Apel-Codex

Leipzig, Universitätsbibliothek, Ms. 1494 · D-LEu MS 1494 · Mensuralkodex des Nikolaus Apel · Musiksammelhandschrift um 1490–1504

Überblick

Der Apel-Codex ist eine der wichtigsten Musikhandschriften der Zeit um 1500. Er wird in der Universitätsbibliothek Leipzig unter der Signatur Ms. 1494 aufbewahrt und in der internationalen Quellenforschung als D-LEu MS 1494 geführt. Die Handschrift wird gewöhnlich als Mensuralkodex des Nikolaus Apel oder Chorbuch des Nikolaus Apel bezeichnet, weil sie mit dem Leipziger Gelehrten Nikolaus Apel von Königshofen verbunden ist.

Die Handschrift entstand wahrscheinlich zwischen etwa 1490 und 1504. Eine Eintragung im hinteren Einband belegt, dass sie am 1. September 1504 in Leipzig auf Veranlassung Nikolaus Apels gebunden wurde. Ob Apel die Musik selbst sammelte, den Schreibprozess beauftragte, das Repertoire auswählte oder vor allem als Besitzer und Auftraggeber der Bindung anzusehen ist, bleibt quellenkritisch offen. Sicher ist jedoch, dass sein Name die spätere Identifikation des Codex bestimmte.

Der Codex enthält geistliche und weltliche Mensuralpolyphonie, lateinische liturgische Sätze, Hymnen, Motetten, Messsätze, deutsche geistliche und weltliche Lieder, italienische weltliche Stücke und textlose Kompositionen. Das Repertoire steht am Übergang zwischen spätmittelalterlicher Mehrstimmigkeit, franko-flämischer Polyphonie, deutscher Liedkunst, Universitätskultur und vorreformatorischer Frömmigkeit.

Die Handschrift wurde 1896 von Hugo Riemann wiederentdeckt und 1897 unter dem Titel Der Mensural-Codex des Magister Nikolaus Apel von Königshofen zuerst beschrieben. Dadurch trat sie in die moderne musikwissenschaftliche Quellenforschung ein. Im 20. Jahrhundert wurde sie in der Reihe Das Erbe deutscher Musik von Rudolf Gerber, Ludwig Finscher und Wolfgang Dömling ediert.

Ihre Bedeutung liegt darin, dass sie ein außergewöhnlich dichtes Bild der Musik um 1500 gibt: Sie bewahrt Werke von Adam von Fulda, Heinrich Isaac, Heinrich Finck, Johannes Ghiselin, Jacob Obrecht, Josquin des Prez und weiteren Komponisten, enthält aber zugleich einen großen anonymen Bestand. Sie ist daher nicht nur ein Werkreservoir, sondern auch ein Dokument musikalischer Praxis, Sammlungskultur und akademischer Humanistenmilieus im spätmittelalterlichen Leipzig.

Kurzdaten

Name Apel-Codex.
Weitere Bezeichnungen Mensuralkodex des Nikolaus Apel, Der Mensuralkodex des Magisters Nikolaus Apel von Königshofen, Chorbuch des Nikolaus Apel, Apelscher Kodex.
Signatur Leipzig, Universitätsbibliothek, Ms. 1494; international häufig D-LEu MS 1494.
Aufbewahrungsort Universitätsbibliothek Leipzig.
Datierung Um 1490–1504; die Bindung ist durch eine Eintragung auf den 1. September 1504 in Leipzig bezogen.
Material Papier.
Umfang DIAMM beschreibt die Handschrift mit 260 modernen Folioblättern; der Handschriftencensus führt 254 Blätter. Die Differenz hängt mit Zählweise, Foliierung und Beschreibungstradition zusammen.
Format DIAMM nennt 315 × 210 mm; der Handschriftencensus nennt 305 × 210 mm. Beide Angaben beschreiben das große Chorbuchformat.
Notation Vor allem schwarze beziehungsweise hohle Mensuralnotation; einzelne Stücke mit gotischer Choralnotation beziehungsweise deutsche Lieder mit Choralnotation.
Sprache Lateinisch und Deutsch; einzelne italienische weltliche Stücke; Schreibsprache im deutschen Anteil ostmitteldeutsch.
Gattungen Messen, Kyrie, Credo-Fragment, Agnus Dei, Messpropriumsteile, Magnificat, Te Deum, Psalmen, Offiziumshymnen, Prozessionshymnen, Motetten, Responsorien, deutsche geistliche Stücke, Motet-Chansons, deutsche weltliche Lieder, italienische weltliche Stücke und textlose Sätze.
Zählung des Repertoires DIAMM nennt 120 Kompositionen, davon 50 von 23 Komponisten und 70 anonym. Der Census-Katalog beschreibt nach anderer Zählweise 163 Einträge plus 15 Dubletten.
Hauptnamen im Repertoire Adam von Fulda, Alexander Agricola, Antoine Busnois, Loyset Compère, Heinrich Finck, Johannes Ghiselin, Heinrich Isaac, Josquin des Prez, Jacob Obrecht, Paulus de Broda, Conrad Paumann, Johannes Weerbecke und zahlreiche anonyme Autoren.
Besitzer- und Bindungskontext Nikolaus Apel von Königshofen, Student, Gelehrter, Professor und zeitweiliger Rektor der Universität Leipzig; Apel ließ die Handschrift 1504 binden und ist möglicherweise als Kompilator oder Auftraggeber beteiligt.
Wiederentdeckung 1896 durch Hugo Riemann; Erstbeschreibung 1897 im Kirchenmusikalischen Jahrbuch.
Moderne Edition Der Mensuralkodex des Nikolaus Apel. MS. 1494 der Universitätsbibliothek Leipzig, hrsg. von Rudolf Gerber, Ludwig Finscher und Wolfgang Dömling, Das Erbe deutscher Musik, Bände 32–34, Kassel u. a. 1956–1975.
Datei apel-codex.shtml.

