אָבֶה
hebräisch - deutsch
Transliteration: abeh
Grundbedeutung
אָבֶה wird in der traditionellen Strong-Konkordanz unter der Nummer H15 als feminines Substantiv mit den Bedeutungen „Verlangen, Wunsch, Sehnsucht“ angesetzt. Die traditionelle englische Kurzdefinition lautet „longing“ beziehungsweise „desire“. In dieser Interpretation bezeichnet das rekonstruierte Nomen einen nachdrücklichen Wunsch: nicht lediglich eine beiläufige Präferenz, sondern den inneren Wunsch, dass ein bestimmter Sachverhalt eintreten möge.
Für eine historisch-philologisch genaue Beschreibung ist jedoch entscheidend, dass die Wörterbuchform אָבֶה im masoretischen Text selbst nicht als solche belegt ist. Der einzige unter Strong H15 eingeordnete Vers ist Ijob 34,36, und dort lautet die tatsächlich überlieferte Form אָבִי. Der Vers beginnt:
אָבִי יִבָּחֵן אִיּוֹב עַד־נֶצַח
Sinngemäß wird dies häufig wiedergegeben: „Wenn doch Ijob bis zum Äußersten geprüft würde!“ beziehungsweise „Ich wünschte, Ijob würde bis zum Ende geprüft.“ Die semantische Funktion des ersten Wortes besteht somit zweifellos darin, einen Wunsch, eine nachdrückliche Bitte oder einen Optativ auszudrücken. Umstritten ist dagegen die genaue morphologische und etymologische Analyse.
Strong versteht das zugrunde liegende Lexem als Substantiv „Verlangen, Wunsch“ und leitet es traditionell von אָבָה „willens sein, einwilligen“ ab. Nach dieser Analyse wäre Ijob 34,36 ungefähr als „mein Wunsch ist: Ijob möge geprüft werden“ zu verstehen.
Brown–Driver–Briggs beurteilt die Stelle anders. BDB setzt kein reguläres feminines Nomen אָבֶה an, sondern nimmt wahrscheinlich eine seltene beziehungsweise dialektale Verbwurzel ביי mit der Bedeutung „bitten, flehen“ an. אָבִי wäre danach eine Form der 1. Person Singular: sinngemäß „ich bitte darum, dass …“, idiomatisch „wenn doch …!“.
Moderne morphologische Datenbanken gehen noch einen Schritt weiter und klassifizieren אָבִי in Ijob 34,36 vielfach direkt als Interjektion beziehungsweise Wunschpartikel mit der Bedeutung „wenn doch!“, „möge doch!“ oder englisch „if only“.
Die sicherste Bedeutungsbeschreibung muss deshalb zwischen Lexemansatz und Textfunktion unterscheiden. Als Strong-Lemma bedeutet אָבֶה „Wunsch, Verlangen“. Als tatsächlich belegte Form אָבִי in Ijob 34,36 funktioniert das Wort als Ausdruck eines dringenden Wunsches beziehungsweise einer Bitte: „wenn doch!“, „möge doch!“, „ich wünschte!“.
Wortart
Die traditionelle Strong-Klassifikation lautet Noun Feminine, also feminines Substantiv. Diese Klassifikation beruht auf der Rekonstruktion eines Nomens אָבֶה „Verlangen, Wunsch“, von dem die in Ijob 34,36 erscheinende Form funktional erklärt werden soll.
Diese Wortartbestimmung ist jedoch nicht unbestritten. Sie gehört zur älteren Konkordanztradition und darf nicht mit einer unmittelbar im masoretischen Text beobachtbaren Nominalform verwechselt werden. Der Text bietet אָבִי, nicht אָבֶה.
Brown–Driver–Briggs analysiert אָבִי wahrscheinlich als Verbform: 1. Person Singular Imperfekt einer seltenen beziehungsweise dialektalen Wurzel mit der Bedeutung „flehen, bitten“. Aus syntaktischer Sicht wäre die Konstruktion dann ungefähr „ich bitte darum, Ijob möge geprüft werden“.
Aktuelle computergestützte morphologische Analysen können dieselbe Form dagegen als Interjektion klassifizieren. Das entspricht ihrer tatsächlichen Satzfunktion besonders gut: Sie eröffnet einen Optativsatz und drückt den Wunsch des Sprechers aus.
Für den Lexikoneintrag sind daher drei Analyseebenen zu unterscheiden:
Strong: feminines Substantiv „Wunsch, Verlangen“.
BDB: wahrscheinlich Verbform „ich bitte/flehe“ einer seltenen Wurzel.
moderne morphologische Analyse: Interjektion beziehungsweise Wunschpartikel „wenn doch!“.
Die Angabe „Noun Feminine“ sollte deshalb als traditionelle lexikographische Klassifikation dokumentiert, aber nicht als zweifelsfrei feststehende grammatische Tatsache dargestellt werden.
Aussprache
Die traditionelle Transliteration des rekonstruierten Strong-Lemmas lautet abeh. Die übliche Strong-Aussprache wird ungefähr als aw-beh' angegeben. Eine wissenschaftliche Transliteration des angesetzten Lemmas kann ungefähr ʾāḇeh lauten.
Problematisch ist wiederum, dass diese Aussprache eine rekonstruierte Wörterbuchform betrifft. Die tatsächlich in Ijob 34,36 überlieferte Form lautet אָבִי, wissenschaftlich ungefähr ʾāḇî.
