Aalgattung

Aalgattung

Grundbedeutung

Aalgattung bezeichnet im biologisch-taxonomischen Grundsinn eine Gattung von Aalen, also eine systematische Gruppe eng verwandter Aalarten. Das Wort ist ein transparentes Determinativkompositum aus Aal und Gattung und lässt sich unmittelbar als „Gattung von Aalen“ paraphrasieren. In modernen zoologischen Zusammenhängen wird der Ausdruck besonders für die Gattung Anguilla Schrank, 1798 verwendet, zu der die eigentlichen Süßwasseraale gehören, darunter der Europäische Aal (Anguilla anguilla), der Amerikanische Aal (Anguilla rostrata) und der Japanische Aal (Anguilla japonica).

Das deutsche Wort Aalgattung ist jedoch nicht selbst der wissenschaftliche Name eines bestimmten Taxons. Es kann grundsätzlich auch generisch „eine Gattung von Aalen“ bedeuten. Historische naturkundliche Texte verwenden es entsprechend weiter und teilweise für Fischgruppen, die nach moderner zoologischer Systematik nicht zur Gattung Anguilla und zum Teil nicht einmal zur Familie Anguillidae gehören. Erst eine Verbindung wie Aalgattung Anguilla bezeichnet eindeutig die konkrete zoologische Gattung der Süßwasseraale.

Taxonomisch ist außerdem zwischen Gattung, Art, Familie und Ordnung zu unterscheiden. Eine Aalgattung umfasst Arten; sie ist selbst nicht mit einer Aalart identisch. Die Gattung Anguilla gehört zur Familie Anguillidae, diese wiederum zur Ordnung der Aalartigen (Anguilliformes).

Wortart

Aalgattung ist ein Substantiv. Das grammatische Genus ist Femininum: die Aalgattung. Das Genus wird durch das Grundwort Gattung bestimmt, das ebenfalls feminin ist.

Wortbildungsmorphologisch handelt es sich um ein substantivisches Determinativkompositum. Aal fungiert als Bestimmungswort, Gattung als Grundwort. Das Grundwort legt fest, dass eine taxonomische beziehungsweise klassifikatorische Gruppe bezeichnet wird; das Erstglied schränkt diese Gruppe auf Aale ein.

Das Wort ist zählbar. Man kann von einer Aalgattung, mehreren Aalgattungen oder verschiedenen Aalgattungen sprechen. Besonders in historischen Texten ist der Plural sinnvoll, wenn mehrere voneinander unterschiedene aalartige Fischgattungen miteinander verglichen werden.

Aussprache

Die standarddeutsche Aussprache kann als [ˈaːlˌɡatʊŋ] wiedergegeben werden. Der Hauptakzent liegt auf dem Erstglied Aal-; das Grundwort -gattung trägt einen schwächeren Nebenakzent. Die Silbengliederung lautet Aal-gat-tung.

Das Doppel-a in Aal bezeichnet den langen Vokal [aː]. Das Grundwort Gattung besitzt dagegen einen kurzen Vokal [a]. Die Endung -ung wird standardsprachlich als [ʊŋ] gesprochen.

Die Aussprache folgt damit vollständig den lautlichen Eigenschaften der beiden selbständigen Wörter Aal und Gattung. Besondere lautliche Veränderungen an der Kompositionsgrenze treten nicht auf.

Grammatik

Lemma Aalgattung
Wortart Substantiv
Genus Femininum
Bestimmter Artikel die Aalgattung
Nominativ Singular die Aalgattung
Genitiv Singular der Aalgattung
Dativ Singular der Aalgattung
Akkusativ Singular die Aalgattung
Nominativ Plural die Aalgattungen
Genitiv Plural der Aalgattungen
Dativ Plural den Aalgattungen
Akkusativ Plural die Aalgattungen
Pluralbildung -en: Aalgattung → Aalgattungen
Kompositionstyp substantivisches Determinativkompositum
Bestimmungswort Aal
Grundwort Gattung
Fachsprachlicher Bereich Zoologie und biologische Systematik

Die Flexion folgt vollständig dem Grundwort Gattung. Im Singular bleibt die Wortform in allen Kasus unverändert. Der Plural wird mit -en gebildet: Aalgattungen. Im Dativ Plural tritt keine weitere Endung hinzu, weil die Pluralform bereits auf -n endet.

In Verbindung mit wissenschaftlichen Gattungsnamen kann das Wort attributiv beziehungsweise appositivisch gebraucht werden: die Aalgattung Anguilla, Arten der Aalgattung Anguilla, Vertreter der Aalgattung Anguilla.

Orthographie

Die standardsprachliche Schreibung lautet Aalgattung. Das Wort wird entsprechend den Regeln für deutsche substantivische Zusammensetzungen zusammengeschrieben und als Substantiv großgeschrieben.

Aal + Gattung → Aalgattung.

Zwischen den beiden Bestandteilen erscheint kein Fugenelement. Formen wie *Aalsgattung, *Aalengattung oder *Aalesgattung entsprechen daher nicht der regulären standardsprachlichen Bildung.

Die Worttrennung lautet Aal|gat|tung. Das Wort besitzt zehn Buchstaben und drei Silben. Die morphologische Grenze zwischen den beiden unmittelbaren Wortbestandteilen liegt zwischen l und g.

Historisch kann die Schreibweise Aal-Gattung begegnen. Der Bindestrich dient dabei lediglich der graphischen Gliederung des Kompositums und begründet kein selbständiges Lexem.

Gebrauch

Aalgattung gehört vor allem zum Wortschatz der Zoologie, Ichthyologie, Taxonomie und historischen Naturkunde. Das Wort wird verwendet, wenn nicht eine einzelne Aalart, sondern eine auf der taxonomischen Rangstufe Gattung zusammengefasste Gruppe bezeichnet werden soll.

Im heutigen wissenschaftlichen Deutsch ist häufig eine Verbindung aus dem deutschen Rangbegriff und dem lateinischen Gattungsnamen präziser: Gattung Anguilla oder Aalgattung Anguilla. Das alleinstehende Wort Aalgattung bleibt dagegen semantisch allgemeiner.