Name, Signatur und Forschungsgeschichte

Die Bezeichnung Apel-Codex ist eine moderne Kurzform. Sie fasst den historischen Besitzer- beziehungsweise Bindungskontext mit der musikhistorischen Bedeutung der Handschrift zusammen. Der ältere wissenschaftliche Titel Der Mensuralkodex des Magisters Nikolaus Apel von Königshofen geht auf Hugo Riemanns Erstbeschreibung zurück und betont das mensuralnotierte Repertoire.

Die Signatur Ms. 1494 verortet die Handschrift in der Universitätsbibliothek Leipzig. In internationalen Musikquellenkatalogen wird sie meist als D-LEu MS 1494 geführt. Das Kürzel D-LEu bezeichnet Leipzig, Universitätsbibliothek. Für interne Verlinkung, Quellenarbeit und Konkordanzrecherche sollten die Formen Apel-Codex, Mensuralkodex des Nikolaus Apel, Leipzig Ms. 1494 und D-LEu MS 1494 gemeinsam berücksichtigt werden.

Hugo Riemann entdeckte die Handschrift 1896 wieder und veröffentlichte 1897 eine erste Beschreibung im Kirchenmusikalischen Jahrbuch. Diese frühe Beschreibung war für die entstehende Quellenphilologie der Renaissance-Musik grundlegend, weil sie eine wichtige Leipziger Handschrift mit Repertoire um 1500 in die wissenschaftliche Diskussion einführte.

Die moderne Edition erschien in mehreren Teilen in der Reihe Das Erbe deutscher Musik. Rudolf Gerber, Ludwig Finscher und Wolfgang Dömling verbanden dabei Transkription, kritischen Bericht, Gesamtinhaltsverzeichnis und editorische Aufarbeitung. Für jede wissenschaftliche Arbeit am Codex bleibt diese Ausgabe neben DIAMM, Handschriftencensus, Handschriftenportal und Digitalisat zentral.

Nikolaus Apel von Königshofen

Nikolaus Apel von Königshofen war Theologe, Philosoph, Leipziger Universitätsgelehrter und Sammler von Musikhandschriften. Er kam 1492 als Student nach Leipzig, wurde dort Mitglied der Fakultät, bekleidete Universitätsämter und war zeitweise Rektor beziehungsweise Kanzler. Sein Name verbindet den Codex mit der akademischen Kultur Leipzigs um 1500.

Die Beziehung Apels zur Handschrift ist nicht vollständig geklärt. Sicher ist, dass sie am 1. September 1504 in Leipzig auf seine Veranlassung gebunden wurde. Wahrscheinlich war Apel nicht nur ein zufälliger Besitzer, sondern an der Sammlung, Ordnung oder Weitergabe des musikalischen Materials beteiligt. DIAMM formuliert vorsichtig, er sei vielleicht für die Kompilation verantwortlich gewesen, habe möglicherweise die Schreiberarbeit beauftragt und wohl eine Rolle bei der Überlieferung an die Universitätsbibliothek gespielt.

Apel gehört damit zu jenem spätmittelalterlichen Gelehrtentyp, bei dem Universität, Theologie, Philosophie, Humanismus, Frömmigkeit und Musik nicht getrennte Sphären waren. Die Musik in seinem Codex ist nicht bloß Aufführungsrepertoire, sondern auch ein Besitz-, Bildungs- und Ordnungsgegenstand akademischer Kultur.

Material, Anlage und Notation

Der Apel-Codex ist eine Papierhandschrift im Chorbuchformat. DIAMM nennt 315 × 210 mm, der Handschriftencensus 305 × 210 mm; beide Angaben zeigen ein handliches, aber repräsentatives Format. Die modernen Beschreibungen nennen 260 beziehungsweise 254 Blätter, was aus unterschiedlichen Foliierungs- und Beschreibungstraditionen resultiert.

