Boris Aleksandrovič Arapov
Überblick
Boris Aleksandrovič Arapov war ein russisch-sowjetischer Komponist, Musikpädagoge und Hochschullehrer, dessen Lebensweg fast untrennbar mit dem Leningrader Konservatorium verbunden ist. Er wurde am 12. September 1905 nach gregorianischem Kalender beziehungsweise am 30. August 1905 nach julianischem Kalender in Sankt Petersburg geboren und starb dort nach den stärkeren russischen und internationalen Nachschlagequellen am 27. Januar 1992. In einzelnen Katalogen und Filmographien begegnet auch der 21. Januar 1992; diese abweichende Angabe wird hier als Nebenüberlieferung vermerkt, nicht als Hauptdatum angesetzt.
Arapov gehört zu den prägenden Gestalten der sowjetischen Musik des 20. Jahrhunderts, obwohl sein Name außerhalb des russischen und postsowjetischen Musikraums weniger geläufig ist als die Namen Dmitri Schostakowitsch, Sergej Prokofjew oder Aram Chatschaturjan. Seine Bedeutung liegt in einer doppelten Rolle: Er war einerseits Schöpfer eines umfangreichen Werkes mit Opern, einem Ballett, sieben Sinfonien, Konzerten, Kammermusik, Vokalmusik, Klavierwerken und Filmmusik; andererseits war er über Jahrzehnte Lehrer, Professor, Leiter der Instrumentations- und Kompositionsabteilung und damit eine institutionelle Zentralfigur der Leningrader Kompositionsschule.
Seine Musik entwickelte sich von einer zunächst stärker folkloristisch, national und sowjetisch geprägten Tonsprache zu einer freieren, klanglich differenzierten und teilweise experimentelleren Sprache. Charakteristisch sind großformatige Anlagen, ausgeprägte Orchestration, programmatische Stoffe, literarische Bezüge und eine besondere Aufmerksamkeit für außerrussische Musikkulturen. In seinen Werken begegnen russische, tadschikische, usbekische, mongolische, chinesische, koreanische und allgemein asiatische Anregungen, später auch Stoffe aus der europäischen Literatur und religiös-apokalyptische Themen.
Kurzdaten
| Name | Boris Aleksandrovič Arapov. |
|---|---|
| Weitere Namensformen | Boris Alexandrowitsch Arapow; Boris Alexandrovich Arapov; Boris Aleksandrovich Arapov; Boris A. Arapov; Борис Александрович Арапов. |
| Geburt | 12. September / 30. August 1905 in Sankt Petersburg. |
| Tod | 27. Januar 1992 in Sankt Petersburg; vereinzelt ist auch der 21. Januar 1992 überliefert. |
| Beruf | Komponist, Musikpädagoge, Professor, Musikfunktionär, Theoretiker der Kompositionsausbildung und Vertreter der Leningrader Kompositionsschule. |
| Ausbildung | Klavierunterricht unter anderem bei Maria Judina; Kompositionsstudium am Leningrader Konservatorium bei Vladimir Ščerbačëv; musiktheoretische Ausbildung bei Michail Černov. |
| Institutionen | Leningrader Konservatorium, Zentrales Musiktechnikum, Staatliches Institut für Kunstgeschichte, Tifliser Konservatorium, Taschkenter Konservatorium und Komponistenverband der UdSSR. |
| Lehrtätigkeit | Ab 1930 am Leningrader Konservatorium, ab 1940 Professor, Leiter der Instrumentationsabteilung und von 1975 bis 1992 Leiter der Kompositionsabteilung. |
| Auszeichnungen | Verdienter Kunstschaffender der Usbekischen SSR, Verdienter Kunstschaffender der RSFSR, Volkskünstler der RSFSR, Orden des Roten Banners der Arbeit und Leninorden. |
| Werkbereiche | Oper, Ballett, Sinfonik, Konzert, Kammermusik, Klaviermusik, Vokalmusik, vokalsinfonische Musik, Filmmusik, musiktheoretische und erinnernde Schriften. |
| Bedeutung | Arapov verbindet russisch-sowjetische Traditionsbindung, Folklorismus, orchestrale Klangdramaturgie und spätere Offenheit gegenüber modernen kompositorischen Verfahren. |
Namen und Datierung
Für die deutsche Kulturlexikon-Form wird die wissenschaftliche Transliteration Boris Aleksandrovič Arapov verwendet. Daneben ist die eingedeutschte Form Boris Alexandrowitsch Arapow verbreitet. Englischsprachige Quellen setzen meist Boris Alexandrovich Arapov oder Boris Aleksandrovich Arapov. Die russische Originalform lautet Борис Александрович Арапов. Für Recherche und Normdatenabgleich sind alle diese Formen relevant, weil Musikverlage, internationale Datenbanken, Lexika und russische Archivquellen nicht einheitlich transliterieren.
Das Geburtsdatum wird in der russischen Überlieferung gewöhnlich doppelt angegeben: 30. August nach altem julianischem Kalender und 12. September 1905 nach neuem gregorianischem Kalender. Diese doppelte Datierung ist für Musiker des späten Zarenreiches und der frühen Sowjetzeit häufig. Da die vorliegende Seite in deutscher Sprache für eine moderne Website bestimmt ist, erscheint im Kopf die Form „12. September / 30. August 1905“; in JSON-LD wird das gregorianische Datum 1905-09-12 verwendet.
