Kristian Birch-Reichenwald Aars

Norwegischer Philosoph, Psychologe, Theologe, empirisch orientierter Denker und Universitätsstipendiat beziehungsweise Privatdozent in Kristiania · 1868–1917

Überblick

Kristian Birch-Reichenwald Aars, häufig auch kurz Kristian Aars und in älteren deutschen Nachschlagewerken als K. Birch-Reichenwald Aars geführt, war ein norwegischer Philosoph, Psychologe und ursprünglich ausgebildeter Theologe. Er wurde am 25. September 1868 in Kristiania, dem heutigen Oslo, geboren und starb dort am 4. August 1917. In der älteren deutschen Kurzform wird er als Privatdozent in Kristiania bezeichnet; in der norwegischen Universitätsüberlieferung ist besonders seine Tätigkeit als universitetsstipendiat in Philosophie an der Universität Kristiania von 1900 bis 1914 hervorzuheben.

Aars gehört zu den wichtigen, heute aber außerhalb Norwegens wenig bekannten Gestalten der norwegischen Philosophie um 1900. Sein kulturelles Schaffen liegt an der Schnittstelle von Theologie, empirischer Philosophie, Experimentalpsychologie, Erkenntnistheorie, Moralpsychologie und pädagogischer Psychologie. Er beteiligte sich an dem, was in der norwegischen Philosophie als moderner Durchbruch beschrieben wird: an der Ablösung einer älteren, idealistisch-hegelianisch geprägten Universitätsphilosophie durch empirische, psychologische und wissenschaftsnahe Denkformen.

Seine Ausbildung begann im theologischen Fach. 1892 wurde er cand.theol., wandte sich aber rasch von einer engeren kirchlichen Laufbahn ab. Schon 1893 erhielt er Professor Monrads Goldmedaille für eine Arbeit über die Bedeutung der Phantasie für die Erkenntnis, besonders für die religiöse Erkenntnis. Diese Preisarbeit erschien 1894 unter dem Titel Tanker og syn. En liden studie. Darin wird bereits sichtbar, dass Aars religiöse und erkenntnistheoretische Fragen nicht dogmatisch, sondern psychologisch und philosophisch zu durchdringen suchte.

1894 ging Aars ins Ausland. Er interessierte sich besonders für die aufkommende Experimentalpsychologie und hielt sich in Leipzig, Bonn und Turin auf. Dort kam er mit führenden Forschern wie Wilhelm Wundt, Götz Martius und Angelo Mosso in Berührung. Bei Martius und Mosso war er auch als Assistent tätig. Diese internationale Ausbildung ist für seine spätere Rolle entscheidend: Aars wollte Philosophie nicht mehr allein als spekulative Begriffsarbeit betreiben, sondern psychologisch, empirisch und experimentell fundieren.

1897 promovierte er mit der moralphilosophischen Arbeit Die Autonomie der Moral, mit besonderer Berücksichtigung der Morallehre Immanuel Kants. Danach hielt er in Kristiania Kurse in Experimentalpsychologie am physiologischen Institut der Universität und bemühte sich mehrfach um die Einrichtung eines eigenen psychologischen Instituts. Diese Bemühungen scheiterten zu seinen Lebzeiten; erst später wurde durch Anathon Aall jene institutionelle Psychologie aufgebaut, die Aars früh gefordert hatte.

Seine beiden Hauptwerke sind Zur psychologischen Analyse der Welt. Projektionsphilosophie von 1900 und Gut und Böse. Zur Psychologie der Moral-Gefühle von 1907. In ihnen verbindet Aars Erkenntnistheorie, Psychologie und Moralphilosophie. Er fragt, wie Menschen Welt erfahren, wie sie Ordnung in diese Welt hineinlegen, wie moralische Urteile entstehen und wie Wertbegriffe psychologisch erklärbar werden. Damit ist er ein Denker der Vermittlung: zwischen Theologie und Philosophie, zwischen Philosophie und Psychologie, zwischen Moraltheorie und Gefühl, zwischen spekulativer Tradition und moderner Wissenschaft.

