Johann Georg Christian Apel
Überblick
Johann Georg Christian Apel, auch Georg Christian Apel oder G. Chr. Apel, war ein aus Thüringen stammender Organist, Kantor, Komponist, Musiklehrer und Kulturorganisator. Er wurde am 21. November 1775 in Tröchtelborn bei Gotha geboren und starb nach der von der Kieler Universitätsausstellung und der hier zugrunde gelegten Fassung übernommenen Datierung am 3. August 1841 im Haus seines Sohnes in Preetz. Normdaten und einzelne Kataloge nennen dagegen den 31. August 1841; diese Abweichung ist quellenkundlich zu beachten.
Apel war der Sohn des Organisten und Schulmeisters Johann Georg Apel. Seine Ausbildung führte ihn nach Erfurt, wo er das evangelische Gymnasium besuchte, an der Universität studierte und musikalische Ämter übernahm. Zu seinen wichtigsten Lehrern und Bezugspersonen gehörten Georg Peter Weimar, Michael Gotthard Fischer, Johann Wilhelm Häßler und vor allem Johann Christian Kittel. Da Kittel seinerseits Schüler Johann Sebastian Bachs war, wurde Apel später gerne als Bach-Enkelschüler beschrieben.
1804 kam Apel auf Empfehlung Kittels nach Kiel und wurde Organist an St. Nikolai. In Kiel vereinte er bald mehrere Funktionen: Organist, Küster, Kantor, Sing- und Instrumentallehrer, Konzertorganisator, Betreiber einer musikalischen Leihbibliothek, Instrumentenhändler und schließlich Akademischer Musikdirektor. 1818 wurde er zum ersten Akademischen Musikdirektor der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ernannt. Damit erhielt die Musik an der Universität erstmals einen offiziellen Ort im Lehr- und Repräsentationssystem.
Sein Werk und seine Wirkung konzentrieren sich auf Kirchenmusik, Choral, Oratorium, Lied, Männerchor, Unterrichtsmusik und praktische Musikpflege. Besonders wichtig wurden sein Vollständiges Choral-Melodienbuch zu dem Schleswig-Holstein’schen Gesangbuche von 1817 und das dazugehörige vierstimmige Vollständige Choralbuch von 1832. Diese Bücher dienten der Vereinheitlichung und Hebung des Gemeindegesangs in Schleswig-Holstein.
Apels Bedeutung liegt weniger in einem später kanonisch gewordenen Einzelwerk als in seiner Stellung als musikalischer Infrastrukturarbeiter: Er organisierte Unterricht, Sammlung, Ausleihe, Instrumentenversorgung, Choralreform, Kirchenmusik, akademische Feiermusik, Konzerte und häusliche Musikabende. Er machte Kiel in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem wesentlich stärker organisierten Musikort.
Kurzdaten
| Name | Johann Georg Christian Apel. |
|---|---|
| Weitere Namensformen | Georg Christian Apel, Georg C. Apel, G. Chr. Apel, Apel, Georg Christian. |
| Geburt | 21. November 1775 in Tröchtelborn bei Gotha. |
| Tod | 3. August 1841 in Preetz; Normdaten und einzelne Kataloge nennen abweichend 31. August 1841. |
| Beruf | Organist, Kantor, Komponist, Musiklehrer, Dirigent, Universitätsmusikdirektor, Chorallehrer, Konzertorganisator, Betreiber einer musikalischen Leihbibliothek und Instrumentenhändler. |
| Vater | Johann Georg Apel, Organist und Schulmeister in Tröchtelborn. |
| Ausbildung | Evangelisches Gymnasium und Universität in Erfurt; musikalische Ausbildung unter anderem bei Georg Peter Weimar, Michael Gotthard Fischer, Johann Wilhelm Häßler und Johann Christian Kittel. |
| Bach-Bezug | Apel war Schüler Johann Christian Kittels und damit in der älteren Überlieferung ein Enkelschüler Johann Sebastian Bachs. |
| Erfurter Ämter | Ab 1796 Organist der Thomaskirche, 1801 Musiklehrer am katholischen Gymnasium, 1802 Organist an der Allerheiligenkirche. |
| Kieler Hauptamt | Ab 1804 Organist an St. Nikolai in Kiel; ab 1808 zusätzlich Küster; ab 1810 Kantor mit Singunterricht an Kieler Schulen. |
| Universität Kiel | 1818 erster Akademischer Musikdirektor der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel; dieses Amt übte er bis zu seinem Tod aus. |
| Konfessioneller Kontext | Lutherische Kirchenmusik, vorreformatorisch-nachreformatorische Choralpflege, schleswig-holsteinischer Gesangbuchraum und Spannungen zwischen Rationalismus und neulutherischer Erneuerung. |
| Wichtige Werke | Vollständiges Choral-Melodienbuch zu dem Schleswig-Holstein’schen Gesangbuche, Vollständiges Choralbuch zum Schleswig-Holstein’schen Gesangbuche, Christus, Kirchliches Antiphonarium, Gesänge op. 4, Trauermusik zur Todtenfeier Frederik VI., Männerchöre, Lieder mit Klavier- oder Gitarrenbegleitung und verschollene Huldigungskantaten. |
| Kulturgeschichtliche Bedeutung | Prägende Figur des Kieler Musiklebens der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und früher Vertreter universitärer Musikpflege in Kiel. |
| Datei | apel-johann-georg-christian.shtml. |
Name, Datierung und Quellenlage
Die vollständige Namensform lautet Johann Georg Christian Apel. In vielen musikalischen Drucken und Katalogen begegnet die kürzere Form Georg Christian Apel oder die Initialform G. Chr. Apel. Die Dateibezeichnung folgt der Personenregel: apel-johann-georg-christian.shtml.
