David August von Apell
Überblick
David August von Apell, auch Johann David August von Apell, Pseudonym Capelli, war ein in Kassel geborener und dort wirkender Komponist, Schriftsteller, Theaterintendant, Verwaltungsbeamter und Geheimer Kammerrat. Er wurde am 23. Februar 1754 in Kassel geboren und starb dort am 30. Januar 1832. Einzelne Normdatenportale nennen abweichend den 23. Januar 1832; für diese Seite wird die durch LAGIS, WeGA, IMSLP und die Nutzervorgabe gestützte Fassung 30. Januar 1832 verwendet.
Apell gehört zu den auffälligsten Gestalten des Musikdilettantismus um 1800. Der Begriff „Dilettant“ ist hier nicht abwertend zu verstehen. Er bezeichnet im späten 18. Jahrhundert einen gebildeten Liebhaber und Kenner, der nicht primär vom Musikerberuf lebt, aber auf hohem Niveau komponiert, sammelt, organisiert, urteilt und publiziert. Apell war in diesem Sinn ein Hof- und Stadtbürger zwischen Verwaltung, Theater, Musik, Literatur, Reisen, Sammeln und gesellschaftlicher Repräsentation.
Seine Bedeutung liegt einerseits in seinem eigenen kompositorischen Schaffen, zu dem geistliche Werke, Kantaten, Theatermusik, Opern, Kammermusik und Vokalstücke gehören. Andererseits ist er als Musikschriftsteller wichtig, vor allem durch die Gallerie der vorzüglichsten Tonkünstler und merkwürdigsten Musik-Dilettanten in Cassel von Anfang des 16ten Jahrhunderts bis auf gegenwärtige Zeiten von 1806. Diese Schrift ist eine frühe musikgeschichtliche Darstellung der Kasseler Musiktradition und wurde für spätere Lexika und Forschungen zu hessischen Musikern zu einer wichtigen Quelle.
Apell war mit dem Kasseler Hoftheater verbunden und wurde 1804 dessen Direktor. Er übersetzte Operntexte, darunter Mozarts Idomeneo, und war in der Kasseler Theaterpraxis ebenso präsent wie in der geistlichen und höfischen Musik. Seine Werke sind heute nur teilweise greifbar; IMSLP nennt etwa Le Canzonette di Metastasio, Ah se fosse intorno al trono, Il Trionfo della Musica und Te Deum laudamus.
Kulturhistorisch steht Apell für das Kassel der späten Aufklärung, der höfischen Kunstpflege, der Verwaltungsreformen, des Königreichs Westphalen und der nachnapoleonischen Restauration. Er war zugleich Jurist, Kammerrat, Komponist, Theaterleiter, Topograph, Übersetzer, Sammler und Chronist. Diese Mehrfachrolle macht ihn zu einer zentralen Figur für die Geschichte des Kasseler Musik- und Theaterlebens um 1800.
Kurzdaten
| Name | David August von Apell. |
|---|---|
| Vollständigere Namensform | Johann David August von Apell; in einzelnen Katalogen auch David A. von Apell oder David August von Apell. |
| Pseudonym | Capelli; auch David August von Capelli. |
| Weitere Namensformen | Appell, D. A. d’Apell, D. F. d’Apell, G. C. R. von Apell, Apell, David Philipp von und weitere katalogische Varianten. |
| Geburt | 23. Februar 1754 in Kassel. |
| Tod | 30. Januar 1832 in Kassel; einzelne Normdatenportale nennen abweichend 23. Januar 1832. |
| Beruf | Komponist, Musikschriftsteller, Schriftsteller, Theaterintendant, Jurist, Verwaltungsbeamter, Geheimer Kammerrat, Oberkammerrat, Direktor, Übersetzer, Topograph und Musikdilettant. |
| Familie | Sohn des Kasseler Kriegszahlamtsdirektors Christoph Friedrich von Apell; verheiratet mit Wilhelmine Caroline Amalie Tischbein, Tochter Johann Heinrich Tischbeins des Älteren; die Ehe wurde geschieden. |
| Ausbildung | Juristische und kameralistische Studien in Rinteln und Göttingen; musikalischer Unterricht in Kassel und Rinteln, unter anderem bei Hofmusikern und nach späterer Überlieferung im Umfeld Carl Joseph Rodewalds. |
| Beamtenlaufbahn | Assessor in der Kriegs- und Domänenkammer in Kassel, später Rat, 1799 Oberkammerrat, 1801 Geheimer Kammerrat; im Königreich Westphalen Direktor der Domänen im Departement der Fulda; nach 1813 Geheimer Rat in der Oberrentkammer. |
| Theateramt | 1804 Direktor des Kasseler Hoftheaters; im weiteren Sinn Theaterintendant und Übersetzer von Operntexten. |
| Akademien | 1786 Ehrenmitglied der Accademia Filarmonica di Bologna; 1791 Ehrenmitglied beziehungsweise Mitglied der königlich schwedischen Akademie der Künste; Aufnahme in arkadische beziehungsweise italienische Gelehrten- und Kunstzusammenhänge wird in älteren Quellen genannt. |
| Auszeichnung | Ritter vom Goldenen Sporn, nach älterer Überlieferung durch Papst Pius VII. im Zusammenhang einer Messkomposition; die Einzelumstände sind quellenkritisch zu prüfen. |
| Hauptwerke | Le Canzonette di Metastasio, La Tempesta, Il Trionfo della Musica, Te Deum laudamus, Missa pontificale, La Clemenza di Tito, Tancrède, Anacreon, Gallerie der vorzüglichsten Tonkünstler und merkwürdigsten Musik-Dilettanten in Cassel und Cassel in historisch-topographischer Hinsicht. |
| Datei | apell-david-august-von.shtml. |
Name, Pseudonym und Quellenlage
Die Hauptform dieses Eintrags lautet David August von Apell. Die vollständigere Form Johann David August von Apell begegnet in der älteren biographischen Literatur und in der Deutschen Biographie. Das Pseudonym Capelli ist für musikalische und literarische Veröffentlichungen sowie für die italienisierende Selbstinszenierung wichtig. Die Dateibezeichnung folgt der Sortierung nach Familienname: apell-david-august-von.shtml.
