Angelo Anelli

* 1. November 1761 in Desenzano del Garda; † 9. April 1820 in Pavia. Italienischer Librettist, Schriftsteller, Jurist, Professor, Satiriker und Theaterdichter der Mailänder Opernkultur um 1800.

Überblick

Angelo Anelli war einer der produktiven italienischen Librettisten der Zeit zwischen später opera buffa, napoleonischer Theaterkultur und frühem Rossini-Zeitalter. Er schrieb zahlreiche Libretti für das Teatro alla Scala in Mailand und für andere italienische Bühnen. Besonders bekannt blieb er durch L’italiana in Algeri, das zunächst 1808 von Luigi Mosca und 1813 von Gioachino Rossini vertont wurde. Seine Texte verbinden Bühnensinn, komische Situation, politische Andeutung, soziale Satire und jenen schnellen dramatischen Zugriff, der für die italienische Oper um 1800 entscheidend war.

Anelli war nicht nur Librettist. Er war auch Jurist, Professor, politisch bewegter Bürger der Zeit der Cisalpinischen Republik, satirischer Schriftsteller, Autor von Gedichten, Erzählungen, Übersetzungen und literarischen Polemiken. Seine Biographie berührt damit mehrere kulturelle Sphären: die Theaterwelt der Scala, die juristische Ausbildung in Padua und Pavia, die napoleonische Verwaltung, die literarischen Streitigkeiten um Ugo Foscolo, Vincenzo Monti und die frühen italienischen Romantiker sowie die Opernproduktion zwischen Aufklärung, Revolution, Restauration und Unterhaltungskultur.

Für das Kulturlexikon ist Anelli besonders wichtig, weil er den Übergang von der älteren opera buffa in der Tradition von Giovanni Paisiello und Domenico Cimarosa zu einer beweglicheren, zeitnäheren, politisch pointierteren und stärker situativ gebauten Opernkomik sichtbar macht. Seine Texte sind nicht immer literarisch fein ausgearbeitet, doch sie besitzen theatrale Wirksamkeit. Gerade darin liegt sein Rang: Er schrieb für die Bühne, für Sänger, für Publikum, für aktuelle Situationen und für Komponisten, die dramatische Auslöser brauchten.

Kurzdaten

Name Angelo Anelli.
Pseudonyme Marco Landi, Niccolò Liprandi, Nicolo Liprandi, Tommaso Menucci di Goro, Giordano Scannamusa und Gasparo Scopabirbe.
Geboren 1. November 1761 in Desenzano del Garda; einzelne ältere oder fachlexikalische Quellen nennen abweichend den 10. November 1761.
Gestorben 9. April 1820 in Pavia.
Beruf Librettist, Schriftsteller, Jurist, Professor, Satiriker, Theaterdichter, Opernpoet, Verfasser komischer und heroikomischer Libretti sowie Autor literarischer und politischer Gelegenheitsdichtung.
Ausbildung Frühe Studien im Seminar von Verona; später Rechtsstudium in Padua mit Abschluss in utroque iure.
Wirkungsorte Desenzano del Garda, Verona, Padua, Mailand, Teatro alla Scala, Pavia.
Theaterschwerpunkt Mailänder Scala, opera buffa, dramma giocoso, dramma eroicomico, farsa giocosa, dramma per musica und satirisch-politische Bühnenstücke.
Wichtige Komponisten Domenico Cimarosa, Bonifazio Asioli, Francesco Bianchi, Ferdinando Paër, Pietro Alessandro Guglielmi, Giuseppe Farinelli, Ferdinando Orlandi, Johann Simon Mayr, Luigi Mosca, Stefano Pavesi, Gioachino Rossini, Carlo Coccia, Giovanni Pacini und weitere Komponisten der italienischen Oper um 1800.
Hauptwerke L’italiana in Algeri, Ser Marcantonio, La secchia rapita, Cinna, Griselda ossia La virtù al cimento, Li due supposti conti, Né l’un né l’altro, Le bestie in uomini, I begli usi di città und Le cronache di Pindo.
Datei anelli-angelo.shtml

Name, Pseudonyme und Einordnung

Die normale Namensform lautet Angelo Anelli. In alphabetischen Verzeichnissen wird der Name als Anelli, Angelo geführt; für die Datei gilt daher die Form anelli-angelo.shtml. Anelli verwendete mehrere Pseudonyme, darunter Marco Landi, Niccolò Liprandi, Tommaso Menucci di Goro, Giordano Scannamusa und Gasparo Scopabirbe. Diese Pseudonyme sind nicht bloße Launen. Sie gehören zur Theater- und Satirekultur der Zeit, in der Autoren sich maskierten, Rollen annahmen, Polemik verschleierten oder komische Autorfiguren erzeugten.