Die Quellenlage ist insgesamt solide, aber bei Todesdatum und Sterbeort nicht ganz einheitlich. Die vom Nutzer vorgegebene Fassung, die auch im Kieler Ausstellungszusammenhang begegnet, nennt den 3. August 1841 und Preetz. Kalliope, IMSLP und einzelne normdatennahe Kataloge nennen dagegen den 31. August 1841. Wikimedia Commons beziehungsweise Wikidata führen zum Teil Kiel als Sterbeort, während Kalliope und die Kieler Ausstellung Preetz nennen. Für diese Seite wird 3. August 1841 in Preetz als Hauptform verwendet; die Normdatenvariante bleibt im Kurzdatenabschnitt sichtbar.
Das Werkverzeichnis Apels ist quellenbedingt nur teilweise geschlossen rekonstruierbar. Gedruckt und digital greifbar sind vor allem die Choralbücher beziehungsweise Sammelwerke. Für das Oratorium Christus ist das Textbuch erhalten, die Partitur wurde nach der Kieler Ausstellung vor Apels Tod vernichtet. Huldigungskantaten gelten als verschollen. Lieder, Männerchöre und kleinere geistliche Werke sind im Kontext der Kieler Wiederaufführungen und Kataloge nachweisbar, müssen für ein kritisches Spezialverzeichnis aber anhand von Bibliotheks- und Archivbeständen einzeln geprüft werden.
Herkunft und Erfurter Ausbildung
Johann Georg Christian Apel wurde in Tröchtelborn bei Gotha geboren. Sein Vater Johann Georg Apel war Organist und Schulmeister. Damit wuchs Apel in einer Umgebung auf, in der Schule, Kirche, Orgelspiel und elementare musikalische Bildung eng miteinander verbunden waren. Diese Herkunft erklärt, weshalb Apels späteres Berufsbild nicht auf das Orgelspiel beschränkt blieb, sondern Unterricht, Choral, Gemeinde, Schule und Institutionen einschloss.
Ab 1790 besuchte Apel das evangelische Gymnasium in Erfurt. Dort erhielt er eine breitere schulische und musikalische Ausbildung. Erfurt war für ihn der Ort der ersten beruflichen Selbständigkeit: 1796 wurde er Organist der Thomaskirche, 1801 Musiklehrer am katholischen Gymnasium und 1802 Organist an der Allerheiligenkirche. Parallel dazu studierte er ab 1798 an der Erfurter Universität.
Besonders wichtig war Johann Christian Kittel. Kittel war der letzte Schüler Johann Sebastian Bachs und wurde in der thüringischen Orgeltradition als Vermittler älterer Bach-Nähe wahrgenommen. Apels Ruf als besonders versierter Organist und Improvisator ist ohne diese Ausbildungslinie kaum zu verstehen. Auch seine spätere Choralreform zeigt einen organistischen Blick: Melodie, Harmonie, Gemeindegesang, Orgelpult, Pedalgebrauch und praktische Kirchenrealität werden gemeinsam bedacht.
Kiel, St. Nikolai und Kantorat
1804 kam Apel nach Kiel und wurde Organist an der St.-Nikolai-Kirche. Die Berufung erfolgte auf Empfehlung Kittels und machte Apel zu einer zentralen Figur des Kieler Kirchen- und Stadtmusiklebens. St. Nikolai war nicht nur ein Arbeitsplatz, sondern ein öffentlicher Klangraum: Gottesdienst, Choral, Orgelspiel, Schulgesang, städtische Feiern und bürgerliche Öffentlichkeit berührten sich dort.
Ab 1808 übernahm Apel zusätzlich das Küsteramt, ab 1810 das Kantorenamt. Das Kantorat brachte Singunterricht an der Bürger- und Gelehrtenschule mit sich. Damit wurde Apel zum praktischen Musikpädagogen der Stadt. Sein Ziel war, die musikalische Bildung Kiels zu verbessern, nicht nur einzelne begabte Schüler zu fördern.
Die Kieler Ausstellung betont, dass Apel in einer Stadt wirkte, deren Musikleben nach zeitgenössischer Einschätzung als vernachlässigt galt. Der Archäologe und Mozart-Biograph Otto Jahn, einer seiner bedeutendsten Schüler, erinnerte daran, dass Apel vor allem als Lehrer wirken musste, um dem musikalischen Zustand der Stadt abzuhelfen. Dieser pädagogische Impuls ist ein Schlüssel zum Verständnis seiner Lebensleistung.
Die Tätigkeit an St. Nikolai brachte Apel auch mit bedeutenden Zeitgenossen in Berührung. Carl Maria von Weber schilderte 1820 einen eindrucksvollen Orgelabend in der Nikolaikirche, bei dem Apel über den Choral Befiehl du deine Wege spielte. Solche Zeugnisse zeigen, dass Apel nicht nur Verwaltungs- und Bildungsfigur war, sondern als Organist eine starke unmittelbare Wirkung ausüben konnte.
