger Johann Heinrich Buttstetts Organist an der Predigerkirche. Diese Stelle war für sein Leben zentral. Die Predigerkirche bot nicht nur einen musikalischen Arbeitsplatz, sondern auch ein Umfeld, in dem Orgel, Choral, Liturgie und gelehrte Reflexion zusammenkamen. Adlungs späteres Interesse an Orgelbau, Registern und Tasteninstrumenten ist aus dieser Praxis heraus verständlich.
Neben dem Organistenamt war Jakob Adlung als Lehrer tätig. Er wirkte am Erfurter Ratsgymnasium und im Umfeld der Universität. 1755 wurde er Mitglied der Akademie der nützlichen Wissenschaften zu Erfurt. Diese Mitgliedschaft zeigt, dass er nicht nur als Musiker, sondern als Gelehrter wahrgenommen wurde. Sein Begriff der „musikalischen Gelahrtheit“ ist genau aus dieser Position heraus zu verstehen: Musik gehört für ihn zur gelehrten Bildung, aber sie muss zugleich praktisch, handwerklich und klanglich verstanden werden.
- 1699: Geburt am 14. Januar in Bindersleben bei Erfurt.
- 1711: Besuch der unteren Schule an St. Andreas in Erfurt.
- 1713: Eintritt in das Erfurter Gymnasium; Aufenthalt im Umfeld von Christian Reichardt, der ihn musikalisch unterrichtete.
- 1723: Beginn des Studiums in Jena mit Philosophie, Philologie, Theologie und musikalischen Studien.
- 1726: Beginn beziehungsweise erste Ausarbeitung der Musica mechanica organoedi nach späterer Werküberlieferung.
- 1727: Rückkehr nach Erfurt; Organist an der Predigerkirche als Nachfolger Johann Heinrich Buttstetts.
- 1732: Johann Gottfried Walther nennt Adlung bereits in seinem Musicalischen Lexicon.
- 1736: Brandkatastrophe mit Verlust beziehungsweise Beschädigung von Manuskripten und Arbeitsmaterialien.
- 1741: Lehrtätigkeit am Erfurter Ratsgymnasium und an der Erfurter Universität beziehungsweise im gelehrten Unterrichtskontext.
- 1755: Mitglied der Akademie der nützlichen Wissenschaften zu Erfurt.
- 1758: Druck der Anleitung zu der musikalischen Gelahrtheit in Erfurt.
- 1762: Tod am 5. Juli in Erfurt.
- 1768: Postume Veröffentlichung des Musikalischen Siebengestirns und der Musica mechanica organoedi in Berlin.
Erfurt, Predigerkirche und gelehrte Stadtkultur
Erfurt war für Jakob Adlung der entscheidende Lebens- und Wirkungsraum. Die Stadt bot im 18. Jahrhundert eine Verbindung von kirchlicher Musikpraxis, Schulbildung, Universitätstradition, Buchdruck, gelehrten Netzwerken und städtischer Organistenkultur. Adlungs Werk lässt sich daher nicht allein als individuelle Leistung verstehen. Es ist Ausdruck einer Stadtkultur, in der Musik sowohl praktisches Amt als auch gelehrter Gegenstand war.
Die Predigerkirche war für Adlung besonders wichtig. Als Organist musste er dort liturgische Praxis, Choral, Improvisation, Registrierung und Instrumentenpflege beherrschen. Die Orgel war kein abstrakter Gegenstand, sondern tägliches Arbeitsinstrument. Aus dieser Perspektive wird verständlich, warum die Musica mechanica organoedi die Orgel nicht nur theoretisch beschreibt, sondern ihren Gebrauch, ihre Erhaltung, ihre Register und ihre Beziehung zu anderen Tasteninstrumenten behandelt.
Adlungs Erfurter Lehrtätigkeit verankerte ihn zusätzlich in einer pädagogischen Kultur. Die Frage, wie Musik zu lehren und zu lernen sei, nimmt in der Anleitung zu der musikalischen Gelahrtheit breiten Raum ein. Musik erscheint dabei nicht als bloße Virtuosität. Sie verlangt Ordnung, System, Begriffskenntnis, historische Orientierung, praktische Übung und sittliche beziehungsweise berufliche Prüfung.
- Bindersleben: Geburtsort Adlungs im Umfeld Erfurts.
- Erfurt: Lebenszentrum, Ausbildungsort, Lehrort und Sterbeort.
- Predigerkirche: Hauptamtlicher Organistenort Adlungs seit 1727.
- Ratsgymnasium: Ort schulischer und gelehrter Vermittlung.
- Universität Erfurt: Gelehrter Unterrichtszusammenhang, in dem Adlung wirkte.
- Akademie der nützlichen Wissenschaften: Gelehrte Institution, die Adlung ab 1755 als Mitglied führte.
Musiktheorie, Unterricht und gelehrte Systematik
Die Anleitung zu der musikalischen Gelahrtheit zeigt Adlung als Systematiker. Das Werk ist nicht auf einen engen Ausschnitt beschränkt, sondern will musikalisches Wissen in großer Breite ordnen. Der theoretische Teil behandelt Musik überhaupt, alte, mittlere und neuere Musik, musikalische Rechnungen, Orgel, Register, Registergebrauch, Orgelbau, Orgelprüfung und andere Tasteninstrumente. Der praktische Teil behandelt Singkunst, Generalbass, Choral, italienische Tabulatur, Fantasieren, Komposition, musikalischen Unterricht und die Prüfung eines Tonkünstlers für ein Amt.
Diese Gliederung ist kulturgeschichtlich aufschlussreich. Musiktheorie bedeutet bei Adlung nicht nur Tonsatzlehre. Sie umfasst Geschichte, Akustik beziehungsweise Zahlenverhältnisse, Instrumentenkunde, kirchliche Praxis, Pädagogik und Berufsqualifikation. Ein Musiker soll nicht nur spielen können, sondern begründen, prüfen, unterrichten und urteilen können. Die „musikalische Gelahrtheit“ ist daher ein Bildungsideal.
Adlungs pädagogisches Denken ist besonders wichtig. Er behandelt die Ordnung, in der Musik und besonders das Klavierspiel zu lehren und zu lernen seien. Dabei zeigt sich eine pragmatische, aber systematische Vorstellung von Ausbildung. Der Musiker soll Schritt für Schritt an Theorie, Praxis, Generalbass, Choral, Fantasie und Komposition herangeführt werden. Diese Verbindung von Unterrichtslehre und Orgelpraxis macht Adlung zu einem wichtigen Zeugen der musikalischen Berufsbildung im 18. Jahrhundert.
