Andrea Antico

Andrea Antico da Montona · Anticho · Antigo · Antiquo · Antiquus · * um 1480 in Montona, heute Motovun, Istrien · † nach 1539, wahrscheinlich in Venedig · Drucker, Komponist und Herausgeber

Überblick

Andrea Antico, gewöhnlich auch Andrea Antico da Montona genannt, war einer der wichtigsten Musikdrucker, Herausgeber, Holzschneider, Intabulator und gelegentlichen Komponisten der frühen Renaissance. Er stammte aus Montona, dem heutigen Motovun in Istrien, und wirkte vor allem in Rom und Venedig. Seine kulturgeschichtliche Bedeutung liegt weniger in einem umfangreichen kompositorischen Œuvre als in seiner Rolle als technisch versierter, verlegerisch wagemutiger und repertoireprägender Produzent früher Musikdrucke.

Antico steht unmittelbar neben Ottaviano Petrucci, dem berühmtesten Musikdrucker der Frühzeit. Während Petrucci für die hochpräzise Mehrfachimpression mit beweglichen Typen steht, arbeitete Antico vor allem mit Holzschnitt beziehungsweise Xylographie. Er schnitt ganze Seiten mit Noten, Linien, Text und Ornament in Holzblöcke und druckte sie als zusammenhängende Einheit. Dieses Verfahren war arbeitsintensiv, aber flexibel und erlaubte ihm, in Rom und Venedig eine eigene verlegerische Stellung aufzubauen.

Besonders wichtig sind zwei römische Publikationen. Der Liber quindecim missarum von 1516 gilt als erster großer römischer Musikdruck geistlicher Mehrstimmigkeit und enthält Messen führender franko-flämischer und französischer Meister. Die Frottole intabulate da sonare organi, libro primo von 1517 gehören zu den frühesten, in Italien sogar zu den ersten gedruckten Sammlungen für ein Tasteninstrument. Damit steht Antico am Beginn einer gedruckten Überlieferung, in der vokale Frottole in instrumentale Intavolierungen für Orgel, Cembalo oder verwandte Tasteninstrumente übertragen wurden.

Als Herausgeber und Drucker war Antico ein Vermittler von Repertoire. Seine Drucke bewahren Werke von Josquin Desprez, Jean Mouton, Pierre de La Rue, Antoine Brumel, Bartolomeo Tromboncino, Marchetto Cara, Adrian Willaert und vielen weiteren Komponisten. Dadurch gehört Antico nicht nur zur Geschichte des Druckgewerbes, sondern auch zur Geschichte der musikalischen Kanonbildung, der Repertoireverbreitung, des frühen Notenmarktes und der instrumentalen Bearbeitungspraxis.

Kurzdaten

Name Andrea Antico.
Weitere Namensformen Andrea Antico da Montona, Anticho, Antigo, Antiquo, Antiquus, Andreas Antiquus, Andrea Antiquo, Andrea Antigo, Andrea Anticho, De Antiquis, De Antiquis Venetus, A. de Antiquis, Andrija Motovunjanin.
Geburt Um 1480 in Montona, heute Motovun in Istrien; ältere Forschung setzt den Zeitraum teils zwischen etwa 1470 und 1480 an.
Tod Nach 1539; der genaue Todesort ist nicht sicher belegt, wahrscheinlich kommt Venedig oder ein venezianischer Wirkungszusammenhang in Betracht.
Beruf Musikdrucker, Herausgeber, Verleger, Holzschneider, Intabulator, Komponist und vermutlich Kleriker der Diözese Parenzo.
Wirkungsorte Rom von etwa 1510 bis 1518, Venedig um 1520–1521 und wahrscheinlich erneut zwischen 1533 und 1539.
Drucktechnik Vor allem Holzschnitt beziehungsweise Xylographie, bei der ganze Musikseiten mit Noten, Linien, Text und Schmuck in Holzblöcke geschnitten wurden.
Wichtige Privilegien Päpstliche Druckprivilegien unter Leo X., insbesondere für figuralen Musikdruck und für Orgelintavolierungen.
Zentrale Drucke Canzoni nove 1510, Liber quindecim missarum 1516, Frottole intabulate da sonare organi 1517, mehrere Frottola-, Motetten-, Chanson-, Madrigal- und Messdrucke zwischen 1517 und 1539.
Kompositorisches Profil Ein kleiner Bestand eigener Frottole ist gesichert oder wahrscheinlich; viele Zuschreibungen an A. de Antiquis bleiben quellenkritisch zu behandeln.
Kulturgeschichtliche Bedeutung Antico war einer der wichtigsten frühen Musikdrucker Italiens, der erste bedeutende römische Musikdrucker geistlicher Mehrstimmigkeit und ein Hauptvermittler von Frottola, Motette, Messe, Chanson, Madrigal und Tastenintavolierung.
Datei antico-andrea.shtml.