Akademischer Musikdirektor der Universität Kiel
1818 wurde Apel zum ersten Akademischen Musikdirektor der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ernannt. Damit wurde dieses Amt in Kiel erstmals vergeben. Die Musik erhielt dadurch einen offiziellen Platz im universitären Lehr- und Repräsentationssystem. Apel hatte bereits seit 1815 Übungen im liturgischen Gesang und im Orgelspiel an der Universität angeboten und akademische Feiern musikalisch ausgestaltet.
Die Ernennung stand in einem größeren deutschen Zusammenhang. Akademische Musikdirektoren waren an verschiedenen Universitäten dafür verantwortlich, Musikunterricht, akademische Festmusik, Singübungen, Orgelspiel und teilweise auch musikgeschichtliche oder musiktheoretische Lehre zu verbinden. In Kiel blieb die Musikwissenschaft als eigenständiges Fach zwar noch lange institutionell unselbständig, doch Apels Amt bereitete die spätere Entwicklung vor.
Apels Aufgaben betrafen akademische Feiern, Gottesdienst- und Festmusik, Unterricht im liturgischen Gesang, Orgelspiel und praktische Musikpflege. Er wurde in Vorlesungsverzeichnissen nicht als moderner Professor für Musikwissenschaft geführt, aber er verkörperte eine Frühform universitärer Musikpraxis. In dieser Rolle stand er zwischen Kantor, Organist, Musiklehrer, Dirigent und akademischem Funktionsträger.
Noch kurz vor seinem Tod komponierte er eine Trauermusik zur akademischen Todtenfeier für König Frederik VI. von Dänemark am 16. Januar 1840. Dieses Werk zeigt Apels Funktion als musikalischer Repräsentant der Kieler Universität und der schleswig-holsteinisch-dänischen politischen Ordnung vor 1848.
Musikbildung, Leihbibliothek und Instrumentenhandel
Apel war in Kiel nicht nur Kirchenmusiker, sondern ein umfassender Musikvermittler. Er gab Gesangs- und Instrumentalunterricht, unterrichtete Klavier und wohl auch Gitarre, förderte Chöre und Ensembles, veranstaltete musikalische Abende und baute eine private Musikaliensammlung auf, aus der eine Leihbibliothek entstand.
Nach der Kieler Ausstellung umfasste Apels Bibliothek mehr als 10.000 Titel und Werke von über 1.000 Komponisten. Besonders stark vertreten war Wolfgang Amadeus Mozart. Der Bestand umfasste Klaviermusik, begleitete Vokalmusik, Opern, Oratorien, Sinfonien, Lieder, Chöre, Kammermusik und musiktheoretische Schriften. Damit schuf Apel eine musikalische Infrastruktur, die weit über das hinausging, was in einer norddeutschen Stadt dieser Größe selbstverständlich gewesen wäre.
Seinem Verleih schloss Apel einen Instrumentenhandel an. Er bot Pianofortes, Gitarren, Violinen, Bratschen, Flöten, Klarinetten, Fagotte, Trompeten, Hörner, Saiten, Bogen, Mundstücke, Notenpapier und weiteres Zubehör an. Das ist kulturgeschichtlich wichtig: Musikbildung benötigt nicht nur Lehrer und Noten, sondern auch Instrumente, Ersatzteile, Papier und Verbreitungswege.
Der wirtschaftliche Erfolg war offenbar begrenzt. Apel klagte 1824, dass gerade viele solide und kostbare Werke kaum ausgeliehen oder gekauft wurden. Diese Enttäuschung macht deutlich, dass seine Bildungsarbeit nicht einfach eine Reaktion auf vorhandene Nachfrage war. Vielmehr versuchte er, Nachfrage, Geschmack und musikalische Bildung erst zu erzeugen.
Choralreform und geistliche Musik
Ein zentrales Arbeitsfeld Apels war die Choralpflege. Nach seiner eigenen Erinnerung fand er den Gemeindegesang in Kiel in einem Zustand großer Unordnung vor. Verschiedene Kantoren und Organisten benutzten unterschiedliche Choralbücher, Melodiefassungen divergierten stark, und der Gemeindegesang erschien ihm dissonierend und ungeordnet. Seine Reaktion war eine systematische Vergleichs- und Vereinheitlichungsarbeit.
Als Ergebnis erschien 1817 das Vollständige Choral-Melodienbuch zu dem Schleswig-Holstein’schen Gesangbuche. 1832 folgte das vierstimmige Vollständige Choralbuch zum Schleswig-Holstein’schen Gesangbuche, das für Orgel mit und ohne Pedal, Pianoforte und vier Singstimmen eingerichtet war. Diese praktische Anlage war wichtig, weil in mehreren holsteinischen Kirchen Orgeln ohne Pedal vorhanden waren. Apel dachte seine Choralbücher also nicht idealtypisch, sondern von den realen Arbeitsbedingungen der Organisten und Gemeinden aus.
