אֲבַדֹּה
hebräisch - deutsch
Transliteration: abaddoh
Grundbedeutung
אֲבַדֹּה bezeichnet in der traditionellen lexikographischen Erfassung Untergang, Vernichtung, Verderben beziehungsweise das Zugrundegehen. Das Wort gehört zur hebräischen Wurzel א־ב־ד, deren grundlegender semantischer Bereich „verloren gehen, verschwinden, zugrunde gehen“ umfasst. Anders als אֲבֵדָה „verlorene Sache, Fundsache“ bezeichnet אֲבַדֹּה an seiner einzigen biblischen Stelle keinen wiederauffindbaren Gegenstand, sondern den Bereich beziehungsweise Zustand des endgültigen Verderbens.
Die Form ist allerdings textkritisch außergewöhnlich. Sie erscheint nur in Sprüche 27,20 und dort innerhalb eines Ketiv-Qere-Befundes. Der geschriebene masoretische Text, das Ketiv, bietet וַאֲבַדֹּה, während die traditionelle Lesung, das Qere, וַאֲבַדּוֹ lautet. Der Vers stellt das Wort unmittelbar neben שְׁאוֹל Scheol: Beide werden als niemals gesättigt dargestellt und anschließend mit den niemals gesättigten Augen des Menschen parallelisiert.
Semantisch steht die Form dadurch sehr nahe bei אֲבַדּוֹן – Abaddon, dem biblischen Ausdruck für „Verderben, Vernichtung“ beziehungsweise den „Ort des Verderbens“ im Totenreich. Brown–Driver–Briggs behandelt אֲבַדֹּה beziehungsweise die Qere-Form אֲבַדּוֹ deshalb nicht als ein unabhängig entwickeltes, klar flektierbares Alltagswort, sondern verweist ausdrücklich auf אֲבַדּוֹן.
Die präziseste deutsche Grundbedeutung lautet daher „Verderben, Vernichtung, Untergang; im Kontext von Sprüche 27,20: Abaddon beziehungsweise Bereich des Verderbens“. Übersetzungen wie „Hölle“ oder „Totenreich“ sind bereits kontextuelle Interpretationen und nicht die engste etymologische Grundbedeutung.
Wortart
אֲבַדֹּה wird in Strong H10 als feminines Substantiv klassifiziert. Diese Angabe beschreibt die traditionelle lexikographische Behandlung der Form, darf jedoch nicht mit einem vollständig belegten nominalen Flexionsparadigma verwechselt werden.
Der einzige Beleg liegt in Sprüche 27,20 vor. Deshalb lassen sich aus dem Bibelkorpus weder ein regulärer Plural noch ein sicherer Status constructus noch Formen mit Possessivsuffixen dieses spezifischen Lemmas nachweisen. Aussagen über solche Formen wären Rekonstruktionen und keine belegte Grammatik.
Die femininale Einordnung passt syntaktisch zum Vers: שְׁאוֹל und das folgende Verderbenswort bilden zusammen das Subjekt zu תִשְׂבַּעְנָה, einer Form der 3. Person feminin Plural „sie werden satt“. Zugleich zeigen moderne morphologische Datenbanken bei der ungewöhnlichen Qere-Form voneinander abweichende Analysen. Gerade diese Variation bestätigt, dass die Stelle nicht wie ein gewöhnliches, morphologisch transparentes Substantiv behandelt werden sollte.
Lexikographisch ist daher die Formulierung zweckmäßig: feminines Substantiv beziehungsweise textkritische Nominalform der Wurzel א־ב־ד; nur Sprüche 27,20; eng mit אֲבַדּוֹן verbunden.
Aussprache
Die vorgegebene Transliteration lautet abaddoh. Eine stärker wissenschaftlich differenzierende Wiedergabe der Ketiv-Form ist ungefähr ʾăḇaddōh. Eine an moderner israelischer Aussprache orientierte Lesung wäre ungefähr avaddo.
Das anlautende Alef trägt Chataf-Patach und bezeichnet einen reduzierten a-Laut. Das folgende Bet besitzt kein Dagesch und wird in moderner israelischer Aussprache als /v/ realisiert. Dalet trägt Dagesch; historisch handelt es sich daher um eine Gemination beziehungsweise Verstärkung des Konsonanten, die im heutigen Standardhebräisch nicht mehr als echte Konsonantenlänge gesprochen wird.
Der Cholem bei Dalet ergibt den Vokal /o/. Das auslautende He der Ketiv-Form wird nicht als selbständiger Konsonant gesprochen. Entsprechend ergibt sich ungefähr /avaˈdo/.
Die Qere-Form אֲבַדּוֹ besitzt ebenfalls eine Aussprache ungefähr avaddo. Gerade deshalb ist die schriftliche Differenz zwischen Ketiv und Qere größer als ihr praktischer Unterschied in vielen heutigen Lesetraditionen.