Beim Todesdatum besteht eine kleinere, aber quellenkritisch relevante Differenz. Mehrere starke Quellen, darunter das St. Petersburger Konservatorium, Encyclopedia.com/Baker’s und russische Film- beziehungsweise Lexikonseiten, nennen den 27. Januar 1992. Einzelne Katalog- oder Filmquellen nennen den 21. Januar 1992. Diese Seite folgt der überwiegenden und institutionell stärkeren Überlieferung, vermerkt die Variante aber in den Kurzdaten, damit spätere Katalogvergleiche nachvollziehbar bleiben.
Herkunft und Ausbildung
Arapov stammte aus einer gebildeten Familie mit alten adligen und intellektuellen Bezügen. Seine Kindheit verbrachte er nicht ausschließlich in Sankt Petersburg, sondern seit 1909 auch in Poltawa, wohin die Familie aufgrund der beruflichen Tätigkeit des Vaters übersiedelte. Dort erhielt er seine ersten musikalischen Eindrücke. Die Mutter vermittelte ihm den ersten Klavierunterricht; später folgten Studien bei einer Schülerin Aleksandr Goldenweizers. Schon im Kindesalter begann Arapov mit eigenen Klavierminiaturen, was auf eine frühe kompositorische Begabung hinweist.
Poltawa war für ihn mehr als ein biographischer Zwischenort. In der Stadt begegnete er einem reichen musikalischen Umfeld, in dem bedeutende Musiker gastierten und das Operntheater den Zugang zum klassischen Repertoire eröffnete. Solche Eindrücke erklären, warum Arapovs späteres Werk eine ausgeprägte Neigung zum Dramatischen, Szenischen und Orchestralen zeigt. Sein musikalisches Denken war von Beginn an nicht bloß abstrakt, sondern von Klang, Bühne, Geste und großformatiger Anlage geprägt.
Nach der Rückkehr nach Petrograd nahm Arapov zunächst ernsthaft Klavierunterricht, unter anderem bei Maria Judina. Eine Erkrankung oder Verletzung der Hand zwang ihn jedoch, die Laufbahn als Pianist aufzugeben. Diese biographische Zäsur verlagerte sein Zentrum auf die Komposition. Seit 1923 studierte er am Petrograder beziehungsweise Leningrader Konservatorium auf dem wissenschaftlich-kompositorischen Zweig. Entscheidende Lehrer waren Vladimir Ščerbačëv im Fach Komposition und Michail Černov im Bereich Theorie.
Bereits während des Studiums trat Arapov mit eigenständigen Werken hervor. Sein orchestrales Fugato wurde 1928 von einem Orchester der Leningrader Philharmonie unter Nikolaj Malko aufgeführt. Die Solosonate für Violine, mit der er 1930 sein Studium abschloss, gehört zu den frühen Werken, in denen seine Neigung zu konzentrierter kammermusikalischer Faktur und strenger Formgebung sichtbar wird. Dass er schon vor dem Studienabschluss unterrichtete, zeigt, wie früh sich seine spätere Doppelrolle als Komponist und Pädagoge abzeichnete.
Konservatorium und Pädagogik
Die pädagogische Laufbahn Arapovs begann bereits 1927 am Zentralen Musiktechnikum, wo er Theorie und musikalische Analyse unterrichtete. Daneben war er am Staatlichen Institut für Kunstgeschichte tätig. 1930 trat er in das Leningrader Konservatorium ein, zunächst als Lehrer im historisch-theoretischen Bereich. 1935 wurde er Dozent, 1940 Professor. In den folgenden Jahrzehnten übernahm er Leitungsfunktionen in der Theorie, der Instrumentation und schließlich in der Komposition.
Besonders wichtig ist seine Stellung als Leiter der Instrumentationsabteilung und später der Kompositionsabteilung. Arapov verstand Instrumentation nicht als nachträgliche Farblehre, sondern als strukturellen Bestandteil des kompositorischen Denkens. Die Frage, wie ein musikalischer Gedanke im Orchester erscheint, wie Klangflächen gegeneinander gesetzt werden, wie Register, Schlagwerk, Soloinstrumente und Ensemblegruppen dramatisch wirken, war für ihn mit Form, Ausdruck und dramaturgischer Logik verbunden.
Seine Unterrichtsmethode verband Analyse, Formbewusstsein, Kenntnis der Stilgeschichte und konkrete Arbeit am Satz. Er entwickelte Programme zur Analyse musikalischer Werke und beschäftigte sich mit Typen orchestralen Denkens. Damit war er nicht nur ein Hochschullehrer im administrativen Sinn, sondern ein Theoretiker der Kompositionsausbildung. Für die Kompositionspädagogik der Sowjetzeit ist diese Verbindung von analytischer Strenge, handwerklicher Kontrolle und Offenheit gegenüber moderner Klangsprache besonders kennzeichnend.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Leningrader Konservatorium teilweise nach Taschkent evakuiert. Arapov unterrichtete in dieser Zeit am Taschkenter Konservatorium und beschäftigte sich intensiv mit usbekischer Musik. Später arbeitete er in China als Berater für Beziehungen zwischen europäischer und chinesischer Musik, unterrichtete in Tianjin, Peking und Shanghai und beriet koreanische Komponisten in Pjöngjang. Diese Tätigkeiten erklären die starke Präsenz asiatischer Themen und Klangvorstellungen in seinem Werk.