Kurzdaten

Biografische Grunddaten zu Kristian Birch-Reichenwald Aars
Vollständiger Name Kristian Birch-Reichenwald Aars
Kurzformen Kristian Aars; K. Birch-Reichenwald Aars; Aars, Kristian Birch-Reichenwald
Geboren 25. September 1868
Geburtsort Kristiania, heute Oslo
Gestorben 4. August 1917
Sterbeort Kristiania, heute Oslo
Nationalität / Kulturraum Norwegisch; wissenschaftlich mit Kristiania, Leipzig, Bonn, Turin und Brüssel verbunden
Berufliche Einordnung Philosoph, Psychologe, Theologe, Universitätsstipendiat, Privatdozent, Autor und Wissenschaftsvermittler
Ausbildung Aars og Voss’ Skole; Theologiestudium an der Universität Kristiania; Auslandsstudien in Experimentalpsychologie
Akademischer Grad Candidatus theologiae 1892; philosophischer Doktorgrad 1897
Akademische Stellung Von 1900 bis 1914 Universitätsstipendiat in Philosophie an der Universität Kristiania; in älteren deutschen Kurzformen als Privatdozent in Kristiania bezeichnet
Auslandskontakte Wilhelm Wundt in Leipzig, Götz Martius in Bonn, Angelo Mosso in Turin; Vorlesungen an der Université nouvelle in Brüssel
Forschungsschwerpunkte Empirische Philosophie, Experimentalpsychologie, pädagogische Psychologie, Erkenntnistheorie, Moralpsychologie, Religionspsychologie, Werttheorie
Hauptwerke Zur psychologischen Analyse der Welt. Projektionsphilosophie; Gut und Böse. Zur Psychologie der Moral-Gefühle
Mitgliedschaft Mitglied des Videnskabsselskabet in Kristiania, heute Det Norske Videnskaps-Akademi, seit 1898
Familienkontext Sohn des Schulbestyrers Jacob Jonathan Aars und Anna Ernesta Birch-Reichenwald; Bruder des Architekten Harald Aars; Schwager von Anathon Aall

Quellenlage, Namensform und historische Amtsbezeichnung

Die Quellenlage zu Kristian Birch-Reichenwald Aars ist verhältnismäßig gut, aber die Bezeichnungen müssen historisch vorsichtig behandelt werden. Der vollständige Name lautet Kristian Birch-Reichenwald Aars. In deutschen und skandinavischen Nachschlagewerken kann er als K. Birch-Reichenwald Aars, Kristian Aars oder in invertierter Katalogform als Aars, Kristian Birch-Reichenwald erscheinen. Für den Dateinamen empfiehlt sich die vollständige Personenregel aars-kristian-birch-reichenwald.shtml.

Die Bezeichnung Privatdozent in Kristiania ist als deutschsprachige historische Näherung zu verstehen. In norwegischen Darstellungen wird besonders hervorgehoben, dass Aars von 1900 bis 1914 universitetsstipendiat in Philosophie an der Universität Kristiania war und dort auch über Experimentalpsychologie, Erkenntnistheorie und Ethik lehrte. Er war also kein ordentlicher Professor in Kristiania, sondern ein universitär lehrender Gelehrter mit eigenständigem wissenschaftlichem Profil.

Der Ortsname Kristiania ist ebenfalls historisch einzuordnen. Die Stadt hieß zu Aars’ Lebzeiten Kristiania; heute heißt sie Oslo. Auch die Universität wird in modernen Darstellungen als Universität Oslo bezeichnet, obwohl die ältere Einrichtung im 19. und frühen 20. Jahrhundert noch unter anderen Namen firmierte. Eine sachgerechte Kulturlexikon-Seite sollte deshalb Kristiania im historischen Kontext verwenden und Oslo erklärend hinzufügen.

Quellenkritische Grundfragen
Punkt Überlieferung Einordnung für den Artikel
Name Kristian Birch-Reichenwald Aars Vollständige Hauptansetzung; im Index unter Aars zu führen.
Abgekürzte Form K. Birch-Reichenwald Aars Historisch nützliche Kurzform, besonders für ältere Lexika.
Geburts- und Sterbeort Kristiania Historisch korrekt; heute Oslo erklärend ergänzen.
Akademische Stellung Universitätsstipendiat in Philosophie; in deutscher Kurzform Privatdozent Nicht als ordentliche Professur missverstehen.
Fachliche Einordnung Philosoph und Psychologe, ursprünglich Theologe Alle drei Bereiche sind für seine Werkentwicklung wichtig.
Hauptleistung Empirische Philosophie, Experimentalpsychologie, Moralpsychologie Als Beitrag zum modernen Durchbruch in der norwegischen Philosophie zu bewerten.
Institutionelle Rolle Bemühungen um ein psychologisches Institut Aars war früher Fürsprecher der institutionellen Psychologie, aber nicht deren endgültiger Gründer.

Familie, Schule und Kristiania

Kristian Birch-Reichenwald Aars wurde in Kristiania in eine gebildete norwegische Familie hineingeboren. Sein Vater Jacob Jonathan Aars war Schulbestyrer und Mitbegründer der bekannten Aars og Voss’ Skole. Die Mutter Anna Ernesta Birch-Reichenwald stammte aus der Familie Birch-Reichenwald; Aars war ein Enkel des Juristen und Politikers Christian Birch-Reichenwald. Die familiäre Umgebung verband Bildung, öffentliche Verantwortung, Schule, Politik und geistige Kultur.

Die Schulbildung erhielt Aars an jener Schule, die sein Vater mitbegründet hatte. 1887 legte er dort das examen artium ab. Diese Herkunft aus einem schulisch-akademischen Milieu ist für sein späteres Denken wichtig. Aars war kein isolierter Einzeldenker, sondern wuchs in einer Kultur auf, in der Bildung, Pflicht, Sprache, Argumentation und geistige Selbstständigkeit selbstverständlich waren.