Namensformen, Herkunft und Quellenlage

Die Namensüberlieferung Anticos ist vielfältig. Neben der heute üblichen Form Andrea Antico begegnen Andrea Antico da Montona, Anticho, Antigo, Antiquo, Antiquus und lateinische beziehungsweise italianisierte Formen wie Andreas Antiquus oder De Antiquis. Die kroatische Forschung verwendet zudem die Form Andrija Motovunjanin. Diese Varianten sind nicht bloße orthographische Unschärfen, sondern verweisen auf die Mehrsprachigkeit des istrisch-venezianischen Raumes und auf die unterschiedlichen Kontexte, in denen Antico als Drucker, Kleriker, Herausgeber oder Komponist genannt wurde.

Der Herkunftszusatz da Montona verweist auf Montona in Istrien, heute Motovun. Der Ort gehörte im späten 15. und frühen 16. Jahrhundert zum venezianischen Herrschafts- und Kulturraum. Damit ist Antico als istrisch-venezianische Figur zu verstehen. Seine Herkunft ist weder rein lokal noch einfach national im modernen Sinn zu bestimmen. Er steht in einem adriatischen Kommunikationsraum, in dem italienische, kroatische, lateinische, venezianische und kirchliche Traditionen ineinandergriffen.

Die biographische Quellenlage bleibt begrenzt. Sicherer greifbar ist Antico vor allem dort, wo er in Privilegien, Widmungen, Kolophonen, Titelblättern und Druckvermerken erscheint. Die Angaben zu Geburt, früher Tätigkeit, Ausbildung, kirchlichem Status und Tod bleiben dagegen unsicherer. Besonders wichtig ist die Bezeichnung als Kleriker der Diözese Parenzo beziehungsweise Poreč. Ob er tatsächlich Priester war, welchem Orden er angehörte oder ob die Bezeichnung vor allem rechtlich-privilegial zu verstehen ist, lässt sich nicht abschließend bestimmen.

Für die Darstellung im Kulturlexikon ist deshalb eine doppelte Perspektive nötig. Als Person bleibt Antico teilweise unklar; als Produzent von Musikdrucken ist er außerordentlich gut greifbar. Seine Drucke sind die eigentlichen biographischen Spuren. Sie zeigen, wo er wirkte, mit wem er kooperierte, welche Rechte er erhielt, welche Repertoires er auswählte und welche ästhetische Vorstellung von Musikdruck er vertrat.

Leben und Wirkungsorte

Andrea Antico wurde um 1480 in Montona geboren. Über seine Jugend ist nichts Sicheres bekannt. Wahrscheinlich erhielt er eine Ausbildung, die musikalische, kirchliche und graphische Fertigkeiten verband. Seine spätere Fähigkeit, Musikseiten in Holz zu schneiden, setzt eine außergewöhnliche Verbindung von Notenkenntnis, handwerklicher Präzision und verlegerischem Verständnis voraus. Antico war nicht nur Unternehmer; er musste musikalische Strukturen lesen, ordnen und in eine druckfähige Form übersetzen können.

Um 1509 oder 1510 ist er in Rom greifbar. Dort veröffentlichte er Canzoni nove con alcune scelte de varii libri di canto, eine Sammlung weltlicher italienischer Mehrstimmigkeit. Diese frühe römische Veröffentlichung zeigt bereits sein Programm: Er wollte populäres, verbreitungsfähiges Repertoire in gedruckter Form zugänglich machen und zugleich dem römischen Markt eine eigene Musikdruckkultur geben. Rom war zwar geistliches Zentrum der Christenheit, aber im frühen Musikdruck gegenüber Venedig noch nicht führend. Antico trug dazu bei, diese Situation zu verändern.

Ein entscheidender Schritt war die Erlangung päpstlicher Privilegien unter Leo X. Antico erhielt Rechte für den Druck figuraler Musik und später für Orgelintavolierungen. Diese Privilegien waren ökonomisch und symbolisch wichtig. Sie schützten Investitionen, stärkten seine Position gegenüber Konkurrenten und zeigten, dass Musikdruck als kulturell und kirchlich bedeutsames Unternehmen anerkannt wurde. Besonders das Orgelintavolierungsprivileg ist wichtig, weil es unmittelbar in die Publikation der Frottole intabulate da sonare organi mündete.

1516 erschien in Rom der Liber quindecim missarum. Dieser großformatige Druck mit fünfzehn Messen führender Meister war ein verlegerisches Prestigeprojekt. Er richtete sich nicht nur an einen Markt kleiner, handlicher Musikbücher, sondern an eine repräsentative kirchliche und höfische Öffentlichkeit. Der Druck zeigt Antico auf dem Höhepunkt seiner römischen Ambition: Er verband technische Leistung, päpstliche Widmung, kunstvollen Holzschnitt, sakrale Mehrstimmigkeit und internationale Repertoireauswahl.

1517 folgten die Frottole intabulate da sonare organi. Die Sammlung übertrug bekannte vokale Frottolen in Tastenintavolierungen. Sie ist für die Geschichte der Tastenmusik besonders bedeutsam, weil sie zu den frühesten gedruckten Tastenrepertoires gehört. Der Begriff organi ist dabei nicht auf die Kirchenorgel im engen modernen Sinn festzulegen, sondern kann allgemein auf Tasteninstrumente verweisen.