Grammatik
| Lemma | אֲבַדֹּה |
|---|---|
| Transliteration | abaddoh |
| Wissenschaftliche Transliteration | ʾăḇaddōh |
| Moderne lautnahe Wiedergabe | avaddo |
| Wortart | Substantiv |
| Genus nach Strong H10 | feminin |
| Wurzel | א־ב־ד |
| Strong | H10 |
| Bedeutung | Verderben, Vernichtung, Untergang |
| Biblische Belegzahl | 1 Vers |
| Bibelstelle | Sprüche 27,20 |
| Ketiv | וַאֲבַדֹּה |
| Qere | וַאֲבַדּוֹ |
| Unpunktiertes Ketiv | ואבדה |
| Unpunktiertes Qere | ואבדו |
| Semantisch nächstes Lemma | אֲבַדּוֹן – Abaddon, Verderben |
| Regulärer Plural | für H10 nicht belegt |
| Status constructus | für H10 nicht sicher belegt |
| Possessivsuffixe | für H10 nicht als eigenes Paradigma belegt |
| Textstatus | singuläre Ketiv/Qere-Form |
Die Grammatik dieses Lemmas muss daher stärker textkritisch als paradigmatisch beschrieben werden. Es wäre methodisch falsch, anhand der einzigen Form ein vollständiges Deklinationssystem zu konstruieren.
Einige morphologische Datenbanken analysieren die Qere-Form וַאֲבַדּוֹ als eine Nominalform mit Suffix, andere ordnen sie unmittelbar der lexikalischen Einheit „Abaddon/Vernichtung“ zu. Die historische Lexikographie behandelt die Form jedenfalls im Umfeld von אֲבַדּוֹן und nicht als gewöhnliches modernes Femininum mit eigenständigem produktivem Paradigma.
Orthographie
Die Form אֲבַדֹּה ist orthographisch ungewöhnlich. Die Buchstabenfolge lautet א־ב־ד־ה. Unter Alef steht Chataf-Patach, unter Bet Patach; Dalet trägt Dagesch und Cholem, am Ende steht He.
Die masoretische Besonderheit besteht darin, dass in Sprüche 27,20 nicht nur eine gewöhnliche punktierte Form vorliegt. Das Ketiv lautet וַאֲבַדֹּה, während das Qere וַאֲבַדּוֹ vorgibt. Die Konsonantenschreibung und die traditionelle Lesung stimmen somit nicht vollständig überein.
Diese Unterscheidung ist für eine digitale Edition besonders wichtig. Wer lediglich die gedruckte Lesung übernimmt, kann die Ketiv-Form übersehen; wer ausschließlich den Konsonantentext auswertet, kann dagegen die traditionelle Aussprache und Interpretation verfehlen.
Die Form darf außerdem nicht mit אֲבֵדָה verwechselt werden. Unpunktiert erscheinen beide als אבדה, doch אֲבֵדָה bedeutet „verlorene Sache“, während אֲבַדֹּה in Sprüche 27,20 „Verderben/Vernichtung“ bezeichnet.
Ebenso ist die Form von אֲבַדּוֹן zu unterscheiden. Gerade diese Differenz ist jedoch textgeschichtlich instabil, weil die H10-Form von traditionellen Lexika ausdrücklich als Variante beziehungsweise problematische Schreibung im Umfeld von אֲבַדּוֹן behandelt wird.
Gebrauch
Der Gebrauch ist auf eine einzige biblische Stelle beschränkt. Sprüche 27,20 lautet in der masoretischen Überlieferung sinngemäß: Scheol und Verderben werden nicht satt, und ebenso werden die Augen des Menschen nicht satt.
Das Wort gehört damit zur Weisheitsliteratur. Sein unmittelbarer Parallelbegriff ist שְׁאוֹל, Scheol. Beide Begriffe werden personifiziert: Sie können bildlich „hungrig“ sein und werden niemals satt.
Die Aussage benutzt die Unersättlichkeit des Totenreiches als Vergleich für die Unersättlichkeit menschlichen Begehrens. So wie der Bereich des Todes immer weitere Tote aufnimmt, finden auch die „Augen des Menschen“ kein endgültiges Genügen.
Außerhalb dieser Stelle besitzt אֲבַדֹּה als genau so punktierte lexikographische Form keinen produktiven biblischen Gebrauch. Andere Aussagen über „Verderben“ verwenden insbesondere אֲבַדּוֹן, אָבְדָן, כִּלָּיוֹן oder verwandte Wörter.
Bedeutungsbereich
Der Bedeutungsbereich konzentriert sich auf das endgültige Zugrundegehen. Das Wort bezeichnet keinen alltäglichen Verlust wie eine verlegte Sache, sondern einen Zustand oder Bereich vollständigen Verderbens.
Im Kontext von Sprüche 27,20 besteht eine enge semantische Verbindung mit dem Totenreich. Das Wort kann deshalb konkretisiert als „Ort des Verderbens“ beziehungsweise als Variante von Abaddon verstanden werden.