Kompositorisches Profil
Arapovs Werk bewegt sich zwischen sowjetischer Traditionsbindung, russischem Erbe, Folklorismus, moderner Klangorganisation und literarisch-programmatischer Dramaturgie. In den früheren Werken ist die Orientierung an verständlicher Form, nationalem Kolorit und breiter Ausdrucksgeste deutlich. Werke wie die Tadschikische Suite, die Russische Suite, die Oper Chodscha Nasreddin und die Oratorien- beziehungsweise Vokalwerke der 1940er Jahre stehen in einem Umfeld, in dem sozialistischer Realismus, regionale Volksmusik und sowjetische Repräsentationskultur miteinander verbunden wurden.
Seit den 1960er Jahren wird Arapovs Tonsprache komplexer. Die Harmonik verdichtet sich, die rhythmische Organisation wird beweglicher, das Schlagwerk gewinnt an Eigengewicht, und die Orchesterbehandlung nimmt eine stärker experimentelle Funktion an. Zugleich wendet er sich literarischen Stoffen der Weltliteratur zu: Somerset Maughams Rain, Oscar Wildes The Picture of Dorian Gray, Dichtung von Petrarca, Aleksandr Blok, Boris Pasternak, Anna Achmatova, Nikolaj Gumilëv und Osip Mandel'štam. Solche Stoffe verlagern seine Musik vom bloß Folkloristischen zu psychologischer, symbolischer und philosophischer Verdichtung.
Die späten Werke, besonders Die Offenbarung des Johannes, der Vokalzyklus Seele und Leib und die Siebte Sinfonie, zeigen einen Komponisten, der nach einer langen Karriere noch einmal zu existenziellen und religiös grundierten Themen greift. Diese späte Phase ist für Arapovs Profil entscheidend. Sie zeigt eine Musik, die weder in orthodoxer Avantgarde noch in konventioneller sowjetischer Stilrhetorik aufgeht, sondern aus einer persönlichen, hoch reflektierten Verbindung von Tradition, Moderne und Klangdramaturgie lebt.
Ausführlicher Kulturüberblick
Boris Aleksandrovič Arapov ist für die Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts besonders interessant, weil seine Biographie mehrere historische Schichten verbindet. Geboren wurde er noch im Russischen Kaiserreich, musikalisch ausgebildet wurde er in der frühen Sowjetzeit, seine Karriere entfaltete sich während Stalinismus, Krieg, Nachkriegszeit, Tauwetter, Spätsozialismus und Perestroika, und sein spätes Werk reicht bis in die unmittelbare Zeit des sowjetischen Zusammenbruchs. Sein Lebensbogen umspannt damit nahezu die gesamte Geschichte der Sowjetunion.
Das Leningrader Konservatorium war in dieser Geschichte ein Ort besonderer kultureller Spannung. Einerseits stand es in der Tradition von Nikolaj Rimskij-Korsakov, Aleksandr Glazunov, Anatolij Ljadov und der großen russischen Orchestrationsschule. Andererseits war es nach 1917 eine sowjetische Institution, die den politischen Erwartungen des neuen Staates ausgesetzt war. Arapovs Tätigkeit an diesem Konservatorium bedeutet daher mehr als eine bloße Professur. Er wirkte in einer Institution, in der ästhetische Tradition, pädagogische Disziplin, ideologische Kontrolle und künstlerische Erneuerung ständig neu austariert werden mussten.
Seine Generation stand zwischen den radikalen Experimenten der 1920er Jahre und der kulturpolitischen Normierung der 1930er Jahre. Die frühe sowjetische Avantgarde hatte mit Montage, Geräusch, Jazznähe, urbanen Formen und neuen Klangordnungen experimentiert. Die spätere offizielle Kulturpolitik verlangte dagegen Verständlichkeit, positive Helden, Volksnähe und ideologische Lesbarkeit. Arapovs Werk zeigt diese Spannung nicht in plakativer Form, sondern als allmähliche Bewegung: Zunächst arbeitet er stärker mit nationalen und folkloristischen Materialien, später öffnet er sich wieder komplexeren Klang- und Formverfahren.
Der Folklorismus in Arapovs Musik ist nicht nur als dekoratives Kolorit zu verstehen. Seine Reisen und Lehrtätigkeiten in Zentralasien, China und Korea führten zu einer intensiven Beschäftigung mit nichtwesteuropäischen melodischen, rhythmischen und klanglichen Strukturen. Das betrifft die Tadschikische Suite, usbekische Stoffe in Chodscha Nasreddin und Dželal Eddin, mongolische Themen im Trio, chinesische Themen in Klavierstücken und in der Zweiten Sinfonie sowie koreanische Anregungen in der Dritten Sinfonie. Damit gehört Arapov zu einer sowjetischen Kulturbewegung, die regionale und asiatische Musikkulturen in das große Repertoire der akademischen Kunstmusik einbeziehen wollte.
Diese Einbeziehung ist allerdings nicht ohne historische Ambivalenz. Im sowjetischen Kontext konnte die Beschäftigung mit Volksmusik Ausdruck realer Neugier, musikwissenschaftlicher Feldforschung und kompositorischer Erweiterung sein, zugleich aber auch Teil einer staatlich gelenkten Kulturpolitik, die die Vielfalt der Republiken symbolisch integrieren wollte. Arapovs Werke bewegen sich in diesem Spannungsfeld. Sie bezeugen Interesse an fremden Klangwelten, bleiben aber Teil eines akademischen, orchestralen und oft zentral gesteuerten Kunstsystems.
