Maria Abajan

Armenisch-amerikanische Opernsängerin, dramatische Sopranistin, Abigaille-, Tosca-, Turandot-, Leonora- und Verdi-Puccini-Interpretin · geboren 1950 im Raum Jerewan

Überblick

Maria Abajan, auch Maria Abajan-Schaber, ist eine armenisch-amerikanische Opernsängerin im Stimmfach dramatischer Sopran. Sie wurde 1950 in Jerewan beziehungsweise im Raum Jerewan in Armenien geboren. Ihr künstlerisches Profil ist besonders mit den großen dramatischen Frauenpartien des italienischen Repertoires verbunden: Abigaille in Verdis Nabucco, Leonora in Il trovatore, Leonora de Vargas in La forza del destino, Aida, Tosca, Turandot, Giorgetta in Puccinis Il tabarro und Santuzza in Mascagnis Cavalleria rusticana.

Abajan gehört zu jenen Sängerinnen, deren Laufbahn stark international geprägt ist. Ihre Ausbildung begann in Armenien, wurde in den Vereinigten Staaten fortgesetzt und führte sie über Wettbewerbe, Meisterkurse, Stipendien und Engagements nach Europa und Südamerika. Sie sang an Opernhäusern und in Konzertzusammenhängen in Deutschland, Österreich, Belgien, Frankreich, Spanien, der Schweiz, Großbritannien, Südamerika, Israel und den Vereinigten Staaten. In Deutschland ist besonders ihr Engagement am Nationaltheater Mannheim von 1982 bis 1986 hervorzuheben; daneben sind Auftritte in Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart, Dortmund, Essen, München, Berlin und weiteren Städten dokumentiert.

Ihr Rollenprofil wird von Partien bestimmt, die stimmliche Kraft, Ausdauer, Höhe, Durchschlagsfähigkeit und dramatische Gestaltung verlangen. Die Abigaille in Nabucco gilt als eine der gefährlichsten Sopranpartien Verdis, da sie scharfe dramatische Attacke, bewegliche Koloraturreste, breite Registerspannung und eine starke Bühnenfigur verbindet. Turandot verlangt monumentale vokale Präsenz, Tosca eine Verbindung von lyrischer Linie und dramatischem Ausbruch, Leonora in Il trovatore Belcanto-Phrasierung und großen Verdi-Atem, Giorgetta eine veristische Erdigkeit.

Abajans kulturelles Schaffen liegt daher nicht in einem schriftlichen Werk, sondern in einem interpretierenden Œuvre. Bei Sängerinnen und Sängern dieser Art ist das „Werk“ als Summe von Rollen, Aufführungen, Aufnahmen, Gastspielen, Repertoireentscheidungen, stimmlicher Prägung und pädagogischer Weitergabe zu verstehen. Abajan ist besonders als Vertreterin eines internationalen dramatischen Sopranfachs der späten 20. Jahrhunderts interessant, in dem osteuropäische beziehungsweise armenische Gesangstradition, amerikanische Ausbildung und europäischer Opernbetrieb zusammenkommen.

Ihre offizielle Künstlerbiografie hebt neben den großen italienischen Opernrollen auch ein Konzertrepertoire hervor, das Kunstlied, Romanze, Verdi-Requiem, Beethovens Neunte Symphonie sowie armenische Komponisten und geistliche armenische Gesänge umfasst. Dadurch erweitert sich das Bild: Abajan ist nicht nur eine Verdi- und Puccini-Sängerin, sondern auch eine Interpretin, die armenische musikalische Herkunft, europäische Operntradition und internationale Konzertpraxis miteinander verbindet.

Kurzdaten

Biografische Grunddaten zu Maria Abajan
Name Maria Abajan
Weitere Namensform Maria Abajan-Schaber
Geboren 1950
Geburtsort Jerewan beziehungsweise Raum Jerewan, Armenien; in einzelnen Angaben „in der Nähe von Eriwan“
Nationalität und Kulturraum Armenisch-amerikanisch; geprägt durch Armenien, die Vereinigten Staaten und den europäischen Opernbetrieb
Beruf Opernsängerin, dramatische Sopranistin, Konzertsolistin, Gesangspädagogin
Stimmfach Dramatischer Sopran
Erste Ausbildung Komitas State Conservatory of Music in Jerewan, unter anderem bei Rosalia beziehungsweise Goulabian / Gulabian
Weitere Ausbildung USC Thornton School of Music in Los Angeles; weitere stimmliche Einflüsse unter anderem durch Arrigo Pola, Gina Cigna und Leone Magiera
Emigration 1977 mit der Familie in die Vereinigten Staaten
Wettbewerbe und frühe Auszeichnungen Erfolge bei Metropolitan-Opera-Auditions im westlichen USA-Regionalbereich, Merola Program San Francisco, Loren L. Zachary Society, Mario-del-Monaco-Wettbewerb und weiteren Wettbewerben
Zentrale Rollen Abigaille, Turandot, Tosca, Aida, Leonora, Leonora de Vargas, Santuzza, Giorgetta, Elisabetta, Lisa
Wichtige Komponisten Giuseppe Verdi, Giacomo Puccini, Pietro Mascagni, Vincenzo Bellini, Francesco Cilea, Alfredo Catalani, Arrigo Boito, Amilcare Ponchielli, Peter Tschaikowsky
Wichtige europäische Stationen Nationaltheater Mannheim, Wiener Staatsoper, Bregenzer Festspiele, Staatsoper Unter den Linden, Deutsche Oper Berlin, Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart, Dortmund, Essen, München, Lüttich, Brüssel, Straßburg, Zürich, Basel, Madrid, Bilbao, Oviedo, Las Palmas, Marseille, Toulon, Toulouse, Montpellier, Nizza, Glasgow, Aberdeen, Newcastle
Wichtige außereuropäische Stationen Santiago de Chile, Rio de Janeiro, São Paulo, Caracas, Los Angeles, Tel Aviv
Aufnahme- und Liveüberlieferung Live-Ausschnitte und Mitschnitte aus Turandot, Il trovatore, Nabucco, Il tabarro und weiteren Rollen

Namensform, Herkunft und Einordnung

Die gebräuchliche Künstlernamensform lautet Maria Abajan. In späteren und privaten beziehungsweise offiziellen Zusammenhängen begegnet auch die Form Maria Abajan-Schaber. Für den Kulturlexikon-Eintrag ist Abajan, Maria als Indexform sinnvoll, weil sie dem alphabetischen Personenregister folgt. Im Fließtext kann die natürliche Namensform Maria Abajan verwendet werden.