Nach der römischen Phase verlagerte Antico seine Tätigkeit nach Venedig. Um 1520/21 arbeitete er dort mit Luca Antonio Giunta, Andrea Torresano und anderen Druckern zusammen. Diese venezianische Phase brachte Motetten-, Mess- und Chansondrucke hervor, darunter Sammlungen, die französisches und franko-flämisches Repertoire verbreiteten. Nach einer Lücke in der dokumentierten Tätigkeit erscheint Antico in den 1530er Jahren erneut in venezianischen Zusammenhängen, insbesondere im Umfeld von Ottaviano Scotto und späteren Motetten-, Chanson- und Madrigaldrucken. Nach 1539 verliert sich seine Spur.

Kulturüberblick

Anticos Bedeutung liegt in der Frühgeschichte des gedruckten Notenbuches. Der Übergang von der handschriftlichen Musiküberlieferung zum Musikdruck veränderte nicht nur die Verbreitung von Musik, sondern auch ihre Auswahl, Gestalt, Benutzbarkeit und Autorität. Was gedruckt wurde, gewann eine neue Stabilität. Drucke konnten überregional zirkulieren, Repertoire standardisieren und Musikern den Zugang zu Werken erleichtern, die zuvor nur in Handschriften oder lokalen Abschriften verfügbar waren.

Rom und Venedig bildeten dabei unterschiedliche kulturelle Räume. Rom bot die Nähe zum Papsthof, zu kirchlicher Repräsentation, zu internationalen Kapellen und zu humanistisch-künstlerischen Milieus. Venedig war das große europäische Zentrum des Buchdrucks und ein kommerzieller Umschlagplatz für Musik, Papier, Typen, Kupfer, Holzschnitt, Buchhandel und internationale Repertoireströme. Antico bewegte sich zwischen beiden Städten und machte sich deren verschiedene Möglichkeiten zunutze.

Seine Drucke zeigen die Vielfalt musikalischer Nachfrage um 1500. Die Frottola war ein städtisch-höfisches, italienisches und relativ leicht konsumierbares Repertoire. Messen und Motetten bedienten kirchliche Institutionen und professionelle Kapellen. Chansons und französische Motetten erschlossen internationale Repertoires. Madrigaldrucke verweisen auf den Übergang zur neuen italienischen weltlichen Vokalkunst des 16. Jahrhunderts. Antico war daher kein Spezialist für eine einzige Gattung, sondern ein Vermittler zwischen Märkten, Funktionen und Stilen.

Kulturgeschichtlich besonders wichtig ist Anticos Stellung zwischen Druck und Aufführung. Seine Bücher waren nicht nur Sammlerobjekte. Sie wurden gesungen, gespielt, intabuliert, im Unterricht verwendet, in Kapellen benutzt und von anderen Druckern nachgeahmt. Der Druck erzeugte neue Formen musikalischer Praxis: Musiker konnten Repertoire auswählen, vergleichen, übertragen, intabulieren und erneut veröffentlichen. Antico steht damit an einer Schwelle, an der Musik nicht mehr nur durch Sänger, Schreiber und Kapellen, sondern auch durch Drucker, Verleger, Privilegien und Märkte geformt wurde.

Gleichzeitig ist Antico ein Beispiel für die adriatische Dimension der Renaissancekultur. Seine Herkunft aus Istrien, seine Tätigkeit in Rom und Venedig, seine Kooperationen mit italienischen Druckern und seine Rezeption in kroatischer, italienischer und internationaler Forschung zeigen, dass die Musikgeschichte der Renaissance nicht auf einzelne Nationalgeschichten reduziert werden kann. Antico ist venezianisch, istrisch, römisch, italienisch, kroatisch rezipiert und europäisch wirksam.

Drucktechnik, Holzschnitt und Privilegien

Anticos charakteristische Technik war der Musikdruck von Holzblöcken. Während der bewegliche Notendruck einzelne Typen, Linien und Textbestandteile zusammensetzen konnte, schnitt Antico ganze Seiten in Holz. Dieses Verfahren verlangte hohe handwerkliche Präzision. Fehler konnten nicht einfach durch Austausch einer Type korrigiert werden, sondern betrafen den Block als Ganzes. Zugleich bot der Holzschnitt gestalterische Freiheit: Titelblätter, Initialen, Figuren, Notenlinien, Text und dekorative Elemente konnten als einheitliche graphische Seite erscheinen.

Die Vorteile des Verfahrens lagen in der Einheitlichkeit der Seite und in der Möglichkeit, Noten, Text und graphische Ausstattung zusammenzuführen. Der Nachteil lag in der aufwendigen Vorbereitung. Jeder Holzblock musste sorgfältig geschnitten werden. Antico betonte selbst die Mühe dieser Arbeit, besonders im Zusammenhang des Liber quindecim missarum. Solche Selbstaussagen sind Teil der frühen Druckkultur: Der Drucker präsentiert nicht nur das Werk, sondern auch die Leistung seiner Technik.