- Musikalische Gelehrsamkeit: Adlung versteht Musik als Teil umfassender Bildung, nicht nur als Fertigkeit.
- Geschichtliche Ordnung: Alte, mittlere und neuere Musik werden in einer historischen Perspektive behandelt.
- Mathematische Grundlage: Musikalische Rechnungen und Zahlenverhältnisse gehören zum theoretischen Wissen.
- Praktische Ausbildung: Singkunst, Generalbass, Choral, Fantasie und Komposition werden als zentrale Fähigkeiten geordnet.
- Berufliche Prüfung: Die Eignung eines Tonkünstlers für ein musikalisches Amt wird ausdrücklich behandelt.
Orgelkunde, Registerpraxis und Instrumentenwissen
Die Musica mechanica organoedi ist Adlungs bekanntestes und für die Orgelgeschichte wichtigstes Werk. Der vollständige Titel macht den Anspruch deutlich: Es geht um einen gründlichen Unterricht von Struktur, Gebrauch und Erhaltung der Orgeln, Clavicymbel, Clavichorde und anderer Instrumente, soweit ein Organist davon etwas wissen müsse. Adlung schreibt also nicht als bloßer Orgelbauer, sondern als Organistengelehrter. Er fragt, welches technische Wissen ein praktischer Musiker benötigt, um mit dem Instrument sachgerecht umgehen zu können.
Besonders bedeutsam sind die Kapitel zu Registern, Registergebrauch, Orgelbau, Dispositionen, Kontrakten, Kosten und Orgelprüfung. Die Orgel erscheint als komplexes technisches, ökonomisches und liturgisches System. Ein Organist muss nicht nur wissen, welche Register schön klingen. Er muss auch beurteilen können, ob eine Orgel sinnvoll disponiert, ordentlich gebaut, angemessen gepflegt und vernünftig eingesetzt wird. Adlungs Werk ist deshalb eine Quelle für Klangästhetik, Handwerk, Kirchenmusikpraxis und musikalische Verwaltung.
Die Musica mechanica organoedi ist zudem deshalb wichtig, weil sie zahlreiche Orgeln und Dispositionen beschreibt. Sie bewahrt Informationen über Instrumente, die teils verändert oder verloren sind. Für die historische Orgelkunde ist dies von außerordentlichem Wert. Adlung verbindet theoretische Erklärung, praktische Erfahrung, Registerkunde und dokumentarische Sammlung.
- Struktur der Orgel: Adlung beschreibt Bau, Teile und Funktionsweise der Orgel.
- Registerkunde: Register, Mischungen, Zungenstimmen und Plenum werden in praktischer Perspektive behandelt.
- Registergebrauch: Adlung reflektiert, wie Register sinnvoll kombiniert und musikalisch verwendet werden können.
- Orgelbau und Disposition: Das Werk enthält Hinweise zu Planung, Verträgen, Kosten und Orgelprüfung.
- Erhaltung: Die Pflege des Instruments gehört zum organistischen Verantwortungsbereich.
- Quellenwert: Viele Angaben sind für die Rekonstruktion barocker Orgelpraxis und historischer Klangideale wichtig.
Clavichord, Clavicymbel, Lautenwerck und Tasteninstrumente
Adlungs Instrumentenwissen beschränkt sich nicht auf die Orgel. Die Musica mechanica organoedi behandelt auch Clavicymbel, Clavichorde und andere Tasteninstrumente, soweit sie für einen Organisten von Bedeutung sind. Damit ist das Werk eine wichtige Quelle für die Tasteninstrumentenkultur des 18. Jahrhunderts. Es zeigt, dass Orgel, Cembalo, Clavichord und Sonderinstrumente nicht getrennte Welten waren, sondern im Denken und Üben eines Organisten zusammengehörten.
Besonders interessant ist Adlungs Bedeutung für die Kenntnis des Lautenwercks. Das Lautenwerck oder Lautencembalo war ein Tasteninstrument, das den Klang der Laute nachahmen sollte. Da keine historischen Lautenwerke erhalten sind, sind Beschreibungen wie die Adlungs für moderne Rekonstruktionen wichtig. Auch pedalierte Clavichorde oder Cembali gehören in diesen Zusammenhang. Sie zeigen, dass Tasteninstrumente im 18. Jahrhundert in vielen Zwischenformen existierten, die später aus dem Standardkanon verschwanden.
Die Verbindung von Orgel und anderen Tasteninstrumenten ist auch aufführungspraktisch bedeutsam. Wer Orgel spielte, übte oft auf Clavichord oder Cembalo; wer Pedaltechnik brauchte, konnte auf pedalisierten Hausinstrumenten arbeiten. Adlungs Hinweise sind daher für die Geschichte des häuslichen Übens, des Organistenunterrichts und der Tasteninstrumentenmechanik relevant.
- Clavichord: Haus- und Übinstrument mit besonderer Bedeutung für feine Anschlagskultur und musikalische Ausbildung.
- Clavicymbel: Cembalo beziehungsweise Kielinstrument, das im Umfeld der Organistenbildung eine wichtige Rolle spielte.
- Lautenwerck: Sonderform des Tasteninstruments, die den Lautenklang nachahmen sollte und durch historische Beschreibungen wie Adlungs erschließbar bleibt.
- Pedalinstrumente: Pedalclavichorde und Pedalcembali sind für Orgelübung und Bachzeitpraxis relevant.
- Instrumentenmechanik: Adlung interessiert sich für Bau, Funktion und Gebrauch, nicht nur für musikalische Ästhetik.
Adlung in der Bachzeit
Jakob Adlung war kein Mitglied des unmittelbaren Bachkreises im engen Sinn, doch seine Lebenszeit und sein mitteldeutscher Wirkungskreis liegen in der musikalischen Welt Johann Sebastian Bachs. Adlung kannte Johann Nikolaus Bach in Jena und stand über die mitteldeutsche Musiktheorie auch mit der Welt Johann Gottfried Walthers in Verbindung. Die Herausgabe der Musica mechanica organoedi durch Johann Friedrich Agricola, einen Bach-Schüler, verstärkt die Nähe zur Bachrezeption zusätzlich.
Für die Bachforschung ist Adlung vor allem als Quellenautor interessant. Seine Angaben zu Orgeln, Registern, Tasteninstrumenten, Pedalinstrumenten und Lautenwerck betreffen genau jene Instrumentenwelt, in der Bachs Musik entstand und aufgeführt wurde. Besonders die Frage nach Pedalcembalo, Pedalclavichord, Lautenwerck und Registerpraxis wird in der modernen Aufführungspraxis immer wieder mit Adlungs Beschreibungen verbunden.