Die Herkunftsangabe ist sorgfältig zu formulieren. In der Nutzerangabe wird „in der Nähe von Eriwan in Armenien“ genannt; die offizielle Künstlerbiografie spricht von Jerewan. Die Seite verwendet daher die vermittelnde Form „Jerewan beziehungsweise Raum Jerewan“. Diese Form vermeidet eine unnötige Überpräzisierung und berücksichtigt zugleich, dass biografische Kurzangaben bei Opernsängerinnen oft zwischen Stadtangabe und Herkunftsraum wechseln.

Als Berufsbezeichnung ist dramatische Sopranistin genauer als nur „Sopran“. Ihre wichtigsten Rollen gehören nicht zum leichten lyrischen Fach, sondern zu einem schweren italienischen Repertoire, das Kraft, Volumen, Durchschlagsfähigkeit, dramatische Spannung und große Bühnenpräsenz verlangt. Gerade Abigaille, Turandot, Tosca, Leonora de Vargas, Giorgetta und Santuzza zeigen ein Profil, das stärker auf dramatische Verdichtung als auf kammermusikalische Leichtigkeit angelegt ist.

Namens- und Einordnungsformen
Form / Bezeichnung Bedeutung Hinweis für die Recherche
Maria Abajan Gebräuchliche Künstlernamensform Hauptansetzung für Theaterdatenbanken, Opernarchive, Rollenlisten und Suchabfragen.
Maria Abajan-Schaber Erweiterte beziehungsweise spätere Namensform In Nachrichten, offiziellen Zusammenhängen und einzelnen aktuellen Erwähnungen mitzusuchen.
Abajan, Maria Bibliografische Sortierform Geeignet für Index, Sängerlexika und alphabetische Register.
Armenisch-amerikanische Sopranistin Nationale und kulturelle Einordnung Berücksichtigt Herkunft, Emigration und internationale Laufbahn.
Dramatischer Sopran Stimmfachliche Präzisierung Besonders passend für Abigaille, Turandot, Tosca, Leonora de Vargas und veristisches Repertoire.
Verdi- und Puccini-Interpretin Repertoirebezogene Einordnung Beschreibt den Kernbereich ihres internationalen Opernprofils.

Kultureller und operngeschichtlicher Kontext

Maria Abajans Laufbahn gehört in die internationale Opernwelt der späten 20. Jahrhunderts. Diese Welt war durch mobile Sängerkarrieren, Gastverträge, Festivalproduktionen, internationale Agenturen, Live-Mitschnitte, Opernhäuser mit Repertoirebetrieb und eine starke Nachfrage nach dramatischen Stimmen geprägt. Gerade das schwere italienische Sopranfach war und ist anspruchsvoll, weil es Sängerinnen verlangt, die sowohl Stimmkraft als auch Phrasierung, Höhe, Wärme und dramatische Glaubwürdigkeit besitzen.

Die armenische Herkunft spielt für Abajans kulturelles Profil eine besondere Rolle. Armenien verfügt über eine starke Gesangs- und Musiktradition, die durch Kirchenmusik, Volkslied, nationale Komponisten, sowjetische Konservatoriumsausbildung und internationale Opernpraxis geprägt ist. Abajans Ausbildung am Komitas-Konservatorium verbindet sie mit einer Institution, die nach dem bedeutenden armenischen Komponisten, Musikwissenschaftler und Geistlichen Komitas benannt ist. Diese Herkunftslinie unterscheidet sie von vielen westeuropäischen Sängerinnen ihres Fachs.

Die amerikanische Station erweiterte ihren künstlerischen Weg. Durch die Emigration in die Vereinigten Staaten und die Ausbildung an der USC Thornton School of Music kam sie in ein Opernausbildungssystem, das Wettbewerbe, Young-Artist-Programme, Coaching, Sprachtraining und professionelle Netzwerkbildung stark betont. Wettbewerbsgewinne in den USA und danach weitere internationale Erfolge öffneten ihr den Weg nach Europa.

In Europa traf Abajan auf einen Opernbetrieb, der für dramatische Stimmen besonders viele Aufgaben bot: deutsche Repertoirehäuser, belgische und französische Bühnen, Festspiele, italienisches Kernrepertoire, Südamerika-Gastspiele und große Häuser wie die Wiener Staatsoper. Ihre Karriere ist daher ein Beispiel dafür, wie eine Sängerin mit armenischer Herkunft, amerikanischer Weiterbildung und internationalem dramatischem Sopranfach im europäischen Opernsystem verankert werden konnte.

Ausbildung in Armenien, Italien und den USA

Maria Abajans erste musikalische Ausbildung begann in Armenien. Sie studierte am Komitas State Conservatory of Music in Jerewan und entwickelte dort ihre stimmtechnischen Grundlagen. Als prägende Lehrerin wird Rosalia beziehungsweise Goulabian / Gulabian genannt. Die unterschiedlichen Schreibweisen erklären sich durch Transkription armenischer beziehungsweise russischer Namen in westliche Sprachen. Für die Recherche ist deshalb wichtig, Namensvarianten zu berücksichtigen.

Ein Stipendium beziehungsweise eine Verbindung zur römischen Accademia di Santa Cecilia wird in biografischen Angaben als wichtige Auszeichnung erwähnt. Die Santa Cecilia steht für eine italienische Ausbildungs- und Aufführungstradition, die für eine spätere Verdi- und Puccini-Sängerin besonders relevant ist. Auch wenn die konkrete Dauer und Form dieser Station quellenkritisch zu prüfen ist, gehört der italienische Ausbildungs- und Repertoirehorizont offenkundig zu Abajans künstlerischem Profil.

Nach der Emigration in die Vereinigten Staaten setzte sie ihre Ausbildung in Los Angeles an der USC Thornton School of Music fort. Dort erhielt sie Zugang zu amerikanischen Opernprogrammen, Wettbewerben und professionellen Kontakten. Die Verbindung von konservatorischer Grundlage aus Jerewan und amerikanischer Weiterqualifikation ist für ihre spätere Laufbahn zentral: Sie verband eine stimmlich solide osteuropäisch-kaukasische Ausbildungstradition mit internationaler Karrierepraxis.

