Hermann Conradi – historisches Porträt
Hermann Conradi, eine rebellische Stimme der jungen naturalistischen Literatur.

Hermann Conradi (1862–1890) gehört zu den literarischen Wegbereitern des deutschen Naturalismus. In einem kurzen, von heftigen Kontroversen und einem rastlosen Lebensstil geprägten Dasein entwickelt er eine Poesie und Publizistik, die kompromisslos modern, großstadtbewusst und rebellisch gegen bürgerliche Normen auftritt.

Als Autor, Herausgeber und publizistische Stimme der „Jungen“ der 1880er-Jahre steht Conradi für einen neuen, aggressiven Ton in Literatur und Kritik: Pathetisch, polemisch und zugleich stilistisch reflektiert richtet er sich gegen konventionelle Moral, ästhetische Behäbigkeit und soziale Ungerechtigkeit.

  1. 1. Biographische und kulturelle Ausgangslage
  2. 2. Literarisch-historische Einordnung
  3. 3. Themen und Motive
  4. 4. Sprachliche und formale Eigenart
  5. 5. Bedeutung und Nachwirkung
  6. 6. Hermann Conradi im Lyrik Atlas

1. Biographische und kulturelle Ausgangslage

Conradi wächst in bürgerlichen Verhältnissen auf, wendet sich aber früh gegen traditionelle Lebensentwürfe. Er lebt unstet, publiziert in Zeitschriften, arbeitet als Herausgeber und knüpft Kontakt zu anderen jungen Autoren. Krankheit, Erschöpfung und existentielle Unsicherheit prägen die letzten Jahre; er stirbt bereits mit 27 Jahren.

2. Literarisch-historische Einordnung

Conradi gilt als einer der markanten Vertreter des frühen Naturalismus, zugleich als Übergangsfigur zwischen den literarischen Revolten der 1880er-Jahre und der sich ankündigenden Moderne. Seine Prosa und Lyrik sind von Großstadterfahrung, sozialer Sensibilität und vitalistischer Geste geprägt.

3. Themen und Motive

  • Großstadt als Raum der Entfremdung und Herausforderung
  • Revolte gegen bürgerliche Moral und Konvention
  • Subjektivität im Spannungsfeld von Rausch und Desillusion
  • Krankheit und Verfall als Erfahrung des Körpers

4. Sprachliche und formale Eigenart

Conradis Sprache ist energiegeladen, rhetorisch zugespitzt, oft pathetisch und zugleich bewusst artifiziell. Sie trägt den Gestus des Protests in sich, ohne die formale Gestaltung preiszugeben. Naturalistische Beobachtung verbindet sich mit emphatischer Subjektivität.

5. Bedeutung und Nachwirkung

Obwohl sein Leben kurz blieb, wirkte Hermann Conradi stilprägend für eine ganze Generation junger Autoren. Er steht für einen neuen Tonfall, für literarische Selbstbehauptung gegen institutionelle Autorität und für die Öffnung der Literatur hin zur sozialen und psychischen Wirklichkeit der Moderne.

6. Hermann Conradi im Lyrik Atlas

Im Lyrik Atlas wird Conradi als frühe Stimme radikalisierter Moderne vorgestellt: zwischen Naturalismus, vitalistischer Geste und sozialer Sensibilität.

Analysen auf wilgoe.de:

  • Analysen sind in Vorbereitung.

Auswahl zentraler Werkfelder (orientierend):

  • Lyrik der 1880er-Jahre
  • Publizistische Schriften
  • Prosa und Skizzen