Die Zuordnung Anellis ist mehrschichtig. Er gehört zur Geschichte des Librettos, zur Geschichte der opera buffa, zur Mailänder Theatergeschichte, zur satirischen Literatur der napoleonischen und restaurativen Zeit und zur italienischen Rechts- und Universitätskultur. Sein Rang ist nicht der eines großen autonomen Dichters, sondern der eines theaterpraktisch wirksamen Textautors. Gerade dieser Status ist kulturgeschichtlich wichtig: Die Oper um 1800 entsteht nicht aus Musik allein, sondern aus einem arbeitsteiligen System von Impresario, Librettist, Komponist, Sänger, Zensor, Publikum, Theaterverwaltung und politischer Umgebung.

Anelli steht an einer Übergangsstelle. Einerseits schreibt er noch in den Mustern der älteren Buffa-Tradition: alte Männer, schlaue Frauen, Dienerfiguren, Verkleidung, Verwechslung, Standeskonflikt, Heiratsintrige und komische Entlarvung. Andererseits dringen politische Anspielung, patriotischer Ton, satirische Aktualität und aggressivere Gegenwartskomik in seine Texte ein. Diese Mischung erklärt, warum einige seiner Libretti sehr schnell anlassgebunden wirkten, andere aber durch spätere Vertonungen und Umformungen weiterlebten.

Biographischer Verlauf

Angelo Anelli wurde am 1. November 1761 in Desenzano del Garda geboren. Die Datierung ist in der Überlieferung nicht völlig einheitlich; in der modernen Opern- und Normdatenüberlieferung ist der 1. November verbreitet, während Treccani den 10. November nennt. Früh erhielt Anelli eine literarische Ausbildung. Er besuchte das Seminar in Verona und widmete sich dort besonders Literatur und Poesie. Bereits in jungen Jahren unterrichtete er in Desenzano, bevor er seine juristischen Studien fortsetzte.

1793 ging Anelli nach Padua, wo er 1795 in beiden Rechten promovierte. Diese juristische Ausbildung prägte seine spätere Laufbahn erheblich. Er war nicht nur ein Theaterdichter, sondern ein Mann der Rechts- und Verwaltungskultur. Die Verbindung von juristischer Sprache, rhetorischer Schulung, politischem Bewusstsein und satirischer Schlagfertigkeit ist für seine Texte wichtig. Sie erklärt auch seine Fähigkeit, aktuelle Situationen in dramatische Konflikte zu übersetzen.

Politisch sympathisierte Anelli mit der Cisalpinischen Republik. In der Reaktionszeit nach dem Einmarsch österreichisch-russischer Kräfte geriet er wiederholt in Schwierigkeiten und wurde zweimal inhaftiert. Die Jahre der napoleonischen Neuordnung Italiens eröffneten ihm jedoch neue Möglichkeiten. Er wirkte in Verwaltungs- und Bildungszusammenhängen, wurde 1802 Professor für forensische Eloquenz in Mailand und war zeitweise mit der höheren juristischen Ausbildung im napoleonischen Königreich Italien verbunden.

Parallel dazu entwickelte sich seine Theaterlaufbahn. Zwischen den 1790er Jahren und 1817 schrieb er eine große Zahl von Libretti, besonders für die Mailänder Scala. Treccani charakterisiert ihn als fast festen Theaterdichter der Scala von 1799 bis 1817. In dieser Zeit belieferte er Komponisten wie Domenico Cimarosa, Bonifazio Asioli, Francesco Bianchi, Ferdinando Paër, Ferdinando Orlandi, Johann Simon Mayr, Luigi Mosca, Stefano Pavesi, Gioachino Rossini, Carlo Coccia und Giovanni Pacini mit Operntexten.

Sein berühmtester Text ist L’italiana in Algeri. Das Libretto wurde 1808 für Luigi Mosca an der Scala geschaffen und 1813 von Gioachino Rossini in Venedig neu vertont. Dadurch blieb Anellis Name dauerhaft im internationalen Opernrepertoire präsent. Ein zweiter besonders folgenreicher Text ist Ser Marcantonio, den Stefano Pavesi 1810 vertonte und dessen Grundkonstellation später für Donizettis Don Pasquale bedeutsam wurde.

1817 kehrte Anelli stärker zur akademischen Tätigkeit zurück und erhielt in Pavia eine Professur beziehungsweise Lehrstellung im Bereich der gerichtlichen Verfahrenslehre. Die letzten Jahre waren von wirtschaftlichen Schwierigkeiten und einer zunehmend veränderten literarischen Umgebung geprägt. Die Restaurationszeit und der aufkommende romantische Geschmack standen seiner traditionellen, satirischen und klassizistisch geprägten Haltung teilweise entgegen. Anelli starb am 9. April 1820 in Pavia.

Ausführlicher Kulturüberblick

Angelo Anelli gehört in eine Zeit, in der die italienische Oper zwischen höfischem Erbe, städtischem Theaterbetrieb, napoleonischer Politik, Zensur, bürgerlichem Publikum und wachsender Geschwindigkeit der Produktion stand. Die Oper war kein langsames literarisches Kunstwerk, sondern ein hochaktuelles Theatermedium. Neue Libretti mussten für bestimmte Spielzeiten, Sänger, Theater, politische Bedingungen und lokale Erwartungen entstehen. Ein Librettist wie Anelli musste daher nicht nur poetisch, sondern dramaturgisch und organisatorisch denken.

