Caroline Ansink

* 8. August 1959 in Amsterdam. Niederländische Komponistin, Flötistin, Musikpädagogin und Hochschuldozentin mit einem umfangreichen Werk für Kammermusik, Chor, Vokalmusik, Orchester, Flöte, Musiktheater und Oper.

Überblick

Caroline Ansink gehört zu den niederländischen Komponistinnen der Generation nach 1950, deren Werk die Grenzen zwischen Kammermusik, Vokalmusik, Chorwerk, Orchester, Musiktheater, Oper, pädagogischer Musik und interkulturell sensibilisierter Gegenwartsmusik überschreitet. Sie wurde am 8. August 1959 in Amsterdam geboren, studierte zunächst Flöte, später Komposition, und entwickelte aus der Verbindung von interpretierender Praxis, instrumentalem Körperwissen, literarischer Textnähe und gesellschaftlichem Bewusstsein eine eigenständige musikalische Sprache.

Ihr Werk ist auffallend breit angelegt. Es umfasst frühe Lieder, Kammermusik für Streicher, Bläser, Harfe, Gitarre, Saxophonquartett, Blockflöten, Klavier, Orgel und gemischte Ensembles, außerdem Orchesterwerke, Chorstücke, Musik für Kinder, Werke mit Tonband, Film oder Sprecher, Kompositionen für Flöte in vielen Besetzungen sowie mehrere musiktheatralische Arbeiten und Opern. Bereits diese Gattungsbreite zeigt, dass Ansink nicht von einer engen Stil- oder Werkidee ausgeht. Ihre Musik versteht sich als Kommunikationsform, die zwischen Zeiten, Kulturen, Ausdrucksebenen und Aufführungszusammenhängen vermittelt.

Ein Zentrum ihres Schaffens bildet die Vokalmusik. Ansink vertonte Texte von Autorinnen und Autoren unterschiedlicher Herkunft, darunter Paul Celan, Lucebert, Rainer Maria Rilke, M. Vasalis, Sappho, Catull, Emily Dickinson, Ingrid Jonker, Elisabeth Eybers, Jotie T’Hooft, Malka Heifetz Tussman, Mensje van Keulen und Hendrik Marsman. Damit wird ihre Musik zu einem Ort, an dem Sprache, Erinnerung, Gewaltgeschichte, Natur, Körper, Kindheit, Weiblichkeit, soziale Verwundung und poetische Mehrdeutigkeit musikalisch verarbeitet werden.

Für das Kulturlexikon ist Ansink besonders relevant, weil ihr Werk exemplarisch zeigt, wie sich die niederländische neue Musik nach 1980 zwischen kompositorischer Professionalität, Auftragssystem, Hochschulpraxis, internationaler Aufführung, feministischer Sichtbarkeit, Interkulturalität und gesellschaftlichem Engagement bewegt. Sie ist keine Vertreterin einer dogmatischen Avantgarde, sondern eine Komponistin, die Lyrik, Klangfarbe, Dramatik, Humor, Expressivität, Tonalitätsreste, komplexe Texturen und performative Situation miteinander verbindet.

Kurzdaten

Name Caroline Ansink.
Geburt 8. August 1959 in Amsterdam.
Beruf Komponistin, Flötistin, Musikpädagogin, Hochschuldozentin, Musiktheaterautorin und Autorin zahlreicher Werke für Kammermusik, Vokalmusik, Chor, Orchester und Oper.
Nationalität Niederländisch.
Ausbildung Flötenstudium bei Abbie de Quant am Utrechts Conservatorium; Abschlüsse Docerend Musicus 1985 und Uitvoerend Musicus 1986; Kompositionsstudium bei Joep Straesser von 1983 bis 1988; anschließend wiederholte Beratung durch Isang Yun.
Lehrtätigkeit Dozentin für Komposition, Methodik und Flötenpädagogik am Utrechts Conservatorium beziehungsweise an der Hogeschool voor de Kunsten Utrecht.
Instrument Flöte; außerdem kompositorische Arbeit mit zahlreichen Holzbläser-, Streicher-, Tasten-, Schlagwerk-, Vokal- und Theaterbesetzungen.
Wichtige Gattungen Kammermusik, Vokalmusik, Chorwerk, Orchesterwerk, Musiktheater, Oper, Flötenliteratur, Kinderstücke, Werke mit Sprecher, Film, Tonband und szenischer Aktion.
Wichtige Interpreten und Ensembles Abbie de Quant, Jard van Nes, Emmy Verhey, Marion van den Akker, Tanya Cross, Osiris Trio, BRISK Recorder Quartet, Syrinx Saxofoonkwartet, Nederlands Balletorkest, Nederlands Studenten Kamerkoor, VU-Koor, VU-Kamerorkest und Ensembles des Utrechts Conservatorium.
Zentrale Werke Shades of silence, Pyrrhus, Skopós, Night and Day, Zeitenschrunde, Brezze, Oh beminnelijk litteken, Van Aap tot Zet, Ni Dieu ni Diable, Groots en meeslepend wil ik leven, De Onwankelbare, Stuyvesant Zero und Polen in Plan Zuid.
Normdaten GND 135142725; VIAF 52115779; ISNI 0000 0000 8131 2292; LCCN n85290574; MusicBrainz 1de3c0c9-c1b6-4790-8893-a5c673bba019.

