Georges Aperghis

Georges Aperghis, griechisch Γεώργιος Απέργης, auch in den Namensformen Apergēs, Apergis, Aperghis, Geōrgios, Giōrgos und Georges Aperghis, * 23. Dezember 1945 in Athen, ist ein griechisch-französischer Komponist der Neuen Musik, dessen Schaffen Musiktheater, Oper, Vokalmusik, Kammermusik, elektronische Musik und szenische Komposition verbindet.

Überblick

Georges Aperghis gehört zu den prägenden Gestalten eines erweiterten europäischen Musiktheaters nach 1970. Sein Werk steht zwischen Komposition, Szene, Sprache, Körperaktion, Klangtheater, Oper und experimenteller Vokalmusik. Während viele Komponisten der Nachkriegsavantgarde ihre Arbeit zunächst über strukturelle Systeme, serielle Verfahren oder elektroakustische Forschung definierten, entwickelte Aperghis aus Sprache, Gestus, Klangmaterial, Bühnenhandlung und performativer Situation eine eigene kompositorische Grammatik. Seine Musik ist weder bloße Vertonung eines Textes noch bloße Begleitung einer Szene, sondern eine Kunstform, in der Stimme, Körper, Objekt, Raum und Instrument gleichberechtigt musikalisch organisiert werden.

Aperghis wurde am 23. Dezember 1945 in Athen geboren. Er wuchs in einem künstlerischen Umfeld auf: Sein Vater Achilles Aperghis war Bildhauer, seine Mutter wird in den biographischen Darstellungen als Malerin genannt. Diese Herkunft ist für das Verständnis seiner späteren Arbeit nicht nebensächlich. Aperghis’ Musik denkt oft bildhaft, plastisch und räumlich. Sie behandelt Klang nicht nur als Tonhöhen- und Rhythmusereignis, sondern als körperlichen Vorgang, als sichtbare Handlung und als Material, das sich im Raum formt. Schon die Verbindung von Bildhauerei, Malerei und Musik im familiären Hintergrund verweist auf die intermediale Spannung, die später für sein Werk charakteristisch wurde.

Seit 1963 lebt und arbeitet Aperghis in Paris. Dort begegnete er den zentralen Impulsen der französischen und internationalen Avantgarde: der seriellen Musik, der musique concrète, den Arbeiten von Pierre Schaeffer, Pierre Henry und Iannis Xenakis. Dennoch blieb er keiner dieser Richtungen dauerhaft untergeordnet. Seine Eigenart liegt gerade darin, dass er die Nachkriegsmoderne nicht als geschlossenes System, sondern als Vorrat von Reibungen verstand: Klang gegen Sprache, Sinn gegen Laut, Ordnung gegen Zufall, Bühne gegen Partitur, Virtuosität gegen brüchige Kommunikation.

Kurzdaten

Name Georges Aperghis.
Griechische Namensform Γεώργιος Απέργης; in Umschrift auch Geōrgios Apergēs oder Giōrgos Apergis.
Weitere Namensformen Apergēs, Apergis, Aperghis, Geōrgios, Giōrgos, Georges.
Geboren 23. Dezember 1945 in Athen.
Beruf Komponist, Musiktheaterautor, Bühnenkomponist, Vokalkomponist und Erneuerer des experimentellen Musiktheaters.
Herkunft Griechisch-französischer Kulturraum; seit 1963 in Paris lebend und arbeitend.
Familie Sohn des Bildhauers Achilles Aperghis; die Mutter wird in biographischen Quellen als Malerin genannt.
Werkfelder Musiktheater, Oper, Oratorium, Vokalmusik, Kammermusik, Ensemblemusik, Solostücke, elektronische und multimediale Bühnenarbeiten.
Zentrale Institution ATEM, Atelier Théâtre et Musique, 1976 von Aperghis gegründet und über viele Jahre als Labor szenischer Komposition genutzt.
Besonders bekannt Für Récitations, Machinations, Avis de Tempête, Die Hamletmaschine-oratorio, Luna Park, Les Boulingrin, Sextuor – L’Origine des espèces und ein umfangreiches Werk zwischen Stimme, Szene und Instrumentalkomposition.
Auszeichnungen Unter anderem Mauricio Kagel Musikpreis, Goldener Löwe der Biennale Musica Venedig, BBVA Foundation Frontiers of Knowledge Award und Ernst von Siemens Musikpreis.

Namensformen und Einordnung

Die Namensformen Apergēs, Apergis, Aperghis, Geōrgios, Giōrgos und Georges verweisen auf die Bewegung zwischen griechischer Herkunft, französischem Kulturraum und internationaler Aufführungspraxis. In deutschsprachigen, französischen und englischen Zusammenhängen hat sich fast durchgängig die Form Georges Aperghis eingebürgert. Für ein Kulturlexikon ist es sinnvoll, die Varianten im Kopf des Artikels zu nennen, die Datei jedoch gemäß der Personenregel unter aperghis-georges.shtml anzulegen.

Aperghis ist nicht nur als einzelner Komponist zu erfassen, sondern als Knotenpunkt mehrerer ästhetischer Linien. Zu seinem Umfeld gehören die französische Nachkriegsavantgarde, das experimentelle Theater, das europäische Festivalwesen, die szenische Erneuerung der Oper, die Entgrenzung der Stimme und die Entwicklung einer Musik, in der Sprache nicht primär als Bedeutungsträger, sondern als klingendes, rhythmisches, körperliches und gestisches Material erscheint.