Historische Naturkundler verwendeten Aalgattung teilweise in einem weiteren und weniger streng standardisierten Sinn. Bezeichnungen wie „eine andere Aalgattung“ konnten Fischgruppen nach ihrer äußeren Gestalt, traditionellen Einteilung oder dem damaligen zoologischen System zusammenfassen. Deshalb darf ein historischer Beleg nicht ohne Prüfung auf die moderne Gattung Anguilla übertragen werden.

Außerhalb biologischer Texte ist das Wort selten. Die Bestandteile sind jedoch so transparent, dass auch nicht fachkundige Sprecher seine ungefähre Bedeutung gewöhnlich unmittelbar verstehen können.

Bedeutungsbereich

Der zentrale Bedeutungsbereich ist die biologische Systematik. Eine Gattung ist eine taxonomische Rangstufe, die in der klassischen Hierarchie oberhalb der Art und unterhalb der Familie steht. Eine Aalgattung fasst damit mehrere eng verwandte Aalarten zusammen.

In moderner enger Verwendung ist insbesondere die Gattung Anguilla gemeint. Sie gehört zur Familie Anguillidae, den eigentlichen beziehungsweise sogenannten Süßwasseraalen, innerhalb der Ordnung Anguilliformes.

Historisch reicht der Bedeutungsbereich weiter. Aalgattung konnte eine zoologische Gruppe bezeichnen, die nach damaligen Vorstellungen zu den Aalen gerechnet wurde. Da sich die zoologische Systematik seit dem 18. und 19. Jahrhundert erheblich verändert hat, können historische „Aalgattungen“ heute anderen Familien oder sogar anderen Ordnungen zugeordnet werden.

Lexikon

Eine Aalgattung ist im zoologischen Sinn eine taxonomische Gattung, deren Arten zu den Aalen gerechnet werden. Besonders wichtig ist die Gattung Anguilla Schrank, 1798. Sie bildet die zentrale Gattung der Familie Anguillidae und umfasst die eigentlichen Süßwasseraale beziehungsweise freshwater eels. Zu ihr gehören unter anderem der Europäische Aal (Anguilla anguilla), der Amerikanische Aal (Anguilla rostrata), der Japanische Aal (Anguilla japonica), der Indopazifische Aal (Anguilla marmorata) und verschiedene weitere tropische und subtropische Arten.

Der zoologische Gattungsname Anguilla wurde 1798 von Franz von Paula Schrank als Gattungsname aufgestellt. Eschmeyer's Catalog of Fishes führt Anguilla Schrank, 1798 als gültige Gattung und nennt Muraena anguilla Linnaeus, 1758 als Typusart durch Monotypie. Die heute gebräuchliche Kombination für diese Art lautet Anguilla anguilla (Linnaeus, 1758). Die Klammern um den Autornamen zeigen an, dass Linnaeus die Art ursprünglich einer anderen Gattung – Muraena – zugeordnet hatte.

Die taxonomische Einordnung lautet in vereinfachter Form:

Tierreich → Chordatiere → Wirbeltiere → Strahlenflosser → Knochenfische → Aalartige (Anguilliformes) → Aale (Anguillidae) → Anguilla.

Die Familie Anguillidae wurde nach heutiger Nomenklatur von Constantine Samuel Rafinesque im Jahr 1810 benannt. Die Gattung Anguilla selbst trägt den Autor Schrank und das Jahr 1798. Damit sind Familien- und Gattungsname nomenklatorisch getrennte taxonomische Namen, auch wenn beide im Deutschen häufig schlicht mit „Aale“ wiedergegeben werden.

Der wissenschaftliche Name Anguilla geht auf das lateinische anguilla „Aal“ zurück. Die Übereinstimmung zwischen deutscher Bezeichnung und wissenschaftlichem Gattungsnamen ist daher semantisch unmittelbar: Die „Aalgattung Anguilla“ ist wörtlich eine Gattung, deren Name bereits auf Latein „Aal“ bedeutet.

Die Arten der Gattung Anguilla besitzen einen langgestreckten, anguilliformen Körper. Rücken-, Schwanz- und Afterflosse bilden einen zusammenhängenden Flossensaum; Bauchflossen fehlen. Die Tiere besiedeln während eines großen Teils ihres Lebens Süß- oder Brackwasser, vermehren sich aber im Meer. Diese Lebensweise wird als katadrom bezeichnet.

Gerade die katadrome Lebensweise unterscheidet die Gattung Anguilla ökologisch von vielen anderen Fischgattungen, die im allgemeinen Sprachgebrauch ebenfalls als „Aale“ bezeichnet werden. Meeraale, Muränen, Schlangenaale und zahlreiche Tiefseeaalgruppen gehören zwar ebenfalls zur Ordnung der Aalartigen, aber nicht zur Gattung Anguilla.

Die Zahl der innerhalb von Anguilla anerkannten Arten hängt teilweise von der zugrunde gelegten taxonomischen Behandlung von Arten und Unterarten ab. FishBase führt gegenwärtig 19 Arten innerhalb der Gattung. Eine in der wissenschaftlichen Literatur häufig verwendete Systematik beschreibt dagegen 19 terminale taxonomische Einheiten auf Art- beziehungsweise Unterartebene. Dabei werden drei Arten zusätzlich in jeweils zwei Unterarten gegliedert. Die unterschiedlichen Zahlenangaben in Literatur und Datenbanken sind deshalb nicht ohne Angabe der jeweiligen taxonomischen Auffassung miteinander vergleichbar.

Zu den in aktuellen FishBase-Listen geführten Arten gehören Anguilla anguilla, Anguilla australis, Anguilla bengalensis, Anguilla bicolor, Anguilla borneensis, Anguilla celebesensis, Anguilla dieffenbachii, Anguilla interioris, Anguilla japonica, Anguilla labiata, Anguilla luzonensis, Anguilla malgumora, Anguilla marmorata, Anguilla megastoma, Anguilla mossambica, Anguilla nebulosa, Anguilla obscura, Anguilla reinhardtii und Anguilla rostrata.

Die wissenschaftliche Literatur verwendet teilweise eine abweichende Unterartgliederung. So werden Anguilla bicolor, Anguilla bengalensis und Anguilla australis in bestimmten Systematiken in je zwei Unterarten gegliedert. Dies verdeutlicht, dass eine taxonomische Gattung zwar eine definierte Rangstufe darstellt, ihre innere Gliederung aber aufgrund neuer morphologischer, genetischer und phylogenetischer Erkenntnisse verändert werden kann.