In einer modern-israelischen Aussprache würde אָבִי ungefähr avi lauten. Genau dadurch entsteht eine erhebliche Homophonie beziehungsweise Homographie mit אָבִי „mein Vater“, gebildet aus אָב „Vater“ und dem Possessivsuffix der 1. Person Singular.
Diese Gleichheit ist für die Interpretation von Ijob 34,36 zentral. Bereits ältere Ausleger fragten, ob Elihu hier tatsächlich „mein Vater!“ sage oder ob אָבִי als Wunschpartikel beziehungsweise seltene Verbform zu erklären sei.
Grammatik
| Traditionelles Lemma | אָבֶה |
|---|---|
| Transliteration | abeh |
| Wissenschaftliche Transliteration des Lemmas | ʾāḇeh |
| Strong-Nummer | H15 |
| Strong-Wortart | feminines Substantiv |
| Strong-Bedeutung | longing, desire – Verlangen, Wunsch |
| Belegzahl | 1 zugeordnete Bibelstelle |
| Bibelstelle | Ijob 34,36 |
| Tatsächlich belegte Form | אָבִי |
| Transliteration der belegten Form | ʾāḇî |
| Moderne morphologische Klassifikation | häufig Interjektion beziehungsweise Wunschpartikel |
| BDB-Analyse | wahrscheinlich 1. Person Singular Imperfekt eines Verbs „bitten, flehen“ |
| Satzfunktion | Optativ beziehungsweise Ausdruck eines dringenden Wunsches |
| Sinngemäße deutsche Wiedergabe | wenn doch!; möge doch!; ich wünschte! |
| Plural | für ein Nomen אָבֶה nicht belegt |
| Status constructus | nicht belegt |
| Possessivsuffixparadigma | nicht als Nominalparadigma belegt |
| Artikelgebrauch | nicht belegt |
| Textkritischer Status | lexikographisch und morphologisch umstrittener Hapaxbeleg |
Ein vollständiges nominales Flexionsparadigma darf für אָבֶה nicht rekonstruiert werden. Es existiert weder ein sicherer Plural noch ein Status constructus noch ein belegtes Suffixparadigma. Die Strong-Klassifikation als feminines Nomen basiert auf einer historischen lexikographischen Analyse des einzigen problematischen Belegs.
Die einzig textlich sichere Form ist אָבִי. Ihre syntaktische Stellung unmittelbar vor dem Niphal-Imperfekt יִבָּחֵן „er möge geprüft werden“ unterstützt eine optativische beziehungsweise desiderative Interpretation.
Orthographie
Das Strong-Lemma wird als אָבֶה geschrieben: Alef mit Qamatz, Bet mit Segol beziehungsweise der lexikographisch angesetzten Vokalstruktur und abschließendem He. Unpunktiert wäre die Form אבה.
Diese Wörterbuchschreibung darf jedoch nicht als diplomatische Wiedergabe der Bibelstelle verstanden werden. Der Westminster-Leningrad-Codex und andere masoretische Textzeugen bieten in Ijob 34,36:
אָבִי יִבָּחֵן אִיּוֹב עַד־נֶצַח
Die überlieferte Zeichenfolge lautet also אבי, mit abschließendem Jod statt He.
Dadurch unterscheiden sich lexikographisches Lemma und Textform erheblich:
אָבֶה – rekonstruierte Strong-Wörterbuchform.
אָבִי – tatsächlich überlieferte Form in Ijob 34,36.
Die Orthographie erzeugt zugleich die Möglichkeit einer völlig anderen Analyse: אָבִי kann regulär „mein Vater“ bedeuten. Diese Lesart wurde historisch tatsächlich vertreten und unter anderem mit der lateinischen Wiedergabe „pater mi“ verbunden.
Eine weitere Verwechslungsgefahr besteht mit אֵבֶה, Strong H16. Dieses Wort ist ein maskulines Substantiv und bedeutet „Schilf, Papyrus“. Es erscheint in Ijob 9,26 in der Verbindung אֳנִיּוֹת אֵבֶה „Papyrusboote/Schilfboote“. אֵבֶה und אָבֶה sind daher trotz ähnlicher Schreibung streng zu unterscheiden.
Gebrauch
Der unter H15 erfasste Ausdruck kommt nur in Ijob 34,36 vor. Sprecher ist Elihu, der in Ijob 32–37 auf Ijobs Reden reagiert. In Kapitel 34 verteidigt er die Gerechtigkeit Gottes und kritisiert Ijobs Aussagen.
Die betreffende Aussage folgt unmittelbar auf die Behauptung, Ijob rede ohne Erkenntnis und seine Worte seien ohne Einsicht. Darauf folgt:
אָבִי יִבָּחֵן אִיּוֹב עַד־נֶצַח
Die verbreitete Interpretation lautet sinngemäß: „Wenn doch Ijob bis zum Äußersten geprüft würde!“ Der Ausdruck markiert damit einen starken Wunsch des Sprechers.
Das folgende יִבָּחֵן ist ein Niphal-Imperfekt von בָּחַן „prüfen, erproben“. Die Wunschbedeutung des ersten Ausdrucks beeinflusst die modale Interpretation dieses Verbs: nicht einfach „Ijob wird geprüft“, sondern „Ijob möge geprüft werden“.
Der Ausdruck wirkt somit funktional wie eine Optativpartikel. Seine pragmatische Leistung besteht darin, einen Wunsch einzuleiten.