Ab den 1960er Jahren wird Arapovs Stil offener gegenüber der internationalen Moderne. Dabei ist er kein Komponist der demonstrativen Systemavantgarde. Dodekaphonische Wendungen, komplexe Harmonik, differenziertes Schlagwerk, ungewöhnliche Instrumentalbesetzungen und klangliche Schärfungen werden bei ihm nicht als Dogma eingesetzt, sondern als Ausdrucksmittel. Diese Haltung erklärt, weshalb seine Schüler ihn als offen für Neues wahrnahmen. Er vertrat nicht bloß eine starre akademische Norm, sondern eine kontrollierte Moderne, in der jedes Mittel durch Form, Ausdruck und dramaturgische Notwendigkeit gerechtfertigt sein musste.
Besonders aufschlussreich ist der Übergang zu literarischen und psychologischen Stoffen. Rain nach William Somerset Maugham und The Picture of Dorian Gray nach Oscar Wilde verweisen auf eine Kunst, die moralische Ambivalenz, seelische Spannung und ästhetische Selbstreflexion sucht. Damit entfernt sich Arapov von der einfachen heroischen Erzählung. Die Bühne wird nicht nur Ort äußerer Handlung, sondern Raum innerer Spaltung und symbolischer Bedeutung. Gerade darin liegt die Nähe zu Entwicklungen der europäischen Oper und des modernen Musiktheaters.
Auch Arapovs späte Vokalmusik ist kulturgeschichtlich bedeutsam. Die Hinwendung zu Blok, Pasternak, Achmatova, Gumilëv und Mandel'štam stellt seine Musik in einen literarischen Gedächtnisraum, der in der Sowjetzeit besonders sensibel war. Mandel'štam und Gumilëv stehen für eine russische Dichtung, die mit Repression, Erinnerung und existenzieller Selbstbehauptung verbunden ist. Der Vokalzyklus Seele und Leib von 1991 kann deshalb nicht nur als spätes Kammerwerk gelesen werden, sondern auch als kulturelles Testament am Ende eines politischen und ästhetischen Zeitalters.
Arapovs Lehrtätigkeit ist für die Kulturgeschichte mindestens ebenso wichtig wie sein Werk. Er bildete mehr als sechzig Kompositionsschüler aus, darunter Gennadij Banščikov, Leonid Desjatnikov, Aleksandr Knaifel, Sergej Slonimskij, Jurij Falik, Vladislav Uspenskij, Vladimir Cytovič, Georgij Firtič und Isaak Švarc. Damit prägte er nicht nur einzelne Karrieren, sondern die gesamte Nachkriegsgeschichte der Leningrader Kompositionsschule. Seine Schüler decken ein breites Spektrum ab: Oper, Sinfonik, Film, Kammermusik, experimentelle Musik, religiöse und postavantgardistische Formen.
In dieser Hinsicht ist Arapov eine Vermittlerfigur zwischen Tradition und späterer Pluralisierung. Er bewahrte das Handwerk, die Aufmerksamkeit für Form und Orchester, die Verbindung von Analyse und Komposition, öffnete aber zugleich Räume für individuelle Klangsprachen. Dass Schüler wie Knaifel oder Desjatnikov sehr unterschiedliche ästhetische Wege einschlugen, spricht nicht gegen seine Schule, sondern für ihre produktive Spannweite. Arapovs Kulturleistung besteht deshalb nicht nur in den Partituren, sondern auch in einer pädagogischen Atmosphäre, in der kompositorisches Denken als ernsthafte, historisch informierte und zugleich wandelbare Praxis verstanden wurde.
Werkverzeichnis
Das folgende Werkverzeichnis bündelt die in den wichtigsten zugänglichen Lexika, Verlagsangaben und Konservatoriumsquellen nachweisbaren Werke und Werkgruppen Boris Arapovs. Bei einzelnen Werken schwanken Jahreszahlen zwischen Entstehung, Erstaufführung, Rundfunkpremiere, Konzertaufführung und Druck- beziehungsweise Überlieferungsjahr. Wo solche Abweichungen besonders relevant sind, werden sie im Eintrag genannt.
Bühnenwerke
- Chodscha Nasreddin, komische Oper, 1943/1944. Das Werk entstand im Umfeld der Evakuierung nach Taschkent und verarbeitet zentralasiatisch-usbekische Stoffe. Es gehört zu Arapovs früher, folkloristisch und sowjetisch geprägter Bühnenproduktion.
- Die Fregatte „Pobeda“, Oper nach Aleksandr Puškin, 1957/1959. In den Quellen erscheinen unterschiedliche Jahresbezüge; häufig wird 1959 als Rundfunkpremiere beziehungsweise Aufführungskontext genannt. Das Werk verbindet russische Literaturtradition mit sowjetischer Operndramaturgie.
- Regen, Kammeroper nach William Somerset Maugham, 1967/1968. Das Werk markiert Arapovs Hinwendung zu psychologisch-literarischen Stoffen und zu einer konzentrierteren, modernisierten musikdramatischen Sprache.
- Das Bildnis des Dorian Gray, Ballett nach Oscar Wilde, 1971; konzertante beziehungsweise szenische Aufführung 1973. Dieses Ballett gehört zu den charakteristischen Werken der späteren Arapov-Phase, in der europäische Literatur, moralische Ambivalenz und differenzierte Klangdramaturgie stärker hervortreten.
Orchesterwerke, Sinfonien und Konzerte
- Fugato für Orchester, 1927/1928. Frühes Studienwerk; 1928 in Leningrad unter Nikolaj Malko aufgeführt.