Ausbildungsstationen und prägende Einflüsse
Station / Person Ort / Kontext Bedeutung für Maria Abajan
Komitas State Conservatory of Music Jerewan Grundlage ihrer professionellen Gesangsausbildung in Armenien.
Rosalia Goulabian / Gulabian Armenischer Gesangsunterricht Wichtige frühe Gesangslehrerin; Namensschreibung in Quellen unterschiedlich.
Accademia Nazionale di Santa Cecilia Rom In biografischen Angaben mit Stipendium beziehungsweise Auszeichnung verbunden; relevant für den italienischen Repertoirehorizont.
USC Thornton School of Music Los Angeles Amerikanische Weiterqualifikation nach der Emigration in die Vereinigten Staaten.
Arrigo Pola Italienische Gesangstradition Als späterer stimmlicher Einfluss und Lehrerzusammenhang genannt.
Gina Cigna Italienisch-französisches dramatisches Sopranfach Wichtiger Bezugspunkt für dramatische Rollen wie Turandot und Verdi-Partien.
Leone Magiera Italienisches Operncoaching und Dirigentenpraxis Einfluss auf Stil, Repertoirearbeit und italienische Operninterpretation.

Wettbewerbe, frühe Erfolge und Karrierebeginn

Nach ihrer Übersiedlung in die Vereinigten Staaten wurde Abajan durch Wettbewerbe und Förderprogramme bekannt. Genannt werden unter anderem Erfolge im westlichen Regionalbereich der Metropolitan Opera Auditions, das Merola Program in San Francisco, die Loren L. Zachary Society und Wettbewerbe beziehungsweise Auszeichnungen im Umfeld von Mario del Monaco und St. Louis Potosí in Mexiko. Diese frühen Stationen sind wichtig, weil sie den Übergang von der Ausbildung zur professionellen Karriere markierten.

Gesangswettbewerbe erfüllen im Opernbetrieb eine doppelte Funktion. Sie prüfen einerseits Stimme, Technik, Repertoirebeherrschung und Bühnenpotential; andererseits dienen sie als Kontaktbörse für Agenturen, Dirigenten, Opernhäuser und Programme. Für eine Sängerin mit internationalem Hintergrund konnten sie den Eintritt in den westlichen Opernmarkt erheblich erleichtern.

Abajans frühe Rollenwahl zeigt bereits das spätere Profil. Die offizielle Biografie nennt Abigaille in Verdis Nabucco als erste Rolle und Lisa in Tschaikowskys Pique Dame als folgende Partie. Beide Rollen sind schwer: Abigaille ist ein extremes dramatisches Verdi-Fach, Lisa ein slawisch-romantischer dramatischer Sopran. Damit war von Beginn an klar, dass Abajan nicht auf lyrische Anfängerpartien, sondern auf ein schweres Fach hin orientiert war.

Dramatischer Sopran und Rollenprofil

Maria Abajan ist besonders als dramatische Sopranistin zu verstehen. Der dramatische Sopran verlangt mehr als stimmliche Lautstärke. Er muss gegen große Orchester bestehen, aber zugleich Linie, Text, Klangfarbe und Ausdruck bewahren. In Partien wie Turandot, Abigaille, Tosca oder Leonora de Vargas kommt hinzu, dass die Sängerin über lange Spannungsbögen hinweg psychologische und theatrale Glaubwürdigkeit halten muss.

Abajans Kernrepertoire liegt bei Verdi, Puccini und dem Verismo. Verdi verlangt in ihren Rollen eine Mischung aus Belcanto-Erbe, dramatischer Attacke und moralischer Größe. Puccini verlangt unmittelbare Emotion, vokalen Glanz und flexible melodische Expansion. Der Verismo verlangt eine Körperlichkeit und Erdung der Stimme, die besonders in Santuzza und Giorgetta deutlich wird. Diese unterschiedlichen Anforderungen machen ihr Fach besonders anspruchsvoll.

Eine Besonderheit ihres Profils liegt darin, dass sie sowohl die hochdramatischen Partien wie Turandot und Abigaille als auch lyrisch-dramatisch gebaute Rollen wie Leonora singen konnte. Dadurch steht sie in einer Tradition von Sängerinnen, die nicht nur durch Kraft, sondern durch Spannweite wirken: metallische Höhe, breite Mittellage, emotionaler Nachdruck und Fähigkeit zur Kantilene mussten zusammenkommen.

Rollenfelder im dramatischen Sopranfach
Rollenfeld Beispiele aus Abajans Repertoire Künstlerische Anforderungen
Hochdramatisches Verdi-Fach Abigaille in Nabucco Extreme Registerspannung, Attacke, Höhe, Koloraturreste und dramatische Autorität.
Lyrisch-dramatischer Verdi-Sopran Leonora in Il trovatore, Leonora de Vargas in La forza del destino, Aida, Elisabetta Großer Atem, Kantilene, Legato, dramatische Steigerung und leidender Ausdruck.
Puccini-Heldinnen Tosca, Turandot, Giorgetta Verbindung von vokaler Expansion, dramatischer Präsenz, Textaffekt und orchestraler Durchsetzungskraft.
Verismo-Rollen Santuzza in Cavalleria rusticana Erdige Klangfarbe, unmittelbare Emotion, körperliche Dramatik und scharfer Konfliktausdruck.
Slawisch-russisches dramatisches Fach Lisa in Pique Dame Dunklere emotionale Anlage, seelische Spannung und sinfonisch dichter Klangraum.
Konzert und geistliches Repertoire Verdi-Requiem, Beethoven Neunte, armenische geistliche Gesänge Stimmliche Tragfähigkeit, Würde, Sprache, stilistische Anpassung und spiritueller Ausdruck.

Deutschland als zentrale europäische Wirkungsphase

Deutschland war für Maria Abajans europäische Karriere besonders wichtig. 1982 ging sie nach Deutschland und war bis 1986 am Nationaltheater Mannheim engagiert. Ein solches Engagement an einem deutschen Repertoirehaus verlangte nicht nur einzelne Gastrollen, sondern regelmäßige Präsenz, Rollenflexibilität und die Fähigkeit, in einem festen Theaterbetrieb zu bestehen.

Die deutsche Opernlandschaft der 1980er und 1990er Jahre bot dramatischen Sängerinnen zahlreiche Möglichkeiten. Verdi, Puccini, Wagner, Strauss, Tschaikowsky und Verismo standen auf den Spielplänen; zugleich waren viele Häuser international besetzt. Für Abajan ergaben sich Auftritte und Engagements in Berlin, Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf, Stuttgart, Dortmund, Essen, Mannheim und München. Diese Breite zeigt, dass sie im deutschen Opernbetrieb nicht als Randerscheinung, sondern als wiederholt eingesetzte dramatische Sopranistin präsent war.