Die Evolution der Gattung ist Gegenstand umfangreicher molekularbiologischer Untersuchungen. Genetische Analysen ermöglichen es, Verwandtschaftsbeziehungen zwischen tropischen und gemäßigten Anguilla-Arten zu rekonstruieren. Dabei spielen Verbreitung, Laichgebiete, Ozeanströmungen und die besondere Leptocephalus-Larvenphase eine wichtige Rolle.

Die Larven der Aale unterscheiden sich äußerlich stark von erwachsenen Tieren. Die sogenannten Leptocephaluslarven sind transparent und blattförmig. Nach einer marinen Entwicklungsphase metamorphosieren sie zu Glasaalen, die Küsten- und Binnengewässer erreichen. Die gesamte Gattung Anguilla wird deshalb nicht allein durch die bekannte schlangenartige Gestalt erwachsener Tiere charakterisiert, sondern durch einen komplexen Lebenszyklus.

Historisch wurde der Begriff Aalgattung wesentlich freier verwendet. Ein besonders früher vom Digitalen Wörterbuch der deutschen Etymologie dokumentierter Beleg stammt von 1753. Dort heißt es, der japanische Umagi sei der gemeine Aal, während der Oounagi „eine andere Aalgattung von ungemeiner Größe“ sei. Der Ausdruck bezeichnet hier offenbar eine allgemein als andersartig wahrgenommene Gruppe von Aalen, nicht zwingend eine Gattung im heutigen streng nomenklatorischen Sinn.

1858 bezeichnet Pierers Universal-Lexikon die Donzelle, Ophidium barbatum, als „eine Aalgattung mit vier Bartfäden“. Der historische Gebrauch ist systematisch besonders aufschlussreich. Die damals aalähnlich erscheinenden Tiere wurden aufgrund der jeweils zeitgenössischen Klassifikation in einem Aalkontext beschrieben. Moderne Systematik ordnet die entsprechenden Brotulas beziehungsweise Bartmännchen jedoch anders ein. Dadurch zeigt sich, dass das Wort Aalgattung historisch nicht automatisch mit der heutigen Familie Anguillidae gleichgesetzt werden darf.

Ein Beleg aus dem Jahr 1950 verwendet den Begriff bereits in einer modernen taxonomisch präziseren Konstruktion: Es ist von „Arten der Aalgattung Anguilla“ die Rede. Hier fungiert Aalgattung als deutscher Klassifikationsbegriff, während Anguilla den eindeutigen wissenschaftlichen Gattungsnamen liefert.

Die Wortgeschichte spiegelt damit zugleich die Geschichte biologischer Klassifikation. Im 18. Jahrhundert konnte Gattung noch stärker eine allgemein naturkundliche Gruppe oder „Artengruppe“ bedeuten. Mit der Entwicklung der linnéischen und nachlinnéischen Taxonomie wurde die Gattung zunehmend zu einer fest definierten Rangstufe zwischen Art und Familie.

Für das heutige Lexikon ist deshalb eine doppelte Definition sinnvoll: Aalgattung bedeutet allgemein „Gattung von Aalen“; in präziser moderner zoologischer Verwendung bezeichnet die Verbindung Aalgattung Anguilla die taxonomische Gattung der eigentlichen Süßwasseraale innerhalb der Familie Anguillidae.

Etymologie

Lemma Aalgattung
Wortbildung Aal + Gattung
Bildungstyp substantivisches Determinativkompositum
Bestimmungswort Aal
Grundwort Gattung
Grundbedeutung Gattung von Aalen
Fugenelement kein Fugenelement
Aal althochdeutsch und mittelhochdeutsch āl
Weitere Herkunft von Aal nicht abschließend geklärt
Gattung spätmittelhochdeutsch gatunge
Ableitung von Gattung zu gatten
Grundvorstellung Zusammengehöriges, Zusammengefügtes; Gruppe verwandter beziehungsweise gleichartiger Einheiten
Biologische Fachbedeutung von Gattung taxonomische Rangstufe zwischen Art und Familie
Frühester hier dokumentierter Beleg von Aalgattung 1753

Aalgattung ist ein transparentes Kompositum aus Aal und Gattung. Das Erstglied bezeichnet die Tiere beziehungsweise die zoologische Gruppe, das Grundwort die Art der systematischen Zusammenfassung.

Das Wort Aal gehört zum alten germanischen Wortschatz und ist bereits althochdeutsch und mittelhochdeutsch als āl belegt. Seine weiter zurückreichende Herkunft ist nicht abschließend geklärt.

Gattung geht auf spätmittelhochdeutsch gatunge zurück und ist zum Verb gatten gebildet. Die ältere Grundvorstellung betrifft das Zusammenbringen, Zusammenpassen beziehungsweise Zusammengehören. Semantisch entwickelte sich daraus die Bedeutung einer Gruppe von Dingen oder Lebewesen, die aufgrund gemeinsamer Merkmale zusammengehören.

Die biologische Fachbedeutung schränkt diesen allgemeinen Gruppenbegriff auf eine bestimmte taxonomische Rangstufe ein. Eine Gattung umfasst nach moderner Systematik eng miteinander verwandte Arten und steht üblicherweise zwischen Familie und Art.

Wortgeschichte

Der Ausdruck Aalgattung ist spätestens seit der Mitte des 18. Jahrhunderts belegt. Das Digitale Wörterbuch der deutschen Etymologie führt einen Beleg aus einer 1753 veröffentlichten Reisehistorie an. Dort wird ein besonders großer japanischer Aal als „eine andere Aalgattung“ bezeichnet. Der Gebrauch zeigt noch eine relativ allgemeine naturkundliche Bedeutung des Wortes Gattung.

Im 19. Jahrhundert ist Aalgattung mehrfach in zoologischen und enzyklopädischen Texten nachweisbar. Pierers Universal-Lexikon bezeichnet 1858 die „Donzelle“ als Aalgattung. Derartige Einordnungen müssen aus der jeweiligen zeitgenössischen Systematik heraus verstanden werden und entsprechen nicht notwendigerweise modernen Verwandtschaftsverhältnissen.