Die Handschrift ist in erster Linie in Mensuralnotation geschrieben, genauer in schwarzer beziehungsweise hohler Mensuralnotation. Einzelne Stücke erscheinen in gotischer Choralnotation. Diese Mischung ist wichtig, weil sie den Übergang zwischen liturgischer Choraltradition, mehrstimmiger Mensuralpolyphonie und deutscher Liedüberlieferung sichtbar macht.

Die originalen Deckel bestanden aus Holzplatten, teilweise mit geprägtem Leder überzogen; der Rücken trug die Inschrift „Mensura“. Diese Inschrift zeigt, dass die Handschrift bereits früh als mensurale Musikquelle verstanden wurde. Der Codex besitzt keine reiche Ausstattung. Seine Bedeutung liegt nicht in Buchmalerei, sondern in Repertoire, Notation, Sammlung und Gebrauchsspuren.

DIAMM beschreibt zwei oder drei Hauptschreiber und elf bis zwölf weitere Schreiber. Diese Mehrhändigkeit deutet auf einen längeren oder arbeitsteiligen Entstehungsprozess. Einige Texte wurden nach der Bindung auf dem Innendeckel und auf fol. 1 ergänzt, möglicherweise durch Nikolaus Apel. Die dabei auftretenden Datierungen von 1506 bis 1519 sind nicht Entstehungsdaten der Musik, sondern spätere Einträge im gebundenen Buch.

Repertoire und musikalisches Profil

Das Repertoire des Apel-Codex ist breit. Es umfasst liturgische Großformen wie Messen und Messsätze, kleinere geistliche Gattungen wie Motetten, Hymnen und Responsorien, außerdem deutsche geistliche Stücke, deutsche weltliche Lieder, italienische weltliche Stücke und textlose Sätze. Gerade diese Mischung macht den Codex für die Musik um 1500 so aussagekräftig.

Die Handschrift zeigt, dass deutsche Musik um 1500 nicht isoliert war. Werke von Adam von Fulda, Heinrich Finck oder Paul Hofhaimer stehen neben Repertoire von Isaac, Obrecht, Josquin, Agricola, Compère, Busnois und anderen. Damit spiegelt der Codex die Verbindung deutscher, habsburgischer, franko-flämischer, italienischer und universitäter Musikkultur.

Besonders wichtig ist der Hymnenbestand. Der Census-Katalog nennt 47 Offiziumshymnen und vier Prozessionshymnen. Das deutet auf eine intensive Beschäftigung mit liturgischer Mehrstimmigkeit. Der Codex ist daher nicht nur Lied- oder Motettensammlung, sondern ein Reservoir für kirchliche Praxis, akademische Frömmigkeit und mehrstimmige Bearbeitung liturgischer Melodien.

Auch die deutschen Stücke verdienen Beachtung. Der Handschriftencensus hebt deutsche Lieder mit Choralnotation hervor. Einzelne Repertoirehinweise, etwa zu Christ ist erstanden, zeigen, wie vorreformatorische deutschsprachige geistliche Gesänge in mehrstimmiger Form begegnen konnten. Der Codex steht dadurch vor der Reformationszeit, aber bereits in einem Raum, in dem deutsche Sakral- und Liedtradition schriftlich und mehrstimmig greifbar wird.

Überlieferung, Schreiber und verwandte Quellen

Die genaue Entstehung der Handschrift ist nicht abschließend geklärt. DIAMM nennt Leipzig als möglichen Entstehungsort und Bayern beziehungsweise Leipzig als Provenienzbezüge. Die Bindung in Leipzig 1504 ist sicherer als der gesamte Abschreibevorgang. Die Wasserzeichen weisen auf einen breiteren Papier- und Werkstattzusammenhang, darunter Ochsenkopfzeichen, Turm- beziehungsweise Kronenformen und andere Motive.

Die Handschrift steht mit anderen Quellen in Beziehung. DIAMM nennt Verbindungen zu Berlin, Staatsbibliothek, Mus.ms. 40021, und zu Warschau, Biblioteka Uniwersytecka, RM 5892 beziehungsweise WarU 2016. Solche Verwandtschaften sind für Konkordanzforschung wichtig, weil sie zeigen, dass einzelne Stücke, Schreiber oder Repertoiregruppen in mehreren Handschriften zirkulierten.

Die Handschrift ist daher als Knoten in einem Netz von Repertoireüberlieferung zu verstehen. Sie ist kein isoliertes Leipziger Einzelphänomen, sondern gehört zur europäischen Quellenlandschaft um 1500. Ihre Besonderheit liegt in der konkreten Zusammenstellung und in der Verbindung mit Nikolaus Apel und der Leipziger Universitätsbibliothek.

Kulturüberblick

Der Apel-Codex gehört in eine Zeit tiefgreifender kultureller Übergänge. Um 1500 standen spätmittelalterliche Frömmigkeit, Universitätskultur, humanistische Bildung, habsburgische Hofmusik, franko-flämische Polyphonie, deutsche Liedtradition und frühe Druckkultur nebeneinander. Die Handschrift ist ein Dokument dieser Vielschichtigkeit.