Besonders bemerkenswert sind ihre Auftritte an der Staatsoper Unter den Linden, wo sie 1990 als Leonora in Il trovatore genannt wird, sowie ihre Präsenz an anderen großen Bühnen. Die Berliner und westdeutschen Stationen verbinden ihr Verdi-Fach mit dem Repertoirebetrieb, in dem eine Sängerin kurzfristig, belastbar und stilistisch sicher agieren musste.

Wiener Staatsoper, Bregenzer Festspiele und große europäische Bühnen

Die Wiener Staatsoper dokumentiert Maria Abajan in der Saison 1991/92 und 1992 als Floria Tosca und Leonora de Vargas. Tosca sang sie dort am 8. Oktober 1991 und am 10. Oktober 1992, Leonora de Vargas in La forza del destino dreimal zwischen November 1991 und Mai 1992. Diese Nachweise sind für ihre Laufbahn besonders wichtig, weil die Wiener Staatsoper ein international sichtbares Haus mit gut erschlossenem Spielplanarchiv ist.

1993 sang sie bei den Bregenzer Festspielen Abigaille in Verdis Nabucco. Die Bregenzer Festspiele boten mit ihrer Festivalstruktur und großen öffentlichen Sichtbarkeit einen anderen Rahmen als das Repertoirehaus. Abigaille ist eine Rolle, die vokal und szenisch stark exponiert ist. In einer Festspielproduktion wird sie zusätzlich zum Ereignis einer besonderen Aufführungssituation.

Weitere europäische Stationen umfassen Belgien, Frankreich, die Schweiz, Spanien und Großbritannien. In Lüttich sang sie mehrfach Abigaille sowie Turandot und Santuzza; in Brüssel trat sie ebenfalls als Abigaille auf; in Straßburg sang sie Santuzza; in Zürich und Santiago de Chile die Titelpartie in Aida. Diese Stationen zeigen eine Sängerin, deren Profil auf international wiedererkennbare dramatische Rollen gebaut war.

Ausgewählte europäische Hauptnachweise
Jahr / Zeitraum Ort / Institution Rolle / Werk Bedeutung
1982–1986 Nationaltheater Mannheim Engagement im dramatischen Sopranfach Zentrale deutsche Repertoirehausphase.
1985 und 1987 Opéra Royal de Wallonie, Lüttich Abigaille in Nabucco Wiederholte Präsenz in einer ihrer wichtigsten Rollen.
1987 Brüssel Abigaille in Nabucco Belgischer Auftritt in der dramatischen Verdi-Rolle.
1987 Straßburg Santuzza in Cavalleria rusticana Verismo-Partie mit starkem dramatischem Profil.
1987 Zürich Aida Große lyrisch-dramatische Verdi-Titelrolle.
1988 Palais des Sports, Lüttich Turandot Hochdramatische Puccini-Titelrolle.
1990 Opera Scotland Floria Tosca in Tosca Britischer Gastspiel- und Aufführungskontext.
1990 Staatsoper Unter den Linden Leonora in Il trovatore Wichtige Berliner Verdi-Station.
1991–1992 Wiener Staatsoper Floria Tosca und Leonora de Vargas International sichtbarer Nachweis ihres dramatischen Sopranfachs.
1993 Bregenzer Festspiele Abigaille in Nabucco Festspielauftritt in einer ihrer Kernpartien.

Südamerika, Spanien, Belgien, Schweiz und weitere Gastspielorte

Maria Abajans Karriere war nicht auf den deutschsprachigen Raum beschränkt. Ihre offizielle Biografie nennt zahlreiche europäische und außereuropäische Stationen: Prag, Brüssel, Antwerpen, Lüttich, Maastricht, Zürich, Basel, St. Gallen, Madrid, Bilbao, Oviedo, Las Palmas, Marseille, Toulon, Toulouse, Montpellier, Nizza, Glasgow, Aberdeen, Newcastle sowie Santiago de Chile, Rio de Janeiro, São Paulo, Caracas, Los Angeles und Tel Aviv.

Besonders das südamerikanische Wirkungsfeld ist für dramatische Verdi- und Puccini-Sängerinnen bedeutend. Opernhäuser in Santiago de Chile, Rio de Janeiro, São Paulo und Caracas pflegten ein starkes italienisches Repertoire und konnten internationale Sängerinnen in großen Rollen einsetzen. Abajan sang in Santiago de Chile unter anderem Aida; in Rio de Janeiro wird sie in Verbindung mit einem Gala-Konzert zum Verdi-Jubiläum genannt.

Spanische Stationen wie Bilbao, Madrid, Las Palmas und Mallorca verweisen ebenfalls auf eine lebendige Opernpraxis, in der Tosca, Turandot, Nabucco und Verdi-Requiem oder Verdi-Galaformate eine wichtige Rolle spielten. Abajan war damit Teil eines internationalen Kreislaufs von Sängerinnen, die große dramatische Partien in verschiedenen Opernsprachen und Aufführungskulturen wiederholt verkörperten.

Repertoire: Verdi, Puccini, Verismo und armenische Musik

Das Zentrum von Abajans Repertoire liegt bei Giuseppe Verdi und Giacomo Puccini. Verdi bestimmte ihre Karriere durch Abigaille, Leonora, Leonora de Vargas, Aida und Elisabetta. Diese Partien zeigen unterschiedliche Seiten des Verdi-Soprans: monarchische und machtvolle Dramatik, leidende Liebesfigur, religiös grundierte Opferbereitschaft, heroische Spannung und tragische Einsamkeit.

Puccini steht mit Tosca, Turandot und Giorgetta im Zentrum. Tosca verbindet Kunst, Liebe, politische Gewalt und Tod in einer Rolle, die vokal und darstellerisch gleichermaßen exponiert ist. Turandot verlangt fast monumentale Stimmpräsenz und eiserne Höhe, während Giorgetta in Il tabarro eine dunklere, veristische, sozial geerdete Form von Leidenschaft verlangt.

Zum Verismo gehört besonders Santuzza in Mascagnis Cavalleria rusticana. Diese Rolle fordert nicht die aristokratische Linie Verdis, sondern unmittelbares psychologisches Brennen. Abajan sang Santuzza unter anderem in Straßburg und Lüttich. Damit zeigt sich eine Erweiterung ihres Fachs in Richtung italienischer Realismus und leidenschaftliche Konfliktdramatik.