Adlungs Bedeutung besteht dabei weniger darin, dass er konkrete Bach-Werke kommentiert hätte. Er beschreibt vielmehr die technische und praktische Musikwelt, in der solche Werke möglich waren. Seine Schriften liefern den Hintergrund: Welche Instrumente gab es? Wie dachte man über Register? Was musste ein Organist wissen? Wie wurde musikalische Ausbildung geordnet? Solche Fragen machen Adlung zu einem wichtigen Zeugen der Bachzeit.
- Mitteldeutscher Kontext: Adlung gehört zur protestantischen Orgel- und Theorieumgebung, in der auch Bach, Walther und Buttstett standen.
- Johann Nikolaus Bach: In Jena erhielt Adlung musikalische Anregungen im Umfeld dieses Bach-Verwandten.
- Johann Gottfried Walther: Adlung nutzte und kannte musiktheoretische Materialien Walthers; Walther nennt ihn bereits im Musicalischen Lexicon.
- Johann Friedrich Agricola: Bach-Schüler und Mitwirkender an der postumen Herausgabe der Musica mechanica organoedi.
- Aufführungspraxis: Adlungs Beschreibungen sind für historische Orgel-, Tasten- und Registerpraxis der Bachzeit relevant.
Der Brand von 1736 und das Problem verlorener Schriften
Ein wichtiger Einschnitt in Adlungs Werkgeschichte war der Brand von 1736. Die ältere Überlieferung berichtet, dass dabei Teile seiner Manuskripte und Arbeitsmaterialien verloren gingen. Dieser Verlust ist für die Einschätzung seines Werks bedeutsam. Adlung war offenbar produktiver, als die erhaltenen Drucke allein erkennen lassen. Seine gedruckten Hauptwerke sind daher nicht das ganze Werk, sondern der erhaltene und publizierte Rest eines größeren schriftstellerischen Zusammenhangs.
Der Brand erklärt auch, warum die Überlieferungslage zwischen sicher gedruckten Werken, verlorenen Manuskripten und späteren postumen Editionen schwankt. Für ein Werkverzeichnis muss deshalb zwischen gedruckten Werken, postum herausgegebenen Schriften, verlorenen beziehungsweise nur indirekt belegten Arbeiten und kompositorischen Resten unterschieden werden. Diese Differenz ist wichtiger als eine scheinbar geschlossene Liste.
Kulturgeschichtlich verweist der Brand auf die materielle Fragilität gelehrter Arbeit im 18. Jahrhundert. Manuskripte, Abschriften, Notizbücher, Musikbeispiele und Entwürfe waren nicht selbstverständlich gesichert. Ein Hausbrand konnte ein Werkarchiv zerstören. Adlungs erhaltene Drucke gewinnen vor diesem Hintergrund zusätzliches Gewicht, weil sie als gerettete beziehungsweise später gesicherte Form eines gefährdeten Wissens erscheinen.
- Verlust von Manuskripten: Der Brand von 1736 zerstörte nach älterer Überlieferung Teile von Adlungs schriftstellerischem Nachlass.
- Unvollständigkeit des Werks: Die gedruckten Schriften repräsentieren nicht das gesamte Schaffen.
- Postume Sicherung: Die 1768 gedruckten Werke bewahren Material, das ohne Herausgabe leicht verloren geblieben wäre.
- Quellenkritik: Werkverzeichnisse müssen zwischen erhalten, gedruckt, postum ediert und verloren unterscheiden.
Postume Drucke, Albrecht und Agricola
Die postumen Drucke von 1768 sind für Adlungs Nachruhm entscheidend. Das Musikalische Siebengestirn wurde mit einer Vorrede von Johann Lorenz Albrecht veröffentlicht. Die Musica mechanica organoedi erschien ebenfalls postum in Berlin bei Friedrich Wilhelm Birnstiel und wurde in der Überlieferung mit Johann Lorenz Albrecht und Johann Friedrich Agricola verbunden. Diese Herausgeberschaft ist nicht nur eine technische Druckgeschichte, sondern bestimmt die Form, in der Adlung später gelesen wurde.
Johann Friedrich Agricola ist als Bach-Schüler und Berliner Musikschriftsteller besonders wichtig. Durch seine Mitwirkung geriet Adlungs Orgel- und Instrumentenkunde in einen weiteren musikwissenschaftlichen und bachzeitlichen Rezeptionszusammenhang. Zugleich muss man die postume Bearbeitung quellenkritisch berücksichtigen. Ein postum ediertes Werk ist nicht einfach unmittelbare Autorrede. Es trägt Spuren von Ordnung, Vorrede, Auswahl und Bearbeitung.
Für die Kulturgeschichte des 18. Jahrhunderts ist diese postume Drucklegung typisch. Gelehrtes Wissen zirkulierte nicht nur durch lebende Autoren, sondern auch durch Nachlässe, Herausgeber, Schüler, Verleger und Fachfreunde. Adlungs Werk wurde auf diese Weise nach seinem Tod in eine neue Öffentlichkeit überführt.
- Musikalisches Siebengestirn: 1768 in Berlin veröffentlicht, mit Vorrede Johann Lorenz Albrechts.
- Musica mechanica organoedi: 1768 in zwei Bänden veröffentlicht, postum und durch Herausgeber vermittelt.
- Johann Lorenz Albrecht: Wichtiger Vermittler und Herausgeber im postumen Adlung-Kontext.
- Johann Friedrich Agricola: Bach-Schüler, Musikschriftsteller und zentrale Figur der editorischen Vermittlung.
- Quellenkritik: Die Druckgestalt muss von der Entstehungsgeschichte und den ursprünglichen Manuskripten unterschieden werden.
Komplettes Werkverzeichnis nach öffentlichem Nachweisstand
Ein vollständiges Werkverzeichnis Jakob Adlungs muss zwischen gedruckten Hauptwerken, postumen Druckausgaben, Dissertation beziehungsweise gelehrten akademischen Schriften, verlorenen oder nur indirekt belegten Manuskripten, kompositorischen Resten und modernen Editionen beziehungsweise Übersetzungen unterscheiden. Die folgende Übersicht ordnet die öffentlich gut nachweisbaren Werke und Werkgruppen. Sie ersetzt keine kritische Bibliographie, bietet aber eine saubere Grundlage für die Kulturlexikon-Darstellung.
Gedruckte und postum gedruckte Hauptwerke
- Anleitung zu der musikalischen Gelahrtheit: Erfurt, Johann David Jungnicol, 1758. Das wichtigste zu Lebzeiten gedruckte Hauptwerk Adlungs. Es behandelt in theoretischem und praktischem Teil Musikgeschichte, musikalische Rechnungen, Orgel, Register, Orgelbau, Orgelprüfung, andere Tasteninstrumente, Singkunst, Generalbass, Choral, italienische Tabulatur, Fantasieren, Komposition, Unterricht und Prüfung eines Tonkünstlers.