Leipzig war als Universitätsstadt ein besonders geeigneter Ort für solche Sammlungen. Studierende, Magister, Theologen, Juristen und Philosophen bewegten sich zwischen Bibliothek, Kirche, Kolleg, Stadt, Markt und liturgischer Praxis. Musik konnte in diesem Umfeld geistliche Übung, Bildungsgut, Sammelobjekt und klangliche Praxis zugleich sein.

Die Repertoiremischung des Codex zeigt den internationalen Horizont. Namen wie Isaac, Josquin, Obrecht, Agricola und Compère verweisen auf die franko-flämische und habsburgische Musikwelt. Namen wie Adam von Fulda und Heinrich Finck verankern den Codex im deutschsprachigen Raum. Die anonymen Stücke zeigen zugleich, dass ein großer Teil des praktischen Repertoires nicht autorzentriert überliefert wurde.

Die Handschrift dokumentiert außerdem eine vorreformatorische deutsche Sakral- und Liedkultur. Deutsche geistliche Stücke, Hymnen, Choralbezüge und lateinische Liturgie standen nebeneinander. Der Codex gehört deshalb in die Vorgeschichte jener musikalischen Umbrüche, die im 16. Jahrhundert mit Reformation, Gemeindelied und protestantischer Kirchenmusik neue Formen annahmen.

Für die moderne Musikwissenschaft ist der Codex auch ein Beispiel dafür, wie Handschriften durch Wiederentdeckung, Beschreibung, Edition und Digitalisierung zu neuen Forschungsobjekten werden. Seit Riemann, Gerber, Finscher und Dömling hat sich der Apel-Codex von einem Bibliotheksfund zu einem zentralen Referenzpunkt der Renaissance- und Quellenforschung entwickelt.

Werk-, Repertoire- und Quellenverzeichnis

Da der Apel-Codex kein Werk eines einzelnen Komponisten, sondern eine Sammelhandschrift ist, wird das verlangte Werkverzeichnis als Repertoire- und Quellenverzeichnis angelegt. Es nennt die Bestandteile nach Zählweise des Census-Katalogs, die in DIAMM genannten Komponistenanteile, wichtige Einzeltitel und die quellenkundlichen Strukturen. Die verschiedenen Zählungen erklären sich daraus, dass einmal Kompositionen, einmal Einträge, Dubletten, Gattungsgruppen und textlose Stücke gezählt werden.

Gesamtbestand nach Gattungsgruppen

Messen 8 Messen. Sie bilden den großformatigen liturgischen Kernbestand der Handschrift und stehen im Kontext mehrstimmiger Ordinariumspraxis um 1500.
Kyrie 2 Kyrie-Sätze. Sie gehören zum Messordinarium und zeigen die selbständige Überlieferung einzelner Ordinariumsteile.
Credo-Fragment 1 Credo-Fragment. Der fragmentarische Zustand weist auf Verlust, Auswahl oder Teilüberlieferung innerhalb des Codex hin.
Agnus Dei 1 Agnus-Dei-Satz. Auch hier erscheint ein einzelner Ordinariumsteil als selbständiger Bestandteil.
Messproprium 8 Messpropriumsteile. Diese Stücke beziehen sich auf wechselnde liturgische Texte des Kirchenjahrs und ergänzen den Ordinariumsbestand.
Magnificat 3 Magnificat-Vertonungen. Sie verweisen auf die Vesperpraxis und die mehrstimmige Ausgestaltung des Offiziums.
Te Deum 1 Te-Deum-Vertonung. Der Hymnus gehört zu feierlichen Dank- und Festkontexten.
Psalmen 5 Psalmvertonungen. Sie zeigen den Offiziums- und Andachtsbezug der Handschrift.
Offiziumshymnen 47 Offiziumshymnen. Diese große Gruppe ist einer der wichtigsten Bestandteile des Codex und dokumentiert den liturgisch-hymnologischen Schwerpunkt der Sammlung.
Prozessionshymnen 4 Prozessionshymnen. Sie verweisen auf bewegte liturgische Praxis, Festtage und kirchliche Raumchoreographie.
Motetten 46 Motetten. Die Motetten bilden einen Hauptbestand geistlicher Mehrstimmigkeit und verbinden lateinische Textkultur mit polyphoner Kunst.
Responsorien 2 Responsorien. Sie gehören zur Offiziumstradition und zeigen die liturgische Breite des Codex.
Deutsche geistliche Stücke 5 deutsche geistliche Stücke. Diese Gruppe ist für die vorreformatorische deutschsprachige Sakralkultur besonders wichtig.
Motet-Chansons 2 Motet-Chansons. Sie stehen zwischen geistlichem beziehungsweise lateinischem Mehrstimmigkeitsmodell und chansonartigem Verfahren.
Deutsche weltliche Stücke 5 deutsche weltliche Stücke. Sie zeigen, dass die Handschrift nicht ausschließlich liturgisch oder kirchlich ausgerichtet ist.
Italienische weltliche Stücke 2 italienische weltliche Stücke. Sie belegen den internationalen Repertoirehorizont der Sammlung.
Textlose Stücke 21 textlose Stücke. Viele textlose Stücke lassen sich über Konkordanzquellen identifizieren; andere bleiben als instrumentale, vokale oder didaktisch-praktische Sätze offen.
Census-Gesamtzählung 163 Einträge plus 15 Dubletten, also 178 Zählpositionen nach Census-Beschreibung. Diese Zählung ist von der DIAMM-Zählung von 120 Kompositionen zu unterscheiden.