Ausführlicher Kulturüberblick

Aperghis’ kultureller Ort liegt zwischen Griechenland und Frankreich, zwischen bildender Kunst und musikalischer Avantgarde, zwischen Schriftpartitur und Probenprozess. Athen bildet dabei den Ausgangspunkt, Paris den entscheidenden Resonanzraum. Als Aperghis 1963 nach Paris ging, war die Stadt noch ein wichtiger Knotenpunkt der europäischen Avantgarde. Die Konzerte des Domaine Musical, die elektroakustischen Experimente der französischen Radiotradition, die Präsenz von Komponisten wie Xenakis und die intellektuelle Atmosphäre der strukturalistischen und poststrukturalistischen Debatten prägten ein Milieu, in dem Musik, Sprache, Wissenschaft, Theater und Philosophie nicht streng getrennt gedacht wurden.

Für Aperghis war diese Umgebung weniger eine Schule als ein Spannungsfeld. Er nahm Impulse der seriellen Musik auf, entfernte sich aber von einem ausschließlich konstruktivistischen Denken. Er lernte die musique concrète kennen, machte seine Musik jedoch nicht zu einer rein studioästhetischen Klangkunst. Er begegnete Xenakis, ohne dessen mathematische Strenge einfach zu übernehmen. Gerade diese Nicht-Zugehörigkeit ist charakteristisch. Aperghis entwickelte eine Kunst, die sich den großen ästhetischen Schulen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts anschließt, ohne in ihnen aufzugehen.

Der zweite entscheidende kulturelle Raum ist das Festival und die freie Produktionsform. Aperghis’ frühe Musiktheaterarbeiten entstanden nicht aus der Routine des Repertoirebetriebs, sondern im Umfeld von Festivals wie dem Festival d’Avignon. Das ist wichtig, weil seine Werke oft nicht von einem fertigen Libretto ausgehen, das anschließend vertont wird. Vielmehr entstehen sie aus einer gemeinsamen Arbeit an Stimme, Bewegung, Handlung, Klang und szenischer Situation. Damit gehört Aperghis zu jenen Komponisten, die das Verhältnis von Komposition und Aufführung grundsätzlich neu bestimmen: Die Partitur ist nicht nur Vorschrift, sondern Modell einer performativen Energie.

Die Gründung von ATEM, dem Atelier Théâtre et Musique, 1976 markiert einen Wendepunkt. In diesem Labor entwickelte Aperghis über Jahre eine Praxis, in der Schauspieler, Sänger, Instrumentalisten, Bühnenobjekte und Alltagsgesten zu musikalischen Einheiten werden konnten. Dieses Musiktheater ist nicht als Oper im traditionellen Sinn zu verstehen. Es kennt Figuren, Situationen, Konflikte und theatralische Energie, aber es unterläuft die klare Trennung von Rolle, Handlung, Gesang, Sprache, Geräusch und Instrumentalklang. Das Bühnengeschehen wird nicht illustriert; es wird selbst musikalisch komponiert.

Im weiteren Verlauf seines Schaffens verband Aperghis diese Musiktheatererfahrung mit großen vokalen und instrumentalen Formen. Werke wie Récitations, Sextuor – L’Origine des espèces, Machinations, Die Hamletmaschine-oratorio, Avis de Tempête, Luna Park und Les Boulingrin zeigen, wie konsequent Aperghis Sprache als labiles Material behandelt. Wörter erscheinen, zerfallen, werden verschoben, wiederholt, gestaucht, beschleunigt, körperlich ausgestoßen oder durch technische Medien vervielfacht. Dadurch entsteht ein Musiktheater der Wahrnehmung: Der Hörer und Zuschauer muss Bedeutungen nicht nur verstehen, sondern im Moment ihrer Entstehung und ihres Zerfalls beobachten.

Ästhetik, Sprache und kompositorisches Denken

Das Zentrum von Aperghis’ Ästhetik ist die Frage, wie Sinn entsteht, bevor er stabil wird. In vielen Werken befindet sich die Sprache in einem Zwischenzustand. Sie ist noch nicht bloßer semantischer Text, aber auch nicht bloß abstrakter Laut. Silben, Atemstöße, Fragmente, Wortreste, Lachen, Murmeln, Rufen, rhythmisch organisierte Konsonanten und vokale Gesten bilden eine Zone, in der der Körper hörbar denkt. Gerade deshalb ist Aperghis für die Geschichte der Vokalavantgarde so wichtig. Seine Stimme ist nicht die idealisierte Opernstimme, sondern ein bewegliches Instrument, das Sprechen, Singen, Geräusch, Affekt, Widerstand und mechanische Wiederholung zugleich enthalten kann.

Aperghis’ Kompositionen beruhen häufig auf Wiederholung, Permutation, Verdichtung und Verschiebung. Diese Techniken erinnern äußerlich an Verfahren der seriellen Musik, dienen aber einem anderen Zweck. Sie erzeugen keine abstrakte Ordnung, die über dem Material steht, sondern eine instabile Dramaturgie. Ein Lautfragment kann sich in eine Geste verwandeln, eine Geste in ein rhythmisches Muster, ein Muster in eine scheinbare Szene, eine Szene in ein komisches oder bedrohliches Ritual. Das Werk organisiert nicht nur Klang, sondern auch Erwartung. Aperghis interessiert sich für den Moment, in dem etwas wie Bedeutung entsteht, dann aber sofort wieder entzogen wird.