- Musikalisches Siebengestirn. Das ist: Sieben zu der edlen Tonkunst gehörige Fragen: Berlin, Friedrich Wilhelm Birnstiel, 1768. Postum veröffentlichtes kürzeres Werk, mit Vorrede von Johann Lorenz Albrecht. Es behandelt sieben Fragen zur Tonkunst und zeigt Adlung in pointierter gelehrter Frageform.
- Musica mechanica organoedi. Das ist: Gründlicher Unterricht von der Struktur, Gebrauch und Erhaltung, etc. der Orgeln, Clavicymbel, Clavichordien und anderer Instrumente, in so fern einem Organisten von solchen Sachen etwas zu wissen nöthig ist: Berlin, Friedrich Wilhelm Birnstiel, 1768, zwei Bände. Postum erschienenes Hauptwerk zur Orgel- und Tasteninstrumentenkunde, mit zahlreichen Angaben zu Bau, Registern, Dispositionen, Orgelprüfung und Instrumentenmechanik.
Akademische und gelehrte Schriften
- Diss. mor. de verae obligationis natura et usu: In der Deutschen Digitalen Bibliothek als Werk Adlungs nachgewiesen. Die Schrift gehört in den akademisch-gelehrten Kontext und zeigt, dass Adlung nicht nur musikalisch, sondern auch philosophisch-theologisch beziehungsweise moralphilosophisch gebildet war.
- Weitere akademische Disputationen und Gelegenheitsarbeiten: Nur teilweise sicher zuordenbar; für ein kritisches Werkverzeichnis müssten Universitäts- und Bibliothekskataloge zu Jena und Erfurt genauer abgeglichen werden.
Orgel- und Tasteninstrumentenkundliche Werkgruppen innerhalb der Musica mechanica organoedi
- Orgelstruktur und Orgelmechanik: Beschreibung des Aufbaus und der technischen Funktionsweise von Orgeln.
- Registerkunde: Behandlung einzelner Register, ihrer Klangwirkung und ihrer praktischen Verwendung.
- Registergebrauch: Regeln, Beispiele und Warnungen zur sinnvollen Kombination von Registern.
- Orgelbau, Disposition und Kontraktwesen: Hinweise zu Planung, Vertragsgestaltung, Kosten und Prüfung von Orgeln.
- Clavicymbel und Clavichord: Beschreibung und Einordnung anderer Tasteninstrumente im organistischen Wissenshorizont.
- Lautenwerck und Sonderinstrumente: Hinweise auf Tasteninstrumente, die heute nur schwer materiell greifbar sind, aber durch Adlungs Beschreibung kulturgeschichtlich erschlossen werden können.
- Stoplisten und Orgeldispositionen: Dokumentarisches Material zu historischen Orgeln, das für die Orgelbaugeschichte besonders wichtig ist.
Kompositorisches Werk und musikalische Praxis
- Orgelstücke: Ältere und neuere Nachweise nennen Adlung als Komponisten vor allem von Orgelmusik. Die Überlieferung ist schmal; einzelne Choralbearbeitungen und Orgelstücke werden in neueren Katalogumgebungen genannt.
- Ermuntre dich, mein schwacher Geist: Als Orgel- beziehungsweise Choralbearbeitung in einzelnen Werklisten Adlungs genannt.
- Christus, der ist mein Leben: Als Orgel- beziehungsweise Choralbearbeitung in einzelnen Werklisten genannt.
- Herr Christ, der einig Gottessohn: Als Orgel- beziehungsweise Choralbearbeitung in einzelnen Werklisten genannt.
- Trio in a-Moll: In einzelnen englischsprachigen Nachweisen als Orgelwerk Adlungs genannt; eine kritische Überprüfung der Quelle und Zuschreibung bleibt sinnvoll.
Verlorene oder nur indirekt belegte Schriften
- Verlorene Musiktheorie-Manuskripte: Der Brand von 1736 zerstörte nach älterer Überlieferung Teile von Adlungs Manuskripten. Umfang, Titel und Gestalt dieser verlorenen Arbeiten sind nur eingeschränkt rekonstruierbar.
- Entwürfe zur Musica mechanica organoedi: Das Werk wurde nach späterer Überlieferung bereits 1726 begonnen; die gedruckte Fassung von 1768 ist daher von einer längeren Manuskript- und Bearbeitungsgeschichte zu unterscheiden.
- Unterrichtsmaterialien: Aufgrund von Adlungs Lehrtätigkeit ist mit didaktischen Materialien zu rechnen; erhalten beziehungsweise sicher nachweisbar sind sie nur begrenzt.
Moderne Ausgaben, Faksimiles und Übersetzungen
- Musica mechanica organoedi, moderne Ausgabe: Kassel, Bärenreiter, 1931 beziehungsweise später im Rahmen dokumentarischer musikgeschichtlicher Reihen nachgedruckt. Diese Ausgabe machte Adlungs Werk für die moderne Orgel- und Musiktheorieforschung leichter zugänglich.
- Musica mechanica organoedi / Musical Mechanics for the Organist: Englische Übersetzung von Quentin Faulkner, Zea Books, University of Nebraska-Lincoln, 2011. Die Ausgabe bietet deutschen Text und englische Übersetzung und erschließt Adlung einem internationalen Publikum.
- Digitalisate bei Internet Archive, Staatsbibliothek zu Berlin, Bayerischer Staatsbibliothek, IMSLP und Google Books: Sie ermöglichen die direkte Arbeit an den historischen Drucken.
- Auszüge zur Registerpraxis: Einzelne Abschnitte aus Anleitung und Musica mechanica organoedi sind in neueren Orgel- und Registrierungsportalen auszugsweise bereitgestellt worden.
Überlieferung, Digitalisate und editorische Nachgeschichte
Die Überlieferung Jakob Adlungs ist heute durch Digitalisate besonders gut zugänglich. Die Anleitung zu der musikalischen Gelahrtheit ist über IMSLP und weitere digitale Repositorien erreichbar. Die Musica mechanica organoedi ist unter anderem bei Internet Archive, in der digitalen Staatsbibliothek zu Berlin, in den digitalen Sammlungen der Bayerischen Staatsbibliothek, bei IMSLP und in Google-Books-Nachweisen greifbar. Das Musikalische Siebengestirn ist ebenfalls über IMSLP, Google Books und WorldCat nachweisbar.