Komponisten und Zuschreibungen nach DIAMM/Census

Adam von Fulda 11 sicher zugeschriebene Stücke plus 1 fragliche Zuschreibung. Adam von Fulda ist damit einer der prominentesten deutschen Namen im Codex.
Alexander Agricola 1 fraglich Agricola zugeschriebenes Stück sowie 1 weitere unsichere Zuschreibung im Verhältnis Agricola/Isaac. Agricola steht für den franko-flämischen Horizont der Sammlung.
Aulenus (?) / Agricola / Cuvenor 1 problematischer Zuschreibungskomplex mit der Inschrift „Offe. Auleni“ über einer Messe. Die Identität ist quellenkritisch unsicher.
B. H. 2 Stücke unter der Kürzelzuschreibung B. H.; DIAMM weist darauf hin, dass damit wahrscheinlich nicht Balthasar Harzer gemeint ist.
Antoine Busnois 1 Stück mit Busnois-Bezug beziehungsweise Zuschreibung. Der Name verbindet den Codex mit der burgundisch-franko-flämischen Tradition.
Caron / Dusart 1 Stück mit unsicherem Zuschreibungskomplex Caron/Dusart. Solche Doppelzuschreibungen sind typisch für spätmittelalterliche Konkordanzprobleme.
Loyset Compère 1 Stück mit Compère-Bezug. Compère steht für das internationale französisch-niederländische Repertoire der Zeit um 1500.
Heinrich Finck 9 zugeschriebene Stücke plus 4 fragliche Zuschreibungen. Finck ist neben Adam von Fulda und Isaac ein zentraler Name im Codex.
Flordigal 1 Stück. Die Zuschreibung bleibt im Spezialkatalog zu prüfen.
G. F. 1 Stück unter der Kürzelzuschreibung G. F.; die Identifikation bleibt offen.
Johannes Ghiselin / Verbonnet 1 Stück. Die Namensform Ghiselin beziehungsweise Verbonnet verweist auf die franko-flämische Komponistenschicht des Codex.
Heinrich Isaac 8 Stücke. Isaac ist ein Hauptname für die Verbindung von habsburgischer Hofmusik, deutscher Liedtradition und internationaler Polyphonie.
Jacobit 1 Stück. Die genaue Identität des Namens ist quellenkundlich zu prüfen.
Josquin des Prez 1 Stück mit Josquin-Zuschreibung. Auch eine Einzelzuschreibung ist für die Quellen- und Rezeptionsgeschichte des Codex wichtig.
Jacob Obrecht 2 Stücke. Obrecht erweitert den Codex um Repertoire einer der zentralen franko-flämischen Komponistenfiguren.
Paulus de Broda 1 Stück. Die Nennung ist für die mittel- und osteuropäische Repertoirevernetzung bedeutsam.
Conrad Paumann (?) 1 fragliches Stück unter der Form C. von p. Die Zuschreibung an Paumann ist unsicher und quellenkritisch zu behandeln.
Ranlequin de Mol 1 Stück. Der Name erscheint als Teil des internationalen Repertoirehorizonts.
Rud. H. (?) 1 Stück unter unsicherer Kürzelzuschreibung. Die Identität bleibt offen.
Rupsch 1 Stück. Der Name gehört zu den weniger bekannten Zuschreibungen im Codex.
Schmelzer (?) / M. S. 1 fragliches Stück unter M. S. beziehungsweise Schmelzer-Frage. Die Identifikation ist unsicher.
Johannes Weerbecke 2 Stücke. Weerbecke verbindet den Codex mit der internationalen liturgischen Mehrstimmigkeit des späten 15. Jahrhunderts.
Anonymus 107 Census-Zählungen beziehungsweise 70 anonyme Kompositionen nach DIAMM-Zählung. Der anonyme Bestand ist für die praktische Repertoiregeschichte ebenso wichtig wie die namentlich zugeschriebenen Werke.