Die Schreibweise ist in Katalogen nicht einheitlich. Neben Apell erscheinen Appell, D. A. d’Apell, D. F. d’Apell, G. C. R. von Apell und weitere Formen. Die Abkürzung G. C. R. wird gewöhnlich als Hinweis auf den Titel Geheimer Cammer Rath verstanden. Für Such- und Normdatenzwecke sollten deshalb Apell, Appell, Capelli und D. A. d’Apell gemeinsam berücksichtigt werden.
Die Quellenlage ist reich, aber nicht spannungsfrei. LAGIS, IMSLP und WeGA bestätigen die Datierung 23. Februar 1754 bis 30. Januar 1832. Kalliope, Archivportal-D und die Deutsche Digitale Bibliothek führen teils 23. Januar 1832. Die Allgemeine Deutsche Biographie nennt in älterer Weise 1833 und weicht dadurch stärker ab. Für die vorliegende Kulturlexikon-Seite wird die Hauptdatierung 1754–1832 mit Sterbedatum 30. Januar verwendet, die Varianten werden aber nicht verschwiegen.
Herkunft, Ausbildung und Beamtenlaufbahn
David August von Apell stammte aus einer Kasseler Beamtenfamilie. Sein Vater Christoph Friedrich von Apell war Kriegszahlamtsdirektor. Diese Herkunft erklärt die doppelte Prägung seines Lebens: Einerseits gehörte Apell zur Verwaltungs- und Hofwelt Hessen-Kassels, andererseits bewegte er sich in künstlerischen und musikalischen Kreisen.
1772 studierte Apell Rechtswissenschaften und Kameralistik an der Akademie in Rinteln, 1773 an der Universität Göttingen. Damit war er für eine Beamtenkarriere in der hessischen Verwaltung ausgebildet. Nach dem Studium trat er in die Kriegs- und Domänenkammer in Kassel ein, wurde Assessor, später Rat, 1799 Oberkammerrat und 1801 Geheimer Kammerrat.
Während des Königreichs Westphalen wirkte Apell als Direktor der Domänen im Departement der Fulda. Nach der Rückkehr der hessischen Herrschaft wurde er 1813 Geheimer Rat in der Oberrentkammer und stand dieser später als Direktor vor. Seine Karriere zeigt, dass sein musikalisches Schaffen nicht aus einer freischwebenden Künstlerexistenz hervorging, sondern aus einer hohen Verwaltungsposition heraus.
Die Verbindung von Verwaltung und Kunst ist für Apell entscheidend. Er verfügte über gesellschaftliche Kontakte, finanzielle Spielräume, Bildung und Zugang zu Hof, Theater und internationalen Akademien. Zugleich führte diese Stellung zu einem besonderen Künstlerbild: Apell war kein Berufskomponist im heutigen Sinn, sondern ein hochgebildeter, ambitionierter und zeitweise sehr anerkannter Musikdilettant.
Musikalische Bildung und Dilettantismus
Apell erhielt nach älterer Überlieferung zunächst Unterricht bei Kasseler Hofmusikern und in Rinteln beim Universitätsorganisten Möller. Weitere musikalische Anregungen kamen aus dem Umfeld der Kasseler Hofkapelle. Neuere musikhistorische Kontexte nennen Carl Joseph Rodewald als Lehrer beziehungsweise Bezugsperson. Damit stand Apell in Kontakt mit einer Hofmusiktradition, die von professionellen Instrumentalisten, italienischer Oper, deutscher Theatermusik und höfischem Repräsentationsstil geprägt war.
Der Begriff Dilettant ist bei Apell ernst zu nehmen. In der Musikgeschichte des 18. Jahrhunderts bezeichnete er eine soziale und kulturelle Rolle: Ein Dilettant konnte adeliger oder bürgerlicher Liebhaber sein, der auf hohem Niveau musizierte, komponierte und sammelte, aber nicht von Musik als Erwerbsberuf abhängig war. Apell galt in älteren Lexika als einer der bedeutendsten Dilettanten seiner Zeit.
Sein Dilettantismus war international ausgerichtet. Er schrieb italienische Kantaten und Canzonetten, arbeitete mit Texten Metastasios, suchte Anerkennung in Bologna, pflegte französische Theaterstoffe, übersetzte Mozart ins Deutsche und Peter von Winter ins Französische. Gerade diese Vielsprachigkeit und Internationalität zeigen den Bildungshorizont eines höfisch gebildeten Musikliebhabers um 1800.
Kassel, Hofmusik und Theater
Apells Hauptort war Kassel. Die Stadt war im 18. Jahrhundert ein wichtiger Hof- und Theaterstandort. Die hessische Hofmusik hatte seit dem 16. Jahrhundert eine eigene Tradition; italienische Oper, französisches Theater, deutsche Singspielkultur, Hofkapelle, Konzertleben und private Musikzirkel überlagerten sich.
1804 wurde Apell Direktor des Kasseler Hoftheaters. Dieses Amt verband ihn mit Bühnenmusik, Schauspiel, Opernübersetzung, Repertoirepolitik und höfischer Repräsentation. Er war nicht nur Komponist, sondern auch Theaterorganisator. Seine Theaterwerke und Übersetzungen gehören daher in einen praktischen Aufführungszusammenhang.