Die moderne Rezeption wurde durch die Bärenreiter-Ausgabe und später durch Quentin Faulkners englische Übersetzung deutlich gestärkt. Gerade die Übersetzung der Musica mechanica organoedi hat Adlung international leichter zugänglich gemacht, da die originale deutsche Fachsprache des 18. Jahrhunderts für viele heutige Forscherinnen und Forscher schwer zu handhaben ist. Dadurch wurde das Werk stärker in internationale Forschung zu Orgelbau, historischer Aufführungspraxis und Tasteninstrumentenkunde einbezogen.
Für philologische Genauigkeit bleibt jedoch der Rückgriff auf die historischen Drucke notwendig. Die postume Herausgabe, die ältere Orthographie, die vielen Fachbegriffe und die technische Terminologie verlangen sorgfältige Arbeit am Original. Besonders bei Registerbezeichnungen, Orgelmaßen, Dispositionen und Instrumentennamen können moderne Übertragungen den historischen Bedeutungsraum nicht vollständig ersetzen.
- Historische Drucke: Erfurt 1758 für die Anleitung, Berlin 1768 für Musikalisches Siebengestirn und Musica mechanica organoedi.
- Postume Edition: Die Musica mechanica organoedi ist durch Albrecht und Agricola vermittelt.
- Moderne Faksimiles: Bärenreiter und dokumentarische Reihen machten das Werk im 20. Jahrhundert neu zugänglich.
- Englische Übersetzung: Quentin Faulkners Ausgabe von 2011 erschließt Adlung für die internationale Forschung.
- Digitale Repositorien: IMSLP, Internet Archive, Staatsbibliothek zu Berlin, Bayerische Staatsbibliothek und Google Books bieten zentrale Zugänge.
- Bibliographische Nachweise: Deutsche Biographie, Deutsche Digitale Bibliothek, WorldCat und Encyclopedia.com sichern Normdaten und Werkangaben.
Ausführlicher Kulturüberblick
Jakob Adlung steht für eine Form musikalischer Kultur, die heute leicht unterschätzt wird: die gelehrte Praxis des mitteldeutschen Organisten. Der Organist des 18. Jahrhunderts war nicht nur Spieler. Er musste Choral begleiten, improvisieren, registrieren, unterrichten, Instrumente beurteilen, technische Mängel erkennen, Orgelbauer kontrollieren, Schüler prüfen und musikalisches Wissen vermitteln. Adlungs Schriften dokumentieren genau diesen breiten Berufs- und Wissenshorizont.
Die Anleitung zu der musikalischen Gelahrtheit zeigt, dass Musik im 18. Jahrhundert als Teil gelehrter Bildung verstanden werden konnte. Der Begriff „Gelahrtheit“ klingt heute altertümlich, ist aber sachlich präzise. Musik ist bei Adlung nicht bloße Empfindung, sondern ein geordnetes Wissensfeld. Es umfasst Geschichte, Theorie, Rechnung, Instrumentenkunde, Praxis, Unterricht und Urteilskraft. Damit gehört Adlung in die Tradition enzyklopädischer Musikschriftsteller, die musikalisches Wissen für Lernende, Amtsmusiker und Gelehrte ordnen wollten.
Die Musica mechanica organoedi führt noch tiefer in die materielle Kultur der Musik. Sie behandelt die Orgel nicht nur als liturgisches Instrument, sondern als mechanisches, akustisches, ökonomisches und praktisches System. Register, Wind, Pfeifen, Traktur, Disposition, Kosten, Kontrakte und Orgelprüfung gehören zusammen. Musik entsteht hier nicht nur in Noten, sondern in Holz, Metall, Leder, Luftdruck und handwerklicher Präzision. Adlung macht diese technische Dimension der Musik sichtbar.
Besonders wichtig ist sein Registerdenken. Register sind nicht nur Klangfarben, sondern musikalische Möglichkeiten. Sie müssen kombiniert, unterschieden und in ihrem Verhältnis zur Liturgie, zum Raum und zur musikalischen Aufgabe verstanden werden. Adlungs Regeln zum Gebrauch der Register zeigen, dass Klang im 18. Jahrhundert ein Gegenstand bewusster Praxis war. Die Orgel war ein Klangapparat, aber ihre Wirkung hing vom Urteil des Organisten ab.
Adlung ist auch ein Zeuge für die Vielfalt der Tasteninstrumente. Clavichord, Clavicymbel, Orgel, Pedalinstrumente und Lautenwerck erscheinen als zusammengehörige Instrumentenwelt. Aus heutiger Sicht wirken manche dieser Instrumente randständig oder verschwunden. Für die Bachzeit waren sie jedoch Teil eines lebendigen Klang- und Übungsfeldes. Gerade das Lautenwerck zeigt, dass die Instrumentenkultur des 18. Jahrhunderts reicher und experimenteller war als der spätere Kanon von Orgel, Klavier und Cembalo vermuten lässt.
Der Brand von 1736 erinnert an die Verletzlichkeit gelehrter Produktion. Viele Musiktheoretiker des 18. Jahrhunderts arbeiteten in privaten Studienräumen, mit Handschriften, Exzerpten, Abschriften und Entwürfen. Der Verlust solcher Materialien konnte ein ganzes Forschungsleben beschädigen. Adlungs erhaltene Werke sind deshalb nicht nur Texte, sondern Überreste einer gefährdeten Wissensarbeit. Dass die Musica mechanica organoedi postum gedruckt wurde, ist aus dieser Perspektive ein Akt kultureller Sicherung.
Die Herausgeberrolle von Johann Lorenz Albrecht und Johann Friedrich Agricola macht Adlungs Werk zugleich zu einem Beispiel postumer Fachkommunikation. Musiktheoretisches Wissen zirkulierte nicht nur durch abgeschlossene Autorenwerke, sondern durch Nachlässe, Vorreden, Bearbeitungen und verlegerische Vermittlung. Agricola bringt zudem eine Nähe zur Bachtradition ein, weil er als Bach-Schüler zur Berliner musikalischen Öffentlichkeit gehörte. Dadurch wurde Adlungs Orgelwissen in einen erweiterten Rezeptionsraum übertragen.
Für die heutige Kulturgeschichte ist Jakob Adlung deshalb besonders wertvoll. Er zeigt, dass Musikgeschichte nicht allein aus Werken, Komponisten und Stilen besteht. Sie besteht auch aus Lehrbüchern, Registerregeln, Orgelprüfungen, Instrumentenbeschreibungen, Unterrichtsordnungen, Kostenfragen, Kontrakten und technischen Kenntnissen. Adlung macht die praktische Intelligenz sichtbar, die hinter kirchlicher Musik, Orgelspiel und Tasteninstrumentenkultur stand.