- Tadschikische Suite für Sinfonieorchester, 1938; Aufführung 1939. Das Werk gehört zu Arapovs früher Beschäftigung mit zentralasiatischem Material.
- Sinfonie Nr. 1, c-Moll, 1947. Erste nummerierte Sinfonie und Beginn eines sinfonischen Zyklus, der Arapovs großformatiges Denken über mehrere Jahrzehnte dokumentiert.
- Russische Suite für Orchester, 1950/1951. Das Werk führt das Prinzip der Suite mit nationalem Material weiter und zeigt Arapovs Nähe zu sowjetischen Orchesterformen der Nachkriegszeit.
- Sinfonie Nr. 2 „Freies China“, 1959; Aufführung 1960. Die Sinfonie steht im Zusammenhang mit Arapovs China-Erfahrung und verwendet chinesisch inspirierte Materialien.
- Sinfonie Nr. 3, 1962/1963. Die dritte Sinfonie enthält nach russischer Werküberlieferung Anregungen koreanischer Musik, besonders in einem Satz des Werkes.
- Violinkonzert, 1963/1964; Aufführung 1965. Das Konzert gehört zu den wichtigen virtuosen Orchesterwerken Arapovs.
- Konzert für Orchester, 1969. Das Werk betont orchestrale Dramaturgie, Klanggruppen, kontrastierende Fakturen und die Eigenlogik des sinfonischen Apparats.
- Konzert für Violine, Klavier, Schlagzeug und Kammerorchester, zum Andenken an Igor Stravinsky, 1973; Aufführung 1974. Das Werk gehört zu Arapovs markanteren modernen Partituren und verbindet konzertante Rollenverteilung mit kammerorchestraler Schärfe.
- Sinfonie Nr. 4 für Sprecher, Solisten, zwei gemischte Chöre und Orchester, 1975/1977. Die Quellen nennen teils 1975 als Entstehungsjahr und 1977 als Aufführungsjahr. Die Besetzung zeigt Arapovs Neigung zur vokalsinfonischen Erweiterung der Sinfonieform.
- Sinfonie Nr. 5, 1981/1982. Späte Sinfonie mit dichterer, stärker reflektierender Klangsprache.
- Sinfonie Nr. 6 für Solisten, Chor und Orchester, 1983/1985; in deutschen Zusammenhängen auch als „Triptychon“ bezeichnet. Die Sinfonie erweitert den sinfonischen Begriff erneut in Richtung vokal-instrumentaler Großform.
- Vier Präludien und Fugen von Johann Sebastian Bach, Bearbeitung für Kammerorchester, 1986. Die Bearbeitung zeigt Arapovs Interesse an klassischer kontrapunktischer Tradition und moderner Klangdisposition.
- Sinfonische Dichtung nach der Lektüre von Čingiz Ajtmatovs Roman Die Richtstatt, 1987. Das Werk verbindet literarische Programmatik mit sinfonischer Reflexion.
- Die Offenbarung des Johannes, Musik für Violoncello, Klavier, Schlagzeug und Streichorchester, 1989. Dieses späte Werk ist durch religiös-apokalyptische Thematik und eine reduzierte, zugleich dramatische Klangsprache geprägt.
- Sinfonie Nr. 7, 1991. Letzte Sinfonie und eines der späten Hauptwerke Arapovs; sie bildet mit dem Vokalzyklus Seele und Leib einen bedeutenden Schlussakzent seines Schaffens.
Vokalsinfonische Werke und größere Vokalwerke
- Liederzyklus nach Gedichten von Aleksandr Puškin für Tenor, Bariton und Orchester, 1937; Aufführung 1940. Das Werk verbindet russische Dichtung mit vokalsinfonischer Anlage.
- Marschlied der Geologen, 1933. Frühes vokales beziehungsweise agitatorisch geprägtes Werk im sowjetischen Kontext.
- Negro Songs of Protest beziehungsweise Lieder des Protests für Bass und Jazzorchester, 1940. Das Werk zeigt Arapovs frühe Auseinandersetzung mit politisch aufgeladenem Liedgut und jazznaher Besetzung.
- Dželal Eddin, Oratorium auf usbekische Themen, 1944. Das Oratorium gehört zur zentralasiatisch geprägten Werkgruppe der Kriegs- und Evakuierungszeit.
Kammermusik und Klaviermusik
- Variationen für Klavier, 1929. Frühes Klavierwerk aus der Studienzeit.
- Sonate für Violine solo, 1930. Abschlusswerk des Konservatoriumsstudiums und frühes Zeugnis seiner kammermusikalischen Konzentration.
- Humoreske für Klavier, 1937/1938. Kurzes Charakterstück aus der frühen Werkphase.
- Trio auf mongolische Themen für Klarinette, Violine beziehungsweise Viola und Klavier, 1943. Die Besetzungsangaben schwanken in der Sekundärüberlieferung; sicher ist der Bezug auf mongolisches Material.
- Zehn usbekische Lieder für Klavier, 1944. Klavierzyklus im Zusammenhang mit Arapovs zentralasiatischer Erfahrung.
- Sechs Klavierstücke auf chinesische Themen, 1955. Das Werk gehört zur China-Gruppe innerhalb seines Schaffens.
- Etüde-Scherzo für Klavier, 1967/1969. Virtuos angelegtes Klavierwerk aus der stilistisch freieren Phase.
- Klaviersonate Nr. 1, 1970. Beginn einer späten Reihe von fünf Klaviersonaten.
- Drei Stücke für Klavier, 1976. Kompakte Klavierstücke in der Nähe der Sonatenphase.