Apells Gallerie der vorzüglichsten Tonkünstler und merkwürdigsten Musik-Dilettanten in Cassel zeigt, wie sehr er Kassel als Musikort verstand. Die Schrift ist nicht nur eine Sammlung von Lebensläufen, sondern ein Versuch, eine lokale Musikgeschichte zu schreiben. In einer Zeit, in der Musikgeschichtsschreibung noch stark personell, anekdotisch und gelehrt geprägt war, bietet Apell ein frühes Beispiel regionaler Musikgeschichtsschreibung.
Seine Schrift Cassel in historisch-topographischer Hinsicht erweitert diese Perspektive. Sie behandelt Kassel, Wilhelmshöhe und ihre Anlagen in historischer und topographischer Sicht. Damit tritt Apell als Stadtbeschreiber auf, nicht nur als Musiker. Musik, Theater, Stadt, Hof und Landschaft gehören bei ihm zum selben Kulturraum.
Akademien, Auszeichnungen und europäische Anerkennung
Apell suchte und erhielt internationale Anerkennung. 1786 wurde er nach Einsendung der Kantate La Tempesta in Bologna zum Ehrenmitglied der Accademia Filarmonica ernannt. Diese Akademie war für Musikerinnen und Musiker des 18. Jahrhunderts ein wichtiger Anerkennungsort. Die Aufnahme zeigt, dass Apells Musik über Kassel hinaus wahrgenommen wurde.
1791 wurde Apell Mitglied beziehungsweise Ehrenmitglied einer schwedischen Akademie der Künste. Ältere Quellen nennen außerdem eine Verbindung zur römischen Arkadischen Akademie unter dem Namen Filleno Tindaride. Diese italienisierenden und akademischen Bezüge passen zu seinem Pseudonym Capelli und zu seinem Interesse an Metastasio, italienischer Kantate und höfischem Kunstideal.
Eine besondere Auszeichnung war der Ritterorden vom Goldenen Sporn. Ältere biographische Darstellungen verbinden ihn mit einer Messe, die Apell Papst Pius VII. widmete. Dass ein protestantischer hessischer Beamter in diesen italienisch-katholischen Auszeichnungszusammenhang gerückt wurde, ist kulturgeschichtlich bemerkenswert. Die genaue Ordens- und Datierungsgeschichte sollte in einer Spezialrevision mit römischen und hessischen Quellen überprüft werden.
Schriftsteller, Übersetzer und Musikgeschichtsschreiber
Apell war auch Schriftsteller. Seine topographischen Kassel-Schriften gehören in den Zusammenhang der Reise-, Stadt- und Kunstbeschreibung um 1800. Cassel in historisch-topographischer Hinsicht beschreibt Kassel, Wilhelmshöhe und ihre Anlagen und zeigt sein Interesse an Stadtgeschichte, Architektur, Landschaft und höfischer Repräsentation.
Als Übersetzer war Apell im Opernbereich tätig. IMSLP führt ihn als Übersetzer von Mozarts Idomeneo und Peter von Winters Das unterbrochene Opferfest. Antiquariats- und Quellenhinweise bestätigen die deutsche Textfassung zu Idomeneo. Für Kassel und die deutschsprachige Opernpraxis ist diese Übersetzung wichtig, weil sie ein italienisches beziehungsweise französisch geprägtes Opernseria-Werk Mozarts in eine deutschsprachige Aufführungsumgebung überführte.
Sein wichtigstes musikschriftstellerisches Werk ist die Gallerie der vorzüglichsten Tonkünstler und merkwürdigsten Musik-Dilettanten in Cassel von Anfang des 16ten Jahrhunderts bis auf gegenwärtige Zeiten. Der Titel verrät das Programm: Apell stellt Berufsmusiker und bemerkenswerte Dilettanten gemeinsam dar. Damit anerkennt er eine Musiklandschaft, in der Hofmusiker, Liebhaber, Beamte, Adelige, Theaterleute, Instrumentalisten und Komponisten gemeinsam zur Kulturgeschichte beitragen.
Stil, Gattungen und ästhetisches Profil
Apells musikalischer Stil steht zwischen Klassik, höfischer Kantate, italienischer Vokalkultur, französischem Theatergeschmack, deutscher Singspielpraxis und geistlicher Repräsentationsmusik. Er war kein radikaler Neuerer, sondern ein gebildeter Komponist, der internationale Modelle aufnahm und in den Kasseler Hof- und Stadtzusammenhang übertrug.
Die italienischen Kantaten und Canzonetten zeigen seine Nähe zu Metastasio und zur höfischen Vokalkultur. Werke wie Le Canzonette di Metastasio, La Tempesta und Il Trionfo della Musica stehen im Feld empfindsamer, galanter und repräsentativer Vokalmusik. Die Besetzung von Il Trionfo della Musica mit Glasharmonika beziehungsweise besonderer Klangfarbe macht Apells Interesse an ungewöhnlichen timbralen Effekten sichtbar.
Die geistliche Musik, darunter Messen, Psalmen, Te Deum und einzelne liturgische Sätze, steht stärker im Repräsentations- und Akademiekontext. Das Te Deum laudamus von 1815 ist ausdrücklich mit der Feier des Feldzugs gegen Frankreich verbunden und den Herrschern Alexander von Russland, Franz von Österreich-Ungarn und Friedrich Wilhelm von Preußen gewidmet. Hier wird Kirchenmusik zugleich politische Festmusik.