Mit zunehmender Standardisierung der zoologischen Nomenklatur wurde die Kombination aus deutschem Klassifikationswort und wissenschaftlichem Gattungsnamen präziser. Im 20. Jahrhundert erscheinen Formulierungen wie „Aalgattung Anguilla“. Damit wird der deutsche Ausdruck eindeutig auf ein wissenschaftlich benanntes Genus bezogen.

Die Wortgeschichte dokumentiert somit nicht nur die Entwicklung eines Kompositums, sondern auch den Übergang von vormoderner beziehungsweise frühneuzeitlicher Naturklassifikation zur modernen biologischen Taxonomie.

Historische Einordnung

Aal

Die historische Bedeutung von Aalgattung hängt eng mit der Entwicklung zoologischer Ordnungssysteme zusammen. Vor der heutigen phylogenetischen und nomenklatorischen Systematik wurden Tiere stark nach äußeren Merkmalen, Lebensweise und traditionellen Ähnlichkeiten gruppiert. Langgestreckte, schlangenförmige Fische konnten dadurch leichter gemeinsam als „Aale“ aufgefasst werden, obwohl moderne Systematik sie verschiedenen Familien oder sogar Ordnungen zuordnet.

Das Linnésche System etablierte die binäre Nomenklatur aus Gattungs- und Artnamen als zentrales Instrument der zoologischen Klassifikation. Der Europäische Aal wurde von Carl von Linné 1758 zunächst als Muraena anguilla beschrieben. Erst die spätere Gattung Anguilla Schrank, 1798 führte zum heute akzeptierten Namen Anguilla anguilla.

Im 19. Jahrhundert wurde die Systematik der Aale vielfach überarbeitet. Morphologische Merkmale wie Flossenlage, Kiemenöffnungen, Bezahnung, Körperform und Schuppen wurden zur Abgrenzung von Gattungen und Familien herangezogen. Moderne molekulargenetische Methoden haben diese Klassifikation weiter verfeinert.

Historische Bezeichnungen wie Aalgattung sind deshalb quellenkritisch zu behandeln. Ein Tier, das 1850 einer „Aalgattung“ zugerechnet wurde, muss nach heutiger Systematik weder der Gattung Anguilla noch der Familie Anguillidae angehören.

Antonyme

Aal

Für Aalgattung existiert kein eigentliches lexikalisches Antonym. Taxonomische Gruppennamen bilden keine natürlichen Gegensatzpaare.

Eine Nicht-Aalgattung wäre lediglich eine logisch konstruierte Negation und kein lexikalisiertes Gegenwort. Ebenso sind Aalart, Aalfamilie oder Aalordnung keine Antonyme, sondern Bezeichnungen anderer taxonomischer Rangstufen.

Andere Fischgattungen können taxonomisch zu Anguilla kontrastiert werden, stehen aber nicht in einer antonymischen Beziehung zu ihr.

Synonyme und bedeutungsverwandte Ausdrücke

Aal

Das unmittelbarste beschreibende Synonym lautet Gattung von Aalen. In einem eindeutig auf die eigentlichen Süßwasseraale bezogenen Kontext kann Gattung Anguilla funktional gleichbedeutend sein. Diese Gleichsetzung gilt jedoch nur, wenn tatsächlich die zoologische Gattung Anguilla gemeint ist.

Aalgenus wäre als fachsprachliche Hybridbildung aus deutschem Aal und lateinischem Genus verständlich, ist jedoch gegenüber Aalgattung beziehungsweise Gattung Anguilla ungewöhnlich.

Bedeutungsverwandt sind Gattung, Genus, Aalart, Aalfamilie, Aalartige, Anguilla, Anguillidae und Anguilliformes. Sie bezeichnen jedoch unterschiedliche Ebenen oder Aspekte der biologischen Klassifikation.

Abgrenzung

Aal

Aalgattung ist zunächst von Aalart abzugrenzen. Eine Art steht in der klassischen taxonomischen Hierarchie unterhalb der Gattung. Anguilla anguilla ist beispielsweise eine Aalart innerhalb der Aalgattung Anguilla.

Eine Aalfamilie steht dagegen oberhalb der Gattung. Die Familie Anguillidae umfasst die eigentlichen Süßwasseraale und enthält nach etablierter gegenwärtiger Systematik die Gattung Anguilla; einzelne Datenbanken führen daneben nomenklatorisch unsichere oder nicht akzeptierte Gattungsnamen.

Die Aalartigen (Anguilliformes) bilden eine noch höhere taxonomische Einheit, nämlich eine Ordnung. Sie umfassen neben den Anguillidae zahlreiche weitere Familien, beispielsweise Muränen und Meeraale.

Auch aalartige Gattung und Aalgattung sind nicht immer völlig identisch. Eine Gattung kann äußerlich aalartig sein, ohne zoologisch zu den Aalartigen zu gehören. Gerade historische Naturkunde verwendete Ähnlichkeitsbegriffe wesentlich großzügiger als moderne phylogenetische Systematik.

Kontext

Beispiel: Anguilla ist die wissenschaftliche Aalgattung der eigentlichen Süßwasseraale.

Beispiel: Der Europäische Aal gehört zur Aalgattung Anguilla.

Beispiel: Mehrere Arten werden innerhalb derselben Aalgattung zusammengefasst.

Beispiel: Die Forscher verglichen Arten verschiedener Aalgattungen.

Beispiel: Die historische Aalgattung entspricht nicht in jedem Fall einer modernen taxonomischen Gattung.

Beispiel: Ein Naturkundler des 18. Jahrhunderts bezeichnete das Tier als eine andere Aalgattung.

Beispiel: Die Gattung Anguilla gehört zur Familie Anguillidae.

Beispiel: Die Aalarten Anguilla anguilla und Anguilla rostrata gehören derselben Gattung an.

Beispiel: Eine Aalgattung darf nicht mit einer einzelnen Aalart verwechselt werden.

Beispiel: Die taxonomische Revision veränderte den Umfang der Aalgattung.

Beispiel: Molekulargenetische Daten können die Abgrenzung einer Aalgattung präzisieren.

Beispiel: Der wissenschaftliche Name der Gattung wird kursiv geschrieben.