Auch seine familiären Verbindungen in die norwegische Gelehrtenwelt sind bemerkenswert. Er war Bruder des Architekten Harald Aars und Schwager von Anathon Aall sowie Herman Harris Aall. Besonders die Verbindung zu Anathon Aall ist für die Philosophie- und Psychologiegeschichte interessant, weil beide im Umfeld der norwegischen Philosophie, Psychologie und modernen Wissenschaftskultur wirkten.

Theologisches Studium und philosophische Wendung

Aars studierte zunächst Theologie an der Universität Kristiania und schloss 1892 als candidatus theologiae ab. Diese theologische Ausbildung blieb für sein Denken wichtig, auch wenn er sich bald von einer engeren theologischen Laufbahn entfernte. Seine philosophischen Fragen entstanden nicht neben, sondern aus der Auseinandersetzung mit Religion, Erkenntnis, Phantasie, Glauben und moralischem Bewusstsein.

1893 gewann er Professor Marcus Jacob Monrads Goldmedaille für die Beantwortung der Preisaufgabe über die Bedeutung der Phantasie für die Erkenntnis, besonders für die religiöse Erkenntnis. Der Text erschien im folgenden Jahr als Tanker og syn. En liden studie. Schon in diesem frühen Werk verbindet Aars Erkenntnistheorie und Religionspsychologie: Religiöses Vorstellen wird nicht einfach als Dogma, sondern als Bewusstseinsleistung und als Erkenntnisproblem betrachtet.

Diese Wendung ist kulturgeschichtlich bedeutsam. Aars gehört zu einer Generation, für die Theologie noch eine zentrale akademische Disziplin war, die aber zugleich unter dem Druck moderner Psychologie, Naturwissenschaft und historischer Kritik stand. Sein Weg von der Theologie zur Philosophie und Psychologie ist daher ein typisches Zeichen der geistigen Modernisierung um 1900.

Experimentalpsychologie, Auslandsstudien und Laborwissenschaft

1894 ging Aars ins Ausland, um seine Studien fortzusetzen. Besonders die neu aufkommende Experimentalpsychologie zog ihn an. Er hielt sich in Leipzig, Bonn und Turin auf und arbeitete im Umfeld bedeutender Forscher. In Leipzig kam er mit der Tradition Wilhelm Wundts in Berührung, in Bonn mit Götz Martius und in Turin mit dem Physiologen Angelo Mosso. Bei Martius und Mosso war er nach der Überlieferung auch als Assistent tätig.

Die Experimentalpsychologie stellte für Aars eine methodische Erneuerung dar. Sie versprach, psychische Vorgänge nicht nur introspektiv oder spekulativ zu beschreiben, sondern unter kontrollierten Bedingungen zu untersuchen. Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Farbe, Empfindung, Vorstellung, Körper-Seele-Verhältnis und moralische Gefühle konnten damit als wissenschaftliche Gegenstände behandelt werden.

Aars beteiligte sich auch an internationalen Kongressen für Experimentalpsychologie. Das zeigt, dass er nicht nur passiver Empfänger ausländischer Forschung war, sondern sich aktiv in den internationalen wissenschaftlichen Austausch einbrachte. Seine spätere Forderung nach einem psychologischen Institut in Kristiania ist aus dieser Erfahrung zu verstehen: Er wollte Norwegen an die neue psychologische Forschungslandschaft anschließen.

Auslandsstationen und wissenschaftliche Impulse
Ort / Person Fachlicher Zusammenhang Bedeutung für Aars
Leipzig / Wilhelm Wundt Experimentalpsychologie und psychologisches Labor Modell einer empirisch arbeitenden Psychologie.
Bonn / Götz Martius Psychologie, Philosophie und experimentelle Forschung Direkter Forschungs- und Assistenzzusammenhang.
Turin / Angelo Mosso Physiologie und psychophysiologische Forschung Verbindung von Körper, Nervensystem, Experiment und psychischer Leistung.
Internationale Kongresse Experimentalpsychologie als europäisches Forschungsfeld Einbindung in eine internationale Wissenschaftsgemeinschaft.
Kristiania Kurse in Experimentalpsychologie am physiologischen Institut Versuch, die neue Methode in Norwegen akademisch zu verankern.

Universität Kristiania, Lehre und akademische Stellung

Nach seiner Rückkehr nach Norwegen hielt Aars im Frühjahr 1897 Kurse in Experimentalpsychologie am physiologischen Institut der Universität Kristiania. Er unternahm mehrere Vorstöße, um Mittel für die Einrichtung eines psychologischen Instituts zu erhalten. Trotz Unterstützung einzelner Professoren gelang dies nicht. Diese vergebliche Initiative ist wichtig, weil sie zeigt, wie früh Aars die institutionelle Eigenständigkeit der Psychologie in Norwegen forderte.

Von 1900 bis 1914 war Aars Universitätsstipendiat in Philosophie an der Universität Kristiania. In dieser Stellung lehrte er nicht nur traditionelle philosophische Themen, sondern auch Experimentalpsychologie, Erkenntnistheorie und Ethik. Die ältere deutsche Bezeichnung „Privatdozent“ trifft insofern den lehrenden, nicht ordentlichen Charakter seiner akademischen Stellung, sollte aber nicht mit einer deutschen Habilitationslaufbahn im engeren Sinn gleichgesetzt werden.