Die opera buffa hatte im 18. Jahrhundert durch Paisiello, Cimarosa, Bertati, Goldoni, Da Ponte und viele andere eine feste Form erhalten. Um 1800 war diese Form noch wirksam, aber sie stand unter Veränderungsdruck. Die alten komischen Typen konnten weiterhin funktionieren, mussten aber mit neuer Energie, politischer Andeutung und rascherer szenischer Mechanik versehen werden. Anelli lieferte genau solche Texte: nicht immer elegant, gelegentlich grob, aber oft lebendig, bühnensicher und für Sänger dankbar.

Mailand war für diese Entwicklung zentral. Das Teatro alla Scala war nicht nur ein musikalischer Ort, sondern ein sozialer und politischer Raum. Dort trafen adelige, bürgerliche, administrative und künstlerische Interessen aufeinander. In der napoleonischen Zeit wurde das Theater zu einem Ort repräsentativer, gelegentlich kontrollierter, aber zugleich anspielungsreicher Öffentlichkeit. Anelli nutzte diese Öffentlichkeit, indem er komische Handlung mit versteckter Kritik, patriotischem Unterton oder aktueller Satire verband.

Sein Stil ist aus literarischer Sicht umstritten. Treccani betont, dass er selbst das Schreiben zum Erwerb nicht verachtete und dass sein Stil oft als nachlässig oder derb kritisiert wurde. Gleichzeitig wird ihm ein ausgeprägter Sinn für szenisches Spiel und schlagfertigen Witz zugestanden. Diese Spannung ist wesentlich. Anelli ist weniger ein Dichter der sprachlichen Vollendung als ein Autor der Bühnensituation. Seine Stärken liegen im Aufbau komischer Maschinen, in der Erzeugung von Rollenenergie, in Maskerade, Verkleidung, sozialer Wendung und pointierter Intrige.

Die spätere Operngeschichte hat Anelli durch Rossini teilweise überstrahlt. L’italiana in Algeri wird heute meist als Rossini-Werk wahrgenommen, doch der Grundriss des Librettos, die Figuren Isabella, Mustafà, Taddeo, Lindoro, die Pappataci-Satire und die komische Konfrontation von europäischem Selbstbewusstsein und orientalistischem Bühnenraum stammen aus Anellis Texttradition. Ebenso zeigt Ser Marcantonio, dass ein Libretto auch dann kulturgeschichtlich weiterwirken kann, wenn die ursprüngliche Vertonung nicht dauerhaft im Standardrepertoire bleibt.

Scala, opera buffa und Theaterpraxis

Anellis wichtigste Wirkungsstätte war die Mailänder Scala. Dort schrieb er Libretti für unterschiedliche Gattungen: dramma giocoso, opera seria, dramma eroicomico, farsa giocosa und Gelegenheitsstücke. Seine Arbeit zeigt, dass die Trennung zwischen ernster und komischer Oper um 1800 durchlässig war. Heroische Stoffe konnten komische Brechungen erhalten, komische Stoffe konnten patriotische oder moralische Akzente aufnehmen.

Die Scala verlangte Schnelligkeit und Anpassung. Ein Librettist musste vorhandene Stoffe bearbeiten, französische Vorlagen umformen, ältere italienische Modelle aktualisieren, Sängerrollen profilieren und Zensurgrenzen beachten. Anelli war in dieser Hinsicht ein praktischer Theaterautor. Er griff auf Boccaccio, Tassoni, französische Komödien, Typen der commedia dell’arte, Buffa-Konventionen und zeitpolitische Motive zurück. Seine Libretti sind daher oft Bearbeitungen, Fortschreibungen oder Umformungen, nicht reine Neuschöpfungen.

Charakteristisch ist der Drang zur Handlung. Anellis Texte setzen weniger auf lyrisches Verweilen als auf Situation, Wendung und Rollenreaktion. Die Figuren sind oft Typen, aber bewegliche Typen: alte Männer, schlaue Frauen, Diener, Heiratskandidaten, falsche Gelehrte, Aufsteiger, betrogene Ehemänner, vermeintliche Grafen, komische Autoritäten. Gerade Komponisten konnten aus solchen Konstellationen wirkungsvolle Finali, Ensembles, Couplets und rasche Rezitative gewinnen.

L’italiana in Algeri und Rossini

L’italiana in Algeri ist Anellis berühmtestes Libretto. Der Text wurde 1808 für Luigi Mosca geschaffen und an der Mailänder Scala aufgeführt. 1813 griff Rossini auf das Libretto zurück und brachte seine Fassung am Teatro San Benedetto in Venedig heraus. Durch Rossinis Vertonung wurde das Werk zu einem der dauerhaft erfolgreichen Meisterstücke des frühen 19. Jahrhunderts.