Beispiel: Historische Autoren verwendeten den Begriff Aalgattung teilweise weiter als heutige Zoologen.

Beispiel: Die Artenzahl einer Gattung hängt von der jeweils akzeptierten taxonomischen Abgrenzung ab.

Beispiel: FishBase führt gegenwärtig zahlreiche Arten unter der Gattung Anguilla.

Beispiel: Die Aalgattung Anguilla ist weltweit in tropischen, subtropischen und gemäßigten Regionen vertreten.

Beispiel: Die Arten der Aalgattung sind katadrome Wanderfische.

Beispiel: Gattung und Familie sind unterschiedliche taxonomische Rangstufen.

Kollokationen und Kookkurrenzen

Aal

Typische Verbindungen sind Aalgattung Anguilla, Arten einer Aalgattung, Vertreter einer Aalgattung, zur Aalgattung gehören, eine Aalgattung beschreiben, eine Aalgattung abgrenzen, eine Aalgattung revidieren, Aalgattungen vergleichen und eine neue Aalgattung aufstellen.

Fachsprachliche Kookkurrenzen bestehen mit Art, Unterart, Familie, Ordnung, Taxon, Systematik, Taxonomie, Nomenklatur, Phylogenie, Gattungsname und Typusart.

Besonders charakteristisch ist die Verbindung Arten der Aalgattung Anguilla. Sie dokumentiert zugleich, dass die einzelnen Arten systematisch innerhalb der Gattung stehen.

Oberbegriff

Semantisch kann Aalgattung hierarchisch folgendermaßen eingeordnet werden:

Klassifikationseinheit → taxonomische Einheit → Gattung → Tiergattung → Fischgattung → Aalgattung.

Der unmittelbarste allgemeine Oberbegriff ist Fischgattung. Gattung bildet den übergeordneten taxonomischen Rangbegriff.

Wird konkret die Aalgattung Anguilla betrachtet, lautet die zoologische Ranghierarchie:

Anguilla → Familie Anguillidae → Ordnung Anguilliformes → Teleostei → Actinopterygii → Vertebrata → Chordata → Animalia.

Unterbegriffe

Da Aalgattung ein allgemeiner Klassifikationsbegriff ist, können konkrete Gattungen als Spezifizierungen auftreten.

Aalgattung Anguilla – Gattung der eigentlichen Süßwasseraale innerhalb der Familie Anguillidae.

Aalgattung Conger – in weiter allgemeinsprachlicher Verwendung eine Gattung der Meeraale; zoologisch gehört Conger zur Familie Congridae.

Aalgattung Muraena – in weitem Sinn eine Gattung aalartiger Fische; zoologisch eine Muränengattung innerhalb der Familie Muraenidae.

Aalgattung Gymnothorax – ebenfalls eine Muränengattung und nur in einem weiten, nicht familienbezogenen Gebrauch als „Aalgattung“ auffassbar.

Historisch wurden weitere Gattungen als Aalgattungen bezeichnet, deren moderne systematische Einordnung von der älteren abweicht. Solche historischen Unterbegriffe dürfen deshalb nur mit Quellen- und Zeitangabe verwendet werden.

Wortfamilie

Aal

Über das Erstglied Aal gehört Aalgattung zu Bildungen wie Aalart, Aalfamilie, Aalartige, Aalfisch, Aalfischerei, Aalkunde, Aalkopf, Aalschwanz und Aalleber.

Über das Grundwort Gattung gehört das Wort zu Fischgattung, Tiergattung, Pflanzengattung, Pilzgattung, Vogelgattung und Säugetiergattung.

Zum fachsprachlichen Wortfeld gehören außerdem Gattungsname, Gattungsbegriff, Gattungsdiagnose, Gattungssystematik und Gattungsrevision.

Wortbildung

Aal

Die morphologische Struktur lautet:

Aal + Gattung → Aalgattung.

Das Grundwort Gattung legt die Kategorie der bezeichneten Einheit fest. Das Bestimmungswort Aal präzisiert den zoologischen Gegenstandsbereich. Die Bedeutungsrelation lässt sich als „Gattung, deren Mitglieder Aale sind beziehungsweise als Aale klassifiziert werden“ paraphrasieren.

Ein Fugenelement ist nicht vorhanden. Der Wortstamm Aal- wird unmittelbar mit -gattung verbunden.

Das Muster Tierbezeichnung + Gattung ist im Deutschen produktiv: Vogelgattung, Fischgattung, Affengattung, Katzengattung oder Käfergattung funktionieren nach demselben strukturellen Prinzip.

Polysemie

Aal

Bei Aalgattung liegt eine begrenzte kontextuelle Polysemie beziehungsweise Bedeutungsbreite vor. Die erste und allgemeinste Bedeutung lautet „Gattung von Aalen“. Sie lässt offen, welche konkrete Gattung gemeint ist.

In einem engeren modernen zoologischen Kontext kann Aalgattung nahezu synonym mit Gattung Anguilla gebraucht werden, insbesondere wenn zuvor von den eigentlichen Süßwasseraalen die Rede war.

Historisch besaß der Ausdruck außerdem eine breitere klassifikatorische Bedeutung. Eine „Aalgattung“ konnte eine als aalartig oder zu den Aalen gehörig betrachtete Fischgruppe meinen, deren moderne taxonomische Stellung von der damaligen abweicht.

Diese drei Verwendungsweisen beruhen nicht auf völlig unabhängigen Bedeutungen, sondern auf unterschiedlicher fachlicher Präzision und unterschiedlichen historischen Klassifikationssystemen.

Homonyme und Homographe

Aal

Für Aalgattung ist kein eigenständiges Homonym gleicher Schreibung mit etymologisch unabhängiger Bedeutung etabliert. Das Wort bezieht sich in allen regulären Verwendungen auf die Klassifikation von Aalen beziehungsweise aalartigen Fischen.

Die unterschiedliche historische und moderne taxonomische Verwendung begründet kein Homonym. Sie stellt vielmehr einen Bedeutungswandel beziehungsweise eine fachliche Präzisierung desselben Lexems dar.