Neben dem Opernrepertoire ist ihre Verbindung zu armenischer Musik wichtig. Die offizielle Biografie nennt armenische Komponisten wie Komitas, Mirzoyan und Spendiaryan sowie geistliche mittelalterliche Gesänge im Umfeld von Narekatsi und Nerses Shnorhali. Diese Repertoireseite sollte in einem Kulturlexikon nicht übergangen werden, weil sie Abajan mit ihrer Herkunftstradition verbindet und die Opernkarriere um eine nationale und geistliche Dimension ergänzt.

Konzerttätigkeit, geistliches Repertoire und Aufnahmen

Maria Abajan trat nicht nur auf Opernbühnen auf, sondern auch im Konzertsaal. Zu ihrem Konzertrepertoire werden Kunstlieder und Romanzen von Schubert, Schumann, Wolf, Tosti, Verdi, Tschaikowsky und Rachmaninow genannt. Hinzu kommen armenische Komponisten und geistliche Gesänge. Diese Zusammenstellung zeigt eine Sängerin, die zwischen deutscher Liedtradition, italienischer Romanze, russischem Repertoire und armenischer Musik vermittelte.

Besonders erwähnenswert sind Verdis Messa da Requiem und Beethovens Neunte Symphonie. Beide Werke verlangen eine andere Form der vokalen Gestaltung als die Oper. Im Requiem muss der dramatische Sopran sakrale Größe, apokalyptische Spannung und lyrische Innigkeit verbinden. In Beethovens Neunter steht die Stimme im symphonischen Zusammenhang einer universalen Chorfantasie.

Aufnahmen und Live-Ausschnitte sind für Abajans Nachwirkung wichtig. Ihre offizielle Seite stellt Live-Audioaufnahmen aus Rollen wie Turandot, Leonora in Il trovatore, Abigaille in Nabucco und Giorgetta in Il tabarro heraus. Solche Mitschnitte sind für dramatische Sängerinnen besonders aufschlussreich, weil sie die Bühnenenergie, den Raumklang und die unmittelbare dramatische Situation bewahren.

Unterricht, Weitergabe und spätere Tätigkeit

In ihrer späteren Laufbahn trat Maria Abajan auch als Vermittlerin von Gesangstechnik, Repertoireerfahrung und Bühnenpraxis hervor. Die offizielle Künstlerbiografie betont, dass sie während ihrer Karriere junge Sängerinnen und Sänger an ihrer Erfahrung teilhaben ließ und eine intensivere Lehrtätigkeit ins Auge fasste. Diese pädagogische Seite ist bei Sängerinnen mit dramatischem Fach besonders wertvoll, weil solche Stimmen eine sorgfältige technische Führung benötigen.

Die Weitergabe betrifft nicht nur Atem, Register und Klangbildung, sondern auch Repertoirewahl, Rolleneinschätzung, Sprachen, psychologische Gestaltung, Umgang mit Dirigenten und die Fähigkeit, die eigene Stimme über Jahre zu schützen. Abajans Erfahrungswissen speist sich aus armenischer Grundausbildung, amerikanischer Opernschule, italienischem Repertoire, europäischen Bühnen und internationaler Gastspielpraxis.

Auch ihre armenische Herkunftstradition kann in diesem Zusammenhang als pädagogisch bedeutsam gelten. Wer armenische geistliche Gesänge, russisch geprägte Ausbildung, italienischen Opernstil und westliche Opernprogramme miteinander verbindet, verfügt über einen breiten vokalen Horizont. Dadurch wird Abajan nicht nur als Interpretin, sondern auch als mögliche Traditionsvermittlerin greifbar.

Rollen-, Bühnen- und Aufnahmeverzeichnis

Das folgende Verzeichnis ist als gegliederte Arbeitsübersicht angelegt. Es erhebt keinen Anspruch auf vollständige Erfassung aller Aufführungen, sondern ordnet die belegten und in biografischen Quellen genannten Rollen, Stationen, Konzertfelder und Aufnahmehinweise. Für eine vollständige Rekonstruktion sind Opernarchive, Wiener Staatsoper, Bregenzer Festspiele, Nationaltheater Mannheim, Operabase, Opera Scotland, Kutsch/Riemens, lokale Pressearchive und persönliche Dokumente heranzuziehen.

Chronologische Laufbahnübersicht

Wichtige Stationen der Karriere Maria Abajans
Jahr / Zeitraum Station / Ereignis Rolle / Funktion Bedeutung
1950 Jerewan beziehungsweise Raum Jerewan Geburt Armenische Herkunft als Grundlage ihres musikalischen und kulturellen Profils.
vor 1977 Komitas-Konservatorium Jerewan Gesangsstudium Grundausbildung in Armenien.
1977 Übersiedlung in die Vereinigten Staaten Emigration mit der Familie Beginn der amerikanischen Ausbildungs- und Wettbewerbsphase.
nach 1977 USC Thornton School of Music, Los Angeles Opernprogramm und Gesangsstudium Weiterqualifikation im amerikanischen Opernausbildungssystem.
frühe Karriere Wettbewerbe in den USA, Italien und Mexiko Preisträgerin Öffnung des Weges in die internationale Opernkarriere.
frühe Rollenphase Internationale Opernbühnen Abigaille in Nabucco, Lisa in Pique Dame Frühe Festlegung auf ein schweres dramatisches Fach.
1982–1986 Nationaltheater Mannheim Festes Engagement Zentrale deutsche Basis der europäischen Karriere.
1985 und 1987 Lüttich Abigaille in Nabucco Wiederholte Auftritte in einer Signaturrolle.
1987 Brüssel Abigaille Belgische Präsenz im Verdi-Fach.
1987 Straßburg Santuzza Verismo-Rolle in französischem Aufführungskontext.
1987 Zürich und Santiago de Chile Aida Internationale Präsenz in Verdis lyrisch-dramatischer Titelrolle.
1988 Lüttich, Palais des Sports Turandot Hochdramatische Puccini-Rolle.
1990 Opera Scotland Floria Tosca Britischer Aufführungszusammenhang im Puccini-Fach.
1990 Staatsoper Unter den Linden Leonora in Il trovatore Berliner Verdi-Station.
1991–1992 Wiener Staatsoper Floria Tosca und Leonora de Vargas Nachweis an einem der international wichtigsten Opernhäuser.
1993 Bregenzer Festspiele Abigaille in Nabucco Festspielauftritt in zentraler Verdi-Rolle.
2017 Düsseldorf-Gerresheim Benefizkonzert Spätere öffentliche musikalische und karitative Präsenz.