Die Theaterwerke zeigen Apells Nähe zur Oper als Gesellschaftskunst. Französische und italienische Stoffe, Metastasio, Voltaire, komische Oper, Singspiel und Übersetzungspraxis prägen diesen Bereich. Dabei ist zu beachten, dass mehrere Bühnenwerke verschollen sind oder nur indirekt über ältere Lexika und Werklisten greifbar bleiben.
Kulturüberblick
David August von Apell gehört in die Kasseler Kultur um 1800, eine Zeit, in der Hof, Verwaltung, Theater, Aufklärung, Liebhabermusik und internationale Akademiekultur eng miteinander verbunden waren. Kassel war keine bloße Provinzstadt, sondern ein Hof- und Residenzraum mit Kunstsammlungen, Theater, Hofkapelle, Architektur, Wilhelmshöhe und einem anspruchsvollen gebildeten Publikum.
Apells Karriere zeigt, wie stark Musik in dieser Welt von gesellschaftlichen Netzwerken lebte. Als Beamter und Kammerrat besaß er Zugang zu Macht, Ressourcen und Repräsentationsräumen. Als Komponist suchte er internationale Anerkennung. Als Theaterdirektor konnte er Repertoire und Aufführungen beeinflussen. Als Schriftsteller schrieb er die Geschichte des lokalen Musiklebens gleichsam selbst mit.
Der Musikdilettantismus um 1800 ist dabei kein Nebenthema. Er zeigt, dass musikalische Kultur nicht nur von Berufsmusikern getragen wurde. Gebildete Beamte, Adelige, bürgerliche Liebhaber und Hofangehörige spielten, komponierten, sammelten, urteilten, übersetzten und stifteten Musikereignisse. Apell ist eines der deutlichsten Beispiele für diesen Typus.
Die napoleonische Zeit bildet eine weitere Schicht. Im Königreich Westphalen und in der nachfolgenden Restauration veränderten sich Verwaltung, Theater, höfische Ordnung und politische Repräsentation. Apells Te Deum von 1815 zur Feier des Feldzugs gegen Frankreich zeigt, wie Musik auf politische Ereignisse reagierte und Herrschaftsloyalität klanglich inszenieren konnte.
Für die heutige Forschung ist Apell daher doppelt interessant. Seine Kompositionen erschließen eine wenig bekannte Kasseler Musikkultur zwischen Hof und bürgerlichem Publikum. Seine Gallerie ist zugleich Quelle und Deutung dieser Kultur. Sie macht sichtbar, wie ein Zeitgenosse um 1806 die musikalische Vergangenheit Kassels ordnete und bewertete.
Werkverzeichnis
Das folgende Werkverzeichnis ist quellenkritisch angelegt. Apells Werk ist verstreut über alte Lexika, Kataloge, digitale Nachweise, IMSLP, Deutsche Digitale Bibliothek, Handschriften- und Druckbestände sowie spätere Forschung. Einige Werke sind gedruckt oder digital greifbar, andere nur durch ältere Werklisten, Lexika oder Aufführungsnachweise bekannt, wieder andere gelten als verschollen. Die Liste ordnet deshalb nach Werkgruppen und nennt den Überlieferungsstatus, soweit er aus den erreichbaren Quellen hervorgeht.
Geistliche Musik
| Missa pontificale | Messe für vier Stimmen, Streicher beziehungsweise Instrumente und Orgel. Ältere Quellen verbinden sie mit der Widmung an Papst Pius VII. und der Verleihung des Ritterordens vom Goldenen Sporn. Der genaue Quellenbestand ist in Bibliotheken und Archiven zu prüfen. |
|---|---|
| Messe für vier Stimmen und Instrumente | Werkgruppe beziehungsweise einzelne Messe, nach älteren Werklisten um 1799 in Kassel nachweisbar. Sie gehört zur repräsentativen geistlichen Musik Apells. |
| Messe für vier Stimmen und Instrumente, 1817 | Spätere Messe beziehungsweise Messfassung. Die exakte Beziehung zur Missa pontificale ist quellenkritisch zu prüfen. |
| Te Deum laudamus | Te Deum laudamus zur Feyer des glorreichen Feldzugs gegen Frankreich 1815. IMSLP nennt 1815 als Kompositionsjahr, lateinischen Text und Widmung an Alexander von Russland, Franz von Österreich-Ungarn und Friedrich Wilhelm von Preußen. Das Werk ist politische Fest- und Kirchenmusik zugleich. |
| Crucifixus und Benedictus | Geistliche Einzelsätze beziehungsweise liturgische Sätze. Sie werden in älteren Werklisten genannt; die genaue Besetzung und Überlieferung sind zu prüfen. |
| Ave corpus | Geistliches Stück für vier Stimmen, in älteren Listen mit Bologna und Mailand verbunden. Der Titel verweist wahrscheinlich auf ein eucharistisches beziehungsweise motettisches Repertoirefeld. |
| Psalm LXVI | Psalmvertonung. Der konkrete Text, die Besetzung und der Quellenort sind in Spezialkatalogen zu prüfen. |
| Laudate Dominum | Psalm mit vollem Orchester, in älteren Werklisten genannt. Das Werk gehört zur repräsentativen lateinischen Kirchenmusik Apells. |
| Beati omnes | Psalm mit vollem Orchester. Die genaue Datierung und Überlieferung sind nicht allgemein greifbar und sollten über Bibliothekskataloge und ältere Lexika geprüft werden. |
| Amen | Zweistimmige Fuge, nach älteren Werklisten. Sie zeigt Apells Interesse an kontrapunktischer Kirchenmusik. |
| Tantum ergo | Vollstimmige liturgische Vertonung beziehungsweise eucharistischer Hymnus. Die genaue Besetzung ist in älteren Quellen zu prüfen. |