Eine reguläre Verwendung als gewöhnliches Substantiv „Wunsch“ mit Artikel, Adjektiv, Genitivattribut oder Plural ist nicht belegt. Ebenso wenig existiert eine sichere moderne Fortsetzung von אָבֶה als selbständigem femininen Standardnomen.
Bedeutungsbereich
Unter der traditionellen Strong-Analyse liegt der Bedeutungsbereich im Feld von Wunsch, Verlangen, Sehnsucht und Begehren.
Der einzige Kontext legt jedoch keinen körperlichen, erotischen oder materiellen Wunsch nahe. Es handelt sich um einen propositionalen Wunsch: Der Sprecher möchte, dass ein bestimmtes Ereignis eintritt.
In grammatischer Terminologie entspricht dies einer desiderativen beziehungsweise optativischen Funktion. Der Inhalt des Wunsches ist ein vollständiger Sachverhalt: „Ijob möge geprüft werden.“
Unter der BDB-Analyse verschiebt sich das Zentrum geringfügig von „Wunsch“ zu Bitte oder Flehen. Die Aussage wäre dann nicht bloß eine innere Präferenz, sondern eine sprachlich geäußerte Bitte: „Ich bitte darum, dass Ijob geprüft werde.“
Die moderne interjektionale Analyse abstrahiert wiederum von der inneren Morphologie und beschreibt nur die Satzfunktion: „wenn doch!“, „möge doch!“.
Damit umfasst der Bedeutungsbereich drei eng benachbarte Dimensionen:
Desiderativ: etwas wünschen.
Petitiv: um etwas bitten.
Optativ: sprachlich ausdrücken, dass ein Sachverhalt eintreten möge.
Lexikon
אָבֶה ist ein besonders gutes Beispiel dafür, dass eine Strong-Nummer nicht automatisch ein unproblematisch belegtes selbständiges Lexem repräsentiert. Strong H15 setzt ein feminines Nomen „Verlangen, Wunsch“ an, doch der zugrunde liegende masoretische Beleg besitzt eine andere graphische Form und ist seit langem Gegenstand philologischer Diskussion.
Ijob enthält zahlreiche seltene Wörter, ungewöhnliche grammatische Formen und Ausdrücke, deren genaue Bedeutung aufgrund fehlender Parallelbelege schwierig zu bestimmen ist. אָבִי in Ijob 34,36 gehört zu dieser Gruppe. Da die Form nur einmal in dieser besonderen Funktion vorkommt, fehlt die wichtigste Grundlage lexikographischer Bedeutungsbestimmung: eine Reihe unabhängiger Kontexte.
Die unmittelbar naheliegende hebräische Analyse von אָבִי wäre „mein Vater“: אָב „Vater“ mit dem Suffix ־ִי „mein“. Tatsächlich wurde diese Interpretation historisch vertreten. Der Satz könnte dann als Anrufung beginnen: „Mein Vater, möge Ijob geprüft werden …“
Diese Deutung stößt jedoch auf mehrere Schwierigkeiten. Eine solche Anrede Gottes wäre im Kontext ungewöhnlich, und die syntaktische Verbindung wirkt gegenüber der optativischen Deutung weniger natürlich. Deshalb haben zahlreiche Übersetzungen und Wörterbücher nach einer anderen Erklärung gesucht.
Strong interpretiert die Form über ein rekonstruiertes Nomen אָבֶה „Wunsch“. Daraus ergibt sich sinngemäß „mein Wunsch ist, dass Ijob geprüft werde“. Diese Analyse ermöglicht eine glatte Übersetzung, verlangt aber die Annahme eines sonst nicht sicher belegten Nomens.
Brown–Driver–Briggs schlägt eine andere Lösung vor. Dort wird eine seltene Wurzel ביי beziehungsweise eine verwandte dialektale Form „bitten, flehen“ angenommen. אָבִי wäre danach eine 1.-Person-Singular-Form: „ich bitte/flehe darum“. BDB verweist zum Vergleich auf einen arabischen Ausdruck für das Herantreten als Bittsteller beziehungsweise das Flehen.
Diese BDB-Lösung hat den Vorteil, die tatsächlich überlieferte Form אָבִי unmittelbar zu analysieren, ohne ein feminines Nomen אָבֶה mit unbelegtem Paradigma vorauszusetzen. Sie bleibt dennoch hypothetisch, weil auch die angenommene Verbwurzel im biblischen Hebräisch nicht durch eine größere Belegreihe abgesichert ist.
Moderne morphologische Ressourcen bevorzugen daher teilweise eine funktionale Lösung: Sie klassifizieren אָבִי einfach als Interjektion mit der Bedeutung „wenn doch!“. Damit wird nicht endgültig entschieden, wie die Form historisch entstanden ist. Beschrieben wird vielmehr, wie sie im konkreten Satz funktioniert.
Für ein modernes wissenschaftlich orientiertes Lexikon ist diese mehrstufige Darstellung vorzuziehen. Die traditionelle Strong-Information sollte erhalten bleiben, weil sie für Bibelsoftware, Konkordanzen und ältere Kommentare wichtig ist. Zugleich muss klar sein, dass die starke Behauptung „אָבֶה ist ein feminines Substantiv des biblischen Hebräisch“ über die tatsächliche Beleglage hinausgeht.
Der sicherste lexikographische Kern lautet deshalb: H15 bezeichnet einen nur in Ijob 34,36 vorkommenden Wunsch- beziehungsweise Bitteausdruck; die überlieferte Form ist אָבִי; die Analyse als feminines Nomen אָבֶה ist traditionell, aber philologisch umstritten.