Die päpstlichen Privilegien waren für Antico entscheidend. Sie erlaubten ihm, in einem Feld zu arbeiten, in dem Konkurrenz, Nachdruck und Investitionsrisiko hoch waren. Musikdruck erforderte Papier, Schnitt, Satz, Korrektur, Vertrieb und rechtliche Absicherung. Privilegien schützten das Unternehmen für eine bestimmte Zeit und verliehen ihm Autorität. Dass Antico für Orgelintavolierungen ein besonderes Privileg erhielt, zeigt die Neuheit und den ökonomischen Wert dieses Repertoires.

Anticos Drucktechnik war nicht einfach rückständig gegenüber Petruccis Typendruck. Beide Verfahren hatten verschiedene ästhetische und ökonomische Profile. Petrucci erreichte große Eleganz und Präzision durch Mehrfachdruck; Antico erreichte eine graphisch geschlossene Seite durch Holzschnitt. Für die Kulturgeschichte ist gerade diese Konkurrenz wichtig: Der frühe Musikdruck war kein linearer technischer Fortschritt, sondern ein Feld verschiedener Lösungen.

Antico und Ottaviano Petrucci

Anticos Name wird fast immer neben demjenigen Ottaviano Petruccis genannt. Petrucci hatte ab 1501 mit dem Harmonice musices odhecaton und späteren Mess-, Motetten-, Frottola- und Lautendrucken Maßstäbe gesetzt. Antico trat in ein Feld ein, das Petrucci bereits als prestigeträchtig und profitabel ausgewiesen hatte. Dennoch war Antico kein bloßer Nachahmer. Er entwickelte eine andere technische Lösung und suchte eigene Repertoirebereiche.

Die Konkurrenz betraf besonders Privilegien und Märkte. Petrucci hatte Rechte für Musikdruck und für Intavolierungen beansprucht, nutzte aber bestimmte Möglichkeiten nicht in gleicher Weise aus. Antico erhielt seinerseits päpstliche Privilegien und publizierte tatsächlich die Orgelintavolierungen, die im frühen Druckwesen ein neuartiges Repertoire darstellten. Dadurch wurde er zum konkreten Konkurrenten Petruccis, nicht nur zum technischen Gegenmodell.

In der Forschung wird Antico deshalb häufig als „Rivale Petruccis“ beschrieben. Diese Formel ist hilfreich, aber verkürzt. Sie darf nicht überdecken, dass beide Drucker in unterschiedlichen städtischen, rechtlichen und technischen Zusammenhängen arbeiteten. Petrucci steht für den venezianisch-fossombronesischen Typendruck; Antico steht für den römischen und venezianischen Holzschnitt-Musikdruck mit starken Verbindungen zu päpstlicher Förderung und zu späteren Druckerfamilien wie Giunta, Torresani, Dorico und Scotto.

Gerade die Rivalität macht sichtbar, dass Musikdruck um 1500 ein kulturelles Machtfeld war. Wer Musik druckte, entschied mit, welches Repertoire verfügbar wurde, welche Komponisten überregional bekannt blieben und welche Gattungen in festen Text- und Notenformen zirkulierten. Antico trug dazu bei, die Frottola, die Messe, die Motette, die Chanson und die frühe Tastenintavolierung in Druckform zu stabilisieren.

Frottola, Intavolierung und Tastenmusik

Die Frottola war um 1500 eine zentrale italienische weltliche Liedgattung. Sie war strophisch, textnah, häufig homophon und für höfische, städtische und häusliche Musizierpraxis geeignet. Antico erkannte den verlegerischen Wert dieses Repertoires. Seine frühen Drucke sammeln Canzoni, Sonetti, Strambotti und Frottole und stehen damit in einer Linie mit Petruccis Frottola-Drucken.

Die Frottole intabulate da sonare organi von 1517 sind besonders bedeutend, weil sie vokale Modelle in Tastenmusik überführen. Damit wird die Frottola nicht mehr nur gesungen, sondern gespielt. Die Intavolierung bewahrt einerseits die Struktur der vokalen Vorlage, fügt andererseits instrumentale Verzierungen, Läufe und idiomatische Wendungen hinzu. Der Spieler soll offenbar bekannte Texte und Melodien mitdenken, auch wenn der Text im Tastenarrangement nicht unmittelbar erklingt.

Die Sammlung ist für die Geschichte der Orgel- und Cembalomusik wichtig. Sie zeigt, dass frühe Tastenmusik nicht nur aus liturgischen Versetten, Praeambeln oder abstrakten kontrapunktischen Formen bestand, sondern auch aus Bearbeitungen populärer Vokalmusik. Antico steht damit am Beginn einer langen Praxis, in der Lieder, Chansons, Madrigale und Motetten für Tasteninstrumente eingerichtet wurden.