1902 hielt Aars außerdem Vorlesungen an der Université nouvelle in Brüssel; im folgenden Jahr wurde er dort zum Titularprofessor ernannt. Diese Episode zeigt, dass sein wissenschaftliches Ansehen über Norwegen hinausreichte. Dennoch blieb Kristiania sein zentraler Wirkungsort. Hier verband er Forschung, Lehre und wissenschaftspolitische Forderungen nach einer empirisch fundierten Psychologie.

Akademische Stationen
Jahr / Zeitraum Station / Stellung Bedeutung
1887 Examen artium an Aars og Voss’ Skole Abschluss der schulischen Vorbereitung in Kristiania.
1892 Candidatus theologiae Abschluss des theologischen Studiums an der Universität Kristiania.
1893 Goldmedaille für Arbeit zur Phantasie und Erkenntnis Frühe akademische Anerkennung im Grenzfeld von Erkenntnistheorie und Religion.
1894–1897 Auslandsstudien in Experimentalpsychologie Kontakt mit der europäischen Labor- und Forschungspsychologie.
1897 Promotion mit Die Autonomie der Moral Formale philosophische Qualifikation und moralphilosophischer Schwerpunkt.
1900–1914 Universitätsstipendiat in Philosophie an der Universität Kristiania Zentrale Lehr- und Forschungsstellung, in deutscher Kurzform als Privatdozent wiedergegeben.
1902/1903 Université nouvelle in Brüssel, später Titularprofessor Internationale akademische Anerkennung.

Philosophisches Profil: Empirie, Erkenntnis und Projektionsphilosophie

Aars’ philosophisches Profil wird durch die Abwendung von einer spekulativ-idealistischen Denkweise und die Hinwendung zu empirischer Analyse bestimmt. In Norwegen stand diese Haltung im Gegensatz zur herrschenden hegelianischen Tradition, deren wichtigste Gestalt Marcus Jacob Monrad war. Aars wollte Philosophie nicht als selbstgenügsames System begreifen, sondern als Arbeit an Erfahrung, Wahrnehmung, Erkenntnis und psychischen Voraussetzungen des Urteilens.

Sein Hauptwerk Zur psychologischen Analyse der Welt. Projektionsphilosophie von 1900 entwickelt diese Richtung. Aars geht davon aus, dass unsere Erfahrungen die Grundlage der Urteile bilden, die wir über die Welt fällen. Menschen nehmen Welt nicht bloß passiv auf, sondern ordnen, deuten und projizieren Strukturen in sie hinein. Der Begriff der Projektion ist bei ihm deshalb kein beiläufiges Bild, sondern eine erkenntnistheoretische Grundfigur.

Diese Projektionsphilosophie verbindet Psychologie und Erkenntnistheorie. Sie fragt, wie Welt für das Subjekt entsteht, ohne die Wirklichkeit einfach in subjektive Willkür aufzulösen. Aars bleibt an Erfahrung gebunden, aber er betont zugleich, dass Erfahrung durch psychische Prozesse geformt ist. Das macht ihn zu einem Vertreter einer empirisch-psychologischen Philosophie, die sich von reinem Idealismus ebenso unterscheidet wie von naivem Realismus.

Moralpsychologie: Gut, Böse, Bewunderung und Empörung

Ein zweiter Schwerpunkt Aars’ liegt in der Moralpsychologie. Seine Dissertation Die Autonomie der Moral, mit besonderer Berücksichtigung der Morallehre Immanuel Kants zeigt zunächst die Auseinandersetzung mit Kant. Aars interessierte sich für die Frage, ob Moral aus eigener Gesetzlichkeit verstanden werden kann und wie moralische Normativität begründet wird.

In Gut und Böse. Zur Psychologie der Moral-Gefühle von 1907 verschiebt sich der Schwerpunkt deutlicher zur Psychologie. Aars versucht, moralische Wertungen auf Gefühle wie Bewunderung und Empörung zurückzuführen. Damit analysiert er Moral nicht allein als Vernunftgesetz, sondern als emotional und psychisch verankertes Wertgeschehen. Gut und Böse sind für ihn nicht bloße abstrakte Begriffe, sondern entstehen in bestimmten Reaktionsweisen des Menschen auf Handlungen, Personen und Situationen.

Diese Moralpsychologie gehört zu den interessanten frühen Versuchen, Ethik, Gefühlstheorie und Psychologie zu verbinden. Sie steht zwischen Kant-Rezeption, Wertphilosophie und moderner Emotionspsychologie. Aars’ Ansatz ist dabei breit und manchmal ausgreifend, aber gerade diese Breite zeigt sein Bemühen, moralische Erfahrung nicht auf ein einziges Prinzip zu reduzieren.