Die Stärke des Librettos liegt in der Figur Isabella. Sie ist keine bloß passive Liebhaberin, sondern eine souveräne, kluge, rhetorisch und emotional kontrollierte Frau, die den Machtapparat Mustafàs durchschaut und umdreht. Anelli verbindet dadurch Buffa-Mechanik mit einer bemerkenswert starken Frauenfigur. Isabella wird zur Trägerin von Selbstbehauptung, Verführungskunst, List und patriotischem Ton. Der berühmte Pappataci-Komplex ist zugleich komisch und satirisch, weil er eine politische und soziale Haltung des bequemen Essens, Schlafens und Wegsehens verspottet.

Rossinis Musik gab diesem Text eine neue Geschwindigkeit, rhythmische Brillanz und vokale Explosivität. Dennoch bleibt Anellis dramaturgische Anlage entscheidend. Ohne den präzisen Gegensatz von Mustafà, Isabella, Lindoro, Taddeo und dem Pappataci-Ritual hätte Rossinis komische Energie keinen so tragfähigen szenischen Motor gehabt. Anelli ist daher nicht nur als Name im Libretto zu nennen, sondern als Mitautor der komischen Grundarchitektur des Werkes.

Ser Marcantonio und die Vorgeschichte von Don Pasquale

Ser Marcantonio, von Stefano Pavesi 1810 vertont, gehört zu Anellis wirkungsgeschichtlich wichtigsten Libretti. Der Stoff handelt von einem älteren Mann, der heiraten will und durch die Intrigen jüngerer Figuren lächerlich gemacht wird. Diese Konstellation besitzt eine lange komische Tradition, die von der antiken Komödie über die commedia dell’arte bis zur opera buffa reicht.

Die besondere Bedeutung von Ser Marcantonio liegt darin, dass das Libretto später für die Entstehung von Donizettis Don Pasquale relevant wurde. Giovanni Ruffini griff für Donizetti auf den Stoff zurück und formte daraus eine neue Fassung des alten Buffa-Modells. Dadurch wirkte Anellis Arbeit über die unmittelbare Scala-Produktion hinaus in ein Werk hinein, das bis heute zum internationalen Opernrepertoire gehört.

Das Beispiel zeigt, wie Opernstoffe wandern. Ein Libretto kann von einer Vertonung gelöst, neu bearbeitet, anders komponiert und in eine spätere Ästhetik überführt werden. Anelli steht damit nicht nur am Rand von Rossini, sondern auch in der Vorgeschichte von Donizettis Buffa-Spätform. Seine Stoffe waren theaterfähig genug, um weiterverwendet zu werden.

Politik, Satire und literarische Polemik

Anelli war ein satirischer Autor. Seine politische Erfahrung in der Cisalpinischen Republik, seine Konflikte während der Reaktionszeit und seine Nähe zur napoleonischen Bildungs- und Verwaltungskultur prägten seinen Blick auf Literatur und Theater. Er verstand Bühne und Dichtung als Orte, an denen aktuelle Verhältnisse verkleidet, verzerrt und verspottet werden konnten.

Besonders deutlich wird dies in den satirischen Opern der Jahre 1815 bis 1817. Dalla beffa il disinganno ossia La poetessa, Il matrimonio per procura, Il carnevale di Milano und verwandte Texte zielten auf konkrete literarische und gesellschaftliche Gegner, insbesondere auf Vincenzo Monti und die literarische Öffentlichkeit Mailands. Die politische und persönliche Schärfe solcher Stücke führte zu Konflikten mit den Behörden und zur Begrenzung von Aufführungen.

Auch seine Cronache di Pindo zeigen den polemischen Schriftsteller. In diesen ottava-rima-Dichtungen griff er literarische Bewegungen, Autoren und Moden der Zeit an. Anelli war traditionell orientiert und begegnete romantischen Neuerungen mit Spott. Foscolo, Monti, Cesarotti, Giordani, Berchet und andere wurden Ziel seiner satirischen Verse. Seine Polemik ist nicht immer fein, aber sie dokumentiert die literarischen Spannungen in Italien zwischen klassizistischer Tradition, napoleonischer Öffentlichkeit und romantischer Erneuerung.

Werkverzeichnis

Das folgende Werkverzeichnis fasst die wichtigsten nachweisbaren Libretti, Bühnenarbeiten, Kantaten, Balli und literarischen Schriften Angelo Anellis zusammen. Da einzelne Libretti unter wechselnden Titeln, Pseudonymen, Bearbeitungen und späteren Neuvertonungen erschienen, werden Haupttitel, Alternativtitel und wichtige Vertonungen gemeinsam genannt.