| Vespern für vier Stimmen und Instrumente | Werkgruppe geistlicher Abendgottesdienstmusik, in älteren Listen genannt. Die Überlieferung ist unklar. |
| Lasset unsere Lieder erschallen | Kantate zur Kirchweihe, 1795, für vier Stimmen und Instrumente. Das Werk verbindet geistliche Festmusik mit lokaler Gelegenheitskultur. |
Weltliche Kantaten, Vokalmusik und italienische Stücke
| Le Canzonette di Metastasio | Sammlung von Canzonetten nach Texten Pietro Metastasios, 1784 erstmals veröffentlicht. IMSLP führt das Werk als Sammlung für Stimme, Violine und Basso continuo beziehungsweise Stimme, Violine und Violoncello. Es ist eines der heute am besten greifbaren Werke Apells. |
|---|---|
| La Tempesta | Kantate, 1785 beziehungsweise 1786 im Zusammenhang der Aufnahme Apells in die Accademia Filarmonica di Bologna genannt. Der Titel bedeutet „Der Sturm“ und steht im Feld italienischer dramatischer Kantate. |
| La Gelosia | Kantate, um 1786, in älteren Werklisten genannt. Der Titel verweist auf das affektbetonte italienische Kantatenrepertoire. |
| La Scusa | Kantate, um 1786, in älteren Werklisten genannt. Die genaue Besetzung und Überlieferung sind zu prüfen. |
| Il Trionfo della Musica | Kantate von 1787, mit besonderer Klangfarbe durch die Glasharmonika beziehungsweise außergewöhnliche Instrumentation. Das Werk ist bei IMSLP nachgewiesen und wurde in neuerer Zeit wieder aufgenommen. |
| Ah se fosse intorno al trono | Arie in Es-Dur für Tenor beziehungsweise Stimme und Orchester, italienischer Text, bei IMSLP nachgewiesen. Das Stück zeigt Apells Nähe zur italienischen Opern- und Arienkultur. |
| Basta così | Arie beziehungsweise Szene für Sopran und Orchester, in älteren Werklisten genannt. Die genaue Überlieferung ist zu prüfen. |
| Scena e duetto | Szene und Duett für Sopran, Alt und Orchester, in Offenbacher beziehungsweise älteren Katalogkontexten genannt. Das Werk gehört zum italienischen Vokalstil Apells. |
| Duetto con Recitativo | Duett mit Rezitativ für zwei Stimmen und Tasteninstrument beziehungsweise Begleitung. Die Deutsche Digitale Bibliothek führt Duetto con Recitativo als Werk Apells. |
| La partenza | Duett beziehungsweise Stück für zwei Stimmen und Cembalo, in älteren Werklisten mit Erfurt verbunden. Der Titel gehört zur italienischen Abschieds- und empfindsamen Vokalkultur. |
| Griselda | Kantate beziehungsweise dramatisches Vokalwerk, in älteren Listen genannt. Der Stoff ist durch Metastasio und die Operntradition stark geprägt. |
| Weitere fünf Kantaten | In älteren Werklisten als verloren beziehungsweise verschollen genannte Kantaten. Ohne Quellenprüfung werden sie nicht einzeln betitelt. |
Bühnenwerke, Opern und Theatermusik
| Euthyme und Lyris | Ballett beziehungsweise Bühnenwerk, 1782 in Kassel genannt. Das Werk gehört zu Apells frühem Theaterrepertoire. |
|---|---|
| La clemenza di Tito | Oper auf ein Libretto von Pietro Metastasio, 1787 in Kassel genannt; in älteren Listen als verloren beziehungsweise nicht greifbar bezeichnet. Nicht mit Mozarts späterer gleichnamiger Oper zu verwechseln, auch wenn derselbe Metastasio-Stoff zugrunde liegt. |
| Tancrède | Französische Oper nach Voltaire, 1790 in Kassel, in älteren Quellen als verloren geführt. Der Stoff verweist auf französische Tragödien- und Opernkultur. |
| L’amour peintre ou Le jaloux dupé | Französische komische Oper, 1794 in Kassel, in älteren Listen als verloren bezeichnet. Das Werk steht im Bereich der französischen komischen Theatertradition. |
| Afcanius und Irene | Theaterwerk beziehungsweise Bühnenmusik, Erstaufführung Kassel 1797. Die genaue Gattungsbezeichnung und Musiküberlieferung sind zu prüfen. |
| Das Fest der Gatten | Prolog, 1797. Das Werk gehört zur Gelegenheits- und Theatermusik des Kasseler Bühnenraums. |
| Hermann von Unna | Musik zum Schauspiel Hermann von Unna, 1801. Das Werk belegt Apells Tätigkeit im Bereich Schauspielmusik. |
| Salomons Urteil | Chöre zum Schauspiel Salomons Urteil, in älteren Werklisten genannt. Es handelt sich um funktionale Theatermusik. |
| Anacreon | Liederspiel beziehungsweise Singspiel auf ein Libretto von C. H. Bindseil, 1803. Der Titel steht im Zusammenhang anakreontischer Dichtung und geselliger klassizistischer Bühnenkultur. |
| Der Arrestant oder Zwey in einer Person | Komische Oper, 1802, in älteren Werklisten genannt. Die genaue Quellenlage ist zu prüfen. |
| Amor prigioniero | Bühnenwerk beziehungsweise vokal-dramatisches Werk von 1815, in älteren Listen genannt. Der italienische Titel zeigt die fortdauernde Nähe Apells zur italienischen Vokalkultur. |
Instrumentalmusik und Kammermusik
| Drei Sinfonien | In älteren Werklisten für 1783 genannt. Die genaue Überlieferung und Besetzung sind zu prüfen; die Werke belegen Apells Anspruch, auch große instrumentale Formen zu bedienen. |
|---|---|
| Drei Quartette | In älteren Werklisten für 1784 genannt. Die genaue Besetzung ist quellenkritisch zu prüfen; wahrscheinlich handelt es sich um Kammermusik im klassischen Stil. |