- Musik als Gelehrsamkeit: Adlung ordnet Musik als systematisches Wissensfeld aus Geschichte, Theorie, Praxis und Unterricht.
- Organist als Fachgelehrter: Der Organist benötigt bei Adlung technisches, musikalisches, liturgisches und pädagogisches Wissen.
- Orgel als Kulturmaschine: Die Orgel ist Instrument, Bauwerk, Klangapparat, Kostenobjekt und kirchliches Medium zugleich.
- Registerpraxis: Klangfarben werden nicht zufällig gewählt, sondern nach Regeln, Erfahrung und musikalischer Aufgabe kombiniert.
- Tasteninstrumentenkultur: Orgel, Clavichord, Clavicymbel, Pedalinstrument und Lautenwerck bilden ein historisches Netzwerk.
- Bachzeitliche Quellenkunde: Adlung beschreibt die instrumentale Umwelt, in der Bachs Tasten- und Orgelmusik zu verstehen ist.
- Postume Wissenssicherung: Die Drucklegung von 1768 bewahrt ein Werk, dessen Manuskriptgeschichte durch Verlust gefährdet war.
- Musikalische Infrastruktur: Adlung zeigt, dass Musikgeschichte auch aus Ausbildung, Prüfung, Orgelpflege, Handwerk und Bücherwissen besteht.
Rezeption, Forschung und heutige Bedeutung
Jakob Adlung wurde bereits im 18. Jahrhundert als Musikgelehrter wahrgenommen. Johann Gottfried Walther nennt ihn im Musicalischen Lexicon, Johann Adam Hiller nimmt ihn später in seine Lebensbeschreibungen berühmter Musikgelehrter und Tonkünstler auf. Diese frühe Rezeption zeigt, dass Adlung nicht erst durch moderne Orgelkunde entdeckt wurde. Er galt schon zeitnah als fachlich bemerkenswerter Organist und Musikschriftsteller.
In der modernen Forschung liegt seine Bedeutung besonders in der Orgelkunde und historischen Aufführungspraxis. Die Musica mechanica organoedi wird für Fragen des Orgelbaus, der Registerpraxis, der Dispositionen, der Orgelprüfung, der Tasteninstrumente und der Bachzeit herangezogen. Seine Angaben zu Clavichord, Clavicymbel, Lautenwerck und Pedalinstrumenten sind für Rekonstruktionen und Aufführungsentscheidungen bedeutsam.
Die englische Übersetzung von Quentin Faulkner hat Adlung zusätzlich internationalisiert. Während ältere deutschsprachige Forschung den Text direkt nutzen konnte, war er für viele internationale Forscher nur schwer zugänglich. Durch die zweisprachige beziehungsweise übersetzte Ausgabe wurde die Musica mechanica organoedi stärker in internationale Diskussionen über Orgelbau, Tasteninstrumentenkunde und historische Musikpraxis einbezogen.
- Frühe Rezeption: Walther und Hiller sichern Adlung bereits im 18. Jahrhundert als Musikgelehrten.
- Orgelgeschichtliche Rezeption: Die Musica mechanica organoedi ist eine zentrale Quelle zur barocken Orgelkunde.
- Aufführungspraktische Rezeption: Angaben zu Registern, Tasteninstrumenten und Pedalinstrumenten werden für historische Praxis herangezogen.
- Bachforschung: Adlung beschreibt die instrumentale Umwelt der Bachzeit, ohne selbst als Bach-Kommentator im engeren Sinn aufzutreten.
- Internationale Rezeption: Quentin Faulkners englische Übersetzung erleichtert die Forschung außerhalb des deutschsprachigen Raums.
- Heutige Bedeutung: Adlung bleibt ein Schlüsselautor für Orgelbau, Registerpraxis, Musikgelehrsamkeit und Tasteninstrumentenkultur des 18. Jahrhunderts.
Forschungsfragen
Jakob Adlungs Werk ist gut zugänglich, aber weiterhin forschungsreich. Besonders wichtig bleiben Fragen nach der Entstehungsgeschichte der Musica mechanica organoedi, nach dem Anteil der postumen Herausgeber, nach den verlorenen Manuskripten, nach Adlungs konkreter Erfurter Orgelpraxis und nach seiner Bedeutung für die Rekonstruktion historischer Tasteninstrumente. Auch die systematische Auswertung seiner Registerlehre im Vergleich mit anderen Orgeltraktaten des 17. und 18. Jahrhunderts wäre weiterhin lohnend.
- Wie groß war der Anteil der Herausgeber an der Druckgestalt der Musica mechanica organoedi? Eine genaue editorische Untersuchung müsste Manuskriptspuren, Vorreden, Eingriffe und Ergänzungen prüfen.
- Welche Manuskripte gingen 1736 verloren? Die Brandüberlieferung verlangt eine quellenkritische Rekonstruktion der verlorenen Werkteile.
- Wie verhält sich Adlungs Registerlehre zu Werckmeister, Walther, Mattheson und anderen Musiktheoretikern? Ein systematischer Vergleich könnte Adlungs Eigenständigkeit deutlicher bestimmen.
- Welche konkreten Orgeln kannte Adlung aus eigener Anschauung? Eine lokale und regionale Orgelkarte seines Erfahrungsraums wäre für die Orgelbaugeschichte nützlich.
- Wie ist Adlungs Verhältnis zu Johann Heinrich Buttstett zu bewerten? Da Adlung dessen Nachfolger an der Predigerkirche wurde, ist eine Erfurter Traditionslinie naheliegend.
- Welche Rolle spielte Johann Friedrich Agricola bei der postumen Vermittlung? Die Verbindung zur Bachschule könnte genauer untersucht werden.
- Was leistet Adlung für die Rekonstruktion des Lautenwercks? Da historische Instrumente nicht erhalten sind, sind seine Beschreibungen besonders wichtig.
- Wie lässt sich die Anleitung zu der musikalischen Gelahrtheit als pädagogisches Programm lesen? Die Verbindung von Theorie, Praxis, Prüfung und Unterricht verdient eine eigene Studie.
Sekundärliteratur
Die Sekundärliteratur zu Jakob Adlung reicht von frühen biographischen Lexika über moderne Grove- und MGG-Kontexte bis zu Spezialstudien zur Orgelkunde, Bachzeit, Tasteninstrumentenpraxis und editorischen Nachgeschichte. Für eine gründliche Bearbeitung sind neben biographischen Artikeln besonders Arbeiten zu Musica mechanica organoedi, zu Quentin Faulkners Übersetzung, zur historischen Orgelregistrierung und zu Bachzeit-Tasteninstrumenten relevant.