Auch seine Lautenintavolierungen beziehungsweise Drucke für Gesang und Laute sind wichtig. Die 1520er Frottola-Drucke zeigen Antico als Intabulator für ein weiteres Instrument. Damit verbindet sich der Druck mit der häuslichen und höfischen Musizierpraxis: Stimme, Laute und Tasteninstrument treten als Träger desselben Repertoires auf.

Druck-, Editions- und Werkverzeichnis

Das folgende Verzeichnis fasst die nach den zugänglichen Quellen greifbaren Hauptdrucke, Editionen, Intavolierungen und kompositorischen Zuschreibungen Andrea Anticos zusammen. Bei Antico ist „Werkverzeichnis“ in erster Linie als Druck- und Editionsverzeichnis zu verstehen. Er war vor allem Musikdrucker, Herausgeber und Intabulator; sein eigener kompositorischer Bestand ist klein und quellenkritisch unsicherer als seine verlegerische Produktion.

Römische Hauptdrucke und frühe Frottola-Sammlungen

Canzoni nove con alcune scelte de varii libri di canto Rom, Andrea Antico, 1510. Sammlung mit 42 italienischen Stücken für vier Stimmen, darunter Canzonen, Madrigale und verwandte weltliche Gattungen. Der Druck gehört zu den frühesten römischen Musikdrucken und markiert Anticos Eintritt in den italienischen Musikdruckmarkt.
Liber quindecim missarum electarum quae per excellentissimos musicos compositae fuerunt Rom, Andrea Antico, 1516. Großformatiger Druck mit fünfzehn Messen von Josquin Desprez, Antoine Brumel, Antoine de Févin, Pierre de La Rue, Jean Mouton, Matthaeus Pipelare, Pietro Roselli und weiteren Meistern. Der Druck ist ein zentrales Prestigeprojekt Anticos und einer der wichtigsten frühen römischen Drucke geistlicher Mehrstimmigkeit.
Frottole intabulate da sonare organi, libro primo Rom, Andrea Antico, 1517. Sammlung von 26 beziehungsweise nach anderer Zählung 29 Tastenintavolierungen vokaler Frottolen. Das Werk gehört zu den frühesten gedruckten Tastenrepertoires in Italien und ist für die Geschichte von Orgel, Cembalo und Intavolierung grundlegend.
Canzoni, sonetti, strambotti et frottole, libro tertio Rom, 1517 beziehungsweise in einer später greifbaren Fassung 1518. Sammlung mit 40 italienischen Liedern, überwiegend vierstimmig, mit einzelnen dreistimmigen Nummern. Der Druck enthält auch Stücke, die für die Frage nach Anticos eigener kompositorischer Tätigkeit wichtig sind.
Canzoni, sonetti, strambotti e frottole, libro quarto Rom, 1517. Frottola- und Liedsammlung, die in der älteren Literatur als wichtiger Bestandteil von Anticos römischem Frottola-Unternehmen erscheint. Der Druck zeigt seine anhaltende Konkurrenz zu Petruccis früheren Frottola-Büchern.

Venezianische Drucke um 1520 und 1521

Frottole de misser Bartolomio Tromboncino et de misser Marchetto Cara per cantar et sonar col lauto Venedig, 1520. Druck mit Frottolen von Bartolomeo Tromboncino und Marchetto Cara für Gesang und Laute. Antico erscheint hier als Vermittler und Intabulator eines höfisch besonders erfolgreichen Repertoires.
Motetti novi e chanzoni franciose a quatro sopra doi Venedig, Andrea Antico, 1520. Sammlung mit 32 Stücken, darunter Motetten und französische Chansons. Der Druck zeigt Anticos venezianische Ausweitung auf französisches und lateinisches Repertoire.
Motetti novi, libro secondo 1520. Sammlung mit 16 vierstimmigen Motetten von Andreas de Silva, Petit Jean de Latre, Costanzo Festa, Jean Lhéritier, Pierre Moulu, Philippe Basiron, Jean Mouton, Antoine Brumel, Jacotin, Josquin Desprez, Jean Richafort und weiteren Komponisten.
Missarum liber primus Venedig, Andrea Antico, 1521. Messdruck mit zwei vierstimmigen Messen, darunter Jean Moutons Missa Tua est potentia und eine Messe, die in der Überlieferung Costanzo Festa beziehungsweise Andreas de Silva zugeordnet wird.
Missarum liber secundus Venedig, 1521. Zweiter Messdruck im Zusammenhang der venezianischen Antico-Produktion. Er gehört zu der Gruppe von Messbüchern, mit denen Antico die großformatige sakrale Repertoirepflege in Venedig fortführte.
Motetti, libro primo Venedig, 1521. Motettensammlung für vier beziehungsweise teils fünf Stimmen. Sie steht im Zusammenhang der gedruckten Motettenbücher, durch die Antico franko-flämisches und französisches Repertoire verbreitete.
Motetti, libro secondo Venedig, 1521. Weitere Motettensammlung aus Anticos venezianischer Phase. Der Druck gehört zu denjenigen Publikationen, die geistliche Mehrstimmigkeit in handlichen Stimmbüchern verfügbar machten.
Motetti, libro quarto Venedig, Andrea Antico, 1521. Sammlung mit 15 Motetten, darunter Werke von Josquin Desprez, Jean Mouton, Jean de La Fage, Costanzo Festa und weiteren Komponisten. Der Druck belegt Anticos Bedeutung als Herausgeber internationaler Motettenrepertoires.
Motetti et carmina gallica Wahrscheinlich Rom oder venezianischer Zusammenhang, um 1521. Sammlung mit 21 Motetten und vier Chansons in lateinischer und französischer Sprache. Das Werk zeigt die Repertoiremischung von geistlicher Motette und französischer weltlicher Vokalform.

