Christian Fürchtegott Gellert – Porträt
Christian Fürchtegott Gellert, einer der prägenden Autoren der deutschen Aufklärung.

Christian Fürchtegott Gellert (1715–1769) zählt zu den einflussreichsten Vertretern der deutschen Aufklärung. Seine Fabeln, moralischen Gedichte und Erbauungslieder verbanden praktische Lebensnähe, sanfte Satire und christliche Ethik miteinander und erzielten eine enorme Wirkung auf das gebildete Bürgertum des 18. Jahrhunderts.

Gellert war Universitätslehrer in Leipzig und genoss in weiten Kreisen außerordentliches Ansehen. Seine Texte zielten auf sittliche Bildung, innere Läuterung und eine maßvolle, vernunftgeleitete Lebensführung. Dabei ist sein Ton eher mild-erzieherisch als anklagend und polemisch, was ihm große Popularität und eine hohe Akzeptanz im religiösen wie gesellschaftlichen Bereich sicherte.

  1. 1. Biographische und kulturelle Ausgangslage
  2. 2. Literarisch-historische Einordnung
  3. 3. Themen und Motive
  4. 4. Sprachliche und formale Eigenart
  5. 5. Bedeutung und Nachwirkung
  6. 6. Gellert im Lyrik Atlas

1. Biographische und kulturelle Ausgangslage

Gellert wurde in Hainichen geboren und prägte als Dozent in Leipzig über viele Jahre das geistige Klima der Universität. Seine moralischen Vorlesungen galten als Ereignis, und zahlreiche Studierende suchten in ihm einen geistlichen und ethischen Ratgeber. Krankheit und Sensibilität machten sein Leben zugleich beschwerlich.

2. Literarisch-historische Einordnung

Er ist ein klassischer Vertreter der Aufklärung. Seine Dichtung versteht sich als Beitrag zur sittlichen Verbesserung des Menschen. In seinen Fabeln zeigt er menschliche Schwächen in milder Ironie, während seine geistlichen Lieder eine schlichte, fromme Innerlichkeit kultivieren.

3. Themen und Motive

  • Sittliche Selbstprüfung und Tugend
  • Bescheidenheit und Demut
  • Gefahren von Stolz, Eitelkeit und Heuchelei
  • Christliche Frömmigkeit
  • Lebenspraxis im Alltag

4. Sprachliche und formale Eigenart

Gellerts Sprache ist einfach, klar und didaktisch. Er verzichtet auf pathetische Gesten zugunsten einer ruhigen, belehrenden und zugleich menschlich zugewandten Tonlage. Seine Fabeln und Gedichte sind leicht verständlich, ohne an gedanklicher Dichte zu verlieren.

5. Bedeutung und Nachwirkung

Zu Lebzeiten war Gellert eine moralische Autorität. Seine Lieder fanden Eingang in Gesangbücher, seine Fabeln wurden in Schulen gelesen und prägten Generationen. Auch Goethe und Schiller schätzten ihn als prägende Gestalt der Literatur des 18. Jahrhunderts, wenngleich spätere Epochen seine Didaktik kritischer betrachteten.

6. Gellert im Lyrik Atlas

Im Lyrik Atlas erscheint Gellert als exemplarischer Moraldichter der Aufklärung. Besonders interessiert die Verbindung von religiöser Innerlichkeit, pädagogischem Anspruch und literarischer Formdisziplin, die sein Werk kennzeichnet.

Orientierende Werkfelder:

  • Fabeln und moralische Lehrdichtung
  • Geistliche Lieder
  • Erzählprosa und Essays
  • Vorlesungen und moralphilosophische Reflexionen