Johann Lauremberg – historisches Porträt
Johann Lauremberg, Dichter und Professor in Rostock.

Johann Lauremberg (1590–1658) gehört zu den prägenden Stimmen niederdeutscher Barockdichtung. Als Professor in Rostock stand er in der Tradition humanistischer Gelehrsamkeit, zugleich entwickelte er eine satirische, oft humorvoll-derbe Schreibweise, die Alltagswelt, Konventionen und soziale Typen mit deutlicher Pointierung beobachtet.

Seine niederdeutschen Texte, die bis in die Gegenwart gern nachgedruckt werden, dokumentieren eindrücklich, dass die Literatur der Barockzeit nicht nur auf Latein und Hochdeutsch stattfand, sondern auch in regionalen Schriftsprachen eine reiche, eigenständige Kultur hervorbrachte.

  1. 1. Biographische und kulturelle Ausgangslage
  2. 2. Literarisch-historische Einordnung
  3. 3. Themen und Motive
  4. 4. Sprachliche und formale Eigenart
  5. 5. Bedeutung und Nachwirkung
  6. 6. Johann Lauremberg im Lyrik Atlas

1. Biographische und kulturelle Ausgangslage

Lauremberg stammt aus Itzehoe und wirkt später als Professor in Rostock. Er ist fest in der frühneuzeitlichen Gelehrtenkultur verankert, zugleich aber der Alltagssprache und dem niederdeutschen Raum eng verbunden.

2. Literarisch-historische Einordnung

Sein Werk steht im Kontext der Barockzeit und verbindet humanistische Bildung mit volkssprachlicher Satire. Die Niederdeutschigkeit seiner Texte ist keine Marotte, sondern ein bewusster literarischer Akt kultureller Selbstvergewisserung.

3. Themen und Motive

  • Beobachtung des bürgerlichen und städtischen Lebens
  • satirische Typenzeichnung
  • Moral, Nüchternheit, Alltagsweisheit
  • Spannung zwischen Gelehrsamkeit und Lebensnähe

4. Sprachliche und formale Eigenart

Charakteristisch ist die bewusste Verwendung des Niederdeutschen mit dessen Eigenklang und idiomatischer Kraft. Formale Ordnung und humorvolle Zuspitzung verbinden sich zu einer klar verständlichen, volksnahen Dichtung.

5. Bedeutung und Nachwirkung

Lauremberg bleibt eine Schlüsselfigur der niederdeutschen Literaturgeschichte. Seine Texte vermitteln ein Bild frühneuzeitlicher Lebenswelt jenseits der höfischen und gelehrten Zentren und zeigen zugleich, wie flexibel barocke Literatur in unterschiedlichen Sprachregistern arbeiten konnte.

6. Johann Lauremberg im Lyrik Atlas

Im Lyrik Atlas steht Lauremberg für die Vielfalt deutscher Literaturtraditionen: regionale Sprachformen, satirische Beobachtungsgabe und barocke Formkultur greifen in seinem Werk auf besondere Weise ineinander.