Leben und Ausbildung

Caroline Ansink wurde am 8. August 1959 in Amsterdam geboren. Ihre musikalische Prägung begann früh und war nicht auf einen einzigen Stilbereich beschränkt. In biographischen Selbstzeugnissen beschreibt sie ein Elternhaus, in dem klassische Musik alltäglich präsent war und in dem auch Musik des 20. Jahrhunderts nicht als Sonderfall oder Schwierigkeit erschien. Diese frühe Offenheit erklärt teilweise, warum Ansinks spätere Musik nicht zwischen „traditionell“ und „modern“ als starren Gegensätzen denkt, sondern verschiedene Zeiten, Idiome und Ausdrucksweisen als verfügbares, aber kritisch zu gestaltendes Material behandelt.

Ihre professionelle Ausbildung begann als Flötistin. Am Utrechts Conservatorium studierte sie Flöte bei Abbie de Quant, einer bedeutenden niederländischen Flötistin und Interpretin zeitgenössischer Musik. Ansink erwarb 1985 das Diplom Docerend Musicus und 1986 das Diplom Uitvoerend Musicus. Die Nähe zur Flöte blieb dauerhaft prägend. Viele Werke sind für Flöte solo, Flöte mit Klavier, Flöte mit Harfe, Flöte mit Streichern, Flöte mit Tonband, Flötenensemble oder erweiterte Bläserbesetzungen geschrieben.

Parallel zum Instrumentalstudium trat das Komponieren immer stärker hervor. Von 1983 bis 1988 studierte Ansink Komposition bei Joep Straesser. 1989 erhielt sie den Preis für Komposition. Nach dem Studium suchte sie mehrfach den Kontakt zu Isang Yun, dessen koreanisch-europäische Klangwelt, Linienführung und kulturelle Vermittlungsposition wichtige Anregungen boten. Damit wurde Ansinks eigene Ästhetik nicht epigonal, aber sie erhielt einen zusätzlichen Horizont: Musik konnte als Bewegung zwischen Kulturen, historischen Erinnerungen und individuellen Ausdrucksräumen verstanden werden.

Beruflich verband Ansink das Komponieren mit der pädagogischen und instrumentalen Praxis. Sie arbeitete als freie Flötistin, spielte unter anderem im Umfeld des Clara Schumann Orchesters in Köln, gab Workshops und unterrichtete am Utrechts Conservatorium beziehungsweise an der Hogeschool voor de Kunsten Utrecht. Diese pädagogische Rolle ist nicht nebensächlich. Sie prägte Ansinks Werkverständnis, weil Komposition für sie nicht nur als abgeschlossenes Produkt, sondern als Prozess des Hörens, Erfindens, Ausprobierens, Kommunizierens und Vermittelns erscheint.

Kompositionsästhetik

Ansinks Musik wird häufig als lyrisch, expressiv, kommunikativ und zugleich komplex beschrieben. Sie meidet weder emotionale Direktheit noch strukturelle Verdichtung. Ihre Kompositionen sind oft von einer deutlichen Affektspannung getragen, ohne sich auf eine einfache spätromantische Ausdrucksformel zurückzuziehen. Stattdessen verbindet sie melodische Gesten, instrumentale Farben, rhythmische Beweglichkeit, sprachliche Deutlichkeit, szenische Schärfe und gelegentlich auch Humor oder Groteske.

Ein Schlüsselbegriff ihres Selbstverständnisses ist Kommunikation. Musik erscheint bei Ansink nicht als autonomes, von Welt und Geschichte abgelöstes Klangobjekt, sondern als Medium, in dem Erfahrungen, Bilder, Texte, soziale Verletzungen, Naturwahrnehmungen und kulturelle Gedächtnisschichten in Beziehung treten. Diese kommunikative Ausrichtung unterscheidet sie von streng formalistischen Positionen der Nachkriegsavantgarde, ohne sie aus dem Feld der Neuen Musik herauszulösen.

Ansinks Stil ist plural, aber nicht beliebig. Sie integriert Musik aus verschiedenen Zeiten, Regionen, Kulturen und Stilen, behält dabei jedoch die Perspektive einer Komponistin im westlichen Europa der Gegenwart. Diese Position ist wichtig, weil sie die Gefahr bloßer Stilmischung reflektiert. Ansink verwendet kulturelle Verschiedenheit nicht nur dekorativ, sondern als Ausdruck einer Welt, in der Identität, Geschichte, Migration, Gewalt, Erinnerung, Natur und Sprache miteinander verflochten sind.

Eine besondere Rolle spielt die Verbindung von Text und Klang. In vielen Vokalwerken geht die musikalische Form aus dem Textimpuls hervor. Ansink behandelt Dichtung nicht als Vertonungsvorlage, die musikalisch illustriert wird, sondern als dramatischen, phonetischen, semantischen und historischen Resonanzraum. Gerade bei Texten von Celan, Lucebert, Rilke, Jotie T’Hooft, Ingrid Jonker oder Elisabeth Eybers wird Musik zum Verfahren der Erinnerung und Verdichtung.

Vokalmusik, Textwahl und gesellschaftliche Themen

Die Vokalmusik bildet einen der stärksten Stränge in Ansinks Werk. Schon frühe Stücke wie Ismael, Carmen rusticum, Quatre chansons und Negen liederen zeigen ein ausgeprägtes Interesse an Stimme, Text und Ensemblefarbe. Später wird dieses Interesse immer deutlicher gesellschaftlich und literarisch aufgeladen. Zeitenschrunde nach Paul Celan, To a thousand murdered girls nach Rita Boumi-Pappas, Fainetai moi kènos mit Texten von Sappho, Catull, Lucebert, Vasalis, Dickinson und Rilke, Die Kind nach Ingrid Jonker und Uitsig op die kade nach Elisabeth Eybers zeigen, wie breit Ansinks poetisches Bezugsfeld ist.