Die Kieler Ausstellung betont, dass Apels Choralbücher den Kirchengesang des Landes nachhaltig prägten und bis zur Einführung eines neuen Gesangbuches 1885 wirksam blieben. Besonders die zweite Auflage des Choralmelodienbuches mit königlichem Privileg und spätere Bearbeitungen nach Apels Melodien zeigen die praktische Reichweite seines Unternehmens.
Seine größte geistliche Komposition war das Oratorium Christus. Nach der Kieler Ausstellung wurde es 1825 uraufgeführt. Otto Jahn verstand es als Versuch, eine wahrhaft protestantische Kirchenmusik hervorzubringen. Die Partitur ist nicht erhalten, weil Apel sie vor seinem Tod vernichtete; das Textbuch erlaubt dennoch Einblick in sein Programm: einfache, würdige, liturgienahe, auch für Unmusikalische verständliche und erbauliche Musik.
Weltliche Lieder, Chöre und Hausmusik
Apels weltliche Musik ist weniger vollständig greifbar als seine Choralbücher, aber für das Kieler Musikleben sehr wichtig. Die CAU-Kiel erinnerte 2018 in einem moderierten Konzert an seine Lieder, darunter Stücke mit Klavier- oder Gitarrenbegleitung nach Texten von Friederike Brun, Johann Amadeus Wendt und Ludwig Tieck. Damit gehört Apel in die Lied- und Hausmusikkultur der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Die Gitarre spielte in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle. Sie war um 1800 ein modisches, bürgerliches Hausinstrument. Apels Lieder mit Gitarrenbegleitung zeigen, dass er nicht nur kirchliche und akademische Musik schrieb, sondern auch die häusliche und gesellige Musikpraxis der Kieler Bürgerschaft bediente.
Auch Männerchöre und weltliche Chorlieder gehörten zu seinem Repertoire. Sie verweisen auf eine Zeit, in der bürgerliche Chorkultur, gesellige Liedertafeln, patriotische Feiern, akademische Anlässe und städtische Konzertpraxis ineinandergreifen konnten. Apels Tätigkeit als Dirigent und Organisator machte solche Repertoires im Kieler Raum aufführbar.
Kulturüberblick
Johann Georg Christian Apel gehört in eine Übergangszeit der deutschen Musikgeschichte. Auf der einen Seite steht er noch in der älteren Kantoren-, Organisten- und Choraltradition des 18. Jahrhunderts. Auf der anderen Seite wirkt er bereits in einer bürgerlichen Musiköffentlichkeit, in der Konzerte, Leihbibliotheken, Hausmusik, Gitarrenlied, Männerchor, Unterricht und universitäre Musikpflege wichtiger werden.
Seine Herkunft aus Thüringen verbindet ihn mit einer protestantischen Orgel- und Schultradition. Die Ausbildung bei Kittel gibt seinem Orgelspiel und seiner Choralauffassung eine Bach-Nähe, ohne dass Apel selbst als Bach-Restaurator im späteren Sinne zu verstehen wäre. Er war vor allem ein praktischer Kirchenmusiker, der die Aufgabe hatte, den realen Gemeindegesang einer Stadt zu ordnen.
Kiel war in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kein musikalisches Zentrum wie Leipzig, Berlin, Hamburg oder Wien. Gerade deshalb ist Apels Wirken bedeutsam. Er versuchte, aus begrenzten lokalen Mitteln ein stabiles Musikleben aufzubauen. Er lehrte, sammelte, verlieh, verkaufte Instrumente, richtete Choralbücher ein, organisierte Musikabende und leitete akademische Feiern.
Die Spannung zwischen Apel und dem neulutherischen Geistlichen Claus Harms verweist auf breitere konfessionelle und ästhetische Konflikte. Apel war dem theologischen Rationalismus nah, Harms stand für eine neulutherische Erneuerungsbewegung. Kirchenmusik war in diesem Kontext nicht neutral: Sie berührte Frömmigkeitsstil, Liturgie, Gemeindeideal, Predigtkultur und kirchliche Autorität.
Als Universitätsmusikdirektor markiert Apel außerdem einen frühen Abschnitt der Kieler Musik- und Musikwissenschaftsgeschichte. Noch war die Musik nicht als modernes wissenschaftliches Institut organisiert; dennoch bildete die praktische universitäre Musikpflege die Voraussetzung dafür, dass später Musikgeschichte und Musikwissenschaft an der Universität institutionell greifbarer werden konnten.
Werkverzeichnis
Das folgende Werkverzeichnis ist quellenkritisch angelegt. Es verbindet gedruckt oder digital greifbare Werke, durch Kieler Quellen und Ausstellungen belegte Werkgruppen sowie verschollene oder nur indirekt nachweisbare Kompositionen. Ein vollständiger Spezialkatalog müsste die Bestände der Universitätsbibliothek Kiel, der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek, der Universitätsbibliothek Leipzig, der Staatsbibliothek zu Berlin, der DNB, Kalliope, IMSLP und regionaler Kirchenarchive systematisch prüfen.