Eine zweite semantische Ebene ist der abstrakte Vorgang „Vernichtung“. Aus dem Verb אָבַד „zugrunde gehen“ entsteht eine nominalisierte Vorstellung des Zugrundegehens selbst.
Eine dritte Ebene ist metaphorisch-personifizierend. Das Verderben wird wie ein Wesen oder Raum vorgestellt, der Tote aufnimmt und dennoch niemals gesättigt ist.
Lexikon
אֲבַדֹּה gehört zu den lexikographisch ungewöhnlichsten Formen am Anfang des hebräischen Wörterbuchs, weil seine Existenz als eigenständiges Lemma nahezu vollständig auf einer masoretischen Textvariante beruht. Strong weist ihm mit H10 zwar eine eigene Nummer zu, doch die ältere wissenschaftliche Lexikographie behandelt die Form wesentlich vorsichtiger.
Sprüche 27,20 verbindet שְׁאוֹל „Scheol“ mit einem zweiten Ausdruck aus der Wurzel א־ב־ד. In anderen Weisheitstexten steht neben Scheol gewöhnlich אֲבַדּוֹן. So erscheinen Scheol und Abaddon gemeinsam in Sprüche 15,11, während Ijob und Psalmen Abaddon mit Tod, Grab oder dem Bereich der Toten verbinden.
Diese Parallelstellen sind für die Erklärung von Sprüche 27,20 entscheidend. Sie zeigen, dass der Vers semantisch derselben festen Begriffswelt angehört: Scheol bezeichnet das Totenreich, Abaddon den Bereich des Untergangs beziehungsweise Verderbens innerhalb oder in enger Verbindung mit diesem Totenreich.
Der masoretische Befund erschwert jedoch die exakte Rekonstruktion der ursprünglichen Wortform. Das Ketiv bietet ואבדה, das Qere ואבדו. BDB vermerkt beide Formen und verweist anschließend auf אֲבַדּוֹן. Strong geht noch weiter und erklärt H10 im Wesentlichen als problematische beziehungsweise verkürzte Schreibung im Verhältnis zu H11.
Deshalb sollte der Eintrag nicht den Eindruck erwecken, אֲבַדֹּה habe im klassischen Hebräisch neben אֲבַדּוֹן ein umfangreiches eigenständiges Bedeutungs- und Flexionssystem besessen. Belegt ist vielmehr eine einzelne graphisch und masoretisch problematische Form mit der klaren kontextuellen Bedeutung „Verderben, Vernichtung, Abaddon“.
Der Vers selbst gehört zu einer Reihe kurzer Weisheitssprüche. Seine Struktur ist parallel: Zuerst werden Scheol und Verderben als unersättlich bezeichnet, dann die Augen des Menschen. Die Aussage richtet sich auf das menschliche Begehren, das immer Neues wahrnimmt und verlangt.
Die Wirkung des seltenen Wortes entsteht daher weniger durch eine besondere Einzeldefinition als durch die Verbindung mit Scheol. Der Leser soll einen grenzenlos aufnehmenden Bereich des Todes vor Augen haben. Dieses Bild wird auf die menschliche Begierde übertragen.
Auch die feminine Pluralform des Verbs תִשְׂבַּעְנָה ist bedeutend. Sie behandelt die beiden koordinierten Ausdrücke als grammatische Einheit und bestätigt zumindest die feminine syntaktische Umgebung, in der traditionelle Lexikographien die Form klassifizieren.
Für eine moderne Lexikondatenbank empfiehlt sich deshalb eine doppelte Verweisung: Der Eintrag אֲבַדֹּה sollte wegen Strong H10 und des Ketiv eigenständig auffindbar bleiben, zugleich aber unmittelbar auf אֲבַדּוֹן verweisen. Dadurch bleiben sowohl die Konkordanztradition als auch die historische Lexikographie sichtbar.
Etymologie
| Lemma | אֲבַדֹּה |
|---|---|
| Wurzel | א־ב־ד |
| Verbale Grundlage | אָבַד – verloren gehen, zugrunde gehen |
| Grundbedeutung der Wurzel | Verlust, Verschwinden, Untergang |
| Strong H10 | „a perishing“, destruction |
| BDB | verweist auf אֲבַדּוֹן |
| Eng verwandte Form | אֲבַדּוֹן – Verderben, Abaddon |
| Weitere verwandte Form | אֲבֵדָה – verlorene Sache, Verlust |
| Textgeschichtlicher Status | Ketiv/Qere-Sonderform in Sprüche 27,20 |
Die etymologische Grundlage ist eindeutig die Wurzel א־ב־ד. Ihr Verb אָבַד bedeutet „verloren gehen, verschwinden, zugrunde gehen“. Sämtliche Nomina dieser Wortfamilie ordnen unterschiedliche Aspekte dieses Grundkonzepts.
אֲבֵדָה bezeichnet primär das Verlorene, אָבְדָן den Verlust beziehungsweise Untergang, אֲבַדּוֹן das Verderben oder den Ort des Verderbens und die seltene Form אֲבַדֹּה steht ebenfalls im Bereich „Vernichtung, Untergang“.