Ausgewählte wichtige Einzeltitel und Textfelder

Pange lingua Mehrere Pange-lingua-Kontexte, darunter ein Adam von Fulda zugeschriebenes Stück. Der Hymnus gehört zu den zentralen liturgischen Texten des Codex.
Ut queant laxis Mehrere Vertonungen und Fassungen im frühen Teil der Handschrift, darunter ein fünfstimmiger Satz von Adam von Fulda.
Quem terra pontus Hymnus mit Wiederholungs- beziehungsweise Konkordanzhinweisen innerhalb des Codex; wichtig für Marianische Hymnenüberlieferung.
Ave maris stella Marianischer Hymnus beziehungsweise Textfeld, im Codex mit Quem terra pontus verbunden.
Veni redemptor gentium Adventshymnus, im Codex unter H. F. beziehungsweise Heinrich-Finck-Frage überliefert.
A solis ortu cardine Weihnachtlicher Hymnus im Codex. Er gehört zur liturgischen Jahreskreisstruktur der Sammlung.
Hostis Herodes impie Epiphanias-Hymnus, der die saisonale liturgische Ausrichtung der Handschrift dokumentiert.
Veni creator spiritus Pfingst- und Heilig-Geist-Hymnus, im Codex in einer fünfstimmigen Fassung unter Kürzelzuschreibung H. V. geführt.
Christ ist erstanden Deutsches geistliches Lied beziehungsweise mehrstimmige Bearbeitung im vorreformatorischen Kontext; besonders wichtig für die Geschichte deutschsprachiger Sakralmusik.
Innsbruck, ich muss dich lassen Der Codex steht in einem Repertoirefeld, zu dem Heinrich Isaacs Lied und seine geistlich-weltlichen Rezeptionsformen gehören. Einzelne Aufführungs- und Quellenkontexte verknüpfen Apel-Repertoire, Isaac und Maximilianische Hofmusik.
Textlose Sätze Textlose Kompositionen bilden einen umfangreichen Teil der Sammlung. Einige sind über Konkordanzen identifizierbar, andere zeigen die Grenze zwischen vokaler, instrumentaler und didaktischer Überlieferung.

Quellenkundliche Bestandteile

Einbandinschrift „Mensura“ Die Inschrift auf dem Rücken zeigt die frühe Wahrnehmung des Codex als mensurale Musikquelle.
Bindungsvermerk 1504 Die Eintragung im hinteren Einband nennt Leipzig, 1. September 1504, und Nikolaus Apel als Auftraggeber der Bindung.
Nachträge 1506–1519 Spätere Einträge auf Innendeckel und fol. 1, möglicherweise durch Nikolaus Apel, tragen Datierungen zwischen 1506 und 1519.
Schreiberhände Zwei oder drei Hauptschreiber und elf bis zwölf weitere Schreiber; dies weist auf arbeitsteilige oder längere Entstehung hin.
Wasserzeichen Mehrere identifizierte und unidentifizierte Wasserzeichen, darunter Ochsenkopf- beziehungsweise Schlangenformen, Turm mit Krone und Menschenkopf mit Stern.
Verwandte Quellen Beziehungen zu Berlin, Staatsbibliothek, Mus.ms. 40021, und Warschau, Biblioteka Uniwersytecka, WarU 2016 beziehungsweise RM 5892.

Editionen, Forschung und moderne Erschließung

Die erste moderne wissenschaftliche Aufmerksamkeit verdankt der Codex Hugo Riemann. Seine Beschreibung von 1897 erfasste physische Merkmale, Inhalte, Teilkonkordanzen und ein erstes Inventar. Aus heutiger Sicht ist Riemanns Arbeit quellenphilologisch überholt, aber forschungsgeschichtlich grundlegend.

Die wichtigste Edition ist Der Mensuralkodex des Nikolaus Apel. MS. 1494 der Universitätsbibliothek Leipzig, erschienen in der Reihe Das Erbe deutscher Musik. Rudolf Gerber, Ludwig Finscher und Wolfgang Dömling erschlossen den Codex in drei Bänden zwischen 1956 und 1975. Diese Ausgabe bildet bis heute den Hauptzugang für musikalische Transkription, kritischen Bericht und Gesamtinhaltsverzeichnis.

Die digitale Erschließung hat die Arbeit am Codex grundlegend verändert. DIAMM bietet einen ausführlichen Quellendatensatz mit Beschreibung, Bibliographie, Links zum Digitalisat und Angaben zur Notation. Der Handschriftencensus ergänzt die Beschreibung für deutschsprachige Texte des Mittelalters. Das Digitalisat der Universitätsbibliothek Leipzig macht die Handschrift selbst einsehbar.

Für konkrete Werkrecherche sind Konkordanzen, RISM, DIAMM, Census-Catalogue, die Edition in Das Erbe deutscher Musik und Spezialstudien zu Isaac, Finck, Adam von Fulda, Josquin, Obrecht und deutschsprachigen geistlichen Liedern heranzuziehen. Die Handschrift ist ein Knotenpunkt, der nur im Zusammenspiel von Einzelwerkforschung und Quellenphilologie angemessen verstanden werden kann.