Ihre Textwahl verweist häufig auf Verwundung, Verlust, historische Gewalt, weibliche Stimme, Kindheit, politische Erfahrung und existentielle Grenzsituationen. Dabei arbeitet sie nicht mit plakativer Programmmusik, sondern mit gestaffelten Beziehungen zwischen Text, Klangfarbe, Atem, Artikulation und Instrument. Die Stimme wird bei ihr oft von kleinen, charakterstarken Besetzungen begleitet: Flöte, Cello, Klavier, Harfe, Orgel, Akkordeon, Bassklarinette, Schlagwerk oder Streicher treten als psychologische, farbliche und dramatische Partner auf.

Besonders charakteristisch ist Ansinks Umgang mit verschiedenen Sprachräumen. Niederländisch, Deutsch, Französisch, Afrikaans, Jiddisch, Griechisch, Latein und weitere poetische Idiome erscheinen nicht als austauschbare Textträger. Jede Sprache bringt eigene Vokale, Konsonanten, Rhythmen, historische Schichten und kulturelle Assoziationen mit. Ansinks Vokalmusik arbeitet mit dieser Materialität der Sprache und verbindet sie mit einer oft stark körperlichen Instrumentalfaktur.

New Music Now beschreibt Ansink als Komponistin lyrischer, expressiver, häufig vokaler Musik über gesellschaftlich relevante Themen. Diese Charakterisierung trifft einen wesentlichen Punkt: Ansinks Musik will nicht nur Klangorganisation sein, sondern eine Form von Aufmerksamkeit. Sie richtet sich auf das, was verletzt, erinnert, übersehen, verdrängt oder poetisch verwandelt werden kann.

Musiktheater und Oper

Obwohl Ansink lange vor allem durch Kammermusik, Flötenwerke, Chor- und Vokalmusik hervortrat, zieht sich eine starke Affinität zur Oper durch ihre Laufbahn. In Selbstzeugnissen verweist sie auf eine frühe Faszination durch Giacomo Puccini, insbesondere auf die dramatische Sogwirkung einer Musik, in der Text, Geste, Affekt, Szene und Klang gleichzeitig mehrere Bedeutungsschichten bilden. Diese Opernneigung wurde später in eigenen musiktheatralischen Werken realisiert.

Ni Dieu ni Diable ist ein dramatisches Monodrama beziehungsweise eine kleine Oper für Mezzosopran, Klavier und Schlagwerk auf einen Text von Violaine Bérot. Der Stoff um Jeanne d’Arc verbindet religiöse, politische, körperliche und psychologische Ebenen. Die Besetzung ist klein, aber theatralisch scharf: Stimme, Klavier und Schlagwerk stehen nicht in einem bloßen Begleitverhältnis, sondern erzeugen eine dialogische Situation.

Groots en meeslepend wil ik leven entstand 2004/2005 und wurde im Kontext eines niederländisch gesungenen Operntriptychons aufgeführt, das Puccinis Suor Angelica und Martinůs Mariken van Nimègue ein neues Werk gegenüberstellte. Ansinks Bezug auf Hendrik Marsman öffnet das Stück für die Spannung zwischen Lebenshunger, Jugend, Pathos, Geschlechterbildern und Selbstentwurf. Die Oper steht exemplarisch für Ansinks Fähigkeit, literarische Textenergie und szenische Mehrdeutigkeit in konzentrierte Musiktheaterform zu bringen.

De Onwankelbare, 2007 komponiert und 2008 in Utrecht uraufgeführt, ist eine Kammeroper über den niederländischen Komponisten und Dirigenten Jan van Gilse und die sogenannte Utrechter Musikoorlog. Damit wird Musikgeschichte selbst zum Opernstoff. Die Oper fragt nach Institution, Macht, künstlerischem Widerstand, Berufsverband, Urheberrecht, Komponistenexistenz und historischer Erinnerung. Sie verbindet lokale niederländische Musikgeschichte mit einem größeren Thema: Wie behauptet sich Kunst gegen institutionelle Verhärtung?

Mit Stuyvesant Zero, 2012 bei Opera Spanga uraufgeführt, wandte sich Ansink erneut einem geschichtlich-politischen Stoff zu. Die Oper in zwei Szenen und einer Debatte, mit einem Libretto von Jonathan Levi, verknüpft Peter Stuyvesant, New Amsterdam, religiöse Toleranz, Minderheiten, Freiheit, Identität und Gegenwartsfragen nach dem 11. September. Polen in Plan Zuid von 2015 setzt diese Linie musiktheatralischer, historisch und gesellschaftlich reflektierter Arbeit fort.

Flöte, Kammermusik und pädagogische Praxis

Die Flöte ist in Ansinks Werk nicht nur ein Instrument unter anderen, sondern ein biographischer und kompositorischer Resonanzkörper. Werke wie Trois Danses, Labyrint, All roads are good, Epanow’s feather, Wachusett, Unchain, Defrost, Oh beminnelijk litteken, Lofzang aan de zee und Spiegeltje, spiegeltje zeigen verschiedene Seiten dieser Beziehung. Die Flöte erscheint als lyrische Stimme, virtuoses Instrument, Atemorgan, Vermittlerin zwischen Körper und Klang, pädagogisches Medium und Teil multimedialer oder szenischer Kontexte.

Die Kammermusik ist ähnlich vielfältig. Ansink schreibt für klassische Besetzungen wie Streichquartett, Klaviertrio oder Violine solo, aber auch für ungewöhnliche Kombinationen: vier Oboen, drei Fagotte und Kontrafagott; Flöte, Altflöte, Gitarre und Viola; Bassklarinette und Orgel; Sprecher, Blockflötenquartett und Harfe; Bambuso sonoro; Akkordeonquintett; Doppelchor; Flöte, Bandoneon und Tonband. Diese Besetzungen zeigen ein ausgeprägtes Interesse an Klangkörpern, die nicht durch Standardrepertoire bereits festgelegt sind.