Libretti für Opern, drammi giocosi, opere buffe und drammi per musica

  • I due supposti conti ossia Lo sposo senza moglie, auch Lo sposo ridicolo, dramma giocoso; vertont von Domenico Cimarosa, Mailand, Teatro alla Scala, 1784; später auch in portugiesischer und internationaler Überlieferung greifbar.
  • Cinna, dramma per musica; vertont von Bonifazio Asioli, Mailand, Teatro alla Scala, 1792/1793; später auch als Il Cinna von Marco António Portugal und Ferdinando Paër vertont.
  • Egilina, dramma per musica; vertont von Giovanni Battista Borghi, Mailand, Teatro alla Scala, 1793.
  • L’oro fa tutto, Opernlibretto; vertont von Ferdinando Paër, Mailand, Teatro alla Scala, 1793.
  • La lanterna di Diogene, dramma giocoso, unter dem Pseudonym Niccolò Liprandi; vertont von Pietro Alessandro Guglielmi, Venedig, Teatro San Samuele, 1793.
  • La secchia rapita, dramma eroicomico nach dem gleichnamigen komischen Epos von Alessandro Tassoni; vertont von Niccolò Antonio Zingarelli, Mailand, Teatro alla Scala, 1793, und von Francesco Bianchi, Venedig, Teatro San Samuele, 1794.
  • Oro non compra amore ossia Il barone di Moscabianca, dramma giocoso; vertont von Luigi Caruso, Venedig, 1794, und später von Marco António Portugal, Lissabon, 1804.
  • Griselda ossia La virtù al cimento, dramma semiserio beziehungsweise dramma in musica nach dem Griselda-Stoff aus Boccaccios Decamerone; vertont von Niccolò Piccinni und von Ferdinando Paër, Parma, 1797/1798.
  • L’amor sincero, opera buffa; vertont von Giuseppe Farinelli, Mailand, Teatro alla Scala, 1799.
  • Il podestà di Chioggia, dramma giocoso; vertont von Ferdinando Orlandi, Mailand, Teatro alla Scala, 1801.
  • Il fuoruscito, dramma per musica; vertont von Vincenzo Pucitta, Mailand, Teatro alla Scala, 1801.
  • Il marito migliore, dramma giocoso, unter dem Pseudonym Tommaso Menucci di Goro, auch Li due gemelli; vertont von Giuseppe Gazzaniga, Mailand, Teatro alla Scala, 1801.
  • I fuorusciti, dramma giocoso; vertont von Ferdinando Paër, Dresden, Kurfürstliches Theater, 1802.
  • Le lettere ovvero Il sarto declamatore, commedia per musica; vertont von Ferdinando Orlandi, Mailand, Teatro Carcano, 1804.
  • L’osteria della posta ovvero Il finto sordo, farsa giocosa; vertont von Giuseppe Farinelli, Mailand, Teatro Carcano, 1805.
  • I saccenti alla moda, dramma giocoso; vertont von Benedetto Neri, Mailand, Teatro alla Scala, 1806.
  • Né l’un né l’altro, dramma giocoso; vertont von Johann Simon Mayr, Mailand, Teatro alla Scala, 1807.
  • Belle ciarle e tristi fatti, auch Imbroglio contro imbroglio, dramma giocoso; vertont von Johann Simon Mayr, Venedig, Teatro La Fenice, 1807.
  • La nemica degli uomini, dramma giocoso; vertont von Carlo Mellara, Venedig, 1808.
  • L’italiana in Algeri, dramma giocoso; zuerst vertont von Luigi Mosca, Mailand, Teatro alla Scala, 1808, später von Gioachino Rossini, Venedig, Teatro San Benedetto, 1813.
  • Arminia, dramma per musica, unter dem Pseudonym Marco Landi; vertont von Stefano Pavesi, Mailand, Teatro alla Scala, 1810.
  • Chi s’è visto, s’è visto, Opernlibretto; vertont von Vincenzo Lavigna, Mailand, Teatro alla Scala, 1810.
  • I filosofi al cimento, dramma giocoso; vertont von Ercole Paganini, Mailand, Teatro alla Scala, 1810.
  • Ser Marcantonio, dramma giocoso; vertont von Stefano Pavesi, Mailand, Teatro alla Scala, 1810; später wichtige Stoffgrundlage für Donizettis Don Pasquale.
  • Il cicisbeo burlato, dramma giocoso; vertont von Ferdinando Orlandi, Mailand, Teatro alla Scala, 1812.
  • Le bestie in uomini, dramma giocoso; vertont von Giuseppe Mosca, Mailand, Teatro alla Scala, 1812, und später von Giovanni Tadolini, Venedig, 1815.
  • L’orbo che ci vede ossia Il medico ciabattino, melodramma; vertont von Pietro Generali, Bologna, Teatro del Corso, 1812.
  • Arrighetto, dramma per musica beziehungsweise farsa; vertont von Carlo Coccia, Venedig, Teatro San Moisè, 1813.
  • Bettina vedova, auch Il seguito di Ser Marcantonio, dramma giocoso; vertont von Giovanni Pacini, Venedig, Teatro San Moisè, 1815.
  • I begli usi di città, dramma giocoso; vertont von Carlo Coccia, Mailand, Teatro alla Scala, 1815; später unter anderem als La moglie avveduta und Egli è di moda ovvero I begli usi di città weiterverwendet.
  • La Chiarina, Opernlibretto; vertont von Giuseppe Farinelli, Mailand, Teatro alla Scala, 1816.
  • Il matrimonio per procura, farsa giocosa, unter dem Pseudonym Giordano Scannamusa; vertont von Giovanni Pacini, Mailand, Teatro Re, 1817.
  • Dalla beffa il disinganno ossia La poetessa, farsa giocosa, unter dem Pseudonym Gasparo Scopabirbe; vertont von Giovanni Pacini, Mailand, Teatro Re, 1817.
  • Piglia il mondo come viene, dramma giocoso; vertont von Giovanni Pacini, Mailand, Teatro Re, 1817, und später von Giuseppe Persiani, Florenz, Teatro alla Pergola, 1825.
  • Amore ed equivoco, dramma in einem Akt beziehungsweise farsa; vertont von Quirico Pecile, Padua, Teatro Novissimo, 1827.
  • La cameriera astuta, dramma giocoso; vertont von Ferdinando Paini.
  • L’impostore, Oper beziehungsweise dramma comico per musica; in der Überlieferung mit Franz Benedikt Dussek und Pietro Generali verbunden.