Rollen in Auswahl

Wichtige Opernrollen Maria Abajans
Komponist Werk Rolle Einordnung
Giuseppe Verdi Nabucco Abigaille Signaturrolle und eine der schwierigsten dramatischen Verdi-Partien.
Giuseppe Verdi Il trovatore Leonora Lyrisch-dramatische Verdi-Partie, die Legato und dramatische Steigerung verbindet.
Giuseppe Verdi La forza del destino Leonora de Vargas Bei der Wiener Staatsoper dreimal gesungen; zentrale große Verdi-Rolle.
Giuseppe Verdi Aida Aida In Zürich und Santiago de Chile genannt; große lyrisch-dramatische Titelpartie.
Giuseppe Verdi Don Carlos Elisabetta In Hamburg genannt; noble und weitgespannte Verdi-Partie.
Giacomo Puccini Tosca Floria Tosca Bei der Wiener Staatsoper und in Schottland nachgewiesen; wichtige Puccini-Partie.
Giacomo Puccini Turandot Turandot Hochdramatische Titelrolle, in Lüttich und spanischen Aufführungszusammenhängen genannt.
Giacomo Puccini Il tabarro Giorgetta Veristische Puccini-Rolle mit dunkler, dramatischer Klangfarbe.
Pietro Mascagni Cavalleria rusticana Santuzza In Straßburg und Lüttich genannt; zentrale Verismo-Partie.
Peter Tschaikowsky Pique Dame Lisa Frühe Rollenstation im slawisch-romantischen dramatischen Fach.
Amilcare Ponchielli La Gioconda Gioconda In der Repertoirecharakterisierung als italienische dramatische Heldin mitzudenken.
Francesco Cilea Adriana Lecouvreur Adriana Zum Cilea-Repertoirehorizont einer dramatischen italienischen Sopranistin gehörig.
Alfredo Catalani La Wally Wally Als italienische Heroinenpartie im weiteren Repertoireprofil naheliegend.
Arrigo Boito Mefistofele Margherita / Elena Im biografischen Repertoirehorizont italienischer dramatischer Opernheldinnen mitzudenken.

Bühnen und Wirkungsorte in Auswahl

Ausgewählte Opernhäuser, Festivals und Städte
Ort / Institution Land Bezug zu Maria Abajan
Nationaltheater Mannheim Deutschland Festes Engagement von 1982 bis 1986.
Wiener Staatsoper Österreich Tosca und Leonora de Vargas in der Saison 1991/92 und 1992.
Bregenzer Festspiele Österreich Abigaille in Nabucco 1993.
Staatsoper Unter den Linden Deutschland Leonora in Il trovatore 1990.
Deutsche Oper Berlin Deutschland In biografischen Bühnenlisten als Station genannt.
Hamburg Deutschland Elisabetta in Don Carlos und weitere Repertoirestationen.
Lüttich Belgien Abigaille, Turandot und Santuzza in mehreren Jahren.
Brüssel Belgien Abigaille in Nabucco.
Straßburg Frankreich Santuzza in Cavalleria rusticana.
Zürich Schweiz Aida.
Bilbao Spanien Tosca in einer überlieferten Fernseh- beziehungsweise Aufführungsnotiz.
Las Palmas Spanien Nabucco- und Turandot-Zusammenhänge in biografischen Angaben.
Santiago de Chile Chile Aida.
Rio de Janeiro Brasilien Gala im Zusammenhang eines Verdi-Jubiläums.
São Paulo Brasilien Internationale Gastspielstation.
Caracas Venezuela Internationale Gastspielstation.
Tel Aviv Israel Internationale Gastspielstation.

Konzert- und Aufnahmebereiche

Konzertrepertoire und Liveüberlieferung
Bereich Werke / Komponisten Bedeutung
Opern-Livemitschnitte Turandot, Il trovatore, Nabucco, Il tabarro Dokumentieren die zentralen dramatischen Rollen ihres Repertoires.
Italienisches Konzertrepertoire Verdi, Tosti, Puccini-nahe Romanzen und Opernausschnitte Verbindet Opernfach und Konzertpodium.
Deutsche Liedtradition Schubert, Schumann, Wolf Zeigt eine kammermusikalische Repertoireseite neben dem dramatischen Opernfach.
Russisches Repertoire Tschaikowsky, Rachmaninow Ergänzt das Repertoire um slawisch-romantische Klangwelten.
Armenische Musik Komitas, Mirzoyan, Spendiaryan, Narekatsi, Nerses Shnorhali Verbindet Abajans internationale Opernkarriere mit armenischer Herkunft und geistlicher Tradition.
Große geistliche und symphonische Werke Verdis Messa da Requiem, Beethovens Neunte Symphonie Erweitert das Profil über die Opernbühne hinaus.

Rezeption und Nachwirkung

Maria Abajans Rezeption ist besonders stark an Rollen- und Aufführungsnachweise gebunden. Sie ist keine Sängerin, deren Rang sich primär aus einer großen Studio-Diskografie ergibt, sondern aus ihrer internationalen Bühnenpräsenz, ihren dramatischen Kernrollen und den Erinnerungen an Aufführungen in Europa und Südamerika. Die Wiener Staatsoper, die Bregenzer Festspiele, Mannheim, Lüttich, Berlin und weitere Häuser liefern wichtige Anhaltspunkte für die Rekonstruktion ihrer Laufbahn.

In der Opernerinnerung ist sie vor allem mit Abigaille, Tosca, Turandot, Leonora und Aida verbunden. Diese Partien sind für dramatische Soprane Prüfsteine. Eine Sängerin, die in mehreren dieser Rollen international eingesetzt wurde, verfügte über ein erhebliches stimmliches und szenisches Potential. Abajans Karriere zeigt daher ein Profil, das sich nicht über Repertoirebreite allein, sondern über die wiederholte Bewährung in schwersten Rollen definiert.

Ihre Nachwirkung liegt außerdem in der Verbindung armenischer, amerikanischer und europäischer Opernkultur. Gerade für kulturgeschichtliche Darstellungen von Sängerinnenmigration, armenischer Diaspora, internationalem Opernmarkt und dramatischem Sopranfach ist Abajan eine interessante Figur. Sie steht für ein Künstlerinnenmodell, das Ausbildung, Migration, Wettbewerbe, internationale Gastspiele und später pädagogische Weitergabe miteinander verbindet.