Ihre pädagogische Tätigkeit wirkt in diese Kammermusik hinein. Ansink schrieb nicht nur für professionelle Solisten und Ensembles, sondern auch für Jugendliche, Fortgeschrittene, Wettbewerbe und Ausbildungskontexte. Werke wie Van Aap tot Zet, Defrost, Unchain, De Zintuigenboom, Goede Morgen / Goede Nacht und Karel Cavia zeigen, dass pädagogische oder kindernahe Musik bei ihr nicht als vereinfachter Nebenbereich erscheint, sondern als eigener Raum musikalischer Phantasie.

Ausführlicher Kulturüberblick

Caroline Ansink steht in einem kulturgeschichtlichen Zusammenhang, der mehrere Ebenen verbindet. Erstens gehört sie zur niederländischen Komponistinnengeschichte nach 1970. In den Niederlanden war die neue Musik seit den 1960er Jahren stark durch Ensembles, Festivals, Rundfunk, Komponistenkollektive, Donemus, Auftragssysteme und hochschulnahe Netzwerke geprägt. Ansinks Laufbahn zeigt, wie Komponistinnen in diesem System sichtbar werden konnten, aber auch, wie sehr Sichtbarkeit, Aufführung, Dokumentation und Kanonbildung von Institutionen abhängen.

Zweitens ist ihr Werk Teil einer spätmodernen Öffnung gegenüber Text, Stimme und gesellschaftlicher Erfahrung. Während bestimmte Stränge der Nachkriegsavantgarde auf Materialorganisation, Serialität, Klangflächen oder konzeptuelle Reduktion zielten, sucht Ansink den Kontakt zu Sprache, Geschichte, Körper, Erinnerung und zwischenmenschlicher Kommunikation. Ihre Musik ist dadurch nicht weniger modern, sondern anders modern: Sie arbeitet nicht aus der Verweigerung von Ausdruck, sondern aus dessen kritisch gebrochener Rückgewinnung.

Drittens ist ihre Arbeit eng mit der niederländischen Musik und zugleich mit internationalen Bezugspunkten verbunden. Isang Yun, Debussy, Ravel, Milhaud, Hindemith, Ligeti, Ton de Leeuw, Puccini, Stravinsky und andere Namen bilden einen weiten Hintergrund. Ansink übernimmt daraus keine geschlossene Schule, sondern entwickelt eine Haltung, in der musikalische Traditionen als Gesprächspartner erscheinen. Dieser Gesprächscharakter zeigt sich sowohl in ihren literarischen Vertonungen als auch in ihrer Wahl ungewöhnlicher Besetzungen.

Viertens ist Ansinks Werk für die Kulturgeschichte der Stimme bedeutsam. Ihre Vokalmusik bringt weibliche, kindliche, politische, historische und poetische Stimmen zur Erscheinung. Sie vertont nicht nur kanonisierte Dichtung, sondern auch Texte, die von Verwundbarkeit, Verfolgung, Exil, Krieg, sozialer Gewalt oder innerer Befreiung handeln. Dadurch wird die Stimme zum Ort kulturellen Gedächtnisses. Musik ist hier nicht Flucht vor Geschichte, sondern eine andere Form geschichtlicher Wahrnehmung.

Fünftens zeigt Ansinks Musiktheater, dass Oper in der Gegenwart nicht notwendig aus großem Apparat, repräsentativem Theaterhaus und kanonisierter Gattung besteht. Ni Dieu ni Diable, De Onwankelbare, Stuyvesant Zero und Polen in Plan Zuid arbeiten mit kompakten Formen, lokalen und historischen Stoffen, Debatte, gesellschaftlicher Reibung und genreübergreifenden Verfahren. Oper wird bei ihr zu einem Medium, in dem Geschichte nicht bloß erzählt, sondern in Stimmen, Körpern, Klangfarben und Szenen verhandelt wird.

Sechstens ist Ansinks pädagogische Arbeit kulturgeschichtlich relevant. Als Dozentin für Komposition und Methodik am Utrechts Conservatorium beeinflusst sie jüngere Musikerinnen und Musiker nicht nur durch Werke, sondern durch Unterricht, Haltung und Sprache. Ihre wiederholt formulierte Auffassung, dass Kompositionsstudierende eine eigene kompositorische Sprache finden sollen, verweist auf ein offenes Verständnis von musikalischer Bildung. Damit gehört Ansink zu jenen Künstlerinnen, deren kulturelle Wirkung nicht nur in Partituren, sondern auch in Unterrichtssituationen, Aufführungsnetzwerken und institutioneller Vermittlung liegt.

Preise, Aufführungen und Rezeption

Ansink erhielt früh Anerkennung in Wettbewerben und Preiszusammenhängen. 1985 wurde Shades of silence mit dem zweiten Preis der GEDOK Mannheim ausgezeichnet. 1988 erhielt Pyrrhus eine Auszeichnung der Cappella Civica in Triest; 1989 folgte dafür der erste GEDOK-Preis. Das Klaviertrio Skopós erhielt 1989 den dritten Preis der Association of Hungarian Musicians. 1990 wurde Ansink vom Amsterdams Fonds voor de Kunst für Night and Day und Zeitenschrunde ausgezeichnet; im selben Jahr erhielt Brezze eine Ehrenerwähnung bei der Washington International Competition, 1992 außerdem einen Preis der Stadt Chard in England.