Auch der Eigenname der karibischen Insel Anguilla erzeugt kein Homonym von Aalgattung. Dass der zoologische Gattungsname Anguilla und der Inselname graphisch identisch sind, ist für die deutsche Wortform Aalgattung ohne Bedeutung.

Redewendungen und Sprichwörter

Aal

Mit Aalgattung ist keine fest etablierte deutsche Redewendung und kein traditionelles Sprichwort verbunden. Der Begriff ist zu stark taxonomisch und fachsprachlich geprägt, um eine eigenständige historische Phraseologie entwickelt zu haben.

Der Bestandteil Aal besitzt dagegen eine umfangreiche Bild- und Sprichworttradition. Wendungen wie glatt wie ein Aal, sich winden wie ein Aal oder historische Sprichwörter über das Festhalten eines Aals beziehen sich auf körperliche Eigenschaften des Tieres, nicht auf seine taxonomische Gattung.

Auch das Grundwort Gattung erscheint in allgemeinen Wendungen wie dieser Gattung, von einer anderen Gattung oder allerlei Gattungen. Dabei handelt es sich jedoch um freien Sprachgebrauch und nicht um besondere Phraseologismen des Kompositums Aalgattung.

Metaphern

Aal

Aalgattung besitzt keine lexikalisierte metaphorische Bedeutung. Eine Verwendung außerhalb zoologischer Klassifikation wäre gewöhnlich eine individuelle sprachliche Übertragung.

Metaphorisch könnte beispielsweise eine Gruppe besonders „aalglatter“ oder schwer greifbarer Personen scherzhaft als „Aalgattung“ bezeichnet werden. Eine solche Formulierung wäre jedoch eine kreative Neubildung und keine Wörterbuchbedeutung.

Historisch kann eine Bezeichnung als Aalgattung außerdem auf äußere Ähnlichkeit beruhen. Dieser Vorgang ist zwar im weiteren Sinne metaphorisch – ein Fisch wird aufgrund seiner Gestalt den Aalen zugerechnet –, gehörte innerhalb der jeweiligen Naturkunde jedoch zur sachlichen Klassifikation und sollte nicht vorschnell als literarische Metapher interpretiert werden.

Metonymie

Aal

Eine mögliche MetonymieAalgattung für die Gesamtheit der Arten oder Tiere einer bestimmten Gattung verwendet wird. So kann die Aussage die Aalgattung ist weltweit verbreitet semantisch eigentlich bedeuten, dass die Arten beziehungsweise Populationen der betreffenden Gattung weltweit oder über große Regionen verbreitet sind.

Taxonomische Namen werden regelmäßig auf ihre Mitglieder übertragen: Die Gattung als abstrakte systematische Einheit „lebt“ streng genommen nicht in einem Gewässer; ihre Arten beziehungsweise deren Individuen kommen dort vor. Solche Verkürzungen sind im biologischen Sprachgebrauch dennoch üblich.

Eine weitere Metonymie liegt vor, wenn Aalgattung ohne Nennung des wissenschaftlichen Namens kontextuell für Anguilla steht. Das allgemeine Klassifikationswort wird dann für eine bestimmte konkrete Gattung verwendet.

Register und Sprachstufe

Aal

Aalgattung gehört überwiegend zu einem sachlich-fachsprachlichen Register. Besonders in Zoologie, Taxonomie, Ichthyologie und wissenschaftshistorischen Darstellungen ist das Wort angemessen.

Es ist jedoch kein ausschließlich für Spezialisten verständlicher Terminus. Die beiden Bestandteile gehören zum allgemeinen Bildungswortschatz, sodass die Bedeutung auch außerhalb der Fachsprache leicht erschlossen werden kann.

Historische Belege können aufgrund veralteter taxonomischer Vorstellungen fachsprachlich altertümlich wirken. Das Wort selbst ist dagegen auch im modernen Deutschen problemlos bildbar und verständlich.

Regionale Varianten

Fest etablierte regionale Varianten von Aalgattung spielen im heutigen Deutschen kaum eine Rolle. Taxonomische Fachsprache ist weitgehend überregional standardisiert und verwendet zusätzlich internationale wissenschaftliche Namen.

Dialektale Entsprechungen wären theoretisch entsprechend regionaler Wörter für Aal und Gattung möglich, besitzen aber für die moderne biologische Nomenklatur keine größere Bedeutung.

Die Schreibform Aal-Gattung ist keine regionale Variante, sondern eine ältere beziehungsweise stilistisch mögliche Bindestrichschreibung.

Aktuelle Statistik

Lemma Aalgattung
Stand 18. September 2026
Buchstaben 10
Silben 3
Silbengliederung Aal-gat-tung
Worttrennung Aal|gat|tung
Genus Femininum
Plural Aalgattungen
IPA [ˈaːlˌɡatʊŋ]
Wortbestandteile 2: Aal + Gattung
Kompositionstyp substantivisches Determinativkompositum
Lexikographische Grundbedeutung Gattung von Aalen
Frühester hier dokumentierter Beleg 1753
Konkrete moderne Aalgattung Anguilla Schrank, 1798
Familie von Anguilla Anguillidae Rafinesque, 1810
Ordnung Anguilliformes
Artenzahl in der aktuellen FishBase-Gattungsliste 19 Arten; andere taxonomische Literatur verwendet teilweise abweichende Art-/Unterartkonzepte
Allgemeine Wortfrequenz gering, überwiegend fach- und wissenschaftssprachlich

Die Artenzahl ist keine unveränderliche sprachliche Eigenschaft des Lemmas, sondern eine taxonomische Momentaufnahme. Neue Artbeschreibungen, Synonymisierungen oder Neubewertungen von Unterarten können die Zahl verändern. Deshalb sollte eine Artenzahl stets zusammen mit Quelle und Stand angegeben werden.

Häufigkeit und Statistik

Lemma Aalgattung
Allgemeine Frequenz selten
Semantische Transparenz sehr hoch
Typischer Bereich Zoologie, Taxonomie, Ichthyologie, Wissenschaftsgeschichte
Singulargebrauch häufiger, besonders für eine konkrete Gattung
Pluralgebrauch regulär: Aalgattungen
Historischer Nachweis mindestens seit 1753
Historische Bedeutungsbreite größer als die moderne streng taxonomische Verwendung
Moderne präzise Verbindung Aalgattung Anguilla
Produktivität des Musters hoch: Tierbezeichnung + Gattung

Eine exakte absolute Wortfrequenz kann ohne Festlegung eines bestimmten Sprachkorpus nicht seriös angegeben werden. Besonders historische Belege müssten mit Schreibvarianten wie Aal-Gattung sowie verschiedenen Flexionsformen gemeinsam ausgewertet werden.