Etymologie
| Traditionelles Lemma | אָבֶה |
|---|---|
| Strong-Ableitung | von אָבָה „willens sein, einwilligen“ |
| Strong-Bedeutungsentwicklung | willens sein → Wollen/Wunsch → Verlangen |
| Strong-Wortart | feminines Substantiv |
| Textform | אָבִי |
| BDB-Ansatz | wahrscheinlich seltenes Verb ביי „bitten, flehen“ |
| BDB-Analyse von אָבִי | 1. Person Singular Imperfekt, dialektal |
| BDB-Sinn | „ich bitte darum …“ → „wenn doch …!“ |
| Moderne funktionale Analyse | Interjektion/Wunschpartikel |
| Etymologischer Sicherheitsgrad | unsicher und umstritten |
Nach Strong ist אָבֶה unmittelbar von אָבָה „willens sein, wollen, einwilligen“ abgeleitet. Semantisch wäre diese Verbindung ohne Weiteres plausibel: Aus einem Verb „wollen“ kann ein Substantiv „Wunsch, Verlangen“ entstehen.
Die Schwierigkeit liegt nicht in der semantischen Möglichkeit, sondern in der fehlenden morphologischen Belegbasis. Ein Nomen אָבֶה ist außerhalb der Strong-Lemmatisierung des problematischen Ijob-Belegs nicht durch unabhängige sichere Formen dokumentiert.
Brown–Driver–Briggs löst die Stelle deshalb anders und trennt sie von אָבָה H14. BDB setzt wahrscheinlich eine andere Wurzel an, die mit „bitten, flehen“ glossiert wird. Als Vergleich wird ein arabischer Gebrauch im Sinn „als Bittsteller kommen, flehen“ genannt.
Diese Alternative würde erklären, warum die masoretische Form gerade אָבִי und nicht eine transparente Nominalform lautet. Die Bedeutung „ich bitte“ kann im Kontext ohne Schwierigkeiten zu einem deutschen Optativ „wenn doch!“ idiomatisiert werden.
Aufgrund der Hapaxlage ist eine endgültige etymologische Entscheidung nicht möglich. Deshalb sollten die konkurrierenden Analysen nebeneinander dokumentiert werden.
Wortgeschichte
Die gesamte unmittelbar belegbare Geschichte von H15 konzentriert sich auf einen einzigen Vers, Ijob 34,36. Es existiert keine Folge mehrerer biblischer Textstufen, anhand derer sich eine semantische Entwicklung des postulierten Nomens אָבֶה nachvollziehen ließe.
Bereits antike und mittelalterliche Übersetzungstraditionen zeigen unterschiedliche Auffassungen der Form. Eine Lesart versteht אָבִי als „mein Vater“, eine andere sucht einen Wunsch- oder Bitteausdruck.
In der neuzeitlichen christlichen Lexikographie entstand daraus der Strong-Eintrag H15 mit dem Lemma אָבֶה „desire, longing“. Durch Strong-basierte Bibelsoftware wurde diese Analyse außerordentlich verbreitet.
Brown–Driver–Briggs übernahm diese Lösung nicht einfach, sondern behandelte die Form als wahrscheinlich verbal und zog eine seltene semitische Vergleichswurzel heran.
Neuere digitale Morphologien tendieren häufig zu einer stärker funktionalen Klassifikation als Interjektion. Damit verschiebt sich die lexikographische Darstellung von einer hypothetischen Wortbildungsanalyse zu einer unmittelbar beobachtbaren syntaktisch-pragmatischen Beschreibung.
Eine moderne Wortgeschichte des eigenständigen Substantivs אָבֶה kann nicht geschrieben werden, weil ein solches Nomen im neuhebräischen Standardwortschatz nicht produktiv fortlebt. Für „Wunsch“ und „Verlangen“ verwendet modernes Hebräisch andere Wörter, insbesondere רָצוֹן, מִשְׁאָלָה, תְּשׁוּקָה oder חֵשֶׁק, abhängig von Bedeutungsnuance und Register.
Historische Einordnung
Der einzige einschlägige Beleg gehört zum Buch Ijob, einem Werk der biblischen Weisheitsliteratur. Gerade das Hebräisch des Ijobbuches ist für zahlreiche seltene Lexeme, außergewöhnliche Morphologie, Aramaismen beziehungsweise aramaisierende Formen und schwer erklärbare Wörter bekannt.
Diese sprachliche Eigenart ist für die Beurteilung von אָבִי in Ijob 34,36 wesentlich. Eine dialektale oder sonst seltene Wunsch- beziehungsweise Bitteform ist innerhalb dieses Buches prinzipiell weniger überraschend als in einfacher narrativer Prosa.
Der Vers gehört zur Rede Elihus. Elihu tritt nach den Dialogen zwischen Ijob und seinen drei Freunden auf und kommentiert sowohl Ijobs Selbstverteidigung als auch die vorangegangene Diskussion.
Die Wunschform in Vers 36 verschärft Elihus Kritik. Er hält eine weitere beziehungsweise vollständige Prüfung Ijobs für angebracht, weil dessen Antworten aus seiner Sicht den Äußerungen ungerechter Menschen ähneln.
Historisch lässt sich daraus kein allgemeiner Sprachgebrauch eines femininen Nomens אָבֶה ableiten. Der Beleg ist vielmehr ein typisches Beispiel für die lexikographischen Schwierigkeiten der Ijob-Sprache.