Die Quellenlage bleibt dennoch lückenhaft. Manche Angaben stammen aus Selbstbiografien, einzelne Spielplandaten sind nur in Spezialarchiven oder Opernportalen sichtbar, und lokale Aufführungen in Südamerika, Spanien oder Deutschland sind nicht immer leicht nachweisbar. Eine künftige vertiefende Forschung müsste Opernhausarchive, Tagespresse, Programmhefte, private Agenturmaterialien, Rundfunkarchive und Live-Mitschnitte systematisch zusammenführen.

Sekundärliteratur und Recherchewege

Die Sekundärliteratur zu Maria Abajan besteht aus Sängerlexika, Opernarchiven, offiziellen biografischen Angaben, Spielplanarchiven, Festivalchroniken, Opernportalen, lokalen Presseartikeln und Tonträger- beziehungsweise Live-Mitschnittnachweisen. Eine große wissenschaftliche Einzelmonografie ist nicht allgemein greifbar. Für eine zuverlässige Darstellung sind daher mehrere Quellengruppen miteinander abzugleichen.

Ausgewählte Sekundärliteratur, Quellen und Recherchehilfen
Autor / Institution Titel / Quelle Nutzen für die Recherche
Maria Abajan Offizielle Künstlerseite Wichtig für biografische Grundlinie, Ausbildungsangaben, Repertoire, Rollenprofil, Konzertrepertoire und Live-Audiohinweise.
K. J. Kutsch / Leo Riemens Großes Sängerlexikon Standardnachschlagewerk für Sängerbiografien; wichtig für Grunddaten und Karriereüberblick.
Wiener Staatsoper Spielplanarchiv Verlässlicher Nachweis für Auftritte als Tosca und Leonora de Vargas in der Saison 1991/92 und 1992.
Bregenzer Festspiele Chronik Nabucco 1993 Nachweis für Abajan als Abigaille bei den Bregenzer Festspielen.
Operabase Profil und Aufführungsarchiv Maria Abajan Ergänzende Datenbankquelle für Rollen, Aufführungen und internationale Opernstationen.
Opera Scotland Personeneintrag Maria Abajan Nachweis für Auftritte in Schottland, insbesondere Tosca 1990 und Verdi-Requiem 1991.
Nationaltheater Mannheim Archiv- und Spielzeitmaterialien Wichtig zur Rekonstruktion ihres Engagements von 1982 bis 1986.
Opéra Royal de Wallonie / Lüttich Archiv- und Besetzungsnachweise Zentral für Abigaille, Turandot und Santuzza in Lüttich.
Staatsoper Unter den Linden Spielplan- und Besetzungsarchive Wichtig für die Berliner Leonora in Il trovatore um 1990.
Komitas State Conservatory of Music Ausbildungs- und Alumni-Kontext Relevant zur armenischen Ausbildungsphase und zum kulturellen Hintergrund.
USC Thornton School of Music Opernprogramm und Alumni-Kontext Relevant für die amerikanische Ausbildungsphase nach der Emigration.
Lokale und internationale Opernpresse Rezensionen, Programmhefte, Kritiken Notwendig für die Bewertung von Stimme, Rollenwirkung und zeitgenössischer Rezeption.
Tonträger- und Mitschnittsammlungen Live-Audio, private und semioffizielle Opernmitschnitte Wichtig, weil dramatische Bühnenkarrieren dieser Zeit oft nur teilweise kommerziell dokumentiert sind.
Armenische Kultur- und Diasporapresse Berichte zu Konzerten, Benefizauftritten und armenischem Repertoire Hilfreich für die spätere kulturelle und karitative Präsenz Abajans.

Recherchehinweise

  • Bei Katalogsuchen sollten „Maria Abajan“, „Maria Abajan-Schaber“, „Abajan Maria“, „Maria Abajan soprano“, „Maria Abajan Nabucco“, „Maria Abajan Tosca“, „Maria Abajan Turandot“ und „Maria Abajan-Schaber opera“ parallel verwendet werden.
  • Die Herkunftsangabe sollte vorsichtig als „Jerewan beziehungsweise Raum Jerewan“ formuliert werden, wenn keine Geburtsurkunde oder eindeutige Primärquelle herangezogen wird.
  • Für Rollen an der Wiener Staatsoper ist das Spielplanarchiv der Wiener Staatsoper maßgeblich.
  • Für Nabucco 1993 ist die Chronik der Bregenzer Festspiele eine wichtige Kontrollquelle.
  • Für die Mannheim-Jahre sollte das Archiv des Nationaltheaters Mannheim herangezogen werden, da Online-Kurzbiografien die Details meist nur zusammenfassen.
  • Für Lüttich, Brüssel, Straßburg, Zürich, Santiago de Chile und südamerikanische Stationen sind lokale Opernarchive und Tageszeitungen zu prüfen.
  • Für Aufnahmen sind offizielle Live-Audioquellen, Operabase, Sammlerkataloge und spezialisierte Operndiskografien gemeinsam auszuwerten.
  • Für die pädagogische Seite sind aktuelle biografische Angaben, Meisterkursprogramme und Hinweise auf Gesangsunterricht zu beachten.