Die genaue morphologische Entstehung von H10 ist wegen der einmaligen Ketiv/Qere-Überlieferung nicht sicher zu rekonstruieren. Strong beschreibt die Form als dieselbe beziehungsweise eng mit אֲבֵדָה verbundene Bildung, zugleich aber als fehlerhafte beziehungsweise abweichende Schreibung für אֲבַדּוֹן. BDB vermeidet eine weitgehende selbständige Analyse und verweist auf Abaddon.
Eine wissenschaftlich vorsichtige Etymologie sollte deshalb nicht behaupten, ein eigenes reguläres Nominalmuster sei durch zahlreiche Formen gesichert. Sicher ist die Wurzel אבד; wahrscheinlich beziehungsweise lexikographisch gut gestützt ist die enge Beziehung zu אֲבַדּוֹן.
Wortgeschichte
Die gesamte sichere biblische Geschichte von אֲבַדֹּה konzentriert sich auf Sprüche 27,20. Bereits die masoretische Tradition dokumentiert eine Unsicherheit zwischen geschriebener und gelesener Form.
Das Ketiv bewahrt die Konsonantenfolge אבדה, die äußerlich auch mit אֲבֵדָה „Verlust, verlorene Sache“ zusammenfallen kann. Die Vokalisation und der Zusammenhang führen jedoch in eine andere semantische Richtung: „Verderben“ beziehungsweise „Abaddon“.
Das Qere אֲבַדּוֹ entfernt die auslautende He-Schreibung und nähert die Form zusätzlich dem Wortfeld von אֲבַדּוֹן an. Ob die Lesung als verkürzte Form, als suffigierte Bildung oder als textgeschichtliche Variante zu erklären ist, wird in morphologischen Ressourcen unterschiedlich beurteilt.
In mittelalterlicher jüdischer Exegese wird der Ausdruck gewöhnlich semantisch als Bereich des Verderbens beziehungsweise Gehinnom verstanden. Rashi erklärt Scheol und den zweiten Begriff als Räume, die immer weitere Frevler aufnehmen und nicht satt werden.
In christlicher Konkordanztradition wurde die Form später als eigenes Strong-Lemma H10 katalogisiert. Diese Nummerierung hat dazu geführt, dass אֲבַדֹּה in digitalen Wörterbüchern oft wie ein reguläres eigenständiges Lexem erscheint, obwohl seine textgeschichtliche Grundlage äußerst schmal ist.
Moderne wissenschaftliche Arbeit sollte deshalb Strong H10 als nützlichen Suchschlüssel, aber nicht als Beweis für ein eigenständiges produktives historisches Wort behandeln.
Historische Einordnung
Die Form gehört zur biblischen Weisheitsliteratur, genauer zum Buch Sprüche. Sie befindet sich in Sprüche 27,20 innerhalb einer Sammlung kurzer Sentenzen.
Der größere sprachliche Zusammenhang ist charakteristisch für die israelitisch-jüdische Vorstellung von Tod und Totenreich. Begriffe wie שְׁאוֹל Scheol, אֲבַדּוֹן Abaddon, קֶבֶר Grab und מָוֶת Tod bilden ein semantisches Netzwerk, in dem verschiedene Aspekte des Sterbens und der Unterwelt bezeichnet werden.
Abaddon erscheint ausschließlich in der Weisheits- und Psalmentradition. Die enge Verbindung zwischen אֲבַדֹּה und Abaddon ordnet auch Sprüche 27,20 in diesen begriffsgeschichtlichen Zusammenhang ein.
Erst viel später entwickelte Abaddon in der christlichen Offenbarungstradition zusätzlich die Funktion eines Eigennamens für den „Engel des Abgrunds“. Diese neutestamentliche Entwicklung darf nicht rückwirkend auf אֲבַדֹּה in Sprüche 27,20 übertragen werden.
Antonyme
Ein festes lexikalisches Antonym ist für die singuläre Form nicht belegt. Semantisch lassen sich jedoch mehrere Gegenpole bestimmen.
Leben – Gegenpol zu Tod und Verderben.
Fortbestand – Gegenpol zu Untergang.
Erhaltung – Gegenpol zu Vernichtung.
Rettung – Bewahrung vor drohendem Verderben.
Heil – religiös-theologischer Gegenbereich zu Verderben und Untergang.
Synonyme
אֲבַדּוֹן – avaddon – Verderben, Vernichtung, Abaddon; engste lexikographische Entsprechung.
אָבְדָן – avdan – Untergang, Verlust, Vernichtung.
אֹבֵד – obed – biblisches Abstraktnomen „Untergang, Vernichtung“ in Numeri 24.
כִּלָּיוֹן – kilayon – vollständiger Untergang, Vernichtung.
חֻרְבָּן – churban – Zerstörung, Verwüstung, Untergang.
הֶרֶס – heres – Zerstörung.
שְׁמָד – shmad – Vernichtung, Ausrottung; stärker in späterem Hebräisch.