Antonyme
Da die genaue Wortart unsicher ist, sind auch Antonyme nur semantisch und nicht als festes lexikalisches Gegensatzpaar anzusetzen.
Ablehnung – Gegenpol zu Wunsch beziehungsweise Zustimmung.
Widerwille – negative Willensausrichtung.
Gleichgültigkeit – Fehlen eines besonderen Wunsches.
Verzicht – bewusstes Aufgeben eines Wunsches.
Abwehr – Gegenhaltung gegenüber einem gewünschten Sachverhalt.
Unter der Interpretation „Bitte/Flehen“ können Zurückweisung und Verweigerung funktionale Gegenbegriffe sein.
Synonyme
רָצוֹן – ratzon – Wille, Wunsch, Wohlgefallen.
מִשְׁאָלָה – mish'alah – Wunsch, Begehren, Bitte.
תְּשׁוּקָה – teshukah – Verlangen, Sehnsucht.
חֵפֶץ – chefetz – Wunsch, Gefallen, Interesse; je nach Kontext.
חֵשֶׁק – cheshek – Verlangen, Lust, Wunsch.
בַּקָּשָׁה – baqashah – Bitte, Ersuchen; besonders unter der BDB-Analyse.
Wunsch – neutrale deutsche Strong-Entsprechung.
Verlangen – stärkere desiderative Entsprechung.
Bitte – bei der alternativen verbalen Interpretation.
Optativ – grammatische Funktionsentsprechung, kein eigentliches lexikalisches Synonym.
Abgrenzung
Von אָבָה H14 ist אָבֶה zunächst formal zu unterscheiden. אָבָה ist ein gut belegtes Verb „willens sein, einwilligen“. Strong leitet H15 davon ab, doch diese Derivation ist nicht die einzige philologische Erklärung der Ijob-Stelle.
Von אָבִי – avi „mein Vater“ ist die Textform in Ijob 34,36 morphologisch besonders schwer zu unterscheiden, weil die Buchstaben und Vokalzeichen identisch erscheinen. Nur Kontext und lexikographische Interpretation bestimmen, ob „mein Vater“ oder ein Wunschausdruck vorliegt.
Von אֵבֶה – ebeh Strong H16 muss H15 strikt getrennt werden. אֵבֶה ist ein maskulines Substantiv „Schilf, Papyrus“ in Ijob 9,26. Die Bedeutungen haben nichts miteinander zu tun.
Von רָצוֹן „Wille, Wunsch“ unterscheidet sich H15 durch seine extreme Seltenheit und seinen philologisch unsicheren Status. רָצוֹן ist ein regulär belegtes und produktives Nomen.
Von הַלְוַאי – halwai unterscheidet sich die Form diachron. הַלְוַאי ist im späteren und modernen Hebräisch eine gewöhnliche Wunschpartikel „hoffentlich, wenn doch“, während אָבִי in Ijob 34,36 eine isolierte biblische Form ist.
Kontext
| Bibelbuch | Ijob |
|---|---|
| Bibelstelle | Ijob 34,36 |
| Sprecher | Elihu |
| Literarische Gattung | Weisheitsrede / poetischer Diskurs |
| Strong-Lemma | אָבֶה |
| Masoretische Textform | אָבִי |
| Folgeverb | יִבָּחֵן – möge geprüft werden |
| Subjekt des Folgeverbs | אִיּוֹב – Ijob |
| Ziel des Wunsches | weitere beziehungsweise vollständige Prüfung Ijobs |
| Strong-Interpretation | Wunsch, Verlangen |
| BDB-Interpretation | „ich bitte/flehe“ |
| Moderne Morphologie | Interjektion „wenn doch!“ |
| Alternativinterpretation | אָבִי „mein Vater!“ |
Kollokationen und Kookkurrenzen
| אָבִי יִבָּחֵן | wenn doch er geprüft würde / ich wünsche, er möge geprüft werden |
|---|---|
| יִבָּחֵן אִיּוֹב | Ijob möge geprüft werden |
| עַד־נֶצַח | bis zum Äußersten / bis zum Ende |
| עַל־תְּשֻׁבוֹת | wegen der Antworten |
| בְּאַנְשֵׁי־אָוֶן | nach Art von Männern des Unrechts / wie Frevler |
| אָבִי + Optativinterpretation | Wunschpartikel vor einem modalen Imperfekt |
Da nur ein einziger sicher zugeordneter Beleg existiert, kann keine eigentliche statistische Kollokationsanalyse durchgeführt werden. Sämtliche Kookkurrenzen sind Bestandteile desselben Verses.
Oberbegriff
Nach der traditionellen Strong-Analyse:
Sprache → semitische Sprachen → nordwestsemitische Sprachen → Hebräisch → biblisches Hebräisch → Substantiv → Abstraktum → Wunsch → אָבֶה.
Nach moderner funktionaler Analyse:
Wortart → Partikel → Interjektion → Optativpartikel → אָבִי.
Semantisch:
Mentalzustand → Volition → Desiderativität → Wunsch.
Pragmatisch:
Sprechhandlung → Bitte/Wunschäußerung → „wenn doch!“.
Unterbegriffe
Aufgrund des einzigen problematischen Belegs besitzt אָבֶה keine historisch etablierten Unterbegriffe.
Semantisch lassen sich lediglich verschiedene Arten des zugrunde liegenden Wunschbegriffs unterscheiden:
Wunsch – allgemeine desiderative Haltung.