Balli und verwandte Bühnenarbeiten

  • Admeto ed Alceste, ballo beziehungsweise szenisches Werk; mit Johann Simon Mayr verbunden.
  • Weitere Balli und Zwischenstücke sind in Libretti häufig gemeinsam mit Opern abgedruckt, etwa als Begleit- oder Einlagewerke im Scala- und venezianischen Theaterbetrieb. Ihre Autorschaft ist im Einzelfall zwischen Libretto, Choreographie und Musik zu unterscheiden.

Kantaten, Fest- und Gelegenheitsstücke

  • St. Napoleone, Kantate; vertont von Johann Simon Mayr, Mailand, Teatro alla Scala, 16. August 1807.
  • Traiano, Kantate; mit Johann Simon Mayr verbunden.
  • Il trionfo della clemenza, Dichtung in Terzinen zum Einzug Kaiser Franz’ I. in Mailand, Mailand, 1816.
  • Weitere politische und festliche Gelegenheitsgedichte im Umfeld der napoleonischen und restaurativen Herrschaft, teils gedruckt, teils im Zusammenhang mit Theater- und Stadtfeiern überliefert.

Literarische Schriften, Dichtungen, Erzählungen und Satiren

  • Argene, novella morale, Venedig, 1794; moralische Erzählung im literarischen Umfeld der späten Aufklärung.
  • La calamità d’Italia, Sonett, 1789; zeitweise Ugo Foscolo zugeschrieben, später als Anelli-Text diskutiert.
  • Le cronache di Pindo, poetische Satiren in ottava rima, Mailand 1811–1818 in mehreren Faszikeln veröffentlicht; richtet sich gegen literarische Gegner, romantische Neuerungen und zeitgenössische Autoren.
  • Übersetzungen, Gedichte und kleinere literarische Arbeiten, darunter Texte im klassizistischen, satirischen und patriotischen Ton der napoleonischen Epoche.
  • Prosa- und Verspolemiken gegen literarische Gegner, besonders im Umfeld von Foscolo, Monti, Cesarotti, Berchet und der frühen italienischen Romantik.

Pseudonyme und zugehörige Werkverwendung

  • Niccolò Liprandi. Verwendet unter anderem bei La lanterna di Diogene und in der Druckform von La secchia rapita.
  • Marco Landi. Verwendet im Zusammenhang mit Arminia.
  • Tommaso Menucci di Goro. Verwendet bei Il marito migliore.
  • Giordano Scannamusa. Verwendet bei Il matrimonio per procura.
  • Gasparo Scopabirbe. Verwendet bei Dalla beffa il disinganno ossia La poetessa.

Werkgruppen und kulturgeschichtliche Ordnung

  • Scala-Libretti. Die größte und wichtigste Werkgruppe; sie dokumentiert Anellis Rolle als Theaterdichter des Mailänder Opernbetriebs.
  • Komische und heroikomische Libretti. Dazu gehören La secchia rapita, L’italiana in Algeri, Ser Marcantonio, I begli usi di città und verwandte Stücke.
  • Politisch-satirische Libretti. Besonders in den Jahren 1815 bis 1817, häufig mit aktuellen literarischen und gesellschaftlichen Zielscheiben.
  • Seriöse und semiseriöse Libretti. Dazu gehören Cinna, Egilina, Griselda und Arminia.
  • Literarische Satiren. Besonders Le cronache di Pindo, die Anelli als Gegner romantischer und moderner literarischer Tendenzen zeigen.

Überlieferung, Drucke und Quellenlage

Anellis Werke sind vor allem durch gedruckte Libretti überliefert. Diese Libretti erschienen in Mailand, Venedig, Bologna, Florenz, Padua und anderen Theaterstädten und sind heute in Bibliotheken, Libretto-Datenbanken, RISM-Nachweisen, SBN-Katalogen und digitalen Sammlungen greifbar. Besonders wichtig ist Corago, das Repertorium der italienischen Opernlibretti und Aufführungen, weil es Titel, Komponisten, Librettisten, Druckorte, Aufführungsdaten, Exemplare und Bibliographien systematisch zusammenführt.