Im modernen Allgemeinwortschatz ist Aalgattung wesentlich seltener als Aal, Aalart oder das allgemeine Wort Gattung. Innerhalb taxonomischer Texte ist seine geringe Frequenz zusätzlich dadurch erklärbar, dass Wissenschaftler häufig unmittelbar den Gattungsnamen Anguilla verwenden.

Wortbildung als Erstglied

Aal

Aalgattung kann als Erstglied weiterer fachsprachlicher Komposita verwendet werden. Viele dieser Bildungen entstehen produktiv nach Bedarf und sind nicht notwendigerweise eigenständige Wörterbuchlemmata.

Aalgattungsname – Name einer Aalgattung.

Aalgattungszugehörigkeit – taxonomische Zugehörigkeit zu einer Aalgattung.

Aalgattungsdiagnose – Merkmalsbeschreibung zur Abgrenzung einer Aalgattung.

Aalgattungsrevision – taxonomische Neubearbeitung einer Aalgattung.

Aalgattungssystematik – systematische Ordnung und Verwandtschaftsstruktur von Aalgattungen.

Aalgattungsmerkmal – Merkmal, das zur Charakterisierung beziehungsweise Diagnose einer Aalgattung verwendet wird.

Aalgattungsvergleich – Vergleich zweier oder mehrerer Aalgattungen.

Aalgattungsabgrenzung – Bestimmung der taxonomischen Grenzen einer Aalgattung.

Wortbildung als Letztglied

Das Wort Aalgattung kann selbst als Grundwort komplexerer Zusammensetzungen auftreten, wenn eine bestimmte ökologische, morphologische oder traditionelle Gruppe von Aalen spezifiziert wird.

Süßwasseraalgattung – Gattung von Süßwasseraalen; insbesondere als beschreibende Bezeichnung für Anguilla möglich.

Meeraalgattung – Gattung von Meeraalen; nicht mit der Gattung Anguilla gleichzusetzen.

Tiefseeaalgattung – Gattung tiefseebewohnender aalartiger Fische.

Schlangenaalgattung – Gattung innerhalb einer als Schlangenaale bezeichneten Gruppe.

Flussaalgattung – beschreibende, heute weniger übliche Bildung für eine Gattung von Fluss- beziehungsweise Süßwasseraalen.

Solche Komposita sind häufig transparente fachsprachliche Neubildungen. Ihre zoologische Genauigkeit muss jeweils anhand der konkreten modernen Taxonomie überprüft werden.

Übersetzungen

Aal

Die folgenden Übersetzungen beziehen sich auf die Bedeutung „Gattung von Aalen“. Wo die konkrete zoologische Gattung gemeint ist, ist die international eindeutige Form Gattung/Genus Anguilla vorzuziehen. Viele der fremdsprachlichen Entsprechungen sind reguläre beschreibende Fachverbindungen und keine eigenständigen häufigen Wörterbuchlemmata.

Altgriechisch: beschreibend γένος ἐγχέλεων – „Gattung der Aale“.

Lateinisch: genus anguillarum; konkret taxonomisch genus Anguilla.

Albanisch: gjini i ngjalave; konkret gjini Anguilla.

Bretonisch: beschreibend genad silien; taxonomisch eindeutig genad Anguilla.

Bulgarisch: род змиорки; konkret род Anguilla.

Dänisch: åleslægt; konkret slægten Anguilla.

Englisch: eel genus, genus of eels; konkret genus Anguilla.

Estnisch: angerjaperekond; konkret perekond Anguilla.

Finnisch: ankeriassuku; konkret Anguilla-suku.

Französisch: genre d’anguilles; konkret genre Anguilla.

Griechisch: γένος χελιών; konkret γένος Anguilla.

Irisch: beschreibend géineas eascann; konkret géineas Anguilla.

Isländisch: beschreibend álaættkvísl; konkret ættkvíslin Anguilla.

Italienisch: genere di anguille; konkret genere Anguilla.

Kroatisch: rod jegulja; konkret rod Anguilla.

Lettisch: zušu ģints; konkret Anguilla ģints.

Litauisch: ungurių gentis; konkret Anguilla gentis.

Niederländisch: aalgeslacht; konkret geslacht Anguilla.

Norwegisch: åleslekt; konkret slekten Anguilla.

Polnisch: rodzaj węgorzy; konkret rodzaj Anguilla.

Portugiesisch: gênero de enguias; konkret gênero Anguilla.

Rumänisch: gen de anghile; konkret genul Anguilla.

Russisch: род угрей; konkret род Anguilla.

Schwedisch: ålsläkte; konkret släktet Anguilla.

Serbisch: род јегуља / rod jegulja; konkret род Anguilla.

Slowakisch: rod úhorov; konkret rod Anguilla.

Slowenisch: rod jegulj; konkret rod Anguilla.

Spanisch: género de anguilas; konkret género Anguilla.

Tschechisch: rod úhořů; konkret rod Anguilla.

Türkisch: yılan balığı cinsi; konkret Anguilla cinsi.

Ungarisch: beschreibend az angolnák neme; konkret Anguilla nem.

Walisisch: beschreibend genws llyswennod; konkret genws Anguilla.

Chinesisch: vereinfacht 鳗鲡属, traditionell 鰻鱺屬 – taxonomische Bezeichnung der Gattung Anguilla.

Japanisch: ウナギ属 (Unagi-zoku) – Gattung Anguilla.

Koreanisch: 뱀장어속 (baemjangeo-sok) – Gattung Anguilla.

Weitere Sprachen:

Bosnisch: rod jegulja.

Katalanisch: gènere d’anguiles.

Galicisch: xénero de anguías.

Ukrainisch: рід вугрів.

Esperanto: angila genro; konkret genro Anguilla.