- Johann Gottfried Walther: Musicalisches Lexicon Oder Musicalische Bibliothec, Leipzig 1732. Frühe lexikalische Nennung Adlungs und wichtiger Kontext der mitteldeutschen Musikgelehrsamkeit.
- Johann Adam Hiller: Lebensbeschreibungen berühmter Musikgelehrten und Tonkünstler neuerer Zeit, Leipzig 1784. Enthält eine frühe biographische Darstellung Adlungs.
- George J. Buelow und Quentin Faulkner: „Adlung [Adelung], Jakob“, in: Grove Music Online. Wichtiger moderner Fachlexikonartikel.
- Quentin Faulkner: Musica mechanica organoedi / Musical Mechanics for the Organist, englische Übersetzung, Zea Books, University of Nebraska-Lincoln, 2011. Zentrale moderne Vermittlung des Hauptwerks.
- Quentin Faulkner: Arbeiten zu Bach, Orgeltechnik, historischer Tasteninstrumentenpraxis und Adlungs Musica mechanica organoedi. Besonders wichtig für die internationale Rezeption.
- Christhard Mahrenholz: Moderne Ausgabe beziehungsweise editorische Vermittlung der Musica mechanica organoedi im 20. Jahrhundert.
- Arbeiten zur historischen Orgelregistrierung: Studien und Quellensammlungen, die Adlungs Kapitel zum Registergebrauch auswerten.
- Forschung zu Bachzeit-Tasteninstrumenten: Literatur zu Clavichord, Pedalclavichord, Pedalcembalo, Lautenwerck und Orgelpraxis nutzt Adlungs Angaben regelmäßig als Quelle.
- Deutsche Biographie / Normdatenartikel: Nützlich für gesicherte Lebensdaten, Ortsangaben, Namensvarianten und Funktionsbezeichnungen.
- Encyclopedia.com / Baker-Kontext: Englischsprachiger lexikalischer Überblick zu Leben, Ausbildung, Erfurter Tätigkeit und Werk.
Onlinequellen und digitale Recherchewege
Die folgenden Onlinequellen eignen sich zur Kontrolle von Lebensdaten, Namensformen, Werkangaben, Digitalisaten, Übersetzungen, Orgelquellen und Forschungszusammenhängen. Für die Recherche sollten die Suchformen Jakob Adlung, Jacob Adlung, Johann Jakob Adlung, Jakob Adelung, Adlung Musica mechanica organoedi, Adlung Anleitung zu der musikalischen Gelahrtheit, Adlung Musikalisches Siebengestirn, Adlung Orgelregister und Adlung Lautenwerck parallel verwendet werden.
- Deutsche Biographie: Adlung, Jakob https://www.deutsche-biographie.de/gnd128585293.html Normdatenbasierter biographischer Zugang mit Lebensdaten, Geburtsort, Sterbeort, Berufsfunktionen und Namensvarianten.
- Deutsche Digitale Bibliothek: Jakob Adlung https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/person/gnd/128585293 Personen- und Werkzugang mit GND-Verknüpfung, Berufsfunktionen und Werkhinweisen.
- Encyclopedia.com: Adlung, Jakob https://www.encyclopedia.com/arts/dictionaries-thesauruses-pictures-and-press-releases/adlung-jakob Englischsprachiger Überblick zu Leben, Ausbildung, Erfurter Wirken und Bedeutung.
- Zea Books / University of Nebraska-Lincoln: Musica mechanica organoedi / Musical Mechanics for the Organist https://digitalcommons.unl.edu/zeabook/6/ Englische Übersetzung von Quentin Faulkner mit Beschreibung des Werks und seiner Bedeutung für Organisten.
- Internet Archive: Musica mechanica organoedi https://archive.org/details/bub_gb_bRbkAAAAMAAJ Digitalisat beziehungsweise Nachweis der historischen beziehungsweise neueren Ausgabe des Hauptwerks.
- Staatsbibliothek zu Berlin: Musica Mechanica Organoedi, Band 1 https://digital.staatsbibliothek-berlin.de/werkansicht?PHYSID=PHYS_0005&PPN=PPN872162761 Digitaler Zugriff auf den ersten Teil des Berliner Drucks.
- Staatsbibliothek zu Berlin: Musica Mechanica Organoedi, Band 2 https://digital.staatsbibliothek-berlin.de/werkansicht?PHYSID=PHYS_0005&PPN=PPN872163091 Digitaler Zugriff auf den zweiten Teil des Berliner Drucks.
- Bayerische Staatsbibliothek: Musica Mechanica Organoedi https://www.digitale-sammlungen.de/de/details/bsb10622187 Digitalisat mit bibliographischen Angaben zu Umfang, Sprache und Druck.
- IMSLP: Musica mechanica organoedi https://imslp.org/wiki/Musica_mechanica_organoedi_(Adlung,_Jakob) Digitaler Noten- und Quellennachweis mit Angaben zu Publikation, Herausgebern und Public-Domain-Status.
- IMSLP: Anleitung zu der musikalischen Gelahrtheit https://imslp.org/wiki/Anleitung_zu_der_musikalischen_Gelahrtheit_(Adlung,_Jakob) Werkseite mit Gliederung des theoretischen und praktischen Teils sowie Digitalisat-Zugang.
- IMSLP: Musikalisches Siebengestirn https://imslp.org/wiki/Musikalisches_Siebengestirn_(Adlung,_Jakob) Werkseite zum postumen Druck von 1768.
- Google Books: Musikalisches Siebengestirn https://books.google.com/books/about/A_Jakob_Adlungs_musikalisches_Siebengest.html?id=ZEa260LlsjYC Bibliographischer Nachweis und Digitalisatkontext des Berliner Drucks von 1768.
- WorldCat: Musikalisches Siebengestirn https://search.worldcat.org/title/159902497 Internationaler Bibliotheksnachweis für den Druck von 1768.
- HathiTrust: Musica mechanica organoedi https://catalog.hathitrust.org/Record/001979399 Bibliotheks- und Digitalisatnachweis des Hauptwerks.
- Walcker-Stiftung: Auszug aus der Anleitung zur musikalischen Gelahrtheit https://www.walcker-stiftung.de/Downloads/Registrierungsanweisungen/Adlung_Anleitung_zur_mus_Gelahrtheit.pdf Auszug zum rechten Gebrauch der Register, nützlich für Registerpraxis und Orgelunterricht.
- Walcker-Stiftung: Auszug aus Musica mechanica organoedi https://www.walcker-stiftung.de/Downloads/Registrierungsanweisungen/Adlung_Musica_mechanica_Organoedi.pdf Auszug zum Gebrauch der Register aus dem Berliner Druck von 1768.