Ihre Werke wurden in sehr unterschiedlichen Räumen aufgeführt: im Concertgebouw, in kleineren Kirchen und Sälen, in Bildungskontexten, im Musiktheater, im niederländischen Rundfunk, in Moskau, in der Carnegie Hall und in internationalen Ensemblezusammenhängen. Die Interpretenliste reicht von Solistinnen und Solisten wie Abbie de Quant, Jard van Nes, Emmy Verhey, Marion van den Akker und Tanya Cross bis zu Ensembles wie Osiris Trio, BRISK, Syrinx Saxofoonkwartet, VU-Koor, VU-Kamerorkest, Nederlands Balletorkest und Nederlands Studenten Kamerkoor.

1992 widmete die NOS-Dokumentation Ik componeer als mens ihr und Catharina van Rennes Aufmerksamkeit. 1995 wurden Ausschnitte aus Van Aap tot Zet im Fernsehprogramm Klokhuis ausgestrahlt. Solche medialen Spuren sind wichtig, weil sie Ansinks Werk nicht nur als Spezialrepertoire der neuen Musik, sondern auch als Teil öffentlicher Kulturvermittlung zeigen.

Werkverzeichnis

Das folgende Werkverzeichnis fasst die öffentlich nachweisbaren Werklisten von Donemus, 401 Nederlandse Opera’s, TheaterEncyclopedie und weiteren einschlägigen Quellen zusammen. Bei einzelnen Werken weichen Jahresangaben, Publikationsstatus oder Besetzungsdetails geringfügig voneinander ab; ältere Listen markieren nicht bei Donemus erschienene Werke häufig mit einem Sternchen. Die Übersicht folgt der chronologischen Ordnung und nennt bei Werkgruppen, Opern und späteren Fassungen die kulturlexikalisch relevanten Angaben.