Die Überlieferung ist zugleich komplex. Viele Libretti tragen Alternativtitel, einzelne Werke wurden mehrfach vertont, manche erschienen unter Pseudonymen, andere wurden später umgearbeitet. Bei L’italiana in Algeri muss zwischen der Fassung für Luigi Mosca von 1808 und Rossinis späterer Fassung von 1813 unterschieden werden. Bei Ser Marcantonio ist die ursprüngliche Pavesi-Fassung von der späteren stofflichen Weiterverwendung in Donizettis Don Pasquale zu trennen. Bei satirischen Stücken der Jahre 1815 bis 1817 ist außerdem der aktuelle politische und literarische Anlass zu berücksichtigen.

Die biographische Quellenlage zeigt kleinere Abweichungen, besonders beim Geburtstag. Der 1. November 1761 ist in modernen Kurzprofilen und Normdaten verbreitet; Treccani nennt dagegen den 10. November. Für eine Kulturlexikon-Seite ist daher die im Lemma vorgegebene Hauptform zu verwenden und die Abweichung transparent zu vermerken. Sterbeort und Sterbedatum, Pavia am 9. April 1820, sind dagegen weitgehend stabil überliefert.

Wirkung und Nachleben

Anellis Nachleben beruht vor allem auf zwei Linien. Die erste Linie führt über L’italiana in Algeri zu Rossini. Solange Rossinis Oper weltweit aufgeführt wird, bleibt Anellis Name als Librettist präsent. Dabei wird häufig vergessen, dass der Text nicht erst für Rossini entstand, sondern bereits 1808 für Luigi Mosca an der Scala verwendet wurde. Gerade diese Vorgeschichte zeigt die Beweglichkeit des Librettos im italienischen Theaterbetrieb.

Die zweite Linie führt über Ser Marcantonio zu Don Pasquale. Anellis komische Grundkonstellation des alten heiratswilligen Mannes, der durch jüngere, klügere Figuren überlistet wird, fand in Donizettis späterer Buffa eine neue, kanonisch gewordene Gestalt. Anelli ist damit mittelbar an einer der wichtigsten komischen Opern des 19. Jahrhunderts beteiligt.

Darüber hinaus ist Anelli für die Geschichte der Theaterautorschaft wichtig. Er zeigt, dass Librettisten nicht bloße Lieferanten von Versen waren, sondern dramatische Strukturen, Rollenkonstellationen, Aktualität und Aufführungssituationen organisierten. Seine Texte mögen literarisch ungleich sein, aber sie besitzen kulturgeschichtlichen Wert, weil sie den Alltag, die Geschwindigkeit, die Satire und die Stoffzirkulation des italienischen Opernbetriebs um 1800 sichtbar machen.

Sekundärliteratur

  • Antona Traversi, Camillo: Un nemico di Ugo Foscolo. In: Fanfulla della Domenica, 17. Januar 1915.
  • Capasso, Riccardo: Anelli, Angelo. In: Dizionario Biografico degli Italiani, Bd. 3. Rom: Istituto della Enciclopedia Italiana, 1961.
  • De Tipaldo, Emilio: Biografia degli italiani illustri nelle scienze, lettere ed arti del secolo XVIII e de’ contemporanei, Bd. 5. Venedig, 1837.
  • Gossett, Philip; Brauner, Patricia B.: Studien zu Rossinis Opern, zur italienischen Libretto- und Theaterpraxis sowie zur Entstehung von L’italiana in Algeri.
  • Heartz, Daniel: Music in European Capitals. The Galant Style, 1720–1780. New York: Norton, 2003; als Hintergrund für die ältere Buffa-Tradition relevant.
  • Hunter, Mary: The Culture of Opera Buffa in Mozart’s Vienna. Princeton: Princeton University Press, 1999; vergleichender Kontext zur opera buffa und ihren sozialen Typen.
  • Miragali, Luigi: Il melodramma italiano nell’Ottocento. Rom, 1924.
  • Roccatagliati, Alessandro: Arbeiten zur italienischen Oper um 1800, zur Scala und zur Frühgeschichte des Rossini-Repertoires.
  • Sartori, Claudio: I libretti italiani a stampa dalle origini al 1800. Cuneo: Bertola & Locatelli, 1990–1993.
  • Senici, Emanuele: Studien zur italienischen Oper des frühen 19. Jahrhunderts, zur Opernpraxis der Restaurationszeit und zu Rossinis komischem Theater.
  • Stendhal: Rome, Naples et Florence. Verschiedene Ausgaben; relevant wegen der zeitgenössischen Anerkennung von Anellis Satire und Theaterwitz.
  • Taormina, Giuseppe: Di Angelo Anelli e di un sonetto attribuito al Foscolo. In: Fanfulla della Domenica, 30. Dezember 1894.
  • Tommaseo, Niccolò: Dizionario estetico, Bd. 2. Mailand, 1853.