Sehnsucht – intensiver und länger anhaltender Wunsch; als Strong-Nuance möglich, aber nicht speziell durch Ijob 34,36 nachgewiesen.
Bitte – sprachlich geäußerter Wunsch; besonders nach BDB.
optativischer Wunsch – Wunsch nach dem Eintreten eines Sachverhalts; für Ijob 34,36 am präzisesten.
Wortfamilie
Nach der traditionellen Strong-Ableitung:
אָבָה – abah – willens sein, bereit sein, einwilligen.
אָבֶה – abeh – traditionell „Wunsch, Verlangen“.
Bei einer weiter gefassten historischen Zuordnung werden gelegentlich weitere desiderative Wörter mit der Wurzel אבה in Zusammenhang gebracht; diese Beziehungen sind jedoch nicht durchweg gesichert.
Nach Brown–Driver–Briggs gehört die Form dagegen wahrscheinlich nicht unmittelbar zu אָבָה H14, sondern zu einer seltenen Wurzel ביי „bitten, flehen“. In diesem Fall müsste die Wortfamilie getrennt angesetzt werden.
Die Zuordnung zu einer einzigen sicheren Wortfamilie ist daher nicht möglich.
Wortbildung
Unter der Strong-Analyse wäre אָבֶה eine nominale Ableitung von אָבָה „willens sein“. Der semantische Wortbildungsweg wäre:
„willens sein“ → „Wollen“ → „Wunsch/Verlangen“.
Die genaue morphologische Bildung ist jedoch nicht durch ein produktives Paradigma oder Parallelbildungen ausreichend abgesichert.
Unter der BDB-Analyse liegt überhaupt keine solche Nominalbildung vor. אָבִי wäre vielmehr eine flektierte Verbform einer anderen beziehungsweise dialektalen Wurzel.
Unter der interjektionalen Analyse ist eine historische Wortbildung nicht zwingend zu bestimmen. Ein ursprünglich nominaler oder verbaler Ausdruck kann durch Grammatikalisierung zu einer Wunschpartikel geworden sein.
Diese konkurrierenden Möglichkeiten machen eine eindeutige Wortbildungsanalyse unmöglich.
Polysemie
Eine echte lexikalische Polysemie kann wegen des einzigen Belegs nicht nachgewiesen werden. Die verschiedenen deutschen Wiedergaben beruhen eher auf konkurrierenden Analysen als auf mehreren sicher belegten Bedeutungen.
1. Wunsch: traditionelle Strong-Bedeutung.
2. Verlangen: stärkere Variante derselben nominalen Analyse.
3. Sehnsucht: traditionelle Erweiterung von „longing“.
4. Bitte/Flehen: BDB-Analyse der tatsächlich belegten Form.
5. „wenn doch!“: interjektionale beziehungsweise optativische Funktionsbeschreibung.
6. „mein Vater!“: alternative Homographenanalyse von אָבִי, nicht eine Bedeutung des postulierten Nomens אָבֶה.
Homonyme und Homographe
Dieser Bereich ist für H15 besonders wichtig, weil gerade die Homographie die Interpretation des einzigen Verses erschwert.
אָבִי bedeutet regulär „mein Vater“: אָב „Vater“ + Possessivsuffix ־ִי. Genau diese Form steht graphisch auch in Ijob 34,36. Einige historische Ausleger verstehen den Vers deshalb als Anrede „mein Vater!“.
אֵבֶה – ebeh, Strong H16, ist ein eigenständiges maskulines Substantiv „Schilf, Papyrus“. Es erscheint in Ijob 9,26 und darf trotz der ähnlichen Konsonantenfolge nicht mit H15 vermischt werden.
אָבָה – abah, Strong H14, ist das Verb „willens sein, einwilligen“. Die traditionelle Strong-Etymologie verbindet H15 damit, grammatisch sind die beiden Einträge jedoch verschieden.
Unpunktiertes אבה kann außerdem andere morphologische Formen derselben oder benachbarter Wurzeln repräsentieren. Ohne Nikud ist eine sichere Zuordnung daher stark kontextabhängig.
Redewendungen und Sprichwörter
Ein produktiver phraseologischer Gebrauch des postulierten Nomens אָבֶה ist nicht belegt. Es existiert nur die eine biblische Konstruktion aus Ijob 34,36.
אָבִי יִבָּחֵן אִיּוֹב – „wenn doch Ijob geprüft würde“, „möge Ijob doch geprüft werden“, „ich wünschte, Ijob würde geprüft“.
Die Konstruktion kann funktional mit späteren hebräischen Wunschformeln verglichen werden, etwa הַלְוַאי שֶׁ־ „wenn doch … / hoffentlich …“, ohne dass daraus eine direkte etymologische Beziehung folgt.
Ein selbständiges Sprichwort mit אָבֶה ist nicht überliefert.
Metaphern
Unter der traditionellen Bedeutung „Verlangen, Sehnsucht“ lässt sich allgemein die konzeptuelle Metapher WUNSCH IST AUSRICHTUNG AUF EIN ZIEL ansetzen. Der Sprecher richtet seinen Willen auf einen noch nicht verwirklichten Sachverhalt.
In Ijob 34,36 steht allerdings keine ausgearbeitete metaphorische Bildlichkeit im Vordergrund. Der Ausdruck besitzt primär modale und pragmatische Funktion.