1978 Ismael, für Sopran, Flöte, Violine und Violoncello, etwa 4 Minuten.
1979 Carmen rusticum, für Sopran und Ensemble, etwa 5 Minuten.
1980 Chanson pour la mémoire d’un amitié, für Sopran und Ensemble, etwa 5 Minuten.
1980 Je rêve, für Sopran und Ensemble, etwa 5 Minuten.
1980 Storms, für Altflöte und drei Gitarren, etwa 8 Minuten.
1980 Requiem, für Sopran, Flöte und Streichquartett, etwa 7 Minuten.
1981 Trois Danses, für Flöte und Klavier, etwa 10 Minuten; Donemus führt die Komposition als Trois danses mit dem Hinweis 1983 [sic] beziehungsweise Kompositionsjahr 1981.
1982 Quatre chansons, für Sopran und Ensemble, etwa 15 Minuten.
1982 Negen liederen, für zwei Soprane, Alt, Tenor und Bass, etwa 20 Minuten.
1983 Éclats, für zwei Flöten, etwa 5 Minuten.
1983 Goden en afgoden, für Flöte beziehungsweise Altflöte/Piccolo und Violine beziehungsweise Viola, etwa 8 Minuten.
1984 Music in color, für Ensemble, etwa 10 Minuten.
1985 Shades of silence, Streichquartett; ausgezeichnet mit dem zweiten GEDOK-Preis Mannheim.
1985 Masks off!!, für Violoncello und Klavier.
1985 Stylish struggle, für Flöte, Violine, Viola, Violoncello und Harfe, etwa 11 Minuten.
1986 Het water zal de stenen breken, für gemischten Chor und Bläserensemble beziehungsweise Chor, Bläser, Schlagwerk und Klavier; Texte unter anderem von M. Najlis, J. Fernandez, C. Alegría und G. Belli.
1986 Surviving spirit, für Violine solo, etwa 8 Minuten.
1986 Concerto per violino ed orchestra, Violinkonzert, etwa 18 Minuten.
1987 Greener grass, für Klavier, etwa 8 Minuten.
1987 The greed of growth, für Bassklarinette und Schlagwerk, etwa 12 Minuten.
1987 Al prisionero, nach Ariel Dorfman, für Mezzosopran und Klavier, etwa 12 Minuten.
1987 Lied, Psalm 22 niederländisch, für Chor, Oboe, Englischhorn, Bassklarinette und Fagott, etwa 8 Minuten.
1987 Psalm 22, deutsche Fassung, für Chor, Oboe, Englischhorn, Bassklarinette und Fagott; erschienen beim Tonger Verlag Köln.
1988 Consequences, für Violine, etwa 8 Minuten.
1988 Night and Day, für Kammerorchester, etwa 30 Minuten; vom Amsterdams Fonds voor de Kunst ausgezeichnet.
1988 Pyrrhus, für Orgel, etwa 8 Minuten; ausgezeichnet durch Cappella Civica Trieste und GEDOK.
1988 Skopós, für Violine, Violoncello und Klavier, etwa 20 Minuten; ausgezeichnet durch die Association of Hungarian Musicians.
1989 Zeitenschrunde, nach Paul Celan, für Chor, Flöte, Klarinette, Trompete und Posaune, etwa 9 Minuten; vom Amsterdams Fonds voor de Kunst berücksichtigt.
1989 Con zelo, für Saxophonquartett, etwa 3 Minuten.
1989 Kymata, für Flöte beziehungsweise Altflöte, Gitarre und Viola, etwa 10 Minuten.
1989 Etudes in samenspel, für Flöte oder Violine, Violoncello und Klavier.
1990 Luna, für Flöte, Violoncello und Klavier, etwa 18 bis 20 Minuten.
1990 Heaven won’t be big enough for Johnnie and his fortythousand friends, für Flöte und Bambuso sonoro, etwa 15 Minuten.
1990 Climbing, für Flöte, Violine, Violoncello und Harfe, etwa 12 bis 18 Minuten; bei Donemus auch unter diesem englischen Titel geführt.
1990 Quartetto, für vier Blockflöten, etwa 16 Minuten.
1991 Fireflies, für Flöte und Harfe, etwa 11 Minuten.
1991 Waves, für Saxophonquartett, etwa 9 Minuten; im Repertoire des Quasar Saxophone Quartet nachweisbar.
1991 Van Aap tot Zet, nach 26 Tiergedichten von Mensje van Keulen, für Sprecherin oder Sprecher, Blockflötenquartett und Harfe, etwa 40 Minuten; Ausschnitte wurden im Fernsehprogramm Klokhuis ausgestrahlt.
1991 Oh beminnelijk litteken, nach Lucebert, für Flöte beziehungsweise Altflöte, Bandoneon und Tonband, etwa 40 Minuten.
1991 Quartetto, Fassung für vier Flöten, etwa 16 Minuten.
1991 Brandelli, für Alt, Bass, Englischhorn, Fagott, Klavier und Schlagwerk, etwa 12 Minuten.
1992 Melting Buddha, für Blockflötenquartett; bei Ascolta, Houten, nachgewiesen.
1992 Brezze, für Streichquartett, etwa 10 Minuten; ausgezeichnet beziehungsweise erwähnt im Zusammenhang der Washington International Competition und der Stadt Chard.
1992 Liebe Freundinnen, chères amies, nach Rainer Maria Rilke, für Sopran, Mezzosopran und Ensemble, etwa 30 Minuten.
1992 Elegia, für Violine, Bassklarinette und Klavier, etwa 24 Minuten.
1992 Somerset sketches, für Flöte, Klarinette, Fagott und Streichquartett, etwa 10 Minuten.
1993 Sternenwalzer, für Orchester, Bigband und Salonorchester; bei Ascolta nachgewiesen.
1993 To a thousand murdered girls, nach Rita Boumi-Pappas, für Chor und Ensemble, etwa 24 Minuten.
1993 Lösch mir die Augen aus, nach Rainer Maria Rilke, für Sopran, Flöte und Streichorchester, etwa 17 Minuten.
1993 Pseaume, für Chor, Flöte, Englischhorn, Bassklarinette und Fagott, etwa 6 Minuten.
1994 On my volcano, für Ensemble, etwa 12 Minuten.
1994 Fainetai moi kènos, mit Texten von Sappho, Catull, Lucebert, J. Pistora, M. Vasalis, Emily Dickinson, M. Blankenburg und Rainer Maria Rilke, für achtstimmigen Doppelchor, etwa 23 Minuten.
1994 Water under the bridge, für Violoncello und Klavier; bei Schott nachgewiesen.
1994 Dit is mogelijk, nach Lucebert, für Flöte und Tonband, etwa 4 Minuten; eng mit Oh beminnelijk litteken verbunden.
1994 Sisyphus, für Orgel, etwa 10 Minuten.
1995 Caretta Caretta, für vier Oboen, drei Fagotte und Kontrafagott, etwa 24 Minuten.
1995/2002 Ni Dieu ni Diable, nach Violaine Bérot, für Mezzosopran, Klavier und Schlagwerk; als dramatisches Monodrama beziehungsweise Oper bei Donemus mit Kompositionsjahr 2002 und etwa 18 Minuten Dauer geführt.
1995 Wasser on Lsjun, nach Malka Heifetz Tussman, für Mezzosopran und Klavier, etwa 10 bis 12 Minuten.
1995 Labyrint, für Flöte solo, etwa 8 bis 9 Minuten.
1995/1996 Libe Monstren, nach Anna Margolis, für Sopran, Bassflöte und Streichorchester, etwa 10 bis 12 Minuten.