Darin liegt auch die Nähe zu literarischen und philosophischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts. Ohne dass Aperghis einfach als Vertreter einer literarischen Schule gelten müsste, berührt sein Werk Felder wie absurdes Theater, Oulipo, strukturalistische Sprachkritik, Dadaismus, konkrete Poesie und performative Theorie. Sprache ist bei ihm ein Ort, an dem Macht, Spiel, Körper, Mechanik, Erinnerung und Komik aufeinandertreffen. Die oft humoristische Oberfläche vieler Werke darf dabei nicht mit Harmlosigkeit verwechselt werden. Das Komische bei Aperghis ist häufig eine Form der Wahrnehmungsschärfung: Es zeigt, wie brüchig Kommunikation ist.

Musiktheater, ATEM und szenische Komposition

Mit ATEM schuf Aperghis eine Werkstatt, in der sich die Grenzen zwischen Schauspiel, Vokalkunst, Instrumentaltheater und Komposition auflösten. Entscheidend ist, dass hier nicht das Theater der Musik äußerlich hinzugefügt wurde. Vielmehr wurde die szenische Aktion selbst komponierbar. Eine Armbewegung, ein Blick, ein unregelmäßiger Atem, ein Objektgeräusch oder ein plötzliches Sprechfragment konnten dieselbe strukturelle Bedeutung erhalten wie ein instrumentales Motiv.

Diese Arbeitsweise unterscheidet Aperghis von einem traditionellen Opernkomponisten ebenso wie von einem reinen Instrumentalkomponisten. Im klassischen Opernmodell steht eine Handlung im Zentrum, die musikalisch dramatisiert wird. Im Musiktheater von Aperghis kann die Handlung dagegen aus den mikroskopischen Verschiebungen des Materials selbst entstehen. Die Szene ist kein Behälter für Musik; sie ist Musik. Darum wirken viele seiner Arbeiten zugleich präzise und offen, streng organisiert und improvisatorisch lebendig. Sie besitzen eine kompositorische Logik, aber diese Logik zeigt sich als Prozess, nicht als statische Architektur.

Die frühe Folge von Bühnenwerken im Umfeld von Avignon, darunter La Tragique histoire du nécromancien Hiéronimo et de son miroir, Vesper, Pandaemonium und Histoire de loups, bereitet jene Form vor, die Aperghis später mit ATEM weiter ausarbeitete. In späteren Werken wie Commentaires, Machinations, Paysage sous surveillance oder Luna Park wird diese Form um mediale, technische und politische Dimensionen erweitert. Die Bühne wird zu einem Labor der Wahrnehmung, in dem Menschen, Maschinen, Bilder und Stimmen nicht mehr sauber voneinander getrennt sind.

Stimme, Körper und Récitations

Die Récitations gehören zu den Schlüsselwerken des späten 20. Jahrhunderts für Solo-Stimme. Sie zeigen in konzentrierter Form, wie Aperghis Stimme denkt. Die Sängerin oder der Sänger ist hier nicht nur Interpret eines Textes, sondern zugleich Sprecher, Instrument, Schauspieler, rhythmischer Körper und instabile Figur. Die Stimme springt zwischen Bedeutungsnähe und Bedeutungsverlust, zwischen Artikulation und Laut, zwischen kontrollierter Virtuosität und scheinbarem Ausbruch.

Für die Kulturgeschichte der Stimme ist das entscheidend. Aperghis erweitert die Vokalkomposition nicht einfach um Geräuscheffekte. Er stellt die Frage, was eine Stimme überhaupt ist, wenn sie nicht mehr nur Träger einer Melodie oder eines Textes sein muss. In seinen Werken kann die Stimme Syntax bilden, ohne eindeutig zu sprechen; sie kann singen, ohne in lyrische Entfaltung überzugehen; sie kann eine Figur erzeugen, ohne eine psychologisch geschlossene Rolle darzustellen. Diese Spannung macht Aperghis’ Vokalwerke zu wichtigen Bezugspunkten für Sängerinnen, Performer, Komponisten und Musiktheaterregisseure.

Oper, Oratorium und größere Bühnenformen

Aperghis’ Verhältnis zur Oper ist doppelt. Einerseits stellt er die traditionelle Opernform infrage, weil seine Musik den Vorrang von Handlung, Libretto und psychologischer Figurenführung auflöst. Andererseits kehrt er immer wieder zu großen vokal-szenischen Formen zurück. Werke wie Histoire de loups, Je vous dis que je suis mort, L’Écharpe rouge, Tristes tropiques, Avis de Tempête und Les Boulingrin zeigen, dass die Oper für ihn nicht erledigt ist, sondern als Experimentierfeld fortbesteht.

In Die Hamletmaschine-oratorio verbindet Aperghis Heiner Müllers Textwelt mit einer vokal-instrumentalen Form, die zwischen Oratorium, Theater und fragmentierter politischer Erinnerung steht. Tristes tropiques führt die Oper in den Horizont anthropologischer, literarischer und kulturkritischer Reflexion. Avis de Tempête integriert Elektronik, Video, Bühne und Stimme zu einem hochgradig medialisierten Musiktheater. Les Boulingrin wiederum greift mit Georges Courteline auf eine komödiantische Vorlage zurück und zeigt, dass Aperghis’ Theaterdenken auch die Groteske, die Farce und die soziale Satire einschließen kann.

Elektronik, Video und mediale Bühne

Seit der Jahrtausendwende treten bei Aperghis elektronische und visuelle Verfahren stärker hervor. Machinations ist dafür ein besonders prägnantes Beispiel: Vier Frauenstimmen, Elektronik und Video werden zu einer maschinell wirkenden, zugleich zutiefst körperlichen Situation verschränkt. Der Begriff der Maschine ist bei Aperghis nicht nur technisch gemeint. Die Maschine ist auch eine Metapher für Sprache, Erinnerung, Wiederholung, soziale Kontrolle und Wahrnehmungssteuerung.