Religion, Wertglaube und psychologische Deutung des Glaubens

Obwohl Aars von der Theologie zur Philosophie und Psychologie wechselte, blieb Religion ein durchgehendes Thema seines Werks. Schon seine preisgekrönte Arbeit über Phantasie und religiöse Erkenntnis zeigt, dass ihn die psychischen Voraussetzungen des Glaubens interessierten. Später veröffentlichte er Tømmermandens søn. En fremstilling af Kristi lære efter de tre evangelier und Religion og værditro. Bidrag til læren om værdierne.

Religion erscheint bei Aars nicht nur als kirchliche Lehre, sondern als Wert-, Vorstellungs- und Glaubensform. Er fragt, wie religiöse Bilder entstehen, welche Rolle Phantasie, Gefühl und Wertglaube spielen und wie religiöse Überzeugung psychologisch zu verstehen ist. Damit gehört er in eine breitere europäische Bewegung, in der religiöse Phänomene zunehmend historisch, psychologisch und kulturwissenschaftlich gedeutet wurden.

Diese religionspsychologische Perspektive macht Aars auch für die Kulturgeschichte interessant. Er steht an einer Schwelle: Die Religion bleibt ein mächtiger Gegenstand, wird aber nicht mehr allein aus der Binnenlogik der Theologie erklärt. Sie wird zum Gegenstand philosophischer und psychologischer Analyse.

Literarische und dialogische Formen

Aars schrieb nicht nur akademische Abhandlungen. Bereits 1888 veröffentlichte er unter dem Pseudonym Mumle Fuglene. En dramatisk spøg efter Aristophanes. Dieses frühe Werk zeigt eine literarisch-spielerische Seite. Es ist kein Hauptwerk seiner Philosophie, aber es macht deutlich, dass Aars nicht ausschließlich in der Form der wissenschaftlichen Monografie dachte.

Auch sein spätes Werk Filosoferne i pensjonatet. En samtale om Gud og verden von 1916 verwendet eine dialogische beziehungsweise gesprächsförmige Anlage. Die Form des Gesprächs erlaubt es, verschiedene Weltanschauungen, Zweifel, religiöse Fragen und philosophische Standpunkte nebeneinanderzustellen. Gerade angesichts seiner Krankheit und seiner existenziellen Belastungen gewinnt diese Form eine besondere biografische Tiefe.

Die literarischen Formen gehören deshalb nicht nur an den Rand seines Werks. Sie zeigen, dass Aars Philosophie als Gespräch, Selbstprüfung und Weltdeutung verstand. Der Übergang zwischen wissenschaftlicher Abhandlung und literarisch-philosophischer Szene ist bei ihm fließender als bei stärker systematischen Philosophen.

Krankheit, Produktivität und biografische Spannung

Aars litt zeitlebens unter schweren gesundheitlichen Belastungen, insbesondere unter Asthma; Lokalhistoriewiki erwähnt außerdem eine schwere Nierenerkrankung nach Scharlach in der Kindheit. Diese körperliche Einschränkung prägte seine Lebensführung, seine Arbeitsmöglichkeiten und seine Aufenthalte im Ausland. Die Krankheit erklärt zum Teil, warum seine Laufbahn trotz großer Begabung nicht in eine ordentliche Professur in Kristiania mündete.

Die Krankheit minderte jedoch nicht seine geistige Produktivität. Im Gegenteil: Aars entwickelte ein außerordentlich breites Interesse an Erkenntnis, Moral, Religion, Psychologie, Farbenwahrnehmung, Körper-Seele-Fragen, Wertglauben und philosophischer Weltdeutung. Seine Werke wurden von Zeitgenossen gelegentlich als weitschweifig kritisiert, zugleich aber wegen der Kühnheit der Gedanken und der Breite seiner Lektüre anerkannt.

Sein Leben ist dadurch von einer Spannung geprägt: große intellektuelle Energie, aber begrenzte körperliche Kraft; internationale wissenschaftliche Ambition, aber prekäre institutionelle Stellung; empirische Wissenschaftsnähe, aber stark existenzielle Grundfragen. Gerade diese Spannung macht Aars als Kulturfigur der norwegischen Moderne interessant.

Werkverzeichnis in Auswahl

Das Werk Kristian Birch-Reichenwald Aars’ ist breit angelegt und umfasst philosophische, psychologische, religionspsychologische und literarische Formen. Die folgende Übersicht nennt zentrale Publikationen in chronologischer Ordnung und ordnet sie nach ihrem kultur- und wissenschaftsgeschichtlichen Gewicht.