Unter der BDB-Interpretation „ich flehe“ wird der innere Wunsch zur sprachlichen Handlung: WUNSCH WIRD BITTE. Ein mentaler Zustand wird durch eine Äußerung nach außen gerichtet.
Metonymie
Die wichtigste mögliche metonymische Entwicklung besteht zwischen Wunsch und Wunschäußerung. Ein Wort für „Wunsch“ kann die Äußerung dieses Wunsches vertreten und damit funktional zur Interjektion werden.
Ebenso kann eine Verbform „ich bitte“ pragmatisch für den Inhalt der Bitte stehen. Statt wörtlich „ich bitte, dass Ijob geprüft werde“ übersetzt man idiomatisch „wenn doch Ijob geprüft würde“.
Dieser Übergang erklärt, weshalb nominale, verbale und interjektionale Analysen trotz grammatischer Unterschiede zu sehr ähnlichen Übersetzungen führen.
Register und Sprachstufe
Der Ausdruck gehört ausschließlich zum biblischen Hebräisch und dort zur sprachlich besonders schwierigen Weisheitsliteratur des Ijobbuches.
Ein eigenständiges feminines Substantiv אָבֶה „Wunsch“ gehört nicht zum produktiven modernen Standardwortschatz. Eine Verwendung in heutiger Alltagssprache wäre ohne ausdrückliche biblisch-philologische Bezugnahme ungewöhnlich beziehungsweise unverständlich.
Die Strong-Lemmaform besitzt deshalb heute primär lexikographischen, bibelwissenschaftlichen und konkordanztechnischen Status.
Die tatsächliche Form אָבִי in Ijob 34,36 ist als Wunschpartikel ebenfalls nicht produktiv neuhebräisch. Modern würde man einen entsprechenden Wunsch normalerweise mit הַלְוַאי, לוּ, שֶׁ... oder einer anderen regulären Wunschkonstruktion ausdrücken.
Regionale Varianten
Regionale Varianten des Lexems können nicht nachgewiesen werden, da nur ein einziger biblischer Beleg existiert.
Die BDB-Erklärung ist allerdings gerade deshalb bemerkenswert, weil sie eine dialektale Verbform vermutet und zum Vergleich einen arabischen Gebrauch aus der Region des Hauran heranzieht.
Falls diese Analyse zutrifft, könnte die ungewöhnliche Form einen historischen Dialektismus oder eine regionale Sprachschicht reflektieren. Dies bleibt jedoch hypothetisch.
Unterschiedliche jüdische Lesetraditionen können die Vokale und Bet ohne Dagesch unterschiedlich realisieren; daraus entstehen aber keine verschiedenen Lexeme.
Häufigkeit und aktuelle Statistik
| Strong-Nummer | H15 |
|---|---|
| Strong-Belegzahl | 1 |
| Bibelbuch | Ijob |
| Bibelstelle | Ijob 34,36 |
| Strong-Lemma | אָבֶה |
| Strong-Wortart | feminines Substantiv |
| Strong-Bedeutung | longing, desire |
| Masoretische Belegform | אָבִי |
| Morphologische Analyse in aktuellen digitalen Texten | Interjektion |
| BDB-Analyse | wahrscheinlich Verbform „ich bitte/flehe“ |
| Status als Lemma | Hapax; philologisch umstritten |
| Moderner produktiver Gebrauch von אָבֶה | nicht belegt |
Strong H15 besitzt exakt einen zugeordneten Bibelbeleg. Es handelt sich damit nach der Strong-Lemmatisierung um ein Hapax legomenon.
Die Angabe muss jedoch präzisiert werden: Nicht die Wörterbuchform אָבֶה steht einmal im masoretischen Text, sondern die Form אָבִי wird einmal in dieser besonderen semantischen Funktion dem Strong-Lemma H15 zugeordnet.
Eine computergestützte Suche nach der Zeichenfolge אבה würde daher den eigentlichen Ijob-34,36-Beleg nicht unmittelbar finden, weil der masoretische Text dort אבי schreibt.
Für modernes Hebräisch ist eine Frequenzstatistik des eigenständigen Nomens אָבֶה nicht sinnvoll. Es ist kein produktives modernes Standardlexem.
Wortbildung als Erstglied
אָבֶה ist nicht als produktives Erstglied hebräischer Wortbildungen belegt. Aufgrund des fehlenden sicheren nominalen Paradigmas existieren keine regulären Zusammensetzungen nach dem Muster אָבֶה־X.
Auch die tatsächliche Wunschform אָבִי aus Ijob 34,36 ist kein produktives Wortbildungselement. Sie steht syntaktisch selbständig vor dem folgenden Wunschsatz.
Moderne hebräische Begriffe für Wunsch und Verlangen bilden ihre Wortfamilien mit anderen Lexemen, etwa רָצוֹן, תְּשׁוּקָה oder חֵשֶׁק.
Wortbildung als Letztglied
Als produktives Letztglied ist אָבֶה ebenfalls nicht belegt. Es existiert keine historisch nachweisbare Reihe hebräischer Komposita auf ־אָבֶה mit der Bedeutung „Wunsch“ oder „Verlangen“.
Ähnliche Buchstabenfolgen in anderen Wörtern müssen unabhängig analysiert werden und dürfen nicht automatisch auf H15 zurückgeführt werden.