In Luna Park und verwandten Arbeiten wird diese mediale Dimension weitergeführt. Video, Projektion, Sensorik, elektronische Klangbearbeitung und szenische Aktion erzeugen keine bloße multimediale Oberfläche, sondern verändern die kompositorische Struktur. Die Frage lautet nicht, wie Musik durch Bilder illustriert werden kann, sondern wie Bilder, Gesten, technische Apparate und Körperklänge selbst Teil einer musikalischen Organisation werden. Damit steht Aperghis in einer Linie des intermedialen Musiktheaters, die von Mauricio Kagel über Heiner Goebbels bis zu gegenwärtigen Formen performativer Komposition reicht, ohne sich mit einer dieser Positionen deckungsgleich zu machen.

Rezeption und Auszeichnungen

Aperghis gilt international als einer der wichtigsten Erneuerer des Musiktheaters. Seine Werke werden besonders von spezialisierten Ensembles und Sängerinnen der zeitgenössischen Musik gepflegt, darunter Ensemble intercontemporain, Klangforum Wien, Ictus, Remix Ensemble, Neue Vocalsolisten Stuttgart, Accroche Note und zahlreiche Solisten der Vokal- und Instrumentalavantgarde. Seine Musik stellt hohe Anforderungen an rhythmische Präzision, sprachliche Beweglichkeit, szenische Präsenz und die Fähigkeit, musikalische Virtuosität mit körperlicher Darstellung zu verbinden.

Die internationale Anerkennung zeigt sich in bedeutenden Preisen und Porträts. Zu den wichtigsten Auszeichnungen gehören der Mauricio Kagel Musikpreis 2011, der Goldene Löwe für das Lebenswerk der Biennale Musica Venedig 2015, der BBVA Foundation Frontiers of Knowledge Award in der Kategorie zeitgenössische Musik 2016 und der Ernst von Siemens Musikpreis 2021. Diese Ehrungen markieren nicht nur die Würdigung eines Einzelwerks, sondern die Anerkennung einer kompositorischen Haltung, die das Verhältnis von Musik, Theater, Stimme, Körper, Technik und Wahrnehmung dauerhaft verändert hat.

Werkverzeichnis

Das folgende Werkverzeichnis folgt im Kern der alphabetischen Werkordnung des offiziellen Aperghis-Katalogs und ergänzt sie um jüngere, öffentlich nachweisbare Premierenhinweise. Die Angaben sind für den Kulturlexikon-Gebrauch verdichtet: Jahr, Besetzung und kurze Gattungszuordnung werden genannt; ausführliche Uraufführungsdaten, Besetzungsdetails, Verlagsnummern und Aufführungsmaterialien sind in den verlinkten Onlinequellen zu prüfen.