| Orchesterstücke | Ältere Listen nennen weitere Orchesterstücke, teils als verloren. Diese Werkgruppe kann erst nach Handschriften- und Druckprüfung näher bestimmt werden. |
| Musik für Blasinstrumente | Ältere Werklisten erwähnen Stücke für Blasinstrumente beziehungsweise Bläserbesetzung, teils als verloren. Dies passt zur Kasseler Hof- und Militärmusikpraxis. |
| Glasharmonika-Besetzung in Il Trionfo della Musica | Kein eigenes Instrumentalwerk, aber ein besonders auffälliger klanglicher Bestandteil von Apells Kantate. Die Glasharmonika verweist auf experimentelle Klangfarben der Spätaufklärung. |
Übersetzungen und Bearbeitungen von Operntexten
| Idomeneo, rè di Creta | Deutsche Übersetzung von Mozarts Opera seria Idomeneo. IMSLP führt Apell als Übersetzer; Mozart-Dokumente und Antiquariatsnachweise bestätigen die Verbindung der deutschen Textfassung mit David August von Apell. |
|---|---|
| Das unterbrochene Opferfest | Französische Übersetzung beziehungsweise Bearbeitung von Peter von Winters Oper Das unterbrochene Opferfest. IMSLP führt Apell als Übersetzer. |
| La clemenza di Tito | Deutsche Übersetzung beziehungsweise Bühnenbearbeitung des Metastasio-Stoffes in Apells Werkumfeld. Die genaue Beziehung zu eigener Komposition, Librettoübersetzung und späterer Mozart-Rezeption ist quellenkritisch zu prüfen. |
Schriften, Topographie und Musikgeschichtsschreibung
| Cassel und die umliegende Gegend | Topographische beziehungsweise reiseliterarische Schrift von 1792. Sie zeigt Apells Interesse an Stadtbeschreibung, Landschaft und regionaler Kultur. |
|---|---|
| Cassel und dessen Umgebungen | Skizze für Reisende beziehungsweise topographische Schrift, in digitalen Buchumgebungen Apell zugeschrieben. Sie gehört zum Feld der Kassel- und Reisebeschreibung. |
| Geschichte und Beschreibung des kurfürstlich hessischen Lustschlosses Wilhelmshöhe | Schrift zur Geschichte und Beschreibung Wilhelmshöhes, in älteren und digitalen Nachweisen genannt. Sie steht im Zusammenhang der höfischen Kunst- und Landschaftstopographie. |
| Cassel in historisch-topographischer Hinsicht | 1805 bei der Neuen academischen Buchhandlung erschienen, 462 Seiten. Die Schrift beschreibt Kassel, Wilhelmshöhe und ihre Anlagen und ist eines der wichtigsten nichtmusikalischen Werke Apells. |
| Tableau historique et topographique de Napoleonshöhe près de Cassel | Französische Fassung beziehungsweise Übersetzung aus dem Deutschen über Napoleonshöhe bei Kassel, in der Deutschen Digitalen Bibliothek als Werk Apells nachgewiesen. Sie gehört zur westphälischen und napoleonischen Umbenennungs- und Repräsentationsgeschichte Wilhelmshöhes. |
| Gallerie der vorzüglichsten Tonkünstler und merkwürdigsten Musik-Dilettanten in Cassel | 1806 in Kassel erschienen. Volltitel: Gallerie der vorzüglichsten Tonkünstler und merkwürdigsten Musik-Dilettanten in Cassel von Anfang des 16ten Jahrhunderts bis auf gegenwärtige Zeiten. Das Werk ist ein früher Beitrag zur hessischen Musikgeschichte und eine Hauptquelle für die Kasseler Musikbiographie. |
| Beiträge zur Musikalischen Real-Zeitung | IMSLP führt Apell im Zusammenhang der Musikalischen Real-Zeitung von Heinrich Philipp Bossler. Apell erscheint damit auch als Beiträger beziehungsweise in Sammlungszusammenhängen der musikalischen Publizistik. |
| Bericht über eine Kasseler Aufführung von Mozarts Zauberflöte | Das Mozart-Dokumentenportal ordnet einen Bericht vom 31. Januar 1792 mit hoher Wahrscheinlichkeit David August von Apell zu. Der Bericht ist für Kassels frühe Mozart-Rezeption und Apells Rolle als Beobachter des Musiklebens wichtig. |
Überlieferungsstatus
| Digital greifbare musikalische Werke | IMSLP erschließt unter anderem Le Canzonette di Metastasio, Ah se fosse intorno al trono, Il Trionfo della Musica und Te Deum laudamus. |
|---|---|
| Digital greifbare Schriften | Cassel in historisch-topographischer Hinsicht ist über digitale Bibliotheken greifbar; weitere topographische Schriften erscheinen in Google- und Bibliotheksumgebungen. |
| Verschollene oder ungesicherte Bühnenwerke | Mehrere Opern, komische Opern, Prologe und Schauspielmusiken werden in älteren Werklisten genannt, sind aber nicht ohne weiteres durch vollständige Partituren greifbar. |
| Kritischer Bedarf | Ein vollständiges wissenschaftliches Werkverzeichnis müsste IMSLP, RISM, Deutsche Digitale Bibliothek, Kalliope, SLUB Dresden, Kasseler Archive, BSB, alte Lexika, Theaterzettel, Hofkalender und Musikdrucke systematisch zusammenführen. |
Rezeption und Nachwirkung
Apell wurde zu Lebzeiten als ungewöhnlich begabter Musikdilettant wahrgenommen. Die Aufnahme in die Accademia Filarmonica di Bologna und die schwedische Akademie zeigt, dass er nicht nur lokal geschätzt wurde. Ältere Lexika wie Gerber, Bernsdorf, Eitner und die Allgemeine Deutsche Biographie bewahrten diese Wahrnehmung, auch wenn sie einzelne Daten nicht immer zuverlässig überliefern.