Vernichtung – zentrale deutsche Entsprechung.
Verderben – besonders in religiösem und bibelsprachlichem Kontext.
Abgrenzung
Die wichtigste Abgrenzung besteht zu אֲבֵדָה. Dieses Wort bezeichnet biblisch eine verlorene Sache beziehungsweise Fundsache. אֲבַדֹּה bezeichnet dagegen in Sprüche 27,20 Vernichtung beziehungsweise Verderben. Ohne Vokalzeichen können beide als אבדה erscheinen.
Von אֲבַדּוֹן ist die Form graphisch zu unterscheiden, semantisch aber kaum. BDB stellt ausdrücklich eine Verbindung zu אֲבַדּוֹן her. Der Eintrag H10 sollte daher als textuelle Sonderform im Umfeld von Abaddon verstanden werden.
Von אָבְדָה „sie ging verloren“ ist אֲבַדֹּה ebenfalls zu unterscheiden. אָבְדָה ist eine feminine Vergangenheitsform des Verbs אָבַד, kein Substantiv.
Von אָבְדָן unterscheidet sich die Form durch Morphologie und Gebrauch. אָבְדָן ist ein regulär belegtes Substantiv „Untergang, Verlust“, während אֲבַדֹּה nur einmal und textkritisch problematisch vorkommt.
Auch die neutestamentliche Gestalt Ἀβαδδών „Abaddon“ ist nicht unmittelbar mit אֲבַדֹּה gleichzusetzen. Sie basiert auf dem hebräischen אֲבַדּוֹן und gehört einer späteren Rezeptionsstufe an.
Kontext
| Bibelbuch | Sprüche |
|---|---|
| Bibelstelle | Sprüche 27,20 |
| Literarische Gattung | Weisheitsspruch |
| Ketiv | וַאֲבַדֹּה |
| Qere | וַאֲבַדּוֹ |
| Unmittelbarer Parallelbegriff | שְׁאוֹל – Scheol |
| Prädikat | לֹא תִשְׂבַּעְנָה – sie werden nicht satt |
| Vergleichsgröße | die Augen des Menschen |
| Bedeutungsfeld | Tod, Untergang, Verderben, Unersättlichkeit |
| Textkritik | singuläre Ketiv/Qere-Abweichung |
| Lexikographische Parallele | אֲבַדּוֹן – Abaddon |
Kollokationen und Kookkurrenzen
| שְׁאוֹל וַאֲבַדֹּה | Scheol und Verderben; Ketiv in Sprüche 27,20 |
|---|---|
| שְׁאוֹל וַאֲבַדּוֹ | Scheol und Verderben/Abaddon; Qere-Tradition |
| לֹא תִשְׂבַּעְנָה | sie werden nicht satt |
| עֵינֵי הָאָדָם | die Augen des Menschen |
| שְׁאוֹל וַאֲבַדּוֹן | Scheol und Abaddon; semantisch parallele Verbindung in Sprüche 15,11 |
| שְׁאוֹל ... אֲבַדּוֹן | häufige begriffliche Parallelisierung von Totenreich und Verderben in der Weisheitsliteratur |
Oberbegriff
Lexikalisch:
Sprache → semitische Sprachen → nordwestsemitische Sprachen → Hebräisch → biblisches Hebräisch → Substantiv → Abstraktum → אֲבַדֹּה.
Semantisch:
Existenzverlust → Untergang → Vernichtung → אֲבַדֹּה.
Religionsgeschichtlich:
Tod → Totenreich → Scheol/Abaddon → אֲבַדֹּה.
Textkritisch:
Masoretischer Text → Ketiv/Qere → Sprüche 27,20 → אֲבַדֹּה.
Unterbegriffe
Aufgrund des einzigen Belegs besitzt אֲבַדֹּה keine historisch etablierte Reihe von Unterbegriffen. Sachlich lassen sich jedoch mehrere Aspekte seines Bedeutungsbereichs unterscheiden.
Untergang – Ende des Fortbestehens.
Vernichtung – vollständige Beseitigung.
Verderben – negativer Endzustand.
Ort des Verderbens – räumlich konkretisierte Bedeutung im Umfeld von Abaddon.
Totenreich – weiter gefasster religionsgeschichtlicher Bereich, mit dem der Ausdruck im Vers verbunden ist.
Wortfamilie
אָבַד – abad – verloren gehen, verschwinden, zugrunde gehen.
אֲבֵדָה – abedah – verlorene Sache, Fundsache; später auch Verlust.
אֹבֵד – obed – Untergang, Vernichtung.
אֲבַדּוֹן – avaddon – Verderben, Vernichtung, Abaddon.
אָבְדָן – avdan – Verlust, Untergang.
אָבוּד – avud – verloren, hoffnungslos.
אִיבּוּד – ibud – Verlust, Beseitigung, Vernichtung.
אִבֵּד – ibed – verlor, vernichtete; Piel.
הֶאֱבִיד – he'evid – vernichtete, richtete zugrunde; Hifil.