14 Jactations 2001; für Bariton solo; vokales Solostück im Umfeld der Sprach- und Gestenkomposition.
280 mesures pour clarinette 1979; für Klarinette solo; konzentrierte Studie instrumentaler Artikulation.
À bout de bras 1989; für Oboe und Klarinette beziehungsweise zwei Klarinetten; Kammermusik.
À Tombeau ouvert 1997; für Klavier solo; instrumentales Solowerk.
Alter ego 2001; für Tenorsaxophon solo; Solostück mit ausgeprägter gestischer Energie.
Alter-Face 2004; für zwei Klaviere; kammermusikalisches Werk.
Ascoltare stanca 1972; für achtzehn Instrumentalisten; frühes Ensemblewerk.
Avis de Tempête 2004; Oper beziehungsweise Musiktheater für Sopran, zwei Baritone, Tänzerin/Schauspielerin, Elektronik, Video und Ensemble.
Aye Aye Requiem 2024; jüngerer Premierenhinweis im offiziellen Veranstaltungskontext; im Umfeld von Trio Accanto nachgewiesen.
B.W.V. 1973; für sechs Sänger und einundzwanzig Musiker; vokal-instrumentales Bühnenwerk.
Babil 1996; für Klarinette und fünfzehn Musiker; Ensemblemusik.
Bloody Luna 2007; für Violoncello solo und Ensemble; konzertante Ensemblemusik.
Breaths 2019; für Klavier solo; spätes Solostück.
Champ–Contrechamp 2010; für Klavier und Ensemble; konzertantes Werk.
Cinq Calme-plats 1992; für Frauenstimme solo; vokales Solowerk.
Cinq couplets 1988; für Sopran und Kontrabassklarinette; Kammermusik mit Stimme.
Cinq petits moments brefs 1988; für Cembalo; kurzes Solowerk.
Cinq pièces pour violoncelle et percussion 1994; für Violoncello und Schlagzeug; Duo.
Commentaires 1996/1997; für zwei Schauspieler, Bariton, Violoncello, Schlagzeug, Klavier und Viola; Musiktheater nach Texten von Philippe Minyana.
Concerto for accordion 2015; für Akkordeon solo und großes Orchester; konzertantes Orchesterwerk.
Concerto grosso 1971/1972; für Sänger, Schauspielerin, neunzehn Musiker und Tonband; frühes szenisch-vokal-instrumentales Werk.
Contretemps 2005/2006; für Sopran und Ensemble; vokal-instrumentales Ensemblewerk.
Conversatio X 1985/2017; für präpariertes Klavier und Sprechen; Werk an der Grenze von Instrumentalspiel und Sprache.
Crosswind 1997; für Viola und Saxophonquartett; Kammermusik.
Damespiel 2011; für Klarinette solo; instrumentales Solowerk.
Dans le Mur 2007; für Klavier und Elektronik; elektroakustisch erweitertes Solowerk.
Dark Side 2003; für Mezzosopran und achtzehn Musiker; Monodrama nach Motiven der Orestie.
De la nature de l’eau 1974; für sechs Sänger, zwei Schauspieler, Schlagzeug, Klangsystem und Klavier; szenisch-vokales Werk.
De la nature de la gravité 1979/1980; für sieben Sänger, zwei Schauspieler, Trompete und Schlagzeug; Bühnenwerk nach von Leonardo da Vinci inspiriertem Text.
Déclamations 1990; für Bariton, Kontrabassklarinette und großes Orchester; vokal-orchestrales Werk.
Der Lauf des Lebens 2018; für dreiundzwanzig Musiker und sechs Sänger; größeres vokal-instrumentales Werk.
Die Erdfabrik 2023; Musiktheater für eine Stimme, Trompete, zwei Schlagzeuger und Kontrabass; jüngere Bühnenarbeit.
Die Hamletmaschine-oratorio 1999/2000; für Solisten, gemischten Chor und sechzehn Musiker; Oratorium nach Heiner Müller.
Die Wände haben Ohren 1972; für großes Orchester; frühes Orchesterwerk.
Dix Pièces pour quatuor à cordes 1986; für Streichquartett; Kammermusik.
En un tournemain 1987; für Viola solo; kurzes Solostück.
Entre chien et loup 1999; für Sopran, Schauspieler und fünf Musiker; Musiktheater mit Texten von Paul Klee, Goethe und Franz Kafka.
Études d’harmoniques 1976; für zwei Violinen und Violoncello; Streichertrio.
Etudes pour orchestre 2012–2015; für großes Orchester; Studienfolge für Orchester.
Façade-trio 1998; für zwei Bassklarinetten und Schlagzeug; Kammermusik.
Faux mouvement 1995; für Streichtrio; Kammermusik.
Fragments (Journal d’un opéra) 1977; für neun Solostimmen, zwei Schauspieler, Klavier und zwei Vibraphone; Werk nach Michel Deutsch.
Fuzzy-Trio 2006; für Violine, Klavier und Schlagzeug; Trio.
Graffitis 1981; für Schlagzeug solo; Solowerk.
Happiness Daily 2009; für Sopran, Mezzosopran und Ensemble; vokal-instrumentales Werk.
Happy End 2007; für Ensemble, Dirigent, Elektronik, Stimmen aus dem Off und Filmprojektion; multimediales Musiktheater.
Heysel 2002; für acht Musiker; Musik zu einem Film von Thierry De Mey.
Histoire de loups 1976; Oper nach Sigmund Freud, Libretto von Marie-Noëlle Rio; großes frühes Bühnenwerk.
I. X. 2001/2002; für Violine solo; Solostück.
Il gigante Golia 1975; für Sopran und sechzehn Musiker; vokal-instrumentales Werk.
In extremis 1998; für acht Musiker; Ensemblemusik.
It never comes again 2026 uraufgeführt; jüngerer Premierenhinweis im Rahmen des Festival Présences 2026.
Jacques le Fataliste 1974; Oper in drei Akten nach Diderot, Libretto von Henri Mary.
Je vous dis que je suis mort 1978; Oper nach einem Libretto von François Regnault.
Jeu à quatre Ohne gesichertes Kompositionsjahr im Kurzverzeichnis; für vier Altsaxophone; pädagogische beziehungsweise kammermusikalische Arbeit.
Kryptogramma 1970; für sechs Schlagzeuger; frühes Schlagzeugwerk.
L’Adieu 1993; für Altstimme und großes Orchester; vokal-orchestrales Werk.
L’Écharpe rouge 1984; Oper nach einem Libretto von Alain Badiou.
L’iliade, L’odyssée 2007; zwei Miniaturen für Klarinette und Violine.
La Fable des continents 1990; für Bassstimme und großes Orchester; Musik zu einem Film von Hugo Santiago, im Katalog als nicht verfügbar bezeichnet.
La Nuit en tête 2000; für Sopran und Sextett; vokal-kammermusikalisches Werk.
La Tragique histoire du nécromancien Hiéronimo et de son miroir 1971; für Puppen, Schauspielerin, Mezzosopran, Laute oder Gitarre, Violoncello und Tonband; frühes Musiktheater.
Le Corps à corps 1978; für einen Schlagzeuger; Solowerk mit körperlich-performativer Dimension.
Le Petit chaperon rouge / Rotkäppchen 2001; für sechs Musiker; Musiktheater nach Charles Perrault, in mehreren Sprachfassungen.
Le Reste du temps 2003; für Violoncello, Cymbalom und Ensemble; kammermusikalisches Werk.
Le Rire physiologique 1982; für Bariton und Klavier; nach einem Text von Raymond Devos.
Les 7 crimes de l’amour 1979; für Stimme, Klarinette und Schlagzeug; Komposition zu einem Film von Michel Fano.
Le Soldat inconnu 2013; für Bariton und Ensemble; nach Franz Kafka und weiteren Quellen.
Les Boulingrin 2010; opera buffa für Ensemble und vier Sänger; Libretto von Aperghis nach Georges Courteline.
Les Guetteurs de son 1981; für drei Schlagzeuger; kammermusikalisches Schlagzeugwerk.
Les Lauriers sont coupés 1975; für Sopran, Mezzosopran und fünf Musiker; vokal-instrumentales Werk.
Les moments présents 2016; für Klavier solo; spätes Solostück.
Les secrets élémentaires 1998; für Klavier solo; Solowerk.
Liebestod 1981/1987; für Schauspielerin, elf Sänger und neun Musiker; Textbezug zu Bettina von Arnim.
Ligne de fissure 2008; für Cymbalom solo; Solowerk.