Ausgewählte Werke Kristian Birch-Reichenwald Aars’
Jahr Titel Gattung / Bereich Bedeutung
1888 Fuglene. En dramatisk spøg efter Aristophanes, unter dem Pseudonym „Mumle“ Literarisch-dramatische Bearbeitung Frühes Zeugnis seiner literarischen und spielerischen Interessen.
1894 Tanker og syn. En liden studie Erkenntnistheorie, Religionspsychologie Aus der preisgekrönten Arbeit über Phantasie und religiöse Erkenntnis hervorgegangen.
1896 Die Autonomie der Moral, mit besonderer Berücksichtigung der Morallehre Immanuel Kants Dissertation, Moralphilosophie Promotionsschrift und frühe Auseinandersetzung mit Kant und moralischer Selbstgesetzlichkeit.
1897 Untersuchungen zur Farbenmischung im Auge Experimentalpsychologie, Wahrnehmungsforschung Zeigt Aars’ empirisch-psychologisches Interesse an Sinneswahrnehmung.
1898 Indledning til Psykologien til brug for Studerende Psychologische Einführung Lehrorientierte Einführung in psychologische Grundfragen.
1898 The parallel relation between the soul and the body Körper-Seele-Problem Beitrag zur psychophysischen Grundfrage zwischen Philosophie und Psychologie.
1899 Analyse de l’idée de la morale Moralphilosophie Französischsprachiger Beitrag zur Analyse des Moralbegriffs.
1900 Zur psychologischen Analyse der Welt. Projektionsphilosophie Hauptwerk, Erkenntnistheorie und Psychologie Zentrales Werk zur psychologischen Begründung von Welterfahrung und Urteil.
1907 Gut und Böse. Zur Psychologie der Moral-Gefühle Hauptwerk, Moralpsychologie Versuch, moralische Wertungen aus Gefühlen wie Bewunderung und Empörung zu verstehen.
1910 Tømmermandens søn. En fremstilling af Kristi lære efter de tre evangelier Religionsdeutung Darstellung der Lehre Christi aus psychologisch und kulturkritisch interessierter Perspektive.
1911 Die Idee zum Ursprung des Gedankens, zur Theorie der Begriffe, zur Kritik der Vernunft Erkenntnistheorie, Begriffstheorie Spätere systematische Arbeit zu Denken, Begriff und Vernunftkritik.
1915 Religion og værditro. Bidrag til læren om værdierne Religionsphilosophie, Werttheorie Verbindung von Religion, Wertglauben und psychologischer Wertlehre.
1916 Filosoferne i pensjonatet. En samtale om Gud og verden Philosophischer Dialog Spätes, existenziell gefärbtes Gesprächswerk über Gott, Welt und Weltanschauung.
1917 Ret og moral, in Kulturens historie, Band 3 Rechts- und Moralphilosophie Späte Darstellung des Verhältnisses von Recht und Moral.

Rezeption und Nachwirkung

Kristian Birch-Reichenwald Aars wurde von Zeitgenossen und späteren Darstellungen ambivalent beurteilt. Einerseits galten seine Werke mitunter als ausgreifend und schwer überschaubar; andererseits wurde seine gedankliche Kühnheit, seine große Lektürebreite und sein empirisch-psychologischer Modernisierungswille anerkannt. Er gehört zu den Denkern, die weniger durch eine Schule oder ein abgeschlossenes System als durch Übergänge und Anstöße wirken.

Für die norwegische Philosophiegeschichte ist Aars besonders wichtig, weil er den Bruch mit einer älteren hegelianisch geprägten Universitätsphilosophie mitvollzog. Er interessierte sich für Erfahrung, Psychologie, Moralgefühle und Erkenntnisbedingungen. Damit steht er in einer Linie mit dem modernen Durchbruch in Norwegen: Wissenschaft, Erfahrung, Psychologie und Individualität gewinnen gegenüber abstrakter Systemphilosophie an Gewicht.

Für die Psychologiegeschichte ist seine Bedeutung vor allem vorbereitend. Aars forderte früh ein psychologisches Institut in Kristiania und hielt Kurse in Experimentalpsychologie, konnte die Institutionalisierung aber selbst nicht durchsetzen. Diese Aufgabe wurde später mit Anathon Aall verbunden. Dennoch bleibt Kristian Aars ein wichtiger Vorläufer der akademischen Psychologie in Norwegen.

Seine Nachwirkung liegt außerdem in der Verbindung von Moralpsychologie und Religionsdeutung. Er suchte moralische Urteile, religiöse Vorstellungen und Wertglauben als psychische und kulturelle Vorgänge zu begreifen. Damit gehört er zu einer frühen Generation, die religiöse und ethische Phänomene nicht mehr ausschließlich normativ oder dogmatisch, sondern psychologisch analysierte.

Sekundärliteratur und Recherchewege

Die Sekundärliteratur zu Kristian Birch-Reichenwald Aars ist vor allem in norwegischen biografischen Lexika, philosophiegeschichtlichen Darstellungen und Arbeiten zur Geschichte der Psychologie zu suchen. Besonders wichtig sind Store norske leksikon, Norsk biografisk leksikon, lokalhistorische Ressourcen, Familiengeschichten der Familie Aars und Überblickswerke zur norwegischen Philosophie von Ludvig Holberg bis Anathon Aall.