Choralbücher und kirchliche Gebrauchswerke
| Vollständiges Choral-Melodienbuch zu dem Schleswig-Holstein’schen Gesangbuche | Kiel 1817, geordnet und herausgegeben von G. Chr. Apel. Das Werk diente der Vereinheitlichung der Choralmelodien im schleswig-holsteinischen Gesangbuchraum und wurde für die kirchliche Praxis maßgeblich. |
|---|---|
| Vollständiges Choralbuch zum Schleswig-Holstein’schen Gesangbuche | Kiel 1832, für Orgel mit und ohne Pedal, für Pianoforte und auch für vier Singstimmen harmonisch bearbeitet. Das Querformat und die Möglichkeit des Spiels ohne Pedal zeigen Apels praktischen Blick auf die Ausstattung holsteinischer Kirchenorgeln. |
| 52 Choräle aus dem Choral-Melodienbuch von C. G. Apel | Spätere vierstimmige Auswahl beziehungsweise Bearbeitung durch Hermann Ley, 1869/1875. Dieses Werk ist keine Komposition Apels im engeren Sinn, belegt aber die Nachwirkung seiner Choralfassungen. |
| Kirchliches Antiphonarium | Auf IMSLP als Werk beziehungsweise Sammelwerk Apels geführt. Das Werk gehört in das Feld liturgischer Gebrauchsmusik und ist im Zusammenhang seiner Suche nach protestantisch verständlicher, geordneter und liturgienaher Kirchenmusik zu lesen. |
| Choralmelodien und eigene Ergänzungen | Nach der Kieler Ausstellung komponierte Apel dort eigene Melodien, wo dies nach seiner Einschätzung nötig war, um eine schlichte, metrisch flüssige und singbare Gestalt herzustellen. Diese Eingriffe sind Bestandteil seiner Choralreform. |
Oratorium und größere geistliche Werke
| Christus | Oratorium für Solo- und Chorgesang mit obligater Orgelbegleitung und freiem Orgelfantasiensatz beziehungsweise mit Orgel als kirchlichem Hauptinstrument. Die Kieler Ausstellung nennt eine Uraufführung 1825. Die Partitur ist nicht erhalten, weil Apel sie vor seinem Tod vernichtete; das Textbuch ist erhalten und erlaubt eine Rekonstruktion des ästhetischen Programms. |
|---|---|
| Textbuch zu Christus | Kiel, Apel, 1825. Das Textbuch ist der wichtigste erhaltene Zugang zu Apels größtem geistlichem Werk. Es zeigt sein Ideal einer einfachen, würdigen und für die Gemeinde verständlichen protestantischen Kirchenmusik. |
| Orgelfantasien in Christus | Freie Orgelfantasien innerhalb des Oratoriums. Die Musik ist verloren, doch die Kieler Ausstellung betont, dass Apel die Orgel als eigentliches Instrument der Kirche verstand und in Christus entsprechend einsetzte. |
| Geistliche Vokalwerke mit Orgel | Werkgruppe, die in Kieler Wiederaufführungskontexten genannt wird. Sie umfasst kleinere geistliche Stücke für Singstimmen, Chor und Orgel, die im Umkreis von Gottesdienst, Choral und akademischer Feiermusik standen. |
| Huldigungskantaten | Verschollene Werkgruppe. Sie verweist auf Apels Funktion als Komponist von Gelegenheitsmusik für akademische, städtische oder herrschaftliche Anlässe. |
| Trauermusik zur Todtenfeier für Frederik VI. | Akademische Trauermusik zur Todtenfeier für König Frederik VI. von Dänemark am 16. Januar 1840. Das Werk belegt Apels Rolle als musikalischer Repräsentant der Universität Kiel und der schleswig-holsteinisch-dänischen Herrschaftsordnung. |
| Musik zur Reformationsfeier 1817 | Apel war an der musikalischen Ausgestaltung der Feierlichkeiten zum 300. Jubiläum der Reformation am 1. November 1817 beteiligt. Ob die betreffenden Stücke vollständig erhalten, eigenständig oder nur funktionale Bearbeitungen waren, ist im Spezialkatalog zu prüfen. |
Lieder, Chöre und Hausmusik
| Gesänge op. 4 | Apels Gesänge op. 4 waren der dänischen Kronprinzessin Caroline gewidmet, die zu seinen Schülerinnen gehörte. Die Widmung zeigt Apels Verbindung zur höfisch-bürgerlichen Kieler Bildungskultur. |
|---|---|
| Lieder mit Klavierbegleitung | Werkgruppe nach Texten bekannter Autorinnen und Autoren des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts, darunter Friederike Brun, Johann Amadeus Wendt und Ludwig Tieck. Diese Lieder gehören zur bürgerlichen Haus- und Konzertmusik. |
| Lieder mit Gitarrenbegleitung | Werkgruppe, die in der Kieler Wiederaufführung 2018 besonders hervorgehoben wurde. Die Gitarre war zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein modisches Hausinstrument und macht Apels Liedschaffen kulturgeschichtlich besonders interessant. |
| Männerchöre | Weltliche beziehungsweise gesellige Chorlieder für Männerstimmen. Die genaue Titelaufnahme ist quellenabhängig; die Werkgruppe steht im Zusammenhang der bürgerlichen Chorkultur Kiels. |