Lost connections 2016; für Ensemble von zwölf Musikern; Ensemblemusik.
Luna Park 2011; für vier Performer, Elektronik und Video; Musiktheater im Feld von Überwachung, Körper, Stimme und Medien.
Machinations 2000; für vier Frauenstimmen, Elektronik und Video; zentrales Musiktheaterwerk mit maschineller Sprach- und Stimmorganisation.
Merry go round 2019; für Akkordeon solo; Solostück.
Migrants 2017; für zwei Frauenstimmen und Ensemble; mit Bezügen zu Joseph Conrads Heart of Darkness und Texten von Aperghis.
Monomanies 1991; für Frauenstimme; sieben Lieder auf französische Dichtung des 16. Jahrhunderts.
Mouvement pour quintette 1975; für Klarinette, Klavier, Violine, Viola und Violoncello; Kammermusik.
Obstinate 2017; für Kontrabass solo; Solowerk.
P.S. 2010; für Sopransaxophon solo; Solostück.
Pandaemonium 1973; für acht Stimmen, vier Schauspieler und sieben Musiker; Bühnenwerk mit Libretto von Aperghis.
Parenthèses 1977; für Schlagzeug solo und sechzehn Musiker; konzertantes Werk.
Parlando 2007; für Kontrabass solo; Solowerk.
Passwords 2016; für sechs Sänger; vokales Ensemblewerk.
Paysage sous surveillance 2002; für zwei Schauspieler, zwei Klarinetten, zwei Violoncelli und zwei Synthesizer; Musiktheater nach Heiner Müller.
Petrrohl 2001; erster Satz der Wölfli-Kantata; für sechs Solostimmen.
Piano project Ohne gesichertes Jahr im Kurzverzeichnis; Klavier solo; pädagogisches Projekt mit Beiträgen mehrerer Komponisten.
Pièce pour deux violoncelles 1970; für zwei Violoncelli; frühe Kammermusik.
Pièce pour douze 1991; für zwölf Musiker; Ensemblemusik.
Print music 2002; für Klavier solo; Solowerk.
Profils 1998; für Violoncello und Zarb; Duo.
Pubs / Reklamen 2002/2015; für Sopran solo; vokale Miniaturen beziehungsweise Erweiterungsfolge.
Puzzles 1971; für zwölf Instrumentalisten; frühes Ensemblewerk.
Quai n° 1 1978; für Schauspielerin, sieben Solosänger, zwei Schlagzeuger und elektrisches Klavier; Bühnenwerk nach Marie-Noël Rio.
Quartet Movement 2008/2009; für Streichquartett; Kammermusik.
Quatre Pièces fébriles 1995; für Marimba und Klavier; Duo.
Quatre Récitations pour violoncelle 1980; für Violoncello solo; Übertragung des Rezitationsgedankens in den Instrumentalklang.
Rasch 2001; für Violine und Viola, alternativ für Saxophon und Viola oder für Sopran und Viola; variables Duo.
Récitatif de concours 1975; für Stimme, Flöte, Klarinette, Violoncello und Klavier; vokal-instrumentales Werk.
Récitations 1978; für Frauenstimme solo; Schlüsselwerk der Vokalavantgarde.
Requiem furtif 1998; für Violine und Hyōshigi beziehungsweise Schlaghölzer; Duo.
Retrouvailles 2013; für zwei Schlagzeuger; Duo.
Ritournelles 1992; für zwei Baritone und neun Musiker; vokal-instrumentales Werk.
Rondo 1994; für Sopran und Mezzosopran; vokales Duo.
Ruinen 1994; für Posaune oder Tuba solo; Solowerk.
Scherzo 2017; für Klavier solo; spätes Solostück.
Seesaw 2008; für Ensemble; Ensemblemusik.
Sextuor – L’Origine des espèces 1992; für fünf Frauenstimmen und Violoncello; Musiktheater mit Bezügen zu Darwin, Stephen Jay Gould und naturgeschichtlichen Quellen.
Shot in the Dark 2012; für Sopran und Ensemble; vokal-instrumentales Werk.
Signaux 1978; für vier Instrumente gleicher Klangfarbe und ähnlichen Umfangs; instrumentale Studie.
Simata 1971; für präpariertes Klavier oder Cembalo; frühes Tasteninstrumentenwerk.
Simulacre I 1991; für Sopran, Kontrabassklarinette und Schlagzeug; erster Teil der Simulacre-Folge.
Simulacre II 1994; für Sopran, Bassklarinette, Schlagzeug und Marimba; zweiter Teil der Simulacre-Folge.
Simulacre III 1994; für Sopran, zwei Klarinetten und Marimba, alternativ Sopran, Klarinette, Viola und Marimba; dritter Teil der Simulacre-Folge.
Simulacre IV 1995; für Bassklarinette solo; vierter Teil der Simulacre-Folge.
Situations 2012/2013; für dreiundzwanzig Solisten; großes Ensemblewerk.
Six Tourbillons 1989; für Frauenstimme; vokales Solowerk.
Solo 1983; für Schauspielerin; dem Umkreis der performativen Bühnenarbeit zugehörig.
Solo 2013; für Kontrabassklarinette; instrumentales Solowerk.
Sonate pour violoncelle 1994; für Violoncello solo; Solowerk.
Strasbourg instantanées 1998/1999; Folge pädagogischer Stücke für verschiedene Besetzungen, im Auftrag des Conservatoire de Strasbourg.
Teeter-Totter 2007; für Ensemble; Ensemblemusik.
Tell Tales 2024; Vokalmusik, Libretto von Aperghis; Uraufführung 2025 angekündigt beziehungsweise dokumentiert.
The Last of their Kin(d) 2025; jüngerer Premierenhinweis im offiziellen Veranstaltungskontext; im Zusammenhang mit Aye Aye Requiem genannt.
The messenger 2019; für Zarb solo; Solowerk.
The Only Line 2008; für Violine solo, alternativ Violine und Elektronik; Solowerk mit elektronischer Fassung.
Tingel Tangel 1990; für Sopran, Cymbalom und Akkordeon; vokal-instrumentales Trio.
Totem 1997; für acht Violoncelli; Ensemblewerk.
Triangle carré 1989; für Streichquartett und drei Schlagzeuger; Kammermusik mit perkussivem Gegenpol.
Trio 1996; für Klarinette, Violoncello und Klavier; Kammermusik.
Trio 2012; für Klavier, Violine und Violoncello; Kammermusik.
Trio Funambule 2015; für Saxophon, Klavier und Schlagzeug; Trio für Trio Accanto.
Triple 2010; für Flöte, Klarinette und Trompete; Kammermusik.
Tristes tropiques, op. 106 1990/1995; Oper in drei Akten für zwölf Sänger, Chor und großes Orchester; Libretto von Catherine Clément nach Claude Lévi-Strauss.
Trois Pièces 1986/2008; für Streichquartett; Kammermusik.
Tryptique – Compagnie, part II 1982; für Harfe und Schlagzeug; zweiter Teil der Tryptique-Folge.
Tryptique – Coup de foudre, part I 1982; für einen Schlagzeuger; erster Teil der Tryptique-Folge.
Tryptique – Fidélité, part III 1982; für Harfe; dritter Teil der Tryptique-Folge.
Uhrwerk 2012; für Viola solo; Solostück.
Variations pour quatorze instruments 1973; für vierzehn Musiker; Ensemblewerk.
Vesper 1971; für sieben Stimmen und zweiundzwanzig Musiker; Oratorium beziehungsweise frühes vokal-instrumentales Werk.
Volte-face 1997; für Viola solo; Solostück.
Von Zeit zu Zeit 1971; für sechzehn Instrumentalisten; frühes Ensemblewerk.
Wild Romance 2013; für Sopran, Klavier, Marimba, zweites Schlagzeug und Streicher; vokal-instrumentales Ensemblewerk.
Willy-Willy 2026 uraufgeführt; jüngerer Premierenhinweis im Rahmen des Festival Présences 2026.
Wind Waves 2015; für Oboe, Klarinette, Bassklarinette, Tenorsaxophon und Fagott; Bläserquintett eigener Prägung.
Wölfli-Kantata 2005; für gemischten Chor und sechs Solisten a cappella; frei inspiriert von Adolf Wölfli.
Zeugen 2006; für Stimme, Puppenspieler/Erzähler, Bassklarinette, Altsaxophon, Akkordeon, Cymbalom und Klavier; Musiktheater nach Texten von Robert Walser.
Zwielicht 1999; für Sopran, Schauspieler und fünf Musiker; Musiktheater mit Texten von Paul Klee, Goethe und Franz Kafka.