אֲבַד – abad – biblisch-aramäisches Kognat „zugrunde gehen; kausativ vernichten“.
Wortbildung
Die Form gehört zum wortgeschichtlichen Netzwerk der Wurzel א־ב־ד. Anders als bei regulären Ableitungen ist ihr exaktes Nominalmuster jedoch wegen der isolierten Textüberlieferung nicht zuverlässig als produktives Paradigma zu rekonstruieren.
Semantisch ist die Bildung problemlos verständlich: Aus dem Konzept „verloren gehen, zugrunde gehen“ entsteht ein Nomen für das Zugrundegehen selbst beziehungsweise einen Ort des Untergangs.
Die stärkere Konsonantenartikulation in דּ verbindet die Form äußerlich mit אֲבַדּוֹן. Gerade dies unterstützt die traditionelle lexikographische Verknüpfung mit Abaddon.
Für die synchrone moderne Wortbildung besitzt אֲבַדֹּה keine Produktivität. Neue Wörter werden nicht auf dieser Basis gebildet.
Polysemie
Wegen des einzigen Belegs kann keine umfangreiche historische Polysemie nachgewiesen werden. Die möglichen Bedeutungsnuancen ergeben sich aus verschiedenen Abstraktionsgraden desselben Grundkonzepts.
1. Zugrundegehen: der Vorgang des Vergehens.
2. Vernichtung: vollständiger Existenzverlust.
3. Verderben: negativer Endzustand.
4. Bereich des Verderbens: räumliche Konkretisierung im Kontext des Totenreiches.
5. Abaddon: traditionelle lexikographische Gleichsetzung beziehungsweise enge Verbindung mit אֲבַדּוֹן.
Diese Bedeutungen sollten nicht wie unabhängig entwickelte Wörter behandelt werden. Sie bilden Varianten der einen Grundvorstellung des endgültigen Untergangs.
Homonyme und Homographe
Die unpunktierte Ketiv-Form אבדה fällt vollständig mit anderen Formen derselben Wurzel zusammen.
אֲבַדֹּה – Verderben, Vernichtung; Strong H10, Sprüche 27,20.
אֲבֵדָה – verlorene Sache, Fundsache; Strong H9.
אָבְדָה – Qal Perfekt 3. Person Singular feminin von אָבַד: „sie ging verloren“, „sie ging zugrunde“.
Ohne Nikud können diese Formen nicht anhand der Konsonanten allein unterschieden werden. Syntax, Kontext und masoretische Tradition sind erforderlich.
Die Qere-Form אֲבַדּוֹ erzeugt zusätzlich Nähe zu Formen mit der Endung ־וֹ. Einzelne morphologische Datenbanken interpretieren sie daher anders als traditionelle Wörterbücher.
Von אֲבַדּוֹן unterscheidet sich die Form durch den fehlenden Nun-Auslaut; semantisch gehört sie jedoch demselben oder einem sehr eng benachbarten Wortfeld an.
Redewendungen und Sprichwörter
Eine produktive Redewendung mit אֲבַדֹּה ist nicht überliefert. Die einzige feste biblische Verbindung ist:
שְׁאוֹל וַאֲבַדֹּה beziehungsweise nach Qere שְׁאוֹל וַאֲבַדּוֹ – „Scheol und Verderben/Abaddon“.
Die vollständige Aussage לֹא תִשְׂבַּעְנָה „sie werden nicht satt“ bildet daraus eine personifizierende Weisheitsformel.
Die gedanklich parallele Verbindung שְׁאוֹל וַאֲבַדּוֹן in Sprüche 15,11 bestätigt die enge traditionelle Verbindung der beiden Begriffe.
Metaphern
Die zentrale Metapher von Sprüche 27,20 lautet TOD IST HUNGER. Scheol und Verderben werden als Wesen beziehungsweise Räume vorgestellt, die aufnehmen, verschlingen und dennoch niemals satt werden.
Daraus entsteht die weiterführende Analogie MENSCHLICHES BEGEHREN IST UNERSÄTTLICHKEIT DES TODES. So wie das Totenreich immer weitere Menschen aufnimmt, suchen die Augen des Menschen immer weitere Gegenstände des Begehrens.
Eine weitere Metapher lautet VERNICHTUNG IST EIN ORT. Aus dem abstrakten Vorgang des Zugrundegehens kann ein räumlich vorgestellter Bereich „Abaddon“ werden.
Diese räumliche Konzeptualisierung ist in der Weisheitsliteratur mehrfach sichtbar, wenn Scheol, Abaddon, Tod und Grab als miteinander verbundene Bereiche dargestellt werden.
Metonymie
Der abstrakte Begriff „Verderben“ kann metonymisch für den Ort der Verdorbenen beziehungsweise Untergegangenen stehen. Das Ergebnis oder der Zustand bezeichnet damit den Raum, in dem die Betroffenen gedacht werden.