Nach seinem Tod verschwanden seine Kompositionen weitgehend aus dem aktiven Repertoire. Schon ältere Darstellungen bemerken, dass seine Werke vor seinem Tod beziehungsweise kurz danach an Sichtbarkeit verloren. Heute ist Apell eher als Quelle zur Kasseler Musikgeschichte und als Beispiel eines hochrangigen Musikdilettanten interessant als als kanonischer Komponist.
Eine gewisse moderne Wiederbeachtung erhielt er durch Spezialaufnahmen zur Glasharmonika und durch digitale Portale wie IMSLP, Deutsche Digitale Bibliothek und WeGA. Vor allem Il Trionfo della Musica ist wegen seiner ungewöhnlichen Klangfarben und seiner Verbindung von italienischer Kantate und Glasharmonika interessant.
Seine Gallerie bleibt für die Forschung besonders wertvoll. Sie ist nicht nur ein Werk über Musiker, sondern zugleich ein Selbstzeugnis des Kasseler musikalischen Milieus. Apell beschreibt eine Welt, in der Berufsmusiker und Musikdilettanten gemeinsam die Musikgeschichte einer Residenzstadt tragen.
Editorische Hinweise
Die Hauptdatierung folgt der vom Nutzer vorgegebenen Fassung: 23. Februar 1754 bis 30. Januar 1832. Abweichende Normdatenangaben zum 23. Januar 1832 und ältere Angaben zu 1833 werden quellenkritisch erwähnt, aber nicht als Hauptform übernommen.
Das Werkverzeichnis ist weit gefasst, weil Apell Komponist, Übersetzer, Theaterpraktiker und Schriftsteller war. Musikwerke, Bühnenwerke, Übersetzungen, topographische Schriften und musikgeschichtliche Schriften werden getrennt dargestellt. Verschollene Werke sind als solche kenntlich gemacht oder vorsichtig formuliert.
Die Bezeichnung „Dilettant“ wird historisch verwendet. Sie meint bei Apell nicht mangelnde Fähigkeit, sondern die soziale Stellung eines hochgebildeten nichtberuflichen Komponisten und Musikliebhabers. Gerade diese Stellung ist für Kassel um 1800 kulturgeschichtlich zentral.
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Sekundärliteratur
- Apell, David August von: Gallerie der vorzüglichsten Tonkünstler und merkwürdigsten Musik-Dilettanten in Cassel von Anfang des 16ten Jahrhunderts bis auf gegenwärtige Zeiten. Kassel 1806.
- Bernsdorf, Eduard: Neues Universal-Lexikon der Tonkunst, Bd. 1. Dresden 1856, Artikel zu Apell.
- Eitner, Robert: Biographisch-bibliographisches Quellen-Lexikon der Musiker und Musikgelehrten, Bd. 1. Leipzig 1900, Artikel zu Apell.
- Gerber, Ernst Ludwig: Neues historisch-biographisches Lexikon der Tonkünstler, Bd. 1. Leipzig 1812, Artikel zu Apell.
- Lebe, Reinhard: Ein deutsches Hoftheater. Kassel 1964. Wichtig für die Geschichte des Kasseler Hoftheaters und Apells Theaterkontext.
- Lynker, Wilhelm: Geschichte des Theaters und der Musik in Kassel. Kassel 1865. Grundlegend für ältere Kasseler Theater- und Musikgeschichtsschreibung.
- Nickel, Karl-Heinz; Schmidt, Harald; Tennstedt, Florian; Wunder, Heide: Kurzbiographie zu David August von Apell. In: Georg Wannagat (Hg.): Kassel als Stadt der Juristen und der Gerichte in ihrer tausendjährigen Geschichte. Köln u. a. 1990.
- Strieder, Friedrich Wilhelm: Grundlage zu einer hessischen Gelehrten- und Schriftsteller-Geschichte, Bd. 7. Kassel 1787. Früher biographischer und bibliographischer Kontext zur hessischen Gelehrtenwelt.
- WeGA: Biographischer Artikel zu David August von Apell in der Carl-Maria-von-Weber-Gesamtausgabe.
Ausgewählte Onlinequellen
- Archivportal-D: David August von Apell Normdaten- und Archivportal-Eintrag mit Funktionen als Theaterintendant, Komponist, Geheimer Rat, Schriftsteller und Intendant sowie Pseudonym Capelli.
- Deutsche Biographie: Apell, Johann David von Artikel der Allgemeinen Deutschen Biographie mit älterer Einschätzung Apells als Musikdilettant, hessischer Kammerrat und Komponist.
- Deutsche Digitale Bibliothek: David August von Apell Personendatensatz mit Werkhinweisen zu Te Deum Laudamus, Duetto con Recitativo, Cassel in historisch-topographischer Hinsicht und weiteren Schriften.
- Digitale Sammlungen der BSB: Cassel in historisch-topographischer Hinsicht Digitalisat beziehungsweise bibliographischer Nachweis von Apells topographischer Kassel-Schrift von 1805.
- Google Books: Cassel in historisch-topographischer Hinsicht Digitaler Buchnachweis zu Apells 462-seitiger historisch-topographischer Schrift über Kassel und Wilhelmshöhe.