Ausgewählte Onlinequellen

Weiterführende Einträge

  • Algeri als Opernraum Exotischer und komischer Bühnenraum, der in L’italiana in Algeri für Machtspiel, Satire und Buffa-Komik genutzt wird.
  • Bonifazio Asioli Komponist von Anellis Cinna und Vertreter der italienischen Musik um 1800.
  • Francesco Bianchi Komponist einer Vertonung von Anellis La secchia rapita.
  • Domenico Cimarosa Komponist der älteren opera buffa und Vertoner von Anellis Li due supposti conti.
  • Cisalpinische Republik Politischer Kontext, in dem Anelli zeitweise aktiv war und der seine satirische Haltung mitprägte.
  • Carlo Coccia Komponist mehrerer Anelli-Libretti, darunter Arrighetto und I begli usi di città.
  • Corago Digitales Repertorium für italienische Opern, Libretti und Aufführungen, besonders wichtig für Anellis Werküberlieferung.
  • Desenzano del Garda Geburtsort Angelo Anellis und Ort seiner frühen Lehrtätigkeit.
  • Don Pasquale Donizettis opera buffa, deren Stoffgeschichte auf Anellis Ser Marcantonio zurückweist.
  • Gaetano Donizetti Komponist von Don Pasquale, dessen Buffa-Spätwerk eine Stofflinie Anellis weiterführt.
  • Dramma eroicomico Gattungsform zwischen heroischem Stoff und komischer Brechung, wichtig für Anellis La secchia rapita.
  • Dramma giocoso Mischgattung zwischen komischer Oper und ernsteren Elementen, zentral für viele Anelli-Libretti.
  • Farsa giocosa Kurze komische Opernform, die Anelli in mehreren satirischen und späten Stücken verwendete.
  • Giuseppe Farinelli Komponist mehrerer Anelli-Texte, darunter L’amor sincero, L’osteria della posta und La Chiarina.
  • Ugo Foscolo Dichter und politischer Schriftsteller, mit dem Anelli in literarisch-persönliche Konflikte geriet.
  • Griselda Boccaccio-Stoff, den Anelli in Griselda ossia La virtù al cimento für die Opernbühne bearbeitete.
  • Pietro Alessandro Guglielmi Komponist von Anellis La lanterna di Diogene.
  • L’italiana in Algeri Anellis bekanntestes Libretto, 1808 von Luigi Mosca und 1813 von Gioachino Rossini vertont.
  • Libretto Textgrundlage der Oper, deren dramatische Funktion bei Anelli besonders bühnenpraktisch sichtbar wird.
  • Librettist Berufsrolle des Operntextdichters, die Anelli als Scala-Autor und Theaterpraktiker exemplarisch verkörpert.
  • Mailand Zentrum von Anellis juristischer, literarischer und opernpraktischer Tätigkeit.
  • Johann Simon Mayr Komponist mehrerer Anelli-Libretti, darunter Né l’un né l’altro und Belle ciarle e tristi fatti.
  • Vincenzo Monti Italienischer Dichter und Anellis polemischer Gegner im literarischen Feld der napoleonischen Zeit.
  • Luigi Mosca Komponist der ersten Vertonung von Anellis L’italiana in Algeri an der Mailänder Scala.
  • Opera buffa Komische Operngattung, deren späte und satirische Formen Anelli besonders produktiv bediente.
  • Opera seria Ernste Operngattung, zu deren spätem Umfeld einzelne Anelli-Texte wie Cinna und Arminia gehören.
  • Ferdinando Orlandi Komponist von Anellis Il podestà di Chioggia, Le lettere und Il cicisbeo burlato.
  • Giovanni Pacini Komponist mehrerer später satirischer Anelli-Libretti wie Dalla beffa il disinganno.
  • Giovanni Paisiello Komponist der älteren Buffa-Tradition, von deren Kanon sich Anellis Theaterpraxis teilweise löste.
  • Pavia Universitätsstadt, in der Anelli seine letzte Lehrtätigkeit ausübte und 1820 starb.
  • Stefano Pavesi Komponist von Anellis Ser Marcantonio, einem Schlüsselwerk der Don-Pasquale-Vorgeschichte.
  • Gioachino Rossini Komponist der berühmtesten Vertonung von Anellis L’italiana in Algeri.
  • Satire Literarisches und theatrales Verfahren, mit dem Anelli politische, soziale und literarische Gegner attackierte.
  • La secchia rapita Heroikomischer Stoff nach Tassoni, den Anelli für die Opernbühne bearbeitete.
  • Ser Marcantonio Anelli-Libretto für Stefano Pavesi und wichtige Vorstufe der Stoffgeschichte von Donizettis Don Pasquale.
  • Teatro alla Scala Mailänder Opernhaus, an dem Anelli über viele Jahre als produktiver Theaterdichter wirkte.
  • Niccolò Antonio Zingarelli Komponist einer Vertonung von Anellis La secchia rapita.