Spätere venezianische Druck- und Herausgeberzusammenhänge

La couronne et fleur des chansons a troys Venedig, 1536. Chansondruck, dessen Kolophon Anticos Tätigkeit als Holzschneider beziehungsweise Hersteller des Druckmaterials belegt. Der Druck ist für seine späte Rolle als Vermittler französischer Chansonkunst wichtig.
Delli madrigali a tre voci Venedig, 1537, im Umfeld von Ottaviano Scotto. Sammlung dreistimmiger Madrigale, die in der älteren Literatur als spätes Beispiel von Anticos Tätigkeit als Musikschneider beziehungsweise Druckmitarbeiter genannt wird.
Adrian Willaert: Motetti, libro secondo Venedig, 1539, im Scotto-Zusammenhang auf Anticos Veranlassung beziehungsweise ad instantiam A. Antiqui. Der Druck gehört zu den letzten greifbaren Nachrichten über Anticos Tätigkeit und verbindet ihn mit dem führenden venezianischen Komponisten Adrian Willaert.

Kompositorische und intabulatorische Arbeiten

Voi che ascoltate Sonett beziehungsweise weltliches Vokalstück, in Canzoni nove von 1510 als Antico zugeschrieben. Es gehört zu den wenigen namentlich klar greifbaren eigenen Kompositionen.
Zwei Frottole in Canzoni, sonetti, strambotti et frottole, libro tertio In der Forschung werden zwei in diesem Druck enthaltene Frottole als sicher Antico zugeschrieben. Sie bilden zusammen mit Voi che ascoltate den zuverlässigsten Kern seines kompositorischen Bestands.
Frottole mit der Zuschreibung A. de Antiquis beziehungsweise De Antiquis Venetus Eine Gruppe von etwa vierzehn oder fünfzehn Frottolen in Petrucci-Drucken und verwandten Zusammenhängen wird mit A. de Antiquis verbunden. Ob alle diese Stücke Andrea Antico zuzuschreiben sind, ist nicht sicher; die Forschung behandelt den Bestand vorsichtig und uneinheitlich.
Frottole intabulate da sonare organi Die Sammlung ist nicht als Sammlung eigener Kompositionen Anticos zu verstehen, sondern als Tastenintavolierung bekannter vokaler Frottolen. Anticos Leistung liegt hier vor allem in Auswahl, Bearbeitung, Intavolierung und Druck.
Frottole für Gesang und Laute nach Tromboncino und Cara Die 1520er Sammlung zeigt Antico als Bearbeiter und Vermittler. Die kompositorischen Modelle stammen vor allem von Bartolomeo Tromboncino und Marchetto Cara; Anticos Anteil liegt in der intabulatorischen und verlegerischen Gestalt.

Zusammenfassung nach Gattungen

Frottola und italienisches Lied Antico druckte mehrere Sammlungen von Canzoni, Sonetti, Strambotti und Frottole. Dieser Bereich bildet den Beginn seiner römischen Tätigkeit und verbindet ihn mit dem höfisch-städtischen Liedrepertoire der Zeit um 1500.
Messe Mit dem Liber quindecim missarum und den venezianischen Messbüchern erschloss Antico großformatige sakrale Mehrstimmigkeit für den Druck.
Motette Die Motettenbücher um 1520/21 und der Willaert-Druck von 1539 zeigen Antico als wichtigen Vermittler franko-flämischer, französischer und venezianischer geistlicher Vokalmusik.
Chanson Französische Chanson-Repertoires erscheinen in gemischten Motetten- und Chanson-Drucken sowie in späteren Sammlungen wie La couronne et fleur des chansons a troys.
Madrigal Spätere venezianische Druckzusammenhänge verbinden Antico mit frühen Madrigaldrucken, insbesondere im Scotto-Umfeld.
Tastenintavolierung Die Frottole intabulate da sonare organi sind Anticos wichtigster Beitrag zur frühen gedruckten Tastenmusik.
Lautenintavolierung Die Frottola-Drucke für Gesang und Laute zeigen Anticos Bedeutung für die Übertragung vokaler Musik in instrumentale und gemischt vokal-instrumentale Praxis.