Meronyme

Aal

Im streng lexikalisch-semantischen Sinn besitzt Aalgattung keine typischen Meronyme, weil eine taxonomische Gattung kein physisches Ganzes aus anatomischen Bestandteilen ist. Eine Art ist kein „Teil“ einer Gattung in demselben Sinn, in dem ein Aalkopf Teil eines Aals ist.

Arten wie Anguilla anguilla, Anguilla rostrata oder Anguilla japonica sind deshalb fachlich als untergeordnete Taxa beziehungsweise Mitglieder der Gattung zu bezeichnen, nicht als echte Meronyme.

Wenn Aalgattung lediglich umgangssprachlich als „Gesamtheit ihrer Arten“ verstanden wird, können die einzelnen Arten in einem lockeren mengenbezogenen Sinn als Bestandteile dieser Gesamtheit aufgefasst werden. Für eine präzise lexikographische Darstellung sollte jedoch zwischen Mitgliedschaft, taxonomischer Unterordnung und Meronymie unterschieden werden.

Holonyme

Aal

Auch ein eigentliches Holonym liegt bei einer taxonomischen Gattung nicht vor. Die Familie ist kein Ganzes, von dem die Gattung einen physischen Teil bildet, sondern eine übergeordnete taxonomische Rangstufe.

Für die konkrete Gattung Anguilla ist Anguillidae die übergeordnete Familie. Darüber steht die Ordnung Anguilliformes. Diese Relationen sind als taxonomische Überordnung beziehungsweise Hyperonymie zu beschreiben, nicht als eigentliche Holonymie.

Die systematische Rangfolge lautet:

Anguilla → Anguillidae → Anguilliformes.

Komeronyme

Aal

Streng genommen besitzt Aalgattung auch keine typischen Komeronyme, weil die zugrunde liegende Relation taxonomisch und nicht meronymisch ist.

Sinnvoller ist der Begriff Kohyponym: Andere Fischgattungen stehen auf derselben taxonomischen Rangstufe wie Anguilla. Innerhalb der Ordnung der Aalartigen gehören beispielsweise Conger, Muraena oder Gymnothorax ebenfalls zur Rangstufe Gattung, allerdings jeweils zu anderen Familien.

Solche Gattungen sind daher taxonomisch koordinierte Einheiten auf derselben Rangstufe, nicht „Mit-Teile“ eines gemeinsamen physischen Ganzen.

Hyponyme

Aal

In semantischer Betrachtung können konkrete Aalgattungen als Hyponyme des allgemeinen Begriffs Aalgattung gelten. Besonders eindeutig ist:

Anguilla – Gattung der eigentlichen Süßwasseraale innerhalb der Familie Anguillidae.

Bei einer weiteren allgemeinsprachlichen Auffassung können auch Conger als Meeraalgattung und verschiedene Muränengattungen als spezielle Aalgattungen bezeichnet werden. Zoologisch gehören diese jedoch anderen Familien innerhalb der Ordnung Anguilliformes an.

Innerhalb einer konkreten Gattung bilden die Arten die nächstniedrigere klassische Rangstufe. Für Anguilla sind beispielsweise Anguilla anguilla, Anguilla rostrata, Anguilla japonica und Anguilla marmorata untergeordnete Arten.

Hyperonyme

Aal

Die lexikalisch-semantische Hierarchie lautet:

Aalgattung → Fischgattung → Tiergattung → Gattung → taxonomische Einheit.

Für die konkrete zoologische Gattung Anguilla ergibt sich dagegen eine taxonomische Hierarchie:

Anguilla → Anguillidae → Anguilliformes → Teleostei → Actinopterygii → Vertebrata → Chordata → Animalia.

Diese zweite Folge beschreibt biologische Überordnung und sollte nicht vollständig mit lexikalischer Hyperonymie gleichgesetzt werden. Für ein Lexikon sind beide Perspektiven nützlich, sofern sie ausdrücklich voneinander unterschieden werden.

Web-links

Digitales Wörterbuch der deutschen Etymologie: Aal → Definition „Gattung von Aalen“ sowie historische Belege für Aalgattung von 1753, 1858 und 1950

Duden: Gattung → Rechtschreibung, Grammatik, Herkunft und biologische Bedeutung des taxonomischen Grundwortes Gattung

Duden: Aal → Rechtschreibung, Bedeutung, Grammatik und Herkunft des Bestimmungswortes Aal

Eschmeyer's Catalog of Fishes: Anguilla Schrank, 1798 → nomenklatorische Geschichte, Typusart und aktueller Status der Gattung Anguilla

Eschmeyer's Catalog of Fishes: aktuelle Änderungen 2026 → aktueller Stand taxonomischer Änderungen und Ergänzungen im Fischkatalog

Integrated Taxonomic Information System: Anguilla Schrank, 1798 → Anguilla als gültige Gattung mit taxonomischer Hierarchie und TSN 161126

World Register of Marine Species: Anguilla Schrank, 1798 → akzeptierter Gattungsname und marine, brackische sowie limnische Vorkommen

World Register of Marine Species: Anguillidae Rafinesque, 1810 → taxonomische Familie der Süßwasseraale und Einordnung der Gattung Anguilla

FishBase: Arten der Gattung Anguilla → aktuelle Artenliste der Gattung mit wissenschaftlichen Namen, Verbreitung und Größenangaben

FishBase: Anguilla anguilla → taxonomische Einordnung, Morphologie, Verbreitung und Lebensweise des Europäischen Aals

NCBI Taxonomy: Anguilla → taxonomischer Stammbaum und in der Datenbank geführte Arten der Gattung Anguilla

NCBI MeSH: Anguilla → Anguilla als Gattung innerhalb der Familie Anguillidae und der Ordnung Anguilliformes

PMC: Ecology and evolution of migration in the freshwater eels of the genus Anguilla → Überblick über Verbreitung, Evolution und Wanderungen der Arten und Unterarten der Gattung Anguilla

Fish and Fisheries: Important questions to progress science and sustainable management of anguillid eels → wissenschaftliche Übersicht zu Arten, Unterarten, Biologie und Schutz der Anguilla-Aale

Environmental Biology of Fishes: Common names for all species and subspecies of the genus Anguilla → taxonomische Diskussion der Arten und Unterarten sowie systematische englische Trivialnamen

weiterführende links

A

Aal

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