Ausgewählte Sekundärliteratur, Quellen und Recherchehilfen
Autor / Institution Titel / Quelle Nutzen für die Recherche
Håkon Korsvold Artikel „Kristian Aars“ in Store norske leksikon beziehungsweise Norsk biografisk leksikon Zentrale moderne Kurzbiografie mit Schwerpunkt auf Philosophie, Psychologie, Werk und Wirkung.
Lokalhistoriewiki Artikel „Kristian Birch-Reichenwald Aars“ Biografische Übersicht mit Familienkontext, Ausbildung, Krankheit, Wirkungsstationen und Nachwirkung.
Anathon Aall Filosofien i Norden, 1919, Seiten 330–334 Zeitnahe philosophiegeschichtliche Würdigung durch einen Fachkollegen und Schwager.
Eivind Lundestad Norsk filosofi fra Ludvig Holberg til Anathon Aall, Tromsø 1998 Wichtige neuere Einordnung in die norwegische Philosophiegeschichte.
L. Andersen Aars Slekten Aars i Norge, Oslo 1950 Familiengeschichtliche Quelle mit biografischen Erinnerungen und Kontext zur Familie Aars.
Det Norske Videnskaps-Akademi Mitgliederverzeichnisse und Akademieschriften Nachweise zur Mitgliedschaft seit 1898 und zu Veröffentlichungen in Akademieschriften.
Universitätsarchiv Oslo Unterlagen der Universität Kristiania Wichtig für Lehrtätigkeit, Stipendiatenstatus, Kursangebote und Vorstöße zur Psychologieinstitution.
Archive in Leipzig, Bonn und Turin Materialien zu Wundt, Götz Martius und Angelo Mosso Erhellen Aars’ Auslandsstudien und seine Rolle als Assistent beziehungsweise Kongressteilnehmer.
Bibliothekskataloge Norwegische Nationalbibliothek, WorldCat, DNB, HathiTrust und digitale skandinavische Bestände Ermittlung von Erstausgaben, Aufsätzen, Akademieschriften und späteren Digitalisaten.
Geschichte der Psychologie Fachgeschichtliche Darstellungen zur Experimentalpsychologie in Norwegen Ordnet Aars’ Vorstöße zur Institutionalisierung der Psychologie ein.

Recherchehinweise

  • Bei Katalogsuchen sollten „Kristian Birch-Reichenwald Aars“, „K. Birch-Reichenwald Aars“, „Kristian Aars“, „Aars Kristian“, „Aars Projektionsphilosophie“, „Aars Gut und Böse“, „Aars Experimentalpsychologie“, „Aars Kristiania“ und „Aars Privatdozent Kristiania“ parallel verwendet werden.
  • Für die norwegische Universitätsgeschichte sind die historischen Orts- und Institutionsnamen Christiania, Kristiania und Oslo gemeinsam zu berücksichtigen.
  • Für die frühe Theologiephase sind Universitätsunterlagen zum theologischen Kandidatengrad von 1892 und zur Preisarbeit von 1893 zu prüfen.
  • Für die Experimentalpsychologie sind Wundt, Martius und Mosso als getrennte Suchpfade wichtig.
  • Für die Werkgeschichte sollten die Veröffentlichungen in den Schriften des Videnskabsselskabet systematisch erschlossen werden.
  • Für die Nachwirkung sind Anathon Aalls Darstellung, Eivind Lundestads Philosophiegeschichte und neuere norwegische Fachgeschichten der Psychologie besonders einschlägig.