Eigene Kompositionen und Zuschreibungen

Antico war zwar Komponist, doch seine Eigenkompositionen stehen im Schatten seiner Tätigkeit als Drucker. Die sicher greifbaren Stücke sind wenige Frottole beziehungsweise ein Sonett. Stilistisch gehören sie zur leichten, homophonen, textnahen Frottola-Praxis. Sie sind weder mit den ambitionierten Mess- und Motettenrepertoires seiner Drucke noch mit der späteren Madrigalkunst gleichzusetzen.

Die Zuschreibungen an A. de Antiquis sind ein eigenes Problem. Der Name kann auf Andrea Antico verweisen, muss aber nicht in jedem Fall eindeutig sein. Ältere und neuere Forschung beurteilt diesen Bestand unterschiedlich. Deshalb wird im vorliegenden Eintrag zwischen sicherer Eigenkomposition, wahrscheinlicher beziehungsweise traditioneller Zuschreibung und Anticos Tätigkeit als Intabulator unterschieden.

Diese Trennung ist kulturgeschichtlich wichtig. Anticos Rang beruht nicht darauf, dass er ein großer Komponist im Sinne Josquins oder Willaerts gewesen wäre. Sein Rang beruht darauf, dass er Musik auswählte, ordnete, technisch vervielfältigte, in neue Formate brachte und dadurch verbreitete. Die Druckgeschichte macht ihn bedeutender als das kleine eigene Œuvre.

Überlieferung und editorische Hinweise

Die Überlieferung von Anticos Arbeit liegt vor allem in gedruckten Exemplaren, RISM-Nachweisen, Bibliotheksbeständen, Digitalisaten und modernen Editionen. Bei den frühen Drucken sind Titelvarianten, beschädigte Exemplare, unvollständige Stimmbücher, unsichere Druckorte und kolophonabhängige Datierungen zu beachten. Besonders bei einigen Drucken um 1520/21 ist zu unterscheiden, ob Antico als Drucker, Herausgeber, Holzschneider, Mitverleger, Mitarbeiter oder nur als indirekt beteiligte Person erscheint.

Für die Frottole intabulate ist die editorische Situation besonders interessant. Moderne Ausgaben müssen entscheiden, wie die Tastenintavolierung zu übertragen ist, welche vokalen Vorlagen zugrunde liegen, wie Verzierungen, Mensur, Taktgliederung und implizite Textakzente zu behandeln sind. Da der Text in der instrumentalen Fassung nicht direkt erscheint, muss die Aufführungspraxis aus den bekannten vokalen Modellen und den Konventionen der Frottola erschlossen werden.

Bei den eigenen Kompositionen Anticos ist quellenkritische Zurückhaltung nötig. Die sichere Zuschreibung umfasst nur einen kleinen Kern; weitere Stücke mit A. de Antiquis können mit ihm verbunden sein, müssen aber einzeln geprüft werden. Für eine Website sollte daher nicht der Eindruck eines feststehenden umfangreichen Antico-Kompositionskatalogs entstehen. Exakter ist die Formulierung, dass Antico vor allem als Drucker, Herausgeber und Intabulator wirkte und nur in kleinem Umfang als Komponist nachweisbar ist.

Anticos Drucke sind zugleich materielle Kunstwerke. Titelblätter, Holzschnitte, Druckermarken, Kolophone, Widmungen und Layoutentscheidungen gehören zum Quellenwert. Wer nur den Notentext betrachtet, übersieht einen wesentlichen Teil seiner Leistung. Gerade bei Antico ist das gedruckte Objekt selbst ein kulturgeschichtliches Dokument.