| Weltliche Chorlieder | Mehrstimmige weltliche Stücke für Chor, die bei der Kieler Wiederaufführung 2018 als Teil des Programms genannt wurden. Sie verweisen auf Apels Arbeit mit bürgerlichen Singkreisen und akademischem Musikleben. |
| Hausmusik für Stimme, Klavier und Gitarre | Praktischer Werkbereich, in dem Apel Unterricht, Salon, häusliches Singen, Gedichtvertonung und Instrumentenmode miteinander verband. |
Orgel- und Unterrichtswerke
| Orgelimprovisationen | Apels Improvisationskunst ist durch zeitgenössische Zeugnisse, besonders Carl Maria von Webers Eindruck eines Orgelspiels über Befiehl du deine Wege, belegt. Schriftlich fixierte Fantasien sind nur teilweise beziehungsweise indirekt greifbar. |
|---|---|
| Orgelbegleitungen zu Chorälen | Der wichtigste erhaltene Beitrag liegt in den Choralbüchern, die für Orgel mit und ohne Pedal eingerichtet sind. Sie gehören zur praktischen Orgelmusik des schleswig-holsteinischen Kirchenraums. |
| Klavierunterrichtsmaterial | Als Klavierlehrer, unter anderem der dänischen Kronprinzessin Caroline, muss Apel Unterrichtsmaterial verwendet und teilweise eingerichtet haben. Konkrete Titel sind ohne Archivprüfung nicht zuverlässig zu trennen. |
| Gesangsunterrichtsmaterial | Apels Unterricht an Bürger- und Gelehrtenschule, Schullehrerseminar und Universität erforderte Übungen im liturgischen Gesang, Gemeindegesang und chorischer Stimmbildung. Solche Materialien sind als funktionale Werkgruppe zu behandeln. |
Sammlung, Leihbibliothek und Kataloge
| Musikalische Leihbibliothek | Apels private Musikaliensammlung wurde zur Grundlage einer Leihbibliothek mit mehr als 10.000 Titeln und Werken von über 1.000 Komponisten. Sie war ein zentrales Instrument seiner Kieler Bildungsarbeit. |
|---|---|
| Katalog der musikalischen Leihbibliothek | Katalog beziehungsweise Verzeichnis der Musikalien und musikalischen Schriften bei G. Chr. Apel. Der zweite Teil des Katalogs erschien 1810 und ist in der Kieler Ausstellung abgebildet. |
| Instrumentenhandel | Kein Werk im kompositorischen Sinn, aber eine wichtige kulturgeschichtliche Einrichtung. Apel vertrieb Pianofortes, Gitarren, Streich- und Blasinstrumente, Saiten, Bogen, Mundstücke, Notenpapier und weiteres Zubehör. |
| Nachlassverzeichnis | Das Nachlassverzeichnis ist für die Rekonstruktion von Apels Bibliothek, Sammlung, Geschmack und musikalischem Netzwerk besonders wichtig. Es zeigt den Umfang seiner Musikaliensammlung. |
Überlieferungsstatus
| Gedruckt und digital greifbar | Vor allem Choralbücher und auf IMSLP geführte Sammelwerke wie Vollständiges Choralmelodiebuch und Kirchliches Antiphonarium. |
|---|---|
| Text erhalten, Musik verloren | Christus ist über das Textbuch greifbar; die Partitur wurde vernichtet. |
| Verschollen oder nur indirekt belegt | Huldigungskantaten, Teile der akademischen Gelegenheitsmusik, einzelne weltliche und geistliche Vokalwerke sowie Unterrichtsmaterialien. |
| Aufführungs- und Ausstellungskontext | Die Kieler Wiederaufführungen und Plakatausstellungen von 2018 machen besonders die Lieder, Chöre und geistlichen Stücke wieder sichtbar, ersetzen aber keinen kritischen Werkatalog. |
Rezeption und Nachwirkung
Apels unmittelbare Nachwirkung lag vor allem im schleswig-holsteinischen Choral- und Kirchenmusikraum. Seine Choralbücher prägten nach der Kieler Ausstellung den Gemeindegesang bis zur Einführung eines neuen Gesangbuches 1885. Damit war seine Wirkung erheblich dauerhafter als diejenige vieler einzelner Kompositionen.
Im Kieler Musikleben blieb Apel als erster Akademischer Musikdirektor erinnerungswürdig. Die Christian-Albrechts-Universität nahm die 200-jährige Wiederkehr seines Amtsantritts 2018 zum Anlass für ein Konzert und eine Ausstellung. Dabei wurde nicht nur der Amtsinhaber, sondern auch der Komponist, Dirigent, Lehrer und Kulturmanager wieder in den Blick genommen.
Die moderne Rezeption hebt besonders seine Vermittlungsleistung hervor. Apel war kein Komponist von europäischem Kanonrang, aber er ist für die Sozialgeschichte der Musik außerordentlich interessant. Er zeigt, wie Musikleben in einer norddeutschen Stadt durch Unterricht, Sammlung, Choralreform, Instrumentenhandel, Universitätsmusik und bürgerliche Konzertpraxis aufgebaut wurde.
Seine Lieder mit Gitarren- oder Klavierbegleitung sind in jüngerer Zeit deshalb bemerkenswert, weil sie eine selten aufgeführte Seite der frühen romantischen Hausmusik zeigen. Sie verbinden Kieler Bürgertum, norddeutsche Bildungskultur, Textdichtung und ein damals modernes Begleitinstrument.