- Klaviersonate Nr. 2, 1976/1978, Grigorij Sokolov gewidmet. Das Werk ist mit einem der bedeutenden sowjetischen Pianisten verbunden.
- Violinsonate, 1978, dem Andenken Michail Waimans gewidmet. Kammermusikalisches Hauptwerk der späteren Phase.
- Quintett für Oboe, Horn, Harfe, Viola und Violoncello, 1979. Die ungewöhnliche Besetzung verweist auf Arapovs Interesse an fein differenzierter Klangmischung.
- Hornsonate, 1981. Spätes Kammerwerk für Horn und Klavier.
- Fünf Stücke für Klavier, 1983. Später Klavierzyklus.
- Violoncellosonate, 1985, Daniil Šafran gewidmet. Bedeutendes spätes Kammerwerk für Violoncello und Klavier.
- Dezimett für zehn Instrumente, 1986. Das Werk zeigt die Nähe zu kammerorchestrischem Denken und zur differenzierten Ensemblebehandlung.
- Klaviersonate Nr. 3, 1987/1988. Späte Sonate mit verdichteter Harmonik.
- Klaviersonate Nr. 4, 1990. Spätes Klavierwerk aus Arapovs letzter Schaffensphase.
- Klaviersonate Nr. 5 „De profundis“, 1992, posthume Redaktion durch Sergej Slonimskij. Das Werk bildet den Abschluss der Klaviersonatenreihe.
Kammer- und Liedvokalmusik
- Lieder nach Aleksandr Blok für Stimme und Klavier, 1948 beziehungsweise in mehreren Quellen allgemein als Blok-Lieder überliefert. Die Lieder gehören zu Arapovs Auseinandersetzung mit russischer Symbolistenlyrik.
- Bearbeitungen von Volksliedern, unterschiedliche Besetzungen und Entstehungszeiten. Diese Bearbeitungen stehen im Zusammenhang mit Arapovs Interesse an Folklore und regionalen Klangtraditionen.
- Monolog für Bariton, Trompete, Schlagzeug und Klavier nach Andrej Voznesenskij, 1969. Das Werk verbindet literarische Moderne mit pointierter Kammerbesetzung.
- Sonette Petrarcas, Vokalzyklus für Mezzosopran und Klavier, 1975. Der Zyklus dokumentiert Arapovs Hinwendung zur europäischen Dichtung.
- Die vier Jahreszeiten für Sopran, Tenor und neun Instrumente nach japanischen Haiku, 1977/1978. Das Werk verbindet kammermusikalische Besetzung mit poetischer Miniaturform.
- Zwei Monologe nach Boris Pasternak für Stimme und Klavier, 1979/1980. Der Zyklus gehört zur späten literarischen Vokalmusik.
- Vokalzyklus nach russischen Dichtern, unter anderem nach Anna Achmatova, Ol'ga Berggol'c, Osip Mandel'štam und Michail Dudin, 1988. Das Werk steht im Zeichen eines literarischen Gedächtnisses, das über die offizielle sowjetische Rhetorik hinausweist.
- Seele und Leib, Vokalzyklus für Bariton und Klavier nach Nikolaj Gumilëv und Osip Mandel'štam, 1991. Eines der letzten Werke Arapovs und ein wichtiges Zeugnis seiner späten existenziellen Tonsprache.
Filmmusik
- Pobediteli noči beziehungsweise Die Sieger der Nacht, 1932. Filmmusik zu einem frühen sowjetischen Stoff.
- Lunnyj kamen' beziehungsweise Der Mondstein, 1935. Filmmusik aus der Vorkriegszeit.
- Perechod beziehungsweise Der Übergang, 1940. Filmmusik, die in einzelnen Werklisten erscheint.
- Ego zovut Suche-Bator beziehungsweise Er heißt Suche-Bator, 1942. Filmmusik zu einem mongolisch-sowjetischen Stoff.
- Nasreddin v Buchare beziehungsweise Nasreddin in Buchara, 1943. Filmmusik in der Nähe der zentralasiatischen Werkgruppe.
- Kortik beziehungsweise Der Dolch, 1954. Filmmusik zu einem sowjetischen Jugend- beziehungsweise Abenteuerstoff.
- Istorija bolezni beziehungsweise Krankengeschichte, 1990. Späte Filmmusik, die Arapovs Wirken bis an das Ende der Sowjetzeit heranführt.
Schriften, Erinnerungen, Redaktion und musikpädagogische Arbeiten
- 55 sowjetische Sinfonien, Mitherausgabe beziehungsweise redaktionelle Mitarbeit mit A. N. Dmitriev und G. G. Tigranov, Leningrad 1961. Die Sammlung ist für die sowjetische Sinfonikgeschichte relevant.
- Die 10. Sinfonie Dmitri Schostakowitschs, Beitrag in Die sowjetische Sinfonie in 50 Jahren, Leningrad 1967. Der Text belegt Arapovs analytische Auseinandersetzung mit Schostakowitschs Sinfonik.
- Einige Worte über die Leningrader Kompositionsschule, 1971. Der Beitrag ist für Arapovs Selbstverständnis als Lehrer und Vertreter einer Schule bedeutsam.
- Erinnerungen an einen Freund, 1978. Erinnernder Text im Umfeld der Leningrader Musikgeschichte.
- Vergangene Jahre, 1987. Erinnerungen an die Ausbildungszeit am Leningrader Konservatorium.