Sekundärliteratur

  • Aigrain, Augustin: La musique religieuse. Angers 1929.
  • Ambros, August Wilhelm: Geschichte der Musik. Band 3. Leipzig 1891.
  • Baldassari, Maria Luisa (Hrsg.): Andrea Antico: Frottole intabulate da sonare organi, libro primo. Roma 1517. Ut Orpheus Edizioni, Bologna 2016.
  • Boorman, Stanley: Studien zu Ottaviano Petrucci, Andrea Antico und zur Frühgeschichte des Musikdrucks.
  • Disertori, Benvenuto: Einführung zur kritischen Edition der Petrucci-Frottolen und zur frühen Frottola-Überlieferung.
  • Einstein, Alfred: Canzoni, sonetti, strambotti et frottole, libro tertio. Smith College Music Archives, Nr. 4. Northampton, Massachusetts 1941.
  • Einstein, Alfred: The Italian Madrigal. Princeton 1949.
  • Falcone, Fabio Antonio: On the Performance Practice of Andrea Antico’s Frottole intabulate da sonare organi, libro primo (Rome, 1517). Wien 2024.
  • Garbelotto, Antonio: Antico, Andrea. In: Dizionario Biografico degli Italiani. Band 3. Rom 1961.
  • Hogwood, Christopher: Frottole intabulate da sonare organi, Andrea Antico 1517. Tokio 1984.
  • Jeppesen, Knud: Die italienische Orgelmusik am Anfang des Cinquecento. Kopenhagen 1943.
  • Luisi, Francesco: Il secondo libro di frottole di A. Antico. Rom 1975–1976.
  • Luisi, Francesco: Frottole di B. Tromboncino e M. Cara per cantar et sonar col lauto. Rom 1987.
  • Picker, Martin (Hrsg.): The Motet Books of Andrea Antico. Monuments of Renaissance Music, Band 8. Chicago und London 1987.
  • Poole, H. Edmund; Krummel, Donald W.: Beiträge zur Geschichte des Musikdrucks und Musikverlags in den Grove-Nachschlagewerken.
  • Radole, Giuseppe: Anticove frottole. In: Istra, 1993.
  • Reese, Gustave: Music in the Renaissance. New York 1954.
  • Sartori, Claudio: Dizionario degli editori musicali italiani. Tipografi, incisori, librai-editori. Florenz 1958.
  • Sartori, Claudio: Bibliografia della musica strumentale italiana stampata in Italia fino al 1700. Florenz 1952.
  • Spehar, W. E.: Andrea Antico or Andrija Motovunjanin? An Unsettled Question of Identity in Sixteenth-Century Venetian Music Publishing. In: Journal of Croatian Studies, 1990.
  • Stipčević, Ennio: Hrvatska glazba. Povijest hrvatske glazbe do 20. stoljeća. Zagreb 1997.
  • Tomasin, P.; Piber, G.: A. A. chierico di Montona nell’Istria. Primo calcografo musicale. Triest 1880.
  • Zenatti, Albino: Studien zu Andrea Antico da Montona in den historischen Zeitschriften für Triest, Istrien und das Trentino.
  • Županović, Lovro (Hrsg.): Sedamnaest frottola Andrije Motovunjanina. Zagreb 1972.

Ausgewählte Onlinequellen

Weiterführende Einträge

  • Adrian Willaert Komponist, dessen Motetten 1539 im späten Antico- beziehungsweise Scotto-Zusammenhang erschienen.
  • Barockdruck und Renaissance-Druck Übergreifender Kontext der gedruckten Musiküberlieferung vor und nach Antico.
  • Antoine Brumel Komponist, dessen Messen im Liber quindecim missarum von 1516 vertreten sind.
  • Marchetto Cara Frottola-Komponist, dessen Werke Antico druckte und für Gesang und Laute vermittelte.
  • Chanson Französische Liedgattung, die in Anticos späteren Drucken und gemischten Motetten-Chanson-Sammlungen erscheint.
  • Frottola Italienische Liedgattung, die am Beginn von Anticos Druck- und Kompositionstätigkeit steht.
  • Luca Antonio Giunta Venezianischer Drucker und Verleger, mit dem Antico in seiner venezianischen Phase zusammenarbeitete.
  • Holzschnitt Graphische Technik, auf der Anticos Musikdruck im Unterschied zu Petruccis Typendruck wesentlich beruhte.
  • Intavolierung Übertragung vokaler Musik in instrumentale Tabulatur, besonders wichtig für Anticos Frottola-Drucke.
  • Josquin Desprez Komponist, dessen Messen im Liber quindecim missarum und dessen Werke in der Druckkultur um Antico eine zentrale Rolle spielen.
  • Pierre de La Rue Franko-flämischer Komponist, dessen Messen Antico in seinem römischen Großdruck von 1516 verbreitete.
  • Laute Instrument, für das Antico Frottolen von Tromboncino und Cara in druckfähiger Form vermittelte.
  • Madrigal Italienische Vokalgattung, die in Anticos späteren venezianischen Druckzusammenhängen wichtig wird.
  • Motette Geistliche Vokalgattung, die Antico in mehreren Motettenbüchern druckte und verbreitete.
  • Motovun Heutiger Name von Montona in Istrien, dem Herkunftsort Andrea Anticos.
  • Jean Mouton Komponist, dessen Messen und Motetten in Anticos Druckrepertoire vertreten sind.
  • Musikdruck Technik- und kulturgeschichtlicher Hauptbereich, in dem Antico seine größte Bedeutung besitzt.
  • Ottaviano Scotto Venezianischer Drucker und Verleger, in dessen Umfeld Antico in den 1530er Jahren erneut greifbar wird.
  • Leo X. Papst, unter dem Antico wichtige Druckprivilegien für Musikdruck und Orgelintavolierungen erhielt.
  • Ottaviano Petrucci Wichtigster Vergleichs- und Konkurrenzdrucker Anticos in der Frühgeschichte des Musikdrucks.
  • Rom Stadt, in der Antico seine wichtigsten frühen Musikdrucke und päpstlichen Privilegien erhielt.
  • Tastenmusik Gattungsbereich, für den Anticos Frottole intabulate von 1517 besonders bedeutend sind.
  • Bartolomeo Tromboncino Frottola-Komponist, dessen Werke Antico druckte und intabulierte.
  • Venedig Zentrum des Buch- und Musikdrucks, in dem Antico nach seiner römischen Phase wiederholt tätig war.
  • Xylographie Holzschnittverfahren, mit dem Antico ganze Musikseiten herstellte und sich von Petruccis Typendruck unterschied.