Übersetzungen
| Deutsch | Wunsch; Verlangen; als Ijob 34,36: wenn doch!; möge doch!; ich wünschte! |
|---|---|
| Albanisch | dëshirë; sikur të...!; do të doja që... |
| Arabisch | رغبة raġba; ليت layta – wenn doch! |
| Bengalisch | ইচ্ছা icchā; যদি ... হতো! yadi ... hato! |
| Bulgarisch | желание; дано...; да можеше... |
| Chinesisch | 愿望 yuànwàng; 但愿 dànyuàn; 要是……就好了 |
| Dänisch | ønske; gid...; om dog... |
| Englisch | desire; longing; would that...!; if only...! |
| Estnisch | soov; kui ometi...! |
| Finnisch | toive; halu; kunpa...! |
| Französisch | désir; souhait; si seulement...!; puisse... |
| Griechisch | επιθυμία; ευχή; μακάρι να... |
| Hindi | इच्छा icchā; काश kāś – wenn doch! |
| Indonesisch | keinginan; harapan; seandainya...! |
| Irisch | mian; gu mba...; dá mba rud é... |
| Italienisch | desiderio; magari...!; se solo...! |
| Japanisch | 願い negai; 願望 ganbō; ~ならばよいのに |
| Kroatisch | želja; kad bi barem...! |
| Lettisch | vēlme; kaut...! |
| Litauisch | noras; troškimas; kad tik...! |
| Maltesisch | xewqa; kieku...! |
| Niederländisch | wens; verlangen; was het maar zo dat...! |
| Norwegisch | ønske; om bare...! |
| Polnisch | pragnienie; życzenie; oby...! |
| Portugiesisch | desejo; quem dera...!; se ao menos...! |
| Rumänisch | dorință; de-ar...!; dacă măcar... |
| Russisch | желание; если бы...!; о, если бы...! |
| Schwedisch | önskan; längtan; om bara...! |
| Slowakisch | želanie; túžba; kiežby...! |
| Slowenisch | želja; ko bi le...! |
| Spanisch | deseo; ojalá...!; si tan solo...! |
| Tschechisch | přání; touha; kéž...! |
| Türkisch | istek; arzu; keşke...! |
| Ukrainisch | бажання; якби ж...!; о, якби...! |
| Ungarisch | vágy; kívánság; bárcsak...! |
| Urdu | خواہش ḫvāhiš; کاش kāš – wenn doch! |
| Walisisch | dymuniad; pe bai ond...! |
Für Ijob 34,36 ist eine interjektionale Übersetzung meist treffender als ein isoliertes Substantiv. „Wenn doch Ijob geprüft würde!“ bildet die syntaktische Funktion besser ab als ein unverbundenes „Wunsch“ oder „Verlangen“.
externe links
Bible Hub – Strong H15: אָבֶה / אָבִי – Strong-Eintrag mit der traditionellen Klassifikation als feminines Substantiv „longing, desire“ sowie der abweichenden BDB-Analyse.
Bible Hub – Strong H15, Konkordanz – dokumentiert den einzigen zugeordneten Beleg Ijob 34,36 und die tatsächlich auftretende Form אָבִי.
OpenBible – Strong H15 – Gegenüberstellung von Strong und Brown–Driver–Briggs; besonders wichtig für die unterschiedliche morphologische Analyse.
Blue Letter Bible – Strong H15 – historischer Strong-Eintrag, Konkordanz und BDB-Material zur einmaligen Form in Ijob 34,36.
Stronger – H0015 אָבֶה – moderne Zusammenstellung der historischen Strong-, BDB- und morphologischen Informationen; charakterisiert die Textfunktion als Wunschinterjektion.
OpenBible – Ijob 34,36, hebräischer Text – Westminster-Leningrad-Codex mit der tatsächlichen Form אָבִי und morphologischer Analyse als Interjektion.
Bible Hub – Ijob 34,36, Textanalyse – Wort-für-Wort-Analyse; אָבִי wird als „If only“ und als Interjektion klassifiziert.
Bible Hub – Ijob 34,36 Interlinear – interlineare Darstellung der Form אָבִי und des folgenden יִבָּחֵן „möge geprüft werden“.
Bible Hub – Ijob 34,36, hebräische Textzeugen – Vergleich von Westminster-Leningrad-Codex und Aleppo-Codex.
Sefaria – Ijob 34,36 – hebräischer Text und moderne jüdische Übersetzung „Would that Job were tried to the limit“.
NET Bible – Ijob 34,36 mit textkritischer Anmerkung – diskutiert ausdrücklich die Schwierigkeit von אָבִי, die Möglichkeit „mein Vater“, die Emendation zu einem Wunschverb und den Vergleich mit einem arabischen Ausdruck für „bitten“.
Keil and Delitzsch – Kommentar zu Ijob 34 – ausführliche historische Diskussion der konkurrierenden Interpretationen „mein Vater“ und interjektionaler Wunschform.
Bible Hub – Kommentare zu Ijob 34,36 – Sammlung älterer exegetischer Diskussionen zur problematischen Form אָבִי.
Translation Insights and Perspectives – Ijob 34,36 – übersetzungswissenschaftliche Diskussion der Form und ihrer verschiedenen Deutungen.
Bible Gateway – Ijob 34,36, Westminster Leningrad Codex – masoretischer Text mit אָבִי.
Hebräisches Wiktionary – אבה – dokumentiert das reguläre Verb אָבָה sowie das davon zu unterscheidende אֵבֶה „Schilf, Papyrus“.
Bible Hub – Strong H16 אֵבֶה – Vergleichseintrag zum homographisch ähnlichen, aber semantisch unabhängigen Nomen „Schilf, Papyrus“ in Ijob 9,26.