- IMSLP: David August von Apell Komponistenseite mit Namensformen, Pseudonym Capelli und digital greifbaren Werken sowie Übersetzerfunktionen.
- IMSLP: Ah se fosse intorno al trono Werkseite zur italienischen Arie in Es-Dur für Stimme und Orchester.
- IMSLP: Il Trionfo della Musica Werkseite zur Kantate, die wegen ihrer besonderen Klangfarbe und Glasharmonika-Verbindung wichtig ist.
- IMSLP: Le Canzonette di Metastasio Werkseite zur 1784 veröffentlichten Sammlung von Canzonetten nach Texten Pietro Metastasios.
- IMSLP: Te Deum laudamus Werkseite zum Te Deum Laudamus zur Feyer des glorreichen Feldzugs gegen Frankreich 1815.
- Kalliope: Apell, David August von Norm- und Archivdatensatz mit zahlreichen Namensvarianten, Pseudonym Capelli, Funktionen und Verknüpfungen zu Nachlass- beziehungsweise Archivbeständen.
- LAGIS / Hessische Biografie: David August von Apell Hessischer Biographiedatensatz mit Lebensdaten, Beruf als Komponist und Geheimer Kammerrat sowie Normdatenverweisen.
- MGG Online: Apell, David August von Fachlexikalischer Zugang zu Apells Biographie, Kompositionen und musikgeschichtlicher Bedeutung; über die MGG-Suche aufzurufen.
- Mozart Documents: 31 January 1792 Dokumentenkommentar, der einen Bericht zur Kasseler Zauberflöte-Rezeption mit hoher Wahrscheinlichkeit David August von Apell zuordnet.
- Musik und Musiker am Mittelrhein 2: Carl Joseph Rodewald Artikel zu Rodewald mit Hinweis auf David August von Apell als Schüler beziehungsweise Bezugsperson im Kasseler Musikmilieu.
- WeGA: David August von Apell Biographischer Personeneintrag der Carl-Maria-von-Weber-Gesamtausgabe mit Lebensdaten, Tätigkeiten, Rückverweisen und Normdaten.
Weiterführende Einträge
- Accademia Filarmonica di Bologna Akademie, die Apell 1786 nach Einsendung einer Kantate als Ehrenmitglied aufnahm.
- Anacreon Anakreontischer Stoff- und Titelbereich, den Apell in einem Liederspiel aufgriff.
- Arie Vokale Solonummer, zu der Apells Ah se fosse intorno al trono gehört.
- Capelli Pseudonym David August von Apells und italienisierende Künstlerform seines Namens.
- Cassel in historisch-topographischer Hinsicht Topographische Schrift Apells über Kassel, Wilhelmshöhe und ihre Anlagen.
- La clemenza di Tito Metastasio-Stoff, den Apell als Oper beziehungsweise Bühnenwerk behandelte.
- Geheimer Kammerrat Verwaltungstitel Apells und wichtiger Hinweis auf seine soziale Stellung im hessischen Staatsdienst.
- Goldener Sporn Päpstlicher Ritterorden, mit dem Apell nach älterer Überlieferung ausgezeichnet wurde.
- Glasharmonika Klanginstrument, das im Kontext von Apells Il Trionfo della Musica besondere Bedeutung erhält.
- Hessen-Kassel Territorialer und höfischer Bezugsraum von Apells Beamten-, Theater- und Musiklaufbahn.
- Hoftheater Institutioneller Rahmen von Apells Tätigkeit als Kasseler Theaterdirektor.
- Idomeneo Mozarts Opera seria, deren deutsche Textfassung mit David August von Apell verbunden ist.
- Kameralistik Verwaltungs- und Wirtschaftslehre, die Apell in Rinteln und Göttingen studierte.
- Kassel Geburts-, Wirkungs- und Sterbeort Apells sowie Zentrum seiner Musik- und Theatergeschichte.
- Kasseler Hoftheater Bühneninstitution, deren Direktor Apell 1804 wurde.
- Pietro Metastasio Librettist und Dichter, dessen Texte Apell in Canzonetten und dramatischen Werken verwendete.
- Missa pontificale Geistliche Großform, in der Apell eine repräsentative Messkomposition schuf.
- Wolfgang Amadeus Mozart Komponist von Idomeneo und Die Zauberflöte, deren Kasseler Rezeptionsumfeld Apell berührt.
- Musikdilettantismus Historische Rolle gebildeter Musikliebhaber, die Apell besonders deutlich verkörpert.
- Musikschriftstellerei Arbeitsfeld Apells mit seiner Gallerie zur Kasseler Musikgeschichte.
- Napoleonshöhe Westphälische Bezeichnung Wilhelmshöhes, die in Apells französischem Tableau erscheint.
- Oper Gattung, in der Apell als Komponist, Übersetzer und Theaterleiter tätig war.
- Rinteln Studienort Apells für Rechtswissenschaften und Kameralistik sowie Ort musikalischer Ausbildung.
- Te Deum Liturgischer Lobgesang, den Apell 1815 als politische Festmusik vertonte.
- Theaterintendant Berufs- und Amtsrolle Apells am Kasseler Hoftheater.
- Wilhelmine Caroline Amalie Tischbein Ehefrau Apells und Tochter Johann Heinrich Tischbeins des Älteren.
- Carl Maria von Weber Komponist, dessen Gesamtausgabe Apell als historische Person im Kasseler Theater- und Musiknetz sichtbar macht.
- Wilhelmshöhe Kasseler Schloss- und Parkanlage, die Apell topographisch und historisch beschrieb.
- Peter von Winter Komponist von Das unterbrochene Opferfest, dessen Werk Apell ins Französische übersetzte.