Umgekehrt kann der „Ort des Verderbens“ für den Vorgang der Vernichtung selbst stehen. Die Grenze zwischen Abstraktum und Ortsbezeichnung ist bei אֲבַדּוֹן und der damit verbundenen Form אֲבַדֹּה deshalb fließend.
In Sprüche 27,20 steht Scheol metonymisch für die Gesamtheit des Todesbereichs; der parallele Verderbensausdruck verstärkt diese Vorstellung.
Register und Sprachstufe
אֲבַדֹּה gehört ausschließlich zum biblischen Hebräisch und dort zu einer singulären Ketiv/Qere-Überlieferung in der Weisheitsliteratur.
Als eigenständiges modernes hebräisches Standardwort ist diese Punktierung nicht produktiv. Ein heutiger Sprecher verwendet für „Untergang“ eher אָבְדָן, כִּלָּיוֹן, חֻרְבָּן oder andere gebräuchliche Nomina.
Die Form wirkt daher extrem archaisch und philologisch. Sie begegnet heute hauptsächlich in Bibelausgaben, Konkordanzen, textkritischen Apparaten, theologischer Literatur und historischen Wörterbüchern.
Der Begriff אֲבַדּוֹן ist kultur- und religionsgeschichtlich wesentlich bekannter und besitzt auch außerhalb der unmittelbaren Bibelstelle eine eigenständige Rezeptionsgeschichte.
Regionale Varianten
Regionale Varianten des Lemmas selbst sind aufgrund des einzigen Belegs nicht feststellbar. Unterschiede betreffen vor allem Lesetraditionen und Transliterationssysteme.
Eine traditionelle buchstabenorientierte Transliteration lautet abaddoh. Eine wissenschaftliche Umschrift kann ʾăḇaddōh verwenden. Moderne israelische Leseweise ergibt ungefähr avaddo.
Aschkenasische, sephardische, mizrachische und jemenitische Bibellesetraditionen können besonders die Qualität von Chataf-Patach, Cholem und die historische Gemination unterschiedlich realisieren.
Diese Aussprachetraditionen dürfen nicht mit verschiedenen lexikalischen Bedeutungen verwechselt werden.
Häufigkeit und aktuelle Statistik
| Strong-Nummer | H10 |
|---|---|
| Wortart nach Strong | feminines Substantiv |
| Biblische Stellen | 1 |
| Bibelstelle | Sprüche 27,20 |
| Ketiv | וַאֲבַדֹּה |
| Qere | וַאֲבַדּוֹ |
| Strong-Bedeutung | a perishing; destruction |
| BDB | verweist auf אֲבַדּוֹן |
| Lexikographischer Status | singuläre textkritische Sonderform |
| Produktiver moderner Gebrauch | nicht nachweisbar |
| Digitales Zählproblem | Ketiv und Qere können technisch als zwei Token derselben Versstelle erscheinen |
Die korrekte Häufigkeitsangabe lautet eine Bibelstelle. Manche digitale Konkordanzen können zwei technische Formen anzeigen, weil sowohl Ketiv als auch Qere separat indexiert werden. Dies bedeutet nicht, dass das Lemma zweimal in zwei verschiedenen Textstellen vorkommt.
Die einzige Stelle ist Sprüche 27,20. Damit gehört אֲבַדֹּה im strengen Sinn zu den Hapax-legomena beziehungsweise singulär belegten Lexemformen der Hebräischen Bibel.
Eine moderne Frequenzstatistik ist nicht sinnvoll, da diese spezielle Form kein produktives neuhebräisches Lexem darstellt. Moderne Treffer würden überwiegend Bibelzitate, Wörterbuchseiten oder Diskussionen derselben Stelle repräsentieren.
Wortbildung als Erstglied
אֲבַדֹּה ist nicht als produktives Erstglied belegt. Es gibt keine reguläre Reihe biblischer oder moderner Komposita nach dem Muster אֲבַדֹּה־X.
Für moderne Wortbildungen im Bedeutungsfeld „Verlust“ und „Untergang“ werden andere Mitglieder der Wurzel א־ב־ד verwendet, insbesondere אובדן beziehungsweise אָבְדַן־ in Constructusverbindungen.
Die isolierte H10-Form sollte daher nicht künstlich als Wortbildungselement produktiv gemacht werden.
Wortbildung als Letztglied
Auch als produktives Letztglied ist אֲבַדֹּה nicht belegt. Die Verbindung שְׁאוֹל וַאֲבַדֹּה ist eine syntaktische Koordination zweier Substantive und kein zusammengesetztes Wort.
Andere auf אבדה endende Zeichenfolgen können völlig andere grammatische Formen enthalten und müssen separat analysiert werden.