Editorische Hinweise
Die Seite verwendet die vom Nutzer vorgegebene Hauptdatierung 21. November 1775 bis 3. August 1841 und nennt als Sterbeort Preetz. Die Normdatenvariante 31. August 1841 wird im Text sichtbar gemacht, weil sie in Kalliope, IMSLP und weiteren Datenumgebungen erscheint. Bei einer späteren wissenschaftlichen Revision sollte die Kirchenbuch-, Sterbe- und Begräbnisüberlieferung Preetz/Kiel geprüft werden.
Das Werkverzeichnis ist bewusst quellenkritisch formuliert. Bei Apel sind die Grenzen zwischen Komposition, Bearbeitung, Choralharmonisierung, Unterrichtsmaterial, Gelegenheitsmusik und Sammlungstätigkeit fließend. Deshalb werden gedruckte Werke, verschollene Werke, Werkgruppen und institutionelle Leistungen getrennt dargestellt.
Die Seite verzichtet auf Bilder. Für eine spätere Erweiterung wären nur gemeinfreie oder eindeutig lizenzierte Porträts, Titelblätter, Choralbuchseiten, Konzertprogramme oder Archivabbildungen geeignet. Da hier keine Bilder verlangt sind, bleibt die Seite text- und quellenorientiert.
Sekundärliteratur
- Beer, Axel: Apel, Johann Georg Christian. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, zweite Ausgabe, Personenteil, Bd. 1, Sp. 805–806.
- Haensel, Uwe: Apel, Johann Georg Christian. In: Schleswig-Holsteinisches Biographisches Lexikon, Bd. 2. Neumünster: Karl Wachholtz Verlag 1971, S. 40–41.
- Jahn, Otto: Erinnerungen und biographische Zeugnisse zu Apel als Lehrer, Organist und musikalischem Bildner Kiels; in der Kieler Ausstellung mehrfach herangezogen.
- Liliencron, Rochus von: Apel, Georg Christian. In: Allgemeine Deutsche Biographie, Bd. 1. Leipzig: Duncker & Humblot 1875, S. 500.
- Lotzow, Alexander: Die Kieler Musikwissenschaft unter Friedrich Blume. Kiel 2018. Nützlich für die spätere institutionelle Vorgeschichte und die Reihe der Kieler Musikdirektoren.
- Lotzow, Alexander und Studierende des Musikwissenschaftlichen Instituts Kiel: Plakatausstellung Johann Georg Christian Apel und das Kieler Musikleben in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Kiel 2018.
- Piotrowski, Swantje: Sozialgeschichte der Kieler Professorenschaft 1665–1815. Kiel / Hamburg: Wachholtz 2020. Enthält sozialgeschichtliche Bezüge zum Kieler Universitätsumfeld.
- Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek und Christian-Albrechts-Universität Kiel: Materialien zum Konzert Johann Georg Christian Apel – Ein Thüringer in Kiel, 2018.
Ausgewählte Onlinequellen
- BBKL: Apel, Georg Christian Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon mit knapper Einordnung Apels als Organist und kirchlicher Musiker; wegen Zugangsbeschränkung nur als Ergänzungsquelle zu verwenden.
- BSB / Münchener Digitalisierungszentrum: Vollständiges Choralbuch zum Schleswig-Holstein’schen Gesangbuche Digitalisat des von Georg Christian Apel harmonisch bearbeiteten Choralbuches für Orgel, Pianoforte und vier Singstimmen.
- Christian-Albrechts-Universität Kiel: Johann Georg Christian Apel Institutsgeschichtliche Seite des Musikwissenschaftlichen Instituts zur Ausstellung über Apel als ersten Kieler Akademischen Musikdirektor.
- Christian-Albrechts-Universität Kiel: Johann Georg Christian Apel – Ein Thüringer in Kiel Pressemitteilung zum Konzert und zur Ausstellung 2018 mit Angaben zu Apels Wirken, Liedern, Chören, geistlicher Musik und Universitätsamt.
- Christian-Albrechts-Universität Kiel: Johann Georg Christian Apel an der Universität Ausstellungstafel zu Apels Ernennung 1818, seiner universitären Musiklehre, akademischen Feiermusik und Bedeutung für die Kieler Universitätsmusik.
- Christian-Albrechts-Universität Kiel: Johann Georg Christian Apel im Auftrag der musikalischen Bildung Ausstellungstafel zu Apels Unterricht, Leihbibliothek, Instrumentenhandel, Schülerkreis und musikalischer Bildungsarbeit in Kiel.
- Christian-Albrechts-Universität Kiel: Johann Georg Christian Apel – die geistliche Musik Ausstellungstafel zu Choralbüchern, Gemeindegesang, Oratorium Christus, Orgelspiel und Apels Tod in Preetz.
- Kalliope: Apel, Johann Georg Christian Norm- und Archivdatensatz mit Lebensdaten, Funktionen als Organist, Musiker und Komponist, Verweisformen und Beziehung zur Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
- IMSLP: Georg Christian Apel Komponistenseite mit Namensformen, Normdaten und digital greifbaren Werken wie Kirchliches Antiphonarium und Vollständiges Choralmelodiebuch.
