Max Dauthendey – historisches Porträt
Max Dauthendey, einer der prägenden lyrischen Impressionisten um 1900.

Max Dauthendey (1867–1918) gehört zu den wichtigsten Vertretern des literarischen Impressionismus im deutschen Sprachraum. Seine Lyrik und Prosa sind von einer feinen, sinnlichen Wahrnehmung der Umwelt geprägt, in der Licht, Stimmung, Farbe und Atmosphäre eine zentrale Rolle spielen. Dauthendey schreibt aus der Perspektive eines empfindsamen und zugleich modernen Ichs, das in der Vielfalt der Eindrücke nach Halt und Bedeutung sucht.

Ein großer Teil seines Lebens ist von Reisen bestimmt. Diese Öffnung zur Welt verleiht seinen Texten eine besondere Weite — zugleich auch eine leise Melancholie: Die Schönheit der Erscheinungen bleibt flüchtig, Geborgenheit ist selten von Dauer.

  1. 1. Biographische und kulturelle Ausgangslage
  2. 2. Literarisch-historische Einordnung
  3. 3. Themen und Motive
  4. 4. Sprachliche und formale Eigenart
  5. 5. Bedeutung und Nachwirkung
  6. 6. Max Dauthendey im Lyrik Atlas

1. Biographische und kulturelle Ausgangslage

Geboren in Würzburg und künstlerisch früh vernetzt mit den Kreisen der literarischen Moderne, führt Dauthendey ein bewegtes, von Reisen geprägtes Leben. Während des Ersten Weltkriegs bleibt er in Südostasien und stirbt 1918 auf Java — fern der Heimat, aber in einer Welt, die seine poetische Imagination geprägt hat.

2. Literarisch-historische Einordnung

Dauthendey gilt als einer der zentralen Vertreter des deutschen Impressionismus. Im Unterschied zu naturalistischen Tendenzen zielt sein Schreiben nicht auf soziale Dokumentation, sondern auf die ästhetische Verdichtung subjektiver Eindrücke. Damit steht er in Nachbarschaft zu Autoren wie Richard Dehmel und Stefan George, ohne deren Pathos oder Strenge zu teilen.

3. Themen und Motive

  • Flüchtigkeit der Wahrnehmung und Augenblickserfahrung
  • Liebes- und Beziehungserfahrungen in zarter, oft melancholischer Brechung
  • Stimmung, Farbe, Licht als zentrale Wahrnehmungswerte
  • Fremde und Reise als Räume poetischer Selbstbegegnung

4. Sprachliche und formale Eigenart

Die Sprache Dauthendeys ist von großer Musikalität und sensibler Bildhaftigkeit geprägt. An die Stelle harter Kontur tritt eine schwebende, stimmungsbetonte Formulierung, die den Eindruck des Zarten und Flüchtigen bewusst festhält.

5. Bedeutung und Nachwirkung

Dauthendey gehört zu den Autoren, die um 1900 maßgeblich zur Ausprägung einer impressionistischen Lyrik beigetragen haben. Seine Gedichte und Prosaskizzen sind wichtige Dokumente eines literarisch geformten Erfahrungsbewusstseins der Moderne: sensibel, weltoffen — und zugleich verletzlich.

6. Max Dauthendey im Lyrik Atlas

Im Lyrik Atlas erscheint Dauthendey als Stimme einer lyrischen Moderne, die den Reichtum des Augenblicks mit der Erfahrung seiner Vergänglichkeit konfrontiert. Seine Texte öffnen einen Raum zwischen Wahrnehmung, Gefühl und stiller Reflexion.

Analysen auf wilgoe.de:

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Ausgewählte Werkfelder (orientierend):

  • Impressionistische Lyrik
  • Prosaskizzen und Miniaturen
  • Reiseliteratur