Übersetzungen
| Deutsch | Verderben; Vernichtung; Untergang; Abaddon |
|---|---|
| Albanisch | shkatërrim; humbje; Abaddon |
| Arabisch | هلاك halāk; دمار damār; أبدّون Abaddūn |
| Bengalisch | বিনাশ bināś; ধ্বংস dhbaṃsa; আবদ্দোন |
| Bulgarisch | гибел; унищожение; Авадон |
| Chinesisch | 毁灭 huǐmiè; 灭亡 mièwáng; 亚巴顿 Yàbādùn |
| Dänisch | undergang; ødelæggelse; Abaddon |
| Englisch | destruction; perdition; ruin; Abaddon |
| Estnisch | häving; hukatus; Abaddon |
| Finnisch | tuho; kadotus; Abaddon |
| Französisch | destruction; perdition; Abaddon |
| Griechisch | καταστροφή; απώλεια; Αβαδδών |
| Hindi | विनाश vināś; नाश nāś; अबद्दोन |
| Indonesisch | kebinasaan; kehancuran; Abadon |
| Irisch | scrios; díothú; Abadón |
| Italienisch | distruzione; perdizione; Abaddon |
| Japanisch | 滅び horobi; 滅亡 metsubō; アバドン Abadon |
| Kroatisch | propast; uništenje; Abadon |
| Lettisch | iznīcība; bojāeja; Abadons |
| Litauisch | pražūtis; sunaikinimas; Abadonas |
| Maltesisch | qerda; rovina; Abaddon |
| Niederländisch | ondergang; vernietiging; Abaddon |
| Norwegisch | undergang; ødeleggelse; Abaddon |
| Polnisch | zagłada; zniszczenie; Abaddon |
| Portugiesisch | destruição; perdição; Abadom |
| Rumänisch | pieire; distrugere; Abadon |
| Russisch | гибель; уничтожение; Аваддон |
| Schwedisch | undergång; fördärv; Abaddon |
| Slowakisch | záhuba; zničenie; Abaddon |
| Slowenisch | poguba; uničenje; Abadon |
| Spanisch | destrucción; perdición; Abadón |
| Tschechisch | záhuba; zničení; Abaddon |
| Türkisch | yıkım; helâk; Abaddon |
| Ukrainisch | загибель; знищення; Аваддон |
| Ungarisch | pusztulás; megsemmisülés; Abaddon |
| Urdu | ہلاکت halākat; تباہی tabāhī; ابدون |
| Walisisch | dinistr; distryw; Abaddon |
Bei der Übersetzung sollte „Abaddon“ dort verwendet werden, wo der religionsgeschichtliche beziehungsweise ortsbezogene Charakter des Verses hervorgehoben wird. „Verderben“, „Vernichtung“ oder „Untergang“ geben dagegen die lexikalische Grundbedeutung transparenter wieder.
externe links
Bible Hub – Strong H10: אֲבַדֹּה – lexikographischer Haupteintrag zur singulären Form mit der Bedeutung „destruction“ und Verweis auf אֲבַדּוֹן.
Bible Hub – Strong H10, Konkordanz – dokumentiert die einzige Bibelstelle Sprüche 27,20 und zeigt Ketiv וַאֲבַדֹּה sowie Qere וַאֲבַדּוֹ.
OpenBible – Sprüche 27,20, hebräischer Text – Westminster-Leningrad-Codex mit expliziter Kennzeichnung von Ketiv und Qere.
Sefaria – Sprüche 27,20 – hebräischer Text und Übersetzungen des Weisheitsspruchs über Scheol, Abaddon und die Unersättlichkeit des menschlichen Auges.
Sefaria – Steinsaltz zu Sprüche 27,20 – moderner jüdischer Kommentar zum Vers und seinem Bild von Scheol und Verderben.
Chabad – Mischle/Sprüche 27 – masoretischer Text und Rashi-Kommentar; der Ausdruck wird im Sinn von Grab und Gehinnom interpretiert.
Bible.com – Sprüche 27,20–22, WLC – hebräischer Vergleichstext mit sichtbarer Ketiv/Qere-Überlieferung.
Blue Letter Bible – Strong H10 – historische Strong- und BDB-Angaben zur Form, ihrer Ableitung und dem einzigen Versbeleg.
Bible Hub – Strong H11: אֲבַדּוֹן – Vergleichslemma Abaddon „Ort des Verderbens, Vernichtung“ mit sechs biblischen Belegen.
Brown–Driver–Briggs – אֲבַדּוֹן – wissenschaftlich wichtige Analyse von Abaddon und ausdrücklicher Hinweis auf Ketiv אבדה und Qere אֲבַדּוֹ in Sprüche 27,20.
OpenBible – Strong H11 Abaddon – BDB- und Strong-Material zur Verbindung von אֲבַדּוֹן mit Scheol, Tod und Grab.
Hebräisches Wiktionary – אבדה – unterscheidet ausdrücklich אֲבֵדָה „verlorene Sache“ und אֲבַדֹּה „Verderben“ und kennzeichnet letztere als einmalig biblisch belegt.
Wikisource – biblische Hapaxformen – führt וַאֲבַדּוֹ aus Sprüche 27,20 unter den singulären beziehungsweise seltenen Formen.
Wikisource – Strong-Konkordanz H10/H11 – hebräische Wiedergabe der Strong-Einträge אֲבַדֹּה und אֲבַדּוֹן.