- MGG Online: Apel, Johann Georg Christian Fachlexikalischer Artikel von Axel Beer zu Biographie, Werk und Bedeutung Apels; über die MGG-Suche aufzurufen.
- GluckWV-online: Apel, Johann Georg Christian Personendatensatz der Gluck-Gesamtausgabe mit GND-Verknüpfung und Quellenbezug zu Apel als Vorbesitzer von Gluck-Quellen.
- Musikhandschriften aus der Staatsbibliothek zu Berlin und der Jagiellonischen Bibliothek Krakau Kataloghinweis auf Apels Vollständiges Choral-Melodienbuch im Kontext der Sing-Akademie- und Bach-Sammlungen.
- Musikwissenschaftliches Institut Kiel: Überblick zur Institutsgeschichte Überblick zur Kieler Institutsgeschichte mit Einordnung der praktischen universitären Musikpflege als Vorgeschichte des Faches.
Weiterführende Einträge
- Akademischer Musikdirektor Universitäres Musikamt, das in Kiel 1818 erstmals mit Johann Georg Christian Apel besetzt wurde.
- Johann Sebastian Bach Komponist, dessen Tradition über Johann Christian Kittel mittelbar in Apels Ausbildung hineinwirkte.
- Choral Zentrales Feld von Apels kirchenmusikalischer Reformarbeit und seiner schleswig-holsteinischen Choralbücher.
- Choralbuch Musikalisches Gebrauchsbuch für Gemeindegesang und Orgelbegleitung; bei Apel in praktischer, landeskirchlicher Form ausgearbeitet.
- Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Universität, an der Apel 1818 erster Akademischer Musikdirektor wurde.
- Claus Harms Neulutherischer Theologe an St. Nikolai Kiel, dessen Positionen mit Apels rationalistischem Kirchenverständnis in Spannung standen.
- Erfurt Ausbildungs- und erster Wirkungsort Apels als Gymnasiast, Student, Organist und Musiklehrer.
- Michael Gotthard Fischer Erfurter Musiker und Lehrer Apels, wichtig für dessen thüringische Ausbildung.
- Gitarrenlied Bürgerliche Liedform der Zeit um 1800, in der Apel mit Liedern zur Kieler Hausmusik beitrug.
- Johann Wilhelm Häßler Erfurter Musiker und Bezugsperson in Apels Ausbildungskontext.
- Harmonisierung Satztechnisches Verfahren, das in Apels Choralbuch für Gemeindegesang, Orgel und vier Stimmen praktisch angewandt wird.
- Otto Jahn Archäologe, Mozart-Biograph und Schüler Apels, dessen Erinnerungen für Apels Kieler Bildungsarbeit wichtig sind.
- Kantor Kirchlich-schulische Berufsrolle, die Apel in Kiel mit Singunterricht und Choralpflege verband.
- Kiel Hauptwirkungsort Apels und Raum seiner Kirchen-, Universitäts-, Bildungs- und Konzertarbeit.
- Kirchengesang Gemeindegesang, dessen Reform und Vereinheitlichung zu Apels wichtigsten Aufgaben gehörte.
- Kirchenmusik Hauptfeld von Apels Arbeit als Organist, Kantor, Choralreformer und Oratoriumskomponist.
- Johann Christian Kittel Erfurter Organist, Bach-Schüler und wichtiger Lehrer Apels.
- Leihbibliothek Musikalische Infrastrukturform, die Apel in Kiel mit mehr als 10.000 Titeln aufbaute.
- Lied Gattung von Apels weltlichem Schaffen, besonders mit Klavier- oder Gitarrenbegleitung.
- Männerchor Bürgerliche Chorgattung, in der Apel weltliche und gesellige Repertoires pflegte.
- Musikalische Bildung Zentraler Leitbegriff für Apels Unterricht, Leihbibliothek, Instrumentenhandel und Kieler Kulturarbeit.
- Musiklehrer Berufsrolle Apels in Erfurt, Kiel, an Schulen, im Instrumentalunterricht und an der Universität.
- Nikolaikirche Kiel Hauptkirche und Orgelort Apels seit 1804.
- Oratorium Großform geistlicher Musik, in der Apel mit Christus einen protestantisch-liturgischen Entwurf verfolgte.
- Organist Zentrale Berufsrolle Apels in Erfurt und Kiel, geprägt durch Kittel und die thüringische Orgeltradition.
- Preetz Sterbeort Apels nach der hier verwendeten Hauptüberlieferung.
- Rationalismus in der Theologie Geistesgeschichtlicher Hintergrund, der Apels kirchliche Position von neulutherischen Kräften unterscheidet.
- Schleswig-Holsteinisches Gesangbuch Gesangbuchraum, für den Apel seine Choralmelodien und Choralharmonisierungen einrichtete.
- St. Nikolai Kiel Kirche, an der Apel als Organist, später auch als Kantor und Küster wirkte.
- Tröchtelborn Geburtsort Apels bei Gotha und Ausgangspunkt seiner thüringischen Musikerbiographie.
- Universitätsmusik Feld akademischer Feier-, Unterrichts- und Repräsentationsmusik, das Apel in Kiel institutionell begründete.
- Carl Maria von Weber Komponist, der Apels Orgelspiel in Kiel eindrucksvoll beschrieb.