Weiterführende Kulturlexikon-Einträge

  • Kristian Birch-Reichenwald Aars Norwegischer Philosoph, Psychologe und Universitätsstipendiat beziehungsweise Privatdozent in Kristiania, der empirische Philosophie und Experimentalpsychologie verband.
  • Kristian Aars Kurzform des Namens Kristian Birch-Reichenwald Aars, häufig in norwegischen Nachschlagewerken verwendet.
  • Familie Aars Norwegische Bildungs- und Gelehrtenfamilie, aus der Kristian Birch-Reichenwald Aars hervorging.
  • Familie Birch-Reichenwald Norwegische Familie, deren Name in Kristian Birch-Reichenwald Aars’ Doppelnamen fortlebt.
  • Jacob Jonathan Aars Schulbestyrer, Vater Kristian Aars’ und Mitbegründer der Aars og Voss’ Skole.
  • Aars og Voss’ Skole Kristianiaer Schule, an der Aars sein examen artium ablegte und die sein Vater mitbegründet hatte.
  • Christian Birch-Reichenwald Norwegischer Jurist und Politiker, Großvater Kristian Birch-Reichenwald Aars’.
  • Harald Aars Architekt und Bruder Kristian Birch-Reichenwald Aars’, wichtig für den kulturellen Familienkontext.
  • Anathon Aall Norwegischer Philosoph und Psychologe, Schwager und Fachkollege Kristian Aars’, später Gründer des Psychologischen Instituts in Kristiania.
  • Philosophie Fachlicher Hauptrahmen von Aars’ Werk zwischen Erkenntnistheorie, Moralpsychologie und Weltdeutung.
  • Norwegische Philosophie Nationaler Denkraum, in dem Aars zum modernen empirischen Durchbruch beitrug.
  • Moderner Durchbruch in der norwegischen Philosophie Bewegung weg vom Hegelianismus hin zu empirischen, psychologischen und wissenschaftsnahen Denkformen.
  • Hegelianismus in Norwegen Ältere philosophische Universitätsrichtung, gegen deren Dominanz Aars’ empirische Orientierung stand.
  • Marcus Jacob Monrad Norwegischer Hegelianer und Professor, dessen philosophische Tradition den Hintergrund von Aars’ Abgrenzung bildet.
  • Empirismus Wissenschaftliches Grundmotiv von Aars’ Philosophie, die Erfahrung und psychologische Analyse betont.
  • Experimentalpsychologie Forschungsrichtung, die Aars aus Deutschland und Italien nach Kristiania vermitteln wollte.
  • Pädagogische Psychologie Psychologischer Anwendungsbereich, der neben Experimentalpsychologie zu Aars’ Interessen gehörte.
  • Moralpsychologie Forschungsfeld, in dem Aars Gut und Böse als moralische Gefühlsphänomene analysierte.
  • Erkenntnistheorie Philosophischer Bereich, den Aars psychologisch und empirisch neu zu begründen suchte.
  • Projektionsphilosophie Von Aars in seinem Hauptwerk entwickelte Theorie, nach der Welterfahrung durch psychische Projektionen und Urteilsformen geprägt ist.
  • Zur psychologischen Analyse der Welt Hauptwerk Aars’ von 1900 und zentrale Darstellung seiner Projektionsphilosophie.
  • Gut und Böse Moralpsychologisches Hauptwerk Aars’ über moralische Gefühle, Bewunderung und Empörung.
  • Die Autonomie der Moral Dissertation Aars’ von 1896/97 zur Morallehre Immanuel Kants und zur Selbstständigkeit moralischer Gesetzlichkeit.
  • Immanuel Kant Philosophischer Bezugspunkt für Aars’ Dissertation über die Autonomie der Moral.
  • Phantasie und Erkenntnis Frühes Problemfeld Aars’, besonders in seiner preisgekrönten Arbeit über religiöse Erkenntnis.
  • Religionspsychologie Feld, in dem Aars religiöse Vorstellung, Phantasie und Wertglauben psychologisch deutete.
  • Religion und Wertglaube Späte Fragestellung Aars’ zur Verbindung von Religion, Wertgefühl und psychologischer Wertlehre.
  • Theologie Ausgangsfach Aars’, von dem aus seine philosophische und psychologische Wendung verständlich wird.
  • Candidatus theologiae Theologischer akademischer Grad, den Aars 1892 an der Universität Kristiania erwarb.
  • Universität Kristiania Historischer Hauptwirkungsort Aars’ als Universitätsstipendiat und Lehrender in Philosophie.
  • Universität Oslo Heutige Bezeichnung der Universität Kristiania und moderner institutioneller Bezugspunkt.
  • Kristiania Historischer Name Oslos und Lebens- sowie Wirkungsort Kristian Birch-Reichenwald Aars’.
  • Oslo Heutiger Name Kristianias und Ort der modernen Erinnerung an Aars.
  • Wilhelm Wundt Leipziger Begründer der experimentellen Psychologie, dessen Forschungsumfeld Aars prägte.
  • Götz Martius Psychologe und Philosoph in Bonn, bei dem Aars im Rahmen seiner Auslandsstudien arbeitete.
  • Angelo Mosso Turiner Physiologe, bei dem Aars als Assistent tätig war und psychophysiologische Forschung kennenlernte.
  • Körper-Seele-Problem Philosophisch-psychologisches Problemfeld, das Aars in englischsprachigen und psychologischen Arbeiten behandelte.
  • Farbenwahrnehmung Experimentalpsychologisches Thema, zu dem Aars Untersuchungen zur Farbenmischung im Auge veröffentlichte.
  • Werttheorie Philosophischer Bereich, in dem Aars Religion, Moral und Gefühl miteinander verband.
  • Recht und Moral Spätes Thema Aars’ in seinem Beitrag zu Kulturens historie.
  • Det Norske Videnskaps-Akademi Norwegische Akademie der Wissenschaften, deren Vorgänger Aars seit 1898 angehörte.
  • Université nouvelle in Brüssel Institution, an der Aars Vorlesungen hielt und später als Titularprofessor geführt wurde.
  • Filosoferne i pensjonatet Spätes dialogisches Werk Aars’ über Gott, Welt und philosophische Weltanschauung.
  • Krankheit und Geistesgeschichte Biografischer Deutungshorizont für Aars’ durch Asthma und andere Leiden geprägtes Leben.
  • Wissenschaftsgeschichte Norwegens Übergreifender Rahmen für Aars’ Rolle zwischen Philosophie, Psychologie und Universitätsmodernisierung.
  • Psychologisches Institut Oslo Institution, deren Einrichtung Aars früh forderte und die später durch Anathon Aall verwirklicht wurde.
  • Norwegische Psychologiegeschichte Forschungsfeld, in dem Aars als Vorläufer der institutionellen Experimentalpsychologie wichtig ist.
  • Intellektuelle Moderne in Norwegen Kulturhistorischer Rahmen für Aars’ empirische, psychologische und religionskritische Denkbewegung.