Sekundärliteratur

  • Beller, Greg und Jean-François Trubert: Luna Park (2011): An Aesthetics of Shock. Contemporary Music Review, 2016. Spezialstudie zu Aperghis’ multimedialem Musiktheater, besonders zur Verbindung von Auswahl, Kombination, Video, Elektronik und szenischer Struktur.
  • Gindt, Antoine: Texte, Gespräche und Materialien zu Aperghis und dem europäischen Musiktheater. Wichtig für Aperghis’ Selbstverständnis als Komponist zwischen Partitur, Szene, Probe und performativer Organisation.
  • Heile, Björn: Towards a Theory of Experimental Music Theatre: Showing-Doing, Non-Matrixed Performance and Metaxis. In: Yael Kaduri (Hg.): The Oxford Handbook of Sound and Image in Western Art. Oxford University Press, 2016. Theoretische Rahmung des experimentellen Musiktheaters, für Aperghis im Kontext von Kagel, Goebbels und performativer Komposition relevant.
  • Heile, Björn und Charles Wilson (Hg.): The Routledge Research Companion to Modernism in Music. Routledge, 2018. Modernismusgeschichtlicher Kontext für die Einordnung von Aperghis zwischen Nachkriegsavantgarde, Musiktheater und postserieller Freiheit.
  • Nikolić, Neda: Instrumental Theater in the Works of Mauricio Kagel, Georges Aperghis and Heiner Goebbels. 2020. Vergleichende Studie zu instrumentaltheatralen Verfahren und zur Verschiebung der Rolle des Interpreten.
  • Salzman, Eric und Thomas Desi: The New Music Theater: Seeing the Voice, Hearing the Body. Oxford University Press, 2008. Grundlegende Darstellung des neuen Musiktheaters, hilfreich für Aperghis’ Position zwischen Stimme, Körper und Bühne.
  • Trubert, Jean-François: Studien zum zeitgenössischen Musiktheater und zur Dramaturgie der Neuen Musik. Für Aperghis insbesondere dort einschlägig, wo szenische Komposition nicht als Anwendung, sondern als kompositorisches Verfahren verstanden wird.