Weiterführende Kulturlexikon-Einträge

  • Maria Abajan Armenisch-amerikanische dramatische Sopranistin, geboren 1950 im Raum Jerewan, bekannt für Abigaille, Tosca, Turandot, Leonora und Aida.
  • Maria Abajan-Schaber Erweiterte Namensform Maria Abajans, wichtig für aktuelle Erwähnungen, Benefizkonzerte und spätere biografische Recherche.
  • Abigaille Extrem anspruchsvolle dramatische Sopranpartie in Verdis Nabucco und eine zentrale Rolle Maria Abajans.
  • Accademia Nazionale di Santa Cecilia Römische Musikinstitution, mit deren Stipendien- und Ausbildungstradition Abajan biografisch verbunden wird.
  • Aida Verdi-Oper und lyrisch-dramatische Titelpartie, die Abajan in Zürich und Santiago de Chile sang.
  • Armenische Oper Opern- und Gesangstradition Armeniens, aus deren Ausbildungskultur Maria Abajan hervorging.
  • Armenische Sakralmusik Geistliche Gesangstradition, die in Abajans Konzertrepertoire mit Narekatsi und Nerses Shnorhali anklingt.
  • Armenische Sängerinnen Kultureller Zusammenhang international tätiger armenischer Opern- und Konzertsängerinnen.
  • Arrigo Pola Italienischer Gesangspädagoge, in Abajans späterem stimmlichen Einflusskreis genannt.
  • Ludwig van Beethoven Komponist der Neunten Symphonie, die zu Abajans Konzertrepertoire gezählt wird.
  • Vincenzo Bellini Italienischer Opernkomponist, dessen heroinisches Repertoire in Abajans Rollenprofil genannt wird.
  • Bregenzer Festspiele Österreichisches Festival, bei dem Maria Abajan 1993 Abigaille in Verdis Nabucco sang.
  • Alfredo Catalani Italienischer Opernkomponist, dessen dramatische Frauenrollen im Repertoirehorizont Abajans erscheinen.
  • Cavalleria rusticana Oper von Pietro Mascagni, in der Abajan die Santuzza sang.
  • Francesco Cilea Komponist italienischer Opern, dessen Heldinnenrepertoire im biografischen Rollenprofil Abajans genannt wird.
  • Deutsche Oper Berlin Berliner Opernhaus, das in Abajans internationaler Bühnenliste erscheint.
  • Dramatischer Sopran Stimmfach mit großer Tragfähigkeit, Höhe und Ausdruckskraft, in dem Maria Abajan tätig war.
  • Düsseldorf-Gerresheim Stadtteil, in dem Abajan 2017 ein Benefizkonzert gab.
  • Eriwan / Jerewan Armenische Hauptstadt und Herkunftsraum Maria Abajans.
  • Floria Tosca Puccini-Partie, die Maria Abajan unter anderem an der Wiener Staatsoper sang.
  • Giorgetta Dramatische Sopranpartie in Puccinis Il tabarro und Teil von Abajans Live-Repertoire.
  • Gina Cigna Berühmte dramatische Sopranistin und Gesangspersönlichkeit, in Abajans stimmlichem Einflusskreis genannt.
  • Giuseppe Verdi Zentraler Komponist in Maria Abajans Repertoire mit Nabucco, Il trovatore, La forza del destino, Aida und Don Carlos.
  • Il tabarro Puccini-Oper, in der Abajan mit der Rolle der Giorgetta verbunden ist.
  • Il trovatore Verdi-Oper, in der Abajan die Leonora sang.
  • Jerewan Armenische Hauptstadt, Ausbildungs- und Herkunftsbezug Maria Abajans.
  • Komitas Armenischer Komponist, Geistlicher und Musikwissenschaftler, dessen Musik in Abajans armenischem Repertoirehorizont wichtig ist.
  • Komitas-Konservatorium Jerewan Musikhochschule, an der Maria Abajan ihre Gesangsausbildung begann.
  • La forza del destino Verdi-Oper, in der Abajan an der Wiener Staatsoper die Leonora de Vargas sang.
  • Leonora de Vargas Große Sopranpartie aus Verdis La forza del destino, bei Abajan durch Wiener Staatsopernauftritte belegt.
  • Leonora in Il trovatore Lyrisch-dramatische Verdi-Partie, die Abajan unter anderem in Berlin sang.
  • Leone Magiera Italienischer Dirigent und Operncoach, in Abajans pädagogischem Einflusskreis genannt.
  • Lisa in Pique Dame Dramatische Sopranpartie Tschaikowskys, die in Abajans früher Rollenphase genannt wird.
  • Nationaltheater Mannheim Deutsches Opernhaus, an dem Maria Abajan von 1982 bis 1986 engagiert war.
  • Pietro Mascagni Komponist von Cavalleria rusticana, dessen Santuzza zu Abajans dramatischem Repertoire gehörte.
  • Metropolitan Opera Auditions Wettbewerbs- und Förderzusammenhang, in dem Abajan frühe amerikanische Erfolge erzielte.
  • Merola Opera Program San-Francisco-Programm für junge Operntalente, in Abajans Wettbewerbslaufbahn genannt.
  • Edvard Mirzoyan Armenischer Komponist, dessen Musik in Abajans armenischem Konzertrepertoire genannt wird.
  • Nabucco Verdi-Oper, in der Abajan die hochdramatische Abigaille wiederholt sang.
  • Grigor Narekatsi Armenischer geistlicher Dichter und Heiliger, dessen Gesänge im armenischen Repertoirehorizont Abajans genannt werden.
  • Nerses Shnorhali Armenischer geistlicher Dichter und Komponist, dessen sakrale Tradition in Abajans Konzertrepertoire anklingt.
  • Opera Scotland Opernportal mit Nachweisen zu Maria Abajan in Schottland, darunter Tosca und Verdi-Requiem.
  • Operabase Internationale Operndatenbank mit Profil- und Aufführungsinformationen zu Maria Abajan.
  • Opéra Royal de Wallonie Opernhaus in Lüttich, an dem Abajan mehrfach in dramatischen Rollen auftrat.
  • Pique Dame Oper von Peter Tschaikowsky, in der Abajan die Lisa sang.
  • Amilcare Ponchielli Komponist von La Gioconda, einer italienischen dramatischen Sopranpartie im Repertoirehorizont Abajans.
  • Giacomo Puccini Zentraler Komponist in Abajans Repertoire mit Tosca, Turandot und Giorgetta.
  • Rosalia Gulabian Armenische Gesangslehrerin Maria Abajans, in Quellen auch Goulabian geschrieben.
  • Santuzza Dramatische Verismo-Partie aus Mascagnis Cavalleria rusticana, von Abajan gesungen.
  • Sopran Höchstes weibliches Stimmfach, bei Abajan vor allem in dramatischer Ausprägung.
  • Alexander Spendiaryan Armenischer Komponist, dessen Musik im armenischen Repertoirehorizont Abajans genannt wird.
  • Staatsoper Unter den Linden Berliner Opernhaus, an dem Abajan 1990 als Leonora in Il trovatore genannt wird.
  • Tosca Puccini-Oper, in der Maria Abajan die Titelpartie an mehreren Bühnen sang.
  • Turandot Hochdramatische Puccini-Partie, die zu Abajans zentralen Rollen gehörte.
  • USC Thornton School of Music Musikhochschule in Los Angeles, an der Maria Abajan ihre Ausbildung nach der Emigration fortsetzte.
  • Verdi-Requiem Geistliches Konzertwerk, das in Abajans Konzertrepertoire genannt wird.
  • Verismo Italienische Opernrichtung, die für Rollen wie Santuzza und Giorgetta in Abajans Repertoire wichtig ist.
  • Wiener Staatsoper Opernhaus, an dem Abajan 1991/92 als Tosca und Leonora de Vargas auftrat.