- Kranz für P. I. Tschaikowsky, 1990. Beitrag zum 150. Geburtstag Tschaikowskys.
- Musiker von großem Temperament, 1994 posthum publiziert. Erinnerungstext zu Arvid Jansons.
- Erinnerungen an Pavel Serebrjakov, 1996 posthum publiziert. Beitrag zur Erinnerungskultur des Leningrader Konservatoriums.
- Autobiographie. Erinnerungen. Reisetagebücher, herausgegeben in Sankt Petersburg 2005. Wichtige Quelle für Arapovs Selbstzeugnisse und Reiseerfahrungen.
- Lehrmethodische Arbeiten, Vorträge und Artikel, gesammelt in Con Anima, Sankt Petersburg 2006. Die Sammlung dokumentiert Arapovs pädagogische und theoretische Arbeit.
Schüler und Wirkung
Arapovs Wirkung beruht wesentlich auf seiner jahrzehntelangen Tätigkeit als Lehrer. Mehr als sechzig Schüler schlossen seine Kompositionsklasse ab. Zu den bekannteren Namen gehören Gennadij Banščikov, Leonid Desjatnikov, Aleksandr Knaifel, Sergej Slonimskij, Jurij Falik, Vladislav Uspenskij, Vladimir Cytovič, Georgij Firtič und Isaak Švarc. Schon diese Namen zeigen, dass Arapovs Schule nicht auf einen einzigen Stil festgelegt war.
Seine pädagogische Wirkung lag weniger in der Hervorbringung epigonaler Nachfolger als in der Vermittlung eines hohen kompositorischen Anspruchs. Form, Klang, Orchesterdenken, analytische Genauigkeit und historische Orientierung waren für ihn Grundbedingungen. Zugleich scheint er seinen Schülern Spielraum für individuelle ästhetische Entscheidungen gegeben zu haben. Deshalb konnten aus seiner Klasse Komponisten hervorgehen, die sehr unterschiedliche Wege zwischen akademischer Sinfonik, Film, Musiktheater, spiritueller Moderne und experimenteller Kammermusik einschlugen.
Für die russische und sowjetische Musikgeschichte ist Arapov daher nicht nur als Autor einzelner Werke wichtig, sondern als Knotenpunkt kultureller Überlieferung. Er verbindet die nachrevolutionäre Generation, die sowjetische Institutionengeschichte, die Leningrader Tradition und die spätere postsowjetische Vielfalt. Wer die Kompositionskultur Leningrads nach 1945 verstehen will, muss Arapov nicht als Randfigur, sondern als eine der strukturbildenden Lehrerpersönlichkeiten betrachten.
Sekundärliteratur
- Bjalik, M. G.: Arapov Boris Aleksandrovič. In: Muzykal'naja enciklopedija. Band 1. Moskau 1973, Sp. 194. Lexikalischer Grundartikel zur sowjetischen Einordnung Arapovs.
- Danko, Ljudmila G.: Boris Arapov. Monografičeskij očerk. Leningrad 1980. Umfangreiche monographische Darstellung von Leben, Werk und Stil.
- Danko, Ljudmila G.; Levkovskaja, S. S. (Hrsg.): Con Anima. K 100-letiju B. A. Arapova. Vospominanija, stat'i, materialy. Sankt Petersburg 2006. Gedenkband mit Erinnerungen, Artikeln, Werklisten, Diskographie und Materialien.
- Kenigsberg, A. K.: Boris Aleksandrovič Arapov. Očerk žizni i tvorčestva. Moskau/Leningrad 1965. Früher Überblick über Leben und Schaffen.
- Slonimsky, Nicolas; Kuhn, Laura; McIntire, Dennis: Arapov, Boris (Alexandrovich). In: Baker’s Biographical Dictionary of Musicians. Über Encyclopedia.com zugänglicher Artikel mit komprimierter Biographie und Werkverzeichnis.
- St. Petersburger Staatliches Konservatorium „N. A. Rimskij-Korsakov“: Arapov, Boris Aleksandrovič (1905–1992). Online-Artikel des Konservatoriums mit detaillierten Angaben zu Ausbildung, Lehrtätigkeit, Ämtern, Schülern, Werken, Bibliographie und Archivquellen.
- T. B. Arapova; M. B. Chudolej (Hrsg.): Boris Arapov. Avtobiografija. Vospominanija. Dnevniki putešestvij. Sankt Petersburg 2005. Selbstzeugnisse, Erinnerungen und Reisetagebücher.
Ausgewählte Onlinequellen
- Boris Arapov: Biography Offizielle Gedenkseite mit biographischem Abriss, Angaben zur Familie, zum Konservatorium, zur Lehrtätigkeit und zur Stellung als Leiter der Leningrader Schule.
- Boris Arapov: Music Offizielle Werkübersicht mit Gliederung nach Opern, Ballett, Orchesterwerken, vokal-orchestralen Werken, Kammermusik, Vokalmusik und Filmmusik.
- Boosey & Hawkes: Boris Alexandrovich Arapov – Concerto Verlagsnachweis zum Konzert für Violine, Klavier, Schlagzeug und Kammerorchester mit Angaben zur Besetzung und zum Verlag Sikorski.
- Compozitor Saint Petersburg: Arapov B. Chamber and symphonic music CD- und Werkbeschreibung zu Seele und Leib, Offenbarung des Johannes und der Siebten Sinfonie mit Besetzungs- und Trackangaben.