Rezeption und Nachwirkung

Die Rezeption des Apel-Codex verlief in mehreren Phasen. Zunächst wurde die Handschrift durch Riemann als bemerkenswerter Mensuralkodex bekannt. Danach trat sie in die Denkmäler- und Editionskultur des 20. Jahrhunderts ein. Mit der Edition in Das Erbe deutscher Musik wurde sie für Forschung, Lehre und Aufführungspraxis verfügbar.

In der neueren Forschung wird der Codex nicht nur als Fundgrube für einzelne Werke gelesen. Er ist ein Zeugnis für Sammlungspraxis, Schreiberorganisation, akademische Musikinteressen, Leipziger Universitätskultur, vorreformatorische Liturgie und deutsche Mehrstimmigkeit um 1500. Seine Bedeutung liegt gerade darin, dass geistliche und weltliche, lateinische und deutsche, textierte und textlose, namentliche und anonyme Schichten nebeneinanderstehen.

Für die Aufführungspraxis ist der Codex besonders wegen seiner Hymnen, Motetten, deutschen geistlichen Stücke und Isaac-Finck-Adam-von-Fulda-Kontexte relevant. Vokalensembles, die sich mit Musik der Maximilianischen Zeit, Leipziger Quellen oder vorreformatorischer Frömmigkeit beschäftigen, können aus dem Codex ein reiches Programmfeld gewinnen.

Durch Digitalisierung und offene Datenbanken ist der Apel-Codex heute leichter zugänglich als je zuvor. Zugleich bleibt die Handschrift anspruchsvoll: Notation, Zuschreibungen, Textlosigkeit, Dubletten, Konkordanzen und editorische Zählweisen verlangen sorgfältige Quellenarbeit.

Editorische Hinweise

Der Eintrag behandelt den Apel-Codex als Sach- und Quellenlemma. Das verlangte Werkverzeichnis wird daher als Werk-, Repertoire- und Quellenverzeichnis geführt. Es ersetzt keinen kritischen Einzelkatalog aller Folios, sondern gibt die vollständige Gattungs- und Zuschreibungsstruktur nach den maßgeblichen Quellenbeschreibungen wieder.

Die Zählungen des Repertoires sind absichtlich nebeneinander genannt. DIAMM spricht von 120 Kompositionen, davon 50 von 23 Komponisten und 70 anonym. Der Census-Katalog zählt 163 Einträge plus 15 Dubletten. Diese Differenz ist kein Fehler, sondern eine Folge unterschiedlicher Zählmethoden: Komposition, Eintrag, Dublette, Fragment, textloses Stück und Konkordanz können verschieden gezählt werden.

Die Beziehung Nikolaus Apels zur Handschrift wird vorsichtig formuliert. Sicher ist die Bindung auf seine Veranlassung 1504. Nicht sicher ist, ob er als alleiniger Kompilator, Auftraggeber der Abschrift, Besitzer, späterer Ergänzer oder Vermittler an die Universitätsbibliothek zu verstehen ist. Die Seite vermeidet daher die unkritische Behauptung, Apel habe den gesamten Codex selbst zusammengestellt.

Die Seite verzichtet auf Bilder. Für eine spätere Erweiterung wären nur gemeinfreie oder eindeutig lizenzierte Digitalisata, Faksimileausschnitte, Notationsbeispiele oder Abbildungen der Einbandinschrift sinnvoll. Da hier keine Bilder verlangt sind, bleibt die Seite text- und quellenorientiert.

Sekundärliteratur

  • Gerber, Rudolf; Finscher, Ludwig; Dömling, Wolfgang (Hg.): Der Mensuralkodex des Nikolaus Apel. MS. 1494 der Universitätsbibliothek Leipzig. Das Erbe deutscher Musik, Bände 32–34. Kassel u. a. 1956–1975.
  • Gerber, Rudolf: Die Hymnen des Apelschen Kodex. In: Schering-Festschrift. Leipzig 1937.
  • Kmetz, John: Music in the German Renaissance: Sources, Styles, and Contexts. Cambridge 1994. Wichtig für Quellen, Repertoire und Stilverhältnisse der deutschen Renaissance.
  • Lütolf, Max u. a. (Hg.): Geistliche Gesänge des deutschen Mittelalters. Melodien und Texte handschriftlicher Überlieferung bis um 1530. Kassel u. a. 2003. Relevant für deutsche geistliche Stücke und Choralbezüge.
  • Pensel, Franzjosef: Verzeichnis der deutschen mittelalterlichen Handschriften in der Universitätsbibliothek Leipzig. Berlin 1998. Wichtig für die kodikologische und deutschsprachige Beschreibung von Ms. 1494.
  • Riemann, Hugo: Der Mensural-Codex des Magister Nikolaus Apel von Königshofen. Codex MS. 1494 der Leipziger Universitätsbibliothek. In: Kirchenmusikalisches Jahrbuch 12, 1897, S. 1–23.
  • Strohm, Reinhard: The Rise of European Music 1380–1500. Cambridge 1993. Grundlegend für die europäische Polyphonie, in deren Quellenlandschaft der Apel-Codex steht.
  • The Census-Catalogue of Manuscript Sources of Polyphonic Music 1400–1550. Repertoire- und Quellenbeschreibung des Apel-Codex mit Gattungs- und Zuschreibungsangaben.
  • Wegman, Rob C.: Studien zur franko-flämischen und niederländischen Polyphonie des späten 15. Jahrhunderts; relevant für die Repertoireumgebung von Josquin, Obrecht, Agricola und Isaac.
  • Wolf, Johannes: Handbuch der Notationskunde. Leipzig 1913/1919. Grundlegend für ältere Notationsforschung und den Umgang mit Mensuralquellen.