Ausgewählte Onlinequellen

Weiterführende Einträge

  • Absurdes Theater Ästhetischer Kontext für Aperghis’ Spiel mit Sinnbruch, Sprachkomik und szenischer Irritation.
  • ATEM Atelier Théâtre et Musique, Aperghis’ zentrale Werkstatt für experimentelles Musiktheater.
  • Avantgarde Oberbegriff für künstlerische Erneuerungsbewegungen, in deren Nachgeschichte Aperghis’ Werk steht.
  • Alain Badiou Philosoph und Autor des Librettos zu Aperghis’ Oper L’Écharpe rouge.
  • John Cage Vergleichsfigur für den erweiterten Klangbegriff und die Öffnung musikalischer Handlung.
  • Konkrete Poesie Literarischer Kontext für die Behandlung von Sprache als sichtbares und klingendes Material.
  • Georges Courteline Französischer Autor, dessen Les Boulingrin Aperghis zur opera buffa anregte.
  • Dadaismus Historischer Hintergrund für Lautpoesie, Antilogik und spielerische Zersetzung sprachlicher Konventionen.
  • Domaine Musical Pariser Konzertinstitution der Nachkriegsavantgarde, wichtig für die musikalische Umgebung, die Aperghis nach 1963 kennenlernte.
  • Elektronische Musik Technisches und ästhetisches Feld, das in Aperghis’ späteren Bühnenarbeiten mit Stimme, Video und Raum verbunden wird.
  • Ensemble intercontemporain Wichtiges Ensemble der zeitgenössischen Musik und wiederkehrender Partner im Umfeld von Aperghis’ Aufführungsgeschichte.
  • Festival d’Avignon Zentraler Aufführungs- und Produktionsort früher Aperghis-Werke.
  • Heiner Goebbels Vergleichsfigur des neueren Musiktheaters und der szenisch-musikalischen Komposition.
  • Pierre Henry Vertreter der musique concrète, deren Klangdenken zum Pariser Avantgardekontext Aperghis’ gehört.
  • Instrumentaltheater Gattungsfeld, in dem instrumentales Spiel, Körperaktion und theatrale Situation ineinandergreifen.
  • IRCAM Pariser Forschungs- und Produktionszentrum für Musik und Akustik, mit dem Aperghis insbesondere bei elektronisch-medialen Arbeiten verbunden ist.
  • Mauricio Kagel Schlüsselfigur des instrumentalen und experimentellen Musiktheaters, für Aperghis’ historische Einordnung besonders wichtig.
  • Kammermusik Werkfeld, in dem Aperghis instrumentale Gestik, Dialog und körperliche Aktion kompositorisch zuspitzt.
  • Klangforum Wien International bedeutendes Ensemble der Neuen Musik und wichtiger Interpret von Aperghis’ Ensemblemusik.
  • Helmut Lachenmann Vergleichbarer Komponist eines erweiterten Klangbegriffs, besonders im Hinblick auf Geräusch, Körper und Materialwiderstand.
  • Claude Lévi-Strauss Anthropologe und Autor von Tristes Tropiques, das Aperghis zur gleichnamigen Oper aufgriff.
  • György Ligeti Vergleichsfigur für sprachlich-vokale Virtuosität, Klangtheater und postserielle Mehrdeutigkeit.
  • Heiner Müller Dramatiker, dessen Hamletmaschine und weitere Texte für Aperghis’ Musiktheater und Oratorium bedeutsam wurden.
  • Musiktheater Zentraler Gattungsbegriff für Aperghis’ Verbindung von Stimme, Körper, Szene und musikalischer Organisation.
  • Musique concrète Französische Klangkunsttradition, deren Umgang mit Geräusch und aufgezeichnetem Klang zum Umfeld von Aperghis’ frühen Pariser Jahren gehört.
  • Neue Musik Übergreifender Kontext für Aperghis’ kompositorisches Schaffen seit den 1960er Jahren.
  • Oper Traditionsform, die Aperghis zugleich fortsetzt, bricht und in experimentelles Musiktheater überführt.
  • Oulipo Literarischer Kontext kombinatorischer Sprachspiele, der für das Verständnis der Récitations hilfreich ist.
  • Performance Kunstform der körperlichen Aktion, die bei Aperghis mit musikalischer Struktur verschmilzt.
  • François Regnault Autor und Denker, der mehrfach mit Aperghis verbunden ist, unter anderem bei Texten für Musiktheaterarbeiten.
  • Pierre Schaeffer Begründerfigur der musique concrète und wichtiger Bezugspunkt des Pariser Nachkriegsumfelds.
  • Serielle Musik Kompositionstechnischer Hintergrund, von dem Aperghis ausging, den er aber zugunsten einer freieren Sprache überschritt.
  • Stimme Zentraler Begriff für Aperghis’ kompositorische Erforschung von Sprache, Körper, Klang und Bedeutung.
  • Vokalavantgarde Kontext für Récitations und weitere Werke, in denen Stimme als experimentelles Instrument erscheint.
  • Adolf Wölfli Künstlerischer Bezugspunkt der Wölfli-Kantata.
  • Iannis Xenakis Griechisch-französischer Komponist und wichtiger Impulsgeber im Pariser Avantgardekontext Aperghis’.