- Compozitor Saint Petersburg: ARAPOV Boris Verlagsartikel mit biographischem Überblick, Angaben zu Schülern, Lehrtätigkeit, Opern, Ballett, Sinfonien und wichtigen späten Werken.
- Encyclopedia.com: Arapov, Boris (Alexandrovich) Englischsprachiger Lexikonartikel nach Baker’s Biographical Dictionary of Musicians mit Biographie, Stilskizze, Werkübersicht und Bibliographie.
- IMDb: Boris Arapov Filmographischer Datensatz zu Arapovs Tätigkeit als Filmkomponist; bei biographischen Daten nur quellenkritisch zu verwenden.
- Kino-Teatr.ru: Борис Арапов Russische Film- und Theaterquelle mit Kurzbiographie, Datierung und filmographischem Kontext.
- MusicBrainz: Борис Арапов Musikdatenbankeintrag mit externen Identifikatoren, darunter VIAF, Wikidata, Discogs, DNB und Library of Congress.
- Sankt Petersburger Konservatorium: Арапов, Борис Александрович (1905–1992) Institutionell besonders wichtige Quelle mit detaillierten Angaben zu Ausbildung, Professur, Ämtern, Schülern, Reisen, Werken, Bibliographie und Archivmaterial.
- Wikidata: Boris Arapov Strukturierter Normdatensatz mit VIAF, ISNI, GND, BnF und weiteren Identifikatoren zur eindeutigen Personenidentifikation.
Weiterführende Einträge
- Aleksandr Blok Russischer Dichter des Symbolismus, dessen Lyrik in Arapovs Vokalschaffen eine Rolle spielt.
- Anna Achmatowa Russische Dichterin, deren Werk im Kontext später sowjetischer Vokalkompositionen bedeutsam wurde.
- Avantgarde Ästhetischer Bezugsraum, zu dem Arapov in seiner späteren Tonsprache ein kontrolliertes, nicht dogmatisches Verhältnis entwickelte.
- Ballett Musiktheaterform, in der Arapov mit Das Bildnis des Dorian Gray einen wichtigen literarisch inspirierten Beitrag schuf.
- China-Rezeption Kultureller Kontext für Arapovs China-Aufenthalt, seine Lehrtätigkeit und die chinesisch inspirierten Werke der 1950er Jahre.
- Leonid Desjatnikov Komponist der jüngeren Leningrader beziehungsweise Petersburger Tradition und Schüler Arapovs.
- Filmmusik Werkbereich, in dem Arapov seit den 1930er Jahren für sowjetische Filmproduktionen tätig war.
- Folklorismus Kompositorische Verarbeitung von Volksmusik, die für Arapovs zentralasiatische, chinesische, koreanische und russische Werkgruppen zentral ist.
- Instrumentation Lehre und Kunst der Instrumentenbehandlung, die Arapov als Professor und Leiter der entsprechenden Abteilung besonders prägte.
- Kammermusik Wichtiger Werkbereich Arapovs, von der Solosonate bis zu ungewöhnlich besetzten Ensembles.
- Komponist Berufs- und Rollenbegriff für Arapovs Tätigkeit zwischen schöpferischer Arbeit, Pädagogik und Institution.
- Kompositionspädagogik Zentraler Wirkungsbereich Arapovs als Lehrer mehrerer Generationen am Leningrader Konservatorium.
- Leningrader Konservatorium Institutioneller Mittelpunkt von Arapovs Ausbildung, Professur und langjähriger Lehrtätigkeit.
- Leningrader Kompositionsschule Musikgeschichtlicher Zusammenhang, in dem Arapov als Lehrer und Schulfigur eine zentrale Stellung einnimmt.
- Osip Mandel'štam Russischer Dichter, dessen Texte in Arapovs spätem Vokalzyklus Seele und Leib verwendet wurden.
- Maria Judina Pianistin, bei der Arapov nach seiner Rückkehr nach Petrograd Klavierunterricht erhielt.
- Musikpädagogik Übergreifender Begriff für Arapovs jahrzehntelange Lehr- und Ausbildungsarbeit.
- Oper Bühnenform, in der Arapov mit Chodscha Nasreddin, Die Fregatte „Pobeda“ und Regen vertreten ist.
- Orchestration Klangliche und strukturelle Gestaltung des Orchesters, ein Kernbereich von Arapovs Lehre und Komposition.
- Boris Pasternak Russischer Dichter, dessen Texte in Arapovs später Vokalmusik eine Rolle spielen.
- Sergej Prokofjew Russisch-sowjetischer Komponist und wichtiger Vergleichspunkt für die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts.
- Sankt Petersburg Geburts- und Sterbeort Arapovs sowie historischer Ort des Leningrader Konservatoriums.
- Dmitri Schostakowitsch Zeitgenosse Arapovs und zentrale Figur der sowjetischen Sinfonik, über dessen Zehnte Sinfonie Arapov schrieb.
- Sinfonie Großform, in der Arapov mit sieben nummerierten Werken einen wesentlichen Teil seines Œuvres schuf.
- Sergej Slonimskij Komponist und Arapov-Schüler; er redigierte die fünfte Klaviersonate De profundis posthum.
- Sozialistischer Realismus Kulturpolitischer Horizont, vor dem Arapovs frühe und mittlere sowjetische Werkphase verstanden werden muss.
- Sowjetische Musik Historischer Rahmen für Arapovs Werk, Lehrtätigkeit, Institutionen und ästhetische Entwicklung.
- William Somerset Maugham Englischer Autor, dessen Erzählstoff Arapov in der Kammeroper Regen aufgriff.