1996 Opklaringen niet voorzien, nach Jotie T’Hooft, für Sopran und Akkordeonquintett, etwa 16 bis 20 Minuten.
1996 Schreeuwlandschap, nach Jotie T’Hooft, für Mezzosopran, etwa 10 Minuten.
1996 Advent IV, für Gemeinde, Vorgänger, Chor und Orgel, etwa 10 Minuten.
1996 Crisalide, für Violine, Violoncello und Klavier, etwa 12 Minuten.
1997 Toegift, nach Sandro Aiello, für Mezzosopran und Klavier, etwa 4 Minuten.
1997 Over the moon, für Cembalo, etwa 10 Minuten.
1997 Brook meets Desert, für Klavier solo, etwa 8 bis 10 Minuten; in älteren Listen auch als Le Ruisseau rencontre le désert bezeichnet.
1997 All roads are good, für Flöte und Klavier, etwa 20 Minuten.
1997 Nachtleven, für Saxophon und Gitarre, etwa 9 Minuten.
1998 Auf einen Wurf, für Gitarre, etwa 7 Minuten.
1998 Sterreliederen, nach Constantijn Huygens, für Bariton, zwei Violinen, Violoncello und Orgelpositiv, etwa 20 bis 25 Minuten.
1998 Bist Du denn Alles?, nach Rainer Maria Rilke, für Frauenchor a cappella, etwa 10 Minuten.
1998 IJssel, für Sinfonieorchester, etwa 20 Minuten; bei Donemus auch unter der Werkansetzung IJssel beziehungsweise Yssel dokumentiert.
1999 Capriccio, für Violine solo, etwa 4 Minuten; enthalten in der Sammlung 24 capriccio’s voor viool solo.
1999 Aangesproken, nach Maarten ’t Hart, für Sopran, Bariton, Englischhorn und Klavier, etwa 25 Minuten.
1999 Anything you say, für Harfe, etwa 10 Minuten.
1999 Epanow’s feather, für Flöte und Klavier, etwa 5 Minuten.
1999 Wachusett, für Flöte und Klavier, etwa 5 Minuten.
2000 Water, für Bambusflötenensemble SATB; bei Ascolta, Houten, nachgewiesen.
2000 Géant gentil, auch Ars orexi ne ionicu, für Flöte, Viola und Harfe, etwa 15 Minuten.
2000 Federn, für Bass, Sopran, Bassklarinette und Klavier, etwa 7 Minuten.
2000/2001 Pour en jouir I, II en III, nach Marguerite Yourcenar, für Bass und Harfe, etwa 24 Minuten.
2001 Scoring, voetbalblues voor Marcel, für Klavier, etwa 5 Minuten 37 Sekunden.
2001 Het Sieraad, für Klarinette, zwei Violinen und Violoncello; Bearbeitung von Wasser on Lsjun, etwa 12 Minuten.
2001 Awanan Kla, für Mezzosopran, Flöte, Violoncello und Klavier, etwa 16 Minuten.
2002 Epitaph für Marius, für Flöte und Klavier; bei Schott nachgewiesen.
2002 Die Kind, nach Ingrid Jonker, für Sopran, Flöte, Violoncello und Klavier, etwa 6 Minuten; 2004 auch in einer Fassung für Sopran und Klavier.
2002 Chain (Proloog), für Vokalsolisten, Chor und Orchester, etwa 15 Minuten.
2002 A Safe Place to Hide from a Thunderstorm, für Klavier, etwa 4 Minuten.
2002/2003 Schön ist die Jugend, für Flöte beziehungsweise Altflöte/Piccolo, Oboe beziehungsweise Englischhorn und Klavier, etwa 15 Minuten.
2003 Inwendige Vergezichten, nach Jotie T’Hooft, für Chor und Akkordeonensemble, etwa 15 Minuten.
2004 Orbi Decus, für Schulorchester beziehungsweise Orchester, etwa 8 bis 10 Minuten.
2004 Die Kind, Fassung für Sopran und Klavier, nach Ingrid Jonker, etwa 6 Minuten.
2004 Sub Finem, nach M. Vasalis, für Mezzosopran, Flöte und Klavier, etwa 20 bis 21 Minuten.
2004 Los, für Klavier, etwa 3 Minuten.
2004 Uitsig op die kade, nach Elisabeth Eybers, für Sopran und Oboe, etwa 5 Minuten.
2004/2005 Groots en meeslepend wil ik leven, nach Hendrik Marsman, für Solisten, Chor und Orchester, etwa 20 Minuten; 2005 als Oper beziehungsweise musiktheatralischer Beitrag im Triptychon mit Puccini und Martinů aufgeführt.
2005 Fuoco!, für Sopran, Flöte, Pauken, zwei Schlagzeuger und Streichquartett, etwa 10 Minuten.
2005 Om de dooie dood niet!, bei Bomans, für Orgel und Flöte, etwa 8 Minuten.
2005 Eenling, nach Anton Ent, für Oboe und Mezzosopran, etwa 3 Minuten.
2005 Mysterie, nach Anton Ent, für Flöte und Mezzosopran, etwa 3 Minuten.
2006 Begrensde Vergezichten, nach Jotie T’Hooft, für Chor und Akkordeonensemble, etwa 10 Minuten.
2006 Ten Hemel Schreiend, für Bariton, Flöte, Violine, Orgel und Stimmen, etwa 40 Minuten.
2007/2008 De Onwankelbare, Kammeroper für Solisten, gemischten Chor und Kammerorchester, etwa 63 Minuten; Uraufführung 2008 am Utrechts Conservatorium beziehungsweise im HKU-Kontext.
2008 Unchain, für Flöte und Klavier, etwa 7 Minuten 20 Sekunden; Pflicht- beziehungsweise Wettbewerbswerk im Kontext des Fluitconcours.
2008 Defrost, für Flöte und Klavier, etwa 6 Minuten 15 Sekunden; Pflicht- beziehungsweise Jubiläumswerk im Kontext des Fluitconcours.
2008 Voor als je niet meer beter wordt, für Sopran, Flöte, Violoncello, Harfe und Akkordeon, etwa 10 Minuten; auch als DVD-/Informationsprojekt für terminale Patientinnen und Patienten genannt.
2009 De Zintuigenboom, für Sprecherin oder Sprecher nach Sylvia van Zoeren und Flöten, etwa 42 Minuten.
2009 Kafka en de olifant – of de charme van het misverstand, für Bassklarinette und Orgel, etwa 15 bis 20 Minuten.
2010 De Dame met de lantaren / The Lady with the Lamp, nach Agna Rudolph, für zwei Soprane, Altflöte, Englischhorn, Horn, Violine, Viola und Violoncello, etwa 45 Minuten.
2011 Goede Morgen / Goede Nacht, für Sprecherin oder Sprecher nach Sylvia van Zoeren und Flöten, etwa 24 Minuten.
2011 Karel Cavia, für Sprecherin oder Sprecher nach Rob Bouber und Flöten, etwa 80 Minuten.
2011 Lofzang aan de zee, für Altflöte beziehungsweise Flöte und Film nach Agna Rudolph, etwa 15 Minuten.
2011 Spiegeltje, spiegeltje, für Kontrabassflöte beziehungsweise Flöte und Film nach Agna Rudolph.
2012 Stuyvesant Zero, Oper in zwei Szenen und einer Debatte, Libretto Jonathan Levi, Regie Corina van Eijk, Uraufführung am 22. August 2012 bei Opera Spanga.
2015 Polen in Plan Zuid, musiktheatralische Arbeit beziehungsweise Bühnenprojekt, in der TheaterEncyclopedie für 2014/2015 mit Aufführung am 19. April 2015 geführt.
ohne Jahr 24 capriccio’s voor viool solo, Sammelwerk mit Ansinks Beitrag Capriccio; Donemus führt die Ausgabe unter 2000 beziehungsweise Copyright 1999.