Ausgewählte Onlinequellen

Weiterführende Einträge

  • Adam von Fulda Komponist und Musiktheoretiker, im Apel-Codex mit zahlreichen Hymnen und weiteren Stücken vertreten.
  • Alexander Agricola Franko-flämischer Komponist, dessen Repertoire und Zuschreibungsumfeld im Apel-Codex begegnen.
  • Nikolaus Apel von Königshofen Leipziger Gelehrter, Sammler von Musikhandschriften und Namensgeber des Apel-Codex.
  • Antoine Busnois Komponist der burgundisch-franko-flämischen Tradition, mit Zuschreibungsbezug im Apel-Codex.
  • Loyset Compère Franko-flämischer Komponist, dessen Repertoirehorizont im Apel-Codex sichtbar wird.
  • Heinrich Finck Deutscher Komponist um 1500, im Apel-Codex mit mehreren sicheren und fraglichen Zuschreibungen vertreten.
  • Franko-flämische Polyphonie Stil- und Repertoirefeld, das für Isaac, Josquin, Obrecht, Agricola, Compère und weitere Codex-Namen zentral ist.
  • Johannes Ghiselin Komponist der franko-flämischen Polyphonie, im Apel-Codex als Ghiselin beziehungsweise Verbonnet relevant.
  • Handschrift Grundbegriff für die Erforschung mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Musikquellen wie Ms. 1494.
  • Handschriftencensus Digitales Verzeichnis deutschsprachiger mittelalterlicher Handschriften, wichtig für die Beschreibung der deutschen Teile des Apel-Codex.
  • Heinrich Isaac Komponist der Maximilianischen Zeit, im Apel-Codex mit mehreren Stücken vertreten.
  • Paul Hofhaimer Organist und Komponist der Maximilianischen Zeit, wichtig für das Repertoireumfeld des Apel-Codex.
  • Hugo Riemann Musikwissenschaftler, der den Apel-Codex 1896 wiederentdeckte und 1897 erstmals beschrieb.
  • Hymnus Liturgische Gattung, die mit 47 Offiziumshymnen und vier Prozessionshymnen den Apel-Codex stark prägt.
  • Josquin des Prez Zentraler Komponist der Renaissance, im Apel-Codex mit Zuschreibungsbezug vertreten.
  • Leipzig Universitäts- und Bibliotheksort, in dem der Apel-Codex 1504 gebunden und später bewahrt wurde.
  • Liturgie Gottesdienstlicher Kontext der Messen, Hymnen, Psalmen, Responsorien und Motetten des Apel-Codex.
  • Mensuralnotation Notationssystem mehrstimmiger Musik, in dem der Hauptbestand des Apel-Codex notiert ist.
  • Messordinarium Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei; zentrale Formgruppe im liturgischen Repertoire des Codex.
  • Motette Geistliche mehrstimmige Gattung, die mit 46 Einträgen einen Hauptbestand des Apel-Codex bildet.
  • Musikhandschrift Überbegriff für handschriftliche Quellen musikalischer Überlieferung wie den Apel-Codex.
  • Jacob Obrecht Franko-flämischer Komponist, im Apel-Codex mit zwei Stücken beziehungsweise Zuschreibungen vertreten.
  • Conrad Paumann Blinder Organist und Komponist, dessen Name im Apel-Codex in unsicherem Zuschreibungsumfeld begegnet.
  • Polyphonie Mehrstimmigkeit, deren spätmittelalterliche und frühneuzeitliche Formen im Apel-Codex exemplarisch überliefert sind.
  • Hugo Riemann Alternative Lemmaform für den Musikwissenschaftler und Wiederentdecker des Apel-Codex.
  • RISM Internationales Quellenverzeichnis, wichtig für Handschriften, Drucke und Konkordanzen der Musiküberlieferung.
  • Ludwig Senfl Komponist der nachfolgenden Generation, wichtig für das weitere Umfeld deutscher und habsburgischer Mehrstimmigkeit.
  • Universitätsbibliothek Leipzig Aufbewahrungsort des Apel-Codex und bedeutende Sammlung mittelalterlicher Handschriften.
  • Johannes Weerbecke Komponist der franko-flämischen Polyphonie, im Apel-Codex mit zwei Stücken vertreten.