- Musicologie.org: Jakob Adlung https://www.musicologie.org/Biographies/a/adlung_jakob.html Französischsprachiger biographischer und bibliographischer Überblick.
- Boalch: Adlung, Jakob – Instrument Maker Profile https://boalch.org/instruments/makerprofile/1018 Instrumentenkundlicher Zugang mit Hinweis auf die Musica mechanica organoedi und moderne Übersetzung.
- WorldCat https://www.worldcat.org/ Rechercheweg für historische Drucke, moderne Ausgaben, Übersetzungen und Sekundärliteratur.
- RILM Abstracts of Music Literature https://www.rilm.org/ Fachbibliographischer Rechercheweg für musikwissenschaftliche Literatur zu Adlung, Orgelkunde und Musiktheorie.
Weiterführende Einträge
Die folgenden Einträge vertiefen den kulturellen Zusammenhang von Jakob Adlung. Sie führen zu Personen, Orten, Werken, Instrumenten und Begriffen, die für Musiktheorie, Orgelkunde, Registerpraxis, Tasteninstrumente und mitteldeutsche Musikgelehrsamkeit des 18. Jahrhunderts wichtig sind.
- Jakob Adlung Hauptlemma zu Musiktheoretiker, Organist, Musikschriftsteller und Orgelkundler der Bachzeit.
- Anleitung zu der musikalischen Gelahrtheit Adlungs Hauptwerk von 1758 zur systematischen Musikgelehrsamkeit, Theorie, Praxis und Unterrichtslehre.
- Musica mechanica organoedi Postum 1768 veröffentlichte Orgel- und Tasteninstrumentenkunde Jakob Adlungs.
- Musikalisches Siebengestirn Postum gedruckte Schrift Adlungs mit sieben Fragen zur Tonkunst.
- Akademie der nützlichen Wissenschaften zu Erfurt Gelehrte Gesellschaft, der Adlung ab 1755 angehörte.
- Johann Nikolaus Bach Jenaer Bach-Verwandter und musikalischer Bezugspunkt in Adlungs Ausbildungszeit.
- Johann Sebastian Bach Zentraler Komponist der Bachzeit, deren Tasten- und Orgelkultur durch Adlungs Schriften erschließbar wird.
- Bachzeit Musikhistorischer Kontext, in dem Adlungs Orgel- und Tasteninstrumentenwissen besonders wichtig ist.
- Bindersleben Geburtsort Jakob Adlungs bei Erfurt.
- Johann Heinrich Buttstett Erfurter Organist und Adlungs Vorgänger an der Predigerkirche.
- Christian Reichardt Erfurter Bezugsperson und Lehrer im Umfeld von Adlungs früher musikalischer Ausbildung.
- Clavichord Tasteninstrument, das in Adlungs Instrumentenkunde und Organistenausbildung eine wichtige Rolle spielt.
- Clavicymbel Historische Bezeichnung für das Cembalo beziehungsweise Kielinstrument im Tasteninstrumentenkontext.
- Cembalo Tasteninstrument der Barockzeit, das im Umfeld von Adlungs Orgel- und Instrumentenkunde steht.
- Erfurt Lebens-, Arbeits- und Sterbeort Jakob Adlungs sowie Zentrum seiner gelehrten Musikpraxis.
- Quentin Faulkner Musikwissenschaftler und Übersetzer der Musica mechanica organoedi ins Englische.
- Generalbass Zentrale praktische Musiklehre des 18. Jahrhunderts, die Adlung in seiner Anleitung behandelt.
- Johann Adam Hiller Musikschriftsteller, der Adlung in seinen Lebensbeschreibungen berühmter Musikgelehrter behandelte.
- Jena Studienort Adlungs und wichtiger Bezugspunkt seiner philosophisch-theologischen und musikalischen Ausbildung.
- Johann Friedrich Agricola Bach-Schüler und Mitwirkender an der postumen Veröffentlichung der Musica mechanica organoedi.
- Johann Lorenz Albrecht Herausgeber und Vermittler postumer Adlung-Schriften.
- Kirchenmusik Praxisfeld, in dem Adlungs Orgel-, Choral- und Registerlehre verankert ist.
- Klavierspiel Unterrichts- und Übefeld, das Adlung in seiner Ordnung musikalischen Lernens behandelt.
- Lautenwerck Historisches Tasteninstrument mit Lautenklang, das durch Beschreibungen wie die Adlungs erschließbar bleibt.
- Musikgelehrsamkeit Bildungsideal, das Musik als theoretisches, historisches, praktisches und pädagogisches Wissensfeld versteht.
- Musiktheorie Systematische Lehre musikalischer Grundlagen, die bei Adlung historisch, praktisch und instrumentenkundlich erweitert wird.
- Organist Musikalisches Amt, dessen technische, liturgische und pädagogische Anforderungen Adlung ausführlich beschreibt.
- Orgel Zentrales Instrument von Adlungs Praxis und Hauptgegenstand der Musica mechanica organoedi.
- Orgelbau Handwerkliches und technisches Feld, das Adlung aus Sicht des Organisten detailliert behandelt.
- Orgeldisposition Planung und Registerzusammenstellung einer Orgel, die bei Adlung mit Kontrakt, Kosten und Prüfung verbunden wird.
- Orgelprüfung Sachkundige Beurteilung einer Orgel, die Adlung als Teil organistischer Fachkompetenz versteht.
- Orgelregister Klang- und Baugruppe der Orgel, deren rechten Gebrauch Adlung systematisch erörtert.
- Pedalcembalo Tasteninstrument mit Pedal, relevant für Organistenübung und Bachzeitpraxis.
- Pedalclavichord Historisches Übinstrument für Organisten, das im Umfeld von Adlungs Tasteninstrumentenkunde steht.
- Predigerkirche Erfurt Kirche, an der Adlung seit 1727 als Organist wirkte.
- Registerpraxis Kunst des sinnvollen Registergebrauchs an der Orgel, für die Adlung eine zentrale Quelle ist.
- Ratsgymnasium Erfurt Lehrinstitution, an der Adlung im Erfurter Bildungszusammenhang tätig war.
- Tasteninstrument Instrumentenfamilie von Orgel, Cembalo, Clavichord und Sonderformen, die Adlung systematisch behandelt.
- Johann Gottfried Walther Musiklexikograph und Theoretiker, der Adlung früh nennt und dessen Schriften Adlung nutzte.
- Andreas Werckmeister Musiktheoretiker und Stimmungstheoretiker, der für Adlungs musiktheoretische Umgebung wichtig ist.