Sekundärliteratur

  • Beer, Helen Metzelaar de: What happened to women composers in Dutch music history? In: Canadian Association for the Advancement of Netherlandic Studies, Issue XXIII, 2002.
  • Hinson, Maurice; Roberts, Wesley: The Piano in Chamber Ensemble. An Annotated Guide. Bloomington: Indiana University Press. Enthält Hinweise auf Ansinks Kammermusik im pianistischen Ensemblekontext.
  • Komponistinnen.org: Caroline Ansink. Biographische und werkkundliche Zusammenstellung zu Leben, Ausbildung, Chorwerken, Messe, Oper und ausgewählten Werkgruppen.
  • MGG Online: Ansink, Caroline. Fachlexikalischer Artikel zur niederländischen Komponistin, ihrer Ausbildung, Werkentwicklung und stilistischen Einordnung.
  • Muziekencyclopedie beziehungsweise Nachfolgeportale zur niederländischen Musik: biographische Materialien zu Ansink und zur niederländischen Gegenwartsmusik.
  • New Music Now: Caroline Ansink. Profilseite zur aktuellen neuen Musik in den Niederlanden mit Kurzcharakteristik ihrer lyrisch-expressiven, häufig vokalen und gesellschaftlich bezogenen Musik.
  • 401 Nederlandse Opera’s: Caroline Ansink, Groots en meeslepend wil ik leven und De Onwankelbare. Werk- und Opernkontexte zur niederländischen Musiktheatergeschichte.
  • TheaterEncyclopedie: Caroline Ansink. Datenbankeinträge zu Theater-, Opern- und Musiktheaterproduktionen mit Ansinks Beteiligung.

Ausgewählte Onlinequellen

Weiterführende Einträge

  • Amsterdam Geburtsort Caroline Ansinks und zentraler Ort der niederländischen Kultur- und Musiklandschaft.
  • Bandoneon Instrument, das in Ansinks Oh beminnelijk litteken neben Flöte und Tonband eine markante Klangrolle übernimmt.
  • Paul Celan Dichter, dessen Sprache und Erinnerungspoetik in Ansinks Zeitenschrunde musikalisch aufgegriffen wird.
  • Chorwerk Gattungsbereich, in dem Ansink Texte von Celan, Sappho, Rilke, Jotie T’Hooft und anderen verarbeitet.
  • Abbie de Quant niederländische Flötistin und Ansinks wichtigste Flötenlehrerin am Utrechts Conservatorium.
  • Donemus niederländischer Verlag und Dokumentationsort für zeitgenössische Musik, in dessen Katalog viele Werke Ansinks geführt werden.
  • Emily Dickinson Dichterin, deren Texte im weiteren poetischen Horizont von Ansinks Chor- und Vokalmusik stehen.
  • Flöte Ansinks eigenes Instrument und ein Zentrum ihres kammermusikalischen und pädagogischen Werkes.
  • Ingrid Jonker südafrikanische Dichterin, deren Text in Ansinks Die Kind vertont wurde.
  • Komposition künstlerischer Arbeitsprozess, den Ansink als Erfindung einer eigenen Sprache und als kommunikative Praxis versteht.
  • Kammermusik umfangreicher Werkbereich Ansinks mit Streichquartett, Klaviertrio, Saxophonquartett, Flötenwerken und ungewöhnlichen Ensemblebesetzungen.
  • Lucebert niederländischer Dichter, dessen Stimme und Texte in Oh beminnelijk litteken eine zentrale Rolle spielen.
  • Musikpädagogik Arbeitsfeld Ansinks als Lehrerin für Komposition, Methodik und Flötenpädagogik.
  • Musiktheater Gattungsfeld, in dem Ansink historische, gesellschaftliche und szenische Stoffe musikalisch verdichtet.
  • Neue Musik weiterer ästhetischer Kontext von Ansinks Werk zwischen Gegenwartskomposition, Textbezug, Interkulturalität und expressiver Klangsprache.
  • Niederländische Musik nationaler und institutioneller Rahmen von Ansinks Schaffen nach 1980.
  • Oper Musiktheatergattung, die Ansink in Werken wie Ni Dieu ni Diable, Groots en meeslepend wil ik leven, De Onwankelbare und Stuyvesant Zero erneuert.
  • Orchesterwerk Werkbereich Ansinks mit Kompositionen wie Night and Day, IJssel und Orbi Decus.
  • Giacomo Puccini frühe Opernfaszination Ansinks und wichtiger Bezugspunkt für ihre spätere Musiktheaterarbeit.
  • Rainer Maria Rilke Dichter, dessen Texte Ansink in mehreren vokalen und chorischen Zusammenhängen verwendet.
  • Sappho antike Dichterin, deren Texttradition in Ansinks Fainetai moi kènos erscheint.
  • Saxophonquartett Besetzung von Ansinks Waves und Con zelo, wichtig für ihre Arbeit mit modernen Bläserklängen.
  • Joep Straesser niederländischer Komponist und Ansinks Lehrer im Kompositionsstudium.
  • Utrechts Conservatorium Ausbildungs- und Lehrort Ansinks, zentral für ihre künstlerische und pädagogische Laufbahn.
  • Vokalmusik zentrales Feld in Ansinks Œuvre, häufig mit gesellschaftlich und poetisch aufgeladenen Texten.
  • Isang Yun koreanisch-deutscher Komponist, den Ansink nach ihrem Studium mehrfach konsultierte.